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Spurensuche nach dem legendären König Artus | Ganze Folge | Terra X
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Transkriptautomatisch erstellt · 373 Zeilen
- * Dynamische Titelmusik * (Sprecher) König Artus,
- die Ritter der Tafelrunde und der Heilige Gral: Kein Mythos ist so lebendig
- wie der um den rätselhaften Herrscher der Briten. (Englisch) Die Frage, wer König Artus war, Mensch oder Mythos,
- beschäftigt Wissenschaftler seit Jahrhunderten. (Sprecher) Er ist der Einzige, der das magische Schwert Excalibur
- aus dem Stein ziehen kann. Im Kampf gegen die Sachsen entscheidet er allein die Schlacht.
- An seinem Hof Camelot versammelt er die edelsten Ritter und die schönsten Frauen.
- Von seinem Glanz und Ansehen zeugen rauschende Feste. Und sein Ruf als gerechter Regent eilt ihm voraus.
- Er ist natürlich eine der schillerndsten Figuren eines ideal gedachten Mittelalters überhaupt.
- (Sprecher) Früh steht Artus unter Verdacht, pure Erfindung zu sein. Niemand kann sagen, wo er gelebt hat,
- wo er gestorben ist oder begraben liegt. Er ist ein Phantom.
- Wer oder was also steckt hinter dem Mythos? Eine alte Geschichtschronik könnte die Lösung bringen.
- * Spannungsvolle Orchestermusik * (Sprecher) Die Geschichte von König Artus
- spielt in Britannien um 500 nach Christus. Die Zeiten sind finster, die Römer haben die Insel verlassen,
- die britischen Kleinkönige sind zerstritten, germanische Stämme bedrängen das Land.
- In jener dunklen Epoche, so die Sage, betritt scheinbar aus dem Nichts
- der erst 15-jährige Artus die Weltbühne und wird der neue König der Briten.
- Magische Kräfte und sein Lehrer, der Zauberer Merlin, machen es möglich.
- Mein König. Mordred.
- Ich freue mich über deine Rückkehr. (Sprecher) König Artus gilt als stark und unerschrocken,
- als kluger Stratege. In jahrelangen Kämpfen steht er an der Spitze seiner Krieger,
- um Britannien zu verteidigen. Er ist der neue Hoffnungsträger für das von Krisen gebeutelte Volk.
- Er ist ideal, ein Vorbild. Es geht darum, was einen guten König ausmacht,
- um Führung, Kriegsstrategie, Ritterlichkeit, Ehre, den Adel und andere Themen, warum sich Schriftsteller
- mit der Artus-Legende beschäftigen. (Sprecher) Zwölfmal soll König Artus in den Krieg
- gegen die Sachsen gezogen sein. Die Entscheidung habe er am Mons Badonicus herbeigeführt.
- In dieser letzten Schlacht, so erzählt es die Sage, tötet er eigenhändig viele hundert Männer.
- Klingt eindeutig nach Fake News. Was steckt dahinter?
- Der Kern der Artussage ist ein historisches Geschehen: der Abzug der Römer aus Britannien.
- Dann die Situation, dass sich die römisch-britische Bevölkerung gegen Usurpatoren zur Wehr setzen muss, das sind die Sachsen.
- Und die Sachsen rücken dann vom Osten in mehreren Wellen in das Land vor.
- Er ist der, der den Vormarsch der Sachsen aufhält durch mehrere große Schlachten.
- (Sprecher) Als siegreicher Krieger ist Artus früh eine bekannte Figur, zumindest in alten mündlichen Überlieferungen,
- in walisischen Sagen und Erzählungen. Schriftlich erwähnt wird er erst im 9. Jahrhundert nach Christus:
- in einem Text über die Geschichte Britanniens, verfasst von einem Mönch namens Nennius.
- Den Artus-Mythos aber begründet ein anderes Werk. Zwischen 1135 und 1138 entsteht eine Königschronik,
- die Artus in den Mittelpunkt stellt. Der Autor heißt Geoffrey von Monmouth,
- vermutlich wie Nennius ein Geistlicher. Geoffrey trägt alles zusammen,
- was er über seinen Helden erfahren kann. Wo die Überlieferungen schweigen, erfindet er neue Eigenschaften,
- Episoden und Schauplätze. Schon damals üben seine gelehrten Kollegen Kritik an seinem Werk.
- Sie bezeichnen einzelne Episoden als Lügen, zweifeln aber nicht an Artus' realer Existenz.
- Geoffreys sogenannte "Historia Regum Britanniae" versteht sich als Geschichte der frühen Könige von Britannien,
- mit allem, was dazugehört. Kriege, Liebe, Mord und Thronstreitigkeiten.
- Über 100 Namen stehen auf der Königsliste, darunter illustre Herrscher wie Brutus, König Lear,
- Konstantin der Große und König Artus. Er allerdings steht für einen Neuanfang.
- Er ist der Erste, der ein friedlich vereintes Britannien regiert. Das zumindest erzählt der Autor.
