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Freundschaft
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Transkriptautomatisch erstellt · 171 Zeilen
- Habt ihr euch eigentlich schon mal gefragt, wo Herr der Wunsch nach Freundschaft ursprünglich kommt? Wieso wünschen wir uns eigentlich Freunde?
- Nun, Christen haben ja diese interessante Angewohnheit, alles mit der Bibel erklären zu wollen und das hat seinen Grund schlichtweg darin, dass die
- Bibel Gottes Wort ist. Und deshalb sollte ich euch auch nicht überraschen, wenn ich heute mehrfach die Bibel aufschlage. Also, ich habe es im Vorfeld
- getan. Das Ergebnis findet ihr dann gleich an der Wand. Les gerne nach, ob das, was ich da auch an die Wand geworfen habe, auch wirklich da steht.
- Also, ich habe die Bibel aufgeschlagen [räuspern] und mich gefragt, woher kommt denn eigentlich Freundschaft?
- Und wenn wir ganz vorne in der Bibel in erster Mose lesen, Kapitel 1, Vers 26, dann lesen wir: "Und Gott sprach: "Lasst uns Menschen machen
- nach unserem Bild, uns ähnlich." Habt ihr gemerkt, wie Gott mit sich selbst spricht? Das ist schon irgendwie erstaunlich, oder? Aber noch
- erstaunlicher ist, dass er von sich selbst im Plural spricht. Lasst uns Menschen machen. Ist Gott etwa mehrere Personen gleichzeitig?
- Ja, das ist so. Er ist sogar drei Personen gleichzeitig. Das lesen wir an anderer Stelle der Bibel. Gott ist quasi drei Personen in einem. Gott der Vater,
- Gott der Sohn Jesus Christus und Gott der Heilige Geist. Aber was bedeutet das jetzt für unser Thema?
- Nun, erst einmal, dass Gott aufgrund seiner Dreieinheit in einer andauernden Beziehung lebt, zunächst mit sich selbst, aber dann auch mit den Menschen.
- In Mose 1, Vers 27 lesen wir nämlich weiter. Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn.
- Das bedeutet, dass Gott den Menschen genauso schuf, wie Gott selbst ist, nämlich als ein Beziehungswesen. [räuspern] Der Mensch wurde also von
- Gott dazu geschaffen, in Beziehung zu leben. Und das sind zweierlei Hinsichten. Einmal in der vertikalen Ebene, das ist die Beziehung zwischen
- Gott und den Menschen, aber auch in der horizontalen Ebene, das ist die Beziehung zwischen euch Menschen. Lass uns zunächst die Beziehung in der
- horizontalen Ebene anschauen, also zwischen den Menschen. Zunächst war da ja Adam, der erste Mensch noch ganz allein. Aber Gott erkannte es sofort,
- dass dies kein guter Zustand war. In er Mose Kapitel 2, Vers 28 heißt es: "Es ist nicht gut, dass der Mensch alleine sei. Ich will ihm eine Gehilfin machen,
- die ihm entspricht." Und so wurde Eva geschaffen. [räuspern] Und Adam, ja, der konnte sein Glück tatsächlich kaum fassen, als er Eva zum ersten Mal sah.
- Wir können förmlich spüren, wie glücklich Adam gewesen sein muss, als er in Mose Kapitel 2, Vers 23 jubelnd ausruft: "Das ist endlich Gebein von
- meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch." Doch die Harmonie hielt nur kurz. Wir kennen sicherlich alle die weitere
- dramatische Geschichte. Deshalb hier nur die Kurzform. Die Schlange fürführte Eva, damit diese vom verbotenen Baum aß.
- Eva überredet dann ihren Mann ebenfalls davon zu essen. Gott stellte beide deswegen zur Rede. Adam schub die Schuld auf seine Frau und
- die Frau schub die Schuld auf die Schlange. Und das Ergebnis dieser ersten Sünde der Menschheitsgeschichte war und ist, dass beide das Paradies, das Gott
- für sie geschaffen hatte, verlassen mussten. Könnt ihr alles nachlesen. Er Mose Kapitel 3, wenn ihr mir nicht glaubt.
