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Globale Herausforderungen Klimawandel | Abitur Geographie BW #abi

Geographie Abitur22:52 1.452 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

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  1. Hey, am Ende dieses Videos kannst du bei dem Thema der globalen Herausforderung Klimawandel die Ursachen und Dimensionen des Klimawandels auf der Grundlage
  2. aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse erläutern und aktuelle Maßnahmen gegen und Anpassungsstrategien an den Klimawandel unter dem Aspekt der
  3. nachhaltigen Entwicklung auf unterschiedlichen Maßstabsebenen bewerten. Let's go. Abiturrelevante Begriffe, die du in diesem Video
  4. kennenlernst, sind Klimawandel, Treibhausgas, der natürliche Treibhauseffekt, anthropogener Treibhauseffekt, globale
  5. Durchschnittstemperatur, Klimaziel, Klimaschutz, Reduktion der Treibhausgase, Kohlenstoffdioxidsenke, Geo-Engering und Anpassungsstrategie.
  6. Der Klimawandel ist eine der zentralen globalen Herausforderungen unserer Zeit. Aber im Abitur reicht es nicht einfach nur zu sagen, dass es wärmer wird. Du
  7. musst erklären können, warum sich das Klima verändert, wodurch der heutige Klimawandel angetrieben wird, welche Folgen daraus entstehen können und wie
  8. Gesellschaften darauf reagieren. Und genau das machen wir jetzt Schritt für Schritt. Außerdem schauen wir uns mit Bangladeschbeispiel
  9. an, an dem du besonders gut erkennen kannst, dass der Klimawandel nicht nur ein ökologisches Problem ist, sondern auch eine Frage von Gerechtigkeit,
  10. Vulnerabilität und Resilienz. Hier vernetzen die beiden Themenbereiche globale Herausforderung, Klimawandel und Naturgefahr und Verwundbarkeit perfekt.
  11. Oftmals spielt aber auch der Themenbereich disparitäre Entwicklung und damit indirekt auch die Globalisierung eine große Rolle. Durch
  12. diesen komplexen Zusammenhang und die Vernetzung zwischen den Themen ist es besonders im Abitur beliebt und natürlich für unsere Gesellschaft und
  13. Zukunft auch von höchster Relevanz. Der Klimawandel steht im Zusammenhang mit dem Leitbild der nachhaltigen Entwicklung. Nachhaltige Entwicklung
  14. bedeutet, dass die heutige Generation ihre Bedürfnisse so befriedigt, dass die Möglichkeit zukünftiger Generation nicht gefährdet wird. Dabei müssen
  15. verschiedene Dimensionen gleichzeitig berücksichtigt werden, die ökologische, die ökonomische, die soziale und häufig wird mittlerweile auch die politische
  16. Dimension ergänzt. Dann spricht man eben nicht mehr von dem Nachhaltigkeitsdreieck klassischerweise, sondern von diesem
  17. Nachhaltigkeitsviereck, dass ich hier auch nachgebildet habe. Für das Abitur ist wichtig, Nachhaltigkeit bedeutet also nicht nur
  18. Umweltschutz. Es geht um ökologische Tragfähigkeit, ökonomische Leistungsfähigkeit, soziale Gerechtigkeit und politische
  19. Stabilität. Ein globales Leitbild für die Erde wurde 1992 auf der Konferenz von Rio de Janeiro
  20. formuliert. Mit der Agenda 2030 wurden daraus 2015 die 17 Sustainable Development Goals, also die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten
  21. Nationen. Der Klimawandel ist also kein isoliertes Einzelproblem, sondern Teil einer viel größeren globalen Herausforderung. Diese Ziele betreffen
  22. unter anderem erstens keine Armut. Zweitens, kein Hunger. Drittens, Gesundheit und Wohlergehen. Viertens, hochwertige Bildung. Fünftens,
  23. Geschlechtergleichheit. Sechstens, sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen. Siebtens, bezahlbare und saubere Energie. Achtens,
  24. menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum. Neuntens, Industrie, Innovation und Infrastruktur. Zehntens, weniger Ungleichheiten.
