Das Video kommt von YouTube: erst beim Abspielen verbindet sich die Seite mit YouTube (Google).
Die Propaganda im Nationalsozialismus
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 110 Zeilen
- Die Werte und Ideen, die in der Zeit des deutschen Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945 zitiert, entwickelt und verbreitet wurden, waren ja bereits Teil
- eines anderen Videos. Diese Ideen waren nicht neu, sondern schon 1933, überz und zum Teil sogar 1000 Jahre bekannt. Sie wurden vor allem eines
- radikalisiert. Aber und das ist die eigentliche Frage, wie konnten diese Ideen in die Köpfe der Deutschen gelangen und dort bleiben?
- In diesem Video wollen wir zeigen, wie raffiniert und wie weit die Propaganda des Nationalsozialismus gedacht wurde. Zunächst: Propaganda gab es nicht erst
- seit der Machtübernahme Adolf Hitlers 1933. Schon 1622 gab es eine Behörde im Vatikan, die Papstgregor der X.
- Gegenreformation gegründet hatte und die im Namen das lateinische Wort Propaganda führte. Nun, im 20. Jahrhundert bezeichnet man
- mit Propaganda die absichtsvollen und systematischen Versuche eines Herrschers oder einer Partei, politische, religiöse oder weltanschauliche Meinungen und
- Sichtweisen der Bevölkerung sowie deren Verhalten in eine gewünschte Richtung zu steuern oder spiegelbildlich die verschiedenen Seiten einer politischen
- Diskussion zu zeigen, die unterschiedlichen kritischen Betrachtungsweisen und Antworten zu einer drängenden Frage mit Gedanken und
- Argument enten abzuwegen war gerade nicht das Ziel der Propaganda. Aber wie wurde das erreicht? Kurz könnte man sagen, dass man mit der Propaganda
- versuchte und versucht die Massenkommunikation gleichzuschalten. Aber das ist zugegeben recht allgemein gehalten. Tatsächlich folgte die
- Propaganda in der Zeit des Nationalsozialismus einem wirklich durchtriebenen und folgenschweren Plan. Dabei ging es um
- das Zusammenspiel von vier Entwicklungen. Erstens um die Aufstellung der Regierung mit einem eigenen Ministerium für Propaganda,
- zweitens, um die bewusste Verwindung modernster Technologien. Drittens um die bewusste Ausnutzung neuester psychologischer Theorien und schließlich
- viertens um die Suche nach einer besonderen Sprache. Schon der erste Punkt hatte es in sich. Das Reichsministerium für Volksufklärung
- und Propaganda wurde nach der Machtergreifung noch 1933 von den Nationalsozialisten zur Lenkung von Presse, Literatur, Kunst, Film,
- Theater, Musik und Rundfunk eingerichtet. Mit anderen Worten, die Regierung richtete ein Amt ein, das sämtliche öffentliche Beiträge
- kontrollierte. Öffentlichkeit wurde damit einstimmig. Einseitig, wenn man so will, schwarz und weiß. Dieses Ministerium stand unter der
- Leitung von Josef Göbbels. Was er vorhatte, daraus machte er kein Geheimnis. Er sagte es bereits am 15. März 1933 in einer Rede vor der Presse.
- Ich sehe in der Einrichtung des neuen Ministeriums für Volksauklärung und Propaganda insofern eine revolutionäre Regierungstat,
- als die neue Regierung nicht mehr die Absicht hat, das Volk sich selbst zu überlassen. Diese Regierung ist im wahrsten Sinne
- des Wortes eine Volksregierung. Es genügt nicht, die Menschen mit unserem Regiment mehr oder weniger auszusöhnen, sie zu bewegen, uns neutral
- gegenüberzustehen, sondern wir wollen die Menschen so lange bearbeiten, bis sie uns verfallen sind, bis sie auch ideenmäßig einsehen, dass
- das, was sich heute in Deutschland abspielt, nicht nur hingenommen werden muss, sondern auch hingenommen werden kann.
