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Wie Deutschland Ausgrenzung als Inklusion verkauft | ZDF Magazin Royale
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 262 Zeilen
- (Jan): Meine Damen und Herren und alle dazwischen und außerhalb, wir haben Ende des Jahres,
- das ist die letzte Ausgabe des "ZDF Magazin Royale" in diesem Jahr, 2024.
- Ey, war das nicht ein schönes Jahr? * Musik *
- (Jan): Wahnsinn, oder? War das nicht ein tolles Jahr? Wie die Zeit vergeht.
- Eigentlich wollten wir ja letzte Woche schon alles dicht machen, inklusive uns selber, aber dann ist uns aufgefallen:
- Fuck, wir haben ja was vergessen im "ZDF Magazin Royale". Ein super wichtiges Thema ist uns einfach durchgerutscht in diesem Jahr.
- Und auch in den elf Jahren vorher. Inklusion.
- Heute geht es im "ZDF Magazin Royale" um Inklusion, um die Situation von Menschen mit Behinderung in Deutschland.
- * Zitat * Logisch, jeder Mensch soll teilhaben können an allem.
- Das bedeutet Inklusion. Das müsste eigentlich sogar
- der hinterletzte Rostbratwurstzipfel verstanden haben. (Markus Söder): Für mich sind wir alle eins.
- Und für mich hat jeder die gleichen Chancen. Egal, mit welchem Handicap er startet
- oder vielleicht durch einen Unfall oder eine Krankheit bekommt. (Jan): Jeder hat die gleichen Chancen.
- Lieber christsozialer Markus, wirklich wahr? Stimmt es wirklich? Dann wollen wir doch mal schauen.
- Ganz Deutschland hat sich zur Inklusion verpflichtet. Hier, die UN- Behinderten-Rechtskonvention,
- die gilt seit 2009 in Deutschland. Menschen mit Behinderung dürfen nicht diskriminiert werden
- und sollen überall an allem gleichberechtigt teilnehmen können. Das sind keine Privilegien, das sind Menschenrechte.
- In den Bus einsteigen können, beim Fußball die gegnerische Mannschaft beleidigen,
- seinen Ehemann betrügen oder beim Klaasohm auf Borkum mitmachen. Auch Menschen mit Behinderung sollen ein Recht darauf haben,
- auf Borkum Frauen gegen ihren Willen mit Kuhhörnern zu verprügeln. Na klar, natürlich ganz normal.
- In Deutschland gibt es übrigens mehr Menschen mit Behinderung, als man so denkt.
- * Zitat * Ungefähr jede sechste Person.
- Jede sechste Person. Und die meisten kommen nicht mit einer Behinderung auf die Welt,
- sondern werden im Laufe ihres Lebens zu Menschen mit Behinderung. Durch Unfälle oder Erkrankungen
- wie Endometriose, Krebs, MECFS, Parkinson, Epilepsie, Migräne, Rheuma, Asthma, Depression und und und.
- (Person 1): Ich studiere in Düsseldorf und sitze im Rollstuhl. Und wenn ich mir dann in der Bibliothek
- selbstständig ein Buch aus dem Regal nehmen muss, dann geht das nicht. Ich muss ständig fremde Leute fragen,
- obwohl ich das gerne selbstständig machen würde. (Person 2): In einer Bäckerei, als ich Brot kaufen wollte,
- sagte die Verkäuferin zu mir: "Ja, Sie sind blind." Also wenn ich blind wäre, würde ich mir ja den Strick nehmen.
- (Person 3): Ich habe 'ne chronische Erkrankung und aufgrund dessen u.a.
- 'ne starke Sehbehinderung. Wenn z.B. Ampelsignale
- oder Töne es nicht tun und ich dann nicht
- die Ampel erkennen kann, kann es im schlimmsten Fall sein,
- dass ich über 'ne rote Ampel laufe oder stundenlang an der
- Ampel stehe und nicht weiß ob ich über Grün oder Rot gehen kann
- und eventuell angefahren werde. (Person 4): Ich wollte zum Friseur
- vor ein Paar Tagen und musste dann erst mal
- 20 bis 30 Minuten recherchieren, um herauszufinden,
- welcher Friseur barrierefrei ist. Und hatte nicht die Entscheidung, zu welchem Friseur
- möchte ich gerne gehen, sondern zu welchem Friseur
- kann ich gehen, weil er ebenerdig zugänglich ist.
