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Deutsch: Schreiben mit digitalen Tools
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Transkriptautomatisch erstellt · 198 Zeilen
- [Musik] Einfach Unterrichten, der Podcast von Friedrich Plus aus dem Friedrich Verlag.
- Wir bringen innovativen Unterricht für Lehrkräfte auf den Punkt. Herzlich willkommen beim Podcast
- Friedrich plus Deutsch vom Friedrich Verlag. In jeder Folge bringen wir den neuesten Stand der Fachdidaktik in fünf
- Thesen auf den Punkt, welche ich dann am Ende der Folge natürlich noch mal zusammenfasse. Und heute geht es um
- Schreiben digital. Mein Name ist Christian und ich habe die Ehre mit den Menschen hinter den Unterrichtsideen des
- Friedrich Verlags sprechen zu dürfen. Heute ist mein Gast Nadine Anskit. Nadin ist Professorin für deutsche Sprache und
- ihre Didaktik mit Schwerpunkt Grundschule der pädagogischen Hochschule Karlsruhe mit den
- Forschungsschwerpunkten Digitale Medien im Deutschunterricht und Schreibdidaktik. Außerdem ist die
- Vorstandsmitglied der Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet und das wird in dieser Folge noch eine Rolle
- spielen. Und abgesehen davon natürlich herausgebe beim Friedrich Verlag und hat gerade bei Deutsch 5 bis 10 eine Ausgabe
- zum Thema Schreiben digital veröffentlicht. Wir sprechen also heute darüber, wie man digitales Schreiben in
- den eigenen Unterricht einbauen kann und was es dabei zu beachten gilt. Nadin, schön, dass du da bist. Was sollte der
- Hörer oder die Hörerin noch von dir wissen, was ich hier unterschlagen habe? Ja, vielen Dank. Ich freue mich auch
- sehr, dass ich heute da sein darf und über mein Thema sprechen kann, was mich schon sehr, sehr viele Jahre beschäftigt
- und wo ich auch eine große Leidenschaft für habe, was du unterschlagen hast. vielleicht noch, dass ich äh selbst auch
- Lehramt studiert habe, Grundschullehramt und dass ich auch sehr viel in den Lehrerforbildungen aktiv bin, unter
- anderem mit der Themenreihe Deutschdigital, wo wir eben auch versuchen Lehrkräften dieses Thema näher
- zu bringen in ganz kurzen Einheiten. Du hast gerade gesagt, das Thema beschäftigt dich schon sehr lange. Wie
- bist du denn dazu gekommen? Ja, das ist eine sehr spannende Geschichte und zwar habe ich damals im Studium noch als
- Babysitterin gearbeitet und habe dort auf eine Zweitklässlerin aufgepasst und die fragte mich dann einen Abend: "Ja,
- darf ich dir mal Barbie online zeigen? Barbie World Online, das ist total toll." Und sie war ganz euphorisch und
- ähm ja, dann sind wir zum Computer gegangen und sie hat wie selbstverständlich den Browser geöffnet,
- die URL eingetippt mit Sonderzeichen und allem drum und dran. hat dann ihren Benutzernamen eingegeben, das Passwort
- und hat sich dann dort ähm eben in dieser Onlinewelt ganz wie selbstverständlich bewegt. Und in dem
- Moment dachte ich, oh wow, wenn die Kinder ähm schon das können in dem Alter, also Browser öffnen, URL eingeben
- und so weiter, dann können sie sicherlich auch sehr gut geeignet sein, diese Tools, um auch damit zu lernen.
- Und ja, so habe ich eben angefangen, mich mit dem Thema näher zu beschäftigen und dann ja das auch im
- Deutschunterricht mir näher anzuschauen, was da so für Möglichkeiten sind. Wer hätte gedacht, dass eine
- Zweitklässlerin den Karriereweg Professorin ebnet. Ja,
- aber jetzt zurück zum inhaltlichen Thema. Schreiben digital heißt bestimmt mehr
- als nur mit Word oder ähm Open Office zu schreiben. Was heißt es? Ja, definitiv.