- Dieser kleine Auszug ist an mehr als einer Stelle interessant. Er zeigt ganz unmissverständlich, dass dieses Ministerium gerade eines
- nicht wollte. Ein freies selbstbestimmtes deutsches Volk. Schaut bitte auf das markierte Zitat. Mehr noch. Das Volk sollte in eine
- Abhängigkeit geführt werden und den Nationalsozialisten höherig sein. Mit anderen Worten, die Deutschen sollten eines nicht mehr tun, selbständig und
- kritisch denken. Dass ich das Ministerium mit seinem Namen der Aufklärung verpflichtet fühlte, ist insofern ja was? Seltsam, absurd,
- paradox. Aber das ist zunächst ja nur eine Absichtserklärung und wir wissen doch, was eine Regierung verspricht, muss noch
- lange nicht Wirklichkeit werden. Doch nicht in diesem Fall. Das Propagandaministerium von Josef Göbbels begann seine Pläne tatsächlich schnell
- und gründlich umzusetzen. Das war eines der Geheimnisse des Erfolges der Nationalsozialisten. So verbrannten sie öffentlich alle nicht
- erwünschten Bücher und nannten dies eine Aktion wieder den undeutschen Geist. Die Schriftsteller, deren Bücher verbrannt wurden, standen auf einer schwarzen
- Liste der schönen Literatur. Nun, man muss ja Bücher nicht unbedingt mögen oder alle Schriftstelle gerne lesen, aber deren Poesie, Gedichte und
- Geschichten zu verbrennen, z.B. die Bücher von Brecht, Dürblin, Ringelnatz, Mann, Remark, Zweig, Käner und das war erst der Anfang. Das
- Propagandaministerium begann auch Kunst in deutsche und entartete Kunst zu unterteilen und für ganze fantastische Universen Verbote auszusprechen.
- und es entdeckte, wie wichtig der Einsatz von Medien für die Verbreitung eigener Werte war, dass die Nationalsozialisten das politische
- Plakat wieder entdeckten und dafür sogar einen psychologischen Ratgeber verfassten, überrascht wenig, dass sie die Pressefreiheit abschafften und nur
- jene Zeitung erlaubten, die den Status eines Trägers öffentlicher Aufgaben erhielten, erstaunt auch nicht. Die Presse wurde so zu einem Träger der
- Einparteienpropaganda. dass damit im Oktober 1933 das Schriftleitergesetz einherging, das von den Journalisten einen Arier Nachweis
- als Beweis für politische Zuverlässigkeit verlangte und dass in dieser Folge bis 1934 etwa 1300 Journalisten ihre Arbeit verloren,
- verwundert auch wenig. und dass die Zahl der Tageszeitung von 1932 bis 1944 um fast 80% sank ist selbstredend.
- Doch wirklich neu und einschneidend war die Entdeckung eines anderen Mediums. Bereits 1909 hatte es den ersten Radiosender der Welt mit einem
- regelmäßigen Programm gegeben und nach Probesendung während des Ersten Weltkrieges wurde als erste deutsche Zivilsendung am 22. Dezember 1920 ein
- Weihnachtskonzert aus Königshustehausen übertragen. Aber zum Massenmedium wurde das Radio erst im Nationalsozialismus. Josef Göbbels sagte in seiner Ansprache
- an die Intendanten der Rundfunkgesellschaften im Berliner Haus des Rundfuns am 25. März 1933.
- Das Ministerium hat die Aufgabe, in Deutschland eine geistige Mobilmachung zu vollziehen. Es ist also auf dem Gebiet des
- Geistesbe, was das Wrministerium auf dem Gebiet der Wache ist. Ich halte den Rundfunk für das allermodernste und für das
- allerwichtigste Massenbeeinflussungsinstrument, das überhaupt gibt. Ich bin auch der Meinung, dass man soll das nicht laut
- sagen, ich bin der Meinung, dass der Rundfunk auf die Dauer die Zeitung verdrängen wird. Und dann nur 5 Monate später wurde auf
- der zehnten Funkausstellung in Berlin der Volksempfänger V301W vorgestellt. Ihn hatte Josef Göbels bei der Firma von Seipt in Auftrag gegeben.
- Mit einer eigenen Werbekampagne unter dem Titel ganz Deutschland hört den Führer mit dem Volksempfänger sorgte sein Ministerium dafür, dass der
- Volksempfänger für 76 bzw. für 65 Reichsmark millionenfach gekauft wurde und damit gelangte die Stimme Adolf Hitlers in jeden privaten Raum, in jede
- Küche, in jedes Wohnzimmer, in jeden Familienkreis. Doch damit nicht genug, denn natürlich entdeckte das Reichsministerium für
- Propaganda und Volksufklärung auch die bewegten Bilder für sich. Das Kino, insbesondere die Unterhaltungsfilme der Ufa versprachen zugleich Glammer.
- Ablenkung, aber eben auch Wertevermittlung. Die Propaganda fand ihren Platz aber auch in Wochenschauen, Dokumentarfilmen, im Zitat von
- symbolischen Elementen und in der plakativen Gegenüberstellung von deutschen schönen Heroen und verschlagenen hässlichen Untermenschen.