- (Person 5): Ich bin im Prinzip seit meiner Geburt auf den Rollstuhl angewiesen
- und wenn ich mit einer Begleitperson unterwegs bin, merke ich, dass ich
- nicht so Ernst genommen werde. Man spricht automatisch
- mit der Person hinter mir, ob das jetzt an der Kasse ist oder auch beim Arzt.
- (Jan): Ja, Menschen mit Behinderungen werden behindert in Deutschland,
- von unzähligen Barrieren, die Menschen ohne Behinderung
- gar nicht bemerken. Sie werden behindert von ihrer Umwelt.
- Bei Inklusion geht es darum, dass das nicht länger passiert. Aber jetzt kommt das Wort,
- das in jedem Satz, der zu schön ist, um Deutsch zu sein,
- immer kommt: Aber! Aber: Inklusion
- gibt es nicht in Deutschland. Das Wort sagen immer
- nur alle - "Inklusion". Aber was Deutschland für Inklusion hält,
- ist nichts anderes als Exklusion. Die Ausgrenzung und Behinderung
- von Menschen. Deutschland ist ein exklusives Land.
- * Zitate * Allgemeine Menschenrechte und UN-Behinderten-Rechtskonventionen,
- mein Arsch! Inklusion ...
- (Stimme aus dem Off): Exklusion ... ... geht schon ganz früh los
- in Deutschland, bei Kindern, z.B. in der Schule.
- Wir haben in Deutschland extra eigene Schulen für Menschen,
- die behindert werden. Und die machen das exakte Gegenteil von Inklusion.
- * Zitat * So denkt z.B. Sachsen-Anhalt:
- Sonderschulen, die inzwischen übrigens meistens "Förderschulen" heißen.
- Klingt ja auch viel schöner, nicht so nach Absondern oder
- Aussondern, sondern nach Fördern. Aber, das ist natürlich Quatsch.
- Förderschulen fördern v.a. eines. Die staatlich organisierte Ausgrenzung von Menschen,
- die es seit 2009 eigentlich in Deutschland nicht mehr geben dürfte.
- Aber: ... * Zitat *
- Deutschland macht einfach sein eigenes Ding. Wir halten uns nicht
- an Konventionen oder Versprechen. Deutschland hat einfach das Robert-Geiss-Mindset.
- (Carmen Geiss): Du bist der Mann, du musst, du hast, als du mich geheiratet hast, gesagt, du wirst immer für mich da sein.
- (Robert Geiss): War gelogen. (Jan): Ja, war gelogen.
- Haha, was willst du machen? Dabei gibt es bereits
- eine Lösung für echte Inklusion. Nämlich Schulen, in denen alle Kinder
- gemeinsam unterrichtet werden. Aber Bildung ist in Deutschland
- leider Ländersache. In Bremen klappt es schon ganz gut,
- da sind fast alle Schulen wirklich inklusiv. Aber in Baden-Württemberg
- gehen sogar im Verhältnis mehr Kinder auf Förderschulen
- als noch 2009. Es wird nicht besser, sondern
- schlechter in Baden-Württemberg. Aber ob Kinder in eine Förderschule
- gehen oder in eine inklusive Schule, das macht einen riesengroßen Unterschied.
- Und zwar für den Rest ihres Lebens. * Zitat *
- Ja, Förderschulen fördern v.a. Ausgrenzung. Die meisten Schüler*innen
- haben nach der Förderschule nicht mal einen Hauptschulabschluss.
- Aber Menschen, die behindert werden, die brauchen eh
- keinen Schulabschluss, oder? Die können nach der Förderschule in der Werkstatt arbeiten, na und?
- * Zitat * (Jan): Ja genau, Werkstätten.
- Da denkt man doch direkt an selbstgebastelte Karten,
- an Honigkerzen, an wunderschöne Echtholz-Butt-Plugs,
- die man auf dem Weihnachtsmarkt kaufen kann. Aber
- viele Werkstätten sind keine muckeligen Bastelstuben, sondern billige
- Produktionsstätten, die Millionen Euros umsetzen und für fette Konzerne
- Aufträge erfüllen. (Ausschnitt SWR): Und hier werden die Bordwerkzeuge
- für den Porsche Macan zusammengestellt.
- Monatslohn im Schnitt: rund 220 Euro. (Jan): What?
- Rund 220 Euro im Monat? Ja klar, natürlich.
- 220 Euro im Monat - rund. Porsches müssen ja günstig sein.
- Damit man sich den auch schon als junger High-Performer leisten kann,
- wenn man noch ganz oben in der Pyramide steht.
