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Edith Stein und das Phänomen der geistlichen Freundschaft - Dr Beate Beckmann-Zöller

TeresianischerKarmel1:06:26 1.264 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

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Transkriptautomatisch erstellt · 368 Zeilen
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  1. Ich darf dich, Beate. Frau Dr. Beate Beckmann-Zöller, ganz herzlich begrüßen.
  2. Frau Dr. Beckmann-Zöller ist freiberufliche, religionsphilosophischen und Dozentin an der katholischen Stiftungs Fachhochschule für Soziale Arbeit in München.
  3. Das hat sich geändert. Die heißt nur noch Stiftungs Hochschule. Oh, das Fach ist abhanden gekommen.
  4. Es ist schon seit zwei, drei Jahren so ja, genau. Okay, genau.
  5. Die Hochschulen heißen jetzt nur noch Hochschulen. Es gibt keine in Deutschland, keine Fachhochschulen mehr. Richtig? Danke. Ja, genau.
  6. Sie ist Mutter und Mitglied in verschiedenen Arbeitskreisen und sehr, sehr fleißig und engagiert und vor allem seit letzter Woche auch neue Präsidentin der Deutschen Edith Stein Gesellschaft.
  7. Ganz herzlichen Glückwunsch und frohes Schaffen und auf gute Kooperation. Und umso schöner, dass du trotzdem für uns noch Zeit findest.
  8. Ja, sehr gerne. Sie hat an vielen Bänden der Gesamtausgabe der Edith Stein
  9. Edith Stein Gesamtausgabe mitgearbeitet und ist wirklich eine ausgezeichnete und exzellente Kennerin. Ich habe hier nur als Werbung zum Beispiel gelesen. Wird man das sehen?
  10. Kann ich eine Ihrer vielen Publikationen, dass man alle natürlich sehr empfehlen kann. Ähm, ja, also ich.
  11. Wir freuen uns jetzt einfach sehr auf deinen Vortrag zum Thema Edith Stein und das Phänomen der geistlichen Freundschaft. Wir freuen uns auch schon seit Sommer eigentlich drauf, weil wir da spontan was absagen mussten.
  12. Umso schöner, dass das jetzt klappt. Für alle Zuschauer Sie sind jetzt im Moment stumm geschaltet und das würden wir auch so belassen während des Vortrags.
  13. Im Anschluss gibt es natürlich Möglichkeiten zu Rückfragen und Diskussionen, entweder gleich als Wortbeitrag oder Sie können das auch in den Chat schreiben, dann lesen wir das vor.
  14. Genau, herzlich willkommen und ich übergebe der das Wort. Ja, vielen Dank!
  15. Die geistliche Freundschaft. Das letzte Mal haben wir die Freundschaft zwischen Edith Stein und Roman in Gaarden angeschaut und diesmal
  16. habe ich jemand anders als Protagonisten gewählt. Zum einen unterhalte ich mich mit Aelred von Rival oder Rievaulx, Aelred von Rival nicht so bekannt,
  17. aber der sozusagen Autor schlechthin für geistliche Freundschaft und Edith Stein bringe ich ins Gespräch mit der älteren Dame da links. Die ist nur zwölf Jahre älter, aber natürlich zu unterscheiden unterzieht die unterschiedlichen Zeiten sind diese Fotos aufgenommen.
  18. Das ist also die Martha Peter Brüning, die ich mal ins Gespräch bringen möchte. Genau.
  19. Fangen an und das klappt nicht mit diesem und. Tastatur auch nicht. Na dann vielleicht mit der Maus.
  20. Nein. Tja, was mache ich jetzt?
  21. Wie komme ich zur nächsten Folie? Mit der Leertaste zum Beispiel.
  22. Sehen Sie die nächste Folie Narayen oder jetzt, jetzt. Aha. Entschuldigung.
  23. Genau Freundschaft. Das Wort allein lässt schöne Erinnerungen, aber auch Enttäuschungen oder auch zuletzt Sehnsucht bei uns ausklingen.
  24. Friedrich Schiller nannte Freundschaft einen Namen, nannte es einen großen Wurf. Wenn es gelingt, eines Freundes Freund zu sein in der Ode an die Freude, wenn es gelingt,
  25. großmütig und innerlich zuvorkommend Freundschaft zu schließen und auch zu halten, kann Freundschaft in unserer postmodernen, hyper mobilen, multinationalen Gesellschaft gelingen.
  26. Möchte ich am Anfang fragen, wo sich alles ständig ändert, wo man sich bis zum Schluss alle Möglichkeiten offen halten will, um ja nicht noch das Bessere zu verpassen.
  27. Von Studenten höre ich immer mal wieder zu Silvester, dass man also bis zuletzt wartet, ob nicht noch eine bessere Einladung kommt und ob man nicht doch noch besser feiern könnte
  28. . Es scheint aber ein Urbedürfnis im Menschen nach Freundschaft zu geben, nach der Zuneigung, nach der Zuneigung zwischen sich nahestehenden Menschen, die durch Einfühlung und durch gegenseitiges Vertrauen geprägt ist.
  29. Gerade heute, wo Ehe und Familie immer stärker in den Hintergrund treten, zerbrechen oder auch Tiere theoretisch absichtlich dekonstruiert werden.
  30. Gerade wo heute sogar von Beziehungsunfähigkeit vielfach die Rede ist, weil wir uns verbindlich festgelegt haben, unverbindlich zu bleiben. Gerade heute müssen wir neu nachdenken, was Freundschaft ist und wie das geht.
  31. Mit Freunden philosophieren, das war auch immer meine große Sehnsucht, mein Studium der Philosophie. Bei Frau Professor Moritz habe ich das immer wieder erleben dürfen.
  32. Und seit der Antike ist diese Form des Ja, der Freundschaft, diese Lebensform bekannt und auch zentral im Denken des Aristoteles. Ich war sehr erstaunt, in seiner Ethik das Phänomen der Freundschaft zu finden, als ich damals im Studium auf die Ethik gestoßen bin.
  33. Aristoteles gibt neben der Nutz, Freundschaft und der Lust Freundschaft, vor allen Dingen die Freundschaft der guten Freundschaft, sich auf den Nutzen oder das Vergnügen gründet.
  34. Ist er egoistisch und immer den einen Nutzen, das eigene Vergnügen, den eigenen Nutzen, das eigene Vergnügen zum Zweck. Sie liebt nicht den Freund als solchen um seiner ganzen Persönlichkeit willen,
  35. sondern nur wegen des Nutzens und des Vergnügens, das er ihr selber bereitet. In der wahren Freundschaft geht es nicht nur um gemeinsame Möglichkeiten der Selbstverwirklichung.
  36. Entschuldigung in gemeinsamen Hobbys, sondern um die gegenseitige seelische Bereicherung. Darum, dem anderen zu helfen, mehr er selbst zu werden.
  37. Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft Deutschland in Freiburg letztes Wochenende sprach Professor Mariele Wulff vom Charisma der Freundschaft.
  38. Dass Professor Markus Enders, den sie vorstellte, der einer der Vortragenden war, dass Professor Enders mit Edith Stein teile, sagte sie unter dem Aspekt des Charismas der Geistesgaben
  39. an, habe ich bisher das vorhin das Phänomen der Freundschaft noch nicht gefunden. Man könnte es so betrachten, denn es scheint ja auch als ein Geschenk, eine unverdiente Gnade,
  40. wenn man einen Freund trifft, der mein Freund sein möchte. Die Freundschaft wird im Neuen Testament jedoch nicht unter die Gaben des Heiligen Geistes gezählt.
  41. Dazu gehören Übernatürliche wie Heilung, Prophetie, Glaubenskraft, Erkenntnis und so weiter. Andererseits führen die Früchte des Heiligen Geistes, die in Galater fünf 22 aufgeführt werden, genau dazu, ein guter Freund sein zu können
  42. Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung all das braucht auch eine Freundschaft
  43. von Freunden ist natürlich im Alten Testament, in der Weisheit Literatur die Rede und in den Jesus Worten des Johannesevangeliums. Dazu kommen wir später noch.