- Auch heute hält die Forschung Geoffreys Geschichte für zu fantastisch, um wahr zu sein.
- Doch im 12. Jahrhundert gehört seine Historia zu den populärsten Geschichtswerken überhaupt.
- Das Werk hat schnell eine weite Verbreitung gefunden. Es gibt heute noch so etwa 200 Handschriften,
- in denen das Werk überliefert ist. Wir haben andere Texte, die gerade mal in einer Schrift,
- und wir haben Texte, die nicht überliefert sind. Das heißt, 200 ist wirklich viel, und es muss mehr gegeben haben.
- (Sprecher) Immer wieder versuchen Wissenschaftler zu beweisen, dass es für Artus ein historisches Vorbild gibt.
- Eine Theorie bringt den römischen Befehlshaber Lucius Artorius Castus ins Spiel.
- Artorius war vermutlich im 2. Jahrhundert nach Christus in Britannien stationiert.
- Der nächste Römer, der infrage kommen soll, ist Ambrosius Aurelianus.
- Angeblich führte er im späten 5. Jahrhundert ein römisch-britisches Heer in die legendäre Schlacht
- am Mons Badonicus. Dabei gelang es ihm, den Vormarsch der Sachsen zu stoppen,
- wie es heißt. Der dritte berühmte Römer,
- der immer wieder in der Forschung auftaucht, nennt sich Riothamus. Auch er ein Heerführer aus dem 5. Jahrhundert.
- Er starb angeblich um 470 im Kampf gegen die Goten. * Spannende Orchestermusik *
- Ebenfalls beliebt ist die These vom Bären-Mann "Artos", keltisch für "Bär".
- Demnach wäre Artus ein keltischer Krieger gewesen, der als Anführer den Sachsen entgegentrat.
- Doch auf den Prüfstand gestellt, lässt sich keine der Theorien beweisen.
- Artus als realhistorische Figur ist natürlich mit vielen Fragezeichen behaftet.
- Es gibt auf der einen Seite die Anknüpfungspunkte über den Namen.
- Und die Forschung hat intensiv auch nach entsprechenden Namen in der historischen Überlieferung gesucht.
- Ein zweiter Weg der Identifikation ist natürlich, man sucht sich entsprechende historische Figuren,
- die ... eine herausragende Führungsrolle gespielt haben.
- Es ist eben so, dass diese Figur Artus aus verschiedensten Teilen zusammenmontiert wird.
- Und wir haben hier quasi mit diesen verschiedenen Elementen, den Namen und verschiedene Heerführer,
- genau die Zutaten, die dann zusammengemischt werden und dann ein Ganzes ergeben.
- (Sprecher) Fiktion ist auch der fast 2000 Jahre alte Stammbaum, den Geoffrey für Artus erstellt.
- Der Autor behauptet nämlich, dass Artus in direkter Linie vom mythischen Trojaner Aeneas abstamme.
- Weitergeführt wird die Linie über den Urenkel Brutus, der nach Britannien kommt und der Insel seinen Namen gibt:
- Land des Brutus. Selbst Artus' Vater ist fiktiv.
- Wie kann dann König Artus tatsächlich gelebt haben? Vor allem, da der Herrscher von Anfang an
- als mythischer Held beschrieben wird. Als übermenschlich stark,
- einer, der Drachen, Monster und Riesen besiegen kann. Und der einen Zauberer namens Merlin als Lehrer hat.
- Er ist es auch, der dem Jungen den Weg auf den Thron ebnet. Andererseits beschreibt Geoffrey Artus als mittelalterlichen Ritter.
- Mit goldenem Helm, einem Schild mit dem Bildnis der Jungfrau Maria, mit Lanze und Schwert.
- Auch für Artus' vermeintlichen Geburtsort hat der Autor offenbar eine klare Vorstellung.
- Die kleine Ortschaft Tintagel liegt an der zerklüfteten Westküste der Grafschaft Cornwall.
- Laut Geoffrey wird Artus dort gezeugt und geboren, als unehelicher Spross von König Uther Pendragon.
- Jedes Jahr ziehen tausende Artus-Fans auf die Burgruine direkt am Meer.
- Obwohl die Forschung längst belegt hat, dass Artus dort nicht gelebt haben kann.
- Die Anlage entsteht erst ab 1230. Archäologen haben aber Überreste einer Siedlung
- aus dem 5. und 6. Jahrhundert nach Christus entdeckt. Sie könnte Geoffrey inspiriert haben.
- Wenn es König Artus nicht gegeben hat, wer oder was verbirgt sich sonst hinter dem Mythos?
- Die Spur führt zum anglo-normannischen Königshaus. Als Geoffreys Werk um 1135 entsteht,
- steckt der Hof in einer politischen Krise. Seit rund 70 Jahren sind die Normannen an der Macht.
- Ursprünglich Seeräuber aus Skandinavien, die jahrzehntelang die Küsten Europas überfielen,
- auch Nordfrankreich. Nach einer herben Niederlage
- einigen sie sich mit dem französischen König und erhalten eigenes Land als Lehen.
