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Was sind Reptilien? | EINFACH ERKLÄRT
Das Wichtigste aus dem Video
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Transkriptautomatisch erstellt · 43 Zeilen
- Hey und herzlich willkommen. Also heute geht's um eine Tiergruppe, von der wir eigentlich alle denken, dass wir sie kennen, die Reptilien. Aber und da lege
- ich meine Hand für ins Feuer. Die wissenschaftliche Antwort auf die Frage, was ist eigentlich ein Reptil? Die wird dich ziemlich überraschen. Also bleib
- unbedingt dran, das wird echt spannend. So und wir starten direkt mal mit einer kleinen Denkaufgabe. Schau dir mal die drei Tiere hier an. Eine Eidechse, ein
- Krokodil und ein Vogel. Ganz spontan aus dem Bauch heraus. Welches Tier gehört hier nicht dazu? Überleg mal kurz die Antwort und die ist wirklich
- verblüffend, die gibt's am Ende. Ja, und um dieses Rätsel zu knacken, müssen wir natürlich erstmal klären, was ein Reptil denn überhaupt ausmacht. Denn so viel
- sei schon mal verraten, in dieser Tierfamilie versteckt sich ein Mitglied, mit dem wirklich die allerwenigsten rechnen würden. Fangen wir doch mal ganz
- von vorn an bei dem, was uns allen sofort in den Sinn kommt. Was genau verbinden wir im Alltag eigentlich mit dem Wort Reptil? Allein der Name, der
- gibt uns schon ein super Hinweis. Der kommt nämlich aus dem Lateinischen von Reptilis und das heißt ganz einfach griechend. Tja, und daher kommt auch
- unser deutscher Name Kriechtiere. Und genau das ist doch das Bild, dass wir sofort im Kopf haben, oder? Tiere, die irgendwie über den Boden kriechen oder
- sich schlängeln. Klar. Und wenn wir an diese Kriechtiere denken, dann ploppen doch sofort die Klassiker auf. Eidechsen, Meeresschildkröten,
- Alligatoren, Chamelons, Schlangen wie die Königspyton, Liguane. Das sind sozusagen die üblichen Verdächtigen unser Standardbild von einem Reptil.
- Aber gut, unser Bauchgefühl ist das eine. In der Biologie reicht das natürlich nicht. Da braucht man schon handfeste gemeinsame Merkmale, um Tiere
- wirklich in eine Gruppe zu packen. Und genau die schauen wir uns jetzt mal an. Aus biologischer Sicht gibt's da im Grunde vier Hauptmerkmale, die die
- allermeisten Reptilien gemeinsam haben. Also ihre Haut ist mit Hornschuppen bedeckt. Sie ist also trocken, nicht so schleimig wie bei Amphibien. Dann sie
- atmen alle über eine Lunge. Außerdem legen die meisten von ihnen Eier. Und der vierte Punkt, der ist echt wichtig, da kommen wir gleich noch drauf. Sie
- sind wechselwarm. Wechselwarm. Was heißt das jetzt genau? Na ja, ganz einfach. Reptilien können ihre Körpertemperatur nicht von allein
- konstant halten, so wie wir. Ihre Temperatur passt sich immer der Umgebung an. Und genau deshalb siehst du Eidechsen oder Schlangen oft stundenlang
- in der Sonne liegen. Die müssen quasi extern auftanken, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Wir Säugetiere und übrigens auch die Vögel
- sind da anders. Wir sind gleich warm. Unser Körper ist wie ein kleiner Ofen, der seine eigene Wärme produziert und die Temperatur immer schön stabil hält.
