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Deutsch: Schreiben mit digitalen Tools

Friedrich Verlag GmbH20:49 12 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

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Transkriptautomatisch erstellt · 198 Zeilen
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  1. [Musik] Einfach Unterrichten, der Podcast von Friedrich Plus aus dem Friedrich Verlag.
  2. Wir bringen innovativen Unterricht für Lehrkräfte auf den Punkt. Herzlich willkommen beim Podcast
  3. Friedrich plus Deutsch vom Friedrich Verlag. In jeder Folge bringen wir den neuesten Stand der Fachdidaktik in fünf
  4. Thesen auf den Punkt, welche ich dann am Ende der Folge natürlich noch mal zusammenfasse. Und heute geht es um
  5. Schreiben digital. Mein Name ist Christian und ich habe die Ehre mit den Menschen hinter den Unterrichtsideen des
  6. Friedrich Verlags sprechen zu dürfen. Heute ist mein Gast Nadine Anskit. Nadin ist Professorin für deutsche Sprache und
  7. ihre Didaktik mit Schwerpunkt Grundschule der pädagogischen Hochschule Karlsruhe mit den
  8. Forschungsschwerpunkten Digitale Medien im Deutschunterricht und Schreibdidaktik. Außerdem ist die
  9. Vorstandsmitglied der Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet und das wird in dieser Folge noch eine Rolle
  10. spielen. Und abgesehen davon natürlich herausgebe beim Friedrich Verlag und hat gerade bei Deutsch 5 bis 10 eine Ausgabe
  11. zum Thema Schreiben digital veröffentlicht. Wir sprechen also heute darüber, wie man digitales Schreiben in
  12. den eigenen Unterricht einbauen kann und was es dabei zu beachten gilt. Nadin, schön, dass du da bist. Was sollte der
  13. Hörer oder die Hörerin noch von dir wissen, was ich hier unterschlagen habe? Ja, vielen Dank. Ich freue mich auch
  14. sehr, dass ich heute da sein darf und über mein Thema sprechen kann, was mich schon sehr, sehr viele Jahre beschäftigt
  15. und wo ich auch eine große Leidenschaft für habe, was du unterschlagen hast. vielleicht noch, dass ich äh selbst auch
  16. Lehramt studiert habe, Grundschullehramt und dass ich auch sehr viel in den Lehrerforbildungen aktiv bin, unter
  17. anderem mit der Themenreihe Deutschdigital, wo wir eben auch versuchen Lehrkräften dieses Thema näher
  18. zu bringen in ganz kurzen Einheiten. Du hast gerade gesagt, das Thema beschäftigt dich schon sehr lange. Wie
  19. bist du denn dazu gekommen? Ja, das ist eine sehr spannende Geschichte und zwar habe ich damals im Studium noch als
  20. Babysitterin gearbeitet und habe dort auf eine Zweitklässlerin aufgepasst und die fragte mich dann einen Abend: "Ja,
  21. darf ich dir mal Barbie online zeigen? Barbie World Online, das ist total toll." Und sie war ganz euphorisch und
  22. ähm ja, dann sind wir zum Computer gegangen und sie hat wie selbstverständlich den Browser geöffnet,
  23. die URL eingetippt mit Sonderzeichen und allem drum und dran. hat dann ihren Benutzernamen eingegeben, das Passwort
  24. und hat sich dann dort ähm eben in dieser Onlinewelt ganz wie selbstverständlich bewegt. Und in dem
  25. Moment dachte ich, oh wow, wenn die Kinder ähm schon das können in dem Alter, also Browser öffnen, URL eingeben
  26. und so weiter, dann können sie sicherlich auch sehr gut geeignet sein, diese Tools, um auch damit zu lernen.
  27. Und ja, so habe ich eben angefangen, mich mit dem Thema näher zu beschäftigen und dann ja das auch im
  28. Deutschunterricht mir näher anzuschauen, was da so für Möglichkeiten sind. Wer hätte gedacht, dass eine
  29. Zweitklässlerin den Karriereweg Professorin ebnet. Ja,
  30. aber jetzt zurück zum inhaltlichen Thema. Schreiben digital heißt bestimmt mehr
  31. als nur mit Word oder ähm Open Office zu schreiben. Was heißt es? Ja, definitiv.
