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🌿 Hege & Naturschutz – Die Biotophege einfach erklärt
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 91 Zeilen
- Hege und Naturschutz. Teil 3, die Biotophege. Bei der Biotophege reden wir vor allem um die Verbesserung des natürlichen
- Esungsangebots, die Schaffung von Deckung, vor allem Winterdeckung und den Erhalt bzw. die
- Wiederherstellung und Vernetzung von Lebensräumen. Dass das nötig ist, liegt daran, dass der Mensch die Landschaft nutzt und
- verändert. Flurbereinigung, Trockenlegung und Kanalisierung,
- Straßenbau, immer neue Gewerbe und Siedlungsgebiete und die großflächige Land und Forstwirtschaft, die häufig auch noch
- mit Monokulturen arbeitet. Das alles nimmt den Wildtieren die Lebensräume und Lebensgrundlagen. Der einzelne Jäger kann das im großen
- und ganzen kaum verändern, aber im kleinen. Beginnen wir bei der Verbesserung des natürlichen Esungsangebots.
- Dafür können wir Wildesungsflächen anlegen. Die können neben der Esung auch wichtige Deckung bieten und Verbiss und Schälschäden reduzieren. Außerdem können
- sie, wenn sie an den richtigen Stellen angelegt werden, das Bild lenken und binden und von besonders schadensanfälligen landwirtschaftlichen
- Flächen fernhalten. Und man kann wild an den Esungsflächen gut sichtbar machen, sei es fürs Feststellen von Bestand oder zur Bejagung, wobei man am besten nicht
- direkt auf der Wildesungsfläche selbst jagt, sondern an den Wechseln dahin. Bei den Wildesungsflächen gibt's unterschiedliche Arten von Flächen, z.B.
- den Wildacker, also was mit energiereichen landwirtschaftlichen Früchten, die Wildwiese und die Prostholzfläche aus Sträuchern und
- Weichholzarten. Egal, welche Art von Wildesungsfläche man anlegen will, man muss vorher unbedingt die Grundeigentümer fragen und
- auf geschützten Flächen darf man nichts anlegen. Was geschützte Flächen sind, klären wir später beim Naturschutz.
- Beim Wildcker macht Sinn, statt einer großen Fläche eher viele kleine Flächen anzulegen. Beim Rehwild sollten die Flächen auch in
- den Territorien der unterschiedlichen Böcke verteilt sein, sonst kommt alles nur einem Bock zugute. Mehrere kleine Flächen können auch als
- Trittsteinbiotope wirken und bestehende ökologische Nischen vernetzen, wie z.B. Hecken, Feldholzinseln und so weiter. Das Wild kann dann gut und sicher von
- einer Hecke über einen Wildacker zur nächsten Hecke kommen. Beim Saatgut sollte man eine artenreiche Saatgutmischung nehmen. Irgendwas davon
- wird am Standort schon anwachsen. Außerdem ist Vielfalt fürs Wild gut. Und beim Wildacker sind unterschiedliche Reifezeitpunkte sinnvoll, dass also über
- viele Monate hinweg immer was auf den Tisch kommt. Am besten nimmt man zweijährige oder mehrährige Pflanzen wie Topinambur, Waldstaudenroggen,
- Markstammkohl und manche Kleearten. Weil man meistens keine guten landwirtschaftlichen Flächen für einen Wildacker bekommt, muss man häufig auf
- den Wald ausweichen. Da kann man aber auch gute Flächen finden. Lichtreiche Schneisen, Trassen von Stromleitungen, ungenutzte Holzlagerplätze und so
- weiter. Jetzt kommen wir zu den Wildwiesen. Die sind vor allem fürs Rotwild wichtig, am
- besten an ruhigen Stellen in Einstandsnähe und gerne als sogenannte Dauergrünesungsfläche, z.B. mit ausdauernden mehr Kleearten.
- Für Rotwild können die Wildwiesen ruhig auch größer sein. Fürs Rehwild aber eher kleinteilig und verteilt. So wie beim Wildacker.
- Bei Bedarf kann man auf einer Wildwiese auch Silage oder Raufutter für eine Notzeitfütterung gewinnen. Aber bitte nicht zu früh im Jahr mähen. Wir wollen
- ja auf der Wildwiese kein Mähtod von Jungwild. Am besten erst ab Juli mähen, dann sind auch die Samen reif und die Wiese kann
- sich selbst erneuern. Wenn eine Wildwiese gedüngt werden soll, dann eher mit Phosphor und Kalium als mit Stickstoff. Phosphor und Kalium
- begünstigen nämlich das Wachstum von Kräutern, die wir ja haben wollen, während Stickstoff einen starkes Wachstum der Gräser fördert, die die
- Kräuter verdrängen würden und natürlich bitte nicht in Wasserschutzgebieten düngen.
