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Mythos Wald: Wie Kahlschlag die Artenvielfalt erhöht

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  1. das gefällt fast jedem von uns faszinierende bilder einer unberührt wirkenden wildnis wo die tier und pflanzenwelt noch intakt zu sein scheint
  2. [Musik] das gefällt den meisten von uns viel weniger menschen mit motorsägen die in die natürlichen abläufe des waldes
  3. eingreifen und reihenweise bäume fällen aber ist das eine wirklich so gut und das andere so schlecht wie wir vermuten räume fand ich schon immer faszinierend
  4. und überhaupt wald ist für viele menschen der inbegriff von natur sozusagen das beste was einem stück land passieren kann
  5. aber stimmt das in jedem fall oder gibt es vielleicht sogar gute gründe den wald in seine schranken zu verweisen um mehr über den zusammenhang zwischen
  6. wald und artenschutz zu erfahren muss ich naja geologisch erst mal in den wald westlich von bad vöslau in niederösterreich wächst ein ganz
  7. besonderer einer in denen die motorsäge zutrittsverbot hat menschen greifen hier seit 30 jahren nicht mehr ins natürliche geschehen ein
  8. normalerweise ist es der mensch der ganz genau kontrolliert und steuert was im wald passiert zum beispiel indem er nur solche baumarten wachsen lässt deren
  9. holz sehr gut nutzen kann was passiert wenn wirklich die natur die regie übernimmt das beobachten wissenschaftler in solchen naturwaldreservate wie hier
  10. und es ist ziemlich verblüffend das naturwaldreservat gaisberg marken stein ist eines von 192 in österreich der mensch tut hier nichts außer beobachten
  11. sowie herr fritz steiner vom bundesforschungs zentrum wald [Musik] was unterscheidet in einen
  12. wirtschaftswald von einem naturwald im naturwald können die bäume älterwerden bilden dann auch sonder strukturen aus wie zum beispiel hier ein boot holz
  13. riesige rinde das sind alles wieder potenzielle lebensräume für mode alten pilze insekten also eine natur wald ist für
  14. die artenvielfalt sehr wichtig so weit so wenig überraschend aber was mir biologisch deiner da noch erzählt ist doch ziemlich unerwartet er und seine
  15. kollegen zählen alle fünf jahre wie sich die artenzusammensetzung in der krautschicht am waldboden entwickelt
  16. hier können wir beobachten dass es in den letzten 20 jahren zu einer deutlichen verringerung der artenzahl gekommen ist nicht nur die vielfalt an
  17. kräutern auch die zahl der vogelarten schrumpft seit der wald sich selbst überlassen ist zwar sind diese erstaunlichen ergebnisse
  18. nur momentaufnahmen der positive einfluss menschlicher eingriffe auf die artenvielfalt zeigt sich aber auch an anderer stelle
  19. herfried steiner bringt mich zum helenental baden an dieser stelle wurden vor einiger zeit alle bäume gefällt ein kahlschlag erst einmal hier war ja
  20. offensichtlich jemand mit der motorsäge unterwegs ist das eigentlich ein schaden aus naturschutzsicht im gegenteil durch eine verstärkte sonneneinstrahlung kommt
  21. es zu einer höheren wärme zu einem stärkeren umsatz im der streu schicht aus dem nährstoffe werden zur verfügung gestellt
  22. grundsätzlich ist auch mehr feuchtigkeit vorhanden weil die saugen die kraft der bäume wegfällt der boden wurde aufgerissen
  23. es kommen auch sehr konkurrenz schwach arten auf und hier finden wir quasi auf einem hektar dann mehr arten als wenn hier kein schlag gemacht wurde
  24. dank licht und wärme werden hier auch heuer brombeeren himbeeren gräser und kräuter austreiben die im geschlossenen wald chancenlos wären und auch die zahl
  25. der sich von natur aus neu etablieren baumarten steigt nach einem radikalen schnitt laut waldexperte steiner würde in diesem teil des wienerwaldes eine
  26. baumart den ton angeben wenn der mensch nicht immer wieder eingreifen würde auch in diesem waldstück würde von natur aus eine art rotbuchen monokultur
  27. dominieren nur einem kahlschlag vor rund 150 jahren ist es zu verdanken dass heute hier auch eichen elsbeeren rot und schwarz führen wachsen und noch etwas
  28. verblüfft auch traktoren und maschinen zur holzernte können manchen arten indirekt helfen und huflattich
  29. huflattich es ist kein zufall dass er ausgerechnet hier der schlepper spur wächst der benötigt boden verwundung und verdichtung dass eine art die würde man
