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🌿 Hege & Naturschutz – Die Biotophege einfach erklärt

Huntorial – Dein Jagd-Repetitorium15:05 3.280 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

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  1. Hege und Naturschutz. Teil 3, die Biotophege. Bei der Biotophege reden wir vor allem um die Verbesserung des natürlichen
  2. Esungsangebots, die Schaffung von Deckung, vor allem Winterdeckung und den Erhalt bzw. die
  3. Wiederherstellung und Vernetzung von Lebensräumen. Dass das nötig ist, liegt daran, dass der Mensch die Landschaft nutzt und
  4. verändert. Flurbereinigung, Trockenlegung und Kanalisierung,
  5. Straßenbau, immer neue Gewerbe und Siedlungsgebiete und die großflächige Land und Forstwirtschaft, die häufig auch noch
  6. mit Monokulturen arbeitet. Das alles nimmt den Wildtieren die Lebensräume und Lebensgrundlagen. Der einzelne Jäger kann das im großen
  7. und ganzen kaum verändern, aber im kleinen. Beginnen wir bei der Verbesserung des natürlichen Esungsangebots.
  8. Dafür können wir Wildesungsflächen anlegen. Die können neben der Esung auch wichtige Deckung bieten und Verbiss und Schälschäden reduzieren. Außerdem können
  9. sie, wenn sie an den richtigen Stellen angelegt werden, das Bild lenken und binden und von besonders schadensanfälligen landwirtschaftlichen
  10. Flächen fernhalten. Und man kann wild an den Esungsflächen gut sichtbar machen, sei es fürs Feststellen von Bestand oder zur Bejagung, wobei man am besten nicht
  11. direkt auf der Wildesungsfläche selbst jagt, sondern an den Wechseln dahin. Bei den Wildesungsflächen gibt's unterschiedliche Arten von Flächen, z.B.
  12. den Wildacker, also was mit energiereichen landwirtschaftlichen Früchten, die Wildwiese und die Prostholzfläche aus Sträuchern und
  13. Weichholzarten. Egal, welche Art von Wildesungsfläche man anlegen will, man muss vorher unbedingt die Grundeigentümer fragen und
  14. auf geschützten Flächen darf man nichts anlegen. Was geschützte Flächen sind, klären wir später beim Naturschutz.
  15. Beim Wildcker macht Sinn, statt einer großen Fläche eher viele kleine Flächen anzulegen. Beim Rehwild sollten die Flächen auch in
  16. den Territorien der unterschiedlichen Böcke verteilt sein, sonst kommt alles nur einem Bock zugute. Mehrere kleine Flächen können auch als
  17. Trittsteinbiotope wirken und bestehende ökologische Nischen vernetzen, wie z.B. Hecken, Feldholzinseln und so weiter. Das Wild kann dann gut und sicher von
  18. einer Hecke über einen Wildacker zur nächsten Hecke kommen. Beim Saatgut sollte man eine artenreiche Saatgutmischung nehmen. Irgendwas davon
  19. wird am Standort schon anwachsen. Außerdem ist Vielfalt fürs Wild gut. Und beim Wildacker sind unterschiedliche Reifezeitpunkte sinnvoll, dass also über
  20. viele Monate hinweg immer was auf den Tisch kommt. Am besten nimmt man zweijährige oder mehrährige Pflanzen wie Topinambur, Waldstaudenroggen,
  21. Markstammkohl und manche Kleearten. Weil man meistens keine guten landwirtschaftlichen Flächen für einen Wildacker bekommt, muss man häufig auf
  22. den Wald ausweichen. Da kann man aber auch gute Flächen finden. Lichtreiche Schneisen, Trassen von Stromleitungen, ungenutzte Holzlagerplätze und so
  23. weiter. Jetzt kommen wir zu den Wildwiesen. Die sind vor allem fürs Rotwild wichtig, am
  24. besten an ruhigen Stellen in Einstandsnähe und gerne als sogenannte Dauergrünesungsfläche, z.B. mit ausdauernden mehr Kleearten.