  32. Also schreiben digital bedeutet ähm natürlich einerseits das äh was du jetzt schon angesprochen hast, diese äh
  33. Textproduktionsprogramme im Offline Modus, die man nutzen kann, aber da steckt natürlich auch noch viel
  34. mehr dahinter im Netz z.B. viel denkt, also das Schreiben im Netz und die Tools, die Möglichkeiten, die es dort
  35. gibt, da spielen vor allem natürlich ähm Kooperation, Zusammenarbeit eine Rolle und eben auch das Austauschen. Äh
  36. genauso aber natürlich die Möglichkeit äh zur Gestaltung von Schreibsettings, also wie man jetzt auch die
  37. Schreibaufgaben durch diese neuen Möglichkeiten verändern kann. Was meinst du damit, die Schreibsettings
  38. zu verändern oder zu gestalten? Darunter kann man sich vorstellen, dass es eben auch andere Möglichkeiten gibt
  39. für die Adressatin des Textes. Man hat ähm also die Option, dass die Kinder auch für andere Kinder z.B. schreiben,
  40. die jetzt nicht unmittelbar in der gleichen Klasse sind, sondern dass man beispielsweise Geschichten im Netz
  41. veröffentlicht, die dann von anderen Schülerinnen und Schülern gelesen werden und da auch z.B. kommentiert werden
  42. können. Das ist mal so das eine. Man hat aber auch die Möglichkeit ähm gemeinschaftlich Texte zu schreiben,
  43. also eben zeitgleich auch gemeinschaftlich, nicht so nacheinander oder kommentieren, sondern wirklich auch
  44. in einem Dokument zeitgleich an einem Arbeitsblatt sozusagen an einem digitalen Arbeitsblatt zu arbeiten und
  45. zu schreiben und dann eben auch die Texte entsprechend direkt zu kommentieren und Rückmeldungen dazu zu
  46. geben. Das stelle ich mir ganz schön herausfordernd vor, wenn ähm fünf Leute meinetwegen äh eine Dina vier Seite vor
  47. sich haben und jeder darf jetzt da zusammen was schreiben, warum funktioniert es oder was muss man tun,
  48. damit sowas funktioniert? Genau. Es ist auf jeden Fall eine sehr große Herausforderung, nicht nur für
  49. Schülerinnen und Schüler, auch für erfahrene Schreiberinnen und Schreiber, weil das eben was ist, was wir so noch
  50. nicht kennen. Das heißt, da muss man natürlich äh eine gewisse Vorstrukturierung geben und auch
  51. schauen, ähm, dass man einfach das Ganze gut vorbereitet und die Schülerinnen und Schüler, wenn sie schreiben, auch
  52. bestimmte Aufträge haben. Also vielleicht mal an einem Beispiel, ähm Schülerinnen und Schüler verfassen einen
  53. Reisebericht zu einer virtuellen Reise, die sie durchgeführt haben und sie machen diese Reise ja gemeinsam. Das
  54. heißt, diesen Reisebericht schreiben Sie ja im besten Fall dann auch gemeinsam. Ähm und dann könnte man das z.B. so
  55. aufteilen, dass ich die Schülerinnen und Schüler jeweils ein Highlight dieser Reise raussuchen und schreiben dann
  56. diesen Abschnitt schon mal in diesem kollaborativen Tool und am Ende gehen sie dann noch mal gemeinsam über den
  57. gesamten Text, fügen noch Übergänge hinzu und so ist dann im Prinzip direkt gemeinschaftlich ein großer Text
  58. entstanden, der natürlich aus kleineren Bausteinen besteht, die aber eben synchron geschrieben werden können, so
  59. dass alle auch schon sehen können, was ist denn der Stand, was haben die anderen schon geschrieben?
  60. Woran kann ich anknüpfen? Das wäre jetzt mal so ein Beispiel. Was würdest du meinen, sind die Vorteile
  61. gegenüber dem asynchronen schreiben vielleicht? Oder jeder macht sie sein Teil.