  44. eine Theologie der Freundschaft wurde jedoch erst langsam entwickelt. Man orientierte sich noch an Aristoteles und Cicero in der christlichen Thun.
  45. Nun ja, und erst bei Johannes Cassian finden wir Ansätze zu einer Theologie der Freundschaft und dann Schritt von Rival oder Revo. Zunächst hielt man sich an Platon, Aristoteles.
  46. Cicero begann schon im Alten Testament geht es um die Wandelbarkeit der Liebe zum Freund. Sprüche 17 17 zum Beispiel, also die Treue in der Freundschaft.
  47. Moment, ich glaube, ich bin.
  48. Die Wandelbarkeit in der Freundschaft, daher sei wahre Freundschaft unvergänglich.
  49. Diesen Aspekt greift der selige Abt Aelred von Rival 1110 bis 1167 in sein in seinem monastischen Lehr Dialog auf heißt die heilige Freundschaft oder auch die geistliche Freundschaft.
  50. Und neuerdings bei Wolfgang Buchmüller Heiligenkreuz wird übersetzt Die spirituelle Freundschaft.
  51. Geistliche Freundschaft gefällt mir etwas besser, aber die neue Ausgabe über spirituelle Freundschaft in 2018 erst herausgegeben eben aus Heiligenkreuz.
  52. Aelred bezog sich damals auf Marcus Tullius Cicero Abhandlung von der Freundschaft und kritisiert natürlich, dass diese Art von Freundschaft nicht tief genug gehen kann, da sie noch nicht in der Beziehung zu Christus geschlossen wurde.
  53. Christus als Dritter im Bunde ist das zentrale Element, das nun Ehret vorstellt und auch ja, was wichtig ist, um geistliche Freundschaft zu verstehen , weil Christus uns hinauf zieht zu den ewigen Dingen.
  54. Gerade durch diese geistliche Freundschaft mit seinen Gesprächspartnern ringt er um diese Lebensform. Denn die Charaktere, charakterlichen Eigenheiten, die dazu notwendig sind, werden bei den Dialogpartner hinterfragt, aber auch beim Leser.
  55. Im Lesen kommt man in diesem Prozess zu Fragen Wie bin ich denn als Freund? Wie? Wäre ich so ließ sich begeistern lassen, um ein guter Freund zu sein.
  56. Aelred malt ein hohes Ideal von Freundschaft Würde eine Freundschaft aufhören, sagt er, hätte sie eigentlich nie bestanden. Denn sie ist unwandelbar.
  57. Er beschreibt also ein hohes Ideal der Freundschaft, die letztlich nur Barmherzigkeit notwendig hat.
  58. Ich habe oft diesen Idealzustand an Tugend gar nicht erreichen können und sozusagen der perfekte Freund zu sein. Er fragt dann Wer kann eigentlich Freundschaft leben?
  59. Freundschaft können natürlich nur Personen schließen. Es ist ganz wichtig.
  60. Viele Menschen haben hier ihr Haustier als Freund. Heut zu Tage ist scheinbar als freund.
  61. Ich war auch vorhin mit unserem leithund vom Nachbarn eben wieder mal spazieren. Es ist wunderschön. Die seelische anhänglichkeit von haustieren. Aber es ist eben keine Freundschaft.
  62. Tiere seine besten Freunde nennt. Dem fehlt entscheidendes im Leben.
  63. Umgekehrt wer nicht die Anhänglichkeit eines Haustiers und die Fürsorge für diese Lebewesen erleben kann, auch dem fehlt etwas, aber eben etwas anderes.
  64. Freundschaften berühren die Seele, wie auch die Beziehung zu einem Haustier natürlich oder künstlerisches Gestalten das Musizieren. Letztere Erfahrung hat Edith Stein selbst nicht gemacht.
  65. Sehr wohl war sie jedoch in vielfache Freundschaften eingebunden. Viele davon glichen eher einer Anhänglichkeit eines Menschen, der zu ihr der Edith Stein der Überlegenen, aufgeblickt hat.
  66. Seine Schülerinnen, mit denen sie Briefkontakt hatte, Katechumenen, aber auch in der Schule und im Studium einfach junge Frauen, die ihre intellektuelle Reife und auch charakterliche Dominanz anerkannten.
  67. Freundschaft setzt unser Personsein voraus. Sein wiederum baut auf der Verbundenheit des geistigen Wortes auf.
  68. Es kann bei taubstumm eine andere Form haben, ist jedoch immer Geist. Diese geistige Gemeinschaft kann wiederum verschiedene Formen annehmen und auch auf den Anruf der Liebe auf dem Aufruf zur Liebe beruhen.
  69. Also liebt euren Nächsten. Liebe und Freundschaft kann immer in einer großen Nähe betrachtet werden.
  70. Aber die Menschen, die wir lieben sollen, müssen wir nicht mögen. Wir müssen nicht mit ihnen befreundet sein wollen.
  71. In der Liebe ist also nicht unbedingt Freundschaft auf Augenhöhe eingeschlossen. Aber in der Freundschaft die Liebe, sagt Ehret.
  72. Also wir haben eine enge Beziehung zwischen Liebe und Freundschaft. Aber die Liebe ist das Umfassendere.
  73. Der Aufruf, der christliche Aufruf zur Liebe ist der umfassendere. Und Freundschaft sollte auch Liebe enthalten.
  74. Freundschaft basiert auf einer Ich du Beziehung. Sie stellt eine Form der intimsten Nähe und Gemeinschaft dar, die Personen miteinander besitzen können.
  75. Alois Hahn hat sich auch Anfang des 20. Jahrhunderts mit der Freundschaft auseinandergesetzt.
  76. Freundschaft wird bei Edith Stein selbst nicht ausführlich reflektiert, nur in Individuum und Gemeinschaft finden wir einen Gedanken, der wieder in Aufbau der menschlichen Person aufgegriffen wird, wo es um Gemeinschaftsformen geht.
  77. Freundschaften, so sagt sie, entstehen nicht zufällig, entstehen nicht zufällig und bleiben subjektiv, sondern man spricht auch davon, dass sie geschlossen werden,
  78. dass sie also gesellschaftlich nach außen sichtbar werden. Ich zitiere. Umgekehrt ist es auch möglich, dass Gemeinschaften
  79. im Laufe ihrer Entwicklung gesellschaftliche Formen annehmen, zugleich aber den Charakter der Gemeinschaft beibehalten. Freundschaft und Ehe sind Gemeinschaften, die aufgrund einigen Gesinnungen erwachsen.
  80. Man spricht aber zugleich davon, dass sie geschlossen werden. Das heißt, dass sie unwillkürlich sich herausbildende Lebensgemeinschaften in einer eigenen Willenserklärung
  81. und anerkannt und als Zweck gesetzt wird. Also die Lebensgemeinschaft der Freundschaft wird in der eigenen Willenserklärung anerkannt.
  82. Wir sind Freunde, wahrscheinlich, wenn man sich gegenüber Dritten äußert. Und genau eine Willenserklärung.
  83. Und sie wird von außen erkannt, gesellschaftlich erkannt. Das sind recht nüchterne Formulierungen.
  84. Wir finden immer wieder Beschreibungen in Ihrer Autobiographie, aber inhaltlich hat sie sich leider nicht stärker geäußert.
  85. Moment. Funktioniert gar nicht.
  86. Mein. Abgegrenzt werden muss die Freundschaft von der Kameradschaft oder Bekanntschaft.
  87. Wann wird sie Freundschaft? Freundschaft besteht letztlich darin, zu Alois hen, dass zwei Menschen ihrem gesamten innerlichen persönlichen Sein nach aufeinander
  88. bezogen sind, dass sie sich nicht nur in ihrer Tätigkeit berühren, sondern im Kern ihrer Persönlichkeit gegenseitig erfassen. Dazu gehört eben auch, dass man sich findet, dass man halt miteinander.