- Und noch kurz zu den Verbissgehölzen oder Prostholzflächen. Sie bieten Knospen zum Verbeißen und Rinde zum Schälen als Esung für
- Zerwiiden und fürs Muffelwild und auch für Hasen und Kaninchen. Da bieten sich Weiden, Eberäschen, schwarzer und roter Holunder und so
- weiter an. Regelmäßig zurückschneiden ist hier wichtig, weil das Wild am liebsten die Spitzen der neuen Triebe ist.
- Und wenn das Brossholz dem ES vom Wild entwächst, muss es verjüngt werden. Also auf Stock setzen, damit es dann aus dem Stumpf neu ausschlägt. Dazu kommen wir
- gleich bei den Hecken noch mal. Und wenn man auf einer Fläche nichts pflanzen darf, dann kann man einfach Astmaterial mit Knospen dran auslegen. Solches
- Astmaterial fällt beim Baumschnitt und der Gehölzpflege an. Das kann man auch vom Landschaftsgärtner oder der Straßenmeisterei bekommen.
- Manchmal reicht es aber nicht aus, mit Wildesungsflächen das Esungsangebot zu verbessern.
- Gerade in der total ausgeräumten Feldflur müssen auch Deckungsmöglichkeiten und insgesamt Lebensräume geschaffen werden. In Herbst
- und Winter geht das für kurze Zeit mit dem Zwischenfruchtanbau, aber man kann auch Ackerrandstreifen extra fürs Wild einsehen und umgespritzt
- lassen. Für solche Sachen gibt's auch Förderprogramme oder man lässt auf Erd oder Schotterwegen das Bankett, also den
- grünen Mittelstreifen, ungespritzt. Das hilft vor allem Rebhühnern, Fasahnen und Feldhasen.
- Größere und vor allem dauerhaftere Deckungsmöglichkeiten für viele Niederwildarten bieten Feldgehölze und Hecken, wenn sie einen guten und
- natürlichen Aufbau haben, also eine Rand oder Saumzone, dann eine Mantelzone und schließlich die Kernzone. Auf jeden Fall sollten sie aus
- heimischen und standgerechten Arten bestehen. In der Randzone am besten niedrige Dornentragende oder dichtwachsende Sträucher wie Himbeere
- und Brombeere oder Wildrosen und Ligusta. In der Mantelzone sollten dann höhere Sträucher stehen, die unten dicht
- bleiben. Gerne auch welche mit Dornen, wie z.B. Schwarzdorn, Weißdorn und Sanddorn, aber auch welche ohne Dornen. Schneeball, roter und schwarzer
- Holunder, Haselnuss oder Hartriegel. In der Kernzone dann hohe Sträuche oder niedrige Bäume, aber eher keine Nadelholzarten, sondern Laubholzarten,
- z.B. Vogelbeere, also Eberäsche oder Feldahhorn, Heinbuche, Linde, Wildkirsche und Holzapfel. und das ganze nicht zu eng pflanzen,
- damit es da drunter nicht zu schattig wird. Die beste Zeit, um das Ganze zu pflanzen, ist übrigens der Vorfrühling, also zwischen Februar und März.
- In den Feldgehölzen und in den Hecken findet das Wild dann wichtige Deckung zum Brüten oder setzen und zur Aufzucht der Jungtiere. Und es gibt Esung.
- Wenn man eine Hecke oder einen Feldgehölz pflanzen will, dann muss man vorher natürlich wieder die Grundeigentümer fragen. Und nach der
- Pflanzung muss man aufpassen, dass das angelegte Biotop nicht direkt tot verbissen oder verfegt wird. Dafür kann man das Ganze in den ersten
- ein bis dre Jahren zäunen oder besser noch Baum und Heckenschnittgut bereit auslegen, sodass Kaninchen, Hase und Reh nicht dran. In dem Schnittgut können
- dann auch direkt Insekten und Vögel der Heimat finden. Eine Benjesehäcke ist übrigens was ähnliches, nur dass es da andersrum
- läuft. Da werden erst die Zweige und Äste aufgeschichtet und dann sollen in deren Schutz Sträucher und Bäume wachsen, aber nicht gepflanzt, sondern
- sozusagen als Naturverjüngung durch Anflug der Samen oder indem sie mit Vogelcode in die Benjes Hecke kommen. Jetzt noch kurz zur Pflege von Hecken
- und Feldgehölzen. Die muss alle paar Jahre sein, aber nicht während der Brut und Aufzuchtzeit. Die Pflege darf also nur zwischen
- Oktober und Februar stattfinden. Vorher auf jeden Fall noch die Grundstückseigentümer fragen und in Schutzgebieten auch die Behörden fragen.
- Und was wird bei der Pflege nun eigentlich gemacht? Meistens wird abschnittsweise auf Stock gesetzt, also bis auf die Stümpfe runtergeschnitten.
- Die meisten Bäume und Sträucher können dann nämlich gut wieder ausschlagen. Man nennt das Stockausschlag. Das klingt erstmal ganz schön hart.