  62. Genau. Also ein großer Vorteil ist, dass das Schreiben eben sozial vernetzt wird. Also die Kinder sind jetzt nicht mehr
  63. alleine äh beim Schreiben. Also sie sitzen jetzt nicht mehr alleine mit ihrem Blatt dort und ähm mit ihren
  64. Gedanken und müssen das ähm ja aufs Papier bringen. Papier ist egal, ob jetzt digital oder nicht. ist, ne,
  65. sondern sie müssen einfach ihre Gedanken alleine zustande bringen. Und in diesem Fall ist es dann äh der Vorteil, dass
  66. sie eben schon sehen, dieser Text entsteht gemeinschaftlich. Andere Schülerinnen und Schüler haben
  67. vielleicht auch Schwierigkeiten oder es dauert einfach ein Moment, bis man reinkommt. Man hat auch die Möglichkeit,
  68. ich sag mal, sich so vielleicht Formulierungen abzugucken in Anführungszeichen bei den anderen und
  69. ist eben nicht so alleinelassen im Schreibprozess. Das ist, denke ich, hier ein ganz großer Vorteil. Zusätzlich kann
  70. man auch in diesen Tools noch äh z.B. Chatfunktion nutzen. Das heißt, man könnte schreiben, schau mal bitte auf
  71. Satz 3 von mir, kannst du mir dann noch einen Tipp geben? Also, man hat halt direkt diesen Austausch zur
  72. Textproduktion, der eben beim ja Schreiben alleine oder beim asynchron schreiben so nicht möglich wäre,
  73. sondern dann erst später durch ein Lektorat. Ich stell es mir gerade anders vor. Wenn ich ein Team von fünf Leuten
  74. habe und jeder würde quasi selbst seinen Teilschreiben und nicht zusammen, dann müsste man das wieder austauschen,
  75. rumschicken und ähm wer gibt dann das Feedback da drauf und in welchen Reihenfolgen ist es dann und wie fügt
  76. man diesen gesamten Text zusammen? Also ich kann mir vorstellen, der braucht man dann noch mehr eine Moderationsinstanz
  77. vielleicht. Ja, also das ist auch eine Variante, die möglich ist natürlich, dass man so
  78. digitales Pieredback ähm einbaut, ähm dass einem Texte ähm alleine geschrieben werden, asynchron und dann im Nachgang
  79. geteilt werden. Dafür bieten sich z.B. auch Wikis an, um das Ganze zu strukturieren. Äh das jetzt auch gerade
  80. gefragt, wie wie man das dann organisieren kann, dann dass da dass man sie jetzt sich hin und her schicken
  81. muss. In Wikis gibt's z.B. die Möglichkeit ähm dass man Diskussionszeiten verwendet, denn zu
  82. jedem Text, der geschrieben wird, wird automatisch eine sogenannte Diskussionsseite angelegt und dort ähm
  83. können die anderen und Schülerinnen und Schüler dann eben Feedback zu der ähm geschrieben oder zu der Hauptseite dann
  84. geben und darüber ist das schon möglich ähm das Ganze auch so umzusetzen. Jetzt ist ja das reine Zusammenschreiben
  85. via Google Docs oder Open Source Varianten nur ich weiß nicht nicht mal das halbe Lied, sondern da gibt's noch
  86. ganz viel mehr. Z.B. was ich persönlich total schätze sind digitale Schreibhilfen gerade im Englischen, ähm
  87. aber auch im Deutschen, die dann Rechtschreibung, Grammatik, Stil, äh Flüssigkeit und so weiter verbessern.
  88. Inwiefern würdest du meinen, spielt das auch eine Rolle bei der Unterstützung des Spracherwerbs?
  89. Also, ich denke, dass es eine ganz große Rolle spielt und ich würde es vielleicht mal an dem Beispiel des Dun Mentors ähm
  90. darstellen. Beim Dunen Mentor ist es ja so, dass es ein Tool ist, was äh bei der Rechtschreibung helfen soll, also dass
  91. wir eben die Möglichkeit haben, uns Fehler anzeigen zu lassen, aber dann eben auch direkt die Fehler vom Tool
  92. korrigieren zu lassen. Und es wäre jetzt natürlich wunderbar, wenn man jetzt Rechtschreibung nicht mehr lernen
  93. müsste, ne? Wenn man alle Ortografiere vergessen könnte, weil wir jetzt den Duden Mentor haben. So einfach ist es
  94. natürlich nicht, sondern eigentlich im Gegenteil, wir müssen um diese Tools auch wirklich sinnvoll einsetzen zu
  95. können, müssen wir natürlich auch die Regeln beherrschen, damit wir dann auch wissen, ist jetzt der Vorschlag, den
  96. dieses Tool mir gemacht hat, ist der jetzt richtig oder ist der vielleicht auch falsch oder meine ich vielleicht
  97. ein ganz anderes Wort? Das sind einfach ähm ja Kompetenzen, die da erworben werden müssen. Ähm und die durch solche
  98. Tools aber natürlich auch gefördert werden können, äh wenn man das einfach klar thematisiert. Und wenn man diese
  99. Tools, wie du es ja auch schon gesagt hast, als Unterstützung nutzt und jetzt nicht sagt, ähm die erledigen jetzt
  100. meinen Jobs sozusagen und ich muss mich um nichts mehr kümmern, dann glaube ich können die schon auch sehr gut ähm
  101. eingesetzt werden, um den Spracherwerb zu unterstützen. Du sprichst da gerade was sehr spannendes an, nämlich diese
  102. Reflexionsfähigkeit äh oder das kritische hinterfragen von den Vorschlägen. Gerade jetzt, wo ähm
  103. Chat GPT aufkommt und die Kinder sagen, schreib mir ein Essay über ähm die leidendes Jungen Berter oder ich weiß es
  104. nicht und dann ist er halt sehr dünn. Dann kann man es vielleicht als Strukturierungshilfe irgendwie erstmal
  105. sehen, aber trotzdem muss man natürlich ähm die Fähigkeiten irgendwo drin haben. Was ich mich dabei frage ist, inwiefern
  106. verändert sich dadurch dann vielleicht die Zukunft ähm des Lehrens oder Lernens, weil es halt diese Tools gibt,
  107. die ein so viel Vorschläge schon machen und in Anführungszeichen Arbeit abnehmen.
