Zum Inhalt springen
L

Das Video kommt von YouTube: erst beim Abspielen verbindet sich die Seite mit YouTube (Google).

Freundschaft

Die Hörpredigt28:40 28 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 171 Zeilen
Herunterladen
  1. Habt ihr euch eigentlich schon mal gefragt, wo Herr der Wunsch nach Freundschaft ursprünglich kommt? Wieso wünschen wir uns eigentlich Freunde?
  2. Nun, Christen haben ja diese interessante Angewohnheit, alles mit der Bibel erklären zu wollen und das hat seinen Grund schlichtweg darin, dass die
  3. Bibel Gottes Wort ist. Und deshalb sollte ich euch auch nicht überraschen, wenn ich heute mehrfach die Bibel aufschlage. Also, ich habe es im Vorfeld
  4. getan. Das Ergebnis findet ihr dann gleich an der Wand. Les gerne nach, ob das, was ich da auch an die Wand geworfen habe, auch wirklich da steht.
  5. Also, ich habe die Bibel aufgeschlagen [räuspern] und mich gefragt, woher kommt denn eigentlich Freundschaft?
  6. Und wenn wir ganz vorne in der Bibel in erster Mose lesen, Kapitel 1, Vers 26, dann lesen wir: "Und Gott sprach: "Lasst uns Menschen machen
  7. nach unserem Bild, uns ähnlich." Habt ihr gemerkt, wie Gott mit sich selbst spricht? Das ist schon irgendwie erstaunlich, oder? Aber noch
  8. erstaunlicher ist, dass er von sich selbst im Plural spricht. Lasst uns Menschen machen. Ist Gott etwa mehrere Personen gleichzeitig?
  9. Ja, das ist so. Er ist sogar drei Personen gleichzeitig. Das lesen wir an anderer Stelle der Bibel. Gott ist quasi drei Personen in einem. Gott der Vater,
  10. Gott der Sohn Jesus Christus und Gott der Heilige Geist. Aber was bedeutet das jetzt für unser Thema?
  11. Nun, erst einmal, dass Gott aufgrund seiner Dreieinheit in einer andauernden Beziehung lebt, zunächst mit sich selbst, aber dann auch mit den Menschen.
  12. In Mose 1, Vers 27 lesen wir nämlich weiter. Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn.
  13. Das bedeutet, dass Gott den Menschen genauso schuf, wie Gott selbst ist, nämlich als ein Beziehungswesen. [räuspern] Der Mensch wurde also von
  14. Gott dazu geschaffen, in Beziehung zu leben. Und das sind zweierlei Hinsichten. Einmal in der vertikalen Ebene, das ist die Beziehung zwischen
  15. Gott und den Menschen, aber auch in der horizontalen Ebene, das ist die Beziehung zwischen euch Menschen. Lass uns zunächst die Beziehung in der
  16. horizontalen Ebene anschauen, also zwischen den Menschen. Zunächst war da ja Adam, der erste Mensch noch ganz allein. Aber Gott erkannte es sofort,
  17. dass dies kein guter Zustand war. In er Mose Kapitel 2, Vers 28 heißt es: "Es ist nicht gut, dass der Mensch alleine sei. Ich will ihm eine Gehilfin machen,
  18. die ihm entspricht." Und so wurde Eva geschaffen. [räuspern] Und Adam, ja, der konnte sein Glück tatsächlich kaum fassen, als er Eva zum ersten Mal sah.
  19. Wir können förmlich spüren, wie glücklich Adam gewesen sein muss, als er in Mose Kapitel 2, Vers 23 jubelnd ausruft: "Das ist endlich Gebein von
  20. meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch." Doch die Harmonie hielt nur kurz. Wir kennen sicherlich alle die weitere
  21. dramatische Geschichte. Deshalb hier nur die Kurzform. Die Schlange fürführte Eva, damit diese vom verbotenen Baum aß.
  22. Eva überredet dann ihren Mann ebenfalls davon zu essen. Gott stellte beide deswegen zur Rede. Adam schub die Schuld auf seine Frau und
  23. die Frau schub die Schuld auf die Schlange. Und das Ergebnis dieser ersten Sünde der Menschheitsgeschichte war und ist, dass beide das Paradies, das Gott
  24. für sie geschaffen hatte, verlassen mussten. Könnt ihr alles nachlesen. Er Mose Kapitel 3, wenn ihr mir nicht glaubt.