- Aber das eigentliche Thema dabei ist, dass diese erste Sünde der Menschheitsgeschichte seitdem sowohl das Verhältnis zwischen Gott und den
- Menschen, also die vertikale Ebene, als auch die Beziehung unter den Menschen, die horizontale Ebene prägt. Das klingt jetzt alles sehr abstrakt,
- nicht wahr? Und deswegen, ja, deswegen wollen wir uns versuchen, diesem Thema mit einem kleinen Sketch zu nähern.
- Bühnefrei für Tabea und Amelie. Hey Taba, gut, dass du anrufst. Hey Amelie, alles klar? Wir müssen unbedingt
- am Wochenende feiern gehen. Boah, das ist an sich eine voll gute Idee. Aber ich zieh doch morgen um. Erinnerst du dich?
- Oh, morgen echt jetzt? Ja. Meine ganzen Helfer haben abgesagt: "öntest du morgen mir vielleicht um 8 Uhr beim Schleppen helfen?" Aber ich bin
- im vierten Stock übrigens ohne Aufzug. Du Amel morgen ist ganz schlecht. Ja, aber warum? Du meintest gerade noch, dass du morgen nichts vorhast.
- Ja, aber mein Goldfisch hat psychische Probleme. Ich kann ihn morgen einfach nicht alleine lassen. Trennungsangst und so.
- Ein Goldfisch. Ja, und mein Rücken. Ich habe Rücken spontan seit gestern. Aber hey, Amelie, wir sind doch beste Freunde. Kopf hoch.
- Ich denke an dich. Tschüss. Danke für nichts. Auf Weer. Das klingt jetzt nicht wirklich nach einer guten Freundschaft.
- Man könnte auch sagen, wer solch eine Freundin hat, der hat besser gar keine. Aber was zeichnet denn jetzt eigentlich eine wirklich gute Freundschaft aus?
- Eine Freundschaft, wie Gott sie sich für die Menschen vorgestellt hat. Wir finden viele Positivispiele, aber auch Negativbeispiele dazu in der Bibel. Die
- Bibel räumt dem Thema Freundschaft einen großen Raum ein. Und natürlich sind auch nach Abfassung der Bibel noch viele, viele Bücher über das Thema Freundschaft
- geschrieben worden. Ich möchte an dieser Stelle ein wenig Werbung für eines dieser Bücher machen. Ähm, es heißt auf der Suche nach echter Freundschaft und
- ist von Jonathan Holms geschrieben worden. Es liegen noch ein paar Exemplare unten auf dem Büchertisch. greift zu, solange der Vorrat reicht.
- Dieses Buch hat mich zu dem Thema der heutigen Predigt inspiriert. Vieles von dem, was ich jetzt sage, habe ich mir von Jonathan Holmes, na ja, geliehen.
- Aber da sich in seinem Buch auf die Bibel stützt, haben wir uns beide bei Gott inspirieren lassen. Wenn ihr das Buch lest und mit meiner
- Predigt vergleicht, dann werdet ihr feststellen, dass es einen kleinen Unterschied zwischen Jonathan Holmes und mir gibt. Er nennt darin nämlich vier
- Merkmale für wahre Freundschaft. Ich habe versucht, das in drei Merkmale zusammenzufassen. Hat schon mein alter Professor gesagt, ne? Drei Dinge mehr
- können sich die Leute eh nicht merken. Alles klar. Diese drei Dinge seht ihr hier. Ich habe sie genannt Beständigkeit,
- Offenheit und Weisenrat. Lasst uns diese drei Merkmale einmal nacheinander ansehen. Fangen wir mit Beständigkeit an.
- Wen ruft ihr an, wenn ihr in Not seid? Wenn es euch dreckig geht, wenn ihr verzweifelt seid, eure Verwandten, eure Nachbarn oder eure Freunde.