  89. Die Berufung des anderen verstehen und unterstützt. Das hat Edith Stein in Petra Brüning erlebt.
  90. Zuvor auch mit Hedwig Konrad Martius, aber ihre Wege trennten sich an der Schwelle zur Kirche und später ist der Briefwechsel eben auch ja seltener geworden.
  91. Aelred von Rival sagt. Leider können Sie es nicht sehen.
  92. Ich habe leider keine Ahnung was ich kann mir jemand helfen. Was ich tun muss.
  93. Jetzt ha ha! Er wird von Rivalen sagt Freunde können nur die heißen und sein, den wir ohne jeden Vorbehalt
  94. unser ganzes Herz mit allem, was darinnen ist, anvertrauen, selbstverständlich unter der Voraussetzung vollkommener Gegenseitigkeit. Interessant, was mir auch aufgefallen ist.
  95. Er spricht nicht nur von der Freundschaft zwischen zwei Männern, zwei Ordens, Männern oder zwei Frauen, sondern ergibt als biblisches Beispiel neben der bekannten Freundschaft zwischen David und Jonathan auch das Paar Rut und Boas.
  96. Als ein Beispiel für geistliche Freundschaft an und damit auch ein Hinweis, dass er eigentlich diese Schrift auch für Laien und für Ehepaare vielleicht geschrieben haben kann.
  97. Also über die Freundschaft in der Ehe, das wäre noch mal ein eigenes Kapitel. Also dieses das Herz öffnen und sich einander darin anvertrauen.
  98. Was darinnen ist, ist ja auch etwas, was in die Ehe gehört.
  99. Und scheinbar kann man darauf schließen, dass auch von Rivero das schon vorhatte oder auch so verstanden hat. Ha, nur gute Menschen können eine Freundschaft schließen.
  100. So eben die Tradition seit Aristoteles und auch hierbei lehrt. Denn sie ist letztlich eine Tugend und setzt charakterliche Reife voraus, wie auch Ernsthaftigkeit, also eine Leichtigkeit.
  101. Die Jugend Freundschaft hat oft noch nicht die Ernsthaftigkeit, die eine Freundschaft und das nahe einander teilen Mitteilen erfordert.
  102. Daher gehören auch Weisheit und Liebe zur Freundschaft. ein wahrer Freund ist, ich zitiere, Lebenselixier, Heimat und Medizin.
  103. Mit der Medizin kann es auch ganz interessant, denn er sagt Was immer der Freund an der Freundes Seele Krankhaftes entdeckt, versucht er zu heilen.
  104. Oder er erträgt es nach Möglichkeit. Er freut sich mit dem Fröhlichen und weint mit dem Betrübten.
  105. Dieses einander heilen. Das hat auch Albert selber erlebt. Er hat auch etwas Biografisches.
  106. Ich finde es sehr erstaunlich für das 12. Jahrhundert Geographisches, das er sagt, wie ihn selber eine Freundschaft zum Besseren gezogen hat,
  107. also wie er bestimmte charakterliche Schwächen an sich gespürt hat, wenn er diesem Freund begegnet ist. Und dann hat er natürlich an sich gearbeitet und sich dadurch auch verändert.
  108. Freundschaften werden durch bestimmte charakterliche Schwächen aber auch gefährdet, wie zum Beispiel zum einen eben Zorn und Enge, so dass man dem anderen eben statt der Vertrautheit
  109. Jähzorn entgegenbringt oder eben Enge, dass man ihn zu sehr binden will. Zum anderen aber auch die Leichtfertigkeit und Oberflächlichkeit, dass man nicht in die Tiefe dringen
  110. möchte, sich nicht öffnen möchte für den Freund. Dann die Frage Wie gewinnt man Freunde?
  111. Na ja, zu den Bildern habe ich noch nichts gesagt, das hier ist wieder eine eine Ikone des heiligen Ellroy. Das hier war die.
  112. Das hier ist Revo in England, in New York, wo in York das Kloster, wo das über die geistliche Freundschaft geschrieben wurde, dass dieser Dialog
  113. nicht mehr erhalten. Und jetzt?
  114. Moment. Da war mir schon.
  115. Genau jetzt sind wir hier bei der Ikone. Wie gewinnt man Freunde?
  116. Ehret sagt, man sucht Freunde mit Geduld und mit Takt. Also man macht das nicht so offensichtlich, dass man auf der Suche nach einem Freund ist.
  117. Und man ist auch nicht ungeduldig, sonst verdirbt man schon am Anfang dieses zarte Pflänzchen. Man wird natürlich von Gefühlen zum anderen hingezogen, von Sympathie.
  118. Aber diese eine Neigung, diese Anziehungskraft zum anderen kann eine unwillkürliche, freudige Hinwendung der Seele zu irgendjemand sein. Und dieser Gefühls Antrieb kann spirituell sein, vernünftig sein.
  119. Aber auch das Gegenteil unvernünftig, geschuldet natürlich oder sogar fleischlich sein. Also es braucht erst mal die Gabe der Unterscheidung.
  120. Was zieht mich zu diesem Menschen? Ist es tatsächlich eben das, was mir hier wichtig ist, um diesen einen Freund zu gewinnen?
  121. Auch wenn meine Anziehung zu einem Menschen am Anfang natürlich oder fleischlich war, kann man sich im Geist,
  122. also in seiner Fähigkeit, sich über seine Gefühle auch klar zu werden, für eine höhere Wirklichkeit öffnen. Gott kann zu einem sprechen durch diese Freundschaft.
  123. Gott kann bestimmte Dinge in einem bewirken, selbst wenn es fleischlich angefangen hat oder durch eine natürliche, so ein natürliches hingezogen sein.
  124. Es ist also möglich, zu einer spirituellen Sympathie zu dem anderen zu gelangen, wenn beide auf Christus ausgerichtet sind. Oder es kann durch gegenseitige Sympathie auch uns eine intuitive Einsicht vermittelt werden,
  125. durch das Gespräch mit diesem Menschen und durch seine Art der sympathischen Ernsthaftigkeit kann ich innerlich gebessert werden. Eben wie es schon an Ehret geschildert habe.
  126. Er schreibt Der Mensch wird einerseits durch einen geistlichen Gefühls Antrieb angeregt, wenn sein Herz durch eine verborgene und unvorhergesehene Gegenwart des Heiligen Geistes von der Seligkeit der Gottesliebe oder einem inner
  127. oder der inneren Freude der Bruderliebe angerührt und ergriffen wird. Also Gott wirkt im Heiligen Geist durch die Seligkeit der Gottesliebe, aber auch durch die Bruderliebe.
  128. Auch das ist möglich. Auf dem Weg zu einer Freundschaft sollte man auswählen,
  129. dass es wichtig an. Moment.
  130. Jetzt sollte man auswählen.
  131. Es geht nicht darum, einfach jeden Menschen. Freund sein zu lassen, das ist nicht möglich.
  132. Und bevor man eine Freundschaft schließt, geht es auch darum, den anderen zu erproben, aber auch sich selbst erproben zu lassen. Also auch der andere stellt mich auf die Probe und dann erst erwählt man diesen Freund.
  133. Und ja, das ist das, was Edith Stein eben diesen Freundschafts Schluss bezeichnet als man schließt Freundschaften wie die Freundschaft gibt es natürlich auch Hindernisse.
  134. Sie kann zerstört werden durch ein Vertrauensbruch, dadurch, dass es zu offenem Streit kommt, durch Hinterlist,
  135. Intrige oder auch eben Geheimnisverrat. Wenn mir was anvertraut wird, und ich verrate es
  136. die geistliche Freundschaft wird eben die Freundschaft mit Christus vorausgesetzt. Und diese Gottes Freundschaft,
  137. die eben auch ausführlich bei Teresa von Avila beschrieben wird und die von Edith Stein als besonders attraktiv erkannt wird, die sie sehr hinzieht zur katholischen Kirche diese Freundschaft mit Christus Gottes Freundschaft ermöglicht Stabilität und Dauer
  138. im Leben, aber auch ein kompliziertes Beziehungsgeflecht, also die Beziehung zu Christus als die Grundlage für beiderlei. Für beide Seiten, das der Freunde,
  139. ist sozusagen die Grundlage, das Fundament, auf dem tatsächlich auch diese Beziehung stark wachsen kann. Jesus selbst hat die Beziehungs Wirklichkeit der Freundschaft seinen Jüngern vorgestellt.