  108. Also, die verändert sich auf jeden Fall. Das ist völlig klar und ich glaube, das ist auch ganz wichtig, dass man das
  109. einfach auch begreift. Du hast jetzt gerade ChatGTP angesprochen, da ist es natürlich so, man kann es verbieten und
  110. sagen, das benutzen wir nicht. Oder man kann es einsetzen und thematisieren und dann eben für bestimmte Zwecke auch
  111. nutzen oder sich zu Nutze machen. Darum geht's ja auch, dass man lernt, diese Tools einfach sich zu Nutze zu machen
  112. für die eigene Textproduktion jetzt z.B., Spiel, aber darüber eben nicht vergisst, was man selber noch äh
  113. beisteuern kann und auch möchte. In diesem Zusammenhang, glaube ich, ist es wichtig, dass äh diese Tools auch
  114. entsprechend mit den Schülerinnen und Schülern gemeinsam besprochen und reflektiert werden, auch erarbeitet
  115. werden, dass man eben auch schaut, wo sind die Grenzen von diesen Tools, ne? Was kann das Tool und was kann es eben
  116. nicht? Ähm und wo muss ich jetzt als Mensch, als Autorin, als Autor noch selber tätig werden, damit es auch
  117. wirklich ein gelungener Text wird? Da wir gerade von Tools sprechen, du hattest vorhin erzählt oder ich hatte
  118. vorhin erzählt, Entschuldigung, dass du Vorstandsmitglied der Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet bist und
  119. ihr da Vorreiter wart 1997 schon begonnen habt, das digitale ähm einzuführen. Das waren ja noch sehr
  120. frühe Zeiten des Internets. Inwiefern könnt ihr da äh Hinweise geben zu Tools, zu Möglichkeiten, wie man das Schreiben
  121. digital jetzt umsetzen kann? Die äh Zum war früher eine Plattform, wo man in erster Linie Materialien downloaden kann
  122. und mittlerweile hat sich das halt stark verändert zu einer Plattform, wo Lehrerkräfte auch aktiv mitarbeiten
  123. können, äh auch mit ihren Schülerinnen und Schülern ähm auf sicheren Plattformen im Netz arbeiten können. Die
  124. Angebote, die wir bei der ähm Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet haben, sind alle auf deutschen Servern
  125. abgespeichert. Alle Daten ähm sind eben in einem sicheren Umfeld nutzbar. Da in diesem Zusammenhang bieten wir auch
  126. verschiedene weitere Plattformen an. Z.B. ähm das Zumpet. Da hatten wir vorhin schon kurz beim kollaborativen
  127. Schreiben drüber gesprochen, ähm dass man eben in diesen Pads gemeinschaftlich Texte verfassen kann. Dann gibt es auch
  128. Wikis, die angeboten werden und auch zum Apps, wo interaktive Übungen für Schülerinnen und Schüler erstellt werden
  129. können. Okay, also auf jeden Fall ist wert, das mal auszuprobieren und sich da neugierig dem zu widmen.