- Alles nicht verkehrt, aber es gibt Unterschiede. Zuerst denkt man natürlich an die Familie. Ja, mit der Familie hat man immer die engste Verbindung. Kann
- ich Blut dicker als Wasser. Ja, und gerade die Beziehung zwischen Eltern und Kindern ist ja umso enger, je kleiner die Kinder sind.
- [schnauben] Aber Verwandte haben auch einen, na ja, sagen wir mal Nachteil. Man kann sie sich nämlich nicht
- aussuchen. Na ja, fast nicht. Eine Ausnahme gibt es natürlich den Ehepartner, [räuspern] aber der Ehepartner ist ja auch
- hoffentlich nicht irgendein Verwandter, sondern auch der beste Freund oder die beste Freundin. Bei mir ist das jedenfalls so.
- Manchmal kann es sogar besser sein, sich nicht auf einen weit entfernten Verwandten zu verlassen, sondern viel mehr seinen Nachbarn um Hilfe zu bitten.
- Das sagt jedenfalls das Buch der Sprüche in Kapitel 27, Vers 10 am Ende. Ein Nachbar in der Nähe ist besser als ein Bruder in der Ferne.
- Klingt irgendwie komisch, ne? Aber ich denke, am Ende hat Salomo der weiße König, der das Buch der Sprüche geschrieben hat, jedenfalls ganz
- überwiegend sicherlich auch recht. Was bringt es mir, wenn mein Verwandter Hunderte oder gar tausende Kilometer entfernt wohnt, wenn ich doch jetzt und
- hier sofort Hilfe benötige, dann ist es sicher besser, man wendet sich an eine Person vor Ort, die einem sofort helfen kann.
- Und Salomo geht sogar noch einen Schritt weiter. Er schreibt nämlich in Sprüche 19 Vers 7, dass den Armen alle seine Brüder hassen. Das klingt jetzt hart,
- oder? Aber wenn in der Verwandtschaft immer einer nur nimmt und die anderen immer nur geben, dann wird die Beziehung doch sehr
- schnell auf die Probe gestellt. Dann können sich sogar Geschwister früher oder später nicht mehr ausstehen. Habe ich Glück? Ich bin Einzelkind.
- Das kann natürlich auch auf sogenannte Freunde zutreffen. So ehrlich ist die Bibel dann auch. Deshalb geht Vers 7 ja auch wie folgt weiter. Erst recht ziehen
- sich seine Freunde von ihm gemeintes ja dem Amen zurück. Der Unterschied dabei ist aber, Brüder bleiben, Brüder, Schwestern natürlich auch, egal wie sie
- sich verhalten. Freunde hingegen h bleiben nur dann echte Freunde, wenn sich beständig loyal zeigen. Ansonsten sind es eben keine Freunde.
- Die Bibel beschreibt diesen Unterschied dann auch an anderer Stelle sehr deutlich. So heißt es in Sprüche 19 Vers 4: Reichtum macht viele Freunde, der
- Arme aber wird von seinem Freund verlassen. Dem gegenüber sagt Sprüche 17 Vers 17: "Ein Freund liebt zu jeder Zeit und als Bruder für die Not wird er
- geboren." Das klingt jetzt fast wie ein Widerspruch, oder? In beiden Versen geht es um Freunde, aber aus dem Kontext heraus kann man
- glaube ich sehr deutlich erkennen, dass es in dem ersten Vers um falsche Freunde geht und in dem zweiten um echte Freunde.