  140. Sie sollten nicht wie ein Diener gegenüber einem Herrscher empfinden, ihm gegenüber, sondern wie ein Freund gegenüber dem Freund, wie ein erwachsener Sohn gegenüber dem zum Freund gewordenen Vater.
  141. Gestützt auf Johannes, Kapitel 15. Hier ein Bild aus der
  142. neuen Serie The Chosen um Jesus und Petrus. Und Jesus sagt im Kapitel 15 des Johannes-Evangeliums
  143. Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe.
  144. Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe. Und in seiner Liebe bleibe.
  145. Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und eure Freude vollkommen wird. Das ist mein Gebot.
  146. Liebt einander so, wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.
  147. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. Ich nenne euch nicht mehr Knechte, denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut.
  148. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt, denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe. Die Kategorie der Freundschaft kommt hier auf.
  149. Zunächst geht es um die Liebe an die Freude und dann die Grundlage Freundschaft nicht mehr Knecht sein. ein Knecht versteht nicht, was der Auftrag ist.
  150. ein Freund ist so vertraut mit dem anderen Freund, mit dem göttlichen Freund, dass er verstehen kann, erkennen kann, Pläne nachvollziehen kann und nicht einfach blind gehorchen muss, sondern eben auch gehorcht.
  151. Aber im Sinne Ich habe verstanden, worum es eigentlich geht. Nicht alles kann man verstehen, aber Jesus traut es seinen Jüngern trotz ihres Hintergrundes.
  152. Der war ja sehr unterschiedlich. Er traut es also uns allen Menschen zu, dass wir seine Freunde sein können und erkennen können, worum es geht.
  153. In seiner Nachfolge durch eine Freundschaft, die in Christus geschlossen ist, kann also unser Blick.
  154. Nennt kann also unser Blick geweitet werden? Wir können dadurch erkennen, dass wir letztlich mit allen Menschen verbunden sein können,
  155. um den liebes Auftrag Christi im Leben sollen. Wer im Herzen der Menschen in seiner näheren Umgebung zu Hause ist, also in einem freundschaftlichen Herzen zu Hause ist,
  156. der fühlt sich innerlich gestärkt und unterstützt, mit allen Menschen in Kontakt treten zu können. Also die Freundschaft an sich stützt diese privilegierte persönliche Nähe.
  157. Freundschaft hat auch eine soziale Dimension. Sie erscheint ja sehr abgeschlossen. Ja, ich und meine Freundin, meine Freundin und ich, wir sind uns sehr nahe.
  158. Aber was ist mit der Umgebung? Aber die Bewegung ist halt eigentlich die geistliche Freundschaft.
  159. Gibt mir die Nähe, die ich brauche, eben um auch sozial mit allen Menschen in Kontakt zu sein, letztlich das Liebesgebot ausfüllen zu können.
  160. So würden uns kleine Vertraute, Gebetskreis oder Hauskreise auch in unseren alten Hauskreise, in unseren Pfarreien helfen, unsere Freundschaften in der Gemeinde zu vertiefen.
  161. Durch die Verbindung in Christus, um fähig zu werden, auf Menschen am Rande zuzugehen, mit denen der Pfarrei vielleicht niemand spricht, die gar nicht erst zu uns kommen.
  162. Wenn diese Freundschaften unseren Blick weiten, weil sie tatsächlich in Christus ihre gemeinsame Mitte haben. Also nicht, damit wir gut dastehen, Bestätigung suchen, um uns einfach gut zu unterhalten.
  163. Also zu unserem Vergnügen. Nein, eben.
  164. Wenn es tatsächlich um den anderen, um den Freund gibt, dann sind auch die Jüngerschaft oder die Nachfolge Jesu und die Freundschaft eng miteinander verknüpft.
  165. Wenn wir in einer privilegierten Freundschaft also unser Herz offen legen können, wenn wir zu gerüstet, Menschen zu lieben, auch die ja nicht sympathischen Menschen zu lieben, unsere Gefühle und unser Herz müssen also menschliche Geborgenheit haben damit,
  166. dann kann unser Einsatz eben auch in das Ungeborene gehen zu Menschen, die uns nicht so leicht fallen zu mögen. Ich möchte diesen ersten Teil schließen
  167. mit einem Hymnus auf, die auf das Glück der Freundschaft wieder von lehret. Bedeutete es nicht ein Stück Seligkeit, so zu lieben und geliebt zu werden, solcher Unterstützung zu bieten und zu erfahren
  168. und sich so von den Annehmlichkeiten brüderlicher Zuneigung aus in jene höhere höheren Gefilde göttlicher Liebe weiter aufzuschwingen, in ihrem Glanz auf den Stufen der Liebe bald
  169. wieder zur Umarmung Christi empor zu kleben und dann nach Genossen einem seligen Schlummer wieder zur tätigen Nächstenliebe hinabzusteigen.
  170. Nun kommen wir zu Edith Steins freundschaftlichen Beziehungen. Ihr ganzes Werk durchgegangen.
  171. Aber tatsächlich ergiebig sind ihre Autobiografie und auch ihr Briefwechsel, die Briefe Bände. Ich habe ihr Leben mal in drei Phasen eingeteilt Das erste Leben bis zu ihrer Bekehrung
  172. 1918 sticht besonders durch die Freundschaften im Kleeblatt hervor. Sie war also mit den
  173. Mädchen Lili Plateau, dann eben auch Studentinnen, Lili Plath Plateau und Rose Goodman befreundet.
  174. Gemeinsam mit ihrer Schwester Erna waren sie eben ein Kleeblatt. Später kam dann der Hans Biber Stein, noch dazu der spätere Ehemann Ernas.
  175. Mit Rose Gutmann war Edith Stein auch näher befreundet, sodass sie gemeinsam nach Göttingen gingen. Aber auch hier spürt man immer wieder heraus Die Rose Gutmann schaut zu Edith Stein auf.
  176. In Göttingen lernte sie die philosophischen Freunde Fritz Kaufmann, Hans Liebesroman Inga und Winthrop Bell kennen, mit denen sie philosophische Inhalte und Informationen über den Verbleib
  177. der anderen eben dann im Weltkrieg und auch Äußeres ergeben teilte. Man könnte sie auch als Kameradschaften bezeichnen.
  178. Es waren also Inhalte geteilt. Es wurde nicht so sehr Gefühle oder innerliche Vorgänge miteinander ausgetauscht.
  179. Nehmen wir mal Hohmann im Garten zeitweise aus. Den hatte ich ja auch in einem besonderen Vortrag schon
  180. schön behandelt. Aus dem zweiten Leben nach ihrer Bekehrung
  181. ist uns der Briefwechsel mit Hedwig Konrad Martius besonders im Fokus. Oder auch die Freundschaft ist bekannt durch mündliche und auch durch.
  182. Schriftliche Zeugnisse Konrad Markus hat sich ja auch geäußert zu dieser Freundschaft. Leider ist uns kein Briefwechsel mit einer Reinach vorhanden, aber die Zeugnisse der mündlichen Zeugnisse über den
  183. Pater Johannes Hirschmann in echt. Ich selber möchte aber
  184. jetzt zu einer Freundschaft im dritten, in der zweiten beziehungsweise dritten Phase ihres Lebens kommen. Die geistliche Freundschaft mit Adobe Petra Brüning tut mir sehr leid.
  185. Ich habe leider kein schöneres Foto von ihr gefunden als dieses Jubiläum von ihrem 50. Prozesstag. Also da muss sie schon sehr alt gewesen sein.