  30. in einem ungestörten buchenwald finden deswegen kommt auch schwerpunktmäßig entlang von wegen vor oder im bereich wo beide fehlproben verdichtung wird also
  31. der ist genau hier oder forst schlepper seine spuren gezogen richtiger mein kleines zwischenfazit oft genug zerstört der mensch die natur sie deshalb aber
  32. völlig in ruhe zu lassen wäre wohl der falsche schluss ich besuche ein naturdenkmal am taten dorfer trockenrasen sind das die
  33. naturschützer selbst die zur motorsäge greifen [Applaus] alexander malkwitz k und seine helfer
  34. vom landschaftspflegeverein thermen linie treffen sich an diesem samstagmorgen um büsche umzusehen und junge gehölze aus zu hacken
  35. [Musik] wenn wir diese flächen nicht freihalten dann verschwindet sehr viel was hier an ganz besonderen arten transportieren
  36. pilzen auf diesen flächen lebt das eben in mitteleuropa nur an ganz wenigen stellen oder manche davon wirklich nur hier in diesem gebiet gibt hier auch zum
  37. teil die auf dem boden liegen oder an der boden sich sehr stark erwärmen muss damit sich die jungen entwickeln können und wenn das wild wird dann sind hier
  38. nur sehr wenige arten und alle die licht und sonne brauchen verschwinden man liest und hört doch eigentlich immer dass bäume und wald wahnsinnig wichtig
  39. für den artenschutz für den klimaschutz sind haben sie nicht ein bisschen ein schlechtes gewissen wenn sie zierte sträucher umsägen wir haben gar kein
  40. schlechtes gewissen bäume und weit sind ganz wichtig für den artenschutz so wir sind eben andere arten also die lebensräume eben sehr artenreich sind
  41. wie diese steppen lebensräume moore und ähnliches die sind ganz speziell haben eine sehr hohe artenvielfalt weltweit wächst geht die artenvielfalt zurück der
  42. trockenrasen ist lebensraum für grashüpfer spinnen und schmetterlingsarten um ihn zu erhalten muss der mensch aktiv eingreifen
  43. für den lebensraum trockenrasen ist der wald eine bedrohung und deswegen muss ich jetzt leider auch das leben dieser kleinen baby schwer werden
  44. bis vor rund 12.000 jahren grasten hier mammuts und andere pflanzenfresser dann in der steinzeit siedelten die ersten menschen bis in die 1960 er jahre
  45. spielten deren weidetiere die entscheidende rolle landwirtschaft hat er immer einen sehr großen einfluss weil sie hat eigentlich
  46. diese beweidung von mammut fährt und nashorn wie diese tiere ausgestorben sind bei uns fortgesetzt und hat damit diese offene landschaft überhaupt erst
  47. erhalten die landwirtschaft und ihre beide tiere sind heute in ganz österreich auf dem rückzug was sich dagegen ausbreitet sind bauland
  48. und der wald früher als die ineffiziente selbstversorger landwirtschaft viel mehr fläche beanspruchte und der holzbedarf etwa im bergbau gewaltig war ging es den
  49. heimischen wäldern viel schlechter als heute wir wissen einfach dass die waldfläche und die ressourcen generell weit
  50. erstattung die letzten 300 jahren stetig zugenommen haben aber auch die nutzung des waldes und der waldbewirtschaftung ist ist ja nachhaltig das heißt wir
  51. haben ein sehr gutes verständnis dafür in österreich oder so ein mangelndes verständnis dafür dass das auch schlecht erkannt
  52. alleine in den vergangenen zehn jahren ist österreichs waldfläche um 30.000 hektar oder 42.000 fußballfelder gewachsen
  53. das ist schlecht für jene tier und pflanzenarten die das offenland brauchen das ideal wäre so wie früher ein großflächiger weiter korridor der von
  54. wiener neustadt bis wien zieht und wo alle gemeinden die in der gegend sind ihre weidetiere drauf treiben dann wird das gras kurz gehalten der lebensraum
  55. bleibt erhalten und die jungen streicher werden auch von den weidetieren abgefressen unsere umgangssprachliche natur ist eigentlich viel mehr eine in
  56. jahrtausenden gewachsene kulturlandschaft aus äckern hecken beiden wiesen brachen und anderen strukturen sie zu erhalten oder wieder
  57. herzustellen kann viele arten vor dem aussterben bewahren auch der wald bewirtschaftet oder naturbelassen spielt eine wichtige rolle
  58. aber eben nicht die einzige wald ist und bleibt er noch bedeutungsvoll für die natur und für uns menschen aber für die vielfalt an lebensräumen
  59. und arten ist es wichtig dass er sich nicht überall dort ausbreitet wo er kannte [Musik]

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