- Also schreiben digital bedeutet ähm natürlich einerseits das äh was du jetzt schon angesprochen hast, diese äh
- Textproduktionsprogramme im Offline Modus, die man nutzen kann, aber da steckt natürlich auch noch viel
- mehr dahinter im Netz z.B. viel denkt, also das Schreiben im Netz und die Tools, die Möglichkeiten, die es dort
- gibt, da spielen vor allem natürlich ähm Kooperation, Zusammenarbeit eine Rolle und eben auch das Austauschen. Äh
- genauso aber natürlich die Möglichkeit äh zur Gestaltung von Schreibsettings, also wie man jetzt auch die
- Schreibaufgaben durch diese neuen Möglichkeiten verändern kann. Was meinst du damit, die Schreibsettings
- zu verändern oder zu gestalten? Darunter kann man sich vorstellen, dass es eben auch andere Möglichkeiten gibt
- für die Adressatin des Textes. Man hat ähm also die Option, dass die Kinder auch für andere Kinder z.B. schreiben,
- die jetzt nicht unmittelbar in der gleichen Klasse sind, sondern dass man beispielsweise Geschichten im Netz
- veröffentlicht, die dann von anderen Schülerinnen und Schülern gelesen werden und da auch z.B. kommentiert werden
- können. Das ist mal so das eine. Man hat aber auch die Möglichkeit ähm gemeinschaftlich Texte zu schreiben,
- also eben zeitgleich auch gemeinschaftlich, nicht so nacheinander oder kommentieren, sondern wirklich auch
- in einem Dokument zeitgleich an einem Arbeitsblatt sozusagen an einem digitalen Arbeitsblatt zu arbeiten und
- zu schreiben und dann eben auch die Texte entsprechend direkt zu kommentieren und Rückmeldungen dazu zu
- geben. Das stelle ich mir ganz schön herausfordernd vor, wenn ähm fünf Leute meinetwegen äh eine Dina vier Seite vor
- sich haben und jeder darf jetzt da zusammen was schreiben, warum funktioniert es oder was muss man tun,
- damit sowas funktioniert? Genau. Es ist auf jeden Fall eine sehr große Herausforderung, nicht nur für
- Schülerinnen und Schüler, auch für erfahrene Schreiberinnen und Schreiber, weil das eben was ist, was wir so noch
- nicht kennen. Das heißt, da muss man natürlich äh eine gewisse Vorstrukturierung geben und auch
- schauen, ähm, dass man einfach das Ganze gut vorbereitet und die Schülerinnen und Schüler, wenn sie schreiben, auch
- bestimmte Aufträge haben. Also vielleicht mal an einem Beispiel, ähm Schülerinnen und Schüler verfassen einen
- Reisebericht zu einer virtuellen Reise, die sie durchgeführt haben und sie machen diese Reise ja gemeinsam. Das
- heißt, diesen Reisebericht schreiben Sie ja im besten Fall dann auch gemeinsam. Ähm und dann könnte man das z.B. so
- aufteilen, dass ich die Schülerinnen und Schüler jeweils ein Highlight dieser Reise raussuchen und schreiben dann
- diesen Abschnitt schon mal in diesem kollaborativen Tool und am Ende gehen sie dann noch mal gemeinsam über den
- gesamten Text, fügen noch Übergänge hinzu und so ist dann im Prinzip direkt gemeinschaftlich ein großer Text
- entstanden, der natürlich aus kleineren Bausteinen besteht, die aber eben synchron geschrieben werden können, so
- dass alle auch schon sehen können, was ist denn der Stand, was haben die anderen schon geschrieben?
- Woran kann ich anknüpfen? Das wäre jetzt mal so ein Beispiel. Was würdest du meinen, sind die Vorteile
- gegenüber dem asynchronen schreiben vielleicht? Oder jeder macht sie sein Teil.