  186. Und von Edith Stein haben wir hier das Bild ihrer Einkleidung als Frau gut.
  187. Ja, sie war die Oberin der Unsoliden in Boston und Edith Stein kannte sie oder Mutter Petra lernte Edith Stein kennen als christliche Referentin, und zwar auf einer Tagung des Bundes
  188. in Bendorf im November 1930, auf der Edith Stein den Vortrag über die Grundlagen der Frauenbewegung hielt. Und dort gab es einige Widerstände gegen Edith Stein oder gegen ihre Art vorzutragen,
  189. gegen das, wie sie das Thema angegangen ist. Es war den Damen nicht philosophisch genug.
  190. Es war ihnen zu fromm, zu klar christlich. Und da gab es dann eine längere Diskussion
  191. und darüber. Ja, dazu kommen wir gleich inhaltlich.
  192. In Münster bekamen die beiden dann Kontakt zueinander. Das war nur ein kurzes Treffen.
  193. 1930 1932 ging Edith Stein nach Münster an das Institut für wissenschaftliche Pädagogik und sie wohnte dort bei den Marianne um. Das war ein Wohnheim, wo auch Ordensfrauen wohnten, die in Münster studierten.
  194. Und Edith Stein kam mit diesen Namen ins Gespräch und merkte, dass sie ja ihre Oberen kennt von dieser Tagung. Und sie
  195. luden Edith Stein ein, Weihnachten doch mit ihnen zu feiern. Und diese Freundschaft ist eine sehr nahe geworden.
  196. Der umfangreichste Briefwechsel in Edith Steins drittem Leben als Ordensfrauen kaum. Sie bleibt also.
  197. Sie schreibt den ersten Brief überhaupt aus Köln an die Martha Petra noch als Kandidatin, also als Bewerberin fürs Kloster, und schreibt auch gleich nach ihrem Eintritt am 14.
  198. Oktober dann tatsächlich eingetreten ist in den Karmel schreibt sie den ersten Brief an einen Heiligen, einen der ersten Brief ebenfalls an diese Petra Brüning.
  199. Es sind bis zum jahr 1938, als Edith Stein dann eben nach Echt fliehen muss, 26 Briefe aus Köln, aus dem Kern echt noch mal fünf Briefe, die uns erhalten geblieben sind.
  200. Der letzte Brief von Edith Stein ist vom 13. sechs. 41 und endet mit den Zeilen.
  201. Ich weiß ja, dass in einem Gebet am meisten gelegen ist.
  202. Daran sollte es nicht fehlen. In dankbarer Liebe.
  203. Ihre in Jesu ergebene geringste Schwester Teresa Benedikta Kruse, also ihre im Herzen Jesu ergebene Schwester von Martha Petra, ist nur ein einziger Brief erhalten
  204. , der eben weil Edith Stein Brief verbrannt hat oder anders verwendet hat. Sie sind jeweils nicht mehr aufzufinden.
  205. Martha Petra war zwölf Jahre älter als Edith Stein. Sie wurde geboren als Agnes Brüning lebte, von 1979 bis 1955.
  206. Und das Besondere ist, dass sie tatsächlich Edith Stein in Köln im Karmel besucht hat. Das haben einige getan. Aber sie ist die einzige, die auch nach ächt kam.
  207. Sie ist also auch über die holländische Grenze nach ächt gefahren und ist sogar, weil sie auch eine ein Ableger, ein Rossellini Kloster in Breslau hatte, als Edith Steins leibliche Schwestern Frieda und Rosa in ihren Echt in Breslau getroffen.
  208. Also hat wirklich auch Kontakt zu Edith Steins Familie aufgenommen. Damit war sie Feldstein, so eine Art von mit mütterlicher Freundin, aber auch eine enge schwesterliche Vertraute.
  209. Scheinbar war die Matra Petra groß und breitschultrig, kann mir hier nicht so gut erkennen.
  210. Aber so wird sie geschildert in einem Lexikon über die Stadt Dorsten, groß und breitschultrig, setzte sich immer wieder auch Partei in der Parteizentrale mit den,
  211. ja mit den Nazi Parteigenossen auseinander, wenn es um ihre Schule ging. Sie führte die Schulen und ihr Kloster sicher durch die Unruhe
  212. erst mal nach dem Ersten Weltkrieg, in der Zeit der Spartakisten und dann auch natürlich in der Zeit der Nationalsozialisten. Mit 27 Jahren legte sie das Examen als allererste Ordensfrau in Münster an der Uni ab und wurde mit 35 Jahren schon Schulleiterin.
  213. Ihr Wahlspruch war Stat crux dum wollen wie tur orbis.
  214. Das Kreuz steht, wenn auch der Erdkreis wankt. Und so hat sie wahrscheinlich auch in ihrer Persönlichkeit festgestanden, im Glauben, denn sie hat einiges geleistet.
  215. Sie rettete den Besitz des Klosters, zum Beispiel nehmen sie Wertvolles zu Freunden in der Stadt bringen ließ, kurz bevor sie tatsächlich ausgeplündert wurden,
  216. also 39 40, sollte die Schule aufgelöst werden und sie ist mit der gesamten, den gesamten Müttern der Schülerinnen in unsere Stadt gezogen.
  217. Und dann eben auch in die Parteizentrale der NSDAP, so dass wenigstens die Mittelschule erhalten blieb. Das Gymnasium wurde zwar geschlossen, aber die Mittelschule konnte sie retten.
  218. Und als die SS das Kloster dann auch noch auflösen wollte. Hier sieht man, dass Rosalind Kloster mitten in Dorsten,
  219. wie es eben vor der vor dem Krieg war. Also wurde noch zerbombt.
  220. Es ist auch zerstört worden, aber 41 sollte das Kloster aufgelöst werden.
  221. Und dann brachten es Angehörige der Wehrmacht fertig, in der Nacht noch Schilder herzustellen, dass das ein Lazarett sei, also ein Wehrmacht.
  222. Lazarett. Und so konnte sie mithilfe der Wehrmacht SS-Angehörigen tatsächlich auch das Kloster
  223. retten, die SS kam also nicht herein hinein und konnte es also nicht auflösen oder ausplündern. So viel zur Charakteristik der Freundin Edith Steins, über die ich selber auch nicht viel wusste bisher.
  224. Welche Themen bewegen die beiden Freundinnen? Martha Petra hatte auf der Berndorf Tagung des Frauen-Bundesliga eingebracht.
  225. Folgenden Diskussionsbeitrag der unser Verhältnis in Band 13 Geistigkeit Mütterlichkeit man sollte auch sprechen von übernatürlicher Mütterlichkeit das als Realität sehen.
  226. Es muss ein Wachsen dessen sein, was wir da in uns tragen, dass es das ist die erste Grundlage, die wir bei unserer Erziehung haben müssen. Also es ging ja um die Grundlagen der Frauen Bildung, der Erziehung der Mädchen von geistiger
  227. und übernatürlicher Mütterlichkeit, also auch geistiger Mutterschaft ist auch bei Edith Stein immer wieder die Rede. Es geht hier auch wieder Martha Petra um Frauen, die nicht leibliche Mutter geworden sind.
  228. Die beiden sind also letztlich Geistesverwandte, haben eine innere Nähe, Nähe und auch eine Übereinstimmung in ihrer Überzeugung, dass es eben eine besondere Berufung für die ehrlose Frau gibt, eben auch besonders mütterlich zu sein.
  229. Später in einem Brief bezeichnet sich Edith Stein auch als Adoptivkind von Martha Petra. Aber in einem rechten Mutterherz
  230. haben immer noch beliebig viele Adobe Adoptivkinder Platz. Das habe ich schon daheim erfahren.
  231. Nun habe ich immer das Gefühl, dass sie für sie, für mich tun, nicht sie für ich, dass sie für mich tun, was meine gute Mutter täte, wenn sie Verständnis für unser Leben hätte.
  232. Vorläufig, wenn wir schon vorläufig sind wir schon sehr dankbar, dass sie so weit gekommen ist, immerhin immer Grüße an alle zu schreiben.
