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Es gibt KEIN Leben nach dem Tod (und warum das so ist) - Teil 1
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 68 Zeilen
- Hallo, Martin Meter hier. Heute erkläre ich Euch, warum es KEIN Leben nach dem Tod gibt. All diese Menschen sind tot.
- Ihre Körper sind gestorben und verfallen, und ihre Seelen haben aufgehört zu existieren. Manche Leute glauben ja, dass der Körper, der irgendwann stirbt und dann hier begraben
- wird, nur ein Gefäß für die Seele sei, und dass die Seele dann außerhalb des Körpers weiterleben würde.
- Ich habe das selbst lange Zeit geglaubt – schliesslich hat dieser Glaube eine mächtige Lobby, und er wurde mir von klein auf eingetrichtert.
- Aber irgendwann habe ich mich genauer informiert und musste daraufhin meine Meinung ändern – und zwar aufgrund von bewiesenen Tatsachen.
- Um das zu erklären, muss ich einen Abstecher in die Hirnforschung machen. Genauer gesagt: In die Erforschung des Gedächtnisses.
- Das menschliche Gehirn enthält ungefähr 86 Milliarden Neuronen: Hirnzellen, die ein kompliziertes Netzwerk bilden.
- Jedes Neuron besitzt Verbindungsstellen zu vielen anderen Neuronen. Über diese Verbindungsstellen, auch „Synapsen“ genannt, kann ein Neuron Signale an andere
- Neuronen senden. Hier eine vereinfachte Darstellung, die ein sendendes und ein empfangendes Neuron zeigt.
- Links ist das sendende Neuron dargestellt; es kann über die Synapse Signale zum empfangenden Neuron senden.
- Das rechte Neuron empfängt und verarbeitet das Signal, zusammen mit Signalen von anderen Neuronen, und kann das Ergebnis wieder an andere Neuronen senden.
- Wenn ich etwas lerne, dann wird die neue Information in meinem Gehirn gespeichert. Gedächtnisinhalte sind Daten, und die dauerhafte Speicherung dieser Daten erfolgt durch Änderung
- der Verbindungen zwischen den Neuronen. Wenn das Gehirn dauerhaft etwas lernt, wachsen neue Verbindungen
- parallel zu den bestehenden. Dem sendenden Neuron wächst eine neue Verzweigung, mit der es an die Eingangsleitung des empfangenden
- Neurons andockt und dadurch eine neue Übergangsstelle, eine neue Synapse, bildet. Durch diese Parallelschaltung wird die bestehende Verbindung verstärkt.
- Umgekehrt können auch Verbindungen wegfallen, indem zuvor vorhandene Synapsen verkümmern. Durch das Wachstum und das Verkümmern von Synapsen wird die Verdrahtung des Neuronen-Netzwerks
- geändert. Und mit der Verdrahtung ändert sich auch der Speicherinhalt des Gehirns.
- Ähnlich, wie eine Straßenkarte ein Datenspeicher ist, der seine Daten in Form von Verbindungen zwischen den Ortschaften enthält, so ist auch das Gehirn ein Datenspeicher, der seine
- Daten in Form von Verbindungen zwischen den Neuronen enthält. Auf der Straßenkarte ist die Information „Hier verläuft ein Feldweg“ etwas ganz
- anderes als die Information „Hier verläuft eine mehrspurige Autobahn“. Und auch im Gehirn stellt eine einfache Verbindung eine andere Information dar als eine mehrfache,
- parallele Verbindung. Eine Änderung der Verbindungen bedeutet also eine Änderung der gespeicherten Gedächtnisdaten
- – das ist es, was das Lernen ausmacht. Mit anderen Worten: Beim Langzeitgedächtnis werden die Gedächtnisinhalte in Form von
- materiell vorhandenen Synapsen im Gehirn gespeichert – und sonst nirgends. Mein Langzeitgedächtnis besteht aus einem ungeheuer komplizierten, dreidimensionalen
- Muster von Neuronen und Synapsen in meinem Gehirn. Gleichzeitig ist mein Langzeitgedächtnis aber auch ein unverzichtbarer Bestandteil
- meiner Seele. Ein zusammenhängendes Ich-Erlebnis kann nur deshalb zustande kommen, weil ich mich an
- vergangene Momente erinnern kann: Erst mit Hilfe meines Gedächtnisses kann ich einzelne Ereignisse zu jenem großen Ganzen verbinden, das ich als „mein Leben“ ansehe; erst
- im Vergleich zu Vergangenem, Erinnertem und Erlerntem kann ich gegenwärtige Erlebnisse überhaupt einordnen und als sinnvoll erleben.
- Dass ich jeden Morgen beim Aufwachen meine Identität wiedererlange, verdanke ich dem Umstand, dass die entsprechenden Daten dazu in meinem Langzeitgedächtnis gespeichert
- sind: Ich kann mich heute daran erinnern, was gestern war; ich weiß, wie ich heiße und wie es ist, ich zu sein.
- Ähnlich, wie die Festplatte meines Computers wichtige Datenmuster bereitstellt, damit sie beim nächsten Start wieder geladen werden können, hält auch mein Langzeitgedächtnis
- die Daten meiner Identität während des Tiefschlafs gespeichert, damit sie mir beim Aufwachen wieder zur Verfügung stehen.
- Erst mein Langzeitgedächtnis liefert die festen Bezugspunkte, die mein Leben zusammenhalten. Was wäre ich ohne meine Erfahrungen und Erinnerungen, ohne die Speicherinhalte meines Gedächtnisses?
