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🎧 Othello – William Shakespeare | Tragödie | Hörbuch Komplett | Jürgen Fritsche liest Klassiker
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Transkriptautomatisch erstellt · 1221 Zeilen
- Otello, ein Drama von William Shakespeare, übersetzt von Wolf Graf
- Baudisin, gesprochen von Jürgen Fritsche. Personen: Herzog von Venedig, Brabanzio,
- Senator. Andere Senatoren. Graziano, Bruder des Brabanzio. Lodovico, Verwandter des Brabano. Otello, Feldherr, ein edler
- Moor im Dienste Venedigs. Casio, sein Leutnant, Jago, sein Fanrich. Rodrigo, ein junger
- Venetianer. Montano, Otellos Vorgänger als Stadthalter von Zypern. Ein Narr, Diener des Hotello,
- Herold. Des Demona, Brabanzios Tochter und Ehefrau des Otello. Emilia, Jagos Frau, Bianca, Csios
- Geliebelle, Amtsdiener, Ein Bote, Musikanten, Herold, ein Matrose, Gefolge etc. Szene im ersten Akt in Venedig. Danach
- ein Hafen in Zypern. Erster Akt. Erste Szene.
- Venedig, eine Straße. Es treten auf Rodrigo und Jago. Rodrigo, still, sag nichts mehr, denn damit kränkst du mich. Das Jago,
- du, der meine Börse führte, als wäre sie dein die Sache schon gewusst. Jago, verdammt, ihr hört ja nicht. Habe ich mir je davon was träumen
- lassen? Verabscheut mich. Rodrigo, du hast mir stets gesagt, du hassest ihn. Jago, verachte mich, wenn es nicht
- so ist. Drei mächtige aus dieser Stadt, persönlich bemüht zu seinem Leutnant mich zu machen, hoffierten ihm und auf Soldaten Wort: "Ich kenne meinen Preis,
- das kommt mir zu." Doch er, verliebt in seinen Stolz und Dünkel, weicht ihnen aus mit Schwulzt, weit hergeholt, den er staffiert mit grausen Kriegssentenzen.
- Und kurz und gut schlägt's meinen Gönner ab, denn wirklich spricht er, "ge gewählt schon habe ich meinen Offizier. Und wer ist das?
- Seht mir ein großer Arithmetiker, ein Michael Casio, ein Florentiner, ein Bursch, verdammt fast in ein schmuckes Weib, der niemals eine Schei ins Feld
- geführt, noch von der Heresordnung mehr versteht als Jüngferchin. Nur Bücherheorie, von der in seiner Troga wohl ein Ratsherr so weißlich spricht
- als er. All seine Kriegskunstgeschwätz, nicht Praxis. Der nun wird erwählt und ich, von dem sein Auge Proben sah zu Rodus, Zypern und auf
- anderem Boden christlich und heisch komm um Wind und Flut durch solchen Rechenknecht, solch einmal eins. Der wohl bekommst ihm muss sein
- Leutnand sein und helf mir Gott, ich seine Morschaft Fernrich Rodrigo bei Gott sein Henker würde ich lieber sein.
- Da hilft nichts für. Das ist der Fluch des Dienstes. Beförderung geht nach Gunst und nach Empfehlung und nicht nach altem
- Brauch, wo jeder zweite den Platz des Vormanns erbt. Wort halt nun selbst, ob mich wohl irgend verpflichtet, den Moh zu
- lieben, Rodrigo. So auch dient ich ihm nicht. Jago: "Oh, seid ganz ruhig. Ich di ihm, um mir's einzubringen, denn es kann nicht jeder Herr sein, jeder Herr
- nicht treue Diener haben. Seht ihr doch so manchen pflichtgetreuen Kniebeuger, der ganz verliebt in seine Sklavenfessel ausharrt, recht wie die Esel seines
- Herrn ums Heu und wird im Alter fortgejagt. Peitscht mir solch redlich Volk. Dann gibt es andere, die ausstaffiert
- mit Blick und Form der Demut ein Herz bewahren, das nur sich bedenkt. Die nur Scheindienste liefern ihren oberen durch sie gedeih und wann ihr Pelz gefüttert
- sich selbst Gebieter sind. Die Burschen haben Witz und dieser Zunft zu folgen ist mein Stolz. Denn Herr, es ist so gewisß als ihr
- Rodrigo heißt. Wä ich der Mo nicht möchte ich Jago sein. Wenn ich ihm diene, diene ich nur mir selbst. Der Himmel weiß es. Nicht aus Lieb und
- Pflicht. Nein, nur zum Schein für meinen eigenen Zweck. Denn wenn man äußeres Tun je offenbart, des Herzens angeborene Art und Neigung
- in Haltung und Gebärde, dann als bald will ich mein Herz an meinem Ärmel tragen als Frasß für Krän. Ich bin nicht was ich
- bin. Rodrigo Groß Glück fällt diesem Dick Gelippten zu, wenn es ihm gelingt. Jago ruft ihren Vater auf,
- hetzt den ihm nach, vergiftet seine Lust, schreiz durch die Stadt, macht ihre Vettern wild und ob er unter milden Himmel wohnt, plagt ihn mit Fliegen. Ist
- die Freud ihm Freude, versetzt sie dennoch ihn mit so viel Pein, daß sie etwas erleiche. Rodrigo, hier ist das Vaters Haus. Ich
- rufe ihn laut. Jago, das tut mit gleichem Angstruf und Geheul, als wenn bei Nacht und Lässigkeit ein Feuer erspät wird in volreichen
- Städten. Rodrigo, hallo Brabano. Seor Brabano, ho Jago erwacht. Hallo, Brabanzio. Diebe, Diebe, nehmt euer Haus in acht,
- euer Kind, euer Geld. Hey, Diebe, Diebe. Brabano, oben am Fenster. Brabano, was ist die Ursach dieses wilden Lärms? Was gibt es hier?
- Rodrigo, ist alles, was euch angehört im Hause? Jago, die Türen zu. Brabanzio, nun, warum fragt ihr das? Jago, ihr seid beraubt, zum Teufel. Neimmt den Mantel.
- Euer Herz zerbrach. Halb eure Seele ist hin. Jetzt eben jetzt bespringt ein alter schwarzer Schafbock euer weißes Lämchen. Auf heraus weg die
- schlaftrunkenen Bürger mit der Glocke, sonst macht der Teufel euch zum Großpapa auf, sag ich auf. Brabanzio, was seid ihr bei
- Verstand? Rodrigo, er wird geherrennt ihr mich an der Stimme? Brabano. Nein. Wer seid ihr? Rodrigo. Rodrigo heiß ich. Brabancio mir umso verste befohlen habe
- ich dir mein Haus zu meiden. Ganz unverhoen hörtest du mich sagen: "Mein Kind sei nicht für dich." Und nun wie rasend vor Male voll und scharfem Trunk
- erregt in böswilligem Übermute kommst du mich in der Ruh zu stören? Rodrigo, Herr, Herr, Herr, Brabanio doch Wissen sollst du dies. Durch meine Kraft
- und Stellung habe ich Macht, dir es zu vergellen. Rodrigo, ruhig, werter Herr Brabanzio, was sprichst du mir von Raub? Dies ist Venedig. Mein Haus ist keine
- Scheune. Rodrigo, würdiger Herr, in arglos reiner Absicht komme ich her. Jago Wetter Herr, ihr seid einer von denen, die Gott nicht dienen wollen,
- wenn es ihnen der Teufel befiehlt. Weil wir kommen, euch einen Dienst zu tun, denkt ihr, wir sind Raufbole. Ihr wollt einen Berber Hengst
- über eure Tochter kommen lassen? Ihr wollt Enkel, die euch anwieren, wollt Rennpferde zu fettern und Zelter zu neen haben. Brabano, wer bist du, frecher
- Lästerer? Jago, ich bin einer, Herr, der euch zu melden kommt, dass eure Tochter und der Moh jetzt dabei sind, das Tier mit zwei
- Rücken zu machen. Brabanzio, du bist ein Schurke. Jago, ihr seid ein Senator. Brabanzio, du sollst dies
- büßen. Ich kenne dich, Rodrigo. Rodrigo, ich will für alles einstehen, doch ich bitte euch. Ist's euer Wunsch und wohlbedächtige Weisheit,
- wie es fast mir scheint, dass eure schöne Tochter in dieser späten Stunde dumpfer Nacht wird ausgeliefert? Besser nicht noch schlechter bewacht als durch
- einen feilen Gondollier, den rohen Küssen eines lüsternen Mohen? Wenn ihr das wisst und einverstanden seid, so taten wir euch groben, frechen Schimpf.
- Doch wst ihr es nicht, dann sagt mir Sitt und Anstand, ihr scheltet uns mit Unrecht. Nimmer glaubt, dass allem Sinn für Höflichkeit entfremdet, ich so zum
- Scherz mit eurer Würde spielte. Euer Kind, wenn ihr ihm nicht Erlaubnis gabt, ich sag's noch einmal, hat sich schwer vergangen, so Schönheit, Geist, Vermögen
- auszuliefern, dem heimatlos unstehten Abenteurer von hier und überall. Gleich überzeugt euch, Herr, ist sie im Schlafgemach? Ja, nur zu Hause. Laßt auf
- mich los der Republik Gesetze, weil ich euch so betrog. Brabanzio, schlagt Feuer. Ho, gebt mir eine Kerze. Weckt alle meine
- Leute. Der Vorfall ist nicht ungleich meinem Traum. Der Glaube dran droht schon mich zu vernichten. Licht, sag ich. Licht geht ab.
- Jago ich muß euch lassen. Es scheint nicht gut. Noch heilsam meiner Stelle stellt man als Zeugen mich. Bleib ich geschieht's. Demoren vor, denn unser
- Staat, ich weiß es, wenn ihn dies gleich etwas verdunkeln wird, kann ihn nicht fallen lassen. Fordert doch so triftiger Grund ihn für den Zypernkrieg, der jetzt
- bevorsteht, dass um keinen Preis ein anderer von der Fähigkeit sich fände als Führer dieses Zugs. In dieser Rücksicht, obgleich ich
- ihn wie Höllenqualen hasse, weil mich die Gegenwärtgelage zwingt, muss ich Aufziehen der Liebe Flag und Zeichen. Freilich als Zeichen nur, daß ihr ihn
- sicher findet, führt jene Suchenden zum Schützen hin. Dort werde ich bei ihm sein. Und so lebt wohl. Jago geht ab. Brabanio tritt auf
- mit Dienern und Fackeln. Brabano, zu wahr nur. ist dies Unglück. Sie ist fort und was mir nachleibt vom
- verhasßen Leben ist nichts als Bitterkeit. Nun sag Rodrigo, wo hast du sie gesehen? Töricht Kind, der Mo sagst
- du? Wer möchte Vater sein? Wie weißt du, dass sie es war? Unerhört betrogst du mich? Was sprach sie? Holt noch Fackeln. Ruft alle
- meine Vättern. Sind Sie wohl vermählt? Was glaubst du, Rodrigo? Nun, ich glaube ja. Brabano. Oh Gott, wie kam sie fort? Hob Bluts Verrat. Väter hin fortraut
- euren Töchtern nie nach äußerlichem Tun. Gibt's einen Zauber der Jugendunschuld und des Mädchentums zu hintergehen? Lasst ihr von solchen
- Dingen, Rodrigo? Rodrigo? Ja, Seor. Ich las es wohl. Braanzio, ruft meinen Bruder. Wä sie
- euer doch. Geht ihr den Weg, ihr diesen. Habt ihr Kundschaft, wo wir sie finden mögen mit dem Ohren? Rodrigo, ich hoffe ihn auszusperren, wenn es euch gefällt,
- mit tüchtiger Bedeckung mir zu folgen. Rabanzio, wohl führt den Zug. Vor jedem Hause rufe ich. Wenn es gilt, kann ich
- befehlen. Waffen her und holt ein paar Hauptleute von der Wache. Voran, Rodrigo, eure Müh vergeltig. Sie gehen
- ab. Zweite Szene, Venedig, eine andere Straße. Es treten auf Otello, Jago und Gefolge mit Fackeln. Jago im Kriegeshandwerk schlucke ich
- manchen tot, doch halte ich's für Gewissenssach und Sünde mit Absicht morden. Ja, mir fehlt's an Bosheit und oft zu meinem Schaden. 20 mal dachte
- ich, ihm mit einem Rippenstoß zu dienen. Otello, es ist besser so. Jago, doch schwatzt er solches Zeug und sprach so schnöd und gegen eure Ehre so
- lästerlich. dass all mein bßchen Fräummigkeit mich kaum im Zügel hielt. Doch sagt mir, werter Herr, seid ihr auch recht vermählt? Denn glaubt mir
- nur, gar sehr beliebt ist der Magnifico und hat was durchzusetzen kräftige Stimme, voll wichtig wie der Fürst. Er wird euch scheiden. Zumindsten häuft er
- Hemmung und Verdruss, wie nur das Recht durch seine Macht geschärft ihm Spielraum gibt. Otello, er mag sein erstes tun.
- Der Dienst, den ich geleistet, dem Senat, schreit seine Klage nieder. Kund soll werden. Was wenn mir Kund das Pralen Ehre bringt, ich offenbaren will,
- dass ich entspross aus königlichem Stamm und mein Gestirn darf ohne Scheu so stolzes Glück ansprechen, als dies, das ich erreicht. Denn wisse Jago, liebt ich
- die Holde des Dämoner nicht, nie zwänge ich meinen sorglos freien Stand in Band und Schranken ein. Nicht um die Schätze der tiefen See. Doch sie. Was dort für
- Lichter? Casio kommt mit Amtsdienern. Jago, der zornige Vater ist es mit den Freunden. Geht doch hinein. Otello, ich nicht. Man soll mich
- finden. Mein Stand und Rang und meine feste Seele. Laut sollen sie für mich zeugen. Sind Sie es? Jago beim Janus. Nein, Csio und einige Amtsdiener mit
- Fackeln kommen. Otello, das Herzogsdiener sind es und mein Leutnant. Sei euch die Nacht gedeilig, meine Freunde. Was gibt's? Cio
- Herzog grüßt euch, General, und fordert, dass ihr schnell, blitzschnell erscheint im Augenblick. Otello, was meint ihr ist im Werk?
- Casio, etwas aus Zypern, wenn ich recht vermute. Es ist ein Geschäft von heiße Eil. Die Flotte verschickt ein Dutzend Boten nacheinander. Noch diesen Abend,
- die gedrängt sich folgten. Viel Herrn vom Rad, geweckt und schon versammelt, sind jetzt beim Herzog. Eifrig sucht man euch. Und da man euch verfehlt in eurer
- Wohnung, hat der Senat drei Haufen ausgesandt, euch zu erspähen. Otello, es ist gut, dass ihr mich fandet. Ein Wort nur lasse ich hier
- zurück im Hause und folg euch nach. Geht ab, Cio Frich, was schafft er
- hier? Jago, nun, eine Landgalere nahm er heute. Er macht sein Glück, wenn gute Prise wird. Casio, wie meint ihr das? Jago, er ist
- vermählt. Coio, mit wem? Otello kommt zurück. Jago ein nun mit kommt ihr General Otello, ich komme.
- Cioht ein anderer Trup, euch aufzusuchen. Brabano, Rodrigo und Bewaffnete treten auf. Jago, es ist Brabanzio. General, nehmt
- euch in acht, er sind auf Böses. Otello Holla steht. Rodrigo Signor, es ist der Moor. Brabanio Dieb, schlagt ihn nieder. Von beiden Seiten
- werden die Schwerter gezogen. Jago, Rodrigo, ihr kommt, Herr, ich bin für euch. Otello, die Schwerter fort. Sie rosten
- sonst im Tau. Das Alter hilft euch besser, guter Herr, als euer Degen. Brabanzio, oh schnöderdieb, was wart aus meiner
- Tochter? Du hast, verdammter Frefler, sie bezaubert, denn alles, was Vernunft hegt, will ich fragen, wenn nicht ein magisch Banzi hält gefangen. Ob eine
- Jungfrau, zart und schön und glücklich, so abholter Vermählung, dass sie floh, den reichen Jünglingsadel unserer Stadt, ob sie ein allgemein gespött zu werden,
- häuslichem Glück entfloh, an solches Unholzpchwarze Brust, die Grauen nicht Lust erregt. Die Welt soll richten, ob es nicht
- sonnenklarß du mit Höllenkunst auf sie gewirkt. Mit Gift und Trank verlockt ihr zartes Alter, den Willen ihr gelähmt. Man soll es prüfen, denn glaubhaft ist's
- handgreiflich dem Gedanken. Drum nehme ich dich hin Haft und klag dich an als einen Volksbetörer, einen Zauberer, der unerlaubte böse Künste treibt. Legt Hand
- an ihn und setzt er sich zu wehr, zwingt ihn und gelt sein Leben. Otello steht zurück. Ihr die für mich Partei nehmt und ihr anderen. Wer
- fechten meine Rolle nun, die wüßt ich auch ohne Stichwort. Wohin soll ich folgen und eurer Klage stehen? Brabanio in Haft bis Zeit und Form im Lauf des
- geraden Rechts verhörst dich ruf zur Antwort. Otello, wie denn nun, wenn ich gehorchte? Wie käme das dem Herzog wohl
- erwünscht, des Boten hier an meiner Seite stehen, mich wegen dringenden Geschäfts im Staat vor ihn zu führen. Erster Amtsdiener, so ist,
- wirkog sitzt zu Rat und euer Gnaden wart sicher auch bestellt. Brabanio im Rad Herzog jetzt um die
- Mitternacht führt ihn dahin. Nicht schlecht ist mein Gesuch. Der Herzog selbst und jeglicher von meinen Amtsgenossen muß fühlen meine Kränkung
- wie sein eigen. Denn lässt man solche Untat straflos schalten, wird Heid und Sklav bei uns als Herrscher walten. Sie gehen
- ab. Dritte Szene. Saal im herzoglichen Palast. Eine Ratskammer. Der Herzog und die Senatoren an einer
- Tafel sitzend, Beamte im Gefolge. Herzog: "In diesen Briefen fehlt Zusammenhang, der sie glaubwürdig machte." Erster Senator. Jawohl. Sie
- weichen voneinander ab. Mein Schreiben nennt mir 106 Galeeren. Herzog und meines 140. Zweiter Senator. Meins 200.
- Noch stimmt die Zahl auch nicht genau zusammen wie ins Gemein, wenn sich Gerüchte melden der Inhalt abweicht. Doch erwähnen alle die türkische Flotte,
- die Gen Zypern segelt. Herzog. Gewiss erwägen wir es, so scheint es glaublich. Ich will mich nicht im Irrtum sicher schätzen. Viel mehr den Hauptartikel
- halte ich wahr und Sorge fast mich. Matrose draußen. Oh, hallo. Hallo. Ein Beamter tritt auf, dem ein Matrose folgt. Beamter Botschaft von den
- Galeen. Erzog. Nun, was gibt's? Matrose, der Türken Kriegsbewegung geht auf Rodus. So wart mir Auftrag, dem Senat zu melden vom Senor
- Angelo. Herzog, wie dünkt der Wechsel euch? Erster Senator. So kann's nicht sein. Nach keinem Grund und Fug. Es ist eine
- Finte, den Blick uns fehlzuleiten. Denken wir, wie wichtig Zypern für den Türken sei. Und wiederum gestehen wir selber ein, dass wie es dem
- Türken mehr verlohnt als Rodus, er auch mit leichterem Aufwand sich erobert, die weil es nicht so kriegsgröstet steht und alle Wehr und Festigkeit entbehrt, mit
- der sich Rodus schärmt. Wer dies erwägt, der wird den Türken nicht so töricht achten, das nächstgelegene bis zuletzt zu sparen und leichten Vorteil und
- Gewinn versäumend nutzlos Gefahr zum Kampf für sich zu wecken. Er zog: "Ja, seit gewiss, er denkt an Rodus
- nicht." Erster Beamter, seht, neue Botschaft. Ein Bote tritt auf. bote. Die Ottomanen, weise gnädiger Herren, in geradem Lauf zur Insel Rodes
- steuernd, vereinten dort sich mit der Nebenflotte. Erster Senator. Nun ja, so dachte ich mir es. Wie stark an Zahl bote? An 30 Segel. Und jetzt wenden sie
- rücklenkend ihren Lauf und ohne He gilt ihre Absicht Zypern. Herr Montano, eu sehr getreuer und beherzter Diener, entbietet euch mit seiner Pflicht die
- Nachricht und hofft, ihr schenkt ihm Glauben. Er zog nach Zypern dann gewiss. Markus Lucese, ist er in Venedig? Erster Senator. Er reiste nach
- Florenz. Herzog, schreibt ihm von uns schnell. Win schnell komm er. Eil erster Senator. Hier kommt Brabanio
- unter tapf Moar. Brabancio, Otello, Jago, Rodrigo und Gerichtsdiener treten auf. Herzog: "Tapfrau Otello, ihr müsst gleich ins
- Feld wieder den allgemeinen Feind, den Türken. Superbanio, ich sah euch nicht. Willkommen, edler Herr. Uns fehlt euer
- Rat und Beistand diese Nacht. Brabanio und eurer Mir, mein Gütkerfürst, verzeiht mir. Nicht Amtsberuf noch Nachricht von Geschäften
- trieb mich vom Bett. Nicht allgemeine Sorge erfüllt mich jetzt, denn mein besonderer Gram gleich einer Springflut strömt so wild dahin, dass er
- verschluckt und einschlingt jede Sorge, nur seiner sich bewusst. Er zog nun, was geschah? Brabanzio. Oh, Tochter,
- Tochter. Erster Senator. Starb sie Brabanio? Ja, für mich. Sie ist beschimpft, entführt mir und verderbt durch Hexenkünste und
- Quacksalbertränke. Denn das Natur so widersinnig irre, daß sie nicht stumpf noch blind noch blöden Sinns, geschah nicht ohne Zauberkraft.
- Er zog, wer es auch sei, der auf so schnödem Wege so eure Tochter um sich selbst betrog und euch um sie, das blutige Buch des Rechts. Ihr sollt es
- selbst in Herbster Stränge deuten, nach eigenem Sinn. Und wä es unser Sohn, den eure Klage trifft.
- Brabanzio, ich danke in Demut. Hier, dieser ist's, der Moer, den jetzt, so scheins euer dringendes Gebot im Dienst des Staats hierher
- berief. Alle, das tut uns herzlich leid. Herzog zu Otello. Was eurerseits vermögt ihr zu erwidern?
