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Es gibt KEIN Leben nach dem Tod (und warum das so ist) - Teil 1

Martin Meter9:36 107.247 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 68 Zeilen
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  1. Hallo, Martin Meter hier. Heute erkläre ich Euch, warum es KEIN Leben nach dem Tod gibt. All diese Menschen sind tot.
  2. Ihre Körper sind gestorben und verfallen, und ihre Seelen haben aufgehört zu existieren. Manche Leute glauben ja, dass der Körper, der irgendwann stirbt und dann hier begraben
  3. wird, nur ein Gefäß für die Seele sei, und dass die Seele dann außerhalb des Körpers weiterleben würde.
  4. Ich habe das selbst lange Zeit geglaubt – schliesslich hat dieser Glaube eine mächtige Lobby, und er wurde mir von klein auf eingetrichtert.
  5. Aber irgendwann habe ich mich genauer informiert und musste daraufhin meine Meinung ändern – und zwar aufgrund von bewiesenen Tatsachen.
  6. Um das zu erklären, muss ich einen Abstecher in die Hirnforschung machen. Genauer gesagt: In die Erforschung des Gedächtnisses.
  7. Das menschliche Gehirn enthält ungefähr 86 Milliarden Neuronen: Hirnzellen, die ein kompliziertes Netzwerk bilden.
  8. Jedes Neuron besitzt Verbindungsstellen zu vielen anderen Neuronen. Über diese Verbindungsstellen, auch „Synapsen“ genannt, kann ein Neuron Signale an andere
  9. Neuronen senden. Hier eine vereinfachte Darstellung, die ein sendendes und ein empfangendes Neuron zeigt.
  10. Links ist das sendende Neuron dargestellt; es kann über die Synapse Signale zum empfangenden Neuron senden.
  11. Das rechte Neuron empfängt und verarbeitet das Signal, zusammen mit Signalen von anderen Neuronen, und kann das Ergebnis wieder an andere Neuronen senden.
  12. Wenn ich etwas lerne, dann wird die neue Information in meinem Gehirn gespeichert. Gedächtnisinhalte sind Daten, und die dauerhafte Speicherung dieser Daten erfolgt durch Änderung
  13. der Verbindungen zwischen den Neuronen. Wenn das Gehirn dauerhaft etwas lernt, wachsen neue Verbindungen
  14. parallel zu den bestehenden. Dem sendenden Neuron wächst eine neue Verzweigung, mit der es an die Eingangsleitung des empfangenden
  15. Neurons andockt und dadurch eine neue Übergangsstelle, eine neue Synapse, bildet. Durch diese Parallelschaltung wird die bestehende Verbindung verstärkt.
  16. Umgekehrt können auch Verbindungen wegfallen, indem zuvor vorhandene Synapsen verkümmern. Durch das Wachstum und das Verkümmern von Synapsen wird die Verdrahtung des Neuronen-Netzwerks
  17. geändert. Und mit der Verdrahtung ändert sich auch der Speicherinhalt des Gehirns.