- Genau. Also ein großer Vorteil ist, dass das Schreiben eben sozial vernetzt wird. Also die Kinder sind jetzt nicht mehr
- alleine äh beim Schreiben. Also sie sitzen jetzt nicht mehr alleine mit ihrem Blatt dort und ähm mit ihren
- Gedanken und müssen das ähm ja aufs Papier bringen. Papier ist egal, ob jetzt digital oder nicht. ist, ne,
- sondern sie müssen einfach ihre Gedanken alleine zustande bringen. Und in diesem Fall ist es dann äh der Vorteil, dass
- sie eben schon sehen, dieser Text entsteht gemeinschaftlich. Andere Schülerinnen und Schüler haben
- vielleicht auch Schwierigkeiten oder es dauert einfach ein Moment, bis man reinkommt. Man hat auch die Möglichkeit,
- ich sag mal, sich so vielleicht Formulierungen abzugucken in Anführungszeichen bei den anderen und
- ist eben nicht so alleinelassen im Schreibprozess. Das ist, denke ich, hier ein ganz großer Vorteil. Zusätzlich kann
- man auch in diesen Tools noch äh z.B. Chatfunktion nutzen. Das heißt, man könnte schreiben, schau mal bitte auf
- Satz 3 von mir, kannst du mir dann noch einen Tipp geben? Also, man hat halt direkt diesen Austausch zur
- Textproduktion, der eben beim ja Schreiben alleine oder beim asynchron schreiben so nicht möglich wäre,
- sondern dann erst später durch ein Lektorat. Ich stell es mir gerade anders vor. Wenn ich ein Team von fünf Leuten
- habe und jeder würde quasi selbst seinen Teilschreiben und nicht zusammen, dann müsste man das wieder austauschen,
- rumschicken und ähm wer gibt dann das Feedback da drauf und in welchen Reihenfolgen ist es dann und wie fügt
- man diesen gesamten Text zusammen? Also ich kann mir vorstellen, der braucht man dann noch mehr eine Moderationsinstanz
- vielleicht. Ja, also das ist auch eine Variante, die möglich ist natürlich, dass man so
- digitales Pieredback ähm einbaut, ähm dass einem Texte ähm alleine geschrieben werden, asynchron und dann im Nachgang
- geteilt werden. Dafür bieten sich z.B. auch Wikis an, um das Ganze zu strukturieren. Äh das jetzt auch gerade
- gefragt, wie wie man das dann organisieren kann, dann dass da dass man sie jetzt sich hin und her schicken
- muss. In Wikis gibt's z.B. die Möglichkeit ähm dass man Diskussionszeiten verwendet, denn zu
- jedem Text, der geschrieben wird, wird automatisch eine sogenannte Diskussionsseite angelegt und dort ähm
- können die anderen und Schülerinnen und Schüler dann eben Feedback zu der ähm geschrieben oder zu der Hauptseite dann
- geben und darüber ist das schon möglich ähm das Ganze auch so umzusetzen. Jetzt ist ja das reine Zusammenschreiben
- via Google Docs oder Open Source Varianten nur ich weiß nicht nicht mal das halbe Lied, sondern da gibt's noch
- ganz viel mehr. Z.B. was ich persönlich total schätze sind digitale Schreibhilfen gerade im Englischen, ähm
- aber auch im Deutschen, die dann Rechtschreibung, Grammatik, Stil, äh Flüssigkeit und so weiter verbessern.
- Inwiefern würdest du meinen, spielt das auch eine Rolle bei der Unterstützung des Spracherwerbs?
- Also, ich denke, dass es eine ganz große Rolle spielt und ich würde es vielleicht mal an dem Beispiel des Dun Mentors ähm
- darstellen. Beim Dunen Mentor ist es ja so, dass es ein Tool ist, was äh bei der Rechtschreibung helfen soll, also dass
- wir eben die Möglichkeit haben, uns Fehler anzeigen zu lassen, aber dann eben auch direkt die Fehler vom Tool
- korrigieren zu lassen. Und es wäre jetzt natürlich wunderbar, wenn man jetzt Rechtschreibung nicht mehr lernen
- müsste, ne? Wenn man alle Ortografiere vergessen könnte, weil wir jetzt den Duden Mentor haben. So einfach ist es
- natürlich nicht, sondern eigentlich im Gegenteil, wir müssen um diese Tools auch wirklich sinnvoll einsetzen zu
- können, müssen wir natürlich auch die Regeln beherrschen, damit wir dann auch wissen, ist jetzt der Vorschlag, den
- dieses Tool mir gemacht hat, ist der jetzt richtig oder ist der vielleicht auch falsch oder meine ich vielleicht
- ein ganz anderes Wort? Das sind einfach ähm ja Kompetenzen, die da erworben werden müssen. Ähm und die durch solche
- Tools aber natürlich auch gefördert werden können, äh wenn man das einfach klar thematisiert. Und wenn man diese
- Tools, wie du es ja auch schon gesagt hast, als Unterstützung nutzt und jetzt nicht sagt, ähm die erledigen jetzt
- meinen Jobs sozusagen und ich muss mich um nichts mehr kümmern, dann glaube ich können die schon auch sehr gut ähm
- eingesetzt werden, um den Spracherwerb zu unterstützen. Du sprichst da gerade was sehr spannendes an, nämlich diese
- Reflexionsfähigkeit äh oder das kritische hinterfragen von den Vorschlägen. Gerade jetzt, wo ähm
- Chat GPT aufkommt und die Kinder sagen, schreib mir ein Essay über ähm die leidendes Jungen Berter oder ich weiß es
- nicht und dann ist er halt sehr dünn. Dann kann man es vielleicht als Strukturierungshilfe irgendwie erstmal
- sehen, aber trotzdem muss man natürlich ähm die Fähigkeiten irgendwo drin haben. Was ich mich dabei frage ist, inwiefern
- verändert sich dadurch dann vielleicht die Zukunft ähm des Lehrens oder Lernens, weil es halt diese Tools gibt,
- die ein so viel Vorschläge schon machen und in Anführungszeichen Arbeit abnehmen.