- Rabanzio, nichts als das dies die Wahrheit. Otello, ehrwürdiger, mächtiger und erlauchter Rat. Sehr edle, wohlprobte gute Herren, daß ich dem
- alten Mann die Tochter nahm, ist völlig wahr. Wahr, sie ist mir verm. Der Tatbestand und Umfang meiner Schuld reicht s weit weiter nicht. Ich bin von
- rauem Wort und schlecht begabt mit milder Friedensrede, seit siebenjährige Kraft mein Arm gewann. Bis vor neun Monden etwa übt er stets nur Kriegestat
- im Felde wie im Lager. Und wenig lernt ich von dem Lauf der Welt, als was zum Streit gehört und Werk der Schlacht. Drum wenig Schmuck wohlleich meiner
- Sache rede ich für mich. Dennoch, mit eurer Gunst erzähle ich schlicht und ungefärbt den Hergang von meiner Liebe. Was für Tränk und Künste, was für
- Beschwörung, welches Zaubers Kraft. Denn solcher Mittel stehe ich angeklagt, die Jungfrau mir gewann. Brabano, ein Mädchen schüchtern von
- Geist so still und sanft, daß jede Regung erröhten schwieg. Die sollte trotz Natur und Jugend, Vaterland und Stand und allem das lieben, was ihr
- Grauen schuf zu sehen. Ein krankes Urteil wä es, ein Unvollkommenes, das wähnt es irre so Vollkommenheit ganz der Natur entgegen. Schwören muss man, dass
- nur des Teufels Kunst und List dies alles zu tun vermocht. Noch einmal denn behaupte ich, daß er mit Tränken ihrem Blutverderblich und
- Zaubersaft geweih zu solchem Bann auf sie gewirkt. Erzog, Behauptung, nicht Beweis, steht euch kein klarer Zeugnis
- zu Gebot, als solch unhaltbar meinen, solch armseeliger Scheingrund ihn zu beschuldigen vermag. Erster Senator. Doch sagt Otello, habt
- ihr durch Nebenweg und künstlich zwingend der Jungfrau Sinn erobert und vergiftet? Oder durch Antrag und erlaubtes Werben, wie Herz an Herz sich
- wendet. Otello, ich ersuche euch zum Schützen. Sendet, ruft das Fräulein her und vor dem Vater mag sie von mir zeugen und
- werde ich falsch erfunden durch ihr Wort. Nicht nur Vertrauen und Amt, daß ihr mir gabt, mögt ihr mir nehmen. Ja, es treff euer Spruch mein Leben
- selbst. Herzog, holt das Dämonah her. Einige vom Gefolge gehen hinaus. Otello, Fenrich geht mit. Ihr wisst den Ort am
- besten. Jago und einige vom Gefolge ab und bis sie kommt, so wahr, wie ich dem Himmel bekenne, meines Blutes sündige Fehle. So treulich melde ich eurem
- ernsten Ohr, wie ich gewann der schönen Jungfrau Herz. Und sie das meine. Herzog sprecht Otello. Otello. Ihr Vater liebte mich,
- lut oft mich ein, erforschte meines Lebenslauf von Jahr zu Jahr, die Schlachten, Stürme, Schicksalswechsel, so ich bestand. Ich ging es durch, vom
- Knabenalter her bis auf den Augenblick, wo er gefragt. So sprach ich denn von manchem harten Fall, von schreckender Gefahr zu See und Land, wie ich ums Haar
- dem drohenden Tod entrann, wie mich der Feind gefangen nahm und hönisch als Sklaven mich verkauft, wie ich erlöst und meine Reisenwundervolle Fahrt, wobei
- von weiten Höhlen, Wüstenstppen, Steinbrüchen, Felsen, himmelhohen Bergen zu melden war im Fortgang der Geschichte von Kannibalen, die einander schlachten,
- Anthrophagen, Völkern, deren Kopf wächst unter ihrer Schulter. Das zu hören war des Dämon eifrig stets geneigt. Oft aber rief ein Hausgeschäft sie ab,
- und immer, wenn sie eilig dies vollbracht, gleich kam sie wieder und mit durstigem Ohr verschlang sie meine Rede. Dies bemerkend ersah ich einst die
- günstige Stund und gab ihr Anlass, dass sie mich recht herzlich bat, die ganze Pilgerschaft ihr zu erzählen, von der sie Stückweis einzelnes gehört, doch
- nicht in strenger Folge. Ich begann und oftmals hat ich Tränen ihr entlockt, wenn ich ein leid voll Abenteuer berichtet. aus meiner
- Jugend. Als ich nun geändigt, gab sie zum Lohn mir eine Welt von Seufzern. Sie schwuh in Wahrheit seltsam, wundersam und rührend war es. Unendlich rührend
- war es. Sie wünscht, sie hät's gehört nicht, doch sie wünschte, der Himmel habe sie als solchen Mann geschaffen, und sie dankte mir und bat mich, wenn je
- ein Freund von mir sie lieben sollte, ich möge ihn die Geschichte erzählen lehren, das würde sie gewinnen. Und auf den Wink erklärte ich
- mich. Sie liebte mich, weil ich Gefahr bestand. Ich liebte sie um ihres Mitleids willen. Das ist der ganze Zauber, den ich brauchte.
- Und hier kommt das Fräulein. Laß sie dies bezeugen. Das Demon Jago und Gefolge treten auf. Herzog. Nun, die Geschichte
- hätte auch meine Tochter gewonnen. Würdiger Brabanio nehmt was versehen wart von der besten Seite. Man ficht doch lieber mit zerbrochenem Schwert als
- mit der bloßen Hand. Brabano, hört sie. Ich bitt euch, bekennt sie, daß sie halb ihm kam entgegen. Fluch auf mein Haupt, wenn
- meine bittere Klage den Mann verunglimpft. Komm her, junge Dame. Wen siehst du hier in diesem edlen Kreis, dem duist gehorsam schuldig
- bist? Des Demona. Mein edler Vater, ich sehe hier zwiefach geteilte Pflicht. Euch muss ich Leben danken und Erziehung.
- Und Leben und Erziehung lehren mich euch ehren. Ihr seid Herrscher meiner Pflicht, wie ich euch Tochter. Doch hier steht mein Gatte und so viel Pflicht als
- meine Mutter euch gezeigt, da sie euch vorzog ihrem Vater. So viel muss ich auch meinem Gatten widmen, dem Moren, meinem
- Herrn. Brabanzio, Gott sei mit dir. Ich bin zu Ende. Beliebt euer Hoheit.
- Jetzt zu Staatsgeschäften. Oh, zeug dich nie ein Kind und wählt ein fremdes. Tritt näher Moor hier gebe ich
- dir von ganzem Herzen hin. Was hättest du es nicht von ganzem Herzen verweigerte? Um deinen Willen, klein Od erfreut es mich, dass kein zweites Kind
- mir wart. Durch deine Flucht wäre ich tyranisch worden und legt ihr Ketten an. Ich bin zu Ende. Herzog, ich red an eurer Stadt und
- fäll ein Urteil, daß eine Stufe sei, den Liebenden in eure Gunst zu helfen. Wem nichts mehr hilft, der muss nicht Gram verschwenden. Und wer das Schlimmste
- sah, die Hoffnung enden. Unheil beklagen, das nicht mehr zu bessern, heißt umso mehr das Unheil nur vergrößern.
- Was nicht zu retten als dem falschen Glück und gib Geduld für Kränkung ihm zurück. Zum Raube lächeln heißt den Dieb bestehlen. Doch selbst beraubst du dich
- durch nutzlos quälen. Brabanzio. So mögt ihr Zyper nur den Türken gönnen. Wir haben es noch,
- solange wir lächeln können. Leicht trägt den Spruch, wen andere Last nicht drückt und wen der selbstgefundene Trosterquickt. Doch fühlt er sein
- Gewicht bei wahren Sorgen, wenn es gilt, von der Geduld die Zahlung borgen. Bitter und süß sind all derlei Sentenzen, die so gebraucht an Recht und
- Unrecht grenzen. Doch Wort bleibt Wort. Noch habe ich nie gelesen, dass durch das O ein krankes Herz
- gen euch inständig, gehen wir an die Staatsgeschäfte. Herzog: "Der Türke segelt mit gewaltiger Kriegsrüstung gegen Zypern.
- Otello, euch ist die Festigkeit des Orts am besten bekannt. Und obgleich wir dort einen Stadthalter von unbestrittener Fähigkeit besitzen, so hegt doch die
- öffentliche Meinung, eine unbeschränkte Gebieterin des Erfolgs, eine größere Zuversicht zu euch. Ihr müsst euch deshalb gefallen lassen, den Glanz eures
- neuen Glücks durch diese raue und stürmische Unternehmung zu verdunkeln. Otello, die eiserne Gewohnheit, edle Herren, schuf mir des Krieges Stahl und
- Felsenbett zum allerweichsten Pflaum. Ich rühme mich natürlicher und rascher Munterkeit im schwersten Ungemach und bin bereit zum jetzigen Feldzug mit dem
- In Demut drum mich neigend dem Senat, verlange ich Sorg und Schutz für mein Gemahl, anständige Rücksicht ihrem Rang und Aufwand und solche
- Wohnung, solche Dienerschaft als ihrem Stand geziemt. Herzog, wenn es euch genehm bei ihrem
- Vater. Trabanzio, nimmer geb ich's zu. Otello noch ich. Desona noch ich. Nicht gern verwalt ich dort und reizte meines Vaters
- Ungeduld, wäre ich ihm stets vor Augen. Gütiger Fürst, leid meinem Vortrag ein geneigtes Ohr und lasst mir eure Gunst als Freibrief gelten, mein schüchtern
- Wort zu kräftigen. Herzog: "Was wünscht ihr, des Demona?" Des Demona, "Dass ich den Mohen liebt, um ihm zu leben, mag meines
- Glücks gewaltsam sturmende Welt zu rufen. Ja. Mein Herz ergab sich vollständig meines Herren wahre Art. Mir war Otellos Antlitz sein Gemüt und
- seinem Ruhm und seinem Heldensinn habe ich die Seel und irdisch Glück geweiht. Drumwürdige Herrn lässt man mich hier zurück als Friedensmotte und er zieht
- ins Feld. So raubt man meiner Liebe teures Recht und lässt mir eine schwere Zwischenzeit dem liebsten fern. So, lasst mich mit ihm
- ziehen. Otello, stimmt bei, ihr Herrn. Ich bitte euch, ihrem Willen lasst freien Weg. Der Himmel zeuge mir es. Dies bitte ich nicht den Gaumen zu
- reizen meiner Sinnenlust noch heißem Blut zu Liebe jungen Trieben selbstsüchtiger Lüste, die jetzt schweigen müssen. Nur ihrem Wunsch will
- fährig Holz zu sein. Und Gott verhüht: "Euer Edeln möchten wähnen. Ich werde euer Ernst und Großgeschäft versäumen, weil sie mir folgt. Nein, wenn das
- flüchtige Spiel des Flügel Gottes mir mit buller Trägheit des Geistes und der Tatkraft Schärfe stumpft und mich Genuss entnervt und schwächt mein Wirken, mach
- eine Hausfrau meinen Helm zum Kessel und jedes niedre und unwürdige Zeugnis erstehe wieder mich und meinem Ruhm.
- Erzog: "Sei wie ihr es mit Sammen festgesetzt. Sie folg euch oder bleibe. Das Geschäft heiß dringend eil." Erster Senator. Zur Nacht noch. Müßt ihr
- fort? Das Demon. Heute Nacht, mein Fürst. Erzog heute Nacht. Otello von ganzem Herzen. Herzog. Um 9 Uhr früh versammeln
- wir uns wieder. Otello, las einen Offizier zurück, der eure Vollmacht euch kann überbringen und was noch sonst euer Amt und Dienstverhältnis
- betrifft. Otello, gefällt's euer Hoheit hier, mein Fenrich? Er ist ein Mann von Ehr und Redlichkeit und seiner Führung lasse ich meine Frau und was euer Hoheit
- sonst für nötig achtet, mir nachzusenden. Erzog. So mag es sein. Gut Nacht jetzt insgesamt zu
- Brabanio und würdiger Herr, wenn man die Tugend muss als schön erkennen, dürft ihr nicht hässlich euren Eidam nennen. Erster Senator, lebt wohl Moo,
- liebt und ehret des Demona. Brabanzio, sei wachsam, Moor. Hast du Augen zu sehen? Den Vater trug sie. So
- mag's dir geschehen. Herzog und Senatoren, Amtsdiener und Gefolge gehen ab. Otello, mein Kopf für ihre
- treu. Hör Wakrayago, ich muss dir meine Desona lassen und bitte ich gib deinen Weib ihr zur Gesellschaft und bringe sie mir nach, sobald du kannst. Komm des
- Demona. Nur ein Stündchen bleibt der Lieb und unserem häuslichen Geschäft zu widmen uns. Laß uns der Zeit gehorchen. Otello und des Demona
- ab. Rodrigo Jago. Jago was sagst du edles Herz? Rodrigo was werde ich jetzt tun meinst
- du Jago? Nun zu Bette gehen und schlafen. Rodrigo auf der Stelle ersäufen werde ich mich. Jago, nun, wenn du das tust, so
- ist's mit meiner Freundschaft auf ewig aus, du alberner junger Herr Rodrigo. Es ist Albernheit zu leben,
- wenn das Leben eine Qual wird und wir haben die Vorschrift zu sterben, wenn Tod unser Arzt ist. Jago. Oh, über die Erbärmlichkeit.
- Ich habe der Welt an die viermal sieben Jahre zugesehen, und seit ich einen Unterschied zu finden wußte zwischen Wohltat und Beleidigung, bin ich noch
- keinem begegnet, der es verstanden hätte, sich selbst zu lieben. Ich sagte, ich wollte mich einem Puthühnchen zu liebe ersäufen. Eh, tauschte ich meine
- Menschheit mit einem Pavian. Rodrigo, was soll ich tun? Ich gestehe, es macht mir Schande, so sehr verliebt zu sein, aber meine Tugend
- reicht nicht hin, dem abzuhelfen. Jago Tugend abgeschmackt. In uns selber liegt's, ob
- wir so sind oder anders. Unser Körper ist ein Garten und unser Wille der Gärtner, so dass ob wir Nesseln drin pflanzen wollen oder Salat bauen, Üop
- aufziehen oder Tymean aus Jäen, ihn dürfte ich mit einer Kraut besetzen oder mit mancherlei Gewächs aussaugen, ihn müßig verwildern lassen oder fleißig in
- Zucht halten. Das Vermögen dazu und die bessernde Macht liegt durchaus in unserem freien Willen. der Wagbalken unseres Lebens, nicht eine
- Schale von Vernunft, um eine andere von Sinnlichkeit aufzuwiegen. So würde unser Blut und die Bösartigkeit unserer Triebe uns zu den ausschweifendsten
- Verkehrtheiten führen. Aber wir haben die Vernunft, um die tobenden Leidenschaften, die fleischlichen Triebe, die zügellosen Lüste zu kühlen.
- Und daraus schließe ich, was du Liebe nennst. Sei ein Pfropfreis, ein Ableger. Rodrigo, das kann nicht sein. Jago, es ist nur ein gelüstes
- Blut, seine Nachgiebigkeit des Willens. Auf sei ein Mann, dich ersäufen. Ersäufe Katzen und junge Hunde. Ich nenne mich deinen Freund und
- erkläre mich an dein Verdienst geknüpft mit dem Ankertau der ausdauerndsten Festigkeit. Nie konnte ich dir besser beistehen als jetzt. Tu Geld in deinen
- Beutel, zieh mit in diesem Krieg. Verstelle dein Gesicht durch einen falschen Bart. Ich sage dir, tu Geld in deinen
- Beutel. Es ist undenkbar, dass Dämonah den Mohen auf die Dauer lieben sollte. Tu Geld in deinen Beutel. Noch der Moor sie. Es war ein gewaltsames Beginnen und
- du wirst sehen, die Katastrophe wird eine Ähnlichkeit sein. Tuur Geld in deinen Beutel. So ein Moor ist veränderlich in seine Neigungen. Fülle
- deinen Beutel mit Geld. Die Speise, die ihm jetzt so würzig schmeckt wie Süßholz, wird ihn bald bitterer dünken als
- Koloquinten. Sie muss sich einem Jüngeren zuwenden. Hat sie ihn erst satt. So wird sie den Irrtum ihrer Wahl einsehen. Sie muss Abwechslung haben.
- Das muss sie. Darum tu Geld in deinen Beutel. Wenn du durchaus zum Teufel fahren willst, so tuß auf einem angenehmeren
- Wege als durch Ersäufen. Schaff dir Geld so viel du kannst, wenn des Priesters Segen und ein hohl Gelübte zwischen einem abenteuernden Afrikaner und einer
- überlistigen Venezianerin für meinen Witz und die ganze Sippschaft der Hölle nicht zu hart sind, so sollst du sie besitzen. Darum schaff dir Geld zum
- Henker mit dem Ersäufen. Das liegt weit ab von deinem Wege. Denk du lieber drauf zu hängen, indem du deine Lust büß, als dich zu ersäufen und sie fahren zu
- lassen. Rodrigo, soll ich meine Hoffnung auf dich bauen, wenn ich es drauf wage? Jago, auf mich kannst du zählen. Geh, schaff dir Geld. Ich habe dir es
- oft gesagt und wiederhole es aber und abermals. Ich hasse den Mohen. Mein Grund kommt von Herzen. Der deinige liegt ebenso tief. Laß uns fest in
- unserer Rache zusammenhalten. Kannst du ihm Hörner aufsetzen? So machst du dir eine Lust und mir einen
- Spaß. Es ruhch manches im Schoß der Zeit, das zur Geburt will. Gerade durch fort. Treib Geld auf. Wir wollen es morgen weiter verhandeln. Leb
- wohl. Rodrigo. Wo treffen wir uns morgen früh? Jago in meiner Wohnung. Rodrigo, ich werde zeitig dort sein. Jago, gut, leb wohl. Höre doch,
- Rodrigo. Rodrigo, was sagst du? Jago, nichts von ersäufen. Hörst du, Rodrigo? Ich denke jetzt anders. Ich will alle meine Güter
- verkaufen. Er geht ab. Jago, nur zu. Tuur Geld genug in deinen Beutel.
- So muß mein Narr mir stets zum Säckel werden. Mein reifes Urteil würde ich ja entweih. Vertendelt ich den Tag mit solchem Gimpel mir ohne Nutz und
- Spaß. Den Moren hass ich. Die Rede geht. Er hab in meinem Bett mein Amt verwaltet. Möglich. Das ist falsch. Doch ich auf bloßen Ark wohn in dem Fall will
- tun, als wä es gewiss. Er hat mich gern. Umso viel besser wird mein Plan gedeih. Der Cio ist ein hübscher Mann. Lasst
- sehen. Sein Amt erhaschen, mein gelüstte Büen. Ein doppeltschämstück. Doch wie nur? Las mich
- sehen. Nach einiger Zeit Otellos Ohr betören. Er sei mit seinem Weibe zu vertraut. Der Bursch ist wohlgebaut von schmeidiger Art. Recht für den Ark,
- recht den Frauen gefährlich. Der Moor nun hat ein Grad und frei Gemüt. Das ehrlich jeden Held, scheint er nur so und läßt sich sanftlich an der
- Nase führen wie Eselton. Ich hab's. Es ist erzeugt. Aus Höll und Nacht sei diese Untat an das
- Licht gebracht. Er geht ab. Zweiter Akt. Erste
- Szene. Ein Hafen in Zypern. Eine Terrasse. Montano und zwei Edelleute treten
- auf. Montano, was unterscheidet man vom Damm zur See? Erster Edelmann: Nichts weit und
- breit. Es ist hochbewegte Flut und nirgends zwischen Meer und Himmel kann ich ein Schiff entdecken. Montano, mir scheint, der
- Wind bliß überlaut ans Ufer. Nie traf so voller Sturm die Außenwerke. Wenn es ebenso rumort hat auf der See, welch eichner Kiel, wenn
- Berge niederfluten, bleibt festgefügt. Was werden wir noch hören? Zweiter Edelmann. Zerstreuung wohl des türkischen Geschwades, denn
- stellt euch nur an den beschäumten Strand. Die zornige Woge sprüht bis an die Wolken. Die sturmgepeitschte Flut will mächtigen Schwalz den Schaum
- hinwerfen, auf den glühenden Bären des ewig festen Poles wach zu löschen. Nie sah ich so verderblichen Tumult des zornigen
- Meeres. Montano, wenn nicht die Türkenflotter sich bar in Bucht und Hafen, so versank sie. Es ist unmöglich, dass sie es
- überstand. Ein dritter Edelmann tritt auf. Dritter Edelmann. Botschaft, ihr Herrn. Der Krieg ist aus. Der tolle
- Sturm nahm so die Türken mit, dass ihre Landung hinkt. Ein Kriegsschiff von Venedig war Zeuge grauser Not und Havari des Hauptils ihrer
- Flotte. Montano, wie ist das wahr? Dritter Edelmann, das Schiff hat angelegt. Ein Veroneser, Michael Casio, Leutnand des kriegerischen Moorn Otello,
- stieg hier ans Land. Der Moor ist auf der See mit höchster Vollmacht unterwegs nach Zypern. Montano, mich freut's, er ist
- ein würdiger Gouverneur. Dritter Edelmann. Doch dieser Casio, spricht er gleich so tröstlich vom türkischen Verlust,
- scheint sehr besorgt und betet für den Mohen, denn es trennte ein grauser schwerer Sturm. Sie Montano, schütz ihn Gott. Ich diente
- unter ihm. Der Mann ist ganz Soldat und fälltherr. Kommt zum Strande. Oh, sowohl das eingelaufene Schiff zu sehen, als nach dem tapferen Mohen auszuschauen,
- bis wo die Meerflut und des Äs Blau dem Aug in eins verschmilzt. Dritter Edelmann, das lasst uns tun, denn jeder Augenblick ist jetzt
- Erwartung von neuer Ankunft. Casio tritt auf. Casio, dank allen Tapfern dieser mutigen Insel, die so den Mohen lieben, möchte
- ihn doch der Himmel schützen vor dem Element, denn ich verlore ihn auf der schlimmsten See. Montano hat er ein gutes
- Fahrzeug? Casio, sein Schiff ist stark gebaut und sein Pilot von wohlgeprüfter kundiger Meisterschaft. Drum hart mein Hoffen, noch nicht tödlich krank, kühn
- auf Genesung. Mehrere Stimmen draußen. Ein Schiff, ein Schiff, ein Schiff. Ein vierter Edelmann tritt
- auf. Cassio, was rufen Sie? Vierter Edelmann, die Stadt ist leer. Am Meeresufer steht gedrängt das Volk. Man ruft ein Schiff. Ein Schiff?
- Cio mein hoffen will, es sei der Gouverneur. Man hört Schüsse. Zweiter Edelmann. Mit Freudenschüssen salutieren sie. Zum
- Minsten Freunde sind's. Coio, ich bitte euch, Herr, geht, bringt uns sichere Nachricht, wer gelandet. Zweiter Edelmann. Sogleich. Er
- geht ab. Montano sagt Leutnand, ist der General vermählt? Cio ja, äußerst glücklich. Er gewann ein Fräulein, das jeden
- schwärmerischen Preis erreicht, kunstreicher Federn Lobspruch überbietet und in der Schöpfung reich begabter Fülle die Dichtung selbst
- ermattet. Der zweite Edelmann kommt zurück. Nun, wer war's? Zweiter Edelmann. Das fällt Herrn Fenrich, ein gewisser
- Jago. Cassio, der hat höchst schnelle günstige Fahrt gehabt. Die Stürme selbst, die Strömung, wilde Wetter, gezackte Klippen, aufgehäufter Sand,
- unschuldigen Kiel zu ferden, leicht verhüllt, als hätten sie für Schönheit sehen, vergaßen ihr tödlich amt und ließen ungekränkt die Hohe des Demon
- durch. Montano, wer ist sie? Casio, die ich genannt, die Herrin unseres Herrn, der Führung anvertraut, des Kühnen Jago, des Landung, unserem
- Hoffen vorgeeilt um eine Woche. Gott beschütz Otello, sein Segel schwelle dein allmächtige Hauch, das bald sein wackres Schiff den Hafen
- segne. Dann eil er liebend an der Gattinbrust, entflamme glühend unser nauen Mut und bringe Zypernant Tröstung. Seht, oh, seht.
- Das Dämonera, Emilia, Jago, Rodrigo und Gefolge treten auf. Das Schiffes Reichtum ist ans Land gekommen. Ihr Zypnsedle, neigt euch huldigend. Heil
- dir, oh Herrin, und des Himmels Gnade begleite dich auf allen Seiten stets dich rings umschließend. Des Dämon. Dank euch, wach
- Co. Was wisst ihr mir von meinem Herrn zu sagen? Casio, noch ist er nicht gekommen und ich weiß nichts, als daß er wohl und
- bald hier landen muß. Der Stäona Ich fürchte nur, wie habt ihr ihn verloren?
- Cio Himmels und des Meers trennt unseren Lauf. Ach, Horcht. Es naht ein Schiff draußen. Ein Schiff. Ein Schiff. Man hört
- schießen. Zweiter Edelmann. Der Zitadelle bringt es seinen Gruß. Auch dies sind Freunde. Cio geht und schafft uns
- Nachricht. Der zweite Edelmann ab. Willkommen, Fenrich zu Emilia. Werte Frau, willkommen. Nicht reiz es euren Unmut,
- guter Jago, daß ich die Freiheit nahm, denn meine Heimat erlaubt so kühnen brauchter Höflichkeit. Er küsst
- Emilien. Jago: "Herr, gben ihre Lippen euch so viel, als sie mir oft beschert mit ihrer Zunge? Ihr hättet genug." Das Dämona, die Arme spricht ja
- kaum. Jago viel zu viel. Das merke ich immer, wenn ich schlafen möchte. Vor eurer Gnaden freilich, glaube ich's wohl, legt
- sie die Zungen ein wenig in ihr Herz und keift nur in Gedanken. Emilia, du sprichst ohne Grund so, Jago. Geht, geht. Ihr seid Gemälde
- ausm Haus. Drin schellen in den Küchen wilde Katzen. Verletzt ihr, heilige Teufel, kränkt man euch. Spielt mit dem
- Haushalt. Haltet Haus im Bett. Desona schäme dich, Verläumder Jago. Nein, das ist wahr. Ich
- irre nicht um ein Haarbreit. Ihr steht zum Spiel auf, geht ins Bett zur Arbeit. Emilia, ihr sollt mein Lob nicht schreiben. Ja.