- Ihr neues Siedlungsgebiet nennen sie nach ihrer Herkunft: Normandie. Die Normannen sind Nachkommen der Wikinger,
- die sich im 10. Jahrhundert im Nordwesten Frankreichs ansiedelten.
- Später vermischten sie sich mit den Franken, nahmen ihre Sprache und Religion an
- und schufen ein mächtiges Reich. So bewahrten sie sich eine gewisse Unabhängigkeit.
- (Sprecher) Es ist im Oktober 1066, als der normannische Herzog Wilhelm I.
- seinen Herrschaftsanspruch auf die Krone Britanniens durchsetzt. Mit einer Flotte überquert er den Ärmelkanal
- und besiegt in der Schlacht von Hastings die Angelsachsen. Von da an ist Wilhelm sowohl König von Britannien
- als auch Herzog der Normandie. Als Wilhelm der Eroberer geht er in die Geschichte ein.
- Er gilt als Begründer des anglo-normannischen Königshauses. Im Jahr 1135 besteigt der Normanne Stephan von Blois
- den britischen Königsthron. Er ist der Enkel von Wilhelm dem Eroberer.
- Seine Cousine Mathilda erhebt aber ebenfalls Ansprüche. Zwischen beiden tobt ein Thronstreit,
- der fast 20 Jahre dauern wird und der im Land zu schweren Unruhen führt.
- Stephan von Blois ist es, der König Artus für sich entdeckt und zum Vorfahren
- der anglo-normannischen Dynastie erklärt. Der mythische Herrscher der Briten ist für ihn die ideale Figur,
- um seine eigene Thronfolge zu legitimieren. In dieser Situation
- braucht man anscheinend so etwas wie eine dynastische Grundlage.
- Und diese dynastische Grundlage wird geliefert in der "Historia Regum Britanniae",
- die vermutlich im Auftrag von Stephan von Blois entsteht, der wahrscheinlich diese ganze Artusgeschichte,
- die schon präsent ist, einsetzt, um die eigene Herrschaft zu untermauern,
- die eigene Herrschaft zu sichern und vielleicht auch so etwas wie eine eigene Genealogie abzusichern.
- Es ist auf jeden Fall ein Werk mit einer ganz klaren Intention und einer ganz klaren Idee.
- Und die Idee, die könnte man mit dem Begriff Propaganda durchaus umschreiben.
- (Sprecher) Die Normannen als ideale Herrscher Britanniens? Forscher halten das für möglich.
- Zumindest lässt Geoffrey in seinem Werk die Welt des sagenhaften Artus und der normannischen Herrscher miteinander verschmelzen.
- Stephan hat sich womöglich als König Artus gesehen. Artus als idealer Herrscher
- und Vorbild für normannische Werte und Tugenden. Mit einem Hof, der Artus' Hof gleicht.
- In Pracht, Vornehmheit und Eleganz seiner Ritter und Hofdamen.
- (Sprecher) Über das Privatleben des mythischen König Artus erfährt der Leser nur wenig.
- Er heiratet Guinevere, die aus einer vornehmen römischen Familie stammen soll,
- wie Geoffrey schreibt. Die Hochzeit findet nach der Schlacht gegen die Sachsen statt.
- Über Guinevere kursieren unterschiedliche Geschichten, die bis in die keltische Sagenwelt zurückreichen.
- Als weiße Fee, als bösartige Verräterin, als schwache, aber tugendhafte Frau.
- Aber immer liebt Artus sie aus vollem Herzen. Wenn wir in die unmittelbare familiäre Situation
- von Artus hineinschauen, sieht zunächst alles sehr gut aus.
- Als er als Herrscher etabliert ist, bekommt er eine Ehefrau, eine ideale Ehefrau, Guinevere.
- Diese Frau, natürlich wie er selbst, er, strahlender Held, sie, wunderschön,
- es passt hervorragend. (Sprecher) Als Geoffrey das Leben am Artus-Hof beschreibt,
- beschreibt er eigentlich den normannischen Königshof. Geistliche lehren die jungen Adligen, die dort leben.
- Es geht um die Geschichte Britanniens, höfische Sitten und Religion, aber auch um Neues.
- Neben Latein wird jetzt auch Altenglisch gelehrt, die Sprache der unterworfenen Angelsachsen.
- (Mann) Meine Herren, sprechen Sie mir nach. Das Vaterunser.
- * Sprechen Altenglisch. * (Sprecher) Zum elitären Kreis der Schüler
- gehört auch Artus' Neffe Mordred. Der Sage nach ist er seinem König treu ergeben,
- ist ihm oft in den Kampf gefolgt. Die Muttersprache der Normannen, die sie nach Britannien mitbringen,
- ist Französisch. Doch Eroberer und Eroberte passen sich an.
- Und allmählich vermischen sich Englisch und Französisch. Schon nach wenigen Jahrzehnten entsteht eine neue Sprachform:
- das Anglonormannische. Wir sehen heute noch den Einfluss der normannischen Kultur.