  25. Nachhaltige Städte und Gemeinden. 12ens, nachhaltiger Konsum und Produktion. 13 Maßnahmen zum Klimaschutz, 14 Leben Unterwasser, 15 Leben an Land 16
  26. Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen und 17 Partnerschaften zur Erreichung dieser Ziele. In Bezug auf den Klimawandel, also die globale
  27. Herausforderung Klimawandel ist natürlich das SG13 Maßnahmen zum Klimaschutz äußerst relevant. Aber ich habe ja gerade schon gesagt, die
  28. Vernetzungen zwischen den Bereichen sind hier sehr, sehr hoch. Wenn man heute vom Klimawandel spricht, ist damit vor allem die vergleichsweise schnelle und starke
  29. globale Temperaturerhöhung der letzten etwa 150 Jahre gemeint. Wenn man also den Umgang mit dem Klimawandel genauer anschaut, werden drei grundlegende
  30. Strategien unterschieden. Erstens, die Vermeidung der Ursache, wird auch Mitigation genannt. Zweitens die Anpassung an die unvermeintlichen
  31. Folgen, also Adaption und drittens technische Eingriffe in das Klimasystem, das nennt man Geoengineering. Diese drei Begriffe solltest du im Abitur definitiv
  32. sauber definieren und voneinander abgrenzen können. Verwende diese Begriffe auch auf jeden Fall, wenn es eine Aufgabe zum Thema Klimawandel gibt.
  33. Gab es den Klimawandel nicht schon immer? Ja, und das ist genau ein ganz ganz wichtiger Punkt, denn Klimaänderungen an sich sind nichts
  34. ungewöhnliches. Das Klima der Erde hat sich im Laufe der Erdgeschichte also immer wieder verändert. Es gab also immer schon natürliche
  35. Klimaschwankungen. Ausgelöst werden sie z.B. durch Schwankungen der Sonnenaktivität, Veränderungen der Erdbahnparameter,
  36. tektonische Prozesse, Veränderung der Landmeerverteilung oder große Vulkanausbrüche. Das bedeutet, Klimaänderungen an sich
  37. sind eben nichts ungewöhnliches. Aber jetzt kommt der entscheidende Unterschied. Der aktuelle Klimawandel wird mit sehr hoher Sicherheit
  38. anthropogen, das heißt vom Menschen verursacht eingeordnet. Und genau das musst du fastsprachlich sauber formulieren. Natürliche
  39. Klimaschwankungen existieren, aber der heutige schnelle globale Temperaturanstieg ist überwiegend anthropogen bedingt. Warum ist die
  40. Wissenschaft sich da dann jetzt so sicher? Wir schauen uns jetzt die wissenschaftlichen Belege diesbezüglich an. Zuerst die Geschwindigkeit der
  41. Erwärmung. Die globale Durchschnittstemperatur steigt seit dem späten 19. Jahrhundert, also dem Start der Industrialisierung, besonders stark
  42. seit den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts deutlich an. Diese Geschwindigkeit lässt sich nicht überzeugend allein mit natürlichen
  43. Schwankungen erklären, denn es gab keine natürlichen Schwankungen, die so etwas bewirkt haben. Zweitens, das Erwärmungsmuster. Die Erwärmung findet
  44. vor allem in der Troposphäre statt, also da, wo wir auch leben, wo unser Wetter stattfindet, in der unteren Atmosphärenschicht,
  45. in der sich eben auch die von Menschen emitierten Treibhausgase konzentrieren. Wäre die Sonne der Hauptantrieb, müsste sich die Atmosphäre anders erwärmen.
  46. Drittens, die nächtliche Ausstrahlung. Wenn die Konzentration von Treibhausgasen steigt, wird nachts mehr Wärme in der Atmosphäre zurückgehalten.