  130. Ja, das auf jeden Fall. Jetzt höre ich aber schon Stimmen hier ähm eingefleischte Deutschlehrerinnen
  131. oder Deutschlehrer, die vielleicht sagen, ja, das ist ja alles schön und gut, aber es geht doch nichts über
  132. Papier und Stift. Was würdest du sagen, wären denn Kritikpunkte oder Herausforderungen, denen man sich
  133. stellen müsste beim digitalen Schreiben? Also vielleicht um vorher noch mal ganz kurz auf diese Diskussion analog versus
  134. digital einzugehen. Ich bin jetzt niemand der sagt, wir brauchen jetzt nur noch digitales Schreiben, vergesst
  135. Zettel und Stift ähm das ist ähm überhaupt nicht zielführen. Ich denke, es geht wirklich eher darum zu schauen,
  136. an welcher Stelle können die digitalen Medien und auch die digitalen Schreibtools dazu eingesetzt werden, den
  137. Schülerinnen und Schülern das Schreiben zu erleichtern und den Schreibprozess zu entlasten. Also, das ist, denke ich, der
  138. ganz große Punkt. Und wenn man genau an der Stelle ansetzt, dann sieht man ähm natürlich auch die Vorteile, die die
  139. digitalen Medien bieten. Wenn man jetzt mal an die Textüberarbeitung denkt, ähm Schülerinnen und Schüler klagen
  140. natürlich oft im analogen Rahmen, dass man sagt, oh je, jetzt muss ich das noch mal abschreiben. Habe ich aber keine
  141. Lust zu, das möchte ich nicht ähm noch mal machen, ist mir viel zu viel Aufwand. Und ähm im digitalen Raum kann
  142. man natürlich ganz einfach Verbesserungen vornehmen, ähm Korrekturen einfügen, ähm Textteile
  143. ergänzen, ohne dass man am Ende, sage ich mal, noch diesen Riesenaufwand hat, alles noch mal abzuschreiben. Das heißt,
  144. es spart auch Zeit und ähm entlastet, wie gesagt, auch da den Schreibprozess und ermöglicht das Überarbeiten auf eine
  145. ganz einfache Art und Weise. Und natürlich gehen damit auch Herausforderungen einher. Das heißt, das
  146. Schreiben muss man auch natürlich erstmal ähm beherrschen, ne? So wie man auch das Schreiben mit dem Stift erstmal
  147. erlernen muss, muss man auch das äh digitale Schreiben erstmal erlernen, den Umgang mit der Tastatur. Das ist
  148. natürlich eine eine, ich sag mal, Voraussetzung, die sich aber natürlich auch ähm durch das häufige Üben
  149. einstellt. Also je öfter ich Texte digital produzieren lasse, desto geübter werden die Schülerinnen und Schüler auch
  150. und desto schneller geht das dann auch ähm am Ende. Und ich kenne viele Lehrkräfte, die dann,
  151. sage ich mal so, Abschreibübungen machen, wo die Kinder vorher ein Text erst handschriftlich produzieren und den
  152. dann abschreiben müssen, weil sie eben denken, dadurch trainieren die jetzt das digitale Schreiben. Äh, das ist aber
  153. z.B. eine Sache, die ich überhaupt nicht zielführend finde, weil es einfach komplett ähm entgegen aller Potentiale
  154. des digitalen Schreibens geht, ne? erst den Text schön mit Stift produzieren und dann noch mal digital abschreiben. Da
  155. gibt es andere Möglichkeiten, die auch jetzt z.B. Spiel wie Tipptrainer, die ähm einfach das äh Tippen antrainieren
  156. können, ähm ohne dass man eben so eine Aufgabe dann bekommt. Also auf jeden Fall höre ich da
  157. Synergieeffekte raus, dass man die Dinge, die man analog machen ähm kann analog machen sollte, vielleicht eine
  158. grobe Struktur sich skizzieren oder sowas, um dann später den Text ähm reinzuschreiben. Ich mach's zumindestens
  159. auch so, wenn ich an meiner Doktorarbeit rumschreibe, dass ich ein Notizzettel und ein Notizbuch daneben habe und dann
  160. gleichzeitig aber auch alles digitale schreibe und nicht erst meine Arbeit analog komplett vorschreibe, um dann
  161. digital abzuschreiben. Vielleicht kann ich da direkt äh noch mal drauf eingehen. Es ist natürlich so,
  162. dass ähm analog und digital auch Hand in Hand gehen soll, ne? Also wie du jetzt gerade schon gesagt hast, dieses Notizen
  163. machen und dann den Text digital verfassen. Das ist natürlich was äh sehr gut möglich ist auch, dass man den