  25. Aber das eigentliche Thema dabei ist, dass diese erste Sünde der Menschheitsgeschichte seitdem sowohl das Verhältnis zwischen Gott und den
  26. Menschen, also die vertikale Ebene, als auch die Beziehung unter den Menschen, die horizontale Ebene prägt. Das klingt jetzt alles sehr abstrakt,
  27. nicht wahr? Und deswegen, ja, deswegen wollen wir uns versuchen, diesem Thema mit einem kleinen Sketch zu nähern.
  28. Bühnefrei für Tabea und Amelie. Hey Taba, gut, dass du anrufst. Hey Amelie, alles klar? Wir müssen unbedingt
  29. am Wochenende feiern gehen. Boah, das ist an sich eine voll gute Idee. Aber ich zieh doch morgen um. Erinnerst du dich?
  30. Oh, morgen echt jetzt? Ja. Meine ganzen Helfer haben abgesagt: "öntest du morgen mir vielleicht um 8 Uhr beim Schleppen helfen?" Aber ich bin
  31. im vierten Stock übrigens ohne Aufzug. Du Amel morgen ist ganz schlecht. Ja, aber warum? Du meintest gerade noch, dass du morgen nichts vorhast.
  32. Ja, aber mein Goldfisch hat psychische Probleme. Ich kann ihn morgen einfach nicht alleine lassen. Trennungsangst und so.
  33. Ein Goldfisch. Ja, und mein Rücken. Ich habe Rücken spontan seit gestern. Aber hey, Amelie, wir sind doch beste Freunde. Kopf hoch.
  34. Ich denke an dich. Tschüss. Danke für nichts. Auf Weer. Das klingt jetzt nicht wirklich nach einer guten Freundschaft.
  35. Man könnte auch sagen, wer solch eine Freundin hat, der hat besser gar keine. Aber was zeichnet denn jetzt eigentlich eine wirklich gute Freundschaft aus?
  36. Eine Freundschaft, wie Gott sie sich für die Menschen vorgestellt hat. Wir finden viele Positivispiele, aber auch Negativbeispiele dazu in der Bibel. Die
  37. Bibel räumt dem Thema Freundschaft einen großen Raum ein. Und natürlich sind auch nach Abfassung der Bibel noch viele, viele Bücher über das Thema Freundschaft
  38. geschrieben worden. Ich möchte an dieser Stelle ein wenig Werbung für eines dieser Bücher machen. Ähm, es heißt auf der Suche nach echter Freundschaft und
  39. ist von Jonathan Holms geschrieben worden. Es liegen noch ein paar Exemplare unten auf dem Büchertisch. greift zu, solange der Vorrat reicht.
  40. Dieses Buch hat mich zu dem Thema der heutigen Predigt inspiriert. Vieles von dem, was ich jetzt sage, habe ich mir von Jonathan Holmes, na ja, geliehen.
  41. Aber da sich in seinem Buch auf die Bibel stützt, haben wir uns beide bei Gott inspirieren lassen. Wenn ihr das Buch lest und mit meiner
  42. Predigt vergleicht, dann werdet ihr feststellen, dass es einen kleinen Unterschied zwischen Jonathan Holmes und mir gibt. Er nennt darin nämlich vier
  43. Merkmale für wahre Freundschaft. Ich habe versucht, das in drei Merkmale zusammenzufassen. Hat schon mein alter Professor gesagt, ne? Drei Dinge mehr
  44. können sich die Leute eh nicht merken. Alles klar. Diese drei Dinge seht ihr hier. Ich habe sie genannt Beständigkeit,
  45. Offenheit und Weisenrat. Lasst uns diese drei Merkmale einmal nacheinander ansehen. Fangen wir mit Beständigkeit an.
  46. Wen ruft ihr an, wenn ihr in Not seid? Wenn es euch dreckig geht, wenn ihr verzweifelt seid, eure Verwandten, eure Nachbarn oder eure Freunde.