- Wörter wie "court" oder "government" kommen aus dem Französischen.
- Die Normannen brachten ihre französische Sprache mit. Daraus entwickelte sich das Englisch von heute.
- (Sprecher) Geoffreys Königschronik wirkt vor allem wegen der detaillierten Schilderungen der Kämpfe
- so glaubwürdig. Dass sein Werk zu einem Riesenerfolg wird,
- liegt aber auch daran, dass er mit einem beliebten Kunstgriff arbeitet.
- Geoffrey lässt die Artusgeschichte zwar im 6. Jahrhundert spielen, erzählt sie jedoch als Geschehnisse des 12. Jahrhunderts.
- Das ist etwas Übliches, dass mittelalterliche Autoren den Stoff, den sie berichten,
- vor dem Hintergrund der eigenen Zeit berichten. Das heißt, wenn etwas geschildert wird,
- was durchaus weit in der Vergangenheit war, wird das in der Art und Weise geschildert,
- als würde es jetzt stattfinden. Und man kann das bei Geoffrey und bei Artus
- an verschiedenen Dingen festmachen, an Kleidung oder an den Festen, die geschildert werden.
- (Sprecher) Es gibt die Vermutung, dass Wilhelm der Eroberer das Vorbild für Geoffreys König Artus gewesen sei.
- Dies gelte zumindest für die Beschreibung von Artus' Herkunft. Sowohl Wilhelm als auch der sagenhafte Artus
- sind als uneheliche Kinder geboren. Beide werden als Bastarde verhöhnt,
- haben wenig Aussicht auf die Königswürde, schaffen es aber trotzdem.
- Auch die Schilderung der Rüstungen und der Waffentechnik in Geoffrey Werk
- spiegelt die Welt der Normannen im 12. Jahrhundert wider. Wie sie ausgesehen hat, zeigt der Teppich von Bayeux.
- Darauf verewigt ist die normannische Eroberung Britanniens in der Schlacht von Hastings 1066,
- detailliert dargestellt auf fast 70 Metern Länge. Eine Art Comic-Strip des Mittelalters.
- Die Reiterei von Wilhelm dem Eroberer in schweren Rüstungen, ausgestattet mit Lanze, Schwert und Schild.
- Dieses Bild hat der Autor vor Augen, wenn er von Artus und seinen kämpfenden Rittern erzählt.
- Die Schlacht von Hastings entscheiden die Normannen durch massive Angriffe ihrer schweren Kavallerie.
- Die Angelsachsen dagegen kämpfen so, wie sie es immer getan haben: zu Fuß.
- Den Angriffen der Reiter mit ihren langen Lanzen haben sie nichts entgegenzusetzen.
- Mit der Niederlage bei Hastings endet das Reich der angelsächsischen Könige in Britannien.
- Die Normannen übernehmen das Zepter und verändern das Land grundlegend. Die Beute wird unter den Siegern verteilt
- und die Ritter mit Lehen belohnt. Das Lehen verpflichtet sie, ihrem König als Vasall zu dienen.
- In erster Linie bedeutet das, mit und für seinen Herrn treu und unentgeltlich in den Krieg zu ziehen.
- Es waren erfolgreiche Zeiten. Ihr sollt nun euren gerechten Lohn empfangen.
- Cador, ich verleihe dir Cornwall
- mit all seinen Dörfern, Burgen, Feldern und Wäldern als Lehen. Ich danke Euch, mein König.
- Du, Gawain, erhältst Maine. Herrsche gerecht.
- Mein König, ich danke Euch. Das Herrschaftssystem funktioniert natürlich
- vor allen Dingen durch Geben und Nehmen. Also der König gibt etwas, er gibt Güter,
- er gibt auch Preziosen und Ähnliches. Und er erhält dafür Treue.
- Das finden wir im realen Herrschaftsumfeld dieses britisch-normannischen Reichs.
- Genau dasselbe Modell finden wir natürlich auch in der Artus-Geschichte realisiert.
- Auch dort ist es der König Artus, der gibt. (Sprecher) Auch die Darstellung der Burgen
- verweist auf die Normannen. Erst sie bringen den Burgenbau nach Britannien.
- Die Bollwerke sollen die Herrschaft der neuen Machthaber langfristig sichern.
- Bis Ende des 12. Jahrhunderts entstehen in Britannien mindestens 500 Festen.
- Sie dienen nicht nur als sichere Wohnorte für den Adel, sondern innerhalb der eroberten Gebiete
- auch als Verwaltungszentren. Zwischen den Anlagen sollten nicht mehr als etwa 50 Kilometer liegen,
- also genau die Strecke, die ein Ritter an einem Tag zurücklegen kann.
- Um viele der Burgen entstehen im Lauf der Zeit Städte, die noch heute das Gesicht Britanniens prägen.
- Darunter Hastings, Cambridge und auch Nottingham. Zu den prominentesten Normannenburgen
- gehören der Londoner Tower und nicht zuletzt Dover Castle im Südosten Englands.
