Zum Inhalt springen
L

Das Video kommt von YouTube: erst beim Abspielen verbindet sich die Seite mit YouTube (Google).

Klima und Vegetation in Europa - Erklärung und Beispiele

Paul R. Heil-Film14:17 8.114 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 76 Zeilen
Herunterladen
  1. Klima und Vegetation in Europa. Ob Sonnenschein oder Regen, unser Wetter kann sich von Tag zu Tag ändern. Es kann auch am gleichen Tag von Ort zu
  2. Ort ganz unterschiedlich sein. Ob nun im kommenden Jahr der Badeurlaub wieder ins Wasser fällt oder ob Weihnachten auch im Flachland genügend
  3. Schnee für eine Schneeballschlacht liegt, das können Meteorologen im Oktober noch nicht vorhersagen.
  4. Auch mit der modernsten Technologie sind langfristige Voraussagen immer noch schwierig, da sich das Wetter jeden Tag ändern kann.
  5. Wetter ist allerdings nicht gleich Klima. Die Erde teilt sich in verschiedene Klimazonen.
  6. Europa reicht über drei Klimazonen. Von der kalten subpolaren Zone im Norden über den breiten Gürtel der gemäßigten
  7. Breiten in Mitteleuropa bis hin zu den Subtropen im Süden. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Klimazonen sind erheblich.
  8. Während der äußerste Nordeneuropas im Januar Februar unter einer Decke aus Schnee und Eis liegt, blühen am Mittelmeer bereits die Mandelbäume und
  9. Blumen strecken sich den wärmenden Sonnenstrahlen entgegen. Winter bedeutet also nicht überall in Europa automatisch Schneefall und
  10. Eiseskälte. Das Klima in Europa wird von der zunehmenden Erwärmung der Erdoberfläche
  11. von Nord nach Süd bestimmt. Vergleicht man die Tagestemperaturen von verschiedenen Orten an einem beliebigen Tag, zeigen sich die Unterschiede
  12. zwischen dem Norden und dem Süden ganz deutlich. Nehmen wir als Beispiel die Temperaturen in Stockholm, Frankfurt, London und Rom.
  13. Am. Dezember, da beginnt der meteorologische Winter. In Stockholm -1° am Tag und 4° unter 0 nachts. In Frankfurt hatte es am Tag 4°. Nachts
  14. sank die Temperatur auf -1. In London hatte es 8° am Tag. Nachts blieb die Temperatur über dem Gefrierpunkt bei 1° plus.
  15. In Rom war es bei 17° am Tag und nachts angenehm mild. Der Süden Europas liegt in den Subtropen. Im Norden der Subtropen am
  16. Übergang zu den gemäßigten Breiten liegt das Mittelmeer. Rund um das Mittelmeer herrscht das sogenannte Mediterrane, das
  17. Mittelmeerklima. Im Sommer ist es hier über lange Zeit sehr heiß und trocken.
  18. Tage und Wochen fast wolkenlos blauer Himmel. Weit und breit keine Regenwolke in Sicht. Tagestemperatur fast immer über 30° und das Meerwasser lockt mit
  19. über 25°. Da gibt es nur eins. Ab ins Wasser. In den Monaten Juni, Juli und August
  20. bietet das mediterrane Klima fast eine Sonnenscheingarantie, die Millionen Ferienäste jeden Sommer ans Mittelmeer lockt, um hier ihren
  21. Urlaub zu verbringen. Im Herbst fallen auch am Mittelme die Temperaturen,
  22. doch es bleibt den Winter übermilt bei durchschnittlich 10 bis 15°. Es gibt in den Subtropen nicht vier gleich lange Jahreszeiten.