  47. Und genau dieses Muster lässt sich beobachten. Viertens, die Korrelation zwischen Treibhausgasen und Temperaturanstieg. Die starke Erwärmung
  48. der letzten Jahrzehnte passt deutlich besser zur Zunahme anthropogener Treibhausgase als zur Veränderung des Solaren Antriebs beispielsweise.
  49. Fünftens, der Süßeffekt. Fossiles CO2 lässt sich nachweisen, weil ihm aufgrund seines hohen Alters das radioaktive Kohlenstoffisotop C14 fehlt.
  50. Dadurch kann gezeigt werden, dass zusätzliches CO2 tatsächlich aus der Verbrennung fossiler Energieträger stammt. Und sechstens, Klimamodelle.
  51. Simulationen zeigen, dass die beobachtete Erwärmung nur dann realistisch nachgebildet werden kann, wenn neben dem natürlichen auch
  52. anthropogene Antriebsfaktoren berücksichtigt werden. Die Kanaussage ist also eindeutig. Der aktuelle Klimawandel ist nicht einfach nur eine
  53. natürliche Schwankung, sondern im Wesentlichen Anthropogen verursacht. Um das Ganze zu verstehen, musst du erst den natürlichen Treibhauseffekt kennen.
  54. Die Atmosphäre ist für kurzwellige Sonneneinstrahlung weitgend durchlässig. Mit Ausnahme der UV-Strahlung, das sieht man jetzt hier in dem Bild ganz gut, die
  55. wird von der Ozonschicht absorbiert. Die Erde nimmt kurzwellige Sonnenstrahlung auf und gibt Energie als langwellige Wärmestrahlung, also als
  56. Infrarotstrahlung, wieder ab. Treibhausgase in der Atmosphäre absorbieren einen Teil dieser langweiligen Strahlung. Dadurch wird
  57. nicht die gesamte Wärme direkt in den Weltraum wieder abgegeben und das ist zunächst etwas völlig normales und sogar für den Menschen lebensnotwendig. Ohne
  58. den natürlichen Treibhauseffekt wäre es auf der Erde viel zu kalt. Der natürliche Treibhauseffekt ist also lebensnotwendig, weil er dafür sorgt,
  59. dass die globale Mitteltemperatur auf der Erde bei etwa 15° CSUS liegt und nicht bei ungefähr -18°CUS, wie es ohne den natürlichen
  60. Treibhauseffekt wäre. Problematisch wird es erst durch die anthropogene Verstärkung dieses Effekts. Der Mensch erhöht durch seine Aktivität die
  61. Konzentration bestimmter Treibhausgase in der Atmosphäre. Genau hier spielen Dreiphausgase eine zentrale Rolle. Gase wie Kohlenstoffdioxid, Methan, Lachgas
  62. oder auch Wasserdampf absorbieren einen Teil dieser langweiligen Ausstrahlung und senden sie in alle Richtungen wieder zurück, auch wieder zur Erdoberfläche.
  63. Dadurch wird die Wärme in der unteren Atmosphäre gespeichert. Wir sprechen von dem anthropogenen Treibhauseffekt. Zu den zentralen Treibhausgasen gehören
  64. Kohlenstoffdioxid, also CO2, Methan CH4, Distickstoffmonoxid N2O, troposphärisches Ozon, FCKW und auch Wasserdanz. Für den Anthropogen
  65. Dreipauseffekt spielt CO2 eine besonders große Rolle. Er trägt nämlich am stärksten zur zusätzlichen Erwärmung bei. Danach folgt vor allem Methan und
  66. die Stickstoffmoxid. Wichtig ist auch das Konzept des der CO2 Äquivalente. Damit wird die Klimawirkung unterschiedlicher Gase vergleichbar
  67. gemacht. Ein Methanmolekül wirkt z.B. deutlich stärker erwärmend als ein CO2 Molekül mit dem Faktor 28. Das bedeutet, ein Gas kann mengenmäßig zwar kleiner