  233. Also Edith Stein schreibt an Petra immer auch von ihrer leiblichen Mutter. Und nebenbei ist immer wieder Thema, das ja vor allen Dingen Mutter Petra Edith Stein eine Art von Mutterersatz ist,
  234. also diese Muttergefühle eben auch für Edith Stein hat, indem sie Geschenke schickt und all das, was im Karmel gebraucht wird. Immer wieder kommen Spenden von ihr.
  235. Es ist auch ein wichtiger Punkt, es für die Freundschaft ist, die Berufung im anderen zu entdecken. Edith Stein schrieb in ihrem ersten Brief der Erhaltens vom 15.
  236. Januar 33 bedankt sich für die Weihnachtskarten Weihnachtstage und schreibt Ich will Ihnen gestehen, dass ich das nicht nur das Verlangen
  237. nach klösterliche Einsamkeit in den Festtagen mich bestimmt hat, mich für Dorsten zu entscheiden, statt wie sonst für Gerlinde sonst bei Edith Stein in der Abtei gern Hilfe, sondern auch eine Ahnung davon, dass eine innere Verbindung von Ihnen zu mir bereits bestünde
  238. und dass die persönliche Begegnung von Bedeutung sein würde. Vielleicht wissen Sie noch etwas mehr davon als ich.
  239. Es berührt Edith Stein, dass Martha Petra ihre Berufung entdeckt. Sie schreibt Es bedeutet so viel für mich, dass die Zugehörigkeit zum Corpus
  240. Monas kommt, Monas die Kunden bei mir spüren und das Kleid für unwesentlich ansehen. Das ist schon ein wenig Kloster, Heimat.
  241. Also Edith Stein weiß da noch nicht, dass sie im selben Jahr noch ins Kloster eintreten wird. Aber sie hat eine wahnsinnig starke Sehnsucht danach und hat sich mit der Petra darüber ausgetauscht,
  242. mehr im anderen zu sehen als bisher. Erkennbar ist, dass es eben gerade eine Qualität von Freunden und gerade auch der Freund in Christus kann das erkennen kann.
  243. Schon ist zu sehen, was aus dem anderen werden kann, was in ihm schlummert. Der letzte Brief von Martha Petra nach Breslau also, kurz bevor Edith Stein dann ihrer Mutter gesteht, dass sie ins Kloster gehen will,
  244. darüber schreibt sie Dieser Brief war immer ein Trost und eine Stärkung, weil er ihr den festen Glauben an meinen Beruf versicherte. Also dieser Brief zeigte diese Frau.
  245. Meine Freundin Petra glaubt an meine Berufung für den Karmel, glaubt an meine Berufung und das trägt mich durch. Denn in ihrer Familie erlebte sie eben das Gegenteil, einen großen Schmerz.
  246. Und ihr Fortgehen wurde also als Grau Osamas
  247. aufgefasst. Die Grausamkeit, die Mutter zu verlassen, und das hat Edith Stein sehr umgetrieben.
  248. Und die ersten Kloster Tage waren auch davon geprägt. Sie kam ja direkt aus Breslau. Dass sie davon sehr stark, natürlich
  249. durcheinandergebracht war. Anfang
  250. Januar 1933 spricht Edith Stein noch von ihrer Berufung, dieser nationalsozialistischen Weltanschauung etwas entgegenzuhalten. Also tatsächlich zu interpretieren.
  251. eine katholische Pädagogik zu entwickeln, um eben diesen Zeitgeist entgegenzugehen. Sie schreibt, wie groß und verantwortlich die Aufgabe ist, die wir vor uns haben.
  252. Also da schließt sie Martha Petra mit ein. Beide durchschauen den Zeitgeist und sie schreibt Wir haben unsere Last auf uns genommen.
  253. Bei der Sie, ich glaube meine Ausgabe immer klarer und bestimmter zu sehen. Das heißt freilich auch, meine völlige Unzulänglichkeit immer tiefer einzusehen,
  254. aber zugleich die Möglichkeit, trotz dieser Unzulänglichkeit Werkzeug zu sein. Es war ein Sprung.
  255. fünf Jahre später, 38 wurde natürlich. Er ist immer problematischer und es geht hier darum zu fragen Was wird wohl aus meinen Verwandten, die immer noch in Breslau sind?
  256. Jetzt schreibt sie eben zwischen ihre Mutter Auguste Stein verstorben. Aber ich vertraue, dass die Mutter, also Auguste Stein aus der Ewigkeit für sie,
  257. für die Verwandten, die noch in Breslau sind, sorgt und darauf, dass der Herr mein Leben für alle angenommen hat. Ich muss immer wieder an die Königin Esther denken,
  258. die gerade darum aus ihrem Volk herausgenommen wurde, um für das Volk vor dem König zu stehen. Ich bin eine sehr arme und ohnmächtige kleine Esther.
  259. Aber der König, der mich erwählt hat, ist unendlich groß und barmherzig. Das ist ein so großer Trost.
  260. Zu sein sehr bekanntes Wort von Edith Stein, dass sie sich als diese Esther empfindet, die ihr Volk für die Juden eintreten darf vor dem König, vor Jesus.
  261. Und das schreibt sie eben gerade auch ihrer Freundin Martha Petra. Und auch hier wieder der Aspekt der Berufung Freunde, diese Freundschaft mit der Martha immer Petra hilft ihr, diese Berufung
  262. stärker zu empfinden, anzuvertrauen, ins Wort zu bringen. Dann ist auch die eigene Mutter immer wieder Thema, die Auguste Stein und ihr ewiges Heil.
  263. Das ist natürlich etwas, was Edith Stein besonders beschäftigt, weil die Mutter ihr so nahe war. Sehr oft schreibt sie von den Sorgen um ihre Mutter, aber auch um ihre Schwester Rosa.
  264. Aber hier mal über ihre Mutter. Wir müssen noch viel für sie erbitten, ehe sie selbst heimgehen darf.
  265. Das ist natürlich wieder vor Augusts Tod von 34, denn jetzt ist noch viel Bitterkeit in ihr. Ich finde aber, man sieht es auch ein bisschen an den Zügen,
  266. dass da noch einiges weich werden könnte. Und sie schreibt eben.
  267. Gott bereitet ihre Mutter vor zum Gang in die Ewigkeit und hat auch selbst sehr lieb geschrieben.
  268. Inzwischen die Mutter also, während sie am Anfang sich gerade so eben durchgerungen hat, Grüße auszurichten, so schreibt sie jetzt sogar eben selber etwas.
  269. Sie ist heiter, geduldig und auch sehr lebhaft. Es war mein großes Anliegen für sie, also für Mutter Auguste, dass alle Härte
  270. und Bitterkeit der letzten Jahre schwinden und der Frieden kommen möchte. Und in einem Brief hat jetzt wohl die Martha Petra geschrieben Ja, man könnte oder Gott wird ihr sicher die Messieurs Hoffnung anrechnen.
  271. Und dann antwortet Edith Stein Wenn sie die nur hätte. Der Messias Glaube ist bei den heutigen Juden, auch bei den Gläubigen fast verschwunden und fast ebenso sehr der Glaube an ein ewiges Leben.
  272. Und das macht es Edith Stein so schwer, sich verständlich zu machen. Wenn nämlich die Mutter diese Hoffnung hätte, dann könnte sie viel besser nachempfinden,
  273. worum es Edith Stein geht, wenn sie ins Kloster geht. Ich kann nur darauf bauen, schreibt Edith Stein weiter, dass sie ihre.
  274. Dass sie. Dass sie ihre leben. Nein, dass sie ihr Leben lang ein kindliches Gottvertrauen hatte,
  275. tschuldigung, dass sie ihr Leben lang ein kindliches Gottvertrauen hatte und dass es ein Opfer Leben war, also das, wie die Mutter sich eingesetzt hat für die Familie mit den sieben Kindern.
  276. Das denkst du, sie wird für Gott ein besonderes. Ja, etwas sein war etwas, was weiterhilft.
  277. Die Trennung, dass sie immer besonders geliebt hat, könnte sogar etwas Anstoß, nämlich in der Tiefe der Seele Auseinandersetzung bewirken, von denen nichts nach außen dringt.
