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Wie entsteht unsere sexuelle Orientierung? | Wie bestimmt Sexualität mein Leben? Bonusfolge

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Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 41 Zeilen
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  1. Warum sind manche von uns schwul oder lesbisch, andere hetero oder bisexuell?
  2. Ich find's total spannend, wie unsere sexuelle Orientierung entsteht. Darüber hab ich mit der Sexualthera- peutin Melanie Büttner gesprochen.
  3. Es ist tatsächlich bis heut noch gar nicht richtig klar. Also, es gibt so Hypothesen, auch wissenschaftliche Studien dazu.
  4. Eine Hypothese baut sehr auf die Biologie. Die sagt, das ist alles angeboren, darum haben die Menschen keine Wahl,
  5. und schauen dann zum Beispiel in die Genetik. Also, da gibt's einigermaßen viele Studien,
  6. die auch mit Zwillingen geguckt haben. Wie entwickeln sich Zwillingspärchen denn so übers Leben?
  7. Und wenn die hinterher die gleiche sexuelle Orientierung haben, ist es ein Hinweis, dass es genetisch sein muss.
  8. Es hat sich aber gezeigt in diesen Studien, dass das nur bei einem Drittel der homosexuellen Männer, in dem Fall,
  9. so ist - die meisten Studien befassen sich mit homosexuellen Männern. Andere Studien haben hingeguckt,
  10. welche biologischen Faktoren könnte es noch geben? Und haben herausgefunden, vielleicht gibt es im Mutterleib auch Einflüsse.
  11. Also eine bestimmte Hormonlage. Es könnte sein, dass ich mehr oder weniger Testosteron ausgesetzt bin,
  12. im Mutterleib, und darum eine Orien- tierung oder eine andere entwickele. Und eine dritte Hypothese, die finde ich besonders spannend,
  13. konnte zeigen, dass ... je nachdem, der wievielte Sohn du in einer Geburtsfolge bist,
  14. also, der dritte Sohn oder der vierte Sohn in der Reihe, umso höher ist die Chance, dass du ein homosexueller Mann wirst.
  15. Wo man sich so fragt: Okay, womit hat das bitte zu tun? Und da gibt es dann eine Hypothese,
  16. die sagt ... es hat mit dem Immunsystem zu tun. Also, jede weitere Schwangerschaft mit einem männlichen Baby im Bauch
  17. kann bei einer Mutter dazu führen, dass die Wahrscheinlichkeit steigt, dass sie gewisse Antikörper bildet.
  18. Die dann das Gen angreifen, im Baby im Bauch, das für Heterosexualität zuständig ist.
  19. Sehr kompliziert, Immunhypothese heißt das. Aber das ist so ein bisschen wie so ein Puzzlespiel,
  20. also, man fügt die Teile zusammen und merkt: Irgendwie reicht es mit diesen biologischen Erklärungen nicht.
  21. Man guckt weiter, und da gibt es Beobachtungen zum Teil, dass man sieht, Menschen, die sexuelle Gewalt erlebt haben,
  22. zum Beispiel, als Kinder, das sehe ich zum Teil auch in der Praxis, dass Frauen, die so was erlebt haben, wo ein Mann der Täter war,
  23. später sagen: "Ich wünsche mir eine Beziehung." "Aber was ich mir nicht vorstellen kann, ist,
  24. mit einem Mann zusammenzuleben oder mit dem Sex zu haben." "Ich wähle stattdessen eine Frau, weil ich sage, ist für mich okay."
  25. Also, so was findet man manchmal. Und dann gibt's bisschen, könnte man sagen, als überholt geltende Thesen,
  26. so aus der Psychoanalyse, Sigmund Freud, beispielsweise, der hat damals die sogenannte Verführungshypothese aufgestellt.
  27. Er sagte, wenn ein junger Mann von einem vielleicht auch älteren, erfahreneren Mann zum Sex verführt wird, kann das sein,
  28. dass der auf diese Weise homosexualisiert wird. So ein bisschen, als wäre Homosexualität ansteckend.
  29. Ja? Und man hat aber in Studien das nicht nachweisen können, dass das einen Einfluss hat.
  30. Andere Ideen sind, wenn ein junger Mann vielleicht eine sehr, sehr enge Beziehung zu seiner Mutter hat ...
  31. oder eine ganz schlechte Beziehung zu seiner Mutter hat ... dann wendet er sich eher Männern zu.
  32. Andere sagen, wenn der Vater besonders distanziert war, dann passiert so was.
  33. Also, du hörst schon, es wurde in aller Richtungen überlegt, aber so wissenschaftlich nachgewiesen ist das alles nicht.
  34. Das ist auch eine Frage, die könnte ich ja für mich nicht beantworten. Warum hab ich die Sexualität, die ich habe? Keine Ahnung.
  35. Das ist halt so. - Das ist halt so. Und ich finde auch, es ist inter- essant, sich damit zu beschäftigen,
  36. aber in der Konsequenz, finde ich, macht es doch keinen Unterschied, weil das Einzige, was zählt, ist: Wie fühle ich mich?
  37. Und nicht: Warum fühle ich? Sondern wie fühle ich, und das ist selbstverständlich okay.
  38. Weil jeder kann die Sexualität leben, die er möchte, und kann mit den Menschen Sex haben, die er begehrt.
  39. Mit diesem Film wollten wir euch ein paar zusätzliche Infos geben, schreibt gern in die Kommentare, ob ihr euch so was öfter wünscht.
  40. Außerdem empfehle ich euch noch zwei andere Videos von uns. In dem hier erzählt Tabea, dass sie noch nie vaginalen Sex haben konnte.
  41. Und in dem hier gehe ich der Frage nach: Was machen Pornos mit uns? Wenn ihr keine Folge verpassen wollt, lasst uns hier unten ein Abo da.

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