- Ich würde es mal so zusammenfassen wollen. Ein falscher Freund verschwindet, wenn es schwierig wird, nichts mehr zu holen ist, man mehr
- investieren muss, als man selbst herausbekommt. Ein echter Freund hingegen bleibt auch in schwierigen Situationen treu. ergibt ohne etwas zu
- erwarten. Er bleibt bis zum Schluss, auch wenn es ihn selbst etwas kostet. Wir halten also fest, dass Beständigkeit, man könnte es auch Treue
- nennen, bisschen altde deutsches Wort, die Basis für eine echte Freundschaft ist und auch sein muss. Kommen wir zum zweiten Merkmal,
- Offenheit. Jetzt mal ehrlich, was hört ihr lieber, wenn euch jemand für eine Selbstverständigkeit schmeichelt
- oder wenn ihr von jemanden für einen wirklichen Fehler getadelt werdet? Ihr müsst nicht antworten. Ich kenne die Antwort auch so. Sprüche 27, Vers 5,
- fasst das dann auch so zusammen. Besser zurechtweisung, die aufdeckt als Liebe, die verheimlicht. harte Worte, aber wahr. Was lernst du
- daraus, wenn alles unter den Teppich gekehrt wird? Richtig, nichts. Und das wäre das nicht schon genug, heißt es im nächsten Vers, also in Vers
- 6 weiter. Treu gemeint sind die Schläge des Freundes, aber reichlich sind die Küsse des Hassers. Es klingt auch paradox. Seit wann
- schlägt ein Freund seinen eigenen Freund und was soll daran treu sein? Nun, wer, wenn nicht ein echter Freund würde sich wagen, dir ins Gesicht zu
- sagen, wenn du etwas falsch gemacht hast? Und von wem, wenn ich von einem echten Freund wärst du am ehsten bereit, dir etwas sagen zu lassen, ohne direkt
- aus der Haut zu fahren? Diesen Gedanken greift dann auch Sprüche 28, Vers 23 auf. Dort heißt es: "Wer in anderen zurecht weiß, wird zuletzt mehr
- Gunst finden als derjenige, der mit der Zunge schmeichelt." Okay, wir Menschen, ganz besonders Kinder,
- erkennen sehr schnell, ob es jemand ernst mit uns meint oder nicht. Es mag sich zwar zunächst schön anhören, wenn uns jemand im übertragenemen Sinne
- Honig um den Bad schmiert. Aber letztlich lässt einen so eine Schmeichelei auch oft mit einem süß, klebrig leicht ekligen Gefühl zurück.
- Kennt ihr das, wenn sich etwas zu gut anhört, um wahr zu sein? Und wenn wir noch mal zurückschauen zu Sprüche 27, Vers 6 am Ende, dort wo es
- heißt: "Aber reichlich sind die Küsse des Hassers", dann gibt uns die Bibel sogar ein ganz prominentes Beispiel für exakt diese Art von Falschheit.
- Was meine ich? Na, den Verrat von Jesus im Garten Gezemane. Wie verriet Judas seinen Freund und Meister noch mal? Genau, mit einem Kuss.
- Lass mich deshalb dieses zweite Merkmal echter Freundschaft wie Volk zusammenfassen. Ein echter Freund sagt dir die Wahrheit,
- auch wenn sie manchmal schmerzt. Nicht, weil er dich ärgern oder beleidigen will, sondern weil er dir helfen will. Das unterscheidet ihn dann auch vom
- falschen Freund, der lieber schmeichelt, wo es nichts zu schmeicheln gibt und dich im Stich lässt oder sogar in den Rücken fällt, wenn du es am meisten
- brauchst. Aber bei aller Offenheit und Beständigkeit kommt es natürlich auch immer auf die Art und Weise an, wie wir
- einen Freund begegnen. Das ist dann das dritte Merkmal, dass ich Weisen Rat genannt habe. Wieder
- ist es das heute schon so viel zitierte Buch der Sprüche, was uns da Antworten bietet. In Sprüche 27, Vers 9, heißt es nämlich: "Öl
- Räucherwerk erfreuen das Herz. So auch die süße Rede eines Freundes aus seinem Rat der Seele. Öl und Räucherwerk, das spielt wohl auf die Opfer an, welche die
- Israeliten damals Gott da brachten und sie sollten Gott erfreuen. Ist es vor diesem Hintergrund nicht umso erstaunlicher, wenn die Bibel dann davon
- spricht, dass wir Menschen durch einen wirklich gut gemeinten Rat an einen Freund genauso viel Freude erzeugen können, wie Gott selbst Freude daran
