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Der Strahlungshaushalt der Erde: Grundlagen und Energiebilanz

eknownomy5:28 93 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 37 Zeilen
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  1. Heute schauen wir uns mal das Herzstück unseres Klimasystems an, den Strahlungshaushalt der Erde. Dahinter verbirgt sich ein fast schon magisches
  2. Gleichgewicht, das darüber entscheidet, welche Temperatur auf unserem Planeten herrscht. Wir gehen jetzt mal Schritt für Schritt die Physik dahinter durch.
  3. Also, was haben wir vor? Wir folgen sozusagen dem Weg der Energie. Von ihrer Ankunft als Sonnenstrahlung über ihre Umwandlung auf der Erde bis hin zur
  4. Abstrahlung zurück ins All. Dabei schauen wir uns den Treibhauseffekt genauer an und ziehen am Ende eine finale Bilanz. Fangen wir also ganz von
  5. vorne an bei diesem Gleichgewicht, das letztlich die globale Mitteltemperatur unseres Planeten bestimmt. Schon mal drüber nachgedacht, warum sind wir keine
  6. Eiswüste wie der Mars oder eine Gluthölle wie die Venus? Die Antwort, Sie ahnen es, liegt in einer sehr fein abgestimmten Energiebilanz. Und diese
  7. Reise beginnt natürlich bei unserer Sonne. Mit ihren rund 55° an der Oberfläche schickt sie uns Energiepakete und zwar in Form von
  8. kurzwelliger Strahlung. Das Besondere an dieser Strahlung ist, sie ist extrem energiereich und durchsetzungsstark. Man kann sich das so vorstellen. Für die
  9. Hauptgase in unserer Atmosphäre, also Stickstoff und Sauerstoff, ist diese Strahlung quasi unsichtbar. Sie passiert die Atmosphäre, als wäre sie gar nicht
  10. da. So, die Strahlung ist also durch die Atmosphäre gerauscht und trifft jetzt auf die Erdoberfläche. Und genau hier passiert etwas ganz entscheidendes. Hier
  11. kommt ein absolut zentraler Fachbegriff ins Spiel, die Albedo. Das ist im Grunde nichts anderes als ein Maß dafür, wie gut eine Oberfläche Sonnenlicht
  12. reflektiert, also wie viel Energie sofort wieder zurückgeschickt wird. Schauen wir uns diese beiden Extreme an. Dunkler Asphalt hat eine niedrige
  13. Albedo. Der schluckt die Energie quasi auf und wird richtig heiß. Eine helle schneebedeckte Eisfläche dagegen hat eine extrem hohe Albedo. Der größte Teil
  14. der Energie wird direkt wieder ins All gespiegelt. Ein fundamentaler Unterschied. Im globalen Durchschnitt und das ist eine der wichtigsten Zahlen
  15. für die ganze Bilanz, liegt die Albedo unseres Planetens bei etwa 30%. Das heißt, fast ein Drittel der ankommenden Sonnenenergie wird sofort wieder
  16. reflektiert. ohne die Erde auch nur um 1°AD erwärmt zu haben. Was passiert jetzt mit den restlichen 70 %, die absorbiert wurden? Nun, sie erwärmen
  17. Land Ozeane Atmosphäre. Aber die Erde behält diese Energie nicht einfach, sondern wird jetzt selbst zu einem Strahler, quasi zu einem Heizkörper. Und
  18. jetzt ändert sich der Charakter der Strahlung komplett. Während von der heißen Sonne energiereiche kurzwellige Strahlung kam, gibt die viel kühlere
  19. Erde die Energie als energieärmere langweilige Wärmestrahlung wieder ab. Und diese ist, wenn man so will, viel schüchter. Sie interagiert ganz anders
  20. mit der Atmosphäre. Man könnte ja meinen, diese Wärmestrahlung entschwindet jetzt einfach wieder zurück ins All. Fall erledigt. Aber so einfach
  21. ist es nicht. Sie trifft nämlich auf eine Barriere, den natürlichen Treibhauseffekt. Die Analogie mit der Bettdecke ist hier
  22. wirklich passend. Bestimmte Gase in unserer Atmosphäre, vor allem Wasserdampf und CO2, die für die kurzwellige Sonnenstrahlung ja
  23. durchsichtig waren, absorbieren diese langwellige Wärmestrahlung jetzt extrem effektiv. Der physikalische Mechanismus dahinter ist die sogenannte
  24. Gegenstrahlung. Die Treibhausgase nehmen die Wärme von unten auf und strahlen sie in alle möglichen Richtungen wieder ab, also eben auch wieder zurück zur
  25. Erdoberfläche. Das ist quasi eine zusätzliche Heizung von oben. Um mal zu verstehen, wie gewaltig dieser Effekt ist, machen wir mal ein
  26. Gedankenexperiment. Nehmen wir alle Treibhausgase aus der Atmosphäre. Was wäre die Folge? Eine globale Mitteltemperatur von eisigen
  27. -18° CUS. Unser Planet wäre ein Eisball. Und das hier ist die Realität. Dank dieses natürlichen Treibhauseffekts haben wir eine globale
  28. Durchschnittstemperatur von lebensfreundlichen +15°. Das macht einen Unterschied von sage und schreibe 33°.
  29. Das ist die Grundnlage für das Leben, wie wir es kennen. So, jetzt haben wir alle Komponenten zusammen. Zeit Kassensturz zu machen und uns die finale
  30. Energiebuchhaltung unseres Planeten anzuschauen. Stellen wir es uns ganz einfach vor. Es kommen 100 Energieeinheiten von der Sonne an. 30
  31. davon werden durch die Albedo sofort wieder reflektiert. Die sind weg. Die übrigen 70 werden vom Erdsystem aufgenommen. Und damit das Klima stabil
  32. bleiben, müssen genau diese 70 Einheiten auch wieder als Wärmestrahlung ins All abgestrahlt werden. Einnahmen gleich Ausgaben. Und das ist wirklich der
  33. springende Punkt. Diese Bilanz ist das Fundament. Solange der Input, also die absorbierte Sonnenenergie, dem Output der abgestrahlten Wärme exakt
  34. entspricht, bleibt die globale Temperatur stabil. Das führt uns aber unausweichlich zur zentralen Frage unserer Zeit. Was passiert, wenn wir
  35. dieses Gleichgewicht stören? Wenn wir z.B. die atmosphärische Zusammensetzung so ändern, dass weniger Wärme entweichen können, während der Energieimput von der
  36. Sonne gleich bleibt. Die Konsequenzen dieser Imbalance für unser globales Klimasystem zu verstehen, das ist eine der vordringlichsten wissenschaftlichen
  37. Aufgaben überhaupt. M.

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