Es gibt KEIN Leben nach dem Tod (und warum das so ist) - Teil 1 Martin Meter https://www.youtube.com/watch?v=cK6AnnAlnY8 Transkript (automatisch erstellt) 0:03 Hallo, Martin Meter hier. Heute erkläre ich Euch, warum es KEIN Leben nach dem Tod gibt. All diese Menschen sind tot. 0:21 Ihre Körper sind gestorben und verfallen, und ihre Seelen haben aufgehört zu existieren. Manche Leute glauben ja, dass der Körper, der irgendwann stirbt und dann hier begraben 0:33 wird, nur ein Gefäß für die Seele sei, und dass die Seele dann außerhalb des Körpers weiterleben würde. 0:40 Ich habe das selbst lange Zeit geglaubt – schliesslich hat dieser Glaube eine mächtige Lobby, und er wurde mir von klein auf eingetrichtert. 0:48 Aber irgendwann habe ich mich genauer informiert und musste daraufhin meine Meinung ändern – und zwar aufgrund von bewiesenen Tatsachen. 0:57 Um das zu erklären, muss ich einen Abstecher in die Hirnforschung machen. Genauer gesagt: In die Erforschung des Gedächtnisses. 1:07 Das menschliche Gehirn enthält ungefähr 86 Milliarden Neuronen: Hirnzellen, die ein kompliziertes Netzwerk bilden. 1:14 Jedes Neuron besitzt Verbindungsstellen zu vielen anderen Neuronen. Über diese Verbindungsstellen, auch „Synapsen“ genannt, kann ein Neuron Signale an andere 1:24 Neuronen senden. Hier eine vereinfachte Darstellung, die ein sendendes und ein empfangendes Neuron zeigt. 1:30 Links ist das sendende Neuron dargestellt; es kann über die Synapse Signale zum empfangenden Neuron senden. 1:39 Das rechte Neuron empfängt und verarbeitet das Signal, zusammen mit Signalen von anderen Neuronen, und kann das Ergebnis wieder an andere Neuronen senden. 1:49 Wenn ich etwas lerne, dann wird die neue Information in meinem Gehirn gespeichert. Gedächtnisinhalte sind Daten, und die dauerhafte Speicherung dieser Daten erfolgt durch Änderung 2:01 der Verbindungen zwischen den Neuronen. Wenn das Gehirn dauerhaft etwas lernt, wachsen neue Verbindungen 2:08 parallel zu den bestehenden. Dem sendenden Neuron wächst eine neue Verzweigung, mit der es an die Eingangsleitung des empfangenden 2:15 Neurons andockt und dadurch eine neue Übergangsstelle, eine neue Synapse, bildet. Durch diese Parallelschaltung wird die bestehende Verbindung verstärkt. 2:26 Umgekehrt können auch Verbindungen wegfallen, indem zuvor vorhandene Synapsen verkümmern. Durch das Wachstum und das Verkümmern von Synapsen wird die Verdrahtung des Neuronen-Netzwerks 2:38 geändert. Und mit der Verdrahtung ändert sich auch der Speicherinhalt des Gehirns. 2:43 Ähnlich, wie eine Straßenkarte ein Datenspeicher ist, der seine Daten in Form von Verbindungen zwischen den Ortschaften enthält, so ist auch das Gehirn ein Datenspeicher, der seine 2:53 Daten in Form von Verbindungen zwischen den Neuronen enthält. Auf der Straßenkarte ist die Information „Hier verläuft ein Feldweg“ etwas ganz 3:03 anderes als die Information „Hier verläuft eine mehrspurige Autobahn“. Und auch im Gehirn stellt eine einfache Verbindung eine andere Information dar als eine mehrfache, 3:13 parallele Verbindung. Eine Änderung der Verbindungen bedeutet also eine Änderung der gespeicherten Gedächtnisdaten 3:21 – das ist