Klima und Vegetation in Europa - Erklärung und Beispiele Paul R. Heil-Film https://www.youtube.com/watch?v=gRVBV3YgUaY Transkript (automatisch erstellt) 0:01 Klima und Vegetation in Europa. Ob Sonnenschein oder Regen, unser Wetter kann sich von Tag zu Tag ändern. Es kann auch am gleichen Tag von Ort zu 0:15 Ort ganz unterschiedlich sein. Ob nun im kommenden Jahr der Badeurlaub wieder ins Wasser fällt oder ob Weihnachten auch im Flachland genügend 0:25 Schnee für eine Schneeballschlacht liegt, das können Meteorologen im Oktober noch nicht vorhersagen. 0:33 Auch mit der modernsten Technologie sind langfristige Voraussagen immer noch schwierig, da sich das Wetter jeden Tag ändern kann. 0:44 Wetter ist allerdings nicht gleich Klima. Die Erde teilt sich in verschiedene Klimazonen. 0:53 Europa reicht über drei Klimazonen. Von der kalten subpolaren Zone im Norden über den breiten Gürtel der gemäßigten 1:06 Breiten in Mitteleuropa bis hin zu den Subtropen im Süden. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Klimazonen sind erheblich. 1:19 Während der äußerste Nordeneuropas im Januar Februar unter einer Decke aus Schnee und Eis liegt, blühen am Mittelmeer bereits die Mandelbäume und 1:31 Blumen strecken sich den wärmenden Sonnenstrahlen entgegen. Winter bedeutet also nicht überall in Europa automatisch Schneefall und 1:40 Eiseskälte. Das Klima in Europa wird von der zunehmenden Erwärmung der Erdoberfläche 1:49 von Nord nach Süd bestimmt. Vergleicht man die Tagestemperaturen von verschiedenen Orten an einem beliebigen Tag, zeigen sich die Unterschiede 1:59 zwischen dem Norden und dem Süden ganz deutlich. Nehmen wir als Beispiel die Temperaturen in Stockholm, Frankfurt, London und Rom. 2:08 Am. Dezember, da beginnt der meteorologische Winter. In Stockholm -1° am Tag und 4° unter 0 nachts. In Frankfurt hatte es am Tag 4°. Nachts 2:22 sank die Temperatur auf -1. In London hatte es 8° am Tag. Nachts blieb die Temperatur über dem Gefrierpunkt bei 1° plus. 2:33 In Rom war es bei 17° am Tag und nachts angenehm mild. Der Süden Europas liegt in den Subtropen. Im Norden der Subtropen am 2:50 Übergang zu den gemäßigten Breiten liegt das Mittelmeer. Rund um das Mittelmeer herrscht das sogenannte Mediterrane, das 2:58 Mittelmeerklima. Im Sommer ist es hier über lange Zeit sehr heiß und trocken. 3:08 Tage und Wochen fast wolkenlos blauer Himmel. Weit und breit keine Regenwolke in Sicht. Tagestemperatur fast immer über 30° und das Meerwasser lockt mit 3:20 über 25°. Da gibt es nur eins. Ab ins Wasser. In den Monaten Juni, Juli und August 3:31 bietet das mediterrane Klima fast eine Sonnenscheingarantie, die Millionen Ferienäste jeden Sommer ans Mittelmeer lockt, um hier ihren 3:40 Urlaub zu verbringen. Im Herbst fallen auch am Mittelme die Temperaturen, 3:51 doch es bleibt den Winter übermilt bei durchschnittlich 10 bis 15°. Es gibt in den Subtropen nicht vier gleich lange Jahreszeiten. 4:03 Frühling und Herbst sind nur kurz gegenüber der langen Trockenzeit im Sommer und einer Periode mit hohen manchmal sehr heftigen Niederschlägen im 4:13 Winter. Auch wenn es den Winter über öfters regnet, bleibt es doch meist frostfrei. 