- hat, wenn man ihn auf die richtige Weise ehrt. Sprüche 27, Vers 17, geht sogar noch einen Schritt weiter. Dort heißt es:
- "Eisen schärft Eisen. Ebenso schärft ein Mann den anderen. Hier wird ein Bild für gute freundschaftliche Beziehung gezeichnet,
- das uns vielleicht nicht so sehr geläufig ist. Eisen, das anderes Eisen schärft. Also, mir kommt dabei sofort so ein so
- ein Wetzstahl in Erinnerung. Ja, äh ihr wisst diesen Rundstahl mit so einem Griff und dann kann man da so das Messer dran schleifen, dass es wieder richtig
- scharf wird und gut schneidet. Und genauso soll sich das auch mit den Menschen untereinander verhalten. Gott möchte, dass wir uns einander schleifen,
- indem wir uns gute Ratschläge geben. Nicht, weil dem anderen zeigen wollen, wie schlau wir doch sind, sondern weil wir dem anderen dabei helfen wollen, in
- seinem Glaubensleben voranzukommen. Und liebe Damen und Mädchen, das gilt genauso für euch wie für Männer und Junge. Also weder Ausreden noch sonst
- etwas, wir sind alle davon betroffen und aufgerufen. Ich denke, dass ich an dieser Stelle dann der Kreis zum Beginn meiner
- Ausführung auch wieder langsam zu schließen beginnt. Gott ist ein Beziehungswesen und er möchte Beziehung mit seinen Geschöpfen.
- Gleichzeitig will er aber auch, dass seine Geschöpfe untereinander in guten Beziehungen leben. Gott ist schließlich unser allervater. Und welcher Vater
- wünscht sich nicht, dass ich seine Kinder untereinander vertragen? Also ich zumindest kenne keinen. Wir sehen also, dass es Gott bei allen
- unseren Beziehungen [räuspern] vor allem auch auf die Herzenshaltung ankommt. Und dieses generelle Prinzip kommt nirgendswo gut zum Ausdruck, finde ich,
- wie in er Korinther Kapitel 13. Die Verse 4 bis 7 werden ja auf nahezu jeder Hochzeit mindestens einmal zitiert. Ich denke deswegen auch instinktiv an ein
- Ehepaar, wenn ich es höre, was auch naheliegend ist, weil es darum um die Liebe geht. Aber hört euch doch diese Verse einmal an und denkt dabei an eine
- rein platonische Beziehung zwischen zwei wirklich guten Freunden. Ich lese vor. Die Liebe ist langmütig und gütig.
- Die Liebe beneidet nicht. Die Liebe pralt nicht. Sie bläht sich nicht auf. Sie ist nicht unanständig. Sie sucht nicht das ihre. Sie lässt sich
- nicht erbittern. Sie rechnet das Böse nicht zu. Sie freut sich nicht an der Ungerechtigkeit. Sie freut sich aber an der Wahrheit.
- Sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles. Ich denke, nein, ich bin mir sicher, dass das Idealbild von Freundschaft ist.
- Freundschaft, wie sich Gott für uns Menschen vorstellt. Eine Beziehung, die nicht das eigene Glück,
- sondern das das Besten für den anderen sucht. Eine Beziehung, die nicht das Schlechte kleinlich aufrechnet, sondern das Gute
- im Gegenüber fokussiert. Eine Beziehung, die dem anderen nicht ständig nur vorsingt, du bist gut genug. Die Jüngeren unter uns wissen, was ich
- meine, sondern die den anderen viel mehr dazu bringt, dass er sich jeden Tag ein kleines bisschen mehr verändern lässt.
- verändern hin zur Christusähnlichkeit. Wir machen an dieser Stelle jetzt mal eine kurze Pause und rufen uns noch mal
- die Ereignisse rund um Taber und Amelie ins Gedächtnis. Vor dem Hintergrund, was wir jetzt gerade gehört haben, was wahre Freundschaft ausmacht, scheint mir das
- zwischen den beiden ja eher keine gute Freundschaft zu sein, oder? Aber stopp, urteilen wir nicht zu früh. Die Geschichte der beiden ist nämlich noch
- nicht zu Ende. Was machst du denn hier? Wir haben keine Zeit zu verlieren. Der
- LKW steht schon unten und los geht's. Aber gestern meintest du noch dein Goldfisch und dein Rücken. Völliger Quatsch. Ich wollte nur sehen,
- ob du in Panik gerst. Außerdem war ich gestern noch im Baumhang, um diese Sackkarre zu organisieren. Was? Du hast mich reingelegt?