- (Christian Lindner): Bitte nicht weitersagen. Mit 19 habe ich
- meinen ersten Porsche gekauft. (Jan): Nee, keine Sorge,
- sagen wir niemandem weiter. Das wird niemand
- irgendwie jemals erfahren. Klar, der Mindestlohn in Deutschland
- liegt aktuell übrigens bei 2054 Euro im Monat.
- Aber der Mindestlohn gilt nicht in Werkstätten,
- also zumindest nicht für Menschen, die behindert werden.
- 220 Euro im Monat. 220 Euro.
- Da kommen zwar noch staatliche Zuschüsse drauf, aber ...
- Überraschung! Menschen, die behindert werden,
- sind in Deutschland besonders von Armut bedroht.
- * Er atmet tief ein. * Riechen Sie das auch? Dieser Duft? Was ist das?
- Das sind aber nicht irgendwie Zimt, Weihrauch und Myrrhe, oder?
- Was ist das? (Knossi): Riecht komisch.
- * Würgegeräusch * Du Drecksau! Mir hat wirklich
- einer Scheiße geschickt! * Würgegeräusch * Ja, Deutschland stinkt!
- 220 Euro im Monat. Ey Deutschland, du Drecksau!
- Werkstätten unterstützen nicht Menschen, die behindert werden,
- sondern Konzerne, die Billigstarbeitskräfte brauchen,
- um noch mehr Gewinn zu machen. * Zitat *
- Michael Wendler hatte Recht, all die Jahre!
- Und wir haben nicht auf ihn gehört. (Michael Wendler): Ich werfe der Bundesregierung bezüglich der ...
- (Jan): ... Umsetzung der Behindertenrechtskonvention
- der Vereinten Nationen ... (Michael Wendler): grobe und schwere Verstöße gegen die
- Verfassung und des Grundgesetzes vor (Jan): Ja, vollkommen richtig, Micha.
- Besser hätte ich es selber nicht sagen können.
- Deutschland verstößt gegen das Grundgesetz.
- Aber das interessiert keinen, niemanden.
- Weil es nur um Menschen geht, die behindert werden.
- Und die sieht oft sowieso keiner. Werden morgens im Dunkeln
- vom Fahrdienst im Wohnheim abgeholt, zur Werkstatt gebracht und abends
- im Dunkeln nach getaner Arbeit wieder zurück ins Wohnheim gefahren.
- Abseits der Gesellschaft, ohne gleichberechtigte Möglichkeiten,
- am Leben teilzunehmen. Aus dem Auge, aus dem Sinn.
- Offiziell sollen Werkstätten Menschen, die behindert werden, auf den Arbeitsmarkt vorbereiten.
- Aber von der Werkstatt in den allgemeinen Arbeitsmarkt wechseln,
- das klappt nur bei 0,35 % aller Beschäftigten.
- Eine von 300. Einmal Werkstatt, immer Werkstatt.
- Wer will, der soll natürlich in Werkstätten arbeiten können.
- Aber es geht eben ums Wollen. (Lulzim Lushtaku): Menschen, die in einer Werkstatt
- beschäftigt sind, müssen fair bezahlt werden.
- Darum muss sich die nächste Bundesregierung sich kümmern.
- Wichtig ist auch, Menschen, die auf den allgemeinen Arbeitsmarkt
- wechseln, sollen die passende, richtige Unterstützung bekommen.
- Es gibt aber auch viele Menschen, die kommen gerne zur Werkstatt.
- Für diese Menschen ist es wichtig, dass die Werkstatt weiterhin
- ein guter Arbeitsort bleibt. (Jan): Viele Menschen wollen gerne
- in einer Werkstatt arbeiten. Aber vielleicht liegt das auch daran,
- weil der Deutsche Arbeitsmarkt nicht gemacht ist für Menschen,
- die behindert werden. Dabei gibt es sogar
- eine gesetzliche Quote. Arbeitgeber*innen mit mindestens 20
- Arbeitsplätzen müssten in Deutschland eigentlich fünf Prozent ihrer Stellen
- besetzen mit Menschen, die offiziell
- als schwerbehindert gelten. Aber das klappt nicht.
- * Zitat * 61 % tun es also nicht.
- Fast zwei Drittel der deutschen Unternehmen
- halten sich nicht ans Gesetz. Wir auch nicht.
- Auch wir, das "ZDF Magazin Royale", gehören zu den 61 %
- der deutschen Unternehmen, die die gesetzliche
- Beschäftigungspflicht nicht erfüllen. Aber gute Nachrichten für alle
- Gesetzesbrecher*innen da draußen: Im Gesetz ist der Gesetzesbruch direkt mit einkalkuliert.