  25. Für Rotwild können die Wildwiesen ruhig auch größer sein. Fürs Rehwild aber eher kleinteilig und verteilt. So wie beim Wildacker.
  26. Bei Bedarf kann man auf einer Wildwiese auch Silage oder Raufutter für eine Notzeitfütterung gewinnen. Aber bitte nicht zu früh im Jahr mähen. Wir wollen
  27. ja auf der Wildwiese kein Mähtod von Jungwild. Am besten erst ab Juli mähen, dann sind auch die Samen reif und die Wiese kann
  28. sich selbst erneuern. Wenn eine Wildwiese gedüngt werden soll, dann eher mit Phosphor und Kalium als mit Stickstoff. Phosphor und Kalium
  29. begünstigen nämlich das Wachstum von Kräutern, die wir ja haben wollen, während Stickstoff einen starkes Wachstum der Gräser fördert, die die
  30. Kräuter verdrängen würden und natürlich bitte nicht in Wasserschutzgebieten düngen.
  31. Und noch kurz zu den Verbissgehölzen oder Prostholzflächen. Sie bieten Knospen zum Verbeißen und Rinde zum Schälen als Esung für
  32. Zerwiiden und fürs Muffelwild und auch für Hasen und Kaninchen. Da bieten sich Weiden, Eberäschen, schwarzer und roter Holunder und so
  33. weiter an. Regelmäßig zurückschneiden ist hier wichtig, weil das Wild am liebsten die Spitzen der neuen Triebe ist.
  34. Und wenn das Brossholz dem ES vom Wild entwächst, muss es verjüngt werden. Also auf Stock setzen, damit es dann aus dem Stumpf neu ausschlägt. Dazu kommen wir
  35. gleich bei den Hecken noch mal. Und wenn man auf einer Fläche nichts pflanzen darf, dann kann man einfach Astmaterial mit Knospen dran auslegen. Solches
  36. Astmaterial fällt beim Baumschnitt und der Gehölzpflege an. Das kann man auch vom Landschaftsgärtner oder der Straßenmeisterei bekommen.
  37. Manchmal reicht es aber nicht aus, mit Wildesungsflächen das Esungsangebot zu verbessern.
  38. Gerade in der total ausgeräumten Feldflur müssen auch Deckungsmöglichkeiten und insgesamt Lebensräume geschaffen werden. In Herbst
  39. und Winter geht das für kurze Zeit mit dem Zwischenfruchtanbau, aber man kann auch Ackerrandstreifen extra fürs Wild einsehen und umgespritzt
  40. lassen. Für solche Sachen gibt's auch Förderprogramme oder man lässt auf Erd oder Schotterwegen das Bankett, also den
  41. grünen Mittelstreifen, ungespritzt. Das hilft vor allem Rebhühnern, Fasahnen und Feldhasen.
  42. Größere und vor allem dauerhaftere Deckungsmöglichkeiten für viele Niederwildarten bieten Feldgehölze und Hecken, wenn sie einen guten und
  43. natürlichen Aufbau haben, also eine Rand oder Saumzone, dann eine Mantelzone und schließlich die Kernzone. Auf jeden Fall sollten sie aus
  44. heimischen und standgerechten Arten bestehen. In der Randzone am besten niedrige Dornentragende oder dichtwachsende Sträucher wie Himbeere
  45. und Brombeere oder Wildrosen und Ligusta. In der Mantelzone sollten dann höhere Sträucher stehen, die unten dicht
  46. bleiben. Gerne auch welche mit Dornen, wie z.B. Schwarzdorn, Weißdorn und Sanddorn, aber auch welche ohne Dornen. Schneeball, roter und schwarzer
  47. Holunder, Haselnuss oder Hartriegel. In der Kernzone dann hohe Sträuche oder niedrige Bäume, aber eher keine Nadelholzarten, sondern Laubholzarten,
  48. z.B. Vogelbeere, also Eberäsche oder Feldahhorn, Heinbuche, Linde, Wildkirsche und Holzapfel. und das ganze nicht zu eng pflanzen,
  49. damit es da drunter nicht zu schattig wird. Die beste Zeit, um das Ganze zu pflanzen, ist übrigens der Vorfrühling, also zwischen Februar und März.