- Damit berühren wir den dritten Punkt, denn hinter der Idee der nationalsozialistischen Propaganda versteckten sich verschiedene
- psychologische Theorien. Schon 1933 wurden diese Theorien diskutiert. Sie zeigten, wie Menschen zu neuen Werten und Verhaltensänderungen verführt und
- konditioniert werden können. Beispiel 1. Der Mediziner, Psychologe und Soziologe Güsta Leban verfasste 1895 sein Hauptwerk die Psychologie der
- Massen. Und hier findet sich der Hinweis, dass es am ehsten gelingt, eine Masse für den Augenblick mitzureißen und sie zu bestimmen, wenn man mit drei
- Dingen arbeitet, dem Beispiel der reinen einfachen Behauptung ohne Begründung und jeden Beweis und der ständigen Wiederholung.
- Lebong sagte, das Wiederholte befestigt sich so sehr in den Köpfen, dass es schließlich als eine bewiesene Wahrheit angenommen wird. Versteht ihr? Wir
- Menschen sind nach dieser Ansicht nicht durch Argumente, durch das Suchen und Abwägen von Gedanken zu bewegen. Nein, wir müssen nur eine Aussage wieder und
- wieder hören, um sie zu akzeptieren. Ganz gleich, ob sie wahrhaftig ist oder eine Lüge. Beispiel 2. Der Arzt und Psychologe Sigmund Freud
- veröffentlichte 1921 das Buch Massenpsychologie und Ichalyse und erweitete hier die Gedanken von Güster Lebon. Sigmund Freud verwies darauf,
- dass im Beisammensein der Massenindividuen alle individuellen Hemmungen entfallen und alle grausamen, brutalen,
- destruktiven Instinkte zur freien Triebbefriedigung geweckt werden. Das bedeutet und das war für die Ausrichtung der Propaganda wichtig, wenn Menschen
- zahlreich zusammenkommen, sinkt ihre Bereitschaft laute Behauptungen kritisch und nachdenklichen Frage zu stellen. Entsprechend folgte Sigmund Freud: "Die
- Massen haben nie den Wahrheitsdurst gekannt. Sie fordern Illusionen, auf die sie nicht verzichten können. Wir sind uns bewusst, dass diese Feststellung,
- wonach Menschen in großer Zahl eher den Gefühlen und Leidenschaften folgen als der nüchternen Überlegung, erschüttern klingen. Aber ignorieren wollen und
- können wir sie nicht. Das Reichsministerium für Propaganda und Volksauklärung tat dies auch nicht. Beispiel 3. Der Psychologe John B.
- Watson wurde mit einem Artikel von 1913 zum Begründer des Behaviorismus. Diese psychologische Richtung ging davon aus, dass man nicht wissen kann, was im
- Bewusstsein des Menschen genau abläuft. Der Kopf des Menschen sei danach nur eine Blackbox, ein uneinsehbarer Raum. Aber man kann nachvollziehen und sehen,
- welche Reize, welche Stimulie, welche Inputs ein Mensch erfährt und wie er darauf reagiert. Hier sah John B. Wzen einen Zusammenhang und daraus
- entwickelte er eine Theorie, die davon ausging, und das war für die Propaganda wichtig, dass man das Verhalten des Menschen modifizieren, lenken,
- voraussagen, verstärken und kontrollieren kann. Man ging davon aus, dass man mit bestimmten Signalen die Menschen und ihr Verhalten steuern kann.
- Diese Ergebnisse aus dem Elfenbeinturm der Psychologie wurden vom Reichsministerium für Propaganda und Volksauung aufgenommen. Über
- verschiedenste Medien wurden Vorteile jenseits von Wahrheit und Diskussion multipliziert und permanent wiederholt. Dabei wurden Fakten verkürzt,
- vereinfacht, verdreht oder ausgelassen. Man setzte auf emotional hypnotische Appelle und auf alte tradierte Feindbilder und damit wurde unbewusstes,
- tiefliegendes, beschämendes angesprochen. Spätestens an dieser Stelle lässt sich der vierte Aspekt der
- nationalsozialistischen Propaganda fassen, denn tatsächlich entwickelten die Nationalsozialisten eine neue Sprache für Text und Bild. Was damit
- gemeint ist, da ist zum einen die LTI, die Lingo Terzi Imperiff wurde von Viktor Klempperer, einem
- deutschen Romanisten, erfunden. Er beobachtete, dass in der Zeit des Nationalsozialismus die deutsche Sprache manipuliert und verändert wurde.