  68. auftreten, aber trotzdem klimatisch sehr wirksam sein, wie man am Beispiel von Methan sehr gut sehen kann. Schau dir hier auch unbedingt das Video zum Aufbau
  69. Funktion und Zusammensetzung der Atmosphäre an. Die wichtigsten Quellen sind die Verbrennung fossiler Energieträger, die Industrieproduktion
  70. der Verkehr, der Gebäudesektor und die Landwirtschaft. Einige Beispiele. CO2 entsteht vor allem durch Kohle, Erdöl und Erdgas. Methan entsteht unter
  71. anderem im Reisanbau und in der Massentierhaltung. Die Stickstoffmoxid hängt stark mit dem Stickstoffhaltigen Dünger in der
  72. Landwirtschaft zusammen. Diese globale Erwärmung bleibt aber nicht ohne Folgen. Dazu gehört unter anderem das Abschmelzen von Gletschern und polaren
  73. Eismassen, der Meeresspiegelanstieg, die Zunahme von Extremwetterereignissen, die Veränderung von Klimazonen sowie die Belastung für Ökosysteme und dadurch
  74. Landwirtschaft und menschliche Lebensräume. Damit wird klar, der Klimawandel ist nicht nur ein Problem einzelner Fabriken, des Verkehrs,
  75. einzelner Gebäude oder auch nur eines kleinen Teils der Landwirtschaft, sondern eng mit unserem gesamten Wirtschafts und unserer Lebensweise
  76. verbunden. Hier musst du im Abitur nämlich extrem differenzieren, wenn es um das Thema Verantwortung geht. Historisch betrachtet haben nämlich vor
  77. allem die Industriestaaten seit Beginn der Industrialisierung besonders viele Emissionen verursacht. Schaut man auf die absoluten Emissionen heute,
  78. konzentriert sich ein großer Teil auf wenige Staaten, nämlich vor allem China, die USA, Indien, Russland und Japan. Jetzt sind wir aber bei dem Problem,
  79. z.B. wir in Deutschland konsumieren auch extrem viel Produkte aus China, wodurch wir natürlich auch zum Teil für die Emotionen in China verantwortlich sind.
  80. Schaut man auf die Emission pro Kopf, dann liegen oft wirtschaftsstarke Staaten der Länder mit intensiver Nutzung fossiler Energieträger weit
  81. vorne, wie beispielsweise auch Deutschland. Und genau hier wird das Thema politisch und auch moralisch pressant, denn nicht alle Länder tragen
  82. in gleich Maß zum zur Ursache bei, aber die Folgen treffen eben viele Staaten des globalen Südens besonders hart. Besonders pressant wird das Thema also
  83. dort, wo die Verantwortung für den Klimawandel und die Betroffenheit durch seine Folgen weit auseinanderfallen und verschiedene Länder betreffen. Und genau
  84. das zeigt ein Land besonders, nämlich Bangladesch. Es ist ein Land mit sehr geringen Brook Kopf Emissionen, das besonders stark unter Überschwemmung,
  85. Wirbelstürme, Bodenversalzung und Meeresspiegelanstieg leidet. Der Klimawandel ist also nicht nur eine ökologische Krise, sondern auch eine
  86. Frage globaler Gerechtigkeit. Bangladeschört zu den Ländern, die besonders stark unter den Folgen des Klimawandels leiden, obwohl sie eben die
  87. CO2 Emission pro Kopf sehr niedrig halten. Warum ist Bangladesch gefährdet? Erstens wegen seiner naturräumlichen Lage, denn große Teile des Landes liegen
  88. in flachen Delta und Küstenräumen, schon ein vergleichsweise geringer Meeresspiegelanstieg kann nämlich in Bangladesch große Flächen überfluten.