  47. Alles nicht verkehrt, aber es gibt Unterschiede. Zuerst denkt man natürlich an die Familie. Ja, mit der Familie hat man immer die engste Verbindung. Kann
  48. ich Blut dicker als Wasser. Ja, und gerade die Beziehung zwischen Eltern und Kindern ist ja umso enger, je kleiner die Kinder sind.
  49. [schnauben] Aber Verwandte haben auch einen, na ja, sagen wir mal Nachteil. Man kann sie sich nämlich nicht
  50. aussuchen. Na ja, fast nicht. Eine Ausnahme gibt es natürlich den Ehepartner, [räuspern] aber der Ehepartner ist ja auch
  51. hoffentlich nicht irgendein Verwandter, sondern auch der beste Freund oder die beste Freundin. Bei mir ist das jedenfalls so.
  52. Manchmal kann es sogar besser sein, sich nicht auf einen weit entfernten Verwandten zu verlassen, sondern viel mehr seinen Nachbarn um Hilfe zu bitten.
  53. Das sagt jedenfalls das Buch der Sprüche in Kapitel 27, Vers 10 am Ende. Ein Nachbar in der Nähe ist besser als ein Bruder in der Ferne.
  54. Klingt irgendwie komisch, ne? Aber ich denke, am Ende hat Salomo der weiße König, der das Buch der Sprüche geschrieben hat, jedenfalls ganz
  55. überwiegend sicherlich auch recht. Was bringt es mir, wenn mein Verwandter Hunderte oder gar tausende Kilometer entfernt wohnt, wenn ich doch jetzt und
  56. hier sofort Hilfe benötige, dann ist es sicher besser, man wendet sich an eine Person vor Ort, die einem sofort helfen kann.
  57. Und Salomo geht sogar noch einen Schritt weiter. Er schreibt nämlich in Sprüche 19 Vers 7, dass den Armen alle seine Brüder hassen. Das klingt jetzt hart,
  58. oder? Aber wenn in der Verwandtschaft immer einer nur nimmt und die anderen immer nur geben, dann wird die Beziehung doch sehr
  59. schnell auf die Probe gestellt. Dann können sich sogar Geschwister früher oder später nicht mehr ausstehen. Habe ich Glück? Ich bin Einzelkind.
  60. Das kann natürlich auch auf sogenannte Freunde zutreffen. So ehrlich ist die Bibel dann auch. Deshalb geht Vers 7 ja auch wie folgt weiter. Erst recht ziehen
  61. sich seine Freunde von ihm gemeintes ja dem Amen zurück. Der Unterschied dabei ist aber, Brüder bleiben, Brüder, Schwestern natürlich auch, egal wie sie
  62. sich verhalten. Freunde hingegen h bleiben nur dann echte Freunde, wenn sich beständig loyal zeigen. Ansonsten sind es eben keine Freunde.
  63. Die Bibel beschreibt diesen Unterschied dann auch an anderer Stelle sehr deutlich. So heißt es in Sprüche 19 Vers 4: Reichtum macht viele Freunde, der
  64. Arme aber wird von seinem Freund verlassen. Dem gegenüber sagt Sprüche 17 Vers 17: "Ein Freund liebt zu jeder Zeit und als Bruder für die Not wird er
  65. geboren." Das klingt jetzt fast wie ein Widerspruch, oder? In beiden Versen geht es um Freunde, aber aus dem Kontext heraus kann man
  66. glaube ich sehr deutlich erkennen, dass es in dem ersten Vers um falsche Freunde geht und in dem zweiten um echte Freunde.
