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Populismus - Rechtspopulismus
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 37 Zeilen
- Hallo, ich bin Liah, in diesem Video werde ich ein bisschen was über Populismus im Allgemeinen und über den Rechtspopulismus erzählen. Um den Populismus zu verstehen,
- ist es zuerst mal wichtig, den Pluralismus zu kennen. Diesen zeichnet aus, dass es viele unterschiedliche Meinungen gibt und geben darf. Alle dieser Meinungen,
- egal wie stark oder schwach, werden vertreten, gehört und berücksichtigt. So können dann auch politische und soziale Minderheiten geschützt werden. Eine Entscheidung entsteht dann durch
- einen Kompromiss und -natürlich- ist das nicht immer einfach sondern häufig sehr komplex. Der Populismus hingegen lehnt es ab, dass es viele verschiedene Meinungen gibt,
- sondern im hier gibt es nur deren Meinung, als der „einzig wahre Volkswille“. Das bedeutet, dass andere Meinungen eben einfach falsch sind und auch Minderheiten nicht geschützt werden.
- Ihre Begründung dafür sieht wie folgt aus: im Vordergrund gilt ja immer das Prinzip der Volkssouveränität, also, dass alle Macht vom Volk ausgeht. Bei uns, in einer repräsentativen
- Demokratie funktioniert das, in dem wir Abgeordnete wählen, die unsere Interessen vertreten und „in unserem Sinne“ handeln. Diese Abgeordneten sind eben die politische Elite und
- die restlichen Bürger*innen das Volk. Dass dann nicht alle Interessen der Bürger*innen immer zu 100% im Parlament berücksichtigt werden können ist etwas ganz Natürliches und liegt auch daran,
- dass man eben immer Kompromisse zwischen den Interessen finden muss. Der Populismus überspitzt diese Situation jedoch und sagt, die Elite, also „die da oben“ sich bewusst über die Interessen vom
- Volk hinwegsetzen und eben nur ihre eigenen Ziele umsetzen. Das Volk, also „wir da unten“ sehen sie in der Rolle des Opfers. Da die Abgeordneten ja scheinbar nur die eigenen Interessen verfolgen und
- nicht die der Bürger*innen, sagt der Populismus dass eben nur das Volk den „wahren Volkswillen kennt“ und sich, um diesen durchzusetzen, von der Abhängigkeit der Abgeordneten befreien muss.
- Mit diesen Ansichten erreicht der Populismus immer mehr Menschen. Das liegt vor allem daran, dass er ganz bestimmte rhetorische und sprachliche Mittel verwendet, um möglichst viele Menschen zu
- überzeugen. Deshalb hier ein paar Hinweise, worauf man da achten sollte: der Populismus schlägt oftmals sehr einfache Lösungen für komplexe Probleme vor. Dadurch werden eben
- wichtige Zusammenhänge und Perspektiven einfach weggelassen. Um die Realität so verkürzt darzustellen, hilft es ihnen ganz klar zu unterscheiden zwischen Gut und Böse. Ganz klar:
- die Guten, das sind „Wir“, also das Volk und die Bösen hingegen sind immer „die Anderen“. Meistens ist damit die politische Elite gemeint, es gibt aber auch noch andere gesellschaftliche Gruppen,
- die dafür infrage kommen. Dazu aber später nochmal ein bisschen mehr. Mit der Bezeichnung „wir“ oder „das Volk“ zeigen sie eben ganz klar, dass es sich hierbei eben um eine Gemeinschaft handelt,
- zu der sich viele zugehörig fühlen soll. Aber eben auch nicht alle, und von diesen möchte man sich eben bewusst abgrenzen, in dem auch immer wieder betont, dass es sich hierbei eben um die
- „Feinde“ handelt, die für alles verantwortlich gemacht werden, für alles, was grad so Blödes in der Welt passiert. Das funktioniert auch deshalb so gut, weil sie viele Stereotype und Vorurteile