  164. digitalen Prozess durch Arbeitsblätter begleitet und mitstrukturiert. Ähm das ist, denke ich, was was ganz natürlich
  165. ist und was auch wichtig ist, dass das eingeübft wird, ne, dass man eben nicht alles unbedingt zwangsläufig digital
  166. machen muss. Natürlich kann man auch digital planen mit einer Mindmap und da gibt's auch wieder unendlich viele
  167. Tools, die das unterstützen, aber da denke ich kann auch jede Lehrkraft oder vielleicht auch ähm die Schülerinnen und
  168. Schüler individuell schauen, was eben zu ihrem ähm Schreiben passt und dann entsprechend das entweder analog oder
  169. digital umsetzen. Bevor ich dir jetzt gleich das Abschlusswort übergebe, Nadin, lass mich
  170. noch mal kurz zusammenfassen, was für mich aus diesem Gespräch hier vor allen Dingen hängen geblieben ist. Zum einen
  171. hatten wir ganz zu Anfang äh weil ich es auch selber nutze, nämlich Rechtschreib Hilfen oder Korrekturhilfen zu nutzen,
  172. um halt die Kenntnis in der Rechtschreibung zu verbessern mit dem kleinen äh Hinweis, dass man da dann
  173. natürlich kritisch reflektieren muss, was gibt einen dieses Programm da überhaupt aus, so dass man äh na ja, da
  174. nicht irgendwelchen MKs schreibt. Zweitens ist natürlich die Auswahl von solchen Tools, sei das
  175. Rechtsschreibkorrekturprogramme oder sei es kollaborative Schreibprogramme und so weiter und so
  176. weiter natürlich nur auf Grundlage der schulinternen Infrastruktur geschehen kann und vielleicht ist es
  177. offensichtlich, aber es ist natürlich wichtig, dass es auch Datenschutzconform ist und die Plattformen vielleicht auf
  178. deutschen Servern sind. Drittens, dass sie dann durch den Einsatz von solchen Tools das kooperative und kollaborative
  179. Schreiben kennenlernen können und auch üben können. Dabei noch die Unterscheidung zum Pier Feedback und zum
  180. gemeinsam reflektieren geben, wie es z.B. in Wikis möglich ist, dass das auch ein Aspekt ist, den Schülerinnen und
  181. Schüler ja kultivieren können. Und zu guter Letzt, dass durch den Einsatz von Online Schreibplattformen realitätsnah
  182. und motivierende Schreibanlässe geschaffen werden, in denen dann die Schülerinnen und Schüler interaktive
  183. Geschichten verfassen können beispielsweise. Wir sind nicht auf viele Tools im Detail
  184. eingegangen, ich hoffe aber, wir konnten so einen kleinen Impuls geben, sich diesem Thema zu widmen. Nadin, ich weiß,
  185. die Frage ist super knifflig und vielleicht auch ein bisschen gemein, aber was würdest du sagen, wenn es nur
  186. eine Sache gäbe, die die Hörer und Hörer hier aus dieser Folge mitnehmen sollten, könnten, dann Punkt Punkt Punkt.
  187. Ja, dann würde ich sagen, ähm, dass es ganz wichtig ist zu sehen, dass digitale Medien den Deutschunterricht nicht noch
  188. zusätzlich belasten sollen, sondern dass sie eben so eingesetzt werden, dass sie die Inhalte des Faches, die sowieso
  189. vermittelt und erarbeitet werden sollen, dann an gewissen Punkten einfach entlasten können und da auch
  190. unterstützend wirken können. Also, dass man auch die Kompetenzen verbinden kann, die man in einer digitalen Welt braucht
  191. und die man auch im Deutschunterricht braucht. Und ich denke, an dem Beispiel des Schreibens schön deutlich geworden,
  192. ähm gerade mit Blick auf den Schreibprozess, ne, wieder Entlastungen möglich werden und das finde ich ganz
  193. wichtig, dass man das eben verbindet und nicht noch zusätzlich als Belastung erkennt.
  194. Nadin, danke schön für deine Zeit und für deinen Input und ich hoffe sehr, dass der Hörer oder die Hörerin für sich
  195. Inspiration mitgenommen hat. Danke, dass du da warst. Ja, vielen Dank, dass ich da sein durfte und ich hoffe auch, dass
  196. die Hörerinnen und Hörer jetzt Lust haben, digitale Medien auch mal in ihrem Schreibunterricht einzusetzen.
  197. Das war einfach Unterrichten, der Podcast von Friedrich Plus aus dem Friedrich Verlag. Wir bringen
  198. innovativen Unterricht für Lehrkräfte auf den Punkt.

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