- Also, die verändert sich auf jeden Fall. Das ist völlig klar und ich glaube, das ist auch ganz wichtig, dass man das
- einfach auch begreift. Du hast jetzt gerade ChatGTP angesprochen, da ist es natürlich so, man kann es verbieten und
- sagen, das benutzen wir nicht. Oder man kann es einsetzen und thematisieren und dann eben für bestimmte Zwecke auch
- nutzen oder sich zu Nutze machen. Darum geht's ja auch, dass man lernt, diese Tools einfach sich zu Nutze zu machen
- für die eigene Textproduktion jetzt z.B., Spiel, aber darüber eben nicht vergisst, was man selber noch äh
- beisteuern kann und auch möchte. In diesem Zusammenhang, glaube ich, ist es wichtig, dass äh diese Tools auch
- entsprechend mit den Schülerinnen und Schülern gemeinsam besprochen und reflektiert werden, auch erarbeitet
- werden, dass man eben auch schaut, wo sind die Grenzen von diesen Tools, ne? Was kann das Tool und was kann es eben
- nicht? Ähm und wo muss ich jetzt als Mensch, als Autorin, als Autor noch selber tätig werden, damit es auch
- wirklich ein gelungener Text wird? Da wir gerade von Tools sprechen, du hattest vorhin erzählt oder ich hatte
- vorhin erzählt, Entschuldigung, dass du Vorstandsmitglied der Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet bist und
- ihr da Vorreiter wart 1997 schon begonnen habt, das digitale ähm einzuführen. Das waren ja noch sehr
- frühe Zeiten des Internets. Inwiefern könnt ihr da äh Hinweise geben zu Tools, zu Möglichkeiten, wie man das Schreiben
- digital jetzt umsetzen kann? Die äh Zum war früher eine Plattform, wo man in erster Linie Materialien downloaden kann
- und mittlerweile hat sich das halt stark verändert zu einer Plattform, wo Lehrerkräfte auch aktiv mitarbeiten
- können, äh auch mit ihren Schülerinnen und Schülern ähm auf sicheren Plattformen im Netz arbeiten können. Die
- Angebote, die wir bei der ähm Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet haben, sind alle auf deutschen Servern
- abgespeichert. Alle Daten ähm sind eben in einem sicheren Umfeld nutzbar. Da in diesem Zusammenhang bieten wir auch
- verschiedene weitere Plattformen an. Z.B. ähm das Zumpet. Da hatten wir vorhin schon kurz beim kollaborativen
- Schreiben drüber gesprochen, ähm dass man eben in diesen Pads gemeinschaftlich Texte verfassen kann. Dann gibt es auch
- Wikis, die angeboten werden und auch zum Apps, wo interaktive Übungen für Schülerinnen und Schüler erstellt werden
- können. Okay, also auf jeden Fall ist wert, das mal auszuprobieren und sich da neugierig dem zu widmen.
