🌿 Hege & Naturschutz – Die Biotophege einfach erklärt Huntorial – Dein Jagd-Repetitorium https://www.youtube.com/watch?v=QfxyM0lQG_E Transkript (automatisch erstellt) 0:06 Hege und Naturschutz. Teil 3, die Biotophege. Bei der Biotophege reden wir vor allem um die Verbesserung des natürlichen 0:17 Esungsangebots, die Schaffung von Deckung, vor allem Winterdeckung und den Erhalt bzw. die 0:25 Wiederherstellung und Vernetzung von Lebensräumen. Dass das nötig ist, liegt daran, dass der Mensch die Landschaft nutzt und 0:35 verändert. Flurbereinigung, Trockenlegung und Kanalisierung, 0:42 Straßenbau, immer neue Gewerbe und Siedlungsgebiete und die großflächige Land und Forstwirtschaft, die häufig auch noch 0:50 mit Monokulturen arbeitet. Das alles nimmt den Wildtieren die Lebensräume und Lebensgrundlagen. Der einzelne Jäger kann das im großen 0:59 und ganzen kaum verändern, aber im kleinen. Beginnen wir bei der Verbesserung des natürlichen Esungsangebots. 1:09 Dafür können wir Wildesungsflächen anlegen. Die können neben der Esung auch wichtige Deckung bieten und Verbiss und Schälschäden reduzieren. Außerdem können 1:20 sie, wenn sie an den richtigen Stellen angelegt werden, das Bild lenken und binden und von besonders schadensanfälligen landwirtschaftlichen 1:28 Flächen fernhalten. Und man kann wild an den Esungsflächen gut sichtbar machen, sei es fürs Feststellen von Bestand oder zur Bejagung, wobei man am besten nicht 1:38 direkt auf der Wildesungsfläche selbst jagt, sondern an den Wechseln dahin. Bei den Wildesungsflächen gibt's unterschiedliche Arten von Flächen, z.B. 1:49 den Wildacker, also was mit energiereichen landwirtschaftlichen Früchten, die Wildwiese und die Prostholzfläche aus Sträuchern und 1:58 Weichholzarten. Egal, welche Art von Wildesungsfläche man anlegen will, man muss vorher unbedingt die Grundeigentümer fragen und 2:08 auf geschützten Flächen darf man nichts anlegen. Was geschützte Flächen sind, klären wir später beim Naturschutz. 2:18 Beim Wildcker macht Sinn, statt einer großen Fläche eher viele kleine Flächen anzulegen. Beim Rehwild sollten die Flächen auch in 2:27 den Territorien der unterschiedlichen Böcke verteilt sein, sonst kommt alles nur einem Bock zugute. Mehrere kleine Flächen können auch als 2:36 Trittsteinbiotope wirken und bestehende ökologische Nischen vernetzen, wie z.B. Hecken, Feldholzinseln und so weiter. Das Wild kann dann gut und sicher von 2:46 einer Hecke über einen Wildacker zur nächsten Hecke kommen. Beim Saatgut sollte man eine artenreiche Saatgutmischung nehmen. Irgendwas davon 2:56 wird am Standort schon anwachsen. Außerdem ist Vielfalt fürs Wild gut. Und beim Wildacker sind unterschiedliche Reifezeitpunkte sinnvoll, dass also über 3:07 viele Monate hinweg immer was auf den Tisch kommt. Am besten nimmt man zweijährige oder mehrährige Pflanzen wie Topinambur, Waldstaudenroggen, 3:17 Markstammkohl und manche Kleearten. Weil man meistens keine guten landwirtschaftlichen Flächen für einen Wildacker bekommt, muss man häufig auf 3:26 den Wald ausweichen. Da kann man aber auch gute Flächen finden. Lichtreiche Schneisen, Trassen von Stromleitungen, ungenutzte Holzlagerplätze und so 3:37 weiter. Jetzt kommen wir zu den Wildwiesen. Die sind vor allem fürs Rotwild wichtig, am 3:47 besten an ruhigen Stellen in Einstandsnähe und gerne als sogenannte Dauergrünesungsfläche, z.B. mit ausdauernden mehr Kleearten. 