  89. Zweitens, wegen der hohen Exposition gegenüber Naturgefahren. Dazu gehören vor allem tropische Wirbelstürme, Überschwemmungen, Starkliederschläge,
  90. dürre Perioden und eben vor allem auch langfristig der Meeresspiegelstieg. Dann drittens wegen der hohen Vulnerabilität. Viele Menschen leben von
  91. der Landwirtschaft. Finanzielle Mittel sind begrenzt. Schutzmaßnahmen können nur eingeschränkt umgesetzt werden und die Resilienz ist insgesamt deutlich
  92. geringer als den Wohlhabenderen Industriestaaten. Die Folgen sind letztlich also massiv. Hier stellt sich die Frage nach der
  93. Gerechtigkeit. Wir haben Küstenerosion, Bodenversalzung, Verlust von Siedlungs und Nutzflächen, Gesundheitsprobleme, Binmigrationen, die Städte und der Umbau
  94. ganzer Wirtschaftsweisen. Das ist besonders bitter, denn Bangladeschägt eben, wie gesagt nur wenig zur globalen Erwährung bei. An Bangladesch kannst du
  95. auch vier [schnauben] zentrale Begriffe sehr gut erklären. Naturgefahr oder Hazard bedeutet zunächst, dass ein Naturereignis nämlich grundsätzlich das
  96. Potenzial hat, Menschen oder Sachgüter zu schädigen. Zum Risiko wird daraus aber erst im Zusammenspiel mit menschlicher Nutzung. Wenn Menschen in
  97. hochwassergefährderten Küstenräumen oder Flussauen siedeln, steigt das Risiko sehr stark an. Dann kommt die Vulnerabilität ins Spiel. Sie
  98. beschreibt, wie verletzlich eine Gesellschaft gegenüber solchen Ereignissen ist. Dabei spielen politische, wirtschaftliche und soziale
  99. Faktoren eine große Rolle und das Gegenstück dazu ist die Resilienz, also die Widerstandsfähigkeit, denn eine Gesellschaft mit guter Infrastruktur,
  100. funktionierendem Katastrophenschutz, finanzielle Mittel und politische Handlungsfähigkeit kann Krisen deutlich besser bewältigen. Ganz wichtig, nicht
  101. allein die Naturgefahr entscheidet über das Katastrophenrisiko, sondern vor allem die gesellschaftliche Verwundbarkeit. Schau dir unbedingt hier
  102. das Thema ähm schau dir auch unbedingt hier das Video zu den Naturgefahren und Verwundbarkeit an. Da findest du das Ganze noch etwas ausführlicher und
  103. kannst dann die beiden Themen auch viel viel besser miteinander vernetzen. Genau diesen Zusammenhang bildet der Weltrisikoindex ab. Er kombiniert die
  104. Exposition gegenüber Naturgefahren mit der Vulnerabilität einer Gesellschaft. Und diese Vulnerabilität wiederum wird über drei Bereiche genauer
  105. aufgeschlüsselt, nämlich die Anfälligkeit, Bewältigung und Anpassung. Damit zeigt der Weltrisikoindex, ein Staat kann stark exponiert sein, aber
  106. trotzdem ein vergleichbares geringes Risiko haben, wenn seine Resilienz groß ist. Umgekehrt kann ein Land mit geringen Mitteln deutlich stärker
  107. gefährdet sein. Deshalb ist der Klimawandel immer auch ein Thema von Entwicklung, Infrastruktur, Staatlichkeit und Vorsorge. Bitte
  108. pausier das Video jetzt gerne einmal und such unbedingt die Karte im Atlas zum Weltrisikoindex heraus. Du findest da nämlich beispielsweise auch Karten zur
  109. Naturgefahr, Vulnerabilität und dann musst du in der Regel auch viel weniger lernen, da du die Berechnungen dazu im Atlas findest. Der Weltrisikoindex zeigt
  110. vor allem die Disparität der einen Welt und stellt zwingend die Frage nach Klimagerechtigkeit und wie man ein eine einheitliche Lösung findet mit den
  111. massiven Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel umzugehen. Die erste große Strategie heißt Mit Klimaschutz durch Vermeidung