- Und genau diese Eigenschaften, die haben sich als ein echtes Erfolgsrezept herausgestellt. Man muss sich klar machen, Reptilien
- sind keine kurzfristige Laune der Natur. Nein, die gehören zu den ältesten und erfolgreichsten Tiergruppen, die unser Planet je gesehen hat. Um das mal in
- eine Perspektive zu rücken, wir gehen davon aus, dass es Reptilien schon seit unfassbaren 315 Millionen Jahren gibt. Das ist eine absurd lange Zeit. Die
- waren schon da, lange, lange, bevor die ersten Dinosaurier überhaupt die Bühne betreten haben. Und sie sind nicht nur uralt, sondern auch wahnsinnig
- vielfältig. Heute kennen wir mehr als 10.000 verschiedene Reptilienarten, die sich an so gut wie jeden Lebensraum auf diesem Planeten angepasst haben. Ein
- absolutes Erfolgsmodell der Evolution. Tja, und genau diese lange komplizierte Familiengeschichte bringt uns jetzt zur alles entscheidenden Frage. Okay. Und
- damit kommen wir zurück zu unserem Rätsel vom Anfang. Wir haben jetzt ja eine ganz gute Idee davon, was ein Reptil so ausmacht, aber genau hier an
- diesem Punkt bekommt die moderne Wissenschaft ein echtes Problem mit dieser alten klassischen Einteilung. Das Problem ist nämlich folgendes. Die
- traditionelle Gruppe, die man Reptilia nennt, also genau das, was wir gerade besprochen haben, die ist aus evolutionärer Sicht einfach
- unvollständig. Wenn man sich den Stammbaum des Lebens mal genau anschaut, dann merkt man plötzlich, hoppla, da fehlt ja jemand. Wir haben eine ganze
- Gruppe von Tieren einfach nicht mit reingezählt, die aber felsenfest dazu gehört. Und genau deshalb benutzen Biologen heute viel lieber einen anderen
- Begriff, nämlich Saurobsida. Und jetzt halte ich fest, diese Gruppe umfasst nicht nur all die klassischen Reptilien, von denen wir gesprochen
- haben, sondern schließt ganz offiziell auch die Vögel mit ein. Ja, du hast schon richtig gehört. Vögel. Und der alles entscheidende Punkt ist der hier.
- Wenn man sich die evolutionäre Abstammung anschaut, dann stellt man fest, Krokodile sind enger mit Vögeln verwandt als mit Eidechsen und
- Schlangen. Verrückt, oder? Krokodile und Vögel haben einen jüngeren gemeinsamen Vorfahren. Und das bedeutet im Klartext: Vögel sind im Grunde nichts anderes als
- ein hochspezialisierter überlebender Zweig der Dinosaurier und damit sitzen sie bombenfest mitten im Stammbaum der Reptilien. Die Vögel also einfach aus
- dieser Gruppe rauszuschmeißen, nur weil sie Federn haben und fliegen, das würde diesen ganzen Stammbaum künstlich zerreißen. Das wäre ungefähr so, als
- würde man uns Menschen nicht mehr zu den Säugetieren zählen, nur weil wir auf zwei Beinen laufen und Smartphones benutzen. Es ist aus wissenschaftlicher
- Sicht einfach nicht mehr haltbar. Was solltest du also mitnehmen? Unser ganz normaler Alltagsbegriff Reptil für all die Kriechtiere, der ist total okay, der
- ist praktisch. Aber die wissenschaftliche Wahrheit, die ist eben ein bisschen komplizierter und erzählt eine viel größere und, wie ich finde,
- faszinierendere Familiengeschichte. Und was ist jetzt mit dem Vogel vom Anfang? Tja, er ist das Tier, das am engsten mit dem Krokodil verwandt ist, sogar enger
- als das Krokodil mit der Eidechse. Der vermeintliche Außenseiter aus unserem Rätsel ist in Wahrheit also ein fester Teil der Familie. So und damit sind wir
- auch schon durch. Nachdem du das jetzt alles weißt, mal eine Frage an dich. Was ist denn dein Lieblingsreptil? Ganz egal, ob mit Schuppen oder mit Federn.
- Lass es uns doch mal in den Kommentaren wissen. Danke dir fürs Zuschauen und bis zum nächsten Mal.
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