  18. Ähnlich, wie eine Straßenkarte ein Datenspeicher ist, der seine Daten in Form von Verbindungen zwischen den Ortschaften enthält, so ist auch das Gehirn ein Datenspeicher, der seine
  19. Daten in Form von Verbindungen zwischen den Neuronen enthält. Auf der Straßenkarte ist die Information „Hier verläuft ein Feldweg“ etwas ganz
  20. anderes als die Information „Hier verläuft eine mehrspurige Autobahn“. Und auch im Gehirn stellt eine einfache Verbindung eine andere Information dar als eine mehrfache,
  21. parallele Verbindung. Eine Änderung der Verbindungen bedeutet also eine Änderung der gespeicherten Gedächtnisdaten
  22. – das ist es, was das Lernen ausmacht. Mit anderen Worten: Beim Langzeitgedächtnis werden die Gedächtnisinhalte in Form von
  23. materiell vorhandenen Synapsen im Gehirn gespeichert – und sonst nirgends. Mein Langzeitgedächtnis besteht aus einem ungeheuer komplizierten, dreidimensionalen
  24. Muster von Neuronen und Synapsen in meinem Gehirn. Gleichzeitig ist mein Langzeitgedächtnis aber auch ein unverzichtbarer Bestandteil
  25. meiner Seele. Ein zusammenhängendes Ich-Erlebnis kann nur deshalb zustande kommen, weil ich mich an
  26. vergangene Momente erinnern kann: Erst mit Hilfe meines Gedächtnisses kann ich einzelne Ereignisse zu jenem großen Ganzen verbinden, das ich als „mein Leben“ ansehe; erst
  27. im Vergleich zu Vergangenem, Erinnertem und Erlerntem kann ich gegenwärtige Erlebnisse überhaupt einordnen und als sinnvoll erleben.
  28. Dass ich jeden Morgen beim Aufwachen meine Identität wiedererlange, verdanke ich dem Umstand, dass die entsprechenden Daten dazu in meinem Langzeitgedächtnis gespeichert
  29. sind: Ich kann mich heute daran erinnern, was gestern war; ich weiß, wie ich heiße und wie es ist, ich zu sein.
  30. Ähnlich, wie die Festplatte meines Computers wichtige Datenmuster bereitstellt, damit sie beim nächsten Start wieder geladen werden können, hält auch mein Langzeitgedächtnis
  31. die Daten meiner Identität während des Tiefschlafs gespeichert, damit sie mir beim Aufwachen wieder zur Verfügung stehen.
  32. Erst mein Langzeitgedächtnis liefert die festen Bezugspunkte, die mein Leben zusammenhalten. Was wäre ich ohne meine Erfahrungen und Erinnerungen, ohne die Speicherinhalte meines Gedächtnisses?
  33. Wenn mir alle meine Erinnerungen und Erfahrungen genommen würden, die ich seit meiner Geburt erfahren habe, dann würde praktisch nichts mehr von mir übrigbleiben.
  34. Alles, was mich als Persönlichkeit ausmacht, wäre komplett verschwunden: meine Muttersprache, meine erlernten Fähigkeiten, meine Erinnerungen, meine Art des Denkens, meine Wertvorstellungen,
  35. Vorlieben, Meinungen, Erfahrungen und Ideen, mein Selbst- und Weltbild. Stellen wir uns mal vor, es gäbe zwar ein Leben nach dem Tod, aber das Gedächtnis ginge
  36. dabei völlig verloren. Das würde bedeuten, dass ich tote Verwandte im Jenseits gar nicht wiedererkennen könnte
  37. – und, falls sie mich ansprechen würden, ich sie weder verstehen noch ihnen antworten könnte, weil ich meine Muttersprache nicht mehr beherrsche.
  38. Ich wüsste gar nicht mehr, wer ich bin – weil all meine Gedächtnisinhalte verloren sind. Ich wüsste meinen eigenen Namen nicht mehr; ich könnte meine Freunde und Verwandte nicht
  39. mehr wiedererkennen; ich würde noch nicht einmal mich selbst auf Fotos erkennen.
  40. Ich wüsste nicht mehr, wie es sich anfühlt, im Sommer auf einer mit Blumen übersäten Wiese zu stehen.
  41. Ich wüsste nicht mehr, welche Musik ich mag. Ich wüsste noch nicht einmal, was Musik überhaupt ist.
  42. Für mich als Individuum sind meine Gedächtnisinhalte so wichtig, dass meine Existenz direkt davon abhängt – auf Leben und Tod.
  43. Jede sinnvolle Definition eines Lebens nach dem Tod muss deshalb davon ausgehen, dass die Gedächtnisinhalte den Tod des Gehirns überdauern.