es, was das Lernen ausmacht. Mit anderen Worten: Beim Langzeitgedächtnis werden die Gedächtnisinhalte in Form von 3:31 materiell vorhandenen Synapsen im Gehirn gespeichert – und sonst nirgends. Mein Langzeitgedächtnis besteht aus einem ungeheuer komplizierten, dreidimensionalen 3:40 Muster von Neuronen und Synapsen in meinem Gehirn. Gleichzeitig ist mein Langzeitgedächtnis aber auch ein unverzichtbarer Bestandteil 3:49 meiner Seele. Ein zusammenhängendes Ich-Erlebnis kann nur deshalb zustande kommen, weil ich mich an 3:55 vergangene Momente erinnern kann: Erst mit Hilfe meines Gedächtnisses kann ich einzelne Ereignisse zu jenem großen Ganzen verbinden, das ich als „mein Leben“ ansehe; erst 4:05 im Vergleich zu Vergangenem, Erinnertem und Erlerntem kann ich gegenwärtige Erlebnisse überhaupt einordnen und als sinnvoll erleben. 4:14 Dass ich jeden Morgen beim Aufwachen meine Identität wiedererlange, verdanke ich dem Umstand, dass die entsprechenden Daten dazu in meinem Langzeitgedächtnis gespeichert 4:24 sind: Ich kann mich heute daran erinnern, was gestern war; ich weiß, wie ich heiße und wie es ist, ich zu sein. 4:32 Ähnlich, wie die Festplatte meines Computers wichtige Datenmuster bereitstellt, damit sie beim nächsten Start wieder geladen werden können, hält auch mein Langzeitgedächtnis 4:41 die Daten meiner Identität während des Tiefschlafs gespeichert, damit sie mir beim Aufwachen wieder zur Verfügung stehen. 4:49 Erst mein Langzeitgedächtnis liefert die festen Bezugspunkte, die mein Leben zusammenhalten. Was wäre ich ohne meine Erfahrungen und Erinnerungen, ohne die Speicherinhalte meines Gedächtnisses? 5:01 Wenn mir alle meine Erinnerungen und Erfahrungen genommen würden, die ich seit meiner Geburt erfahren habe, dann würde praktisch nichts mehr von mir übrigbleiben. 5:08 Alles, was mich als Persönlichkeit ausmacht, wäre komplett verschwunden: meine Muttersprache, meine erlernten Fähigkeiten, meine Erinnerungen, meine Art des Denkens, meine Wertvorstellungen, 5:21 Vorlieben, Meinungen, Erfahrungen und Ideen, mein Selbst- und Weltbild. Stellen wir uns mal vor, es gäbe zwar ein Leben nach dem Tod, aber das Gedächtnis ginge 5:31 dabei völlig verloren. Das würde bedeuten, dass ich tote Verwandte im Jenseits gar nicht wiedererkennen könnte 5:36 – und, falls sie mich ansprechen würden, ich sie weder verstehen noch ihnen antworten könnte, weil ich meine Muttersprache nicht mehr beherrsche. 5:43 Ich wüsste gar nicht mehr, wer ich bin – weil all meine Gedächtnisinhalte verloren sind. Ich wüsste meinen eigenen Namen nicht mehr; ich könnte meine Freunde und Verwandte nicht 5:53 mehr wiedererkennen; ich würde noch nicht einmal mich selbst auf Fotos erkennen. 5:57 Ich wüsste nicht mehr, wie es sich anfühlt, im Sommer auf einer mit Blumen übersäten Wiese zu stehen. 6:03 Ich wüsste nicht mehr, welche Musik ich mag. Ich wüsste noch nicht einmal, was Musik überhaupt ist. 6:10 Für mich als Individuum sind meine Gedächtnisinhalte so wichtig, dass meine Existenz direkt davon abhängt – auf Leben und Tod. 6:18 Jede sinnvolle Definition eines Lebens nach dem Tod muss deshalb davon ausgehen, dass die Gedächtnisinhalte den Tod des Gehirns überdauern. 