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Die Propaganda im Nationalsozialismus

Deutsch in Bildern18:41 1.624 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

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  1. Die Werte und Ideen, die in der Zeit des deutschen Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945 zitiert, entwickelt und verbreitet wurden, waren ja bereits Teil
  2. eines anderen Videos. Diese Ideen waren nicht neu, sondern schon 1933, überz und zum Teil sogar 1000 Jahre bekannt. Sie wurden vor allem eines
  3. radikalisiert. Aber und das ist die eigentliche Frage, wie konnten diese Ideen in die Köpfe der Deutschen gelangen und dort bleiben?
  4. In diesem Video wollen wir zeigen, wie raffiniert und wie weit die Propaganda des Nationalsozialismus gedacht wurde. Zunächst: Propaganda gab es nicht erst
  5. seit der Machtübernahme Adolf Hitlers 1933. Schon 1622 gab es eine Behörde im Vatikan, die Papstgregor der X.
  6. Gegenreformation gegründet hatte und die im Namen das lateinische Wort Propaganda führte. Nun, im 20. Jahrhundert bezeichnet man
  7. mit Propaganda die absichtsvollen und systematischen Versuche eines Herrschers oder einer Partei, politische, religiöse oder weltanschauliche Meinungen und
  8. Sichtweisen der Bevölkerung sowie deren Verhalten in eine gewünschte Richtung zu steuern oder spiegelbildlich die verschiedenen Seiten einer politischen
  9. Diskussion zu zeigen, die unterschiedlichen kritischen Betrachtungsweisen und Antworten zu einer drängenden Frage mit Gedanken und
  10. Argument enten abzuwegen war gerade nicht das Ziel der Propaganda. Aber wie wurde das erreicht? Kurz könnte man sagen, dass man mit der Propaganda
  11. versuchte und versucht die Massenkommunikation gleichzuschalten. Aber das ist zugegeben recht allgemein gehalten. Tatsächlich folgte die
  12. Propaganda in der Zeit des Nationalsozialismus einem wirklich durchtriebenen und folgenschweren Plan. Dabei ging es um
  13. das Zusammenspiel von vier Entwicklungen. Erstens um die Aufstellung der Regierung mit einem eigenen Ministerium für Propaganda,
  14. zweitens, um die bewusste Verwindung modernster Technologien. Drittens um die bewusste Ausnutzung neuester psychologischer Theorien und schließlich
  15. viertens um die Suche nach einer besonderen Sprache. Schon der erste Punkt hatte es in sich. Das Reichsministerium für Volksufklärung
  16. und Propaganda wurde nach der Machtergreifung noch 1933 von den Nationalsozialisten zur Lenkung von Presse, Literatur, Kunst, Film,
  17. Theater, Musik und Rundfunk eingerichtet. Mit anderen Worten, die Regierung richtete ein Amt ein, das sämtliche öffentliche Beiträge
  18. kontrollierte. Öffentlichkeit wurde damit einstimmig. Einseitig, wenn man so will, schwarz und weiß. Dieses Ministerium stand unter der
  19. Leitung von Josef Göbbels. Was er vorhatte, daraus machte er kein Geheimnis. Er sagte es bereits am 15. März 1933 in einer Rede vor der Presse.
  20. Ich sehe in der Einrichtung des neuen Ministeriums für Volksauklärung und Propaganda insofern eine revolutionäre Regierungstat,
  21. als die neue Regierung nicht mehr die Absicht hat, das Volk sich selbst zu überlassen. Diese Regierung ist im wahrsten Sinne
  22. des Wortes eine Volksregierung. Es genügt nicht, die Menschen mit unserem Regiment mehr oder weniger auszusöhnen, sie zu bewegen, uns neutral
  23. gegenüberzustehen, sondern wir wollen die Menschen so lange bearbeiten, bis sie uns verfallen sind, bis sie auch ideenmäßig einsehen, dass
  24. das, was sich heute in Deutschland abspielt, nicht nur hingenommen werden muss, sondern auch hingenommen werden kann.
