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Was sind Reptilien? | EINFACH ERKLÄRT

StudioEinfach - Wissen, das Klick macht! 6:11 1.358 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 43 Zeilen
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  1. Hey und herzlich willkommen. Also heute geht's um eine Tiergruppe, von der wir eigentlich alle denken, dass wir sie kennen, die Reptilien. Aber und da lege
  2. ich meine Hand für ins Feuer. Die wissenschaftliche Antwort auf die Frage, was ist eigentlich ein Reptil? Die wird dich ziemlich überraschen. Also bleib
  3. unbedingt dran, das wird echt spannend. So und wir starten direkt mal mit einer kleinen Denkaufgabe. Schau dir mal die drei Tiere hier an. Eine Eidechse, ein
  4. Krokodil und ein Vogel. Ganz spontan aus dem Bauch heraus. Welches Tier gehört hier nicht dazu? Überleg mal kurz die Antwort und die ist wirklich
  5. verblüffend, die gibt's am Ende. Ja, und um dieses Rätsel zu knacken, müssen wir natürlich erstmal klären, was ein Reptil denn überhaupt ausmacht. Denn so viel
  6. sei schon mal verraten, in dieser Tierfamilie versteckt sich ein Mitglied, mit dem wirklich die allerwenigsten rechnen würden. Fangen wir doch mal ganz
  7. von vorn an bei dem, was uns allen sofort in den Sinn kommt. Was genau verbinden wir im Alltag eigentlich mit dem Wort Reptil? Allein der Name, der
  8. gibt uns schon ein super Hinweis. Der kommt nämlich aus dem Lateinischen von Reptilis und das heißt ganz einfach griechend. Tja, und daher kommt auch
  9. unser deutscher Name Kriechtiere. Und genau das ist doch das Bild, dass wir sofort im Kopf haben, oder? Tiere, die irgendwie über den Boden kriechen oder
  10. sich schlängeln. Klar. Und wenn wir an diese Kriechtiere denken, dann ploppen doch sofort die Klassiker auf. Eidechsen, Meeresschildkröten,
  11. Alligatoren, Chamelons, Schlangen wie die Königspyton, Liguane. Das sind sozusagen die üblichen Verdächtigen unser Standardbild von einem Reptil.
  12. Aber gut, unser Bauchgefühl ist das eine. In der Biologie reicht das natürlich nicht. Da braucht man schon handfeste gemeinsame Merkmale, um Tiere
  13. wirklich in eine Gruppe zu packen. Und genau die schauen wir uns jetzt mal an. Aus biologischer Sicht gibt's da im Grunde vier Hauptmerkmale, die die
  14. allermeisten Reptilien gemeinsam haben. Also ihre Haut ist mit Hornschuppen bedeckt. Sie ist also trocken, nicht so schleimig wie bei Amphibien. Dann sie
  15. atmen alle über eine Lunge. Außerdem legen die meisten von ihnen Eier. Und der vierte Punkt, der ist echt wichtig, da kommen wir gleich noch drauf. Sie
  16. sind wechselwarm. Wechselwarm. Was heißt das jetzt genau? Na ja, ganz einfach. Reptilien können ihre Körpertemperatur nicht von allein
  17. konstant halten, so wie wir. Ihre Temperatur passt sich immer der Umgebung an. Und genau deshalb siehst du Eidechsen oder Schlangen oft stundenlang
  18. in der Sonne liegen. Die müssen quasi extern auftanken, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Wir Säugetiere und übrigens auch die Vögel
  19. sind da anders. Wir sind gleich warm. Unser Körper ist wie ein kleiner Ofen, der seine eigene Wärme produziert und die Temperatur immer schön stabil hält.