  50. In den Feldgehölzen und in den Hecken findet das Wild dann wichtige Deckung zum Brüten oder setzen und zur Aufzucht der Jungtiere. Und es gibt Esung.
  51. Wenn man eine Hecke oder einen Feldgehölz pflanzen will, dann muss man vorher natürlich wieder die Grundeigentümer fragen. Und nach der
  52. Pflanzung muss man aufpassen, dass das angelegte Biotop nicht direkt tot verbissen oder verfegt wird. Dafür kann man das Ganze in den ersten
  53. ein bis dre Jahren zäunen oder besser noch Baum und Heckenschnittgut bereit auslegen, sodass Kaninchen, Hase und Reh nicht dran. In dem Schnittgut können
  54. dann auch direkt Insekten und Vögel der Heimat finden. Eine Benjesehäcke ist übrigens was ähnliches, nur dass es da andersrum
  55. läuft. Da werden erst die Zweige und Äste aufgeschichtet und dann sollen in deren Schutz Sträucher und Bäume wachsen, aber nicht gepflanzt, sondern
  56. sozusagen als Naturverjüngung durch Anflug der Samen oder indem sie mit Vogelcode in die Benjes Hecke kommen. Jetzt noch kurz zur Pflege von Hecken
  57. und Feldgehölzen. Die muss alle paar Jahre sein, aber nicht während der Brut und Aufzuchtzeit. Die Pflege darf also nur zwischen
  58. Oktober und Februar stattfinden. Vorher auf jeden Fall noch die Grundstückseigentümer fragen und in Schutzgebieten auch die Behörden fragen.
  59. Und was wird bei der Pflege nun eigentlich gemacht? Meistens wird abschnittsweise auf Stock gesetzt, also bis auf die Stümpfe runtergeschnitten.
  60. Die meisten Bäume und Sträucher können dann nämlich gut wieder ausschlagen. Man nennt das Stockausschlag. Das klingt erstmal ganz schön hart.
  61. Diese Verjüngung ist aber nötig, sonst würde die Hecke nämlich überaltern und untenrum kahl werden. Dann wäre die Deckung dahin und außerdem würde die
  62. Hecke dann angrenzenden Feldern keinen Windschutz mehr bieten. Das auf Stock setzen soll aber wie gesagt nur abschnittsweise erfolgen.
  63. Bitte nicht in einem Jahr die ganze Hecke auf Stock setzen. Und wenn man Nadelbäume hat, die man behalten will, dann darf man die nur köpfen, aber nicht
  64. auf Stocks setzen. Denn Nadelbäume schlagen aus dem Stock nicht mehr aus. Die werden dann hinüber. Ach ja, eins noch. Bestehende Hecken, Feldgehölze
  65. oder Feldbüsche ganz zu roden ist gesetzlich verboten. Wichtig sind natürlich auch alle Arten von Gewässern für Fische und Frösche und
  66. so weiter, aber auch für viele Sumpf und Wasservögel und fürs Schalenwild zum Schöpfen, also trinken. Sulen könnte man hier auch erwähnen. Zu den kommen wir
  67. aber gleich noch mal. Bestehende Gewässer sollte man bewahren. Wenn es dafür zu spät ist, kann man sie manchmal aber auch wiederherstellen oder
  68. renaturieren. Z.B. Bäche, die verrohrt wurden, also gezwungen wurden, unterirdisch zu fließen.