- Natürlich doch. Denkst du, ich lass dich alleine die Waschmaschine in den vierten Stock tragen? Boah, ich dachte schon wirklich, unsere Freundschaft hält nur
- für gute Zeiten. Niemals. Echte Freunde meckern zwar immer über das Schleppen, aber beste Freunde stehen um Punkt 8 auf der M.
- Komm, los geht's. Du bist die Beste. Los geht's.
- Wir sehen also, dass manche Freundschaften mehr Potential als auf den ersten Blick zu erkennen ist. Und manchmal entstehen gerade aus
- schwierigen Umständen gute Dinge. So, nachdem wir jetzt so lange über die Beziehung zwischen den Menschen, also die horizontale Ebene geredet haben,
- wollen wir jetzt zum Abschluss noch mal die Beziehung zwischen Menschen und Gott anschauen. Wir haben am Beispiel von Taber und Amli gesehen, dass Beziehungen
- zwischen Menschen sich trotz anfänglicher Schwierigkeiten doch noch zum Positiven verändern können. Aber wie ist das denn jetzt mit der
- Beziehung zu Gott? Konnte die Beziehung zwischen Gott und den Menschen nach dem Sündenfall auch wieder geheilt werden? Wir haben da im Kindergottesdienst an
- der Wand ein paar Bilder hängen. Ich habe euch mal welche mitgebracht. Das ist das erste. Also, ich finde, es zeigt sehr deutlich
- mit wenig Text und ein paar farwigen Hervorhebungen, dass wir Menschen aufgrund unserer Sündhaftigkeit keine Freundschaft mit
- Gott haben können. Dadurch ist dann ein unüberbrückbarer Graben zwischen Gott und den Menschen
- entstanden. Aber zum Glück hat Gott diesen für den Menschen unüberwindbaren Graben selbst durch das
- stellvertretende Opfer von Jesus Christus seinem Sohn allemal überbrückt. Und dadurch
- haben wir wieder Zugang zu Gott vorausgesetzt, wir nehmen sein Versöhnungsangebot an, bitten aufrecht um Verzeihung für unsere
- Sünden und erkennen an, dass Jesus Christus auch und gerade für uns am Kreuz von Golgatha gestorben ist. Man könnte auch sagen, Gott ist in
- Vorleistung gegangen und hat seinen eigenen Sohn für unsere Sünden geopfert. Das ist zugleich ein Vorbild für uns Menschen und unsere
- Beziehung untereinander. Ihr fragt euch nämlich vielleicht schon ins Geheim die ganze Zeit, wie es überhaupt möglich sein soll, ein solches
- Ideal von Freundschaft, wie ich es gerade eben versucht habe zu skizzieren, zu leben. eine Freundschaft geprägt von
- Beständigkeit, Offenheit und weisem Rat. Die Antwort ist einfach: Es geht nicht, das kann niemand. Aber
- das ist nur der erste Teil der Antwort. Der zweite Teil, der antwortet, lautet: Niemand außer Jesus. Jesus hat Kreuz bezahlt, damit er uns
- alle hier Freunde nennen kann. Und deshalb können wir aus der wiederhergestellten Beziehung zu Gott darauf hinwirken,
- dass unsere Beziehungen zu den Menschen immer besser werden. So wie Gott in Vorleistung gegangen ist, so können auch wir versuchen anderen
- Menschen gute Freunde zu sein, indem wir ihn mit Beständigkeit, Offenheit und weisem Rat begegnen. Das kann dann der Beginn einer wahren und sicher auch
- wunderbaren Freundschaft. der Hinweis für die Älteren unter uns möglicherweise sein. Und dank dem Heiligen Geist, der in
- jedem von uns gläubigen Christen wohnt, haben wir außerdem einen Helfer an unserer Seite, der uns dabei dauerhaft unterstützt.