  112. der Ursachen. Ziel ist die Reduktion der Treibhausgasemission. Dazu gehören beispielsweise die Abkehr von fossilen Energieträgern, der Ausbau erneuerbaren
  113. Energien, energieeffiziente Technologien, gesetzliche Vorgaben, CO2 Bepreißung und Emissionshandel. International ist hier vor allem das
  114. Pariser Klimaabkommen von 2015 zentral, denn dort wurde vereinbart, dass die globale Erwärmung auf deutlich unter 2° und möglichst auf 1,5° gegenüber dem
  115. vorustriellen Niveau zu begrenzen ist. Das Problem ist aber, zwischen den politischen Zielen und den tatsächlich umgesetzten Maßnahmen besteht bis heute
  116. eine enorme Lücke. Und genau das ist ein klassischer Punkt für die Bewertung im Abitur, denn die Ziele sind ambitioniert, die Umsetzung reicht aber
  117. bislang vielfach noch nicht aus. Wenn du Klimaschutz erklärst, solltest du außerdem diese drei Begriffe sicher beherrschen. CO2 Neutralität bedeutet,
  118. dass nicht mehr CO2 ausgestoßen wird, als gleichzeitig durch Senken wieder aufgenommen oder kompensiert werden kann. Dekarbonisierung bedeutet die
  119. Abkehr von kohlenstoffhaltigen Energieträgern, also vor allem von Kohle, Gas und Öl. Und CO2 Senken sind Systeme, [räuspern]
  120. die es CO2 aufnehmen und speichern. So etwas wie vor allem Wälder und Ozeane. Aber auch hier gibt's ein Problem, denn wenn Wälder wieder zerstört werden, wie
  121. z.B. durch Rodung oder Zerstörung des Regenwaldes, können sie von einer CO2 Senke zu einer massiven CO2 Quelle werden. Ein weiteres wichtiges
  122. Instrument ist der Emissionshandel in der EU seit 2005 ein zentrales Werkzeug der Klimapolitik. Das Grundprinzip ist einfach. Für bestimmte Bereiche wird
  123. eine Obergrenze für Emission festgelegt und Unternehmen erhalten und kaufen Emissionszertifikate. Wer weniger ausstößt als erlaubt, kann
  124. überschüssige Zertifikate verkaufen. Wer mehr ausstößt, muss zusätzliche Rechte kaufen. Dadurch entsteht ein Preis auf CO2, der einen Anreist schaffen soll,
  125. Emission zu senken. Das heißt, Emissionshandel wird zu einem marktwirtschaftlichen Instrument. Im Abitur kannst du das Positiv als
  126. flexibles Steuerungsinstrument der Politik einordnen, aber auch kritisch hinterfragen, ob es allein ausreicht, um sehr ambitionierte Klimaziele
  127. tatsächlich zu erreichen. Selbst wenn morgen weltweit drastisch Emissionen gesenkt würden, wären viele Folgen des Klimawandels bereits nicht mehr
  128. vollständig vermeidbar. Deshalb braucht es neben der Mitigation auf jeden Fall auch die Adaption, also Anpassung. Anpassung kann verschiedene Formen
  129. annehmen, nämlich technische Maßnahmen wie Deichbau, Verhaltensänderungen, etwa Verhalt verändertes Mobilitätsverhalten und politische Maßnahmen, etwa Gesetze
  130. zur Wassernutzung. Und hier ist wichtig, Anpassung bedeutet nicht, dass man den Klimawandel einfach hinnimmt. Er bedeutet realistisch
  131. mit bereits eintretenden oder erwartsbaren Folgen umzugehen. Ein Beispiel ist der Kletscherschwund. Im Himalaya gefährdet das verstärkte
  132. Abschmilzen der Gletscher die Wasserversorgung von rund 1,6 Milliarden Menschen. Gleichzeitig steigt das Hochwasserrisiko dadurch an. Auch in den
  133. Alpen gibt es Anpassungsmaßnahmen, etwa das Abdecken von Gletschern mit reflektierenden Planen. Ein anderes Beispiel ist die Landwirtschaft. Der
  134. Klimawandel verschlechtert zwar in vielen Regionen die Anbaubedingungen durch Dürre und Hitzewellen, aber in anderen Räumen verschieben sich die
  135. Anbaugrenzen nach Norden. Dadurch entstehen eben teils auch neue Nutzungsmöglichkeiten wie in Grönland oder eben den nordischen Ländern.