  25. Dieser kleine Auszug ist an mehr als einer Stelle interessant. Er zeigt ganz unmissverständlich, dass dieses Ministerium gerade eines
  26. nicht wollte. Ein freies selbstbestimmtes deutsches Volk. Schaut bitte auf das markierte Zitat. Mehr noch. Das Volk sollte in eine
  27. Abhängigkeit geführt werden und den Nationalsozialisten höherig sein. Mit anderen Worten, die Deutschen sollten eines nicht mehr tun, selbständig und
  28. kritisch denken. Dass ich das Ministerium mit seinem Namen der Aufklärung verpflichtet fühlte, ist insofern ja was? Seltsam, absurd,
  29. paradox. Aber das ist zunächst ja nur eine Absichtserklärung und wir wissen doch, was eine Regierung verspricht, muss noch
  30. lange nicht Wirklichkeit werden. Doch nicht in diesem Fall. Das Propagandaministerium von Josef Göbbels begann seine Pläne tatsächlich schnell
  31. und gründlich umzusetzen. Das war eines der Geheimnisse des Erfolges der Nationalsozialisten. So verbrannten sie öffentlich alle nicht
  32. erwünschten Bücher und nannten dies eine Aktion wieder den undeutschen Geist. Die Schriftsteller, deren Bücher verbrannt wurden, standen auf einer schwarzen
  33. Liste der schönen Literatur. Nun, man muss ja Bücher nicht unbedingt mögen oder alle Schriftstelle gerne lesen, aber deren Poesie, Gedichte und
  34. Geschichten zu verbrennen, z.B. die Bücher von Brecht, Dürblin, Ringelnatz, Mann, Remark, Zweig, Käner und das war erst der Anfang. Das
  35. Propagandaministerium begann auch Kunst in deutsche und entartete Kunst zu unterteilen und für ganze fantastische Universen Verbote auszusprechen.
  36. und es entdeckte, wie wichtig der Einsatz von Medien für die Verbreitung eigener Werte war, dass die Nationalsozialisten das politische
  37. Plakat wieder entdeckten und dafür sogar einen psychologischen Ratgeber verfassten, überrascht wenig, dass sie die Pressefreiheit abschafften und nur
  38. jene Zeitung erlaubten, die den Status eines Trägers öffentlicher Aufgaben erhielten, erstaunt auch nicht. Die Presse wurde so zu einem Träger der
  39. Einparteienpropaganda. dass damit im Oktober 1933 das Schriftleitergesetz einherging, das von den Journalisten einen Arier Nachweis
  40. als Beweis für politische Zuverlässigkeit verlangte und dass in dieser Folge bis 1934 etwa 1300 Journalisten ihre Arbeit verloren,
  41. verwundert auch wenig. und dass die Zahl der Tageszeitung von 1932 bis 1944 um fast 80% sank ist selbstredend.
  42. Doch wirklich neu und einschneidend war die Entdeckung eines anderen Mediums. Bereits 1909 hatte es den ersten Radiosender der Welt mit einem
  43. regelmäßigen Programm gegeben und nach Probesendung während des Ersten Weltkrieges wurde als erste deutsche Zivilsendung am 22. Dezember 1920 ein
  44. Weihnachtskonzert aus Königshustehausen übertragen. Aber zum Massenmedium wurde das Radio erst im Nationalsozialismus. Josef Göbbels sagte in seiner Ansprache
  45. an die Intendanten der Rundfunkgesellschaften im Berliner Haus des Rundfuns am 25. März 1933.
  46. Das Ministerium hat die Aufgabe, in Deutschland eine geistige Mobilmachung zu vollziehen. Es ist also auf dem Gebiet des
  47. Geistesbe, was das Wrministerium auf dem Gebiet der Wache ist. Ich halte den Rundfunk für das allermodernste und für das
  48. allerwichtigste Massenbeeinflussungsinstrument, das überhaupt gibt. Ich bin auch der Meinung, dass man soll das nicht laut
  49. sagen, ich bin der Meinung, dass der Rundfunk auf die Dauer die Zeitung verdrängen wird. Und dann nur 5 Monate später wurde auf
  50. der zehnten Funkausstellung in Berlin der Volksempfänger V301W vorgestellt. Ihn hatte Josef Göbels bei der Firma von Seipt in Auftrag gegeben.
  51. Mit einer eigenen Werbekampagne unter dem Titel ganz Deutschland hört den Führer mit dem Volksempfänger sorgte sein Ministerium dafür, dass der
  52. Volksempfänger für 76 bzw. für 65 Reichsmark millionenfach gekauft wurde und damit gelangte die Stimme Adolf Hitlers in jeden privaten Raum, in jede
  53. Küche, in jedes Wohnzimmer, in jeden Familienkreis. Doch damit nicht genug, denn natürlich entdeckte das Reichsministerium für
  54. Propaganda und Volksufklärung auch die bewegten Bilder für sich. Das Kino, insbesondere die Unterhaltungsfilme der Ufa versprachen zugleich Glammer.
  55. Ablenkung, aber eben auch Wertevermittlung. Die Propaganda fand ihren Platz aber auch in Wochenschauen, Dokumentarfilmen, im Zitat von
  56. symbolischen Elementen und in der plakativen Gegenüberstellung von deutschen schönen Heroen und verschlagenen hässlichen Untermenschen.