- Und damit komme ich auch schon zum Schluss meiner Predigt. Ich fasse das Ganze noch mal zusammen. Es hat leider nicht auf drei
- Punkte gepasst. Es sind sechs geworden, aber ihr lässt sie hier. Gott ist ein Beziehungswesen. Er möchte gute Beziehung mit seinen
- Geschöpfen und dass seine Geschöpfe untereinander in guten Beziehungen leben. Das zweite Beständigkeit oder auch Treue
- genannt ist die Basis für jede echte Freundschaft. Haben wir gesehen in unserem Sketch. Drittens,
- nur ein echter Freund sagt dir die Wahrheit offen ins Gesicht, auch wenn sie manchmal schmerzhaft ist. Nicht, weil er dich ärgern oder gar beleidigen
- will, sondern weil er dir helfen will. Und viertens, das Ziel guter Freundschaft ist es, den anderen dazu zu befen, sich jeden Tag
- ein kleines bisschen mehr hin zur Christusähnlichkeit verändern zu lassen. Fünftens,
- weil Gott sich gute Beziehungen zu den Menschen wünscht, hat er seinen Sohn Jesus Christus stellvertreten für uns am Kreuz von Golgatha für unsere Sünden
- bezahlen lassen. Und sechstens und letztens, so wie Gott uns gute Freundschaft anbietet, so können wir dies auch
- unseren Mitmenschen anbieten, um echte Freundschaft zu begründen, so wie Gott sie sich für uns wünscht. Und das wünsche ich euch allen.
- Ich wünsche euch allen, dass jeder von euch ein oder mehrere gute Freunde gute Freundinnen hat. Denn ich denke, Freunde sind etwas sehr kostbares, nicht nur
- wenn man eingeschult wird und keinen kennt. Lasst uns unsere Freundschaften pflegen und sie als etwas wertvolles betrachten.
- Das sind sie nämlich auch in Gottes Augen. Bevor wir jetzt noch drei Lieder singen, möchte ich noch ein Gebet sprechen und
- steht doch dazu auf, dann könnt ihr danach auch direkt stehen bleiben, um zusammen mit mir die Lieder zu singen. Ja, großer Gott, du bist ein
- Beziehungswesen und du wünscht dir nicht so sehr wie gute Beziehungen zu uns, aber auch, dass wir gute Beziehungen untereinander pflegen.
- Und du hast alles dafür getan, dass die Beziehung zwischen dir und uns, die kaputt gegangen ist, wieder repariert, wieder ganz heil gemacht werden kann.
- Dafür hast du deinen Sohn Jesus Christus ans Kreuz schlagen lassen von uns Menschen. Und dieses Angebot, dieser Hand, die
- ausgestreckte, die du vom Kreuz herab sinnbildlich gesprochen ausgestreckt hast, uns entgegen, die ist da immer noch ausgestreckt seit über 2000 Jahren.
- Und du möchtest immer noch, dass wir gute Beziehungen zu dir wiederherstellen. Und wenn wir das Angebot annehmen, dann
- hilft uns das auch ein bisschen mehr, unsere Beziehung unter uns Menschen untereinander gut zu pflegen, zu verbessern und dir immer ähnlicher zu
- werden. Und das wünsche ich jedem von uns, dass wir das schaffen, dass wir das nicht aus uns selber rausschaffen, sondern mit deiner Hilfe. Und dafür
- danke ich dir, dass du uns diese Möglichkeit auch heute noch gibst. segne uns alle. Amen. Amen.
- Wenn dich diese Gedanken hier angesprochen haben, dann abonniere doch gerne diesen Kanal für mehr solcher Vertiefungen. Und wenn du vielleicht
- mehr über die Gemeinschaft hinter der Predigt erfahren möchtest, die Brüdergemeinde Krefeld hat Gottesdienste vor Ort, aber die werden auch live auf
- YouTube übertragen. M.