- In Dover Castle, eine der wichtigsten Normannenburgen, haben Experten die Innenräume im großen Turm rekonstruiert.
- Sie geben eine Vorstellung davon, wie die Ausstattung einmal ausgesehen hat.
- Kostbare Wandteppiche sorgten nicht nur für Gemütlichkeit, sondern auch für eine gute Isolation.
- Licht und Wärme spendete ein großer Kamin. Damals ein großer Luxus,
- von dem die breite Masse der Bevölkerung jedoch nur träumen konnte.
- Auf den Burgen lebte ausschließlich die Elite des Landes. Du wirst den ganzen Tag betrunken sein.
- Die Beschreibung vom Leben am Königshof und speziell von Feiern nimmt in Geoffreys Chronik breiten Raum ein.
- Er schildert Sitten und Gebräuche, die aus Frankreich kommen und nachweislich von den Normannen eingeführt werden.
- Der Wein ist kein Problem für dich, Cador. (Sprecher) Wenn der König einlädt,
- machen sich seine Getreuen auf den Weg zum königlichen Hof. Die Festivitäten sind opulent und dauern immer mehrere Tage.
- Dabei wird in Turnieren gekämpft, Schach gespielt, musiziert und reichlich gegessen und getrunken.
- Die Hofkultur spielt in Geoffreys Geschichte eine große Rolle. Artus hält Hof und ist in Friedenszeiten
- Gastgeber vieler Feste. Zu ihm kommen die tapfersten Ritter und die schönsten Damen.
- Der Artushof ist prächtig, glanzvoll und kultiviert. All das spiegelt aber sehr stark die Hofkultur
- zur Zeit von Geoffrey wider. (Sprecher) In Sachen Mode
- sind die Mitglieder der Königsfamilie Vorreiter. Über die Kleider, die sie tragen, spricht man.
- (Zofe) Meine Königin. Meine Königin.
- Meine Königin. (Sprecher) Farbenfroh sollen sie sein, die Materialien kostbar.
- Trifft dieses Kleid Euren Geschmack? Oder soll es das mit dem goldenen Kragen sein?
- (Sprecher) Im Mittelalter besonders gefragt sind Gewänder aus Brokat, Samt oder kostbarer Seide,
- am besten reich bestickt und mit Goldplättchen verziert. Gürtel, Bänder und Schleier machen den Modestil der Adligen perfekt.
- Bringt mir noch das weiße Kleid. Das mit dem Schleier.
- Sehr wohl. (Sprecher) Eine strenge Kleiderordnung regelt,
- wer was tragen darf. Gewänder, Schmuck oder Frisur,
- nichts ist dem individuellen Geschmack überlassen. Das Outfit im Mittelalter ist vor allem
- ein Zeichen der gesellschaftlichen Stellung, besonders auf einem Königsfest.
- * Spricht Englisch. * Feste dienten der Machtdemonstration,
- aber auch dazu, um Politik zu machen. Man konnte netzwerken, wichtige Adlige oder Würdenträger treffen.
- Feste dienten politischen, zeremoniellen oder sonstigen Zwecken.
- Was ist mit mir? Habe ich dir nicht treu gedient, mich im Kampf bewährt?
- Warum hast du mir kein Land zu Lehen gegeben? Du bist noch nicht so weit.
- Aber keine Angst, deine Zeit wird kommen. Die Schotten im Norden geben keine Ruhe.
- Eines Tages wirst du dich bewähren und die Schotten fernhalten. Wie du meinst.
- Mordred, dein Platz ist hier, an meiner Seite. Lass uns über das Fest sprechen. Es kommen wichtige Gäste.
- Wir müssen Allianzen schmieden. (Sprecher) Damals wie heute,
- ohne die richtigen Allianzen und geschickte Diplomatie kann ein Herrscher nicht erfolgreich regieren.
- Feste am Königshof sind natürlich zentrale Elemente der Verbindung. Man zeigt dort die Macht
- und auch die Rolle, die man entsprechend spielt. Es gibt in der Forschung den Begriff "Spielregeln der Politik".
- Die gruppieren sich ganz wesentlich natürlich auch um das höfische Fest.
- (Sprecher) Für ein Festmahl wird alles aufgefahren, was die königliche Küche hergibt.
- Die Vorbereitungen dauern Tage. Mindestens fünf Gänge stehen auf der Speisekarte.
- Viele einheimische Lebensmittel wie Getreide oder Gemüse sind Zinsabgaben der Bauern aus dem Umland.
- Exotische Waren gelangen über Händler an den Hof. Weißbrot gilt als besonders edel,
- aber auch Fleisch, Geflügel und frische Früchte gehören zum königlichen Bankett.