  57. Damit berühren wir den dritten Punkt, denn hinter der Idee der nationalsozialistischen Propaganda versteckten sich verschiedene
  58. psychologische Theorien. Schon 1933 wurden diese Theorien diskutiert. Sie zeigten, wie Menschen zu neuen Werten und Verhaltensänderungen verführt und
  59. konditioniert werden können. Beispiel 1. Der Mediziner, Psychologe und Soziologe Güsta Leban verfasste 1895 sein Hauptwerk die Psychologie der
  60. Massen. Und hier findet sich der Hinweis, dass es am ehsten gelingt, eine Masse für den Augenblick mitzureißen und sie zu bestimmen, wenn man mit drei
  61. Dingen arbeitet, dem Beispiel der reinen einfachen Behauptung ohne Begründung und jeden Beweis und der ständigen Wiederholung.
  62. Lebong sagte, das Wiederholte befestigt sich so sehr in den Köpfen, dass es schließlich als eine bewiesene Wahrheit angenommen wird. Versteht ihr? Wir
  63. Menschen sind nach dieser Ansicht nicht durch Argumente, durch das Suchen und Abwägen von Gedanken zu bewegen. Nein, wir müssen nur eine Aussage wieder und
  64. wieder hören, um sie zu akzeptieren. Ganz gleich, ob sie wahrhaftig ist oder eine Lüge. Beispiel 2. Der Arzt und Psychologe Sigmund Freud
  65. veröffentlichte 1921 das Buch Massenpsychologie und Ichalyse und erweitete hier die Gedanken von Güster Lebon. Sigmund Freud verwies darauf,
  66. dass im Beisammensein der Massenindividuen alle individuellen Hemmungen entfallen und alle grausamen, brutalen,
  67. destruktiven Instinkte zur freien Triebbefriedigung geweckt werden. Das bedeutet und das war für die Ausrichtung der Propaganda wichtig, wenn Menschen
  68. zahlreich zusammenkommen, sinkt ihre Bereitschaft laute Behauptungen kritisch und nachdenklichen Frage zu stellen. Entsprechend folgte Sigmund Freud: "Die
  69. Massen haben nie den Wahrheitsdurst gekannt. Sie fordern Illusionen, auf die sie nicht verzichten können. Wir sind uns bewusst, dass diese Feststellung,
  70. wonach Menschen in großer Zahl eher den Gefühlen und Leidenschaften folgen als der nüchternen Überlegung, erschüttern klingen. Aber ignorieren wollen und
  71. können wir sie nicht. Das Reichsministerium für Propaganda und Volksauklärung tat dies auch nicht. Beispiel 3. Der Psychologe John B.
  72. Watson wurde mit einem Artikel von 1913 zum Begründer des Behaviorismus. Diese psychologische Richtung ging davon aus, dass man nicht wissen kann, was im
  73. Bewusstsein des Menschen genau abläuft. Der Kopf des Menschen sei danach nur eine Blackbox, ein uneinsehbarer Raum. Aber man kann nachvollziehen und sehen,
  74. welche Reize, welche Stimulie, welche Inputs ein Mensch erfährt und wie er darauf reagiert. Hier sah John B. Wzen einen Zusammenhang und daraus
  75. entwickelte er eine Theorie, die davon ausging, und das war für die Propaganda wichtig, dass man das Verhalten des Menschen modifizieren, lenken,
  76. voraussagen, verstärken und kontrollieren kann. Man ging davon aus, dass man mit bestimmten Signalen die Menschen und ihr Verhalten steuern kann.
  77. Diese Ergebnisse aus dem Elfenbeinturm der Psychologie wurden vom Reichsministerium für Propaganda und Volksauung aufgenommen. Über
  78. verschiedenste Medien wurden Vorteile jenseits von Wahrheit und Diskussion multipliziert und permanent wiederholt. Dabei wurden Fakten verkürzt,
  79. vereinfacht, verdreht oder ausgelassen. Man setzte auf emotional hypnotische Appelle und auf alte tradierte Feindbilder und damit wurde unbewusstes,
  80. tiefliegendes, beschämendes angesprochen. Spätestens an dieser Stelle lässt sich der vierte Aspekt der
  81. nationalsozialistischen Propaganda fassen, denn tatsächlich entwickelten die Nationalsozialisten eine neue Sprache für Text und Bild. Was damit
  82. gemeint ist, da ist zum einen die LTI, die Lingo Terzi Imperiff wurde von Viktor Klempperer, einem
  83. deutschen Romanisten, erfunden. Er beobachtete, dass in der Zeit des Nationalsozialismus die deutsche Sprache manipuliert und verändert wurde.
