Das Video kommt von YouTube: erst beim Abspielen verbindet sich die Seite mit YouTube (Google).
Was ist der Unterschied zwischen Motiv und Thema?
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 17 Zeilen
- Willkommen bei cappella academy. [Musik] Denkt Ihr gerade an Fruchtgummi? Oder... [Musik]
- an Mmagie und Zauberei? Wenn ja dann haben diese Motive ihren Zweck schon erfüllt. Motive sind kurze Melodien, die nur einen Zweck haben: wiedererkannt zu werden. Sie werden von Komponisten ganz bewusst eingesetzt und tauchen mitten in Musikstücken, mitten im Film, oder manchmal mitten im Alltag auf.
- Und wir erkennen sie wieder, so wie wir ein bekanntes Gesicht wiedererkennen, oder die Stimme eines bekannten Menschen.
- Bei Themen gehört noch etwas mehr dazu. Was genau, das schauen wir uns jetzt an. In der mehrstimmigen Vokalmusik der Renaissance wie bei Guillaume Dufay traten erstmals Vorläufer von musikalischen Themen auf.
- Die Idee: Singen zwei Chorstimmen den gleichen Text, haben sie auch die gleiche Melodie. Selbst wenn der Rhythmus in einer Stimme verlangsamt wird: Die Melodieform ist wiedererkennbar.
- In der barocken Fuge wird diese Idee auf die Spitze getrieben. Zwar gibt es zum Beispiel in Johann Sebastian Bachs „Wohltemperiertem Klavier“ keinen Text,
- aber das Fugenthema, wie man es jetzt nennt, zieht sich durch jede Stimme. Allein zum Wiedererkennen würde bereits ein kurzes Motiv genügen.
- Bach fügt in diesem Fall aber noch einen zweiten Abschnitt hinzu, der auf das Motiv antwortet,... ...und einen dritten, der das Thema abschließt.
- Ein Thema hat häufig bereits in sich eine komplexere Struktur als ein Motiv und es dient – anders als das Motiv – als musikalisches Samenkorn, aus dem heraus ein ganzes Stück entwickelt wird.
- So ist es auch bei einer Variation, nur ganz anders als bei einer Fuge. Beispiel gefällig? Diese Melodie kennt Ihr als Weihnachtslied. Wolfgang Amadeus Mozart lernte es als Siebenjähriger bei einer Reise nach Paris kennen.
- Später verwendete er dieses Lied als Thema für zwölf Variationen, zum Beispiel ... oder diese...
- Und bei allen Änderungen bleibt das Variationsthema immer erkennbar. Zum Abschluss noch ein Themen-Doppelpack, wie er vor allem in der Klassik, also zum Beispiel bei Ludwig van Beethoven, oft auftritt:
- In einem so genannten Sonatensatz treten zwei Themen in einen musikalischen Wettstreit. Und da macht es sich ganz gut, wenn die beiden Themen ziemlich unterschiedlich sind, wie etwa diese beiden hier aus der Egmont-Ouvertüre:
- Schwere, tiefe, laute Streicher auf der einen Seite treten gegen zarte, hohe Holzbläser an. Wie dieser Wettstreit ausgeht, ist Musikgeschichte.
- Hört Euch die Egmont-Ouvertüre ruhig mal an – am besten mit einem Blick auf die Noten. Die gibt’s im Netz, zum Beispiel bei musicalion.
- Das war es für den Moment. Bald erscheinen neue Videos. Wenn ihr nichts verpassen wollt, abonniert den Kanal. Und ansonsten freue ich mich über Feedback und Kommentare.
- Und natürlich eure Fragen. Musiktheorie ist nämlich spannender als man denkt. Wir hören uns!