3:58 Für Rotwild können die Wildwiesen ruhig auch größer sein. Fürs Rehwild aber eher kleinteilig und verteilt. So wie beim Wildacker. 4:08 Bei Bedarf kann man auf einer Wildwiese auch Silage oder Raufutter für eine Notzeitfütterung gewinnen. Aber bitte nicht zu früh im Jahr mähen. Wir wollen 4:17 ja auf der Wildwiese kein Mähtod von Jungwild. Am besten erst ab Juli mähen, dann sind auch die Samen reif und die Wiese kann 4:25 sich selbst erneuern. Wenn eine Wildwiese gedüngt werden soll, dann eher mit Phosphor und Kalium als mit Stickstoff. Phosphor und Kalium 4:34 begünstigen nämlich das Wachstum von Kräutern, die wir ja haben wollen, während Stickstoff einen starkes Wachstum der Gräser fördert, die die 4:42 Kräuter verdrängen würden und natürlich bitte nicht in Wasserschutzgebieten düngen. 4:52 Und noch kurz zu den Verbissgehölzen oder Prostholzflächen. Sie bieten Knospen zum Verbeißen und Rinde zum Schälen als Esung für 5:02 Zerwiiden und fürs Muffelwild und auch für Hasen und Kaninchen. Da bieten sich Weiden, Eberäschen, schwarzer und roter Holunder und so 5:12 weiter an. Regelmäßig zurückschneiden ist hier wichtig, weil das Wild am liebsten die Spitzen der neuen Triebe ist. 5:21 Und wenn das Brossholz dem ES vom Wild entwächst, muss es verjüngt werden. Also auf Stock setzen, damit es dann aus dem Stumpf neu ausschlägt. Dazu kommen wir 5:31 gleich bei den Hecken noch mal. Und wenn man auf einer Fläche nichts pflanzen darf, dann kann man einfach Astmaterial mit Knospen dran auslegen. Solches 5:41 Astmaterial fällt beim Baumschnitt und der Gehölzpflege an. Das kann man auch vom Landschaftsgärtner oder der Straßenmeisterei bekommen. 5:51 Manchmal reicht es aber nicht aus, mit Wildesungsflächen das Esungsangebot zu verbessern. 6:00 Gerade in der total ausgeräumten Feldflur müssen auch Deckungsmöglichkeiten und insgesamt Lebensräume geschaffen werden. In Herbst 6:09 und Winter geht das für kurze Zeit mit dem Zwischenfruchtanbau, aber man kann auch Ackerrandstreifen extra fürs Wild einsehen und umgespritzt 6:18 lassen. Für solche Sachen gibt's auch Förderprogramme oder man lässt auf Erd oder Schotterwegen das Bankett, also den 6:26 grünen Mittelstreifen, ungespritzt. Das hilft vor allem Rebhühnern, Fasahnen und Feldhasen. 6:37 Größere und vor allem dauerhaftere Deckungsmöglichkeiten für viele Niederwildarten bieten Feldgehölze und Hecken, wenn sie einen guten und 6:47 natürlichen Aufbau haben, also eine Rand oder Saumzone, dann eine Mantelzone und schließlich die Kernzone. Auf jeden Fall sollten sie aus 6:58 heimischen und standgerechten Arten bestehen. In der Randzone am besten niedrige Dornentragende oder dichtwachsende Sträucher wie Himbeere 7:08 und Brombeere oder Wildrosen und Ligusta. In der Mantelzone sollten dann höhere Sträucher stehen, die unten dicht 7:16 bleiben. Gerne auch welche mit Dornen, wie z.B. Schwarzdorn, Weißdorn und Sanddorn, aber auch welche ohne Dornen. Schneeball, roter und schwarzer 7:27 Holunder, Haselnuss oder Hartriegel. In der Kernzone dann hohe Sträuche oder niedrige Bäume, aber eher keine Nadelholzarten, sondern Laubholzarten, 7:40 z.B. Vogelbeere, also Eberäsche oder Feldahhorn, Heinbuche, Linde, Wildkirsche und Holzapfel. und das ganze nicht zu eng pflanzen, 7:53 damit es da drunter nicht zu schattig wird. Die beste Zeit, um das Ganze zu pflanzen, ist übrigens der Vorfrühling, also zwischen Februar und März. 8:03 In den Feldgehölzen und in den Hecken findet das Wild dann wichtige Deckung zum Brüten oder setzen und zur Aufzucht der Jungtiere. Und es gibt Esung. 