  20. Und genau diese Eigenschaften, die haben sich als ein echtes Erfolgsrezept herausgestellt. Man muss sich klar machen, Reptilien
  21. sind keine kurzfristige Laune der Natur. Nein, die gehören zu den ältesten und erfolgreichsten Tiergruppen, die unser Planet je gesehen hat. Um das mal in
  22. eine Perspektive zu rücken, wir gehen davon aus, dass es Reptilien schon seit unfassbaren 315 Millionen Jahren gibt. Das ist eine absurd lange Zeit. Die
  23. waren schon da, lange, lange, bevor die ersten Dinosaurier überhaupt die Bühne betreten haben. Und sie sind nicht nur uralt, sondern auch wahnsinnig
  24. vielfältig. Heute kennen wir mehr als 10.000 verschiedene Reptilienarten, die sich an so gut wie jeden Lebensraum auf diesem Planeten angepasst haben. Ein
  25. absolutes Erfolgsmodell der Evolution. Tja, und genau diese lange komplizierte Familiengeschichte bringt uns jetzt zur alles entscheidenden Frage. Okay. Und
  26. damit kommen wir zurück zu unserem Rätsel vom Anfang. Wir haben jetzt ja eine ganz gute Idee davon, was ein Reptil so ausmacht, aber genau hier an
  27. diesem Punkt bekommt die moderne Wissenschaft ein echtes Problem mit dieser alten klassischen Einteilung. Das Problem ist nämlich folgendes. Die
  28. traditionelle Gruppe, die man Reptilia nennt, also genau das, was wir gerade besprochen haben, die ist aus evolutionärer Sicht einfach
  29. unvollständig. Wenn man sich den Stammbaum des Lebens mal genau anschaut, dann merkt man plötzlich, hoppla, da fehlt ja jemand. Wir haben eine ganze
  30. Gruppe von Tieren einfach nicht mit reingezählt, die aber felsenfest dazu gehört. Und genau deshalb benutzen Biologen heute viel lieber einen anderen
  31. Begriff, nämlich Saurobsida. Und jetzt halte ich fest, diese Gruppe umfasst nicht nur all die klassischen Reptilien, von denen wir gesprochen
  32. haben, sondern schließt ganz offiziell auch die Vögel mit ein. Ja, du hast schon richtig gehört. Vögel. Und der alles entscheidende Punkt ist der hier.
  33. Wenn man sich die evolutionäre Abstammung anschaut, dann stellt man fest, Krokodile sind enger mit Vögeln verwandt als mit Eidechsen und
  34. Schlangen. Verrückt, oder? Krokodile und Vögel haben einen jüngeren gemeinsamen Vorfahren. Und das bedeutet im Klartext: Vögel sind im Grunde nichts anderes als
  35. ein hochspezialisierter überlebender Zweig der Dinosaurier und damit sitzen sie bombenfest mitten im Stammbaum der Reptilien. Die Vögel also einfach aus
  36. dieser Gruppe rauszuschmeißen, nur weil sie Federn haben und fliegen, das würde diesen ganzen Stammbaum künstlich zerreißen. Das wäre ungefähr so, als
  37. würde man uns Menschen nicht mehr zu den Säugetieren zählen, nur weil wir auf zwei Beinen laufen und Smartphones benutzen. Es ist aus wissenschaftlicher
  38. Sicht einfach nicht mehr haltbar. Was solltest du also mitnehmen? Unser ganz normaler Alltagsbegriff Reptil für all die Kriechtiere, der ist total okay, der
  39. ist praktisch. Aber die wissenschaftliche Wahrheit, die ist eben ein bisschen komplizierter und erzählt eine viel größere und, wie ich finde,
  40. faszinierendere Familiengeschichte. Und was ist jetzt mit dem Vogel vom Anfang? Tja, er ist das Tier, das am engsten mit dem Krokodil verwandt ist, sogar enger
  41. als das Krokodil mit der Eidechse. Der vermeintliche Außenseiter aus unserem Rätsel ist in Wahrheit also ein fester Teil der Familie. So und damit sind wir
  42. auch schon durch. Nachdem du das jetzt alles weißt, mal eine Frage an dich. Was ist denn dein Lieblingsreptil? Ganz egal, ob mit Schuppen oder mit Federn.
  43. Lass es uns doch mal in den Kommentaren wissen. Danke dir fürs Zuschauen und bis zum nächsten Mal.

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