  278. Also sogar dieser Schmerz, die jüngste und liebste Tochter zu verlieren, könnte der Mutter sozusagen zum ewigen Heil helfen. Das ist eben nicht
  279. das festhalten kann, was ihr das Liebste ist. Edith Stein wandelt diesen Schmerz, den sie selbst empfunden hat, jetzt um und wird sich klar.
  280. Vielleicht kann Gott das sogar. Ja, benutzen.
  281. Verwenden, um die mutter noch stärker. Ja, von dieser bitterkeit zu befreien und dich weich zu machen, sozusagen von dieser Härte auch zu befreien.
  282. Sie wünscht sich Messen für ihre Angehörigen von Mutter Petra zum Beispiel auch für ihren Vater. Der Vater kommt ja kaum vor.
  283. Und sie schreibt auch an ihn hat sie kaum keine Erinnerung. Aber es fiel mir neulich mal.
  284. Eher auf die Seele, dass ich das ich für meinen Vater noch so wenig getan habe. Also ob ihr Vater kommt in dieser Beziehung mit der besten Freundin sozusagen mal wieder vor.
  285. Sie teilt tatsächlich ihre Seele. Ich finde es auch sehr schön, dass wir bei der nüchternen Edith Stein Zuneigung und freundschaftliche Liebe finden.
  286. ein bisschen hatte ich immer den Verdacht, dass das auch etwas stilisiert ist, das man halt so spricht im Karmel. Aber ich finde, wenn Edith Stein sich so ausdrückt, dann ist es auch immer
  287. da. Muss muss es auch wahrhaftig meinen, weil sonst würde sie so was nicht schreiben. Sie ist einfach zu wahrhaftig und zu so nüchtern ehrlich, denke ich manchmal.
  288. Diese Äußerung von Zuneigung, freundlicher Liebe sein Folgen.
  289. Zum Beispiel, dass sie sich bedankt für den gütigen Brief oder sie schreibt Er hat mir sehr wohl getan. Dieses ja, die Wirkung, wie die Freundschaft auf sie wirkt.
  290. Das ist etwas, was sie sonst nicht so von sich gibt. Einmal
  291. bedankte sich vor Ostern für ihre Liebe, die ich durch nichts verdient habe. Oder auch schreibt sie In großer Liebe und Dankbarkeit feiern wir miteinander die, die und die Festtage.
  292. Und wir gedenken ihrer Anliegen. Und sie dankt immer wieder für die innige Anteilnahme an unserem Leben und die gütige Spende.
  293. Oder auch der Brief hat Sie herzlich erfreut. Oder noch mal Die guten Wünsche haben mir sehr wohlgetan.
  294. Ich weiß, welch welche treue Schwestern Liebe dahintersteht. Denen, die Gott lieben, schreibt sie,
  295. wird alles zum Besten dienen. Dieser Vers für Vers 28 im achten Kapitel.
  296. Das war mein großer Trost und meine Freude. Im Sommer 33 in Münster ist meine Zukunft noch völlig dunkel.
  297. War also hier auch ein etwas, was sie haben, wo sie ihre Zuneigung zeigt und ihr etwas anvertraut. Sind nur Zeichen, dass man
  298. durch räumliche Trennung nicht getrennt werden kann, wenn man in Gott vereint sind. Vereint ist also hier auch wieder dieses diese Figur der Freundschaft in Christus, durch die man nahe bei einem anderen Freund ist.
  299. Und das bliebe ja bestehen. Eben diese Zeichen, diese nicht, die nicht mal die räumliche Trennung spüren lassen, wenn auch diese Zeichen noch fort fallen müssten.
  300. Und immer wieder auch von der anderen Seite. Also Petra, wir hatten ja nur einen einzigen Brief in herzlicher Verbundenheit in der Liebe des Heiligen Geistes.
  301. Ihre Mutter Petra, also vermittelt über die Liebe zu Gott,
  302. zeigen die beiden einander ihre Liebe, aber drücken auch ihre Gefühle aus, dass sie einander wohl tun. ein weiteres Thema ist auch das Karmel Leben natürlich,
  303. weil die Salinen, ja auch der Blick in den Karmel sonst nicht so möglich ist. Erst durch diese vertraute Freundschaft lernt eben auch die Mutter Petra etwas übers Karma leben und umgekehrt.
  304. Edith Stein Narayen über die Unsoliden Ich fürchte dich in das Land des Karmel, damit du seine Früchte und Güter genießt.
  305. Das war also der Einzugs Vers, mit dem Edith Stein die Schwelle übertreten durfte in den Karmel. Und dann schreibt sie dazu und jeder Tag gibt mir reichlich davon. Das Optimum also.
  306. Das Beste aber ist, dass der Geist es kam, mir die Liebe ist und dass dieser Geist in diesem Hause ganz lebendig ist. Aber die Mitschwestern bräuchten allerdings auch viel Liebe und Geduld mit ihr.
  307. Also mit Edith Stein ist eine einigermaßen brauchbare Klosterfrau aus ihr wird. Und deshalb soll Martha Petra, ihre Freundin mit beten, dass sie der großen Gnade dieser Berufung entsprechen möge.
  308. Sie schreibt zweimal vom Aufstieg zum Berg Karmel, aber nimmt auch da
  309. alle Idealvorstellungen, die man von ihr haben könnte, die auch ihre Freundin von ihr haben könnte. Sie hat also keine großen Geistes Flügel, sondern es fällt alles sehr bescheiden aus.
  310. Und das Beste daran ist immer wieder die Dankbarkeit für diesen Platz, den sie geschenkt bekommen hat. Ja und sehr schön auch der Bericht über die IRA über die Einkleidung der Petra konnte aus welchen Gründen auch immer nicht dabei sein.
  311. Sie berichtet von der Einkleidung, was dabei passiert ist, was sie getragen hat, eben dieser Rosenkranz und wo sie gesessen ist und so weiter.
  312. Und das Fazit ist quasi Wenn etwas in Erfüllung geht, was man lange beharrlich gebetet hat, so ist es mir fast noch überwältigender als eine sofortige Erhörung.
  313. Und ich stehe jetzt noch immer staunend vor dieser herrlichen Erfüllung. Also es hat sehr lange
  314. gedauert, bis dieser Wunsch nach dem Karmel erfüllt wurde, sie hat schon 1921, also vor 100 Jahren war diese erste Bekehrung das oder nicht, die erste Bekehrung, die zweite Bekehrung eben die hin zur katholischen Kirche.
  315. Im Sommer 21 wollte sie gern in die Kirche eintreten und auch Carmel Frau werden als Ordensfrau werden. Aber sie hat es zurückgestellt.
  316. Wegen ihrer Mutter, und das heißt von 21 bis jetzt dann 34 wohl die Einkleidung stattgefunden hat, ist doch einige Zeit vergangen, bevor dieser Wunsch erfüllt wurde.
  317. Und ja, es wäre also sozusagen ihr noch größer, dieses Gebet Erhörung, was ebenso lange auch ein Prozess war, sich darauf einzustellen.
  318. Was ich auch sehr schön fand, war der Austausch über die Ordens Namen. Sie verrät der Mada Petra, wann sie Namenstag hat, sie feiert den heiligen Benedikt als Benedikta.
  319. Und der Grund ist, dass sie in seinem Orden das Heimatrecht bekommen hat. Damit spielt sie auf und an,
  320. sie war ja nicht mal Oblaten, denn ihr war immer klar Der Berg Karmel ist das, wo sie eigentlich hin will. Und ja, die Martha hat wahrscheinlich Martha.
  321. Petra hat nachgefragt Wie kommst du zu diesem Namen? Und sie erklärt jetzt, sie hat den Namen genauso bekommen wie sie wollte.
  322. Also Acute und Benedikta vom Kreuz vom Kreuz gesegnete unter dem Kreuz verstand ich das Schicksal des Volkes Gottes, das ich damals schon anzukündigen begann.