  67. Ich würde es mal so zusammenfassen wollen. Ein falscher Freund verschwindet, wenn es schwierig wird, nichts mehr zu holen ist, man mehr
  68. investieren muss, als man selbst herausbekommt. Ein echter Freund hingegen bleibt auch in schwierigen Situationen treu. ergibt ohne etwas zu
  69. erwarten. Er bleibt bis zum Schluss, auch wenn es ihn selbst etwas kostet. Wir halten also fest, dass Beständigkeit, man könnte es auch Treue
  70. nennen, bisschen altde deutsches Wort, die Basis für eine echte Freundschaft ist und auch sein muss. Kommen wir zum zweiten Merkmal,
  71. Offenheit. Jetzt mal ehrlich, was hört ihr lieber, wenn euch jemand für eine Selbstverständigkeit schmeichelt
  72. oder wenn ihr von jemanden für einen wirklichen Fehler getadelt werdet? Ihr müsst nicht antworten. Ich kenne die Antwort auch so. Sprüche 27, Vers 5,
  73. fasst das dann auch so zusammen. Besser zurechtweisung, die aufdeckt als Liebe, die verheimlicht. harte Worte, aber wahr. Was lernst du
  74. daraus, wenn alles unter den Teppich gekehrt wird? Richtig, nichts. Und das wäre das nicht schon genug, heißt es im nächsten Vers, also in Vers
  75. 6 weiter. Treu gemeint sind die Schläge des Freundes, aber reichlich sind die Küsse des Hassers. Es klingt auch paradox. Seit wann
  76. schlägt ein Freund seinen eigenen Freund und was soll daran treu sein? Nun, wer, wenn nicht ein echter Freund würde sich wagen, dir ins Gesicht zu
  77. sagen, wenn du etwas falsch gemacht hast? Und von wem, wenn ich von einem echten Freund wärst du am ehsten bereit, dir etwas sagen zu lassen, ohne direkt
  78. aus der Haut zu fahren? Diesen Gedanken greift dann auch Sprüche 28, Vers 23 auf. Dort heißt es: "Wer in anderen zurecht weiß, wird zuletzt mehr
  79. Gunst finden als derjenige, der mit der Zunge schmeichelt." Okay, wir Menschen, ganz besonders Kinder,
  80. erkennen sehr schnell, ob es jemand ernst mit uns meint oder nicht. Es mag sich zwar zunächst schön anhören, wenn uns jemand im übertragenemen Sinne
  81. Honig um den Bad schmiert. Aber letztlich lässt einen so eine Schmeichelei auch oft mit einem süß, klebrig leicht ekligen Gefühl zurück.
  82. Kennt ihr das, wenn sich etwas zu gut anhört, um wahr zu sein? Und wenn wir noch mal zurückschauen zu Sprüche 27, Vers 6 am Ende, dort wo es
  83. heißt: "Aber reichlich sind die Küsse des Hassers", dann gibt uns die Bibel sogar ein ganz prominentes Beispiel für exakt diese Art von Falschheit.
  84. Was meine ich? Na, den Verrat von Jesus im Garten Gezemane. Wie verriet Judas seinen Freund und Meister noch mal? Genau, mit einem Kuss.
  85. Lass mich deshalb dieses zweite Merkmal echter Freundschaft wie Volk zusammenfassen. Ein echter Freund sagt dir die Wahrheit,
  86. auch wenn sie manchmal schmerzt. Nicht, weil er dich ärgern oder beleidigen will, sondern weil er dir helfen will. Das unterscheidet ihn dann auch vom
  87. falschen Freund, der lieber schmeichelt, wo es nichts zu schmeicheln gibt und dich im Stich lässt oder sogar in den Rücken fällt, wenn du es am meisten
  88. brauchst. Aber bei aller Offenheit und Beständigkeit kommt es natürlich auch immer auf die Art und Weise an, wie wir
  89. einen Freund begegnen. Das ist dann das dritte Merkmal, dass ich Weisen Rat genannt habe. Wieder
  90. ist es das heute schon so viel zitierte Buch der Sprüche, was uns da Antworten bietet. In Sprüche 27, Vers 9, heißt es nämlich: "Öl
  91. Räucherwerk erfreuen das Herz. So auch die süße Rede eines Freundes aus seinem Rat der Seele. Öl und Räucherwerk, das spielt wohl auf die Opfer an, welche die
  92. Israeliten damals Gott da brachten und sie sollten Gott erfreuen. Ist es vor diesem Hintergrund nicht umso erstaunlicher, wenn die Bibel dann davon
  93. spricht, dass wir Menschen durch einen wirklich gut gemeinten Rat an einen Freund genauso viel Freude erzeugen können, wie Gott selbst Freude daran