- Wenn mir alle meine Erinnerungen und Erfahrungen genommen würden, die ich seit meiner Geburt erfahren habe, dann würde praktisch nichts mehr von mir übrigbleiben.
- Alles, was mich als Persönlichkeit ausmacht, wäre komplett verschwunden: meine Muttersprache, meine erlernten Fähigkeiten, meine Erinnerungen, meine Art des Denkens, meine Wertvorstellungen,
- Vorlieben, Meinungen, Erfahrungen und Ideen, mein Selbst- und Weltbild. Stellen wir uns mal vor, es gäbe zwar ein Leben nach dem Tod, aber das Gedächtnis ginge
- dabei völlig verloren. Das würde bedeuten, dass ich tote Verwandte im Jenseits gar nicht wiedererkennen könnte
- – und, falls sie mich ansprechen würden, ich sie weder verstehen noch ihnen antworten könnte, weil ich meine Muttersprache nicht mehr beherrsche.
- Ich wüsste gar nicht mehr, wer ich bin – weil all meine Gedächtnisinhalte verloren sind. Ich wüsste meinen eigenen Namen nicht mehr; ich könnte meine Freunde und Verwandte nicht
- mehr wiedererkennen; ich würde noch nicht einmal mich selbst auf Fotos erkennen.
- Ich wüsste nicht mehr, wie es sich anfühlt, im Sommer auf einer mit Blumen übersäten Wiese zu stehen.
- Ich wüsste nicht mehr, welche Musik ich mag. Ich wüsste noch nicht einmal, was Musik überhaupt ist.
- Für mich als Individuum sind meine Gedächtnisinhalte so wichtig, dass meine Existenz direkt davon abhängt – auf Leben und Tod.
- Jede sinnvolle Definition eines Lebens nach dem Tod muss deshalb davon ausgehen, dass die Gedächtnisinhalte den Tod des Gehirns überdauern.
- Wenn es ein Leben nach dem Tod gibt, dann müsste das Langzeitgedächtnis, weil es im Leben eine derart wichtige Rolle spielt, den Prozess des Sterbens unbeschadet überstehen
- – sonst könnte man kaum von einem Weiterleben im üblichen Sinne sprechen. Eine Seele, die ihr Langzeitgedächtnis verloren hätte, wäre gar keine Seele mehr.
- Die Existenz der Seele hängt also direkt vom Gedächtnis und seinen Inhalten ab: Ohne Gedächtnisinhalte keine Seele.
- Wegen dieser Abhängigkeit zwischen Seele und Gedächtnis lässt sich die Frage, ob es ein Leben nach dem Tod gibt, umformulieren.
- Anstatt nur allgemein zu fragen: „Existiert die Seele nach dem Tod?“, lässt sich eine wesentlich genauere Frage stellen: „Existieren die Gedächtnisinhalte nach dem Tod?“
- Sobald man die genauere Frage beantwortet hat, ist damit auch die allgemeinere Frage geklärt.
- Und dank der Hirnforschung lässt sich die genauere Frage eindeutig beantworten: Die Antwort lautet schlicht: Nein.
- Die Gedächtnisinhalte sind in den Verbindungen der Neuronen gespeichert. In der Gesamtheit dieser Verbindungen ist alles gespeichert, was ich weiß;
- alles, was ich glaube; alles, was ich kann; alles, was ich mag. Wenn die Neuronen und ihre Verbindungen kaputt sind, dann sind auch die Gedächtnisinhalte kaputt.
- Kurz gesagt: Ohne Gehirn kein Gedächtnis. Meine Erinnerungen und Erfahrungen sind aber ein nicht wegzudenkender Bestandteil meiner
- Seele. Deshalb endet mit den Gedächtnisinhalten auch die Existenz der Seele:
- Ohne Gedächtnis keine Seele. Anhand der Tatsachen der Hirnforschung lässt sich also Folgendes feststellen:
- Erstens: Ohne funktionierendes Gehirn kein Gedächtnis. Zweitens: Ohne Gedächtnis keine Seele.
- Daraus folgt: Drittens: Ohne funktionierendes Gehirn keine Seele.
- Das bedeutet aber: Sobald meine Gehirnzellen abgestorben sind, sind meine Gedächtnisinhalte verloren – und meine Seele existiert nicht mehr.
- Mit anderen Worten: Es gibt kein Leben nach dem Tod. Für mich war diese Erkenntnis ein gewaltiger Schock.
- Aber wenn man den erst mal verdaut hat, lässt sich ganz gut damit leben. Eigentlich sogar noch besser, denn erstens verliert man dadurch eine falsche Hoffnung,
- und zweitens ergibt sich daraus eine erfrischende Klarheit: Nach dem Tod kommt keine „bessere Welt“ – und auch keine „schlechtere“.
- Nach dem Tod kommt gar nichts mehr. Wenn wir also eine Welt wollen, in der es Liebe gibt, und Frieden, und Gerechtigkeit,
- und Freiheit – dann müssen wir sie selbst erschaffen, und zwar hier und jetzt, in diesem Leben.
- Es gibt kein Leben nach dem Tod. Wir haben nur dieses Leben.
- Wir haben nur diese Welt. Und nur, wenn wir die verbessern, haben wir wirklich etwas erreicht.
- Hinweis: Die Argumentation in diesem kurzen Video hat natürlich Lücken. Wer es genauer wissen will, dem empfehle ich mein Buch „Die Befreiung des Denkens“
- Dort werden auch Themen behandelt, die in diesem Video fehlen, wie z.B. die Nahtodforschung. Das Buch gibt’s in jeder Buchhandlung.
- Einen Link dazu findet Ihr unten in der Videobeschreibung. Danke für Euer Interesse.