- Will's auch nicht des Demona. Was schriebst du wohl von mir? Sollst du mich loben? Jago gnädige Frau, nicht fordert
- so mich auf, denn ich bin nichts, wenn ich nicht lästern darf. Des Dämon. Also
- probiert's. Ging einer hin zum Hafen? Jago ja, edle Frau Desona. Ich bin nicht fröhlich, doch verhülle ich gern den Innern Zustand
- durch erborgten Schein. Nun sag, wie lobst du mich? Jago? Ich Sinne schon, doch leider mein
- Erfinden geht mir vom Kopf wie Vogelleim vom Fries, reißt Hirn und alles mit. Doch kreist die Mose und wird also entbunden. Ist eine schön und klug,
- dient dem Gebrauch die Schönheit und die Klugheit nutzt sie auch. Das Demona ganz hübsch. Wie wenn sie hässlich ist und
- witzig. Jago ist eine hässlich, aber witzig. Doch, die macht sich einen hübschen willig noch. Desona schlimm und
- schlimmer. Emilia, wenn aber schön und dumm. Jago so gänzlich dumm sich keine schöne find. Gerade ihre Dummheit hilft ihr noch zum
- Kind. Desona. Das sind abgeschmackte alte Reime, um die Narren im Bierhause zum Lachen zu bringen. Was für ein erbärmliches Lob hast du denn für eine,
- die hässlich und dumm ist. Jago keine so hässlich und so dumm zugleich wie kluge schöne macht sie dumme
- Streich des Demona. Oh grober Unverstand, du preist die schlechteste am besten. Aber welches Lob bleibt dir für
- eine wirklich verdienstvolle Frau? Für eine, die in dem Adel ihres Werts mit Recht den Ausspruch der Bosheit selbst herausfordern darf?
- Jago, die immer schön, doch nicht dem Stolz vertraut, von Zunge flink, doch niemals sprach zu laut, nicht arm an Gold, nie bunten Schmuck sich gönnte,
- den Wunsch erstickt und dennoch weiß, ich könnte die selbst im Zorn, wenn Rache nah zur Hand die Kränkung trägt und ihren Groll verbandt, die nie von
- überwitz sich lässt berauschen, einen Stockfischkopf für ein Salschwanz einzutauschen, Sie, die viel denkt, die Meinung doch
- verschweigt und keinen Blick dem Schwarm der Werber zeigt, die nennt ich gut. Wer sie nur aufzutreiben des Demona? Nun, wozu?
- Jago Narren aufzuziehen und Dünnbier anzuschreiben. Das Dämoner hoch. Über solchen lahen hinkenden Schluss. Lerne
- nichts von ihm, Emilie, wenn er auch dein Mann ist. Was meint ihr, Casio? Ist er nicht ein heilloser, ausgelassener Schwätzer? Cio? Er redet derb, gnädige
- Frau. Der Soldat wird euch besser an ihm gefallen als der Gelehrte. Jago beiseit. Er fasst sie bei der
- Hand. So recht flüstert nur. Mit solchem kleinen Gewebe will ich eine so große Fliege umgarnen wie CIO. Ja, lächle du sie an. Nur zu. Deine
- eigenen Kratzfüße sollen dir Beinschellen werden. Ganz recht. In der Tat so ist's. Wenn solche Manieren dich um deine Leutenchaft bringen, so wä es
- besser gewesen. Du hättest deine drei Finger nicht so oft geküsst, mit denen du jetzt wieder so stattlich den Kavalier
- spielst. Sehr gut. Wohlgeküsst. Eine herrliche Verbeugung. Ja. Ja, so ist's. Schon wieder die Finger an den Mund. So wollte ich doch.
- Das wären Klisterspritzen, um deinet Willen. Trompetenstoß. Der Moor, ich kenne sein Signal.
- Cio's des Demona. Wir wollen ihm entgegen, ihn empfangen. Casio, da kommt er schon. Otello kommt mit
- Gefolge. Otello? Oh, meine Holdekriegerin. Des Demona. Mein Otello. Otello, ein Wunder dünkt's, groß wie meine Freude, dich hier zu sehen vor
- mir. Oh, mein Entzücken, wenn jedem Sturm so heitere Stille folgt, dann blast Orkane, bis den Tod ihr weckt. Dann klimme Schiff die Wogenberg hinein
- hoch wie Olymp und tauch hinunter tief zum Grund der Hölle. Gelt es jetzt zu sterben. Jetzt wä es mir höchste Wonne, denn ich fürchte, so
- volles Maß der Freude füllt mein Herz, dass nie ein anderes Glück mir diesem gleich im Schoß der Zukunft hart. Das Demona, verhüte Gott, dass
- unsere Lieb und Glück nicht sollten wachsen wie unsere Tagezahl. Otello. Amen. Ihr holden Mächte. Nicht auszusprechen, weiß ich
- diese Bonne hier stockt es. Oh, es ist zu viel der Freude. Und dies und dies der größte Misklang sei es. Er küsßt sie, den unser
- Herz je tönt. Jago beiseite noch seid ihr wohl gestimmt, doch dieses Einklangswirbel spann ich
- ab, so wahr ich ehrlich bin. Otello, gehen wir aufs Schloss. Wisst ihr es? Der Krieg ist aus. Der Türk
- ertrank. Wie geht's den alten Freunden hier auf Zypern? Liebchen, dich wird man hoch in Ehren halten. Ich fand hier große Gunst. Oh, süßes Herz. Ich
- schwatze alles durcheinander, schwärme im neuen Glück. Ich bitte dich, guter Jago, geh nach der Bucht und schaff ans Land die Kisten. Bring auch den
- Schiffsherrn mir zur Zitadelle. Es ist ein wackrer Seemann, das Verdienst ich hoch belohnen muss. Komm, des Demona, nochmals begrüßt den
- Zypern. Otello des Demona und Gefolge ab. Jago zu einem Diener. Geh du sogleich zum Hafen und erwarte mich dort zu
- Rodrigo. Komm näher. Wenn du ein Mann bist, denn man sagt, dass auch feige, wenn sie verliebt sind, sich zu höherer Gesinnung erheben,
- als ihnen angeboren war. So hör mich an. Der Leutnand hat diese Nacht die Wach auf dem Schlosshof. Vorerst aber muß ich dir sagen, das Demona ist richtig in ihn
- verliebt. Rodrigo in ihn? Unmöglich. Jago, leg deinen Finger so und lass dich belehren. Besinne dich
- nur, wie heftig sie zuerst den Mohen liebte, nur weil er pralte und ihr unerhörte Lügen auftischte. Wird sie ihn immer für
- seinen Schwatzen lieben? Das kann deine verständige Seele nicht glauben wollen. Ihr Auge verlangt Nahrung und welches Wohlgefallen kann
- ihr es gewähren, den Teufel anzusehen? Wenn das Blut durch den Genuss abgekühlt ist, dann bedarf es, um sich aufs Neue zu entflammen und der Sättigung neue
- Begier zu wecken, Anmut der Gestalt, Übereinstimmung in Jahren, Gesitt und Schönheit und an dem allem fehlsdemoren. Nun, beim Mangel aller
- dieser ersehnten Annehmlichkeiten wird ihr feiner Sinn sich getäuscht fühlen. Sie wird das Mohen erst satt, dann überdrüssig werden und endlich ihn
- verabscheuen. Die Natur selbst wird sie anleiten und sie zu einer neuen Wahl treiben. Nun, Freund, dies eingeräumt, wie es denn eine völlig überzeugende und
- ungezwungene Voraussetzung ist, wer steht wohl so gewiss auf der Stufe dieses Glücks als Cio? Ein Spitzbuber, sehr gewandt und gewissenhaft, nur so
- weit, als er die äußere Form eines sitzsamen und gebildeten Betragens annimmt, um seine lockeren, geheimen, wilden Neigungen umso leichter zu
- befriedigen. Nein, keiner, keiner. Ein glatter, geschmeidiger Spitzbub, ein Gelegenheitshascher, dessen Blick Vorteile prägt und falsch münzt, wenn
- selbst kein wirklicher Vorteil sich ihm darbietet. Ein Teufelsspitzbub. Außerdem ist der Spitzbub hübsch, jung und hat alle die
- Eigenschaften, wonach Torheit und grüner Verstand hinschelen. Ein verdammter, ausgemachter Spitzbub und die Frau hat ihn schon
- herausgefunden. Rodrigo, das kann ich von ihr nicht glauben. Sie ist von ganz himmlischem Wesen. Jago himmlisch. Was heißt das
- schon? Der Wein, den sie trinkt, ist aus Trauben gepresst. Wäre sie so himmlisch, dann hätte sie nie den Mohen lieben können.
- Himmlisch, lauter Kohl. Sahst du nicht, wie sie mit seiner flachen Hand tätschelte? Hast du das nicht bemerkt, Rodrigo? Oh ja, aber das war
- nur Höflichkeit. Jago Verbultheit bei dieser Hand. Eine Einleitung und dunkler Prolog zum Schauspiel der Lust und der schnöden
- Gedanken. Sie kamen sich so nah mit ihren Lippen, daß ihr Hauch sie lieb kostte. Böbische Gedanken,
- Rodrigo. Wenn diese Vertraulichkeiten so den Weg bahnen, so kommt gleich hinter drein der Zweck und die Ausübung, der fleischliche
- Beschluss. Aber Freund, lass dir von mir raten. Ich habe dich von Venedig her geführt. Steh heute Nacht mit Wache. Ich nehme es auf mich dir deinen Posten
- anzuweisen. Casio kennt dich nicht. Ich werde nicht weit sein. Find nur eine Gelegenheit, Csio zum Zorn zu reizen. Sei es, dass du laut redest oder ihm die
- Disziplin verdirbst oder welchen anderen Anlass du sonst wahrnimmst, den die günstige Zeit dir eben darbietet. Rodrigo.
- Gut. Jago, er ist heftig und sehr jährzornig und schlägt vielleicht mit seinem Stabe nach dir. Reize ihn nur, dass er es tut, denn das genügt mir
- schon, um die Zypria zum Aufruhr zu bringen, der nicht wieder beschwichtigt werden kann, als durch Cosos Absetzung. So findest du einen kürzeren Weg zu
- deinem Ziel durch die Mittel, die ich dann habe, dir Vorschub zu tun. Und wir schaffen das Hindernis aus dem Wege, ohne dessen Besiegung kein Erfolg
- erwartet werden darf. Rodrigo, das will ich tun, wenn du mir Gelegenheit gibst. Jago, dafür stehe ich dir. Komm
- nur so gleich auf die Zitadelle. Ich muss jetzt sein Gepäck ans Land schaffen. Leb wohl. Rodrigo Gott
- befohlen. Er geht ab. Jago. Dass Cio liebt, das glaube ich wohl. Dass sie ihn liebt, ist denkbar
- und natürlich. Der Moor, ob schon ich ihm von Herzen gram, ist liebevoller, treuer, edler Art und wird für des
- Demona, denke ich, sicher ein wacker Ehemann. Jetzt lieb ich sie auch, nicht zwar aus Lüsternheit, wie wohl vielleicht nicht
- kleinere Sünde mir zu schulden kommt. Nein, mehr um meine Rache an ihm zu weiden, weil ich vermute, dass der lüsterne Moh ins Gehege kam und der
- Gedanke nagt wie ein fressend Gift an meinem Innern. Nichts kann und soll mein Herz beruhigen, bis ich ihm wett geworden.
- Weib um Weib. Oder schlägt mir dies Fehl, bringe ich den Mohen in Eifersucht so wilde Art, dass nie Vernunft sie heilen
- kann. Dies zu vollbringen hält nur mein Köter von Venedigstand, den ich am Riemen führe zu der Hatz. Pack ich den Michael Casio bei der Hüfte, verschwärz
- ihn dann dem Mooren als gefährlich, denn Casio fürchte ich auch für meine Nachthaube. So dankt Otello Miras liebt mich, belohnt mich, dass ich so
- stattlich ihn zum Esel machte und seine Ruhe und Freud ihm ganz verkehrt zum Wahnsinn. Ja, hier liegt's noch nicht entfaltet.
- Die Bosheit wird durch Tat erst ganz gestaltet. Er geht ab. Zweite Szene:
- Straße. Ein Herold tritt mit einer Proklamation auf. Leute folgen ihm. Herold, es ist Otellos unseres edlen und tapferen Generals Wunsch, daß auf die
- zuverlässige jetzt eingegangene Nachricht von der gänzlichen Vernichtung der türkischen Flotte jeder Mann seine Freude kontur, sei es durch Tanz oder
- Lustfeuer, oder wie ihn sonst seine Neigung zu Spiel und Kurzwald treibt, denn außer jenem erfreulichen Ereignis feiert er heute seine Hochzeit. Solches
- wird auf seinem Befehl ausgerufen. Alle Seele des Palastes sind geöffnet und volle Freiheit zu Schmaß und Fest von jetzt 5 Uhr an bis die elfte Stunde
- geschlagen. Der Himmel segne die Insel Zypern und unseren edlen General Otello. Er geht ab.
- Dritte Szene. Ein Saal im Schloss. Otello, des Demona, Cassio und Gefolge treten auf. Otello, mein lieber Michael, halt ja genaue Wache diese
- Nacht. Wir müssen selbst auf eher Maß bedacht sein, dass nicht die Lust unbändig werde. Cio Jago war schon befehligt, was
- zu tun, doch außerdem noch soll mein eigenes Auge auf alles sehen. Otello Jago ist treu bewährt. Gute Nacht. Auf morgen mit dem frühsten
- habe ich mit dir zu reden. Komm, Geliebte. Es soll, wer einen Handel hat geschlossen, Gewinn ziehen. Teilen wir ihn uns als Genossen.
- Gut Nacht. Otello des Demona und Gefolge ab. Jago tritt auf. Casio, willkommen, Jago. Wir müssen
- auf die Wache. Jago, jetzt noch nicht, Leutnand. Es ist noch nicht 10 Uhr. Unser General schickt uns so früh fort aus Liebe zu seiner des Demon und wir
- dürfen ihn drum nicht tadeln. Es ist seine erste glückliche Nacht und sie ist Jupiters würdig.
- Ciovergleichliche Frau. Jago und dafür stehe ich. Sie hat Feuer. Csio gewiss. Sie ist ein blühendes süßes Geschöpf. Jago. Welcher ein Auge? Mir
- scheint es wie ein Aufruf zur Verführung. Cio ein einladendes Auge und doch wie mir scheint ein höchst sitzames. Jago und wenn sie spricht, ist
- es nicht eine Herausforderung zur Liebe. Coio, sie ist in der Tatommenheit selbst. Jago, nun heil ihrem Bette. Komm, Leutnand, ich habe ein Stübchen
- Wein und hier draußen sind ein paar muntre Jungen aus Zypern, die gern eine Flasche auf die Gesundheit des schwarzen Otello ausstechen
- möchten. Cio heute Abend, lieber Jago. Ich habe einen sehr schwachen, unglücklichen Kopf zum Trinken. Mir wäre es lieb, wenn die Höflichkeit eine
- andere Sitte der Unterhaltung erfände. Jago. Oh, es sind gute Freunde. Nur einen Becher. Ich will für dich trinken, Casio. Ich habe heute Abend nur
- einen Becher getrunken, der noch dazu stark mit Wasser gemischt war und sieh nur, wie er mich verändert hat. Ich habe leider diese Schwäche und darf meinen
- Kräften nicht mehr zumuten. Jago lieber, es ist ja fast Nacht heute. Die jungen Leute wünschen es. Coio, wo
- sind Sie? Jago hier vor der Tür. Ich bitte dich, ruf sie herein. Csio, ich will's tun, aber es
- geschieht ungern. Er geht ab. Jago, wenn ich ihm nur ein Glas aufdrängen kann zu dem, was er an diesem
- Abend trank, wird er so voller Zank und Ärger sein, als einer Dame Schoßhund. Rodrigo nun mein Gimpel, den Liebe wie einen Handschuh umgewendet, hat des
- Dämon in manchen tiefen Humpen heuteln schon gelehrt und muss zur Wache. Drei junge Zyprern, hochgesindnt und rasch, im Punkt der Ehre keck und leicht
- gereizt. Dem wahren Ausbund hier der mutigen Jugend habe ich mit vollen Flaschen zugesetzt, die wachen auch. Nun, in der trunken Schar reiz ich Herrn
- Casio wohl zu solcher Tat, die alles hier empört. Da stell sie kommen. Hat nur Erfolg, was jetzt mein Kopf ersindt,
- dann fährt mein Schiff mit vollem Strom und Wind. Es kommen Cio Montano und mehrere Edelleute, gefolgt von Dienern mit
- Wein. Casio, auf Ehre. Haben Sie mir nicht schon einen Hieb beigebracht? Montano der wäre klein. Kaum eine Flasche sowe ich Soldat
- bin. Jago Wein her. Singt stoßt an mit dem Gläselein. Klingt klingt. Stoßt an mit dem Gläselein. Klingt der Soldat ist ein Mann das Lebende spannum lustig
- Soldaten und trinkt. Wein herburschen. Cio auf Ehre. Ein allerliebstes Lied. Jago. Ich habe es in England gelernt, wo sie, das muss man
- sagen, sich gewaltig auf das Bechern verstehen. Euer Däne, euer Deutscher, euer dickbäuchiger Holländer zu trinken sind alle nichts gegen den
- Engländer. Cio Engländer so sehr ausbündig im Trinken, Jago? E wohl, den Dänen trinkt er euch mit Gemächlichkeit unterm Tisch.
- Es wird ihn wenig angreifen, den Deutschen kaputt zu machen, und den Holländer zwingt er zur Übergabe, e der nächste Humpen gefüllt werden
- kann. Casio, auf unseres Gouverneursgesundheit. Montano, da trinke ich mit, Leutnand, und ich will euch bescheid
- tun. Jago: "Oh, das liebe England!" sinkt König Stefan war ein wackrer Held. Eine Krone kostet ihm seinen Rock. Das fand er um sechs grot geprellt und
- schalt den Schneider einen Bock. Und war ein Fürst von großer Macht. Und du bist solch geringer Mann. Stolz hat manch Haus zu Fall gebracht. Drum zieh den
- alten Kittel an. Weinhsackig. Coio. Hi. Das Lied ist noch viel ehrlicher als das erste. Jago, wollt ihr es nochmals hören? Cio? Nein,
- denn ich glaube, der ist seiner Stelle unwürdig, der sowas tut. Wie gesagt, der Himmel ist über uns allen und es sind Seelen, die müssen selig werden und
- andere, die müssen nicht selig werden. Jago. Sehr wahr, lieber Leutnant. Cioch, meines Teils, ohne dem General
- oder sonst einer hohen Person vorzugreifen, ich hoffe seelig zu werden. Jago und ich auch, Leutnand. Casio, aber mit eurer Erlaubnis nicht
- vor mir. Der Leutnand muss vor dem Fenrich selig werden. Doch nun genug hiervon. Wir wollen auf unsere Posten. Vergib uns unsere Sünden, meiner Herren.
- Wir wollen uns nach unserem Dienst sehen. Ihr müsst nicht glauben, meine Herren, dass ich betrunken bin. Dies ist mein Fanricht. Dies ist meine rechte
- Hand. Dies ist meine linke Hand. Ich bin also nicht betrunken. Ich stehe noch ziemlich gut und spreche noch ziemlich gut. Alle außerordentlich
- gut. Coio. Nun recht gut. Also, ihr müsst also nicht meinen, dass ich betrunken bin. Er geht ab. Montano, jetzt zur Terrasse, lass die
- Wachen stellen. Jago, da seht den jungen Mann, der eben ging. Ein Krieger wehrt bei Caesar selbst zu stehen und zu befehlen. Doch ihr seht sein Laster. Es
- ist das Equinoxum seiner Tugend. Eins ganz dem anderen gleich. Es ist schad um ihn. Das Zutrauen fürchte ich, daß der Moer ihm schenkt, bringt Zypern Unglück.
- Trifft die Schwachheit ihn zu ungelegener Stunde? Montano, ist er oft so, Jago? So ist er immer vor dem Schlafen gehen. Er
- wacht des Zeigers Umkreis zweimal durch. Wiegt ihn der Trunk nicht ein? Montano, dann wäre es gut, man meldete den Fall dem General.
- Vielleicht, dass er es nicht sieht. Vielleicht gewahrt sein gutes Herz die Tugend nur am Casio und ihm entgehen die Fehler. Ist es nicht
- so? Rodrigo tritt auf. Jago beiseite zu ihm. Was soll's, Rodrigo? Ich bitte euch, folgt dem
- Leuten nach. Geht doch. Rodrigo geht ab. Montano und wahrlich schade, daß der edle Moh so wichtigen Platz wie den
- gleich nach ihm selbst dem Mann vertraut, in dem die Schwachheit wuchert. Der Tät ein gutes Werk, wer dies dem Moren
- entdeckte. Jago, ich tätz nicht, nicht für ganz Zypern. Ich liebe Cassio sehr und gäbe viel, könnte ich ihn heilen. Euch, was für ein Lärm.
- Man ruft hinter der Szene: "Hilfe, Hilfe!" Casio kommt zurück und verfolgt den Rodrigo. Casio, du Lump, du Schuft.
- Montano, nun, Leutnant, was ist euch? Coio, der Schurke pflicht mich lehren. In eine Korkflasch prügel ich ihn hinein. Rodrigo, mich prügeln. Cassio,
- muckst du, Kerl? Er schlägt Rodrigo. Montano. Still lieber Leutnant. Er hält den Casio zurück. Ich bitte euch, haltet
- ein. Casio. Her, lasst mich gehen, sonst zeichne ich eure Fratze. Montano, geht. Ihr seid trunken.
- Cioen. Sie fechten. Jago, leise zu Rodrigo. Fort ich. Eil und rufe Meuterei. Rodrigo ab.
- Still doch, Herr Leutnand, still doch, liebe Herren. Hey, Hilfe, Leutnand, Herr, Montano Herr, helft Nachbarn. Das ist eine saubere
- Wache. Eine Glocke läutet. Wer zieht die Glocke denn? Oh, Diavolo, die Stadt wird wach. Pui, pfui doch Leutenant halt. Ihr macht euch
- ewige Schande. Otello kommt mit Gefolge. Otello, was gibt's hier? Montano, Teufel. Ich blute stark. Er
- traf mich tödlich. Otello, bei eurem Leben. Halt, Jago, halt, Leutnand, Herr Montano, liebe Herren, vergaß ihr allen
- Sinn für Rang und Pflicht? Halt! Hört den General! Schämt euch! Halt!" Otello, was gibt es hier? Woher entspannt sich dies? Sind wir denn
- Türken? Tun uns selber das, was den Ungläubigen der Himmel wehrt? Schämt euch als Christen. Lasst euer Heidnisch raufen. Wer sich noch rührt und zäumt
- nicht seine Wut, der wagt sein Leben dran. Ein Schritt ist tot. Still mit dem Sturmgeläut. Es schreckt die Insel aus ihrer Fassung.
- Was geschah? Ihr Herrn, ehrlich, Herrer, Jago, du bist bleich vor Gram. Sprich, wer hob an? Bei deiner Lieb, ich will's.
- Jago, ich weiß nicht. Freunde jetzt noch jetzt im Nu liebreich und gut wie Bräutigam und Braut, wenn sie zu Bette gehen und drauf im Nu als ob sie
- plötzlich ein Planet verwirrt. Das Schwert heraus und aufeinander stechen den blutiger Gegnerschaft. Ich kann nicht sagen, wie dieser wunderliche
- Kampf begann und hätte in guter Schlacht die Beine lieber verloren, die dazu hierher mich trugen. Otello, wie Cioß du dich so
- vergaßest? Cio? Ich bitte euch, Herr, verzeiht, ich kann nicht reden. Otello Wtger Bontan, ihr schien mir sonst gesittet. Die Ruh und edle Haltung
- eurer Jugend pries alle Welt und euer Name prankte im Lob der Weisen. Sagt mir denn, wie kam es, dass ihr so abgestreift den guten Leumund und eures
- Ansehens Reichtum für den Ruf nächtlicher Rauflust hinwerft? Gebt mir Antwort. Montano wird Cautotello, ich bin schwer verwundet. Euer Fenrich Jago
- kann euch Meldung tun. Mir fällt das Reden schwer. Ich sparte es gern. Vor allem was ich weiß. Doch wüßte ich nicht, worin ich mich in Wort und Tat
- versündigt, wenn Selbsterhaltung nicht ein Frefel ist und unser Leben schützen ein Vergehen, wann uns Gewalt bedrohte. Otello, nun beim Himmel, mein
- Blut beginnt zu meistern die Vernunft und Leidenschaft, mein helles Urteil trübend maßt sich der Führung an. Reg ich mich erst, erhebe ich nur den Arm.
- Dann soll der Beste vor meinem Streiche fallen. Tut mir Kund, wie kam der Schnöteck? Wer bracht ihn auf? Wer immer hier verschuldet dies Vergehen, wä er
- mir Blutsverwandt, mein Zwillingsbruder, verliert mich. Was in der Festung selbst das Volk noch ungewiss, von Angst betäubt,
- Privatgezenk und Händel anzustiften bei Nacht und auf das Schlosses höchster Wache. Es ist ungeheuer. Jago, wer begann?