  44. Wenn es ein Leben nach dem Tod gibt, dann müsste das Langzeitgedächtnis, weil es im Leben eine derart wichtige Rolle spielt, den Prozess des Sterbens unbeschadet überstehen
  45. – sonst könnte man kaum von einem Weiterleben im üblichen Sinne sprechen. Eine Seele, die ihr Langzeitgedächtnis verloren hätte, wäre gar keine Seele mehr.
  46. Die Existenz der Seele hängt also direkt vom Gedächtnis und seinen Inhalten ab: Ohne Gedächtnisinhalte keine Seele.
  47. Wegen dieser Abhängigkeit zwischen Seele und Gedächtnis lässt sich die Frage, ob es ein Leben nach dem Tod gibt, umformulieren.
  48. Anstatt nur allgemein zu fragen: „Existiert die Seele nach dem Tod?“, lässt sich eine wesentlich genauere Frage stellen: „Existieren die Gedächtnisinhalte nach dem Tod?“
  49. Sobald man die genauere Frage beantwortet hat, ist damit auch die allgemeinere Frage geklärt.
  50. Und dank der Hirnforschung lässt sich die genauere Frage eindeutig beantworten: Die Antwort lautet schlicht: Nein.
  51. Die Gedächtnisinhalte sind in den Verbindungen der Neuronen gespeichert. In der Gesamtheit dieser Verbindungen ist alles gespeichert, was ich weiß;
  52. alles, was ich glaube; alles, was ich kann; alles, was ich mag. Wenn die Neuronen und ihre Verbindungen kaputt sind, dann sind auch die Gedächtnisinhalte kaputt.
  53. Kurz gesagt: Ohne Gehirn kein Gedächtnis. Meine Erinnerungen und Erfahrungen sind aber ein nicht wegzudenkender Bestandteil meiner
  54. Seele. Deshalb endet mit den Gedächtnisinhalten auch die Existenz der Seele:
  55. Ohne Gedächtnis keine Seele. Anhand der Tatsachen der Hirnforschung lässt sich also Folgendes feststellen:
  56. Erstens: Ohne funktionierendes Gehirn kein Gedächtnis. Zweitens: Ohne Gedächtnis keine Seele.
  57. Daraus folgt: Drittens: Ohne funktionierendes Gehirn keine Seele.
  58. Das bedeutet aber: Sobald meine Gehirnzellen abgestorben sind, sind meine Gedächtnisinhalte verloren – und meine Seele existiert nicht mehr.
  59. Mit anderen Worten: Es gibt kein Leben nach dem Tod. Für mich war diese Erkenntnis ein gewaltiger Schock.
  60. Aber wenn man den erst mal verdaut hat, lässt sich ganz gut damit leben. Eigentlich sogar noch besser, denn erstens verliert man dadurch eine falsche Hoffnung,
  61. und zweitens ergibt sich daraus eine erfrischende Klarheit: Nach dem Tod kommt keine „bessere Welt“ – und auch keine „schlechtere“.
  62. Nach dem Tod kommt gar nichts mehr. Wenn wir also eine Welt wollen, in der es Liebe gibt, und Frieden, und Gerechtigkeit,
  63. und Freiheit – dann müssen wir sie selbst erschaffen, und zwar hier und jetzt, in diesem Leben.
  64. Es gibt kein Leben nach dem Tod. Wir haben nur dieses Leben.
  65. Wir haben nur diese Welt. Und nur, wenn wir die verbessern, haben wir wirklich etwas erreicht.
  66. Hinweis: Die Argumentation in diesem kurzen Video hat natürlich Lücken. Wer es genauer wissen will, dem empfehle ich mein Buch „Die Befreiung des Denkens“
  67. Dort werden auch Themen behandelt, die in diesem Video fehlen, wie z.B. die Nahtodforschung. Das Buch gibt’s in jeder Buchhandlung.
  68. Einen Link dazu findet Ihr unten in der Videobeschreibung. Danke für Euer Interesse.

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