4:23 So wachsen frostempfindliche Pflanzen auch noch im Norden des Mittelmeerraums. Doch es sind nicht die Orangen und Zitronenbäume, 4:34 auch nicht die Kakteen oder gar die Palmen, die typisch sind für das mediterrane Klima. Es ist der Olivenbaum mit seinen kleinen 4:45 ledrigen Blättern und unscheinbaren Früchten, der hier heimisch ist. Der Olivenbaum gehört zu den immer grünen Hartlaubgewächsen, 4:56 die ihre Blätter das ganze Jahr über behalten. Die Oliven sind den ganzen Sommer übergereift und werden nun zum 5:04 Jahresende geerntet und zu Öl gepresst. Das Olivenöl ist das flüssige Gold des Mittelmeerklimas. 5:18 Die Mitte Europas besteht aus einem Dreiklang von Landschaften, aus weiten Ebenen, bewaldeten Mittelgebirgen 5:29 und schroffen Hochgebirgen. Das Klima ist gemäßigt, das heißt, extreme Temperaturen und Niederschläge sind die Ausnahme. 5:41 Es sind die vier gleich langen Jahreszeiten, die charakteristisch sind für das Klima. in den Mittelbreiten. Der Temperaturunterschied zwischen 5:49 heißen Sommern und kalten Wintern ist relativ groß. Viele der heimischen Pflanzen brauchen den Kältereiz der kalten Jahreszeit für 6:01 ihre Entwicklung. Sie brauchen die Ruheperiode im Winter zur Bildung neuer Früchte. Im Frühling reifen dann Erdbeeren, 6:13 Kirschen locken im Sommer. Und Äpfel können im Spätsommer und Herbst geerntet werden. Auf riesigen Flächen werden europaweit 6:23 Weizen und anderes Getreide angebaut. Es ist diese intensive Bodennutzung, die typisch ist für die mittleren Breiten, dem Land um den 50. Breitengrad. 6:37 Über das Jahr gerechnet liegt die Durchschnittstemperatur bei 20°. Zusammen mit ausreichend Regen sind das ideale Bedingungen für eine ertragreiche 6:48 Landwirtschaft. Im breiten Gürtel der gemäßigten Klimazone gibt es große Unterschiede 7:00 zwischen dem Süden und dem Norden, zwischen warm gemäßigten und kaltgemäßigten Regionen. In der gesamten gemäßigten Klimazone 7:11 wachsen große Wälder mit Laub und Nadelbäumen. Die sommergrünen Laubbäume wie Eichen und Buchen, die im Winter ihre Blätter 7:21 abwerfen, findet man vorwiegend in den warmgemäßigten Regionen. Im Norden Europas in Skandinavien, dort wo kein Feldbau mehr möglich ist, 7:34 erstrecken sich große, fast menschenle Nadelwälder. sind die immergrünen Fichten, Tannen und Kiefern, die sich in der kaltgemäßigten 7:45 Zone kerzengerade zum Licht strecken. Nur sehr wenige Menschen leben so hoch im Norden. So ist die Chance, einem Elch 7:55 in diesen einsamen Wäldern zu begegnen, um einiges größer als einem anderen Wanderer über den Weg zu laufen. 8:07 Nicht nur von Nord nach Süd ändert sich das gemäßigte Klima. Auch von Westen nach Osten gibt es Unterschiede. Je näher ein Land am Atlantik, also im 8:19 Westen Europas liegt, umso stärker ist der Einfluss des Meeres. So entsteht das maritime Klima, das man auch als Seeklima bezeichnet. 8:31 Im Winter, wenn die Temperaturen im Inneren des Kontinents bis unter den Gefrierpunkt fallen, bleibt es entlang der Küsten relativ mild. 8:41 Das Meer wirkt wie ein Wärmespeicher, der sich im Sommer erwärmt und im Winter dann langsam wieder abkühlt. So wirken große Wasserflächen 8:51 ausgleichend auf das Klima an den Küsten. Auch wenn es sonnige warme Tage gibt, so sind die Sommer an der Atlantikküste oft 9:03 relativ kühl und regenreich. Es sind westliche Winde, die dunkle Regenwolken vom Meer an die Küste bringen. 