- Montano, der hier parteisch oder dienstbefreundet mehr oder minder als die Wahrheit spricht, ist kein Soldat. Jago ha, leg mir es nicht so nah. Ich
- büste ja die Zunge lieber ein, als daß sie gegen Michael Casio zeugte. Doch glaube ich fest, die Wahrheit reden bringt ihm keine
- Nachteil. So geschah es, mein Veldherr. Ich und Montano waren im Gespräch. Da kommt ein Mensch, der laut um Hilfe schreit und Casio folgt ihm mit
- gezücktem Schwert, ihn zu verwunden. Drauf trat dieser Herr Casio entgegen, bat ihn still zu sein und ich dabei verfolgte jenen Schreier, damit sein Ruf
- nicht wie es doch geschah, die Stadt erschrecke. Jener leicht zu Fuß entlief mir und ich kehrte umso schneller, weil ich Geklirr und Waffenlärm vernahm und
- Cassios lautes Fluchen, was bis heute ich nie von ihm gehört. Als ich zurückkam, und das war gleich, fand ich sie hart zusammen auf Hieb und Stoß,
- ganz wie das zweite Mal, als ihr sie selber trenntet. Mehr von dem Vorfall ist mir nicht bekannt. Doch Mensch ist Mensch.
- Der Beste fehlt einmal. und ob ihm Cio gleich zu nah getan, wie man in Wut den besten Freundschlägt. Doch denke ich ward von
- dem der Flo an Casio so große Kränkung wohl geübt, als kaum Geduld ertragen mag. Otello, ich weiß wohl, Jago, aus Lieb und Brafheit milderst du die Sache
- zugunsten Cos. Casio, ich liebe dich allein. Mein Leutnand bist du länger nicht. Das Demona kommt mit
- Gefolge. Seht, wart mein liebes Weib nicht auch geweckt? Ich gebe an dir ein Beispiel. Des Demona. Was gab's hier, mein
- teurer Otello, ist alles gut schon? Liebe, kommt zu Bett. Ich selbst will Arzt sein, Herr, für eure Wunden. Führt die nach Haus.
- Montano wird weggeführt. Du Jago, sieh mit Sorgfalt auf die Stadt. Beschwichtige wie in der Schnödelm
- geängstet. Komm des Demon. Oft im Kriegerleben wird süßer Schlaf der Störung preis gegeben. Alle ab. Es bleiben Jago und
- Casio. Jago? Seid ihr verwundet? Leutnant Cio? Oh ja. So dass kein Arzt mir hilft. Jag verhüte der
- Himmel. Coio. Guter Name. Guter Name. Guter Name. Oh, ich habe meinen guten Namen verloren. Ich habe das unsterbliche Teil von mir selbst
- verloren und was übrig bleibt ist tierisch. Mein guter Name. Jago. Mein guter Name. Jago. So war ich ein ehrlicher
- Mann bin. Ich dachte, du hättest eine körperliche Wunde empfangen und das bedeutet mehr als mit dem guten Namen. Der gute Name ist eine nichtige
- und höchstrügliche Einbildung, oft ohne Dienst erlangt und ohne Schuld verloren. Du hast überhaupt gar keinen guten Namen verloren, wenn du nicht an diesen
- Verlust glaubst. Mut, Freund, es gibt ja Mittel, den General wiederzugewinnen. Du bist jetzt nur in
- seiner Heftigkeit kassiert. Er straft mehr aus Klugheit als aus böser Absicht. Just als wenn einer seinen harmlosen Hund schlüge, um einen drohenden Löwen
- zu schrecken. Gib ihm wieder ein gutes Wort und er ist dein. Cio lieber will ich ein gutes Wort einlegen, dass er mich ganz verstoße als
- einen so guten Feldherr noch länger hintergehen mit einem so leichtsinnigen, trunken und unbesonnen Offizier. trunken sein und wie ein Papagei
- plappern und renommieren und toben fluchen und Bombast schwatzen mit dem eigenen Schatten. Oh, du unsichtbarer Geist des
- Weins, wenn du noch keine Namen hast, an dem man nicht kennt, so heiße Teufel. Jago, wer war es, den du mit dem Degen verfolgtest? Was hatte er dir
- getan? Cioch, Jago, ist es möglich? Giochesinne mich auf einen Haufen Dinge,
- aber auf nichts deutlich. Auf einen Zank, aber nicht weswegen. Oh, dass wir einen bösen Feind in den Mund nehmen, damit er unser
- Gehirn stehle, dass wir durch Frau Locken, Schwärmen, Vergnügen und Aufregung uns in Vie verwandeln.
- Jago, nun, aber du scheinst mir jetzt recht wohl. Wie hast du dich so schnell erholt, Cio? Es hat dem Teufel Trunkenheit gefallen, dem Teufel
- Zornplatz zu machen. Eine Schwachheit enthüllt mir die andere, damit ich mich recht von Herzen verachten möge. Jago, geh, bist ein zustrenger
- Moralist. Wie Zeit, Ort und die Umstände des Landes beschaffen sind, wünschte ich von Herzen, dies wäre nicht geschehen, da es aber nun einmal so ist. So, richte
- es wieder ein zu deinem Besten. Cioch wieder um eine Stelle bei ihm nachsuchen. Er wird mir antworten. Ich
- sei ein Trunkenbold. Hätte ich so viel Meul als die Hydra, solch eine Antwort würde sie alle
- stopfen. Jetzt ein vernünftiges Wesen sein. Bald drauf ein Narr und plötzlich ein Vieh. Oh, furchtbar. Jedes Glas zu viel ist verflucht und sein Inhalt ist
- ein Teufel. Jago ge guter Wein ist ein gutes geselliges Ding, wenn man mit ihm umzugehen weiß. Schältet mir nicht mehr
- auf ihn. Und lieber Leutnant, ich denke, du denkst, ich liebe dich. Cioch Beweise davon,
- Freund. Ich betrunken. Jago. Du oder jeder andere Erdensohn kann sich wohl einmal betrinken, Freund. Ich will dir sagen,
- was du zu tun hast. Unsers Generals Frau ist jetzt General. Das darf ich insofern sagen, als er sich ganz dem Anschauen der Bewunderung und Auffassung ihrer
- Reize und Vollkommenheiten hingegeben und geweih hat. Nun, weichte ihr alles frei heraus, bestürme sie. Sie wird dir schon wieder zu deinem Amt verhelfen.
- Sie ist von so offener, freundlicher, hilfreicher, gnädiger Art, daß sie für einen Flecken in ihrer Güte halten würde, nicht noch mehr zu tun, als um
- was sie gebeten wird. Dies zerbrochene Glied zwischen dir und ihrem Manne bitte sie zu schienen und mein Vermögen gegen irgendetwas, das Namen hat, dieser
- Freundschaftsbruch wird die Liebe fester machen als zuvor. Csio, du rätst mir gut. Jago, ich bete es mit aufrichtiger Liebe und redlichem
- Wohlwollen. Coio, das glaube ich zuversichtlich. Und gleich morgen früh will ich die tugendhafte des Dämonen
- ersuchen, sich für mich zu verwenden. Ich verzweifle an meinem Glück, wenn es mich hier zurückstößt. Jago, ganz recht. Gute
- Nacht, Leutnant. Ich muss auf die Wache. Cio Gute Nacht, ehrlicher Jago. Er geht ab.
- Jago. Und wer ist nun, der sagt, ich sei ein Schurke? Da dieser Rat aufrichtig ist und redlich, geprüft erscheint und in der Tat der Weg den Moren
- umzustimmen. Denn sehr leicht wird des Dämonas mildes Herz bewegt für eine gute Sache. Segenspendend ist sie wie die Natur.
- und dann für sie den Mohen zu gewinnen. Geld der Taufe und der Erlösung Siegel zu entsagen. Sein Herz ist so verstrickt von ihrer Liebe, dass sie ihn formt,
- umformt, tut, was sie will, wie es ihr gelüsten mag, den Gott zu spielen mit seiner Weichheit. Bin ich denn ein Schurke?
- Rat ich dem Casio solchen Richtweg an zu seinem Glücke. Höllenpriesterrat, wenn Teufel ärgste Sünde fördern wollen, so locken
- sie zuerst durch frommen Schein, wie ich jetzt tue. Weil der gute Tropf in das Demona dringt ihm beizustehen und sie mit Nachdruck
- sein Gesuch begünstigt, träuf ich den Gifttrank in Otellos Ohr, dass sie zu eigener Lust zurück ihn ruft und umso mehr sie strebt ihm wohl zuun vernichtet
- sie beim Mohen das Vertrauen. So wend ich ihre Tugend selbst zum Laster und strick ein Netz aus ihrer eigenen Güte. Das alle soll
- umgarnen. Rodrigo kommt nun Rodrigo. Rodrigo. Ich folge hier der Meute, nicht
- wie ein Hund der Jagd, sondern wie einer, der nur mit anschlägt. Mein Geld ist fast vertan. Ich bin heute Nacht tüchtig
- durchgeprügelt und ich denke, das Ende wird sein, daß ich für meine Mühe doch etwas Erfahrung gewinne und so ganz ohne Geld und mit etwas mehr Verstand nach
- Venedig heim kehre. Jago, wie arm sind die, die nicht Geduld besitzen? Wie halten Wunden als nur nach
- und nach. Du weißt, man wirkt durch Witz und nicht durch Zauber und Witz beruht auf stund und günstiger Zeit. Geht's dir nicht gut? Casio hat dich
- geschlagen und du mit wenig Schmerz kassierst den Casio. Gedein auch andere Dinge in der Sonne. Die erste Frucht bringt, was zuerst
- geblüht. Beruhige dich beim Kreuz, der Morgengraut, Vergnügen und Geschäft verkürzt die Zeit. Nun lass mich erst. Geh jetzt in dein Quartier. Fahrt sag
- ich. Du erfährst in kurzem Meer. Nein, geh doch nur. Rodrigo ab. Zwei Dinge sind zu tun. Mein Weib
- muss ihre Frau für Casio bitten. Ich stimme sie dazu. Indess nehme ich den Mohen auf die Seite und führe ihn just hinein, wenn
- Casio dringend sein Weib angeht. Nun helfe mir der Trug. So muss es gehen. Oh Lauheit und Verzug. Er geht
- ab. Dritter Akt. Erste Szene. Zypern vor dem Schlosse. Casio tritt auf mit Musikanten. Cio Herrn, spielt auf. Ich
- zahle euch eure Mühe. Ein kurzes Stück als morgengroß dem Feldherrn Musik. Der Narr tritt
- auf. Narr? Nun ihr Herren, sind eure Pfeifen in Neapel gewesen, dass sie so durch die Nase schnarren? Erster Musikant. Wie, Herr,
- wie? Narr, bitte, sind das Blasinstrumente? Erster Musikant. Ja, gewiss Blasinstrumente. Narr. Oh, da hängt was
- dran. Erster Musikant. Woran hängt was? Nahre, freilich an manchem Blasinstrument, das ich kenne. Aber hier ist Geld für euch, ihr Herren.
- Und dem General gefällt eure Musik so ausnehmend, dass er euch um alles in der Welt bitten lässt, keinen Lärm mehr damit zu
- machen. Erster Musikant. Es ist gut, Herr. Das wollen wir auch nicht. Nah, wenn ihr eine Musik habt, die gar nicht zu hören ist in Gottes Namen. Aber
- was man sagt, Musik hören, danach fragt der General nicht viel. Erster Musikant, solche haben wir nicht,
- Herr. Narr. Dann steckt eure Pfeifen wieder in den Sack, denn ich will fort. Geht, verschwindet in die Lüfte. Fort! Die Musikanten gehen ab.
- Cio mein ehrliches Gemüt? Narr? Nein, euer ehrliches Gemüt höre ich nicht. Ich höre euch. Cioch bin dich. Lass deine Witze.
- Hier hast du ein kleines Goldstückchen. Wenn die Gesellschaftsdame deiner Gebieterin schon munter ist, sag ihr, hier sei ein gewisser Csio, der sie um
- die Vergünstigung eines kurzen Gesprächs bitte. Willst du das tun? Narr, munter ist sie, Herr. Wenn sie sich hierher ermuntern will, so werde
- ich's ihr insinuieren. Narr ab. Jago tritt auf. Coio, dank, lieber Freund. Ei, Jago, gerade
- recht. Jago, so gingt ihr nicht zu Bett, Csio. Ich? Nein, der Morgen graute e trennten. Eben jetzt, mein Jago, schickt ich zu deiner Frau, um sie zu bitten,
- sie wolle bei der edlen des Dämonar mir Zutritt schaffen. Jago, ich will gleich sie rufen und auf ein mittelsinnig wie der
- Moor entfernt wird, dass ihr umso freier euch besprechen mögt. Er geht ab. Cio von Herzen danke ich dir's. Ich
- kannte nie einen Florentina, der so brav und freundlich. Emilia tritt auf. Emilia, guten Morgen, werter
- Leutnand. Euer Unfall betrübt mich sehr, doch wird noch alles gut. Der General und seine Frau besprechen's, und warm vertritt sie euch. Er wendet ein. Der,
- den ihr straft, sei hochgeschätzt in Zypern von großem Anhang und nach bestem Rat können er euch nicht verteidigen. Doch er liebt euch und keines Fürworts
- braucht als seine Freundschaft, die sicherste Gelegenheit zu nutzen, euch wieder einzusetzen.
- Cioch bitte ich, wenn ihr es für ratsam haltet oder tunlich, schafft mir die Wohltat einer Unterredung allein mit des Demona.
- Emilia, kommt mit mir. Ich richte es ein, daß ihr in günstiger Mus euch frei aussprechen mögt. Coio, wie danke ich
- euch? Sie gehen ab. Zweite Szene: Zypern, ein Zimmer im Schloss. Otello, Jago und Edelleute
- treten auf. Otello, die Briefe, Jago gibt dem Schiffspatron und meinen Gruß entbiet er dem Senat. Ich will her nach die
- Außenwerke sehen. Dort triffst du mich. Jago, sehr wohl, mein General. Ortello beliebt ihr Herren zur Festung, mir zu folgen. Edelute, wir sind bereit, mein
- gnädiger Herr, sie gehen ab. Drittes Szene. Zypern, der Schlossgarten. Das Demon Casio und
- Emilia treten auf. Des Demona? Nein, zweifle nicht, mein guter Casio. Alles, was mir nur möglich, biete ich für dich auf. Emilia, tut's, edle Frau. Ich weiß,
- mein Mann betrübt sich, als wäre es seine Sache. Das Demona. Er ist ein ehrlich Herz. Sei ruhig, Csio. Ich mache meinen Herrn und dich aufs Neue zu
- freunden, wie ihr wart. Casio, oh Gütige Frau, was auch aus Michael Casio werden mag, auf immer bleibt er eurem Dienst
- ergeben. Das Dämona, ich weiß und dank euch. Und ihr liebt den Herrn. Ihr kennt ihn lange schon, drum seid gewiss. Er wendet sich nicht ferner von euch ab,
- als ihn die Klugheit zwingt. Cioch gnädige Frau, die Klugheit währt vielleicht so lange Zeit, lebt von so
- mager, wassergleicher Kost, erneut vielleicht sich aus dem Zufall so, dass wenn ich fern bin und mein Amt besetzt, der Feld Herr meine Lieb und treu
- vergisst. Der Stämona. Das fürchte nimmer. Vor Emilien hier verbirg dein Amt und sei gewisß versprach ich jemand einen
- Dienst. Den leiste ich bis auf den letzten Punkt. Ich lass ihm keine Ruh. Ich mache ihn zahm, schwätz ihn aus der Geduld. Sein Tisch und Bett soll Beicht
- und Schule sein. In alles, was er vornimmt, meng ich ihm Csios Gesuch. Deshalb sei fröhlich, Cassio, denn lieber wird dein Anwalt sterben, als
- aufgeben deine Sache. Otello und Jago treten in einiger Entfernung auf. Emilia, gnädige Frau, hier kommt
- der Herr Cio meinen Abschied. Des Demona bleibt und hört mich
- reden. Cio, gnädige Frau, jetzt nicht. Ich bin nicht unbefangen, wenig geschickt für meine Absicht. Das
- Dämonerp tut nach Belieben. Casio geht Otello und Jago erscheinen. Jago? Ha, das gefällt mir
- nicht. Otello, was sagst du da? Jago nichts, gnädiger Herr. Doch wenn, ich weiß nicht was. Otello, war das nicht Co, der mein Weib
- verließ? Jago Cio General gewiss, ich däch nicht, dass er wie schuldbewußt wegschleichen würde, da
- er euch kommen sieht. Otello, ich glaube, er war's. des Demona. Ei, sie, mein lieber Herr, soeben sprach ein Bittender mit mir, ein
- Mann durch dein Missfallen ganz entmutigt. Otello, wer ist es, den du meinst? Des Demona? Nun, deinen Leutnand Casio. Teurer Freund, hat meine liebe
- Kraft, dich zu bewegen? Dann augenblick versöhne dich mit ihm. Ist er nicht einer, der dich wahrhaft liebt? Aus Übereilung fehlt und nicht aus
- Vorsatz, verstehe ich schlecht mich auf ein ehrlich Auge. Bitte ruf ihn zurück. Otello ging er jetzt fort des Demona? Ja, wahrlich so gebeugt, dass er
- ein Teil von seinem Gram mir ließ, mit ihm zu leiden. Liebster, ruf ihn wieder. Otello, jetzt nicht, geliebtes Herz. Ein andermal.
- des Demona. Doch bald, Otello, so bald als möglich. Deinetalb des Demon zum Abendessen Otello. Nein, heute nicht.
- Das Demona zu morgenmittag dann. Otello, ich speise nicht zu Haus. Die Offiziere luden mich zur Festung. Das Day Mona nun morgen Abend oder
- Dienstagmorgen, zu Mittag oder Abend. Mittwoch früh. Nenne mir die Zeit, doch lass es höchstens drei Tage sein. Gewiss es reut ihn sehr und sein Vergehen nach
- unserer schlichten Einsicht, wie wohl der Krieg ein Beispiel fordert, sagt man am besten selbst ist nur ein Fehl geeignet für heimlichen Verweis.
- Wanda verkommen. Sprich doch, Otello. Ich weiß wirklich nicht, was du mich bitten könntest, daß ich weigert und st so zögernd. Nur ein Michael Cassio, der
- für dich warb und manches liebe Mal, wenn ich von dir nicht immer günstig sprach. Dich treu verfocht, den kostet so viel Mühe, dir zu versöhnen. Glaubst,
- ich hätte vielo, ich bitte dich, lass er. Komme wann er will. Ich will dir nichts versagen. Das Demona, es ist ja nicht
- für mich. Es ist als bät ich dich Handschuh zu tragen, dich warm zu halten, kräftige Kost zu nehmen oder als riet ich dir besondere Sorgfalt für
- deine Pflege. Nein, habe ich zu bitten, was deine Liebe recht in Anspruch nimmt, dann muss es schwierig sein und voll
- Gewicht und misslicht die Gewährung. Otello, ich will dir nichts versagen. Dagegen bitte ich dich, gewähr mir dies. Lass mich ein wenig nur mit mir
- allein. Der Stemona. Soll ich's versagen? Nein. Leb wohl, mein Gatte. Otello, leb wohl, mein Herz. Ich folge dir gleich
- nach. Des Demon. Emilia, komm zu Otello. Tu wie dich Laune treibt. Was es auch sei, gehorsam bin ich dir. Geht ab mit Emilien.
- Otello. Holzselig Ding. Verdammt sei, meine Seele. Liebe ich dich nicht. Und wenn ich dich nicht liebe, dann kehrt das Chaos
- wieder. Jago, mein eden Otello. Was sagst du, Jago? Jago hat Casio, als ihr wartt, um eure Gattin gewußt um eure
- Liebe? Otello, von Anfang bis zu Ende. Warum fragst du? Jago, um nichts als meine Neugier zu befriedigen. Nichts Ages
- sonst? Otello, warum die Neugier? Jago? Jago, ich glaubte nicht, er habe sie gekannt. Otello. Oh ja, er ging von einem oft zum anderen. Jago
- wirklich? Otello wirklich? Ja, wirklich. Findst du was darin? Ist er nicht ehrlich? Jago? Ehrlich, gnädiger Herr. Rotello, ehrlich. Ja,
- ehrlich. Jago, so viel ich weiß. General Otello, was denkst du? Jago Jago, denken gnädiger Herr. Otello denken, gnädiger Herr bei Gott
- mein Echo, als lag ein Ungeheuer in seinem Sinn, zu grässliches zu zeigen. Etwas meinst du? Jetzt eben riefst du, das gefällt mir nicht, als Cassio
- fortging. Was gefällt dir nicht? Und als ich sagt, ihm habe ich mich vertraut. Dem Fortgang meiner Werbung riefst du wirklich und zogst und faltest es die
- Stirn zusammen, als hielst du einen gräulichen Gedanken verschlossen im Gehirn. Wenn du mich liebst, sprich, was du
- denkst, ihr wisst, ich liebe euch, Herr Otello. Das denke ich tust du. Und weil ich weiß, du bist mein Freund und redlich und wägst das Wort eh du ihm
- Atem leist, so ängstigt mich dies Stocken umso mehr. Denn derlei ist bei falschst treulosen Buben alltäglich Spiel, doch bei dem
- Biedermann heimlicher Wink, der aus dem Herzen dringt im Zorn des Edelmuts. Jago nun Michael Casio. Ich darf wohl schwören, ehrlich
- halte ich ihn. Otello, ich auch. Jago, man sollte sein, das was man scheint, und die es nicht sind, sollten
- es auch nicht scheinen. Otello, ganz recht, man sollte sein was man scheint. Jago, nun wohl, so halte ich
- Cassio dann für ehrlich. Otello, nein, damit meinst du mehr. Ich b dich, sprich mir ganz so wie du denkst, ganz wie du sinst und gib dem
- schlimmsten Denken das schlimmste Wort. Jago, mein General verzeiht, obgleich zu jeder Dienstpflicht euch verbunden, nicht bin ich da, wo Sklaven
- frei sich fühlen. Aussprechen, die Gedanken gesetzt, sie wären niedrig und verkehrt. Wo ist der Palast, wo nicht auch einmal schändliches eindringt?
- Wessen Herz so rein, daß der und jener schmutzige Zweifel nicht einmal zu Rat sitzt und Gerichtstag hält mit rechtsgemäßer Forschung.
- Otello, du übst Verrat an deinem Freundej Jago. Glaubst du, man kränk ihn und verhüllst ihm doch, was du nur
- irgendjo, ich bitte euch, wenn auch vielleicht falsch ist, was ich vermute, wie es ich bekenne es, stets mein Leben quält, Fehltritten nachgehen. Auch mein
- Ark wohnt oft aus nichts die Sünde schafft, dass eure Weisheit auf einen, der so unvollkommen wahrnimmt, nicht höre, dass ihr euch nicht Sorge schafft
- aus unsicherer, zufälliger Vermutung. Nicht kann es bestehen, mit eurer Ruh und Wohlfahrt. Noch meiner Mannheit, Redlichkeit und Vorsicht sage
- ich euch, was ich denke. Otello, sprich. Was meinst du? Jago, der gute Name ist bei Mann und Frau, mein bester Herr, das eigentliche
- Kleinot ihrer Seelen. Wer meinen Beutel stielt, nimmt Tant. Es ist etwas und nichts. Mein war es, war das Seine nun und ist der Sklave von tausenden
- gewesen. Doch wer den guten Namen mir entwendet, der raubt mir das, was ihn nicht reicher macht. mich aber bettelarm Otello beim Himmel. Ich will
- wissen, was du denkst. Jago, ihr könnt's nicht. Leg in eurer Hand mein Herz. Noch sollt ihr es, weil es meine Brust
- verschließt. Otello Jago, bewahrt euch, Herr vor Eifersucht, dem grün geeugten Scheusaal, das verhöhnt die Speise, dies nähert.
- Heil dem Betrogenen, der seiner Schmach bewusst die falsche hasst. Doch welche Qualminuten zählt der Mann, der liebt, doch zweifelt, argwöhnt, doch
- vergöttert. Otello, oh Jammer, Jago, arm und vergnügt ist reich und überreich. Doch Krösus Reichtum ist so arm als Winter für den, der immer
- fürchtet, er verarme. Oh Himmel, schützt aller meiner Freunde Herz vor Eifersucht. Otello, wie was ist das?
- Denkst du, mein Leben soll aus Eifersucht bestehen und wechseln wie der Mond in ewigem Schwanken zu neuer Furcht?