- So wie der Herrscher die Feste dazu nutzt, sich der Loyalität befreundeter
- und verwandter Lehnsherrn zu versichern, so nutzen diese wiederum die Chance,
- lukrative Ämter zu ergattern. Geoffrey liefert einen Einblick,
- wie das Verwaltungssystem in Britannien um 1135 ausgesehen hat. Eingeführt hat es bereits Wilhelm der Eroberer,
- in erster Linie, um die Steuereinnahmen zu berechnen. Aber auch, um die Zahl der wehrpflichtigen Männer
- in Erfahrung zu bringen. An die Spitze der Verwaltung setzt er nur engste Vertraute.
- Im Britischen Nationalarchiv in London liegt ein Dokument, das im Volksmund "Buch des jüngsten Tages" genannt wird,
- das sogenannte Domesday Book. Es stammt aus dem Jahr 1086
- und gilt als das älteste Grundbuch der Welt. Darin aufgelistet ist alles,
- was zum anglo-normannischen Reich gehört hat. Auf knapp 900 Seiten stehen Namen und Besitztümer
- aus über 13.000 Ortschaften. Für Hanley in Worcestershire
- notieren Williams Abgesandte zum Beispiel: 20 Dorfbewohner, 17 Kleinbauern, 17,5 Landeinheiten,
- neun Diener, sechs Schweineherden zu 60 Schweinen, eine Mühle, Wald und einen Falkenhorst.
- Der gesamte Besitz geht auf den König über, ein Viertel davon vermacht er der Kirche.
- Ein Fünftel behält er selbst. Über die Hälfte geht an normannische Barone.
- Dem angelsächsischen Adel bleibt gerade mal drei Prozent. Dass die Besitzverhältnisse
- zugunsten der Normannen geregelt werden, ist nicht nur ein politischer Schachzug des Eroberers,
- sondern macht ihn auch zum reichen Mann. Und nicht nur das.
- Er macht damit auch den Weg frei für einen zentralisierten Staat. Alle Angaben, die im Domesday Book stehen,
- erklärt er für rechtlich endgültig. Die Vergabe von Ämtern und Ländereien
- ist auch Artus' Schlüssel zur Machterhaltung, wie Geoffrey schreibt.
- Privat allerdings liegt ein Schatten über seinem Glück. Nach neun Ehejahren hat das Königspaar
- noch immer keinen Nachwuchs. Und Mordred macht Guinevere heimlich den Hof.
- Anscheinend braucht man so ein Gegengewicht, eine Gegengewicht-Figur zu dem idealen Helden.
- Und vielleicht braucht man diese Figur auch, um zu zeigen, dass das Artusreich auch negative Aspekte hat.
- Man will natürlich auch das Publikum mit den entsprechenden Geschichten faszinieren und fesseln.
- Eine typische Situation, die wir ja haben, dass man eben auch bei der Lektüre des Textes bleibt.
- Also Sex and Crime, auch heute etwas, was zieht. Auch damals in der höfischen Zeit etwas, was die Menschen anlockt.
- Es gibt eine Zeit zum Kämpfen, und es gibt eine Zeit, um den Sieg zu feiern.
- Ihr habt tapfer gekämpft. Mordred, mein Neffe,
- du bist wie ein Sohn für mich. Du hast dich im Kampfe tapfer bewährt.
- Wir trinken auf dein Wohl. (Männer) Zum Wohl.
- Ich danke dir, mein König. Aber deine Tapferkeit stellt alles in den Schatten. Auf dein Wohl.
- Und auf das Wohl der Königin, und auf dass Euch bald ein Sohn und Erbe geboren werden möge.
- Lang lebe König Artus. (Ritter) Lang lebe König Artus. Lang lebe die Königin.
- (Sprecher) Den Flirt zwischen Guinevere und Mordred lässt Geoffrey in seinem Werk unkommentiert.
- Er kritisiert aber allgemein Wollust und Trägheit, weil sie den Frieden gefährden.
- Eine Vorahnung, die sich erfüllen könnte, denn Boten kommen an den legendären Artus-Hof,
- in die Burg, die in späteren Werken Camelot genannt wird. Der Autor verortet sie in der "Stadt der Legionen" in Wales.
- Die "Stadt der Legionen", walisisch Caerleon, ist bis um 300 nach Christus ein römisches Hauptquartier.
- Im 11. Jahrhundert bauen die Normannen dort eine Burg. Dass Geoffreys Wahl auf diesen Ort fällt, ist kein Zufall.
- Die Anlage liegt nur 40 Kilometer von seinem Heimatort entfernt. Er kennt die Gegend wie seine eigene Westentasche.
- * Spricht Englisch. * Wirklich interessant an Geoffrey von Monmouths Werk ist,
- dass Caerleon eine große Rolle in seiner Geschichte spielt, eine überproportional große Rolle
- in einer Geschichte über Britannien. Die Archäologie hat inzwischen gezeigt,
- dass viele der großen Bauwerke, die von den Römern errichtet wurden,
- das Amphitheater, in dem wir stehen, das große Turmtor im Zentrum der Festung und die Bäder,
- zur Zeit von Geoffrey von Monmouth noch standen. Er schreibt, dass dieser Ort hier hervorragend geeignet war,
- um Hof zu halten. (Sprecher) Das Amphitheater führt zu einer völlig neuen Facette
- des Artus-Mythos: die Tafelrunde. Das Besondere von Caerleon ist diese kreisförmige Anlage.