- * Zitat * Ja, wer sich nicht an die gesetzliche Quote hält,
- der kann sich einfach freikaufen. Wie aus dem Gefängnis bei "Monopoly".
- Oder wie Prominente mit schmutzigen Geheimnissen
- mit der "Ein Herz für Kinder"-Gala von Bild und ZDF einmal im Jahr.
- Auch wir haben letztes Jahr die Beschäftigungsquote nicht erfüllt.
- Und auch wir haben uns freigekauft. Bei uns, beim "ZDF Magazin Royale",
- arbeitet keine Person mit bekannter Schwerbehinderung.
- Deshalb mussten wir letztes Jahr 13.680 Euro Strafe zahlen.
- Aber macht nix, weil ... * Zitat *
- Wer das Gesetz bricht, muss zwar zahlen, aber darf dann die Strafe
- von der Steuer absetzen. Vielen Dank, Deutschland.
- Inklusion. (Stimme aus dem Off): Exklusion.
- Und auch wir haben das gemacht. Die ganze Strafe, 13.680 Euro,
- einfach von der Steuer abgesetzt. * Würgegeräusch *
- Ja, stinkt. Ich will aber nicht die ganze Zeit
- mit dem Finger auf mich zeigen, sondern auch mal auf andere schauen.
- Wie machen das andere, größere, bei Politikern noch
- beliebtere Unternehmen als unseres mit der gesetzlichen
- Beschäftigungs-Pflicht für schwerbehinderte Menschen?
- Z.B. Porsche, wie sieht's aus bei Porsche?
- Haben die sich 2023 an die gesetzliche Beschäftigungs-Pflicht gehalten?
- * Zitat * Genau.
- Warum sollte Porsche auch Menschen, die behindert werden,
- bei vollem Lohn anstellen? Schließlich gibt's ja
- das deutsche Werkstätten-System. Und das ist doch viel billiger.
- * Zitat * Porsche stellt nicht genug Menschen an, die behindert werden,
- sondern lässt lieber Menschen, die behindert werden,
- in Werkstätten für sich arbeiten. Für z.B. 220 Euro im Monat - mega!
- Porsche nennt das "finanzielle Unterstützung von Einrichtungen"
- und spendet natürlich auch gerne mal was.
- Aber das ist trotzdem nichts anderes als good old Ausbeutung.
- Porsche hält sich nicht an die Beschäftigungspflicht
- und ist damit nicht alleine. Mindestens 16 der im DAX notierten
- fettesten deutschen Konzerne erfüllen nicht die
- gesetzliche Beschäftigungspflicht. Fröhliche Weihnachten - hahaha.
- 00:21:35:17 00:21:37:12 01:20 (Jan): Inklusion. (Stimme aus dem Off): Exklusion.
- (Jan): Aber es gibt ja zum Glück nicht nur ...
- * himmlische Musik * ... denen natürlich Menschen egal
- sind, solange der DAX Rekorde bricht. Es gibt ja auch noch
- den öffentlichen Sektor, den Staat, der immer wieder
- mit gutem Beispiel vorangeht. Ey Staat, sag doch mal hallo, komm!
- * schwungvolle Popmusik * * Musik läuft aus Lautsprecher weiter. *
- Skibidi! Zusammen mit unseren Kolleg*innen
- vom inklusiven Magazin "andererseits" haben wir in den
- Bundesländern nachgefragt: Wie steht der Staat als Arbeitgeber
- zu Menschen, die behindert werden? Wie sieht es da aus
- mit 'ner Anstellung? Und naja, auch mehrere
- deutsche Bundesländer erfüllen die gesetzliche Beschäftigungspflicht nicht.
- Rheinland-Pfalz z.B. hätte im letzten Jahr deshalb
- um ein Haar rund 288.000 Euro Strafe bezahlen müssen.
- Aber * Zitat *
- Weil * Zitat *
- Rheinland -Pfalz, der Porsche Macan unter den deutschen Bundesländern.
- Statt ausreichend Menschen, die behindert werden, anzustellen,
- hat Rheinland-Pfalz einfach ganz viele Aufträge an Werkstätten erteilt
- und musste darum keine Strafe zahlen. Der Staat, der selbst
- die UN-Behindertenrechts-Konvention unterschrieben hat,
- dribbelt sein eigenes System aus. (Detlef Steves): Hör mal, jetzt mal ganz ehrlich.
- Habt ihr an 'nem Reifen geleckt, der 200 km gebrannt hat?