  94. hat, wenn man ihn auf die richtige Weise ehrt. Sprüche 27, Vers 17, geht sogar noch einen Schritt weiter. Dort heißt es:
  95. "Eisen schärft Eisen. Ebenso schärft ein Mann den anderen. Hier wird ein Bild für gute freundschaftliche Beziehung gezeichnet,
  96. das uns vielleicht nicht so sehr geläufig ist. Eisen, das anderes Eisen schärft. Also, mir kommt dabei sofort so ein so
  97. ein Wetzstahl in Erinnerung. Ja, äh ihr wisst diesen Rundstahl mit so einem Griff und dann kann man da so das Messer dran schleifen, dass es wieder richtig
  98. scharf wird und gut schneidet. Und genauso soll sich das auch mit den Menschen untereinander verhalten. Gott möchte, dass wir uns einander schleifen,
  99. indem wir uns gute Ratschläge geben. Nicht, weil dem anderen zeigen wollen, wie schlau wir doch sind, sondern weil wir dem anderen dabei helfen wollen, in
  100. seinem Glaubensleben voranzukommen. Und liebe Damen und Mädchen, das gilt genauso für euch wie für Männer und Junge. Also weder Ausreden noch sonst
  101. etwas, wir sind alle davon betroffen und aufgerufen. Ich denke, dass ich an dieser Stelle dann der Kreis zum Beginn meiner
  102. Ausführung auch wieder langsam zu schließen beginnt. Gott ist ein Beziehungswesen und er möchte Beziehung mit seinen Geschöpfen.
  103. Gleichzeitig will er aber auch, dass seine Geschöpfe untereinander in guten Beziehungen leben. Gott ist schließlich unser allervater. Und welcher Vater
  104. wünscht sich nicht, dass ich seine Kinder untereinander vertragen? Also ich zumindest kenne keinen. Wir sehen also, dass es Gott bei allen
  105. unseren Beziehungen [räuspern] vor allem auch auf die Herzenshaltung ankommt. Und dieses generelle Prinzip kommt nirgendswo gut zum Ausdruck, finde ich,
  106. wie in er Korinther Kapitel 13. Die Verse 4 bis 7 werden ja auf nahezu jeder Hochzeit mindestens einmal zitiert. Ich denke deswegen auch instinktiv an ein
  107. Ehepaar, wenn ich es höre, was auch naheliegend ist, weil es darum um die Liebe geht. Aber hört euch doch diese Verse einmal an und denkt dabei an eine
  108. rein platonische Beziehung zwischen zwei wirklich guten Freunden. Ich lese vor. Die Liebe ist langmütig und gütig.
  109. Die Liebe beneidet nicht. Die Liebe pralt nicht. Sie bläht sich nicht auf. Sie ist nicht unanständig. Sie sucht nicht das ihre. Sie lässt sich
  110. nicht erbittern. Sie rechnet das Böse nicht zu. Sie freut sich nicht an der Ungerechtigkeit. Sie freut sich aber an der Wahrheit.
  111. Sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles. Ich denke, nein, ich bin mir sicher, dass das Idealbild von Freundschaft ist.
  112. Freundschaft, wie sich Gott für uns Menschen vorstellt. Eine Beziehung, die nicht das eigene Glück,
  113. sondern das das Besten für den anderen sucht. Eine Beziehung, die nicht das Schlechte kleinlich aufrechnet, sondern das Gute
  114. im Gegenüber fokussiert. Eine Beziehung, die dem anderen nicht ständig nur vorsingt, du bist gut genug. Die Jüngeren unter uns wissen, was ich
  115. meine, sondern die den anderen viel mehr dazu bringt, dass er sich jeden Tag ein kleines bisschen mehr verändern lässt.
  116. verändern hin zur Christusähnlichkeit. Wir machen an dieser Stelle jetzt mal eine kurze Pause und rufen uns noch mal
  117. die Ereignisse rund um Taber und Amelie ins Gedächtnis. Vor dem Hintergrund, was wir jetzt gerade gehört haben, was wahre Freundschaft ausmacht, scheint mir das
  118. zwischen den beiden ja eher keine gute Freundschaft zu sein, oder? Aber stopp, urteilen wir nicht zu früh. Die Geschichte der beiden ist nämlich noch
  119. nicht zu Ende. Was machst du denn hier? Wir haben keine Zeit zu verlieren. Der
  120. LKW steht schon unten und los geht's. Aber gestern meintest du noch dein Goldfisch und dein Rücken. Völliger Quatsch. Ich wollte nur sehen,
  121. ob du in Panik gerst. Außerdem war ich gestern noch im Baumhang, um diese Sackkarre zu organisieren. Was? Du hast mich reingelegt?