- Nein, einmal zweifeln ist zugleich ein Schluss. Vertausch mich mit einer Geiß, wenn ich das Wirken meiner Seele richte auf solch verblasenes, nichtiges Phantom
- warnspielend so wie du. Nicht weckt mir es Eifersucht, sagt man. Mein Weib ist schön, gedeih spricht scherzend. Sie liebt Gesellschaft, singt, spielt, tanzt
- mit Reiz. Wo Tugend ist, macht das noch tugendhafter. Noch schöpfe ich je aus meinen eigenen Mängeln die kleinste Furcht, noch
- Zweifel ihres Abfalls. Sie war nicht blind und wählte mich. "Nein, Jago, ich zweifle, will ich sehen." Zweifle ich Beweis. Und habe ich
- den so bleibt nichts anderes übrig als fort auf eins mit Lieb und Eifersucht. Jago, das freut mich, denn nun darf ich ohne Scheu euch offenbaren
- meine Lieb und Pflicht mit freiem Herzen. Drum als Freundeswort hört so viel nur noch schweige ich von Beweisen. Beachtet eure Frau, prüft sie
- mit Csio. Das Auge war nicht blind, nicht eifersüchtig. Wie traurig wird euer freies edles Herz gekränkt durch seine Güte. Drum gebt acht. Venedigsart
- und Sitte kenne ich wohl. Dort lassen sie den Himmel Dinge sehen, die sie dem Mann verbergen. Gut Gewissen heißt dort nicht Unterlass. Nein, halt
- geheim. Otello, meinst du? Jago, den Vater trug sie, da sie euch geehrlicht. Als sie vor eurem Blick zu beben schien, war sie in euch
- verliebt. Otello, jawohl. Jago, nun folglich. Sie, die so jung sich so verstellen konnte, dass sie des Vaters Blick mit Nacht umhüllte, dass er es für
- Zauber hielt. Doch scheltet mich. In Demut bitte ich euch, ihr wollt verzeihen, wenn ich zu sehr euch liebe. Otello, ich bin dir ewig
- dankbar. Jago, ich sehe, dies bracht euch etwas aus der Fassung. Otello. Oh, gar nicht, gar nicht. Jago. Ja, ich fürchte es doch.
- Ich hoffe, ihr wollt bedenken, was ich sprach, geschah aus Liebe. Doch ihr seid bewegt. Ich bitte euch, Herr, dehnt meine Worte nicht zu größerem Raum und
- weiterer Richtung aus als Vermutung. Otello, nein. Jago, denn hättet ihr es, so hätten meine Reden schlimmere Folgen als ich jemals
- gedacht. Sehr liebe ich CO, ich sehe, ihr seid bewegt. Otello? Oh nein, nicht sehr. Ich
- glaube, das Demona ist mir treu. Jago, lang bleibe sie und lange mögt ihr es glauben. Otello und dennoch, ob Natur,
- wenn sie verirrt, Jago. Ja, darin liegt's. als um es dreist zu sagen, so manchem Heiratsantrag widerstehen von gleicher
- Heimat, Wohlgestalt und Rang, wonach wir sehens Natur doch immer strebt. Hm, darin spürt man wilde Leidenschaft, schlimme Verkehrtheit, unnatürlich
- fühlen. Jedoch was seit. Ich habe in diesem Fall nicht sie bestimmt gemeint, ob schon ich fürchte, dass Ihr Verlangen besserem Urteil folgend euch einst
- vergleicht mit ihren Landsgenossen. Und dann vielleicht bereut sie.
- Otello, lebe wohl. Wenn du mehr wahrnimmst, lass mich mehr erfahren. Dein Weib, geb auf sie acht. Verlass mich,
- Jago. Jago abgehend. Lebt wohl, mein gnädiger Herr Otello. Warum vermelde ich mich? Der
- brave Mensch sieht und weiß mehr, weit mehr als er enthüllt. Jago zurückkehrend: "Mein General, ich möchte
- euch herzlich bitten, nicht weiter grübelt. Überlasst's der Zeit und ist gleich recht, Casso im Dienst zu lassen, denn allerdings steht er ihm trefflich
- vor. Doch wenn es euch gut düngt, haltet ihn noch hin. Dadurch verrät er sich und seine Wege. Habt Acht, ob eure Gatte in seine Rückkehr mit dringend heftigem
- Ungestüm begehrt. Daraus ergibt sich manches. Unterdess denkt nur, ich war zu emsig in der Furcht und wirklich muss ich fürchten, dass ich es war und haltet
- sie für treu, mein eder Feldherr Otello, sorg nicht um meine Fassung. Jago, noch einmal nehme ich
- Abschied. Er geht ab. Otello, das ist ein Mensch von höchster Redlichkeit und kennt mit wohlerfahrenem
- Sinn das Treiben des Weltlaufs. Finde ich dich verwildert, Falk, und sei dein Fußriem ums Herz geschlungen. Los, gebe ich dich, flieg
- hin in alle Lüfter auf gutes Glück. Vielleicht wohl, weil ich schwarz bin und mir des leichten Umgangsgabe fehlt. Der
- Stutziert, auch weil sich meine Jahre schon abwärts senken. Doch das ist nicht viel. ist sie gegangen. Ich betrogen muß mit
- Bitterkeit mich trösten. Fluch des Ehs, dass unser diese zarten Wesen sind, nicht ihr begehren. Lieber Kröte sein und von den
- Dünsten eines Kerkers leben, als dass ein Winkel im geliebten Wesen für andere sei. Das ist der großen Qual. Sie haben minder Vorrecht als der Niedre. Es ist
- ihr Geschick, unwendbar wie der Tod. Schon im Entstehen schwebt der gehörnte Fluch auf unserem Scheitel. Das Demona
- kommt. Des Demona und Emilia treten auf. Ist diese falsch? So spottet sein der Himmel. Ich will's nicht glauben. Des Dämon. Nun, mein teurer
- Herr, dein Gastmal und die edlen Zyprier, die du geladen, warten schon auf dich. Otello, ich bin zu
- tadeln. Der Stemona. Was redest du so matt? Ist dir nicht wohl, Otello? Ich fühle Schmerz an meine Stirne hier. Des Dämon. Ja, das kommt
- vom Wachen. Es vergeht. Ich will sie fest dir binden. In der Stunde ist's wieder gut. Otello, dein Schnupftuch ist zu
- klein. Er weißt das Schnupftuch von sich und sie lässt es fallen. Das nur. Komm mit, ich gehe hinein mit dir. Des
- Demona, es quält mich sehr, dass du dich unwohl fühlst. Des Demona und Otello ab. Emilia, mich freut, daß ich das Tuch
- hier finde. Dies war das Mohen erstes Liebespfand. Mein wunderlicher Mann hieß mich schon zehn mal das Tuch entwenden, doch sie liebt so sehr, denn er beschwor
- sie immer es zu hüten, dass sie es wo ständig bei sich trägt, es küsst und spricht damit. Das Stickwerk zeichne ich nach
- und geb es Jago. Wozu er es will, der Himmel weiß gleich viel. Ich füge mich in seiner Laune Spiel. Jago tritt auf. Jago, was gibt's?
- Was machst du hier allein? Emilia, nun zank nur nicht. Ich habe was für dich. Jago, hast was für mich? Das ist nun wohl nichts Neues. Emilia. Ei, seht mir
- doch. Jago ein ner Schweib zu haben. Emilia, so weiter nichts. Nun sprich. Was gibst du mir für dieses
- Taschentuch? Jago, welch Taschentuch? Emilia, welch Taschentuch? Ein nun, das mohen erstes Brautgeschenk, dass du so oft mich zu entwenden
- hießest. Jago, hast du es gestohlen, Emilia? Das nicht. Sie ließ es fallen aus Versehen und ich zum Glück stand nah und hob es auf. Sie da. Hier
- ist's. Jago. Ein braves Weib. Gib her. Emilia, was soll dir es nur, dass du so eifrig drängst, ihr es wegzumausen? Jago reißt es ihr weg. Was
- geht's dich an? Emilia hat's keinen wichtigen Zweck. So gib's mir wieder. Die arme Frau, sie wird von Sinnen kommen, wenn sie es
- vermisst. Jago, lass dir nichts merken. Genug, dass ich's bedarf. Geh, lass mich. Emilia geht ab. Ich will bei Casio dieses Tuch
- verlieren. Da soll er es finden. Dinge, leicht wie Luft sind für die Eifersucht Beweis, so stark wie Bibelsprüche. Dies kann Wirkung tun. Der
- Mo ist schon im Kampf mit meinem Gift. Gefährliche Gedanken sind gleich Giften, die man zuerst kaum wahrnimmt am Geschmack. Allein nach kurzer Wirkung
- auf das Blut gleich Schwefelmienen glühen. Ich sag es wohl. Otello tritt auf. Da kommt er. Mohsaft nicht noch
- Mandragora, noch alle Schlummerkräfte der Natur verhelfen je dir zu dem süßen Schlaf, den du noch gestern hattest. Otello.
- Ha, mir treulos mir Jago. Nun fasst euch General nichts mehr davon. Otello, fort. Heb dich weg. Du warfst mich auf die Folter. Ich schwö es ist besser sehr
- betrogen sein, als nur ein wenig wissen. Jago, wie General? Otello, was ahnte ich von ihren stillen Lüsten. Ich sah's nicht. dacht
- es nicht, war ohne Harm. Schlief wohl die nächste Nacht, war frei und froh. Ich fand nicht Cassios Küss auf ihren Lippen. Wenn der Bestohlene nicht
- vermisst den Raub, sagt ihr es ihm nicht. So ist er nicht bestohlen. Jago, es schmerzt mich dies zu
- hören. Otello, noch wäre ich glücklich, wenn das ganze Lager Trosbub und alles ihren süßen Leib genoss und ich erfuhr es nicht.
- Oh, nun auf immer fahr wohl des Herzens Ruh. Fahr wohl mein Friede. Fahr wohl du wallender Helmbusch stolzer Krieg der Ehrgeiz macht zur Tugend.
- Fah wohl, fahr wohl, mein wirnd Ross und schmetternd Erz, mutschwellende Trommel Mundrab Pfeifenklang, du königlich Panier und aller Glanz, Pracht, Pomp und
- Rüstung des glorreichen Kriegs und oh du Mordgeschoss, des raue Schlund des ewigen Jovis Donner wieder halt fahr wohl. Otellos Tagwerk ist getan.
- Jago ist's möglich, gnädiger Herrello, beweise Schurke mir. Mein Weib sei Packt ihn bei der Kehle. Tu es ja.
- Schaff mir den sichtlichen Beweis, sonst bei dem Leben meiner ewigen Seele besser wä dir ein Hund geboren sein, als meinem Grim dich
- stellen. Jago dahin kam's. Otello, sehen will ich oder mindestens Beweis, an dem kein Häckchen sei, den kleinsten Zweifel zu hängen dran, sonst
- wehe deiner Seele. Jago, mein eder Herr, Otello, wenn du sie frech verläumtest und mich folterst, dann bete
- nie mehr. Gib's Gewissen auf. Auf höchsten Greul, häufe neuen Greul, macht, daß der Himmel weint, die Erde bebt, denn nichts zum ewigen Fluche
- kannst du fügen, das größer sei. Jago, oh Gnad, oh Himmel, schützt mich. Seid ihr ein Mann? Habt ihr Vernunft und Sinn? Fahrt wohl denn.
- Nehmt mein Amt, ich blöder Tor, dass meine Redlichkeit als Laster gilt. Oh Schnöder Welt, merk auf, merk auf, oh Welt. Aufrichtig sein und redlich bringt
- Gefahr. Dank für die Warnung. Keinen Freund von jetzt lieb ich hin fort, da liebe so verletzt. Otello, nein, bleib. Du
- solltest doch wohl ehrlich sein. Jago, klug sollte ich sein, denn Ehrlichkeit ist töricht, verfehlt, wonach sie strebt. Otello, Himmel und Erde. Ich
- denke, mein Weib ist treu und ist es nicht. Ich denke, du bist brav und bist es nicht. Ich will Beweis. Ihr Name, einst so hell wie Dianens Antlitz, ist
- nun wüst und schwarz wie mein Gesicht. Wenn es Messer gibt und Stricke, Gift, Feuer oder Ströme zum Ersäufen, ich duld es nicht. Oh, wäre ich
- überzeugt? Jago, ich sehe, wie euch Leidenschaft verziehrt. Mich rollt, daß ich euch Anlass gab. So möchtet ihr überzeugt sein, Otello?
- Möchte. Nein, ich will. Jago und könnt. Doch wie wie überzeugt. Oh Herr. Wollt ihr mit offenem Blick die Frechheit schauen? Sie sehen
- gepart. Oto. Tot und Teufel. Oh Jago, ein schwierig Unternehmen, denke
- ich mir, sie so zur Schau zu bringen. Es wäre zu toll, wenn mehr noch als vier Augen Zutritt fänden zu solchem Lostspiel. Was denn also? Wie was soll
- ich tun? Wo Überzeugung finden? Unmöglich ist es, dies mit anzusehen. Und wären sie wie Geiß und Affen wild, hitzig wie brünstige Wölfe, plump und
- sinnlos wie trunkene Dummheit. Dennoch sag ich euch, wenn Schuld Verdacht und Gründe triftiger Art, die gerad hin führen zu der Wahrheit Tor,
- euch Überzeugung schafften, solche hätte ich. Otello, gib sprechende Beweise, dass sie falsch. Jago, ich hasse dies Geschäft.
- Doch weil ich hierin schon so weit gegangen, verlockt durch Lieb und dumme Redlichkeit, so fahr ich fort. Ich schlief mit Casio jüngst und da ein
- Argerschmerz im Zahn mich quälte, konnte ich nicht ruhen. Nun gibt es Menschen von so schlaffem Geist, dass sie im Traum ausschwatzen, was sie tun. Und
- Casio ist derart. Im Schlafe sprach er: "Süße des Dämona, sei achtsam. Unsere Liebe halt geheim. Und dann ergriff und drückte er
- meine Hand, rief: "Süßes Kind!" und küsste mich mit Innenbrunzt, als wollte er Küsse mit der Wurzel reißen aus meinen Lippen. Legte dann das Bein auf
- meines, seufzt und küsste mich und rief: "Verwünscht es los, dass dich den Moren gab." "Otello, oh, kräulig, gräulig. Jago, nun, dies war nur
- Traum. Otello, doch er bewies vorhergegangene Tat. Jago, ein schlimm Bedenken ist's, sei es auch nur Traum und dient vielleicht zur
- Stütze anderer Proben, die schwach beweisen. Otello, in Stücke reiß ich sie. Jago, nein, mäßigt euch. Noch sehen wir nichts getan, noch kann sie
- schuldlos sein. Doch sagt dies eine: "Sah nie sonst in eures Weibes Hand ein feines Tuch mit Erdbeeren bunt gestickt? Otello, so eines gab ich hier. Mein
- erstgeschenk. Jago, das wusste ich nicht. Allein mit solchem Tuch, gewisß war es das ihre, sah ich heute Cassio den Bart sich
- wischen. Otello, wer ist das? Jago, das oder sonst eins? Kam's von ihr, so zeugt es gegen sie nebst jenen anderen Zeichen. Otello. Oh, dass der Sklavusend
- Leben hätte. Eins ist zu arm, zu schwach für meine Rache. Nun sehe ich, es ist wahr. Blick her, Ojago. So blas ich meine Lieb in alle Winde. Hin ist
- sie auf. Schwarzer Rach aus deiner tiefen Höhle. Gib Liebe deine Kron und Herzensmacht tyrannischem Hass. Dich sprenge deine Last Busen angefüllt mit
- Natterzungen. Jago, ich bitte euch ruhig. Otello, Blut. Oh Jago, Blut. Jago Geduld. Vielleicht noch ändert ihr den
- Sinn. Otello. Nee, Jago, nicht. sowie des Pontus Meer, des eisiger Strom und fortgewälte Flut nie rückwärts Ebben Magnein unaufhaltsam in die Propontis
- und den helles Bond rollt, so soll mein blutiger Sinn im Gang der Wut nie umschauen, noch zur sanften Liebe Ebben, bis eine voll genügend weitere Rache ihn
- ganz verschlang. Er kniet nieder. Nun, beim kristallenden Äter mit schuldiger Ehrfurcht vor dem heiligen Eid verpfnd
- ich hier mein Wort. Jago kniet auch. Steht noch nicht auf. bezeugt's ihr ewig glühenden Lichter
- dort, ihr Elemente, die ihr uns umschließt. Bezeugt, dass Jago sich hier weit mit allem, was sein Verstand, was Herz und Hand vermag, Otellos schmach zu
- ahnten. Er gebiete und zu gehorchen sei mir Liebespflicht, wie blutig auch die Tat. Otello, ich grüß die Liebe, die er nicht
- mit eitlem Dank, mit freudigem Jahr und augenblücklich führe ich dich ans Werk. Lass in drei Tagen mich von dir vernehmen, dass Casio nicht mehr
- lebt. Jago, mein Freund ist tot. Ihr wollt's, es ist geschehen. Sie aber
- schontello. Verdammt, verdammt sei sie, die age Dirne. Komm, folge heimlich mir. Ich will im Stillen mir schnelle Mittel
- schaffen für den Tod des schönen Teufels. Nun bist du mein Leutnant. Jago, ich bin auf ewig eurer. Sie gehen ab.
- Vierte Szene. Zypern vor dem Schloss des Demona Emilia der Narre. Das Demona. Hey, weißt du in welcher Gegend Leutnard Casio liegt? Narr, ich möchte
- nicht sagen, dass er irgendwo lüge. Des Dämon. Warum? Na, er ist ein Soldat. Und wollte ich sagen, dass ein Soldat Lüge, das ginge an Hals und
- Kragen. Das Dämon nicht doch. Wo wohnt er? Nah, euch sagen, wo er wohnt. Hieß euch sagen, wo ich
- lüge. Das Demoner ist daraus wohl klug zu werden. Na, ich weiß nicht, wo er wohnt. Und sollte ich eine Wohnung aus der Luft greifen und sagen, er liegt
- hier oder liegt da, das hieße in meinen Hals hineinlügen. Des Dämona, kannst du ihn wohl erfragen und dich durch Auskunft
- belehren lassen? Nah, ich will die Welt hindurch katechisieren, das heißt Fragen stellen und sie antworten
- lassen. Des Demona, such ihn auf und schick ihn her. Sage ihm, ich habe meinen Gemahl für ihn gestimmt und ich hoffe, alles werde noch
- gut. Narr, dies auszurichten reicht nicht über das Vermögen des menschlichen Geistes und darum will ich das Abenteuer bestehen. Er geht ab.
- Der Stemona. Wo habe ich nur das Tuch verlegt? Emilia. Emilia? Ich weiß nicht, gnädige Frau. Das Demon. Glaub mir, viel lieber
- misst voll von Crusadus. Wärm edler Moh nicht großgesinnt und frei vom Niedernstoff der Eifersucht, dies könnte auf schlimme Meinung ihn
- führen. Emilia, weiß er nichts von Eifersucht des Dämoner? Wer er? Die Sonne in seinem Lande, glaube ich, sog alle solche dünst ihm
- aus. Emilia, da kommt er, des Demona. Ich will ihn jetzt nicht lassen, bis er Cio zurückbrief. Otello tritt auf. Wie geht dir es, mein
- Otello? Otello wohl teure Frau beiseite. Oh, qual sich zu verstellen. Laut wie geht dir's,
- Desona? Des Demona. Gut, mein teurer Otello. Gib mir die Hand, Frau, diese Hand ist feucht. Das Demona, sie fühlte noch kein
- Alter. Kennt nicht Gram. Otello, dies deutet Überschwang, freigebiges Herz. Heiß, heiß und feucht. Solch einer hand
- geziemt Abtötung von der Welt, Gebet und Fasten, viel Selbstkasteiung, Andacht, from geübt. Denn jung und brennend wohnt ein Teufel hier, der leicht sich
- auflehnt. Es ist eine milde Hand, die gern verschenkt. Des Dämona, du kannst sie wohl so nennen, denn diese Hand war es,
- die mein Herz dir gab. Otello, eine offene Hand, sonst gab das Herz die Hand. Die neue Wappenkunst ist Hand, nicht
- Herz. Des Demona, davon verstehe ich nichts. Nun, dein Versprechen, Otello. Welch ein Versprechen, Kind des Demona. Ich ließ
- den Casio rufen, dich zu sprechen. Otelo, mich plagt ein widerwärtiger böser Schnupfen. Lei mir dein
- Taschentuch des Demona. Hier mein Gemahl. Otello, das welches ich dir gab. Des Demona, ich hab's nicht bei mir. Otello, nicht des Demona, wirklich
- nicht mein teurer. Otello, das muss ich tadeln. Dieses Tuch gab meiner Mutter
- ein Zigeunerweib, eine Zauberin war es, die in den Herzen las. Solange sie es bewahrte, sprach das Weib, wird es ihr Reiz verleihen und meinen Vater an ihre
- Liebe fesseln. Doch verlöre oder verschenkte sie's. Satt würde dann sein Blick sich scheuen, sein lüstern Auge spähen nach neuem Reiz. Sie sterbend gab
- es mir und hieß mir es, wenn mein Schicksal mich vermälte, der Gateben. Dies geschah. Nun hü es mit zter Liebe gleich dem
- Augenstern. Verlst du es oder gäbst es fort? Es wäre ein Unheil ohne Maß. Das Demona. Wie ist es
- möglich? Otello. Jawohl. In dem Gewebe steckt Magie. Eine Sibille, die den Sonnenlauf 200 mal die Bahn vollenden sah. Hat in prophetischem Wahnsinn es
- gewebt. Geweihte Würmer spannen ihre Seide. Sie färbt's in Mumiensaft, den sie mit Kunst aus Jungfrauenherzen zog. Der Stemona wirklich ist's
- wahr höchst zuverlässig. Drumpe war es wohl. Des Dämon wollte Gott, ich hätte es nie gesehen. Otello. Ha. Und
- weshalb? Des Demona, was sprichst du so auffahrend und so schnell? Otello ist sofort verloren. Sprich, ist's nicht vorhanden?
- des Dämoner. Gott helf mir. Otello. Nun das Demona ist nicht verloren. Wenn es nun aber wäre. Otello. Desona. Ich sag es ist noch da.
- Otello, hol's. Zeig's mir. Des Demona, das könnte ich, Herr. Allein. Ich will es nicht. Mit solchem Kunstgriff weichst du mir nicht aus. Ich bitte dich. Nehm
- den Cio an. Otello. So, hole mir das Tuch. Ich hane schlimmes. Des Demona, sei gut. Du
- findst nicht wieder solchen tüchtigen Mann. Otello, das Tuch. Des Demona, ich bitte sprich von Cioello. Das
- Tuch des Demona, er ist ein Mann, der all sein Glück von je auf deine Freundschaft hat gebaut, Gefahren mit dir geteilt. Otello, das
- Tuch. Das Demona für wahr, du tust nicht recht. Otello, hinweg. Er geht ab. Emilia, ist der nicht
- eifersüchtig? Des Dämoner? So sah ich ihn noch nie. Gewiss ein Zauber steckt in jenem Tuch. Ein wahres Unglück, dass ich es
- verlor. Emilia, man lernt den Mann nicht aus in einem Jahr. Sie alle sind nur Magen, wir nur kost. Sie schlingen uns hinab und sind sie satt, speen sie uns
- aus. Seht Ksi und mein Mann. Jago und Casio treten auf. Jago, da ist kein anderer Weg. Sie muß es tun und sie wie glücklich. Geh
- bestürme sie. Des Demona. Nun lieber Co, sagt, wie geht es euch? Cio mein Alt Gesuch. Ich bitte euch, gnädige Frau, laß mich durch euer kräftig Fürwort
- wiederstehen und Teil an seiner Freundschaft finden, die ich mit ganzer Liebe meines Herzens treulich verehre. Möglichern, ist mein Vergehen so tödlich
- schwere Art, dass weder voriger Dienst noch jetzige Reu noch Vorsatz künftig edlen Dienst zu tun, mir seine Neigung wieder kann gewinnen. So wird mir es
- Wohltat sein, es nur zu wissen. Dann bg ich mir erzwungene Freudigkeit. und such auf einer neuen Lebensbahn des Glücks Almosen. Des Demona. Ach, mein edler
- Cio ist meine Anwaltschaft umsonst. Mein Herr ist nicht mein Herr. Ich kennt ihn nicht, wer er im Antlitz wie im Geist verwandelt. So mag mir jeder fromme
- Engel helfen, wie ich für euch nach besten Kräften sprach. Und selbst auf seinen Zorn habe ich es gewagt durch dreistes Wort.
- Ihr müstt euch noch gedulden. Was ich vermag, das tue ich. Tu noch mehr, als ich für mich je wagte. Und dies genüg euch. Jago ist er
- erzört, Emilia. Er ging nur eben fort und wirklich ungewöhnlich aufgeregt. Jago, kann er in Zorn sein? Die Kanone sah ich ihm seine
- Schlachttreprengen in die Luft und wie ein Teufel ihm den eigenen Bruder von seiner Seite raffen, er im Zorn. Dann muss es großes sein. Ich gehe und suche
- ihn gewiss. Das hat was auf sich, wenn er zürnt. Er geht ab dem Demona, ich bitte ich tu's.