9:18 Die maritimen Einflüsse nehmen von Westen nach Osten hin deutlich ab. Im Osten Europas herrscht das Kontinentale, das Landklima. 9:33 Sehr kalte Winter und heiße trockene Sommer sind die Regeln. Regentage sind im Inneren des Kontinents messbar geringer als im Westen. 9:46 Das zeigt ein Vergleich der Städte Brest an der Atlantikküste in Frankreich und Kiev in der Ukraine. In Brest ist der durchschnittliche jährliche Niederschlag 9:57 mehr als 1 l pro Quadratmeter. In Kiev ist es jährlich nur etwas mehr als ein halber Liter, also deutlich weniger als den Brest. 10:10 In der Mitte Europas vermischen sich Maritime mit kontinentalen Wetterlagen. Es entsteht dabei ein Übergangsklima, in dem weder das Seeklima noch das 10:22 Landklima vorherrscht. Das Wetter ist, so kann man sagen, wechselhaft. Warme, kalte, feuchte und trockene 10:33 Strömungen. Im Übergangsklima ist der Wechsel das normale. Wenn im Sommer starke Westwinde, feuchte Luftmassen vom Atlantik bringen, 10:45 herrschen maritime Einflüsse vor. Wenn diese lange anhalten, bringen sie uns eine Reihe von kühlen, regenreichen Tagen. 10:57 Anhaltende östliche Strömungen verheißen trockene Sommer mit wenig Regen und vielen heißen Tagen. Schnee gehört in der gemäßigten 11:08 Klimazone zum Winter, doch nicht überall bleibt er auch liegen. Eine geschlossene Schneedecke findet man oft nur noch in den Mittelgebirgen und 11:18 in den Alpen. Kontinentale Einflüsse aus Sibirien bringen trockene Kälte. Das kann Schneefall bedeuten. Mit 11:29 Tiefstemperaturen kann man dann durchaus rechnen. Die bringen frostige Tage mit Schnee auch in den Niederungen. 11:40 Wechselt dann die Wetterlage, bringen uns Strömungen aus dem Westen, Tauwetter. Da ist Wintersport nur noch in den 11:48 Höhenlagen möglich. Im Norden Europas herrscht ein kaltes subpolares und polares Klima. 12:05 Die subpolare Zone liegt im Bereich des nördlichen Polarkreises und reicht bis zur nördlichen Baumgrenze. 12:14 Die Sommer sind kurz, kühl und feucht. Sogar in den wärmsten Monaten bleibt die Temperatur durchschnittlich nur zwischen 0 und 10° CSUS. 12:27 In den höheren Regionen bleibt der Schnee auch die Sommermonate überliegen. Die Winter am Polarkreis sind lang, eiskalt und dunkel. Die Sonne kommt 12:40 tagelang kaum über den Horizont. Um die Wintersonnenwände ist die Sonne jenseits des Polarkreises, je weiter man nach Norden kommt, mehrere Tage bis 12:51 Monate nicht direkt zu sehen. Im Sommer dagegen verschwindet die Sonne zur Zeit der Sommersonnenwende nicht 13:04 mehr hinter dem Horizont. Es bleibt einige Tage lang nördlich des Polarkreises, 24 Stunden lang hell. 13:16 Trotz der hellen Sommernächte wachsen in der Tundra, dem Land jenseits der Baumgrenze, nur noch Flechten, Mose, Gräser und kleine Sträuche. 13:29 Die polare Zone ist eine lebensfeindliche Region. Selbst die Rhentiere verbringen nur den Sommer hier. 13:39 Im Winter ziehen sie mit ihren Besitzern, den Samen nach Süden in die Wälder, die ihnen während der langen Wintermonate Schutz und Nahrung bieten. 13:52 Wie wir leben, richtet sich nach dem Klima, in dem wir leben. Die Klimaforschung stützt sich heute auf ein weltumspannendes Netz von 14:02 Wetterdaten. Der Durchschnitt dieser Wetterdaten gemessen und gesammelt über einen sehr 14:10 langen Zeitraum, ergibt unser Wissen über das Klima.