- (Jan): Nein, das ist ... Das ist einfach
- (Jan): Inklusion ... (Stimme aus dem Off): Exklusion ... in Deutschland. Dank 'nem netten Trick
- 0 Euro abdrücken, statt 288.000 Euro Strafe zahlen.
- ähnlich geile Deals hat Rheinland-Pfalz
- auch schon 2021, 2019, 2016 und 2015 abgezogen. (Jan): Inklusion. (Stimme aus dem Off): Exklusion.
- Der Staat interessiert sich einfach nicht besonders dafür.
- übrigens, schönes, aktuelles, sehr pikantes Beispiel: Wahllokale.
- * Zitat * 71 % der deutschen Wahllokale waren 2017 barrierefrei,
- sagt die Bundeswahlleiterin. (Olaf Scholz): Wir leben in einem tollen Land.
- Auf jeden Fall. Aber, als wir nachgefragt haben,
- "Frau Bundeswahlleiterin, was genau meinen Sie
- eigentlich mit barrierefrei?" "Keine Barrieren für niemanden?"
- * Zitat * Nicht 71 % aller Wahllokale
- sind barrierefrei, sondern 71 % aller Wahllokale behaupten, sie seien barrierefrei.
- Ich habe verstanden, so wie die SPD behauptet, sie mache sozialdemokratische Politik.
- Aha, im Konjunktiv. Wenn Wahllokale wirklich barrierefrei wären,
- dann hätten sie barrierefreie Parkplätze, damit Menschen, die einen Rollstuhl benutzen,
- zum Wahllokal kommen. Ein taktiles Leitsystem,
- damit sich Menschen mit 'ner Sehbehinderung zurechtfinden. Breite Flure, auf denen zwei Rollstuhlfahrer:innen
- aneinander vorbeifahren könnten. Eine rollstuhlgerechte Toilette,
- am besten mit Personenlift, der wird sehr oft vergessen. Ein Warnsystem, das auch blinkt, damit gehörlose Menschen mitbekommen,
- dass ihr Leben in Gefahr ist. Es gäbe Gebärdensprachen-Dolmetscher*innen,
- die gehörlosen Personen sagen könnten, wie die Wahl abläuft und in welche Kabine sie müssen.
- Das und noch vieles, vieles, vieles mehr bräuchte es, um wirklich barrierefreie Wahllokale zu haben.
- Aber, ey, ich meine Wahllokale, die sind in Deutschland ja total oft in Schulen untergebracht.
- Wie sollen die denn barrierefrei sein? Und genau das ist das Problem, genau das ist das Problem!
- Wahl ist nur alle vier Jahre, beziehungsweise wenn die FDP es will, aber Schule ist jeden Tag!
- Wenn wir barrierefreie Schulen hätten, dann hätten wir auch barriere- freie Wahllokale in Deutschland.
- (Olaf Scholz): * Niesen * Tschuldigung. Nicht angenommen, nicht angenommen.
- Im Wahllokal seine Stimme abgeben zu können, ist kein Privileg. Wählen ist das Mindeste, um an der Gesellschaft teilnehmen zu können.
- Demokratische Mitbestimmung: Jeder Mensch hat das Recht, an der Wahl teilzunehmen.
- Und damit einen Anspruch auf ein barrierefreies Wahllokal, oder? * Zitat *
- Alright, Hashtag der Woche: Das Motto gilt übrigens auch für Briefwahl-Unterlagen,
- die sind auch nicht barrierefrei, weil sie oft nicht in leichter und verständlicher Sprache verfasst sind.
- Darauf wären aber nach Schätzungen rund zehn Millionen Menschen in Deutschland angewiesen.
- Naja, naja, Inklusion ... (Stimme aus dem Off): Exklusion ... eben, (Jan): Hashtag "so gut es geht jedenfalls".
- Das muss reichen für Deutschland im Jahr 2024, 2025. Das ist unser deutscher Anspruch: So gut es geht jedenfalls.
- Wie schlecht es um Inklusion in Deutschland steht, haben wir mit unseren Kolleg*innen von "andererseits"
- für Sie zusammengestellt. Auf einer fantastischen Website:
- Die Seite ist, anders als deutsche Briefwahl-Unterlagen, in Leichter und Einfacher Sprache.
- Da können Sie unsere ganze Recherche, noch viel mehr, als wir hier in die Sendung gepackt bekommen haben,
- über die Feiertage schön reinschmökern. Auch viele neue Erkenntnisse, die auch nicht in der Show waren.
- Alles auf der Website, andererseits.org/inklusion. * Jubel und Applaus *