  69. Oder man legt Gewässer neu an. Was man dafür aber nicht machen darf, ist ein natürliches Fließgewässer aufzustauen. Das würde die Biologie im Fließgewässer
  70. verändern oder zerstören. Und beim Anlegen größerer Teiche gibt's wasserrechtliche Themen und man bräuchte einen Plan Feststellungsverfahren.
  71. Also lieber kleine Teiche anlegen. Wenn es um Teiche ohne Zuflüsse durch Bäche oder Quellen geht, dann gibt's zwei Arten. sogenannte Himmelsteiche, bei
  72. denen das Wasser von oben kommt, also durch Regen und Grundwasserteiche, bei denen das Wasser durchs Grundwasser reingedrückt wird, also von unten kommt.
  73. Wenn man den Teich anlegen will, dann am besten nicht mit Plastikfolie, sondern mit einer Tonschicht. Und die Uferlinie sollte viele kleine
  74. Ausbuchtungen bekommen, weil die fürs Wild und andere Tiere wichtig sind. Man kann auch Entenbruthäuser aufstellen, am besten aufs Wasser, auf
  75. einer Insel oder so, so dass Ratten, Füchse und Mader nicht rankommen. Und wenn man Enten hat, bitte nicht im Wasser oder im Uferbereich füttern. Das
  76. verschmutzt das Wasser und kann Ratten anziehen. Dann war es das mit den Enten gelegen.
  77. Zum Abschluss noch zwei Themen, nach denen in der Prüfung auch gerne gefragt wird. Sulen und Salzlecken. Eine Sule ist eine mit schlammigen
  78. Wasser gefüllte Vertiefung. Die ist was fürs Rotwild, fürs Sieerwild und natürlich fürs Schwarzwild. Im Schlammbad kann sich das Wild im
  79. Sommer abkühlen und wenn der Schlamm später in der Decke bzw. in der Schwarte trocknet, schützt er das Wild auch noch vor Parasiten.
  80. Schwarzwild und Rotwild scheuern den Schlamm auch gerne an Bäumen ab. Die heißen dann Malbäume. Die erkennst du am Schlamm, an der Rinde
  81. und an den Haaren oder Borsten, die dran kleben. Wenn du eine Sule fürs Schwarzwild besonders attraktiv machen willst, dann
  82. streist du Buchenholzte an den nahstehenden Baum. Den nimmt das Schwarzwil dann gerne als Malbaum an. Mit einer Salzlecke kann man dem Wild
  83. auch was Gutes tun. und zwar allen Schalenwildarten, den Hasen und Kaninchen und den Tauben. Manchmal wird das Salz einfach nur auf
  84. einen Baumstumpf, also Stockholz, gelegt oder genagelt. Das heißt dann Stocksulze. Das ist aber nicht optimal, weil es
  85. dadurch Raubwildlosung verunreinigt werden kann und weil das Wild da ohne Ende direkt am Salz leckt. Besser ist deswegen die Stamm oder
  86. Pfahlsulze, wo das Salz in der Höhe ist. wo das Wild nicht direkt rankommt. Das Wild leckt dann nicht direkt am Salz, sondern am Stamm oder Pfahl, wo
  87. immer nur ein bisschen Salz ist, das sich in runterfließendem Regenwasser gelöst hat. Zwei Sachen solltest du bei Salzlecken
  88. nicht machen. Man sollte das Salz nicht an gesunden Bäumen anbringen, weil das den Bäumen schaden kann. Und man sollte Salz nicht in den
  89. Wintermonaten anbieten, weil das durstig macht und die Esungslust fördert und das wiederum zu mehr Schälschäden führen kann. Denn im Winter gibt's ja sonst
  90. nicht so viel, wo das Wild sein Hunger und sein Durst stillen kann. So, das war's erstmal zur Hege. Hol dir jetzt das Video in gesamter Länge und
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