- Sehr bald wurde der Platz mit einem Runden Tisch verglichen, der dann auch als Runder-Tisch-Platz bekannt wurde.
- (Sprecher) Bei Geoffrey kommt der Begriff "Tafelrunde" nicht vor. Er schildert lediglich,
- dass sich König Artus und seine Ritter in einem runden Turmzimmer beraten.
- Einige Experten vermuten aber, dass die Szene spätere Dichter inspiriert hat.
- Noch zu Lebzeiten von Geoffrey, etwa 20 Jahre nach Erscheinen der Königschronik,
- übersetzt ein normannischer Autor die Geschichte ins Anglonormannische
- und baut die Tafelrunde mit ein. Die Idee: ein strahlender König
- inmitten seiner edlen Ritter an einem runden Tisch, alle von gleichem Rang und gleicher Ehre.
- Nur die besten und tapfersten Männer dürfen an der Runde teilnehmen.
- Eine eingeschworene Gemeinschaft, die im Verbund entscheidet, wie das Königreich Camelot regiert werden soll.
- Ein mittelalterliches Idealbild, zumindest in der Theorie. Die Tafelrunde ist ein Element,
- die Herrschaft breiter zu verteilen. Sie ist natürlich auch ein Element,
- das ein Stück weit egalitär ist oder sich gibt. Natürlich ist der Herrscher Artus
- immer noch "primus inter pares", aber dann: Alle anderen sind in ähnlicher Situation.
- Unsere Artus-Epen zeigen allerdings, dass das auch Neid und Missgunst hervorrufen kann.
- Wer sitzt dem Herrscher am nächsten, wer sitzt an seiner rechten Seite, wer ist der Beste der Ritter.
- * Bedrohliche Musik * Eine Gesandtschaft aus Rom hat mich aufgesucht.
- Sie bezeichnen mich als Emporkömmling. Ich solle meinen wahren Platz kennen.
- Und sie stellen meine Herrschaft Britanniens infrage. * Entrüstetes Murmeln *
- Sie fordern die Rückgabe aller eroberten Gebiete sowie unsere Unterwerfung.
- * Stimmengewirr * Bleibt ruhig.
- Wir wollen uns beraten. Wir haben lange genug gefeiert.
- Wir müssen in den Krieg ziehen. Wir sind keine Feiglinge.
- Wir sind Kämpfer. Ich sage, wir ziehen in den Krieg. (Sprecher) Auf dem Höhepunkt seiner Macht,
- inmitten einer Zeit des Friedens, trifft König Artus eine folgenreiche Entscheidung,
- im festen Glauben, Britannien zu retten. Schreib,
- dass ich nach Rom kommen werde. "Ich komme nach Rom,
- aber nicht, um mich zu unterwerfen, sondern um es zu erobern."
- (Ritter) Lang lebe König Artus. Lang lebe Britannien. Mordred, du wirst mich in Zeiten meiner Abwesenheit vertreten.
- Ich vertraue dir das Land an. Und ich gebe die Königin in deinen Schutz.
- (Mordred) Ich danke dir. Ich werde dich nicht enttäuschen.
- Du hast mein Wort, ich werde das Land und die Königin mit meinem Leben verteidigen.
- (Sprecher) Doch Artus ergeht es wie Wilhelm dem Eroberer. Wenn der Normanne die Insel verließ,
- um in Frankreich zu kämpfen, versuchten Verräter in Britannien, die Macht an sich zu reißen,
- meist aus dem Kreis seiner engsten Vertrauten. Bei König Artus schmiedet sein geliebter Neffe Mordred
- einen düsteren Plan. Als Artus dann eben außer Landes ist,
- dann kann er die Herrschaft übernehmen, von der er denkt, sie steht ihm zu.
- Aber wie gesagt, da steht eben das Erbrecht entgegen, das ihn quasi per se von der Herrschaft
- als Herrscher ausschließen würde. Er könnte nur teilhaben an der Macht.
- Teilhabe reicht ihm entsprechend aber nicht aus. Dieses Problem ist für ihn eigentlich nur lösbar mit Verrat.
- * Lachen * (Sprecher) Mordred ist wie Artus und Guinevere
- eine Figur mit rätselhafter Herkunft. In manchen Darstellungen ist er der Sohn von Artus,
- in anderen sein Neffe. Der Zauberer Merlin sagt ihm voraus,
- dass er eines Tages auf Artus' Thron sitzen werde. Auch über seine Liebschaft mit Guinevere
- existieren mehrere Spielarten. In manchen Sagen erwidert Guinevere Mordreds Liebesschwüre.
- In anderen Überlieferungen zerrt er sie vom Thron und misshandelt sie. Als Artus nach Rom aufbricht,
- vertraut er das Reich seinem Neffen Mordred an. Das erweist sich als großer Fehler, denn Mordred verrät ihn,
- nimmt ihm Krone und Thron und sogar seine Frau Guinevere. Vielleicht hätte Artus sein Reich in treuere Hände geben sollen.