  122. Natürlich doch. Denkst du, ich lass dich alleine die Waschmaschine in den vierten Stock tragen? Boah, ich dachte schon wirklich, unsere Freundschaft hält nur
  123. für gute Zeiten. Niemals. Echte Freunde meckern zwar immer über das Schleppen, aber beste Freunde stehen um Punkt 8 auf der M.
  124. Komm, los geht's. Du bist die Beste. Los geht's.
  125. Wir sehen also, dass manche Freundschaften mehr Potential als auf den ersten Blick zu erkennen ist. Und manchmal entstehen gerade aus
  126. schwierigen Umständen gute Dinge. So, nachdem wir jetzt so lange über die Beziehung zwischen den Menschen, also die horizontale Ebene geredet haben,
  127. wollen wir jetzt zum Abschluss noch mal die Beziehung zwischen Menschen und Gott anschauen. Wir haben am Beispiel von Taber und Amli gesehen, dass Beziehungen
  128. zwischen Menschen sich trotz anfänglicher Schwierigkeiten doch noch zum Positiven verändern können. Aber wie ist das denn jetzt mit der
  129. Beziehung zu Gott? Konnte die Beziehung zwischen Gott und den Menschen nach dem Sündenfall auch wieder geheilt werden? Wir haben da im Kindergottesdienst an
  130. der Wand ein paar Bilder hängen. Ich habe euch mal welche mitgebracht. Das ist das erste. Also, ich finde, es zeigt sehr deutlich
  131. mit wenig Text und ein paar farwigen Hervorhebungen, dass wir Menschen aufgrund unserer Sündhaftigkeit keine Freundschaft mit
  132. Gott haben können. Dadurch ist dann ein unüberbrückbarer Graben zwischen Gott und den Menschen
  133. entstanden. Aber zum Glück hat Gott diesen für den Menschen unüberwindbaren Graben selbst durch das
  134. stellvertretende Opfer von Jesus Christus seinem Sohn allemal überbrückt. Und dadurch
  135. haben wir wieder Zugang zu Gott vorausgesetzt, wir nehmen sein Versöhnungsangebot an, bitten aufrecht um Verzeihung für unsere
  136. Sünden und erkennen an, dass Jesus Christus auch und gerade für uns am Kreuz von Golgatha gestorben ist. Man könnte auch sagen, Gott ist in
  137. Vorleistung gegangen und hat seinen eigenen Sohn für unsere Sünden geopfert. Das ist zugleich ein Vorbild für uns Menschen und unsere
  138. Beziehung untereinander. Ihr fragt euch nämlich vielleicht schon ins Geheim die ganze Zeit, wie es überhaupt möglich sein soll, ein solches
  139. Ideal von Freundschaft, wie ich es gerade eben versucht habe zu skizzieren, zu leben. eine Freundschaft geprägt von
  140. Beständigkeit, Offenheit und weisem Rat. Die Antwort ist einfach: Es geht nicht, das kann niemand. Aber
  141. das ist nur der erste Teil der Antwort. Der zweite Teil, der antwortet, lautet: Niemand außer Jesus. Jesus hat Kreuz bezahlt, damit er uns
  142. alle hier Freunde nennen kann. Und deshalb können wir aus der wiederhergestellten Beziehung zu Gott darauf hinwirken,
  143. dass unsere Beziehungen zu den Menschen immer besser werden. So wie Gott in Vorleistung gegangen ist, so können auch wir versuchen anderen
  144. Menschen gute Freunde zu sein, indem wir ihn mit Beständigkeit, Offenheit und weisem Rat begegnen. Das kann dann der Beginn einer wahren und sicher auch
  145. wunderbaren Freundschaft. der Hinweis für die Älteren unter uns möglicherweise sein. Und dank dem Heiligen Geist, der in
  146. jedem von uns gläubigen Christen wohnt, haben wir außerdem einen Helfer an unserer Seite, der uns dabei dauerhaft unterstützt.