  84. Insbesondere Adolf Hitler und Josef Göbels waren Vertreter dieses Sprachwandels, dieses neuen Stils. Ein besonders verräderisches, weil
  85. offenkundig inhumanes Beispiel, zeigt die Beschreibung der jüdischen Bevölkerung. Juden wurden in der LTI oft rassistisch abgewertet, mit Tieren sowie
  86. Begriffen aus der Schädlingsbekämpfung verglichen und mathematisch typisiert. Sie wurden als Untermenschen, als Ratten und Volksschädlinge, als Voll und
  87. Viertel Jude tituliert. Achtet bitte einmal auf die Nomen, die Adof Hitler im folgenden Zitat aus dem 11 Kapitel aus mein Kampf verwendete. Er ist und bleibt
  88. der ewige Parasit. Ein Schmarotze, der wie ein chädlicher Bazillus sich immer mehr ausbreitet, sowie nur ein günstiger Näherboden dazu einlädt. Die Wirkung
  89. seines Daseins, aber gleicht ebenfalls der von Schmarotzen, wo er auftritt, stirbt das Wirtsvolk nach kürzerer oder längerer Zeit ab.
  90. wohin solche Sprache führt. Sie entmenscht nicht nur andere Menschen und Kulturen. Sie treibt nicht nur einen Keil zwischen uns Menschen, indem sie
  91. unterstellt, dass es wertlose und wertvolle Menschen gibt. Sie senkt auch unsichtbar die Hemmschwelle, Gewalt gegen diese anderen Menschen auszuüben.
  92. Und das ist nicht polemisch gemeint, denn der millionenfache Mord an anderen Menschen wurde von den Nationalsozialisten sprachlich unfassbar
  93. beschönigt. Die Verfolgung und Vernichtung von Kindern, Frauen, Männern wurde als Säuberung, als Desinfektion, als Entlösung, Umsiedlung und
  94. Sonderbehandlung bezeichnet. Auch die Bilder, die auf den politischen Plakaten, in den Zeitungen, in den Wochenschauen und in Filmen gezeigt
  95. wurden, unterlagen einer propagandistischen Strategie und einer bewusst kalkulierten Grammatik. Schon die Wahl der favorisierten Bildmotive
  96. folgte einer einfachen Idee. Zum einen wurden im Sinne einer narzisstischen Verführung nordische Menschen mit ausdrucksvollen Gesten fotografiert. Sie
  97. sollten Stärke und Schönheit und Begeisterung als deutsche Tugenden idealisieren. Technisch perfekte Fotos vermittelten im rassistischen Sinne
  98. Leitbilder des arschen Menschen. [räuspern] Bildberichterstatter wie Liselotte Orgel Köhne porträtierten ausgewählte Männer und Frauen vor allem
  99. bei deren Arbeit. Diese Fotografien versprachen Opfer und Leistungsbereitschaft und das Ganze vor einer atemberaubenden Landschaft mit
  100. dramatischen Wolkenzügen. Ganz nebenbei wurde damit auch noch die Heimat verklärt. [schnauben] Zum anderen wurden abschreckende Bilder von Juden gezeigt.
  101. Hier wurden die von den Nationalsozialisten bevorzugten Stereotypen vom monströsen, verschlagenen dämonischen
  102. Weltverschwörer bedient. Dazu wurde der jüdische Mensch mit verzerrten Gesichtszügen, hässlicher Mimik, großer Nase, auffälligen Bart und
  103. Schläfenlocken in schwarzer Kleidung mit Hut oder Kipper abgewertet. Entweder übergewichtig oder skelettartig. Doch damit nicht genug. Natürlich
  104. achtete die Propaganda auch darauf, dass das Regime über das Symbol des Hakenkreuzes und das Portrait Adolf Hitlers allgegenwärtig [musik]
  105. war. Letzterer wurde über die Aufnahmen seines Hoffotografen Heinrich Hoffmann immer wieder für das Massenpublikum überhöht. Um die Identifikation der
  106. Bevölkerung mit Adolf Hitler anzuregen, wurde er nicht nur als Führer und charismatischer Massenredner dargestellt, sondern privat, als
  107. technikbegeisterter Autonah, als Kinderfreund und Hundeliebhaber. Und was lässt sich am Ende über die nationalsozialistische Propaganda sagen?
  108. Sie wurde strategisch und umfassend geplant. Mit ihr versuchte man erfolgreich die Bevölkerung über eine gleichgeschaltete Medienlandschaft
  109. gleichzuschalten. Sie war penetrant und drastisch und vor allem eines offenkundig. Aber das hat die wenigsten dazu gebracht
  110. zu zweifeln und mehr noch diesen Zweifeln Taten folgen zu lassen. Das wenigstens das ist unstrittig. Aber was heißt das schon? Ja.

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