- Vielleicht ein Staatsgeschäft, sei es von Venedig, sei es geheime Bosheit, der eher in Zypern auf die Spur geraten, trübt seinen heitern Geist. In solchem
- Fall zanken die Männer leicht um kleinere Dinge, sind größere auch der Grund. So ist es immer, denn schmerzt uns nur der Finger, haben auch die
- übrigen gesunden Glieder etwas von wehgefühl. Nein, Männer sind nicht Götter. Wir müssen nicht des Bräutigams zarte Rücksicht von ihnen fordern.
- Schild mich nur, Emilia. Ich dachte seiner Raheit schon den Stab zu brechen. Sie so kindisch war mein Kriegsrecht. Den Zeugen finde ich nun, bestach ich
- selbst und er ist falsch verklagt. Emilia, Gott geb. Es sein Staatssachen, wie ihr glaubt, und nicht ein Warn noch eifersüchtige Grille, die
- euch betrifft. Das Dämoner liebezeit, ich gab ihm niemals Anlass. Emilia, das ist den
- Eifersüchtigen einer Lei. Sie sind nicht stets aus Anlass eifersüchtig. Sie eifern, weil sie eifern. Sie ist ein Scheusaal, erzeugt von selbst, geboren
- aus sich selbst. Das Demona Gott schütz Otello vor dem Scheusaal. Emilia, Amen. Desona. Ich will ihn suchen. Casio bleibt hier nah.
- Ist er gestimmt, betreibe ich eure Sitte und will es bis zum äußersten versuchen. Casio, ich dank in Demut, gnädige
- Frau. Das Demona und Emilia ab. Bianca tritt auf. Bianca, Gott grüß dich, Csio.
- Cioher was treibst du, meine allerschönste Bianca? Just wollte ich zu dir kommen, liebes Herz. Bianca und ich war eben unterwegs zu dir. Was? Eine
- Woche konnst du fern mir bleiben, sieben Tage und Nächte, acht mal 20 Stunden und acht noch Stunden ohne den Geliebten, langweiliger als der Zeiger 100tmal. Oh,
- lästige Rechnung. Cio nicht, mein Kind. Mich drückte schwere Sorge all die Tage. Doch werde ich dir zu ungestörter Zeit die
- lange Rechnung tilgen. Liebste Bianca, er gibt ihr das Demonas Tuch. Zeichne dies Muster ab. Bianca. Hi. Woher kam dies? Das ist ein
- Pfand von einer neuen Freundin. Dein Wechsin schmerzte, doch der Grund noch mehr. Kam es soweit? Nun gut, schon gut. Cio geh
- Mädchen. Wirf den Verdacht dem Teufel ins Gesicht, von dem er kam. Nun, bist du eifersüchtig? Dies sei von einer Liebsten mir geschenkt. Nein, glaub mir
- es, Bianca. Bianca, nun, woher kam's? Csio ich weiß nicht, Kind. Ich fand's auf meinem Zimmer. Die Stickerei
- gefällt mir. Ehemanns fordert, was bald geschehen kann, wünscht ich es nachgezeichnet. Da nimm's und tu's und lass mich jetzt
- allein. Bianca allein dich lassen und warum, Csio, ich muss hier warten auf den General und nicht empfehlend, wer mir es noch erwünscht, ft er mich so
- begleitet. Bianca, und warum nicht? Casio, nicht, dass ich dich nicht liebte, Bianca, nur dass du mich nicht liebst. Ich bitte dich, bring mich etwas
- auf den Weg und sag mir, kommst du wohl heute Abend zeitig? Cio? Ich kann ein kurzes Stück nur mit dir gehen, weil ich hier warte,
- doch ich sehe dich bald, Bianca. Schon gut. Man muss sich fügen in die
- Zeit. Sie gehen ab. Vierter Akt. Erste
- Szene. Zypern vor dem Schloss. Otello und Jago. Jago, wie dünkt euch das? Otello, was soll mich dünken? Jago, was? sich
- heimlich küssen. Otello, ein verbotener Kuss. Jago oder nackt im Bett mit ihrem Freunde sein, wohl stundenlang und mehr
- in aller Unschuld. Otello, im Better, Jago und in aller Unschuld. Das hieße Heucherlei ja mit
- dem Teufel. Wer Keusch sein will und solches tut, des tugend versucht der Teufel und er selbst den Himmel. Jago, wenn sie nichts taten, war der
- Fehl nicht groß. Doch wenn ich meiner Frau ein Tuch verehrt. Otello. Nun dann, Jago. Nun, dann gehört's ihr, knätker Herr, und
- folglich darf sie es verschenken, meine ich, wem sie will. Otello, sie ist Gebieterin auch ihrer Ehre. Darf sie die auch
- verschenken? Jago, die Ehe ist nur ein unsichtbares Wesen und oft besitzt sie der, der sie nicht hat. Allein das Tuch. Otello, bei
- Gott, mit Freuden hätte ich das vergessen. Du sagtest: "Oh, es schwebt um mein Gedächtnis, so wie der Rab um ein verpestet Haus Verderben drohnt. Er
- habe jenes Tuch." Jago, nun, was denn? Otello, das ist doch nicht gut. Gewiss, Jago, sagt ich noch gar, ich sah
- ihn euch beschimpfen oder hört ihn sagen, wie es den Schurken gibt, die, wenn sie durch ihr ungestümes Werben oder durch frei vergaffen eines Weibes
- sie zwangen oder kirten nimmer ruhen, bis sie geschwatzt. Otello, hat er sowas gesagt? Jago, das hat er, gnädiger Herr, doch
- seid versichert, nicht mehr als er abschwören wird. Otello, was sagt er? Jago, dass er bei ihr, ich weiß nicht,
- wie er sagte. Otello, was? Was? Jago gelegen. Otello bei ihr.
- Jago bei ihr. Auf ihr, wie ihr wollt. Ontello. Bei ihr gelegen. Auf ihr. Bei ihr gelegen. Das ist Unzucht. Das Tuch. Diese Geständnisse,
- das Tuch. Eingestehen und dann für die Mühe gehängt werden. Zuerst gehängt, dann eingestehen. Ich zittere davor.
- Natur würde sich nicht in so verfinsternde qualen, wäre es nicht Vorbedeutung, nicht Worte, die mich so erschüttern. Oh, Nasen, Ohren und
- Lippen. Ist es möglich? Ein Gestehen. Tuch. Oh, Teufel. Er fällt in
- Ohmacht. Jago, wirk fort, mein Gift. Wirk fort. So fängt man Gläubige Narren. Manch wackre kuschefrau kommt gerade so ganz schuldlos ins Geschrei. Aufgnädiger
- Herr. Otello. Gnädiger Herr. Casio tritt auf. Was wollt ihr Casio? Cio
- gibt's Jago? Der Feldherr stürzte jetzt in Krämpfen hin. Dies ist seit gestern schon sein zweiter Anfall. Coio, so reib ihn um die
- Schläfe. Jago, nein, lass ab. Lass ihn in seiner Starsucht ungestört, sonst schäumt es ihm vor Mund und rast der er bald in wilder
- Tobsucht. Sie, er rührt sich wieder. Entferne dich auf einen Augenblick. Er wird sich schneller holen. Wenn er fort ist, hätte ich mit dir ein wichtig Wort
- zu reden. Cio ab. Wie ist euch? Habt ihr nicht den Kopf
- verletzt? Otello, sprichst du mir hohen? Jago euch Höhnen? Nein, bei Gott, ich wollte ihr trügt euer Schicksal wie ein Mann.
- Otello, gehörnter Mann ist nur ein Vieh, ein Untier. Jago, so gibt es manches Vieh in großen
- Städten und manch vornehmes und hier Otello gestand erst ein. Jago, ein Feldherr, seid ein Mann. Denkt, jeder bertemensch ins Joch
- gespannt zieht neben euch. Millionen leben Rings, die nächtlich ruhen auf preisgegebenem Lager, daß sie ihr eigen wähnen. Ihr steht besser. Oh, das ist
- Satansfest. Erzspaß der Hölle. Ein Unkeuschweib im sichern Ehebett küssen und kusch sie glauben. Nein, Gewissheit will ich und weiß ich, was ich bin, weiß
- ich, was aus ihr wird. Otello. Oh, du bist klug. Es ist sicher. Jago, geht zur Seite für kurze Zeit und haltet euch geduldig. Indess
- ihr ganz von eurem Gram vernichtet. Ein Ausbruch, wenig ziehend solche Mann. Kam Csio her. Ich wusste ihn wegzuschaffen. Und euren Anfall trifft dich zu
- entschuldigen. Dann lud ich ihn zurück auf ein Gespräch, was er verhieß. Nun bergt euch irgendwo und merkt den Hohn, den Spott, die Schadenfreude in jeder
- Miene seines Angesichts. Denn beichten soll er mir aufs Neu hergang. Wo, wann? Wie oft, wie lange schon und wie er euer Weib geherzt
- und herzen wird. Merkt, sag ich, sein Gebärdenspiel. Oh, still doch. Sonst denke ich, ihr seid ganz und gar nur Wut und nichts von
- einem Manne. Otello, hörst du es? Jago höchst schlau jetzt den Geduldigen spielen. Doch hörst du es, dann den
- blutigen. Jago, so ist's recht. Jedes zu seiner Zeit. Nun geht beiseite. Otello tritt
- beiseite. Jetzt will ich Casio nach Bianca fragen. Ein gutes Ding, das ihre Gunst verkaufend sich Brot und Kleider anschafft. Dies Geschöpf läuft Cio nach
- und ist der Dirnen Fluch, nachdem sie zehn getäuscht, täuscht einer sie. Eher, wenn er von ihr hört, er wehrt sich nicht laut
- aufzulachen. Sie, da kommt er her. Casio tritt auf und wie er lächelt, soll Otello wüten. Und seine unerfahrene Eifersucht
- wird Cassios lächeln, Scherz und leichtes Wesen ganz missverstehen. Leutnant, wie geht's euch jetzt?
- Cio schlimmer, weil du mir den Titel gibst, dessen Verlust mich tötet. Jago, nutzt das Demona gut. So kann's nicht
- fehlen. Leiser. Ja, dies Gesuch in Biancas macht. Wie schnell wärst du am Ziel? Cio arme
- Ding. Otello beiseit. Seht nur, wie er schon lacht. Jago: "Nie habe ich so verliebt ein Weib
- gesehen. Csio. Ja, das gute Närchen. Ja, sie liebt mich wirklich. Otello beiseit. Jetzt leugnet er es nur schwach
- und lacht das weg. Jago, hör einmal. Casio Otello beiseit. Jetzt bestimmt er ihn es zu gestehen. Nur fort. Recht gut. Recht
- gut. Jago sie rühmt sich schon. Du nimmst sie bald zur Frau. Ist das dein Ernst?
- Casio Otello beiseit triumphi du Römer triumphist du schon Cio? Ich sie zur Frau nehmen? Was? Eine Bullschwester? Ich bitte dich. Hab doch
- etwas Mitleid mit meinem Witz. Halt ihn doch nicht für so ganz ungesund. Otello beiseit. So, so. Wer gewinnt, der lacht.
- Jago, wahrhaftig. Die Rede geht. Du würdest sie heiraten. Cio? Nein, sag mir die Wahrheit. Jago, ich will ein Schelm
- sein. Beiseit. Ich trage also dein Brandmal. Gut, Csio. Das hat der Affe selbst unter die Leute gebracht. Aus Eitelkeit hat sie sich in den Kopf
- gesetzt. Ich werde Sie heiraten, nicht weil ich es versprochen habe. Otello beiseite. Jago winkt mir. Nun fängt er
- die Geschichte an. Cio eben war sie hier. Sie verfolgt mich überall. Neulich stand ich am Strande und sprach mit einigen
- Venetianern. Da kommt wahrhaftig der Grasaffe hin und sowe ich lebe, fällt mir so um den Hals. Otello beiseite und ruft. Oliba
- Casio oder etwas ähnliches, denn das deutet seine Gebärde. Hiio und hängt und küsst und weint an mir und zerrt und zupft
- mich. Otello beiseit. Jetzt erzählt er, wie sie ihn in meine Kammer zog. Oh, ich sehe deine Nase, aber noch nicht den Hund, dem ich sie vorwerfen
- will. Coio, nun, ich muss sie aufgeben. Jago, bewahr mich. Sie da kommt sie. Bianca tritt auf.
- Cio iltis, ja, aber parfümiert. Was willst du nur, dass du mir so nachläufst? Bianca, mag der Teufel und
- seine Großmutter dir nachlaufen? Was hast du mit dem Taschentuch vor, dass du mir jetzt eben gabst? Ich war eine rechte Nerrin, dass ich es nahm. Ich
- soll die ganze Arbeit abzeichnen. Recht wahrscheinlich, daß du's in deinem Zimmer sollst gefunden haben und nicht wissen, wer es da ließ. Es ist das
- Geschenk irgendeines Schätzchens und ich soll die Arbeit abzeichnen. Da gib's deinem Steckenpferde. Woher du es auch hast, ich werde die Stickerei nicht
- abzeichnen. Csio, still doch, meine süße Bianca, still doch still. Otello beiseite beim
- Himmel. Ist das nicht mein Taschentuch? Bianca, willst du heute Abend zum Essen kommen? So tu's. Willst du nicht, so komm ein ander mal, wenn es
- dir passt. Sie geht ab. Jago, geh nach, geh ihr nach, Cio? Das muß ich wohl, sonst zangt sie noch auf
- der Straße. Jago, willst du zu Abend bei ihr essen, Csio? Ich denke ja. Jago, vielleicht treffe ich dich dort, denn
- ich hätte in der Tat notwendig mit dir zu reden. Csio, dich kommen. Willst du, Jago? Gut, nichts mehr. Casio
- ab. Otello hervortretend, wie mord ich ihn? Jago Jago bemerktet ihr, wie er zu seiner Schandtat
- lachte? Otello. Oh, Jago. Jago und zir das Tuch. Otello, was war's meines? Jago eures bei dieser Hand und seht nur,
- wie er das törichte Weib eure Gattin achtet. Sie schenkt es ihm und er schenkt es seiner Dirnerne. Otello. Oh, dass ich 9 Jahre
- an ihr morden könnte. Ein hübsches Weib, ein schönes Weib. Ein süßes Weib. Jago, das müst ihr jetzt vergessen. Otello mag sie verfaulen und
- verderben und zur Hölle fahren heute Nacht, denn sie sollen nicht leben. Nein, mein Herz ist zu stein geworden. Ich schlage daran und die Hand schmerzt
- mich. Oh, die Welt besitzt kein süßeres Geschöpf. Sie hätte an eines Kaisers Seite ruhen und ihm Sklavendienste gebieten
- können. Jago, nein, daran müsst ihr nicht denken. Otello, sei sie verdammt. Ich sage nur, was sie ist. So geschickt mit
- ihrer Nadel. Eine bewundernswerte Tonkünstlerin. Oh, sie würde die Wildheit eines Bärenzah singen. Von so feinem herrlichem Witz, so
- geistreich. Jago und deshalb so schlimmer. Otello. Oh, tausend tausend mal. Und dann von so holl der
- Gefälligkeit. Jago freilich zu gefällig. Otello. Ja, ganz gewiss. Aber wie schade dennoch. Jago Jago. Wenn ihr verliebt in ihre
- Sünden seid, so gebt ihr einen freibrief zu Frefeln, denn wenn es euch nicht rührt, geht's kein was an. Otello, ich will sie in Stücke hacken,
- mir Hörner aufsetzen. Jago ist schändlich von ihr. Otello mit meinem Leutnand. Jago, das ist noch
- schändlicher. Otello, schaff mir Gift. Jago diese Nacht. Ich will sie nicht zur Rede stellen, damit ihre Gestalt und Schönheit meinen Zorn nicht wieder
- entwaffnen. Diese Nacht. Jago Jago tut es nicht mit Gift. Er drosselt sie in ihrem Bett, demselben Bett, das sie entehrt
- hat. Otello. Gut, die Gerechtigkeit darin gefällt mir sehr gut. Jago und Casio. Diesen übernehme ich selbst. Um Mitternacht erfahrt ihr
- mehr. Man hört eine Trompete. Ello. Vortrefflich. Doch euch. Was meldet die Trompete? Jago. Nachricht wohl von
- Venedig ist Lodovico, gesandt vom Herzog. Mit ihm kommt euer Weib. Lodovic, des Dämoner und Gefolge treten auf. Lodovico, Heil, würdiger
- General Otello. Willkommen, Herr Lodovico. Euch grüßt Vedigs Herzog und Senat. Er übergibt ihm einen Brief. Otello, ich küsse seines Willens
- Dokument. Er liest. Der Stemona. Was bringt ihr Neues, Vetter Lodovico? Jago, es freut mich höchlich
- euch zu sehen, Senor. Willkommen hier in Zypern. Lodovico, ich danke euch. Was macht Leutnand Casio, Herr? Jago, er lebt. Seor. Desona.
- Mein Vetter, er ist schlimm mit meinem Gatten zerfallen, doch ihr werdet sie versöhnen. Otello, seid ihr das so gewiss? Desona wie Herr Otello
- liest dies zu vollbringen säumt nicht, wenn ihr wollt. Lodovico, er rief dich nicht. Der Brief beschäftigt ihn. Ist Feindschaft
- zwischen deinem Herrn und Casio? Desona? Ja, recht unglücklich. Ich g viel darum, sie auszusöhnen, denn ich liebe
- Cassio. Otello, Feuer und Schwefel des Demoner. Herr Oto, bist du bei Sinnen? Des Dämonera, wie zörst du?
- Lodovico, es ist, der ihn bewegt, denn wie ich glaube, ruft man ihn zurück und Cassio wird statt seiner Gouverneur. Des Dämoner für wahr? Das
- freut mich. Otello in der Tat Dämoner. Wie Herr Otello mich freut dich toll zu sehen. Das Dämoner oh mein Otello. Otello Teufel. Er schlägt sie.
- Das Demona, das habe ich nicht verdient. Lodovico, Herr General, das würde keiner in Venedig glauben und schwöre ich auch, ich sah es. Das geht
- zu weit. Bittet ihr es ab, sie weint. Otello. Oh, Teufel, könnte die Erde sich von Weibertränen schwängern. Aus jedem Tropfen wügst ein Krokodil mir
- aus den Augen. Des Dämona, ich gehe euch nicht zu ärgern. Sie will
- abgehen. Lodovico. In Wahrheit. Ein Gehorsam Weib. Ich bitt euch, gnädiger Herr, ruft sie
- zurück. Otello, Frau des Demona, mein Gemahl. Otello, was wollt ihr mit ihr, Herr? Lodovico. Wer? Ich, Herr Otelo. Ihr wünschtet ja, dass sie umkehren
- möchte. Umkehren kann sie und doch vorwärts gehen und wieder drehen und weinen kann sie weinen und ist gehorsam, wie ihr
- sagt. Gehorsam. Ja, sehr gehorsam. Immer fortgeweint, was dies betrifft. Oh, recht geschickt im Heucheln. Ich bin zurückberufen. Geh du fort. Ich schicke
- gleich nach dir, Herr, dem Befehl gehorchig und kehre nach Venedig. Fort hinaus. Das Dämon geht ab. Casio bekommt mein Amt und Herr, heute
- Abend ersuche ich euch mit mir zu Nacht zu speisen. Willkommen hier in Sypern. Ziegen und Affen. Er geht
- ab. Lodovico. Ist dies der edle Moor, den der Senat sein ein und alles nennt? Der edle Geist, den Leidenschaft nicht regt?
- Das feste Tugend kein Pfeil des Zufalls, kein Schoss des Glücks streift und durchboht? Jago, er hat sich sehr
- geändert. Lodovico, ist er nicht wohl? Hat sein Verstand gelitten? Jago, er ist so wie er ist. Ich darf nicht schelten. Gott geb er
- wäre was er könnte sein. Jetzt ist das nicht Lodovico. Was? seine Frau zu schlagen. Jago gewisß das war nicht fein. Doch dieser Schlag wünschte ich wä
- nicht sein ärgstes. Lodovico, ist er oft so? Sagt oder hat der Brief sein Blut erhitzt, dass er sich heute nur so
- verging? Jago? Ach, leider nicht wä es gewissenhaft von mir, erzählt, was ich erfuhr und sah. Habt Acht auf ihn. Sein eigener Wandel wird ihn so bezeichnen,
- daß ihr mein Wort entbehren könnt. Beachtet ihn nur, wenn ihr mit ihm zusammen seid. Lodovico, es schmerzt mich, dass
- ich mich in ihm getäuscht. Sie gehen ab. Zweite Szene, Zypern. Ein anderes Zimmer auf dem
- Schloss. Otello und Emilia treten auf. Otello, so habt ihr nichts gesehen? Emilia, auch nie gehört, noch Arg woh geschöpft. Otello. Ja, du sahst Cio und
- sie beisammen. Emilia, doch ich sah dann kein Unrecht und dann hörte ich Jedwede Silber, die gewechselt wart. Otello, was
- flüsterten sie nie? Emilia, nein, gnädiger Herr. Otello und schickten nie dich fort, Emilia. Niemals, Otello, um Fächer, Maske,
- Handschuh ihr zu holen. Emilia, nein, gnädiger Herr. Otello, es ist seltsam. Emilia, ich wollte auf ihre Tugend meine
- Seele zum Pfande setzen. Wenn ihr anders denkt, gebt nicht dem Argwohnraum, der euch betört. Wenn dies ein Schelm euch in den Kopf gesetzt, dem lohnst der
- Himmel mit dem Fluch der Schlange. Denn ist diese nicht redlich, kusch und treu. Ist kein Mann glücklich, ist die reinste Frau schwarz wie
- Verläumdung. Otello, lass sie kommen. Geh. Emilia geht. Sie sagt genug, doch jede Kupplerin erzählt dasselbe. Schlau ist
- diese Metze, ein heimlich Schloss und Riegelschnöder Sünden. Doch kniet und betet sie. Ich sah es selbst. Emilia und Des Demona treten
- auf. Des Demona? Was wollt ihr mein Gemahl? Otello. Komm, Täubchen. Komm. Des Demona, was ist euer Wunsch? Otello, lass dir ins Auge sehen. Schau
- ins Gesicht mir. Des Demona, welcher ein grausiger Einfall. Otello zu Emilia. Nun deine Künste. Weibsbild.
- Lass Buler nun allein und schließ die Tür. Hust oder rufe, wenn jemand kommt. Dein Handwerk an dein Handwerk. Mach dich
- fort. Emilia geht ab. Desde Demona, ich flehe knieend. Sag mir, was du meinst. Dein Wort verstehe ich nicht. Doch aus dem Wort tönt
- Raserei. Otello, was bist du? Desona. Dein Weib, mein Gatte, dein pflichtgetreues Weib. Otello, komm, schwör es. Verdamm
- dich selbst, dass nicht die Teufel geschreckt von deiner Engelbildung zittern, dich zu ergreifen. Drum verdamm dich doppelt. Schwör, du seist treu.
- Desona der Himmel weiß, ich bin's. Otello, der Himmel weiß, falsch bist du. Wie die Hölle des Dämoner? Wem, mein Gemahl, mit wem? Wie bin ich falsch?
- Otello. Oh, des Demona, fort mit dir. Fahrt, fort, das Demona. Oh, Tag des Jammers. Wehe, warum weinst du? Bin ich, mein
- Gatte, ursacht dieser Tränen. Hast du vielleicht den Vater in Verdacht? Er sei das Werkzeug deiner Heimberufung. Gib mir die Schuld nicht.
- Hast du ihn verloren? Nun, ich verlore ihn auch. Otello gefiel es Gott durch Trübsal mich zu prüfen. Goser Schmach und jede
- Kränkung auf mein nacktes Haupt versenkt in Armut mich bis an die Lippen. Schlugsamt der letzten Hoffnung mich in Fesseln, doch
- fändenswinkel ein Tröpfchen von Geduld. Doch mich zu machen zum festen Bilde für die Zeit des Hohns mit langsam drehenden Finger drauf
- zuweisen. Oh oh und dies auch könnte ich tragen. Sehr sehr wohl. Doch da, wo ich mein Herz als Schatz verwart, wo ich muß leben oder gar nicht
- leben, der Quell, aus dem mein Leben strömen muss, denn sonst versiegt er, da vertrieben sein oder ihn schauen als Sumpf für ekler Kröten begehen und
- brüten. Da verfinstere dich Geduld, du junger rosenweingiger Kerub. Ja, schau so grimmig als die Hölle. Des Demoner. Ich hoffe, mein
- Gemahl hält mich für treu. Otello. Oh ja, wie Sommerfliegen auf der Fleischbank, die im Entstehen schon
- bohlen. Oh, du Unkraut, so reizend lieblich und von Duft so süß, dass du den Sinn betäubst. Oh, wärst du nie geboren?