6:26 Wenn es ein Leben nach dem Tod gibt, dann müsste das Langzeitgedächtnis, weil es im Leben eine derart wichtige Rolle spielt, den Prozess des Sterbens unbeschadet überstehen 6:37 – sonst könnte man kaum von einem Weiterleben im üblichen Sinne sprechen. Eine Seele, die ihr Langzeitgedächtnis verloren hätte, wäre gar keine Seele mehr. 6:47 Die Existenz der Seele hängt also direkt vom Gedächtnis und seinen Inhalten ab: Ohne Gedächtnisinhalte keine Seele. 6:56 Wegen dieser Abhängigkeit zwischen Seele und Gedächtnis lässt sich die Frage, ob es ein Leben nach dem Tod gibt, umformulieren. 7:03 Anstatt nur allgemein zu fragen: „Existiert die Seele nach dem Tod?“, lässt sich eine wesentlich genauere Frage stellen: „Existieren die Gedächtnisinhalte nach dem Tod?“ 7:12 Sobald man die genauere Frage beantwortet hat, ist damit auch die allgemeinere Frage geklärt. 7:18 Und dank der Hirnforschung lässt sich die genauere Frage eindeutig beantworten: Die Antwort lautet schlicht: Nein. 7:26 Die Gedächtnisinhalte sind in den Verbindungen der Neuronen gespeichert. In der Gesamtheit dieser Verbindungen ist alles gespeichert, was ich weiß; 7:34 alles, was ich glaube; alles, was ich kann; alles, was ich mag. Wenn die Neuronen und ihre Verbindungen kaputt sind, dann sind auch die Gedächtnisinhalte kaputt. 7:45 Kurz gesagt: Ohne Gehirn kein Gedächtnis. Meine Erinnerungen und Erfahrungen sind aber ein nicht wegzudenkender Bestandteil meiner 7:54 Seele. Deshalb endet mit den Gedächtnisinhalten auch die Existenz der Seele: 8:00 Ohne Gedächtnis keine Seele. Anhand der Tatsachen der Hirnforschung lässt sich also Folgendes feststellen: 8:07 Erstens: Ohne funktionierendes Gehirn kein Gedächtnis. Zweitens: Ohne Gedächtnis keine Seele. 8:16 Daraus folgt: Drittens: Ohne funktionierendes Gehirn keine Seele. 8:25 Das bedeutet aber: Sobald meine Gehirnzellen abgestorben sind, sind meine Gedächtnisinhalte verloren – und meine Seele existiert nicht mehr. 8:36 Mit anderen Worten: Es gibt kein Leben nach dem Tod. Für mich war diese Erkenntnis ein gewaltiger Schock. 8:44 Aber wenn man den erst mal verdaut hat, lässt sich ganz gut damit leben. Eigentlich sogar noch besser, denn erstens verliert man dadurch eine falsche Hoffnung, 8:54 und zweitens ergibt sich daraus eine erfrischende Klarheit: Nach dem Tod kommt keine „bessere Welt“ – und auch keine „schlechtere“. 9:03 Nach dem Tod kommt gar nichts mehr. Wenn wir also eine Welt wollen, in der es Liebe gibt, und Frieden, und Gerechtigkeit, 9:11 und Freiheit – dann müssen wir sie selbst erschaffen, und zwar hier und jetzt, in diesem Leben. 9:18 Es gibt kein Leben nach dem Tod. Wir haben nur dieses Leben. 9:21 Wir haben nur diese Welt. Und nur, wenn wir die verbessern, haben wir wirklich etwas erreicht. 9:31 Hinweis: Die Argumentation in diesem kurzen Video hat natürlich Lücken. Wer es genauer wissen will, dem empfehle ich mein Buch „Die Befreiung des Denkens“ 9:44 Dort werden auch Themen behandelt, die in diesem Video fehlen, wie z.B. die Nahtodforschung. Das Buch gibt’s in jeder Buchhandlung. 9:52 Einen Link dazu findet Ihr unten in der Videobeschreibung. Danke für Euer Interesse.