  147. Und damit komme ich auch schon zum Schluss meiner Predigt. Ich fasse das Ganze noch mal zusammen. Es hat leider nicht auf drei
  148. Punkte gepasst. Es sind sechs geworden, aber ihr lässt sie hier. Gott ist ein Beziehungswesen. Er möchte gute Beziehung mit seinen
  149. Geschöpfen und dass seine Geschöpfe untereinander in guten Beziehungen leben. Das zweite Beständigkeit oder auch Treue
  150. genannt ist die Basis für jede echte Freundschaft. Haben wir gesehen in unserem Sketch. Drittens,
  151. nur ein echter Freund sagt dir die Wahrheit offen ins Gesicht, auch wenn sie manchmal schmerzhaft ist. Nicht, weil er dich ärgern oder gar beleidigen
  152. will, sondern weil er dir helfen will. Und viertens, das Ziel guter Freundschaft ist es, den anderen dazu zu befen, sich jeden Tag
  153. ein kleines bisschen mehr hin zur Christusähnlichkeit verändern zu lassen. Fünftens,
  154. weil Gott sich gute Beziehungen zu den Menschen wünscht, hat er seinen Sohn Jesus Christus stellvertreten für uns am Kreuz von Golgatha für unsere Sünden
  155. bezahlen lassen. Und sechstens und letztens, so wie Gott uns gute Freundschaft anbietet, so können wir dies auch
  156. unseren Mitmenschen anbieten, um echte Freundschaft zu begründen, so wie Gott sie sich für uns wünscht. Und das wünsche ich euch allen.
  157. Ich wünsche euch allen, dass jeder von euch ein oder mehrere gute Freunde gute Freundinnen hat. Denn ich denke, Freunde sind etwas sehr kostbares, nicht nur
  158. wenn man eingeschult wird und keinen kennt. Lasst uns unsere Freundschaften pflegen und sie als etwas wertvolles betrachten.
  159. Das sind sie nämlich auch in Gottes Augen. Bevor wir jetzt noch drei Lieder singen, möchte ich noch ein Gebet sprechen und
  160. steht doch dazu auf, dann könnt ihr danach auch direkt stehen bleiben, um zusammen mit mir die Lieder zu singen. Ja, großer Gott, du bist ein
  161. Beziehungswesen und du wünscht dir nicht so sehr wie gute Beziehungen zu uns, aber auch, dass wir gute Beziehungen untereinander pflegen.
  162. Und du hast alles dafür getan, dass die Beziehung zwischen dir und uns, die kaputt gegangen ist, wieder repariert, wieder ganz heil gemacht werden kann.
  163. Dafür hast du deinen Sohn Jesus Christus ans Kreuz schlagen lassen von uns Menschen. Und dieses Angebot, dieser Hand, die
  164. ausgestreckte, die du vom Kreuz herab sinnbildlich gesprochen ausgestreckt hast, uns entgegen, die ist da immer noch ausgestreckt seit über 2000 Jahren.
  165. Und du möchtest immer noch, dass wir gute Beziehungen zu dir wiederherstellen. Und wenn wir das Angebot annehmen, dann
  166. hilft uns das auch ein bisschen mehr, unsere Beziehung unter uns Menschen untereinander gut zu pflegen, zu verbessern und dir immer ähnlicher zu
  167. werden. Und das wünsche ich jedem von uns, dass wir das schaffen, dass wir das nicht aus uns selber rausschaffen, sondern mit deiner Hilfe. Und dafür
  168. danke ich dir, dass du uns diese Möglichkeit auch heute noch gibst. segne uns alle. Amen. Amen.
  169. Wenn dich diese Gedanken hier angesprochen haben, dann abonniere doch gerne diesen Kanal für mehr solcher Vertiefungen. Und wenn du vielleicht
  170. mehr über die Gemeinschaft hinter der Predigt erfahren möchtest, die Brüdergemeinde Krefeld hat Gottesdienste vor Ort, aber die werden auch live auf
  171. YouTube übertragen. M.