- Das Demona. Welch unbewußten Fehl konnte ich begehen? Otello, dies reine Blatt, dies schöne Buch nur dazu, um Metzer drauf zu
- schreiben. Was? Beggehen. Beggehen? Oh, du ganz freche Bulerin. Schmelzöfen müsste ich machen aus den Wangen. Um meine Sitzamkeit zu Asche zu brennen,
- nennt ich nur deine Taten. Was begehen? Dem Himmel ekels und der Mond verbirgt sich. Der B Wind, der küsst, was ihm begegnet, versteckt sich in den
- Höhlungen der Erde und will nichts davon hören, was begehen schamlose Metze des Dämoner. Bei Gott, ihr tut mir unrecht.
- Otello, du keine Metze des Dämoner. Nein, so war ich Christin. Wenn meinem Herrn bewahren dies Gefäß vor jeder schnöden sträflichen Berührung heißt
- keine Metze sein, so bin ich keine. Otello, du keine des Dämona, nein. So helfe Gott mir. Otello, ist möglich? Des Dämoner? Oh Himmel, sei mir
- gnädig. Otello, dann verzeiht mir. Ich nahm euch für die Dirne von Venedig, die den Otello freite. Emilia kommt zurück und du,
- Weib, die von St. Peter, das Gegenteil der Hölle Pforten sperrt. Du, du, ja, du, wir sind zu Ende. Nehmen, da ist dein Geld. Nun schließ die Tür und halte
- deinen Mund. Er geht ab. Emilia. Oh Gott, was hat doch unser Herr im
- Sinn. Wie geht's euch, teure Frau? Wie geht's euch, gnädige? Des Dämoner mir ist als träumt ich. Emilia sagt, werte Frau, was fehlt dem gnädigen
- Herrn des Dämoner? Wem? Emilia, meinem gnädigen Herrn. Das Dämoner. Wer ist dein Herr? Emilia, der auch der eure liebste
- gnädige Frau des Dämoner. Ich habe keinen. Sag mir nichts, Emilia. Ich kann nicht weinen. Habe auch keine Antwort,
- die nicht zu Wasser würde. Bitte ich diese Nacht leg auf mein Bett mein Brauttuch. Denke dran und ruf mir deinen
- Mann. Emilia, wie hat sich's hier geändert? Sie geht ab. Das
- Dämoner. Sie ist billig, dass es mir so geht. Sehr billig. Wie war ich nur, dass auch sein kleinster Argwohn mein mindestes
- Versehen missdeuten konnte? Jago und Emilia treten auf. Jago? Was wünscht ihr, gnädige Frau? Wie geht es euch? Das
- Demona? Ich weiß es nicht. Wer Kinder unterrichtet, gibt ihnen freundlich leichte Arbeit auf. So konnte er mich ja schmälen, denn für wahr? Ich
- bin ein Kind fürs Schmälen. Jago, was ist denn gnädige Frau? Emilia. Ach, Jago, Metze, schimpfte sie der Herr. Wie schändlich
- und verachtend er sie nannte. Das trägt kein treues Herz. Des Dämon Jago, bin ich das
- Wort? Jago, welch Wort verehrte des Demona, das wie sie sagt, mein Herr mir hat gegeben. Emilia, er schalt sie Metze.
- Nein, kein Bettler könnte im Rausch solch Wort von seiner Dirne brauchen. Jago, warum denn das? Das Demona, ich weiß es nicht gewiss.
- Ich bin es nicht. Jago weint nicht, weint nur nicht. Du liebe Zeit. Emilia wies sie so manchen edlen Antrag ab, verließ den Vater, Freunde
- Vaterland, dass man sie Metze schimpft. Ist nicht zum Weinen, des Dämoner. Das ist mein trauriges
- Geschick. Jago, wie ihm? Wie kommt ihm solcher Einfall? Das Dämoner weiß der Himmel. Emilia, nein. Hängt mich, wenn
- ein Erzverläumder nicht, irgendein schleichender, geschäftiger Schuft, ein glatter Schurk, um sich ein Amt zu fischen, die Lügen ausgedacht. Ja,
- darauf sterb ich. Jago Fui. Solchen Menschen gibt's nichts. Ist unmöglich. Des Dämoner und gibt es
- einen, so vergeb ihm Gott. Emilia, ein Strick vergeb ihm, na an ihm die Hölle. Sie Metze schimpfen. Wer besucht sie je? Wo, wann und wie? Wo ist
- auch nur ein Schein? Ein recht ausbündiger Schurk belog den Mohen. Ein niedertrecht Schurk, ein schäbiger Buber. Oh Himmel, möchtest du solch
- gezücht entlarfen und jeder wackeren Hand eine Geißel geben, den Schurken nackt durch alle Welt zu peitschen vom Ost zum fernen West?
- Jago, schrei doch nicht so. Emilia fuh über ihn. Solch ein Geselle war es, der ehemals dir auch den Verstand verwirrte, mich mit dem Mohen in Verdacht zu
- haben. Jago, du bist nicht klug. Sei still. Des Dämoner. Och, guter Jago, was soll ich tun, ihn wieder zu gewinnen? Geh zu ihm, Freund, denn bei der Sonne
- Licht. Ich weiß nicht, wie ich ihn verlore. Hier knie ich, wenn je mein Herz sich seiner Lieb empört, in Worten, in Gedanken oder Tat. Wenn je mein Aug,
- mein Ohr und sonst einen Sinn an anderer Wohlgestalt gefallen fand, wenn ich nicht jetzt ihn lieb, ihn stets geliebt, ihn immer da, auchch. Wenn er mich
- verstieße als Bettlerin, von Herzen lieben werde, dann Trost, verlass mich. Kaltsinn bringt es weit und rauben kann sein Kalzin mir das Leben. Die Liebe
- minder nicht. Ich kann nicht sagen Metze. Mich schaudert schon, da ich das Wort gesprochen. Doch tun, was die Beschimpfung nach sich zieht, nicht um
- die ganze Eitelkeit der Welt. Jago, ich bitte, fasst euch. Es ist nur seine Laune. Die Staatsgeschäfte machten ihm verdrust. Da zangt er nun
- mit euch. des Demona. Wer nur das Jago? Glaubt mir, es ist nichts anderes. Man hört
- Trompeten. Hecht. Die Trompete ruft zur Abentafel und die Gesandschaft von Venedig wartet. Geht hin und weint nicht. Alles wird noch
- gut. Des Demona und Emilia ab. Rodrigo tritt auf. Was gibt's Rodrigo? Rodrigo, ich finde nicht, dass du es
- redlich mit mir meinst. Jago und was im Gegenteil, Rodrigo, jeden Tag fertigst du mich mit einer Ausrede ab, Jago, und hältst mich viel mehr, wie mir es
- vorkommt, von aller guten Gelegenheit fern, als dass du meine Hoffnung den geringsten Vorteil verschaffst. Ich ertrage das wahrhaftig nicht länger und
- du sollst mich nicht dazu bringen, ruhig einzustecken, was ich bisher wie ein Tor mir habe gefallen lassen. Jago, wollt ihr mich anhören?
- Rodrigo? Rodrigo, auf Ehre, ich habe schon zu viel gehört, denn euer Versprechen und Tun halten nicht gleichen Schritt
- miteinander. Jago, ihr beschuldigt mich höchst ungerecht. Rodrigo, es ist lauter Wahrheit. Ich habe mein ganzes Vermögen
- zugesetzt, die Juwelen, die ihr von mir empfingt, um sie des Dämoner einzuhändigen. Die Hälfte hätte eine Nonne verführt. Ihr sagtet mir, sie habe
- sie angenommen und gab mir Hoffnung und Aussicht auf baldige Gunst und Erwiderung, aber dabei bleibt's. Jago gut, nur weiter. Recht
- gut, Rodrigo. Recht gut, weiter. Ich kann nicht weiter, Mann. Und hier ist nichts recht gut bei dieser Hand. Ich sage, es ist spitzbübisch und ich fange
- an zu merken, dass man mich foppt. Jago, recht gut. Rodrigo, ich sage dir, es ist nicht recht gut. Ich will mich des Demon
- selbst entdecken. Gibt sie mir meine Juwelen wieder zurück, so lasse ich ab von meiner Bewerbung und bereue mein unerlaubtes Zumuten. Wo nicht, seid
- gewiss, dass ich genug Tuung von euch fordern werde. Jago, habt ihr jetzt gesprochen? Rodrigo. Ja. Und habe nichts gesprochen,
- als was ich ernstlich zu tun gesonnen bin. Jago, schön. Nun sehe ich doch, dass du Haare auf den Zähnen hast und seit diesem Moment fasse ich eine
- bessere Meinung von dir als je zuvor. Gib mir deine Hand, Rodrigo. Du hast sehr gegründete Einwendungen gegen mich vorgebracht und dennoch, schwöre ich
- dir, bin ich in deiner Sache sehr gerade zu Werke gegangen. Rodrigo, das hat sich wenig gezeigt.
- Jago, ich gebe zu, dass sich's nicht gezeigt hat und dein Ark ist nicht ohne Verstand und Scharfsehen. Aber Rodrigo, wenn das wirklich in dir steckt, was ich
- dir jetzt mehr zutraue als je, ich meine Willenskraft, Mut und Herz, so zeig es diese Nacht. Wenn du in der nächsten Nacht nicht zu
- des Demonas Besitz gelangst, so schaff mich hinterlist dich aus der Welt und stelle meinem Leben Fallstcke. Rodrigo, gut, was ist's?
- Liegt's im Gebiet der Vernunft und der Möglichkeit? Jago Freund, es ist ein ausdrücklicher Befehl von Venedig da, dass Casio in Otelos Stelle treten
- soll. Rodrigo, ist das wahr? Nun so gehen Otello und des Demona Venedig zurück. Jago: "Oh nein, er geht ins Morenland und nimmt die Schöne des
- Demona mit sich, wenn nicht sein Aufenthalt hier durch einen Zufall verlängert wird und darin kann nicht so entscheidend sein, als wenn Casio
- beiseite geschafft wird." Rodrigo, wie meinst du das? Ihn beiseite schaffen, Jago? Nun ihn für Otellosamt
- untauglich machen, ihm das Hirn ausschlagen. Rodrigo und das meinst du, soll ich tun? Jago ja, wenn du das Herz hast, dir
- Vorteil und Recht zu verschaffen. Er ist heute zum Abendessen bei einer Dirne und dort will ich ihn treffen. Noch weiß er nichts von seiner
- ehrenvollen Beförderung. Wenn du nun auf sein Weggehen lauern willst, und ich werde es einrichten, daß dies zwischen zwölf und eins geschieht,
- so kannst du noch Belieben über ihn herfallen. Ich will in der Nähe sein, um deinen Angriff zu unterstützen und er soll zwischen uns beiden
- fallen. Komm, steh nicht so verwundert, sondern folge mir. Ich will dich so von der Notwendigkeit seines Todes überzeugen, dass du es für Pflicht
- halten sollst, ihn aus der Welt zu schaffen. ist hohe Zeit zum Abendessen und die Nacht geht hin. Frisch
- daran. Rodrigo, ich muss noch mehr Gründe hören. Jago, das sollst du genüge. Sie gehen
- ab. Dritte Szene. Zypern. Ein anderes Zimmer im Schlosse. Otello, Lodovico, des Demona. Emilia und Gefolge treten auf.
- Lodovico, ich bitte euch, Herr, bemüht euch nun nicht weiter. Otello, oh nein, erlaubt, das Ausgehen tut mir wohl. Lodovico, schlaft, gnädige wohl. Ich sag
- euch meinen Dank. Das Demona, ihr wart uns sehr willkommen, Herr Otello. Wollen wir gehen, Senor? Oh, des
- Demona, des Demona, mein Gemahl. Otello, geh so gleich zu Bett. Ich werde augenblicklich wieder da sein. Entlasß Gesellschafterin. Tu wie ich dir
- sage. Das Demona, das wird ich mein Gemahl. Otello, Lodovico und gefolge ab. Emilia, wie geht's nun? Er scheint milder als
- zuvor. Desona? Er sagt, er werde hier sein ungesäumt. Er gab mir den Befehl zu Bett zu gehen und hieß mir dich entlassen. Emilia, mich
- entlassen des Demona. Er will es so. Darum, Emilia. Gute, gib mir mein Nachtgewand und lebe wohl. Wir dürfen jetzt ihn nicht
- erzen. Emilia, hättet ihr ihn doch nie gesehen. Des Dämoner? Das wollte ich nicht. Mein Herz hängt so an ihm, daß selbst sein Zorn, sein Trotz, sein
- Eigensinn. Komm, steck mich los. Mir lieb und reizend dünngt. Emilia, die Tücher legt dich auf, wie ihr es
- befahlt des Demona. Es ist alles eins. Ach, was wir töricht sind. Sterb ich vor dir, so bitte ich. Hülle mich in eins von diesen
- Tüchern. Emilia, geht ihr schwarzt. Des Dämon. Meine Mutter hat ein Mädchen. Berbel hieß sie. Die war verliebt und treulos war ihr Schatz und lief davon.
- Sie hat ein Lied von Weide, ein altes Ding, doch passt es für ihr Leid. Sie starb, indem sie es sang. Das Lied heute Nacht kommt mir
- nicht aus dem Sinn. Ich habe zu schaffen, dass ich nicht auch den Kopf so hängen und singe wie das arme Bärbel. Bitte dich, mach
- Geschwind. Emilia, soll ich euer Nachtkleid holen? Das Demona. Nein, steck mich hier nur los. Der Lodovico ist ein feiner
- Mann. Emilia, ein recht hübscher Mann. Des Demäona, er spricht gut. Emilia, ich weiß eine Dame in Venedig, die wäre barfuß nach Palästina gegangen,
- um einen Druck von seiner Unterlippe. Das Dämonar sinkt. Das Märktlein saß singend am Feigenbaum früh singt Weide, grüne
- Weide. Die Hand auf dem Busen, das Haupt auf dem Knie sinkt weide, weide Weide. Das Bächlein, es murmelt und stimmelt mit ein, sinkt weide, grüne Weide. Heiß
- rollt ihr die Tränen undterweicht das Gestein. Leg dies beiseite. Singt weiter. Singt weide, weide, weide. Bitt dich, mach schnell,
- er kommt gleich. Singt von Weiden Allflecht. Ich mir nun den Kranz. So schellt die nicht. Sein Zorn ist mir recht. Nein, das kommt später. Horch,
- wer klopft da? Emilia, es ist der Wind. Das Dämonar singt. Ich nannte ihn, du falscher. Was sagt er dazu? Singt weide, grüne
- Weide. Sehe ich nach den Mädeln, nach den Buben siehst du? So, geh nun fort. Gute Nacht. Mein Auge juckt. Bedeutet das wohl
- Tränen? Emilia. Ei, mit nichten des Dämoner. Ich hörte es so. Die Männer, oh die Männer. Glaubst du auf deinen gewissen Sprich, Emilia, dass wirklich
- Weiber sind, die ihre Männer so gröblich täuschen? Emilia, solche gibt's kein Zweifel. Des Dämona, hättest du dergleichen um die ganze
- Welt, Emilia. Nun hättet ihr es nicht. Des Dämon beim Lichte des Himmels. Emilia, ich tätte es auch nicht bei Himmelslicht. Ich könnte es ja im
- Dunkeln. Desona du dergleichen um die ganze Welt, Emilia. Die Welt ist mächtig weit. Der Lohn wä groß klein der Verstoß.
- des Dämoner. Gewissß du tätzt es nicht. Emilia gewisß ich tät es und macht es wieder ungetan, wenn ich es getan hätte. Nun freilicht hätte ich so
- etwas nicht für einen Fingerring, noch für einige Ellenbist, noch für Mäntel, Röcke und Hauben oder solchen armseligen Kram, aber für die ganze Welt. Ei, wer
- hätte da nicht Lust, dem Mann Hörner aufzusetzen und ihn zum Weltkaiser zu machen? Dafür wagte ich das Fegefeuer des Demona. Ich will des Todes
- sein. Tätte ich solch Unrecht auch um die ganze Welt. Emilia ein nun das Unrecht ist doch nur ein Unrecht in der Welt. Und
- wenn euch die Welt für eure Mühe zu Teil wird, so ist's ein Unrecht in eurer eigenen Welt. Ihr könnt es Geschwind zurecht
- machen. Des Demona. Ich glaube doch, es gibt kein solches Weib. Emilia zehn für eins und noch so viel in Kauf. Die Welt, um die sie spielten,
- gleich zu füllen. Allein mich dünkt, es ist der Männerschuld, das Weiber fallen. Wenn sie Pflicht vergessen in fremdem Schoß, vergeuden unseren Schatz. Wenn
- sie verkehrt in launischer Eifersucht ans Haus uns fesseln, wenn sie gar uns schlagen. Wenn sie in Leichtsinn unser Gut vertun, dann schwillt auch uns die
- Galle. Wir sind fromm, doch nicht von Rachsucht frei. Sie sollen's wissen. Wir haben Sinne auch. Wir sehen und riechen und haben einen Gaum für süß und herbe
- wie unsere Männer. Was bezwecken Sie, wenn Sie uns andere vorziehen? Ist das Lust? Ich denke ja. Treibt sie die Leidenschaft? Ich denke ja. Ist's
- Schwachheit, die so irrt? Gewissß. Und haben wir nicht Leidenschaft, nicht Hang zur Lust? und Schwachheit gleich den Männern. Drum der
- Mann sich treulos von uns kehrte, war es seine Bosheit, die uns Böses lehrte. Des Demona. Gute Nacht. Und lass mich, Herr,
- in fremden Sünden nicht eigene Sünde. Lass mich Besserung finden. Sie gehen
- ab. Fünfter Akt. Erste Szene. Zypern, eine Straße. Jago und Rodrigo treten
- auf. Jago, hier stehe am Pfeiler. Gleich wird Casio kommen. Halt deine Klinge blank und für sie gut. Frisch sei getrost. Ich
- stehe dir nah zur Hand. Dies hebt uns oder stürzt uns. Daran denke. Und bleibe fest und standhaft beim Entschluss.
- Rodrigo. So. Steh hier nah. Es könnte mir misslingen. Jago, neben dir, sei köhn. Nimm deinen Platz ein. Zieht sich in
- eine geringe Entfernung zurück. Rodrigo, ich bin nicht sehr im Eifer für die Tat. Und doch sind's triftige
- Gründe, die er gab. Es geht nur ein Mann drauf. Komm, mein Schwert. Er stirbt. Tritt
- beiseite. Jago. Ich rieb die junge Quaddel bis sie brennt. Nun macht er ernst. Jetzt ob er Casio mordet, ob Casio ihn,
- ob sie sich beide morden. Mir ist das gleich gelegen. Lebt Rodrigo, so dringt er auf den völligen Ersatz des Gelds und Schmucks, um die ich ihn geprellt für
- des Demoner. Das darf nicht sein. Wenn Cassio übrig bleibt, so zeigt sein Leben täglich eine Schönheit, die mich
- verhässlich und der Moh auch möchte mich ihm verraten. Das wäre sehr bedenklich. Nein, nein, er sterbe. Still, ich höre ihn kommen. Cio
- tritt auf. Rodrigo, es ist sein Gang. Er kommt. So, stirb du Schurk. Er läuft auf
- Casio zu und verwundet ihn. Casio, der Degenstoß war feindlich mir gemeint. Doch ist mein Rock stichfester als du glaubst. Nun prüfe
- ich deinen zieht und verwundet Rodrigo. Rodrigo wie? Ich bin des Todes. Sie fechten. Casio verwundet den Rodrigo. Jago eilt von seinem Posten
- hervor, sticht dem Casio von hinten ins Bein und geht ab. Casio gelähmt auf immer. Hilfe, Mörder, Mörder.
- Er fällt. Otello zeigt sich oben in einiger Entfernung. Otello, ist Cassios Stimme. Jago hält sein
- Wort. Rodrigo: Oh, ich verruchte Otello. Hch. Jawohl, so ist's. Coio. Oh, Hilfe. Licht. Ein Wundarzt. Otello. Er ist's.
- Wakra Jago, brav und treu, der du so edel fühlst des Freundes Schmach, du lehrst mich, Püppchen, dein Geliebter viel und
- deine Stunde naht. Ich komme, Dirne. Dein Blick, dein Reiz soll mir im Herzen sterben. Dein sündig Bett, das Blut der Sünde
- färben. Der geht ab. Lodovico und Graziano treten in einiger Entfernung auf. Casio, kein Wächter da. Kommt niemand.
- Hilfe, Mord. Graziano, ein Unglück. Ganz gewiss der Schreiber furchtbar. Casio. Oh, Hilfe. Lodovico. Horch. Rodrigo. Oh, niederträchtiger Bube. Lodovico. Zwei
- dreimal hörte ich ächtzen. Grause Nacht. Das kann Verstellung sein. Ich halt's nicht sicher, dem Schrei zu folgen. Eh uns Beistand wird. Rodrigo kommt
- niemand, dann muss ich zu Tode bluten. Jago kommt mit einem Lichte. Lodovico, Horch, Graziano, ein Mann hier ohne Wams mit Licht und
- Degen. Jago, wer da? Was für ein Lärm. Wer rief hier Mord? Lodovico, wir wissen es nicht. Jago, habt ihr nicht schreien gehört? Cio
- hier, hier, um Gottes Willen, helft. Jago, was gibt's? Graziano, das ist Otellos Frig, wie ich glaube. Lodovico. Ganz recht, er ist ein sehr beherzter
- Mann. Jago, wer seid ihr da, der so erbärmlich ruft? Csio. Ja. Von Schurken bin ich schwer verwundet.
- Ach, schaff mir Hilfe. Jago Um Gott sagt Leutnand. Welche Schurken taten?
- Cio eine, denke ich, liegt hier in der Nähe und kann nicht fort. Jago. Oh, die arg Listkenschurken zu. Lodovico und
- Graziano. Wer seid ihr da? Kommt doch heran und helft. Rodrigo. Oh, helf mir hier. Casio, der war
- dabei. Jago, oh Schurk, oh Meuchelmörder. Jago ersticht den Rodrigo. Rodrigo, verdammte Jago,
- Bluthund. Oh, oh, oh. Jago, im Dunkeln Morden. Wo sind die
- blutigen Diebe? Wie still sind diese Straßen? Mord, Mord, Mord. Wie mögt ihr sein? Seid gut, ihr oder schlimm? Lodovic, rühmt uns, wie ihr uns
- findet. Jago. Seor Lodovico. Lodovico. Ja, Herr Jago. Verzeihung. Hier liegt Casio, schwer verwundert von
- Schurken. Graziano, Casio. Jago, sag, wie geht dir es, Bruder? Ciochs Bein
- gestochen. Jago, Gott verhüt. Bringt Licht, Herren. Mit dem Hemd will ich es verbinden. Bianca tritt auf. Bianca, was ist geschehen? Wer war es, der so
- schrie? Jago, wer war es der? Schrie Bianca. Oh, liefster Co. Oh, mein süßer Casio. Oh, Casio. Casio,
- Casio. Jago Oh, du ausbündige Metze. Cio wisst ihr, wer jene waren, die euch so gelähmt? Cio? Nein, Rziano, ich schmerzt euch so zu sehen.
- Ich sucht euch eben. Jago, leid mir ein Strumpfband. So. Oh, eine Senfte ihn leise fortzutragen. Bianca, er fällt in
- Ohnmacht. Casio, Casio, Casio. Jago, ihr Herren, mir ahnt es, die Verworfene hier sei mit verstrickt in diese
- Greultat. Geduld ein wenig, lieber Co. Kommt ein Licht her. Kenne ich den da oder nicht? Ach Gott, ist das mein Freund und werter
- Landsmann Rodrigo? Nein. Und doch. Oh Gott, Rodrigo. Graziano. Rodrigo von Venedig. Jago, derselbe. Kennt ihr ihn?
- Graziano. Ja, allerdings. Jago. Seor Graziano. Oh Herr, ich bin beschämt. Der blutige Fall. Entschuldige meine Raheit, die
- euch misskannt. Graziano, es freut mich euch zu sehen. Jago Co, wie geht's? Die Senfte.
