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Wie entsteht unsere sexuelle Orientierung? | Wie bestimmt Sexualität mein Leben? Bonusfolge
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 41 Zeilen
- Warum sind manche von uns schwul oder lesbisch, andere hetero oder bisexuell?
- Ich find's total spannend, wie unsere sexuelle Orientierung entsteht. Darüber hab ich mit der Sexualthera- peutin Melanie Büttner gesprochen.
- Es ist tatsächlich bis heut noch gar nicht richtig klar. Also, es gibt so Hypothesen, auch wissenschaftliche Studien dazu.
- Eine Hypothese baut sehr auf die Biologie. Die sagt, das ist alles angeboren, darum haben die Menschen keine Wahl,
- und schauen dann zum Beispiel in die Genetik. Also, da gibt's einigermaßen viele Studien,
- die auch mit Zwillingen geguckt haben. Wie entwickeln sich Zwillingspärchen denn so übers Leben?
- Und wenn die hinterher die gleiche sexuelle Orientierung haben, ist es ein Hinweis, dass es genetisch sein muss.
- Es hat sich aber gezeigt in diesen Studien, dass das nur bei einem Drittel der homosexuellen Männer, in dem Fall,
- so ist - die meisten Studien befassen sich mit homosexuellen Männern. Andere Studien haben hingeguckt,
- welche biologischen Faktoren könnte es noch geben? Und haben herausgefunden, vielleicht gibt es im Mutterleib auch Einflüsse.
- Also eine bestimmte Hormonlage. Es könnte sein, dass ich mehr oder weniger Testosteron ausgesetzt bin,
- im Mutterleib, und darum eine Orien- tierung oder eine andere entwickele. Und eine dritte Hypothese, die finde ich besonders spannend,
- konnte zeigen, dass ... je nachdem, der wievielte Sohn du in einer Geburtsfolge bist,
- also, der dritte Sohn oder der vierte Sohn in der Reihe, umso höher ist die Chance, dass du ein homosexueller Mann wirst.
- Wo man sich so fragt: Okay, womit hat das bitte zu tun? Und da gibt es dann eine Hypothese,
- die sagt ... es hat mit dem Immunsystem zu tun. Also, jede weitere Schwangerschaft mit einem männlichen Baby im Bauch
- kann bei einer Mutter dazu führen, dass die Wahrscheinlichkeit steigt, dass sie gewisse Antikörper bildet.
- Die dann das Gen angreifen, im Baby im Bauch, das für Heterosexualität zuständig ist.
- Sehr kompliziert, Immunhypothese heißt das. Aber das ist so ein bisschen wie so ein Puzzlespiel,
- also, man fügt die Teile zusammen und merkt: Irgendwie reicht es mit diesen biologischen Erklärungen nicht.
- Man guckt weiter, und da gibt es Beobachtungen zum Teil, dass man sieht, Menschen, die sexuelle Gewalt erlebt haben,
- zum Beispiel, als Kinder, das sehe ich zum Teil auch in der Praxis, dass Frauen, die so was erlebt haben, wo ein Mann der Täter war,
- später sagen: "Ich wünsche mir eine Beziehung." "Aber was ich mir nicht vorstellen kann, ist,
- mit einem Mann zusammenzuleben oder mit dem Sex zu haben." "Ich wähle stattdessen eine Frau, weil ich sage, ist für mich okay."
- Also, so was findet man manchmal. Und dann gibt's bisschen, könnte man sagen, als überholt geltende Thesen,
- so aus der Psychoanalyse, Sigmund Freud, beispielsweise, der hat damals die sogenannte Verführungshypothese aufgestellt.
- Er sagte, wenn ein junger Mann von einem vielleicht auch älteren, erfahreneren Mann zum Sex verführt wird, kann das sein,
- dass der auf diese Weise homosexualisiert wird. So ein bisschen, als wäre Homosexualität ansteckend.
- Ja? Und man hat aber in Studien das nicht nachweisen können, dass das einen Einfluss hat.
- Andere Ideen sind, wenn ein junger Mann vielleicht eine sehr, sehr enge Beziehung zu seiner Mutter hat ...
- oder eine ganz schlechte Beziehung zu seiner Mutter hat ... dann wendet er sich eher Männern zu.
- Andere sagen, wenn der Vater besonders distanziert war, dann passiert so was.
- Also, du hörst schon, es wurde in aller Richtungen überlegt, aber so wissenschaftlich nachgewiesen ist das alles nicht.
- Das ist auch eine Frage, die könnte ich ja für mich nicht beantworten. Warum hab ich die Sexualität, die ich habe? Keine Ahnung.
- Das ist halt so. - Das ist halt so. Und ich finde auch, es ist inter- essant, sich damit zu beschäftigen,
- aber in der Konsequenz, finde ich, macht es doch keinen Unterschied, weil das Einzige, was zählt, ist: Wie fühle ich mich?
- Und nicht: Warum fühle ich? Sondern wie fühle ich, und das ist selbstverständlich okay.
- Weil jeder kann die Sexualität leben, die er möchte, und kann mit den Menschen Sex haben, die er begehrt.
- Mit diesem Film wollten wir euch ein paar zusätzliche Infos geben, schreibt gern in die Kommentare, ob ihr euch so was öfter wünscht.
- Außerdem empfehle ich euch noch zwei andere Videos von uns. In dem hier erzählt Tabea, dass sie noch nie vaginalen Sex haben konnte.
- Und in dem hier gehe ich der Frage nach: Was machen Pornos mit uns? Wenn ihr keine Folge verpassen wollt, lasst uns hier unten ein Abo da.