- Diese Verjüngung ist aber nötig, sonst würde die Hecke nämlich überaltern und untenrum kahl werden. Dann wäre die Deckung dahin und außerdem würde die
- Hecke dann angrenzenden Feldern keinen Windschutz mehr bieten. Das auf Stock setzen soll aber wie gesagt nur abschnittsweise erfolgen.
- Bitte nicht in einem Jahr die ganze Hecke auf Stock setzen. Und wenn man Nadelbäume hat, die man behalten will, dann darf man die nur köpfen, aber nicht
- auf Stocks setzen. Denn Nadelbäume schlagen aus dem Stock nicht mehr aus. Die werden dann hinüber. Ach ja, eins noch. Bestehende Hecken, Feldgehölze
- oder Feldbüsche ganz zu roden ist gesetzlich verboten. Wichtig sind natürlich auch alle Arten von Gewässern für Fische und Frösche und
- so weiter, aber auch für viele Sumpf und Wasservögel und fürs Schalenwild zum Schöpfen, also trinken. Sulen könnte man hier auch erwähnen. Zu den kommen wir
- aber gleich noch mal. Bestehende Gewässer sollte man bewahren. Wenn es dafür zu spät ist, kann man sie manchmal aber auch wiederherstellen oder
- renaturieren. Z.B. Bäche, die verrohrt wurden, also gezwungen wurden, unterirdisch zu fließen.
- Oder man legt Gewässer neu an. Was man dafür aber nicht machen darf, ist ein natürliches Fließgewässer aufzustauen. Das würde die Biologie im Fließgewässer
- verändern oder zerstören. Und beim Anlegen größerer Teiche gibt's wasserrechtliche Themen und man bräuchte einen Plan Feststellungsverfahren.
- Also lieber kleine Teiche anlegen. Wenn es um Teiche ohne Zuflüsse durch Bäche oder Quellen geht, dann gibt's zwei Arten. sogenannte Himmelsteiche, bei
- denen das Wasser von oben kommt, also durch Regen und Grundwasserteiche, bei denen das Wasser durchs Grundwasser reingedrückt wird, also von unten kommt.
- Wenn man den Teich anlegen will, dann am besten nicht mit Plastikfolie, sondern mit einer Tonschicht. Und die Uferlinie sollte viele kleine
- Ausbuchtungen bekommen, weil die fürs Wild und andere Tiere wichtig sind. Man kann auch Entenbruthäuser aufstellen, am besten aufs Wasser, auf
- einer Insel oder so, so dass Ratten, Füchse und Mader nicht rankommen. Und wenn man Enten hat, bitte nicht im Wasser oder im Uferbereich füttern. Das
- verschmutzt das Wasser und kann Ratten anziehen. Dann war es das mit den Enten gelegen.
- Zum Abschluss noch zwei Themen, nach denen in der Prüfung auch gerne gefragt wird. Sulen und Salzlecken. Eine Sule ist eine mit schlammigen
- Wasser gefüllte Vertiefung. Die ist was fürs Rotwild, fürs Sieerwild und natürlich fürs Schwarzwild. Im Schlammbad kann sich das Wild im
- Sommer abkühlen und wenn der Schlamm später in der Decke bzw. in der Schwarte trocknet, schützt er das Wild auch noch vor Parasiten.
- Schwarzwild und Rotwild scheuern den Schlamm auch gerne an Bäumen ab. Die heißen dann Malbäume. Die erkennst du am Schlamm, an der Rinde
- und an den Haaren oder Borsten, die dran kleben. Wenn du eine Sule fürs Schwarzwild besonders attraktiv machen willst, dann
- streist du Buchenholzte an den nahstehenden Baum. Den nimmt das Schwarzwil dann gerne als Malbaum an. Mit einer Salzlecke kann man dem Wild
- auch was Gutes tun. und zwar allen Schalenwildarten, den Hasen und Kaninchen und den Tauben. Manchmal wird das Salz einfach nur auf
- einen Baumstumpf, also Stockholz, gelegt oder genagelt. Das heißt dann Stocksulze. Das ist aber nicht optimal, weil es
- dadurch Raubwildlosung verunreinigt werden kann und weil das Wild da ohne Ende direkt am Salz leckt. Besser ist deswegen die Stamm oder
- Pfahlsulze, wo das Salz in der Höhe ist. wo das Wild nicht direkt rankommt. Das Wild leckt dann nicht direkt am Salz, sondern am Stamm oder Pfahl, wo
- immer nur ein bisschen Salz ist, das sich in runterfließendem Regenwasser gelöst hat. Zwei Sachen solltest du bei Salzlecken
- nicht machen. Man sollte das Salz nicht an gesunden Bäumen anbringen, weil das den Bäumen schaden kann. Und man sollte Salz nicht in den
- Wintermonaten anbieten, weil das durstig macht und die Esungslust fördert und das wiederum zu mehr Schälschäden führen kann. Denn im Winter gibt's ja sonst
- nicht so viel, wo das Wild sein Hunger und sein Durst stillen kann. So, das war's erstmal zur Hege. Hol dir jetzt das Video in gesamter Länge und
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