- Hey, die Senfte. Graziano. Rodrigo Jaggo. Ja, ja, er ist. Oh, schön. Eine Senfte wird gebracht. Da
- kommt die Senfte. Tragt ihn mit Sorgfalt heim, ihr guten Leute. Ich hole Otos Wundarzt zu Bianca. Ihr da Jungfer, spart eure Mühe. Csio, der hier gelämt
- wart, ist sehr mein Freund. Was hattet ihr für Streit? Cio nichts in der Welt. Ich kenne ihn nicht
- einmal. Jago zu Bianca. Wie seht ihr blasse aus? Tragt ihn aus der Luft. Cio und Rodrigo werden
- weggetragen. Bleibt werter Herren, hier Jungfer. Seht so blass aus. Bemerkt ihr, wie verstört ihr Auge star? Nun, bebt ihr gar, erfahren wir wohl
- mehr. Betrachtet sie, ich bitte euch. Seht sie an. Nicht wahr, ihr Herrn? Ihr schlecht Gewissen spricht, wenn auch die Zungen gar nicht reden
- könnten. Emilia tritt auf. Emilia, was ist geschehen? Ach Mann, was ist geschehen? Jago Cio hier im Dunkeln angefallen. Rodrigo war es und andere,
- die entflohen. Er ist halb umgebracht. Rodrigo starf. Emilia. Ach Gott, der arme Herr. Ach, guter
- Casio. Jago, das ist der Unzuchtstrafe. Hör Emilia, frag doch den Cio nachts gespeist. Zu Bianca. Was zittert ihr
- davor? Bianca? Er aß bei mir, doch davor zittere ich nicht. Jago? Ha, tat er das? Kommt, sag ich. Folgt mir nach. Emilia, fui, schlechtes Weib. Bianca,
- ich bin kein schlechtes Weib. Ich bin so ehrlich, als ihr, die so mich schimpft. Emilia, als ich. Oh, pfui, Jago, kommt, Herren, zu sehen, wie
- Casio wird verbunden. Ihr Jung vergeht. Euch zeigt man's bald noch anders. Emilia, lauf zur Zitadelle und melde dem Herrn und seiner Frau, was hier geschah.
- Ich bitte, geht voran. Für sich dies ist die Nacht, die mich vernichtet oder glücklich
- macht. Sie gehen ab. Zweite Szene: Zypern, Schlafzimmer im Schloss. Des Dämon schlafend im Bett.
- Ein Licht brennt neben ihr. Otello tritt herein. Otello, die Sache will's. Die Sache will's, mein
- Herz. Lasst sie mich euch nicht nennen. Keuschesterne, die Sache will. Doch nicht ihr Blut vergieß ich. Noch ritz sich diese Haut so weiß wie
- Schnee und sanft wie eines Denkmals aller Bastter. Er legt seinen Degen ab. Doch sterben muss sie, sonst betrügt sie
- andere. Tu aus das Licht und dann Tu aus das Licht. Ja, lösche ich dich, du flammenheller Diener. Kann ich dein vorig Licht dir wiedergeben? Sollte
- ich's bereuen. Doch dein Licht ausgetan, du reizend Muster herrlichster Natur. Nie finde ich den Promethusfunken wieder dein Licht zu
- zünden. Pflückt deine Rose. Nie kann ich ihr den Lebenswuchs erneuen. Sie muss muss wecken. Dufte mir am
- Stamm. Er küsst sie. Hört Gehauch, der Selbstgerechtigkeit ihr schwer zu brechen
- zwingt. Noch einen noch. Sei, wenn du tot bist, so dann töte ich dich und liebe dich nachher. Noch einen und den
- letzten. So süß war nie so tödlich. Ich muss weinen. Doch sind's grausame Tränen. Dieser Schmerz ist wie des Himmels
- strafend, wo er liebt. Sie wacht. Des Dämon. Wer da?
- Otello. Otello. Ja. Desona. Desona. Wollt ihr zu Bett gehen, mein Gemahl? Otello, hast du zur Nacht
- gebetet? Des Demona. Des Demona? Ja, mein Gemahl. Otello, kannst du dich einer Sünde noch
- erinnern? Nicht ausgesöhnt dem Himmel und der Gnade? So flehe jetzt als bald. Der Stäona. Ach, mein Gemahl. Was willst du damit
- sagen? Otello wohl. Tu es und sei kurz. Ich gehe beiseite. Nicht möchte ich deinen Geist in Sünden
- töten. Nein, Gott verhütz, nicht deine Seele töten. Des Dämona, sprichst du von
- töten, Otello? Ja, des Demona. Dann gütiger Himmel, erbarm dich mein Otello. Amen. Von ganzem
- Herzen. Desona. Wenn du so sprichst, dann wirst du mich nicht töten.
- Otello, der Stämona und dennoch fürchte ich dich, denn du bist schrecklich, wenn so dein Auge rollt. Warum ich fürchten sollte, weiß ich nicht. Da ich von
- Schuld nichts weiß. Doch fühle ich, dass ich fürchte. Otello, denk deiner Sünde des Dämoner. Das ist zu dir die
- Herzensliebe, Otello. Und dafür stirbst du des Dämoner. Grausamer Tod, der nur um Liebe tötet. Ach, warum nagst du so die
- Unterlippe? Dein ganzer Leib erbebt im Blut Gavut. Das sind Vorzeichen. Doch ich hoffe, ich hoffe, sie deuten nicht auf
- mich. Otello schweig und sei still. Des Demona, ich schweige. Was begehrst du, Otello, das Tuch, das ich so wert
- hielt und dir schenkte. Du gabst es Casio. Desona? Nein, bei Seele und Leben. Ruf ihn herbei und frag ihn. Otello, behüte, Kind, behüte dich vor
- mein Eid. Du liegst auf deinem Sterbebette. Der Stemona. Ja, doch nicht jetzt zu sterben. Otello. Ja, als bald. Drum
- bekenn aufrichtig deine Sünde, denn jeden Punkt mit einem Alt verleugnen hö auf nicht, traf nicht meine Überzeugung, die mein Herz stöhnen macht. Du stehst
- vorm Sterben. Desona dann Gott erbarm dich. Mein Otello. Ich sage
- Amen. Des Dämon auch du erbarm dich mein nie habe ich dich jemals beleidigt Cio nie geliebt als mit der Liebe, die der Himmel selbst gestattet. Niemals gab ich
- ihm ein Pfand. Otelo, bei Gott, ich sah mein Tuch in seinen Händen. Mein eig Weib, du machst mein Herz zu Stein und gibst dem Namen
- Mord, was ich tun will, was ich als Opfer meinte. Ich sah das Tuch. Das Dämona, so hat er es denn gefunden. Nie habe ich es ihm gegeben.
- Ruf ihn her, dass er bekennt, wie es ist. Otello, er hat bekannt des Demona. Was? Teure Herr
- Otello, das er dein Freund gewesen. Des Demona, wie? Unerlaubt. Otello. Ja, der Demona, das kann er nicht
- sagen. Otello. Oh nein, sein Mund ist stumm. Der treue Jago hat dafür gesorgt. Des Demona. Oh, eine Furcht erklärt das. Wie er tot?
- Otello. Ob jedes Haar ein Leben war, mein Grim verschlang sie alle. Das Dämoner. Oh Gott, er ist verläumdet. Ich
- verloren. Otello Ha, Metze, weinst um ihn vor meinen Augen? Das Dämoner. Verstoße mich und töte mich nur nicht.
- Otello, nieder mit dir Metze des Demona, töte mich morgen. Lass mich heute noch leben. Otello, kein Sträuben. Das Dämona, nur ein
- Stündchen. Otello, ist geschehen, gibt es kein Zaudern mehr. Des Dämona, nur bis ich noch gebetet. Otello, es ist zu spät.
- Er erstickt sie. Emilia draußen. Mein gnädiger Herr. Hey, hol gnädiger
- Herr. Otello. Was für ein Lärm. Nicht tot. Noch nicht ganz tot. Ich bin zwar grausam, aber doch
- barmherzig. Nicht möchte ich dir verlängern deine Qual. Ersticht sie mit dem Dolch.
- So. So. Emilia draußen. Hey, Holler. Gnädiger Herr. Otello. Wer da? Emilia. Oh, bester Herr, nur auf ein Wort mit
- euch. Otello. Ja, Süß Emilia. Gleich. Jetzt ist sie tot. Gewiss. Sie kommt und meldet Cos
- tot. Der Lärm war groß. Regst du dich nicht mehr? Stell wie das
- Grab. Darf sie herein? Wer es gut? Mir deucht, sie rührt sich.
- Nein. Was ist das Beste? Kommt sie wird sie nach meinem Weibe fragen. Ein
- Weib? Ein Weib. Welch Weib! Ich habe kein Weib." Unerträglich furchtbare
- Stunde. Nun, dächtig, müsste ein groß verfinstern sein an Sonn und Mond und die erschreckte Erde sich auftun vor Entsetzen. Emilia draußen, ich bitte
- euch dringend, gönnt mir nur ein Wort, oh bester Herr. Otello. Oh, ich vergaß dich. Komm herein, Emilia. sagt gleich
- sogleich. Ich ziehe den Vorhang zu. Wo kommst du her? Er schließt die Tür auf. Emilia tritt herein. Was hast du mir zu sagen,
- Emilia? Oh, lieber Herr, ein sündiger Mord geschah. Otello, wie jetzt? Emilia, jetzt eben,
- Herr Otello, das hat wahrhaftig nur der Mond verschuldet. Er kommt der Erde näher, als er pflegt und macht die Menschen
- rasend. Emilia Cio Herr bracht einen jungen Venezianer um, genannt Rodrigo. Otello, was? Rodrigo tot und Casio tot. Emilia? Nein, Casio ist nicht
- tot. Otello, Casio nicht tot, dann klingt der Mord verstimmt und rau die süße
- Rache des Dämoner. Oh, ungerechter Mord. Emilia, Gott, welcher Schrei war das? Otello,
- das was? Emilia. Oh heiliger Gott, die Stimme meiner Herrin. Helf, hilft. Oh. Hilft! Oheure, sprecht noch einmal. Oh, des Demona, süße Herrin,
- sprecht. Des Dämon. Ich sterbe schuldlos. Emilia. Oh, wer hat die Tat vollbracht? Das
- Dämoner. Niemand. Ich selber. Lebe wohl. Empfiehl mich meinem gütigen
- Herrn. wohl. Sie stirbt.
- Otello, wie wä sie denn ermordet? Emilia, Gott, wer weiß es? Oto, du hörst es von dir selbst. Ich tat es nicht.
- Emilia, so sagte sie. So muß ich's treu berichten, Otello. Sie fuhr als Lügnerin zur Flammenhölle. Ich war ihr
- Mörder. Emilia. So mehr Engel sie und ihr so schwerzer Teufel. Otello. Sie fiel der Sünd an
- heim und war zur Emilia. Nein. Du verläumdest sie. Du bist ein Teufel. Otello, sie war wie Wasser falsch.
- Emilia, und du bist wild wie Feuer, wenn du sie der Falschheit zeißt. Oh, sie war himmlisch treu. Otello, Casio verführte sie,
- fragte einen Mann. Verdammt wäre ich zum tiefsten Höllenabgrund, wenn ich nicht Vorschritt auf gerechtem Grund zu diesem äußersten. Dein Mann weiß
- alles. Emilia, mein Mann. Otello, dein Mann. Emilia. Da sie die Ehe brach. Otello, ja doch mit Cio wäre sie treu gewesen. Schuf mir
- auch eine zweite Welt der Himmel aus einem fehlos reinen Krüsolit. Ich gab sie nicht dafür. Emilia, mein
- Mann. Otello. Jawohl. Er war es der mich zuerst gewarnt. Er ist ein Ehrenmann und hasst den Schlamm schandbarer Gold tat. Emilia, mein Mann.
- Otello, wozu die Wiederholung, Weib? Ich sag's dein Mann. Emilia, oh, teure Frau. Bosheit treibt Sport mit Liebe. Mein Mann sagt,
- dass sie falsch ist. Otello, Weib, er sagt's. Dein Mann, dein Mann, verstehst du? Mein Freund, dein Mann. Der wachreckre
- Jago. Emilia sagt er es, mag ihm die giftige Seele täglich verfaulen, um den Gran. Er lügt als Schelm. Sie liebte nur zu
- sehr ihr schmutzig eigen. Otello. Ha. Emilia, tu dein ärgstes. So wert ist diese deine Tat des Himmels als ihrer du. Otello. Am besten wohl du
- schwiegst. Emilia, du hast nicht halb die Kraft mir weh zu tun, als ich's zu tragen. Dummkopf, blöder Tor, Hirnlos wie Kot.
- Die Tat, die du getan. Was kümmert mich dein Schwert? Ich mache es kund und Geld ist 20 Leben. Helf, hft, hälft. Der Mo hat meine Frau
- erwirkt. Mord, Mord. Montano, Graziano und Jago treten auf. Montano, was geht hier vor? Was gibt es?
- General Emilia. Oh, kommst du, Jago? Hi, du machst es schön, daß ihre Mordat auf dich schieben. Graziano, was geht hier vor?
- Emilia, straf diesen Bösewicht Lügen, wenn du Mann bist. Er spricht: "Du sagtest ihm, sein Weib sei falsch. Ich weiß, das tatst du nicht. Du bist kein
- Schelm. Sprich, denn mein Herz ist voll." Jago, ich sagt ihm, was ich dachte. Sagt auch nichts als er selbst glaubwürdig
- fand und war. Emilia, so hast du je gesagt, sie sei nicht treu, Jago, ich tat's. Emilia, das war eine Lüge.
- Schnöde höllische Lüge. Bei Gott eine Lüge. Recht verdammte Lüge. Sie falsch mit Casio. Sagtest du mit Casio. Ja.
- Mit Cio still, bändige deine Zunge. Emilia, die Zunge bändigen. Reden will ich laut. In ihrem Bett liegt meine Frau
- ermordet. Alle. Oh Gott, verhüt Emilia. Und dein Verhetzen stiftete den Mord. Otello. Nein, start nicht so. Ihr
- Herrens ist wirklich wahr. Graziano. Unselige Wahrheit. Montano, ungeheure Tat. Emilia. Oh, Schurkerei. Verruchte
- Schurkerei. Ich denke dran. Ich denke, ich merk's. Oh, Schurkerei, ich dachte es gleich. Vor Grab möchte ich mich töten. Oh, Schurkerei. Oh,
- Schurkerei. Jago, was bist du toll? Geh gleich nach Haus, befehle ich. Emilia, ihr edlen Herren, vergönnt mir, dass ich rede. Ihm zu gehorchen zieh mir
- doch nicht jetzt. Vielleicht gehe ich nie mehr nach Hause. Jago
- Otello Er wirft sich auf das Bett über seine Frau gebeugt. Emilia, ja, wirf dich hin und brülle, weil du gemordet hast, die holzte Unschuld, die je den
- Blick erhob. Otello erhebt sich. Oh, sie war schlecht. Ich sah euch nun erst um. Ja, diese Hand hat wirklich eure Nichte
- jetzt ermordet. Ich weiß, die Tat sieht gräulig aus und schwarz. Graziano, du armes Kind. Gut, dass dein
- Vater starb. Dein Bündnis ward ihm tödlich. Gram allein zerschnitt den alten Faden. Lebt er jetzt? Der Anblick wird ihn in Verzweiflung stürzen, daß er
- den guten Engel von sich fluchte, sein Seelenheil gefährdend. Otello. Oh, es ist
- jammervoll. Doch Jago weiß, dass sie die schnöde Tat mit diesem Casio wohl hundertmal beging. Casio Gestanz und sie vergalt ihm seine Liebesglut mit dem
- Gedächtnispfand und Brautgeschenk, das ich ihr gab. Ich saß in seiner Hand. Es war ein Tuch, ein altes Angedenken, das einst mein Vater meine Mutter
- gab. Emilia. Oh, all ihr Himmelsmächte. Jago, willst du schweigen, Emilia? Es muss heraus. Heraus jetzt schweigen. Nein, ich will
- reden, ungehemmt wie Nordwind. Das Himmel, Menschen, Teufel, alle, alle Schmach rufen über mich. Ich rede doch. Jago, sei klug und geh nach Haus.
- Emilia, ich will nicht. Jago macht Mene sie zu erstechen. Graziano Fui, den Degen auf ein Weib.
- Emilia, oh dummer, das Tuch, von dem du sagst, fand ich durch Zufall und gab's meine Manne. Denn oft mit feierlichem Ernst und Nachdruck, mehr als für solche
- Kleinigkeit sich ziehte, hieß erst mich stehlen. Jago, du verdammte Metze. Emilia, sie gab es Cio? Nein. Ach nein,
- ich fand's und gab es meinem Mann. Jago, du Dreck. Du lügst, Emilia. Wei Gott, ich lüge nicht. Nein, ihr edlen Herren. Mörderischer Narr. Was
- sollt auch dieser Tropf mit solcher guten Frau? Jago ersticht seine Frau und läuft fort. Otello, gibt's keinen Keil im
- Himmel als nur zum Donner? Auserlesener Schurke. Graziano, sie sinkt wahrhaftig. Er erstar sein Weib.
- Emilia. Ja. Ja. Wo legt mich neben meine Herrin?
- Montano? Sie ist ein Erzbösewicht. Bewahrt dies Schwert, dass ich jetzt hier dem Mooren weggenommen. Besetzt die äußere Tür. Lasst ihn nicht
- durch. Er stecht ihn eher. Ich will den Buben nach, denn der ist ein verdammter Hund. Montano und Graziano ab. Otello, ich bin auch nicht mehr
- tapfer. Nein, jeder winzige Knab nimmt mir mein Schwert. Was soll auch Ehre Tugend überleben? Fahr alles
- hin. Emilia Herrin, was sang dein Lied? Hörst du mich noch? Ich will den
- Schwan nun spielen. In Tönen sterben. Weide, beide, weide.
- Moor, sie war ke kusch. Sie liebte dich, Barbar. So werde heil mir, wie ich Wahrheit
- zeuge. Und redend, wie ich denke, sterbe ich.
- Sterb ich? Sie stirbt. Otello, ich habe noch einen Degen hier
- im Zimmer. Es ist ein spanisch Schwert in Eis
- gehärtet. Hier ist's. Oh. Ich muss hinaus. Graziano draußen. Wenn du es versuchst, wirst du es teuer büßen. Du bist wehrlos
- und musst dich unterwerfen. Otelo, so komm denn hier herein und sprich mit mir, sonst mit der nackten
- Faust falle ich dich an. Graziano im Here: "Was willst du mir?"
- Otello, sie her. Ich habe ein Schwert. Ein besseres hat noch nie geschmückt, die Hütte eines Soldaten. Wohl war einst der Tag, wo mir
- der kleine Arm, dies gute Schwert, den Ausgang schaffte durch mehr Hindernis als 20 mal dein Zwang. Doch Heitlos
- bren. Wer lenkt sein Schicksal? Das ist jetzt vorbei. Seid nicht erschreckt, dass ihr bewährt mich seht.
- Hier ist mein Reiseziel, mein Ankerplatz, die fernste Seemark für mein Ruhenschiff. Trittst du zurück in Furcht? Du bankst ohne Grund. Zück nur
- ein Schilfrohr auf Otellos Brust. Er weicht ihm. Wohin sollt Otello gehen? Ach, wie siehst du nun aus, oh,
- Kind des Jammers? gleich wie deeder ein Tuch. Wenn wir am Thron erscheinen, wird dies dein Bild mich fort vom Himmel schleudern, wo Furien mich
- ergreifen. Kalt, mein Mädchen, wie deine Käuschheit. Oh, ich verfluchte das Sklav. Peitscht mich, ihr Teufel, weg
- von dem Anblick dieser Himmelsschönheit. Stürmt mich in Wirbeln, röstet mich in Schwefel, wascht mich in tiefen Schlünden flüssiger Glut. Oh, das ist
- Demon des Demon tot. Oh. Oh. Oh. Lodovico, Casio, der geführt wird, auf einem Stuhl hereingetragen. Montano,
- Jago als Gefangener und Offiziere. Lodovico, wo ist der rasche, höchst unselige Mann? Otello, hier steht der einst Otello war.
- Hier bin ich. Lodovico, wo ist die Natta? Führt den Schurken vor. Otello, ich sehe ihm auf den Fuß. Doch
- das ist Fabel. Bist du ein Teufel, kann ich dich nicht töten. Otello verwundet den
- Jago. Lodovico, nehmt ihm sein Schwert. Jago, ich blute, doch ich lebe. Otello, sonst tät es mir auch leid. Du sollst noch leben, denn wie ich
- fühl, ist tot Glückseligkeit. Lodovico. Oh, du Otello, sonst so groß und gut, umgarend von Schlingen eines
- Bösewichts. Was soll man von dir sagen? Otello, wenn ihr wollt, daß ich ein ehrenvoller Mörder sei, denn nichts tat ich aus Hass, für Ehre,
- alles. Lodovico. Halb hat der Sklav sein Schurkenstück bekannt. Habt ihr mit ihm in Cassios Tod
- gewilligt? Otello. Ja, Co. Teurer Herr, ich gab euch niemals Grund. Otello, ich glaube es und bitte um dein
- Verzeihen. Wollt ihr von diesem Teufel wohl erfragen, warum er Seel und Leib mir so verstrickt?
- Jago, fragt mich um nichts mehr. Was ihr wisst, das wisst ihr. Von dieser Stund an rede ich kein Wort. Lodovico, was nicht zum Beten?
- Graziano Folter wird dich lehren. Otello, gut, du tust so am besten. Lodovico, ihr sollt erfahren, Herr, was sich begab. Noch glaube ich,
- wisst ihr es nicht. Hier ist ein Brief, der sich in das Rodrigo Tasche fand und hier ein zweiter. Jener dort enthält, wie zu dem Mord an Casio aufgefordert
- Rodrigo wart. Otello, nichts würdiger. Casio, höchst haltnisch, höchst verrucht. Lodovico, ein anderer
- Brief, verstimmt und voller Zweifel, gefunden auch bei ihm. Und diesen Scheins wollte Rodrigo an den Schurken senden, doch kam indwohl Jago selbst zu
- ihm, ihn zu beruhigen. Otello, meuchlerischer Hund, wie kamst du, Csio, denn zu jenem Tuch von meiner Frau?
- Cio fand's auf meinem Zimmer und er gestand in diesem Augenblick, daß er es dort fallen ließ aus eigener Absicht, zu schlechtem
- Zweck. Otello, o Thor! Thor! Thor! Casio! Dann weiter steht im Brief Rodrigos noch der Vorwurf, wie in Jago
- aufgehetzt, mir auf der Wach zu trotzen, was bewirkte, dass abgesetzt ich ward. Und eben sagt er, erwacht vom Scheint, daß Injo, reizte, mich anzufallen und
- ihn dann erstar. Lodovico, ihr müsst jetzt mit uns dieses Haus verlassen. Gewalt und Vollmacht
- sind euch abgenommen. Casio befielt in Zypern. Dieser Schurke, gibt's irgendeine recht geschärfte Matha, die lang ihn hinhält und erfindrisch quält,
- die sei für ihn. Ihr bleibt in strenger Haft, bis über eure Tat berichtet wart, dem Staat Venedis. Geht und führt ihn
- hinweg. Otello, gemach. Nur noch zwei Worte, ihr geht. Ich tat Venedig manchen Dienst. Man weiß es nichts mehr davon.
- In euren Briefen bitte ich, wenn ihr von diesem Unheil Kunde gebt, sprecht von mir, wie ich bin. Verkleinert nichts, noch setzt in Bosheit
- zu. Dann müsst ihr melden von einem, der nicht klug, doch zu sehr liebte. Nicht leicht arg wöhnte, doch einmal erregt unendlich raste. Einem, dessen Hand dem
- niedern Juden gleich die Perle wegwarf, mehr wert als all sein Volk. Des überwundenes Auge, sonst nicht gewöhnt zu schmelzen, sich ergießt in Tränen,
- die Arabiens Bäume tauen von heilungskräftigem Balsam. Schreibt das alles und fügt hinzu, dass in Aleppo, wo ein giftiger
- Türk in hohem Turbahn einst einen Venetianer schlug und schalt den Staat, ich den beschnittenen Hund am Hals ergriff und traf ihn.
- So er ersticht sich. Lodovico. Oh, blutiges Ende. Graziano, umsonst unser
- Wort. Otello, ich küsste dich, ehe ich dir tot gab. Nun sei dies der
- Schluss, indem er auf das Dämon fällt, mich selber tötend, sterb ich so im Kuss. Coio, dieses fürchte ich, doch glaubt
- ihn ohne Waffen, denn er war hochgesinnt. Lodovico zu Jago. Spartanischer Hund, verderblicher als Hunger, Pest und Meer. Schau dort, die
- tragische Bürde dieses Betts, das ist dein Werk. Das Augliegt im Anblick, verhüllt ihn. Ihr Graziano, bleibt im Schloss und
- nehmt es Mohengüter in Beschlag, denn ihr beerbt ihn. zu Casio. Euch, Herr Gouverneur, liegt ob zu strafen diesen höllischen
- Schurken. Die Zeit, der Ort, die Martha. Oh, verschärft sie. Ich will sogleich an Bord und dem Senat mit schwerem Herzen künden schwere
- Tat. Alle gehen ab. Der Vorhang fällt.
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