- benutzen wie „ja die Politiker*innen sind halt alle korrupt“. Auch wenn die Populist*innen mit ihrem „das Volk“ das Gefühl vermitteln, dass alle Menschen, angesprochen und mitgenommen werden,
- so werden in ihrer politischen Arbeit die Interessen von zum Beispiel Alleinerziehende, Geringverdiener*innen oder Arbeitslose, beispieldiesen so gut wie gar nicht
- berücksichtigt. Man strebt hingegen eher eine Hierarchie an, also eine Rangordnung, mit oftmals starken Führungsfiguren. Also mit dem „wahren Volkswillen“, der auch die Interessen der
- „einfachen Leute“ vertritt, hat das wenig zu tun. Es ist jetzt so, dass der Inhalt des Populismus, so alleine nicht allzu viel Überzeugungskraft hat. Denn Kritik, dass das Parlament nicht
- alle Interessen ausreichend vertritt, haben sehr viele Menschen das darf man auf jeden Fall auch hinterfragen. Auch wenn der Populismus allein nicht so stark ist,
- so bietet er eben optimale Möglichkeiten, dass andere Ideologien daran andocken, die dann den Populismus noch weiter ausgestalten. Das können zum Beispiel linke oder liberale Forderungen sein.
- In den meisten Fällen handelt es sich dabei aber um rechte Ideologien also oftmals einen radikalen Nationalismus. Wenn dieser mit dem Populismus kombiniert wird, spricht man von Rechtspopulismus,
- der eben wesentlich stärker ist und mehr Einfluss hat als die beiden Teile allein. Auf den geh ich jetzt auch noch ein bisschen genauer ein. Zu den Merkmalen, die der Populismus
- als solcher schon aufweist, kann man beim Rechtspopulismus noch einige Details ergänzen. Rechtspopulist*innen grenzen sich nicht nur von der politischen Elite ab, sondern auch von
- gesellschaftlichen und sozialen Minderheiten wie Migrant*innen, Geflüchtete, Menschen der LGBTQ+ Community, Muslim*innen oder Jüd*innen. Das machen sie durch Vorurteile oder auch rassistische und
- menschenfeindliche Aussage. Aber sie reden auch nicht mehr nur von Volk, sondern von „Nation“ und grenzen eben dadurch alle aus, die in ihren Augen nicht „deutsch genug“ sind. Der Rechtspopulismus
- schafft es so, menschenfeindliche Ideologien in die Mitte der Gesellschaft zu rücken. Und das führt eben dazu, dass es bei uns und auch international immer mehr Populist*innen,
- populistische Politiker*innen und Parteien gibt, die durchaus auch entsprechend gewählt werden. Da es dazu ziemlich viel zu erzählen gibt, gebe ich dir einfach mal ein paar Empfehlungen,
- wo es sich lohnt vielleicht mal dazu zu lesen. Das ist zum Beispiel Marine le Pen, die rechtspopulistische UKIP- oder PiS-Partei und auch zu Trump als (jetzt bald nicht mehr)
- populistischer US-Präsident könnte man einiges erzählen. Solche rechtspopulistischen Parteien sind aber auch in der deutschen Politik zu finden. Seit 2017 ist auch die AFD mit 89 Abgeordneten im
- Bundestag vertreten. Ihre rechtspopulistischen, wenn nicht sogar rechtsextrem Ausrichtung und ihre verneinende Haltung zum Klimaschutz oder der Asylpolitik wird dir wahrscheinlich bekannt sein.
- Um damit abzuschließen, möchte ich nochmal kurz hinzufügen, dass es, weil es eben auch so aktuell ist, wichtig ist, bei solchen menschenfeindlichen
- Aussagen nicht einfach wegzusehen. Das braucht manchmal ein bisschen Mut, aber es eben wirklich wichtig, bei rassistischen, antisemitischen oder anderen menschenfeindlichen
- Parolen einfach zu zeigen, dass wir dafür in Deutschland keinen Platz haben.
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