  23. Frühling und Herbst sind nur kurz gegenüber der langen Trockenzeit im Sommer und einer Periode mit hohen manchmal sehr heftigen Niederschlägen im
  24. Winter. Auch wenn es den Winter über öfters regnet, bleibt es doch meist frostfrei.
  25. So wachsen frostempfindliche Pflanzen auch noch im Norden des Mittelmeerraums. Doch es sind nicht die Orangen und Zitronenbäume,
  26. auch nicht die Kakteen oder gar die Palmen, die typisch sind für das mediterrane Klima. Es ist der Olivenbaum mit seinen kleinen
  27. ledrigen Blättern und unscheinbaren Früchten, der hier heimisch ist. Der Olivenbaum gehört zu den immer grünen Hartlaubgewächsen,
  28. die ihre Blätter das ganze Jahr über behalten. Die Oliven sind den ganzen Sommer übergereift und werden nun zum
  29. Jahresende geerntet und zu Öl gepresst. Das Olivenöl ist das flüssige Gold des Mittelmeerklimas.
  30. Die Mitte Europas besteht aus einem Dreiklang von Landschaften, aus weiten Ebenen, bewaldeten Mittelgebirgen
  31. und schroffen Hochgebirgen. Das Klima ist gemäßigt, das heißt, extreme Temperaturen und Niederschläge sind die Ausnahme.
  32. Es sind die vier gleich langen Jahreszeiten, die charakteristisch sind für das Klima. in den Mittelbreiten. Der Temperaturunterschied zwischen
  33. heißen Sommern und kalten Wintern ist relativ groß. Viele der heimischen Pflanzen brauchen den Kältereiz der kalten Jahreszeit für
  34. ihre Entwicklung. Sie brauchen die Ruheperiode im Winter zur Bildung neuer Früchte. Im Frühling reifen dann Erdbeeren,
  35. Kirschen locken im Sommer. Und Äpfel können im Spätsommer und Herbst geerntet werden. Auf riesigen Flächen werden europaweit
  36. Weizen und anderes Getreide angebaut. Es ist diese intensive Bodennutzung, die typisch ist für die mittleren Breiten, dem Land um den 50. Breitengrad.
  37. Über das Jahr gerechnet liegt die Durchschnittstemperatur bei 20°. Zusammen mit ausreichend Regen sind das ideale Bedingungen für eine ertragreiche
  38. Landwirtschaft. Im breiten Gürtel der gemäßigten Klimazone gibt es große Unterschiede
  39. zwischen dem Süden und dem Norden, zwischen warm gemäßigten und kaltgemäßigten Regionen. In der gesamten gemäßigten Klimazone
  40. wachsen große Wälder mit Laub und Nadelbäumen. Die sommergrünen Laubbäume wie Eichen und Buchen, die im Winter ihre Blätter
  41. abwerfen, findet man vorwiegend in den warmgemäßigten Regionen. Im Norden Europas in Skandinavien, dort wo kein Feldbau mehr möglich ist,
  42. erstrecken sich große, fast menschenle Nadelwälder. sind die immergrünen Fichten, Tannen und Kiefern, die sich in der kaltgemäßigten
  43. Zone kerzengerade zum Licht strecken. Nur sehr wenige Menschen leben so hoch im Norden. So ist die Chance, einem Elch
  44. in diesen einsamen Wäldern zu begegnen, um einiges größer als einem anderen Wanderer über den Weg zu laufen.
  45. Nicht nur von Nord nach Süd ändert sich das gemäßigte Klima. Auch von Westen nach Osten gibt es Unterschiede. Je näher ein Land am Atlantik, also im
  46. Westen Europas liegt, umso stärker ist der Einfluss des Meeres. So entsteht das maritime Klima, das man auch als Seeklima bezeichnet.
  47. Im Winter, wenn die Temperaturen im Inneren des Kontinents bis unter den Gefrierpunkt fallen, bleibt es entlang der Küsten relativ mild.
  48. Das Meer wirkt wie ein Wärmespeicher, der sich im Sommer erwärmt und im Winter dann langsam wieder abkühlt. So wirken große Wasserflächen
  49. ausgleichend auf das Klima an den Küsten. Auch wenn es sonnige warme Tage gibt, so sind die Sommer an der Atlantikküste oft
  50. relativ kühl und regenreich. Es sind westliche Winde, die dunkle Regenwolken vom Meer an die Küste bringen.