- Ja, das auf jeden Fall. Jetzt höre ich aber schon Stimmen hier ähm eingefleischte Deutschlehrerinnen
- oder Deutschlehrer, die vielleicht sagen, ja, das ist ja alles schön und gut, aber es geht doch nichts über
- Papier und Stift. Was würdest du sagen, wären denn Kritikpunkte oder Herausforderungen, denen man sich
- stellen müsste beim digitalen Schreiben? Also vielleicht um vorher noch mal ganz kurz auf diese Diskussion analog versus
- digital einzugehen. Ich bin jetzt niemand der sagt, wir brauchen jetzt nur noch digitales Schreiben, vergesst
- Zettel und Stift ähm das ist ähm überhaupt nicht zielführen. Ich denke, es geht wirklich eher darum zu schauen,
- an welcher Stelle können die digitalen Medien und auch die digitalen Schreibtools dazu eingesetzt werden, den
- Schülerinnen und Schülern das Schreiben zu erleichtern und den Schreibprozess zu entlasten. Also, das ist, denke ich, der
- ganz große Punkt. Und wenn man genau an der Stelle ansetzt, dann sieht man ähm natürlich auch die Vorteile, die die
- digitalen Medien bieten. Wenn man jetzt mal an die Textüberarbeitung denkt, ähm Schülerinnen und Schüler klagen
- natürlich oft im analogen Rahmen, dass man sagt, oh je, jetzt muss ich das noch mal abschreiben. Habe ich aber keine
- Lust zu, das möchte ich nicht ähm noch mal machen, ist mir viel zu viel Aufwand. Und ähm im digitalen Raum kann
- man natürlich ganz einfach Verbesserungen vornehmen, ähm Korrekturen einfügen, ähm Textteile
- ergänzen, ohne dass man am Ende, sage ich mal, noch diesen Riesenaufwand hat, alles noch mal abzuschreiben. Das heißt,
- es spart auch Zeit und ähm entlastet, wie gesagt, auch da den Schreibprozess und ermöglicht das Überarbeiten auf eine
- ganz einfache Art und Weise. Und natürlich gehen damit auch Herausforderungen einher. Das heißt, das
- Schreiben muss man auch natürlich erstmal ähm beherrschen, ne? So wie man auch das Schreiben mit dem Stift erstmal
- erlernen muss, muss man auch das äh digitale Schreiben erstmal erlernen, den Umgang mit der Tastatur. Das ist
- natürlich eine eine, ich sag mal, Voraussetzung, die sich aber natürlich auch ähm durch das häufige Üben
- einstellt. Also je öfter ich Texte digital produzieren lasse, desto geübter werden die Schülerinnen und Schüler auch
- und desto schneller geht das dann auch ähm am Ende. Und ich kenne viele Lehrkräfte, die dann,
- sage ich mal so, Abschreibübungen machen, wo die Kinder vorher ein Text erst handschriftlich produzieren und den
- dann abschreiben müssen, weil sie eben denken, dadurch trainieren die jetzt das digitale Schreiben. Äh, das ist aber
- z.B. eine Sache, die ich überhaupt nicht zielführend finde, weil es einfach komplett ähm entgegen aller Potentiale
- des digitalen Schreibens geht, ne? erst den Text schön mit Stift produzieren und dann noch mal digital abschreiben. Da
- gibt es andere Möglichkeiten, die auch jetzt z.B. Spiel wie Tipptrainer, die ähm einfach das äh Tippen antrainieren
- können, ähm ohne dass man eben so eine Aufgabe dann bekommt. Also auf jeden Fall höre ich da
- Synergieeffekte raus, dass man die Dinge, die man analog machen ähm kann analog machen sollte, vielleicht eine
- grobe Struktur sich skizzieren oder sowas, um dann später den Text ähm reinzuschreiben. Ich mach's zumindestens
- auch so, wenn ich an meiner Doktorarbeit rumschreibe, dass ich ein Notizzettel und ein Notizbuch daneben habe und dann
- gleichzeitig aber auch alles digitale schreibe und nicht erst meine Arbeit analog komplett vorschreibe, um dann
- digital abzuschreiben. Vielleicht kann ich da direkt äh noch mal drauf eingehen. Es ist natürlich so,
- dass ähm analog und digital auch Hand in Hand gehen soll, ne? Also wie du jetzt gerade schon gesagt hast, dieses Notizen
- machen und dann den Text digital verfassen. Das ist natürlich was äh sehr gut möglich ist auch, dass man den