  136. Anpassungsmaßnahmen sind z.B. Staudämme, Wasserverteilungsverträge oder technische Lösung zur sessionalen Wasserspeicherung. Für das Abitur ist
  137. ein Begriff hier relevant, nämlich Ambivalenz. Anpassung ist nicht nur Schadensbegrenzung, sie kann je nach Raum auch neue Chancen eröffnen, aber
  138. diese Chancen sind eben sehr ungleich verteilt. Die dritte Strategie heißt Geoengineering. Darunter versteht man gezielte
  139. technische Eingriffe in das Klimasystem. Dabei gibt's zwei große Ansätze, nämlich erstens Carbonioxid Removal, also ein Verfahren, das CO2 aktiv aus der
  140. Atmosphäre entfernen soll. Dazu gehört etwa Aufstung, ähm Direct Air Capture und die Speicherung von CO2. Zweitens, Solar Radiation Management, also ein
  141. Teil der Sonneinstrahlung soll wieder reflektiert werden. Das geht beispielsweise über Aerosole in der Stratosphäre oder künstliche
  142. Wolkenbildung oder auch Satelliten, die eben ins Weltall geschossen werden, um ein Teil der Sonneinstrahlung zu reflektieren. Geoengineering ist hoch
  143. umstritten. Befürworter sagen, ohne solche Maßnahmen könnte man die Klimaziele kaum noch erreichen. Kritiker waren das Klimasystem ist extrem komplex
  144. und es könnten neue massive Nebenwirkungen entstehen. Das ist ein typisches Feld für eine Bewertung, Beurteilung oder Erörterung im Abitur.
  145. Anthropogene Emissionen führen zur Verstärkung des Treibhauseffekts. Die globale Durchschnittstemperatur steigt und dadurch nehmen Klimavfolgen und
  146. klimabezogene Naturgefahren zu. Ob daraus Katastrophen entstehen, hängt aber nicht nur von der Naturgefahr selbst ab, sondern auch von Exposition,
  147. Vulnerabilität und Resilienz. Und genau deshalb ist der Klimawandel nie nur ein naturwissenschaftliches Thema. Es ist immer auch ein wirtschaftliches,
  148. politisches und gesellschaftliches Thema. Kommen wir zur Zusammenfassung. Der aktuelle Klimawandel ist überwiegend anthropogen. Das ist wissenschaftlich
  149. belegt durch diese sechs Punkte. Die musst du auf jeden Fall können. Zentrale Ursache ist die Verstärkung des natürlichen Treibhauseffekts durch
  150. anthropogene Treibhausgase, vor allem durch CO2 aus fossilen Energieträgern. Der Umgang mit dem Klimawandel unterscheidet man in Mitigation,
  151. Adaption und Geoengineering. Besonders deutlich werden die Folgen dort, wo hohe Exposition auf hohe Vulnerabilität trifft, wie z.B. im Bangladesch. Und
  152. genau deshalb musst du den Klimawandel im Abitur immer nicht nur physisch geographisch, sondern auch humanographisch und politisch
  153. betrachten. Wenn du dieses Grundgerüst sicher kannst, bist du bei den Aufgaben zu Ursachen, Folgen, Maßnahmen, Klimagerechtigkeit und Vulnerabilität in
  154. Bezug auf die globale Herausforderung Klimawandel schon sehr, sehr sehr gut aufgestellt. Und wenn du noch mehr Videos möchtest, like gerne dieses Video
  155. und abonniere den Kanal. Ich freue mich immer sehr über liebe Kommentare. Wenn du die beste Vorbereitung auf dein Geografieabitur möchtest mit
  156. Zusammenfassung, Quissen, Audios, Klossaren, Lernkarten, Übungsaufgaben mit Lösungen und einer ganz glasklaren Struktur, dann kauf dir das gerne über
  157. den Link für den Geoiturkurs Badenwürtenberg in der Beschreibung. Viel Erfolg beim Lernen und viel Erfolg im Abitur.

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