  323. Ich dachte, die es verstanden, dass es das Kreuz Christi sei, die müssten es im Namen aller auf sich nehmen. Gewiss weiß ich heute mehr davon, was es heißt, dem Herrn im Zeichen des Kreuzes vermählt zu sein.
  324. Begreifen wird man es nie, weil es ein Geheimnis ist. Je dunkler es hier wird, desto mehr müssen wir das Herz öffnen für das Licht von oben.
  325. Adobe Petra hat auch einen Zusatz zu ihrem Ortsnamen und zwar ist sie Mutter Petra von der Liebe Christi und beide schreiben eben über diesen Sinn.
  326. Es hat ja den Sinn, dass er einen neuen Namen bekommen, eben auch diesen Zusatz, damit man eben die Vergangenheit ablegt und die Versuchung zum Adel Stolz, der eben früher gegeben war,
  327. abgelegt wird. Und auch die Betonung der sozialen Unterschiede sollten beseitigt werden.
  328. Der tiefste Sinn ist wohl doch der, schreibt Edith Stein, dass wir eine persönliche Berufung haben, im Sinn bestimmter Geheimnisse zu leben. Alle innerlich zusammenhängen hat man doch in jedem.
  329. Die ganze Fülle Gottes. Ich finde es spannend, dass jeder sich mal selbst überlegen kann.
  330. Wie würde man sich denn nennen, wenn man in einen Orden eintreten würde? Was ist denn die eigentlich? Die eigene Berufung?
  331. Wie würde man das zusammenfassen? Zum Beispiel von der Liebe Christi, vom Heiligen Geist, vom Kreuz? Was auch immer
  332. ist, finde ich eine sehr schöne Meditation, mal zu überlegen. Ja, unseren Familiennamen ablegen würden.
  333. Wie würde man sich selber nennen können? ein weiteres Thema Bevor ich zum Schluss komme,
  334. möchte ich doch nur noch ansprechen Die Minderwertigkeitskomplexe von Professoren fand ich auch sehr schön, wie die beiden Damen eben darüber sprechen.
  335. Und zwar anlässlich des Todes von Professor Peter Wust, der an einem ganz grässlichen Krebsleiden, also Mund Krebs zum Krebs hat er gehabt und ist also ganz fürchterlich gestorben.
  336. Und Petra berichtet eben davon. Edith Stein schreibt dann Vor mir hat er immer etwas Angst.
  337. So versicherte er uns öfters, wenn, so versicherte er uns öfters mündlich und schriftlich. Also auch den anderen Ordensfrauen hat das anvertraut, weil ich original Husserls Schülerin war und er Autodidakt.
  338. Er hatte also sein letztes Buch an Edith Stein geschickt und sie um ehrliche Kritik gebeten. Das hätte er nicht tun sollen.
  339. Es war mir sehr peinlich, schreibt Edith Stein. Ich hätte ihn viel lieber unbehelligt seines Weges gehen lassen, seinen Weg gehen lassen.
  340. Da er aber darauf bestand, schrieb ich auf, was ich zu sagen hatte. eine Antwort bekam ich weder mündlich noch schriftlich.
  341. Und Peter Wust habe ich nie wieder gesehen. Ich konnte nur durch Gebet gutzumachen suchen.
  342. Nun hat der arme kleine Mann auch das überstanden. Es weiß wohl niemand, was er noch in den Jahren seines Ruhmes und Amicus gelitten hat.
  343. Es war damals die Abkürzung für Minderwertigkeitskomplexe. Und darauf antwortet die Mutter Petra Doch das Menschliche lässt sich nicht ausschalten, besonders nicht bei den Professoren.
  344. Die wenigsten können eine wirkliche Kritik vertragen. Das erfährt man doch immer wieder. So klein sind wir Menschen.
  345. Er ist wie ein Held gestorben. Es ist wohl das Apostolat der Bewährung. Also beinahe meine Hochachtung für Professor Peter Wust.
  346. Aber Edith Stein hat eben tatsächlich auch ehrliche Kritik und so kennt man sie auch von früher. Und so hat sie immer wieder auch sich beschrieben, dass sie sehr schonungslos in ihrer Kritik war,
  347. wenn man sie eben tatsächlich gebeten hatte. Und sie hat aber auch das Gefühl, sie musste etwas wiedergutmachen.
  348. Deshalb schreibt sie ja, sie hat versucht, durch Gebet
  349. gutzumachen hatten, dass diese Beziehung dann leider abgebrochen wurde. Nur noch zum Schluss
  350. bei Cicero Das, was Emre dann aufgreift, hat es geheißen Freundschaft ist die mit Wohlwollen und Liebe geprägte
  351. Übereinstimmung mehrerer in der Auffassung der göttlichen und menschlichen Dinge. Und er hat hat diese Formulierung
  352. weitergedacht Echte Freundschaft wird mit jedem Tag tiefer. Ihre süße Frucht besteht im Genusse ihrer ausgereiften Vollendung.
  353. Sie ist die mit Wohlwollen und Liebe geprägte Übereinstimmung und weltlichen und weltanschaulichen Fragen. Wahre Freundschaft, so Ehret,
  354. teilt eben Freud und Leid und unsere Gedanken brüderlich miteinander. Und so auch Edith Stein.
  355. Sie ihr Leid anvertraut, als sie danach echt fliehen muss, schreibt sie Menschlichen Trost gibt es freilich nicht. Aber der das Kreuz aufschlägt, versteht es, die Last süß und leicht zu machen.
  356. Also sie empfindet es als Kreuz, sich von Köln zu trennen und wieder neu anzufangen in einer neuen Gemeinschaft und vertraut jetzt eben ihrer Freundin auch dieses Leid an!
  357. Ja, noch mal viel rät von Menschen, die in profanen und religiösen Fragen einer Überzeugung sind, die in gegenseitigem Wohlwollen und aufrichtiger Liebe in allem Gleiches wollen und erstreben.
  358. Von solchen kann man sagen, sie seien zur vollendeten Freundschaft durchgedrungen. Wir wissen nicht, ob das bei Edith Stein so war, aber wir
  359. nehmen es an! Freundschaft in Liebe und Wohlwollen heißt also, dass Liebe die im Herzen gefühlsmäßig empfundene Hinneigung ist,
  360. also das Gefühl, was sich zuwendet, und Wohlwollen, die durch das Werk tat, bestätigte Liebe und Hinwendung, nicht Liebe, sondern Hinwendung. Und das hat man sehr schön in der Freundschaft zwischen Edith Stein und Mutter
  361. Petra gesehen, weil sie eben ja gerade auch immer wieder Geschenke gemacht hat. Immer wieder spricht Edith Stein von den Wohltaten, von dem, von den Spenden, von dem, was sie in das Kloster einbringt.
  362. Zur geistlichen Freundschaft gehört also das gemeinsame Wollen und nicht Wollen. Noch mal ältere Menschen, die sich so lieben, sind von vornherein unfähig, etwas zu wollen,
  363. was sich nicht schickt oder etwas nicht zu wollen, was sich gehört. Über dieser Freundschaft waltet die Klugheit, thront die Gerechtigkeit,
  364. wachte stark Mut, schwebt die Mäßigung also. Letztlich ist das Ideal tatsächlich eine Tugend, die Ideal der Freundschaft,
  365. eine Tugendhaftigkeit, in der alle Tugenden auch vereint sind, so dass man ein gemeinsames Wollen und Nichtwollen hat und tatsächlich eben auch Klugheit, Gerechtigkeit, stark Mut und Mäßigung.
  366. Da hineinspielen. Und letztlich schließt er mit den Überlegungen ein Leben ohne Freundschaft ist armselig.
  367. Denn es würde bedeuten, dass man jedem misstraut, vor allen Menschen Angst hat und letztlich niemanden lieben kann.
  368. Von daher hoffe ich, dass wir eine gute Freundin, ein guter Freund dem Freund sein können in Christus und bedanke mich für ihre Aufmerksamkeit.