- digitalen Prozess durch Arbeitsblätter begleitet und mitstrukturiert. Ähm das ist, denke ich, was was ganz natürlich
- ist und was auch wichtig ist, dass das eingeübft wird, ne, dass man eben nicht alles unbedingt zwangsläufig digital
- machen muss. Natürlich kann man auch digital planen mit einer Mindmap und da gibt's auch wieder unendlich viele
- Tools, die das unterstützen, aber da denke ich kann auch jede Lehrkraft oder vielleicht auch ähm die Schülerinnen und
- Schüler individuell schauen, was eben zu ihrem ähm Schreiben passt und dann entsprechend das entweder analog oder
- digital umsetzen. Bevor ich dir jetzt gleich das Abschlusswort übergebe, Nadin, lass mich
- noch mal kurz zusammenfassen, was für mich aus diesem Gespräch hier vor allen Dingen hängen geblieben ist. Zum einen
- hatten wir ganz zu Anfang äh weil ich es auch selber nutze, nämlich Rechtschreib Hilfen oder Korrekturhilfen zu nutzen,
- um halt die Kenntnis in der Rechtschreibung zu verbessern mit dem kleinen äh Hinweis, dass man da dann
- natürlich kritisch reflektieren muss, was gibt einen dieses Programm da überhaupt aus, so dass man äh na ja, da
- nicht irgendwelchen MKs schreibt. Zweitens ist natürlich die Auswahl von solchen Tools, sei das
- Rechtsschreibkorrekturprogramme oder sei es kollaborative Schreibprogramme und so weiter und so
- weiter natürlich nur auf Grundlage der schulinternen Infrastruktur geschehen kann und vielleicht ist es
- offensichtlich, aber es ist natürlich wichtig, dass es auch Datenschutzconform ist und die Plattformen vielleicht auf
- deutschen Servern sind. Drittens, dass sie dann durch den Einsatz von solchen Tools das kooperative und kollaborative
- Schreiben kennenlernen können und auch üben können. Dabei noch die Unterscheidung zum Pier Feedback und zum
- gemeinsam reflektieren geben, wie es z.B. in Wikis möglich ist, dass das auch ein Aspekt ist, den Schülerinnen und
- Schüler ja kultivieren können. Und zu guter Letzt, dass durch den Einsatz von Online Schreibplattformen realitätsnah
- und motivierende Schreibanlässe geschaffen werden, in denen dann die Schülerinnen und Schüler interaktive
- Geschichten verfassen können beispielsweise. Wir sind nicht auf viele Tools im Detail
- eingegangen, ich hoffe aber, wir konnten so einen kleinen Impuls geben, sich diesem Thema zu widmen. Nadin, ich weiß,
- die Frage ist super knifflig und vielleicht auch ein bisschen gemein, aber was würdest du sagen, wenn es nur
- eine Sache gäbe, die die Hörer und Hörer hier aus dieser Folge mitnehmen sollten, könnten, dann Punkt Punkt Punkt.
- Ja, dann würde ich sagen, ähm, dass es ganz wichtig ist zu sehen, dass digitale Medien den Deutschunterricht nicht noch
- zusätzlich belasten sollen, sondern dass sie eben so eingesetzt werden, dass sie die Inhalte des Faches, die sowieso
- vermittelt und erarbeitet werden sollen, dann an gewissen Punkten einfach entlasten können und da auch
- unterstützend wirken können. Also, dass man auch die Kompetenzen verbinden kann, die man in einer digitalen Welt braucht
- und die man auch im Deutschunterricht braucht. Und ich denke, an dem Beispiel des Schreibens schön deutlich geworden,
- ähm gerade mit Blick auf den Schreibprozess, ne, wieder Entlastungen möglich werden und das finde ich ganz
- wichtig, dass man das eben verbindet und nicht noch zusätzlich als Belastung erkennt.
- Nadin, danke schön für deine Zeit und für deinen Input und ich hoffe sehr, dass der Hörer oder die Hörerin für sich
- Inspiration mitgenommen hat. Danke, dass du da warst. Ja, vielen Dank, dass ich da sein durfte und ich hoffe auch, dass
- die Hörerinnen und Hörer jetzt Lust haben, digitale Medien auch mal in ihrem Schreibunterricht einzusetzen.
- Das war einfach Unterrichten, der Podcast von Friedrich Plus aus dem Friedrich Verlag. Wir bringen
- innovativen Unterricht für Lehrkräfte auf den Punkt.