  51. Die maritimen Einflüsse nehmen von Westen nach Osten hin deutlich ab. Im Osten Europas herrscht das Kontinentale, das Landklima.
  52. Sehr kalte Winter und heiße trockene Sommer sind die Regeln. Regentage sind im Inneren des Kontinents messbar geringer als im Westen.
  53. Das zeigt ein Vergleich der Städte Brest an der Atlantikküste in Frankreich und Kiev in der Ukraine. In Brest ist der durchschnittliche jährliche Niederschlag
  54. mehr als 1 l pro Quadratmeter. In Kiev ist es jährlich nur etwas mehr als ein halber Liter, also deutlich weniger als den Brest.
  55. In der Mitte Europas vermischen sich Maritime mit kontinentalen Wetterlagen. Es entsteht dabei ein Übergangsklima, in dem weder das Seeklima noch das
  56. Landklima vorherrscht. Das Wetter ist, so kann man sagen, wechselhaft. Warme, kalte, feuchte und trockene
  57. Strömungen. Im Übergangsklima ist der Wechsel das normale. Wenn im Sommer starke Westwinde, feuchte Luftmassen vom Atlantik bringen,
  58. herrschen maritime Einflüsse vor. Wenn diese lange anhalten, bringen sie uns eine Reihe von kühlen, regenreichen Tagen.
  59. Anhaltende östliche Strömungen verheißen trockene Sommer mit wenig Regen und vielen heißen Tagen. Schnee gehört in der gemäßigten
  60. Klimazone zum Winter, doch nicht überall bleibt er auch liegen. Eine geschlossene Schneedecke findet man oft nur noch in den Mittelgebirgen und
  61. in den Alpen. Kontinentale Einflüsse aus Sibirien bringen trockene Kälte. Das kann Schneefall bedeuten. Mit
  62. Tiefstemperaturen kann man dann durchaus rechnen. Die bringen frostige Tage mit Schnee auch in den Niederungen.
  63. Wechselt dann die Wetterlage, bringen uns Strömungen aus dem Westen, Tauwetter. Da ist Wintersport nur noch in den
  64. Höhenlagen möglich. Im Norden Europas herrscht ein kaltes subpolares und polares Klima.
  65. Die subpolare Zone liegt im Bereich des nördlichen Polarkreises und reicht bis zur nördlichen Baumgrenze.
  66. Die Sommer sind kurz, kühl und feucht. Sogar in den wärmsten Monaten bleibt die Temperatur durchschnittlich nur zwischen 0 und 10° CSUS.
  67. In den höheren Regionen bleibt der Schnee auch die Sommermonate überliegen. Die Winter am Polarkreis sind lang, eiskalt und dunkel. Die Sonne kommt
  68. tagelang kaum über den Horizont. Um die Wintersonnenwände ist die Sonne jenseits des Polarkreises, je weiter man nach Norden kommt, mehrere Tage bis
  69. Monate nicht direkt zu sehen. Im Sommer dagegen verschwindet die Sonne zur Zeit der Sommersonnenwende nicht
  70. mehr hinter dem Horizont. Es bleibt einige Tage lang nördlich des Polarkreises, 24 Stunden lang hell.
  71. Trotz der hellen Sommernächte wachsen in der Tundra, dem Land jenseits der Baumgrenze, nur noch Flechten, Mose, Gräser und kleine Sträuche.
  72. Die polare Zone ist eine lebensfeindliche Region. Selbst die Rhentiere verbringen nur den Sommer hier.
  73. Im Winter ziehen sie mit ihren Besitzern, den Samen nach Süden in die Wälder, die ihnen während der langen Wintermonate Schutz und Nahrung bieten.
  74. Wie wir leben, richtet sich nach dem Klima, in dem wir leben. Die Klimaforschung stützt sich heute auf ein weltumspannendes Netz von
  75. Wetterdaten. Der Durchschnitt dieser Wetterdaten gemessen und gesammelt über einen sehr
  76. langen Zeitraum, ergibt unser Wissen über das Klima.