- Die Lehre daraus: Verlasse nie dein Königreich, wenn du nicht weißt,
- dass dein Stellvertreter es gut für dich verwaltet. (Sprecher) Als Artus vom Verrat erfährt,
- kehrt er umgehend mit seinem Heer nach Britannien zurück. 542 kommt es zu einer Entscheidungsschlacht,
- wie es im Text heißt. Mordred wird dabei getötet,
- Artus von einem Getreuen Mordreds schwer verletzt, das britische Königreich droht unterzugehen.
- * Triste Streichmusik * Die letzten verbliebenen Getreuen, heißt es weiter,
- bringen ihren König auf die mythische Insel Avalon. Dort sollen seine Wunden gepflegt werden.
- Ob der Herrscher überlebt oder nicht, wird nicht erzählt. Was bleibt, ist die Hoffnung der Briten,
- dass ihr Herrscher irgendwann wiederkehrt. Mit dem Verlust des überragenden König Artus
- versinkt Britannien im Chaos. Geoffrey schildert, wie die Sachsen zurückkehren
- und endgültig die Macht an sich reißen. Aus Sicht des Hofdichters wäre das nicht passiert,
- wenn Artus und Mordred den inneren Frieden gewahrt hätten. Forschern zufolge ist Geoffreys Kommentar
- als klarer Hinweis auf die politischen Zustände in Britannien um 1135 zu verstehen.
- Der Autor kritisiert den Thronstreit zwischen König Stephan und seiner Cousine Mathilda.
- Immerhin hält die sogenannte "Anarchy" das anglo-normannische Königreich 19 Jahre lang fest im Griff.
- Erst nach Stephans Tod beginnt mit Mathildas Sohn, Henry II., eine neue Ära.
- An der Beliebtheit von König Artus ändert Geoffreys Kritik aber nichts.
- * Spricht Englisch. * Geoffrey von Monmouths Geschichte über Artus
- war enorm einflussreich. Lange nach Geoffrey, als König Stephen, Wilhelm der Eroberer
- und andere längst nicht mehr an der Macht waren, wurde sie immer weiter erzählt.
- Sie fasziniert noch immer. Der Kriegerkönig und ideale Herrscher
- als Sinnbild für gute und starke Führung. (Sprecher) Mit der Veröffentlichung von Geoffreys Buch
- gerät eine Lawine ins Rollen. Viele Schriftsteller entdecken den legendären König für sich
- und spinnen seine Geschichte fantasievoll weiter. * Glorreiche Orchestermusik *
- Schon 20 Jahre nach dem Erscheinen der Königschronik verfasst der Dichter Wace seinen "Roman de Brut"
- in anglo-normannischer Sprache und erfindet die Tafelrunde hinzu. Der französische Dichter Chretien de Troyes wiederum
- nennt die Ritter Lancelot und Parzival und baut den Heiligen Gral in die Artussage ein.
- Etwa um 1200 taucht bei Robert de Boron zum ersten Mal das Schwert im Stein auf.
- In Deutschland sind es vor allem Werke von Hartmann von Aue und der berühmte "Parzival" von Wolfram von Eschenbach",
- die Artus populär machen. Geoffreys anglo-normannischer König Artus
- wird dabei immer mehr überdeckt. * Ruhige Klaviermusik *
- Sein Held verändert sich unaufhaltsam, vom starken, klugen und gerechten König
- wird er sogar zum christlichen Heilsbringer. Viele Herrscher wollen von seinem Glanz profitieren.
- Richard Löwenherz, der sein Schwert Excalibur nennt, ist der Erste in der langen Reihe britischer Herrscher,
- die ihre Abstammung unbedingt auf Artus zurückführen wollen. Auch der habsburgische Kaiser Maximilian I.,
- der "letzte Ritter", lässt für sein Grabdenkmal in der Hofkirche zu Innsbruck
- eine überlebensgroße Artusstatue in Bronze gießen. Heinrich VIII. hat sich als Artus der Tafelrunde
- porträtieren lassen. Das Bild hängt in Winchester Hall.
- 1848 erteilt die englische Königin Viktoria den Auftrag, ihr Ankleidezimmer im Westminster-Palast
- mit Bildern aus der Sage zu schmücken. Und Prinz Charles trägt den Namen "Arthur" als Beinamen,
- das gilt auch für seinen Sohn William und seinen Enkel Louis. Bis heute wird nach Spuren von Artus' Existenz gesucht.
- Die meisten Forscher glauben aber nicht an einen realen Artus. Für sie ist er schlichtweg die Verkörperung
- eines idealen mittelalterlichen Herrschers. Jeder Autor erschafft seine eigene Artuswelt,
- und oft scheinen reale Ereignisse und Personen durch. Bei Geoffrey könnten es
- die anglo-normannischen Herrscher sein. Untertitel im Auftrag des ZDF, 2021