- Insbesondere Adolf Hitler und Josef Göbels waren Vertreter dieses Sprachwandels, dieses neuen Stils. Ein besonders verräderisches, weil
- offenkundig inhumanes Beispiel, zeigt die Beschreibung der jüdischen Bevölkerung. Juden wurden in der LTI oft rassistisch abgewertet, mit Tieren sowie
- Begriffen aus der Schädlingsbekämpfung verglichen und mathematisch typisiert. Sie wurden als Untermenschen, als Ratten und Volksschädlinge, als Voll und
- Viertel Jude tituliert. Achtet bitte einmal auf die Nomen, die Adof Hitler im folgenden Zitat aus dem 11 Kapitel aus mein Kampf verwendete. Er ist und bleibt
- der ewige Parasit. Ein Schmarotze, der wie ein chädlicher Bazillus sich immer mehr ausbreitet, sowie nur ein günstiger Näherboden dazu einlädt. Die Wirkung
- seines Daseins, aber gleicht ebenfalls der von Schmarotzen, wo er auftritt, stirbt das Wirtsvolk nach kürzerer oder längerer Zeit ab.
- wohin solche Sprache führt. Sie entmenscht nicht nur andere Menschen und Kulturen. Sie treibt nicht nur einen Keil zwischen uns Menschen, indem sie
- unterstellt, dass es wertlose und wertvolle Menschen gibt. Sie senkt auch unsichtbar die Hemmschwelle, Gewalt gegen diese anderen Menschen auszuüben.
- Und das ist nicht polemisch gemeint, denn der millionenfache Mord an anderen Menschen wurde von den Nationalsozialisten sprachlich unfassbar
- beschönigt. Die Verfolgung und Vernichtung von Kindern, Frauen, Männern wurde als Säuberung, als Desinfektion, als Entlösung, Umsiedlung und
- Sonderbehandlung bezeichnet. Auch die Bilder, die auf den politischen Plakaten, in den Zeitungen, in den Wochenschauen und in Filmen gezeigt
- wurden, unterlagen einer propagandistischen Strategie und einer bewusst kalkulierten Grammatik. Schon die Wahl der favorisierten Bildmotive
- folgte einer einfachen Idee. Zum einen wurden im Sinne einer narzisstischen Verführung nordische Menschen mit ausdrucksvollen Gesten fotografiert. Sie
- sollten Stärke und Schönheit und Begeisterung als deutsche Tugenden idealisieren. Technisch perfekte Fotos vermittelten im rassistischen Sinne
- Leitbilder des arschen Menschen. [räuspern] Bildberichterstatter wie Liselotte Orgel Köhne porträtierten ausgewählte Männer und Frauen vor allem
- bei deren Arbeit. Diese Fotografien versprachen Opfer und Leistungsbereitschaft und das Ganze vor einer atemberaubenden Landschaft mit
- dramatischen Wolkenzügen. Ganz nebenbei wurde damit auch noch die Heimat verklärt. [schnauben] Zum anderen wurden abschreckende Bilder von Juden gezeigt.
- Hier wurden die von den Nationalsozialisten bevorzugten Stereotypen vom monströsen, verschlagenen dämonischen
- Weltverschwörer bedient. Dazu wurde der jüdische Mensch mit verzerrten Gesichtszügen, hässlicher Mimik, großer Nase, auffälligen Bart und
- Schläfenlocken in schwarzer Kleidung mit Hut oder Kipper abgewertet. Entweder übergewichtig oder skelettartig. Doch damit nicht genug. Natürlich
- achtete die Propaganda auch darauf, dass das Regime über das Symbol des Hakenkreuzes und das Portrait Adolf Hitlers allgegenwärtig [musik]
- war. Letzterer wurde über die Aufnahmen seines Hoffotografen Heinrich Hoffmann immer wieder für das Massenpublikum überhöht. Um die Identifikation der
- Bevölkerung mit Adolf Hitler anzuregen, wurde er nicht nur als Führer und charismatischer Massenredner dargestellt, sondern privat, als
- technikbegeisterter Autonah, als Kinderfreund und Hundeliebhaber. Und was lässt sich am Ende über die nationalsozialistische Propaganda sagen?
- Sie wurde strategisch und umfassend geplant. Mit ihr versuchte man erfolgreich die Bevölkerung über eine gleichgeschaltete Medienlandschaft
- gleichzuschalten. Sie war penetrant und drastisch und vor allem eines offenkundig. Aber das hat die wenigsten dazu gebracht
- zu zweifeln und mehr noch diesen Zweifeln Taten folgen zu lassen. Das wenigstens das ist unstrittig. Aber was heißt das schon? Ja.