8:14 Wenn man eine Hecke oder einen Feldgehölz pflanzen will, dann muss man vorher natürlich wieder die Grundeigentümer fragen. Und nach der 8:22 Pflanzung muss man aufpassen, dass das angelegte Biotop nicht direkt tot verbissen oder verfegt wird. Dafür kann man das Ganze in den ersten 8:31 ein bis dre Jahren zäunen oder besser noch Baum und Heckenschnittgut bereit auslegen, sodass Kaninchen, Hase und Reh nicht dran. In dem Schnittgut können 8:42 dann auch direkt Insekten und Vögel der Heimat finden. Eine Benjesehäcke ist übrigens was ähnliches, nur dass es da andersrum 8:53 läuft. Da werden erst die Zweige und Äste aufgeschichtet und dann sollen in deren Schutz Sträucher und Bäume wachsen, aber nicht gepflanzt, sondern 9:02 sozusagen als Naturverjüngung durch Anflug der Samen oder indem sie mit Vogelcode in die Benjes Hecke kommen. Jetzt noch kurz zur Pflege von Hecken 9:12 und Feldgehölzen. Die muss alle paar Jahre sein, aber nicht während der Brut und Aufzuchtzeit. Die Pflege darf also nur zwischen 9:20 Oktober und Februar stattfinden. Vorher auf jeden Fall noch die Grundstückseigentümer fragen und in Schutzgebieten auch die Behörden fragen. 9:30 Und was wird bei der Pflege nun eigentlich gemacht? Meistens wird abschnittsweise auf Stock gesetzt, also bis auf die Stümpfe runtergeschnitten. 9:39 Die meisten Bäume und Sträucher können dann nämlich gut wieder ausschlagen. Man nennt das Stockausschlag. Das klingt erstmal ganz schön hart. 9:49 Diese Verjüngung ist aber nötig, sonst würde die Hecke nämlich überaltern und untenrum kahl werden. Dann wäre die Deckung dahin und außerdem würde die 9:59 Hecke dann angrenzenden Feldern keinen Windschutz mehr bieten. Das auf Stock setzen soll aber wie gesagt nur abschnittsweise erfolgen. 10:09 Bitte nicht in einem Jahr die ganze Hecke auf Stock setzen. Und wenn man Nadelbäume hat, die man behalten will, dann darf man die nur köpfen, aber nicht 10:18 auf Stocks setzen. Denn Nadelbäume schlagen aus dem Stock nicht mehr aus. Die werden dann hinüber. Ach ja, eins noch. Bestehende Hecken, Feldgehölze 10:30 oder Feldbüsche ganz zu roden ist gesetzlich verboten. Wichtig sind natürlich auch alle Arten von Gewässern für Fische und Frösche und 10:46 so weiter, aber auch für viele Sumpf und Wasservögel und fürs Schalenwild zum Schöpfen, also trinken. Sulen könnte man hier auch erwähnen. Zu den kommen wir 10:56 aber gleich noch mal. Bestehende Gewässer sollte man bewahren. Wenn es dafür zu spät ist, kann man sie manchmal aber auch wiederherstellen oder 11:06 renaturieren. Z.B. Bäche, die verrohrt wurden, also gezwungen wurden, unterirdisch zu fließen. 11:14 Oder man legt Gewässer neu an. Was man dafür aber nicht machen darf, ist ein natürliches Fließgewässer aufzustauen. Das würde die Biologie im Fließgewässer 11:25 verändern oder zerstören. Und beim Anlegen größerer Teiche gibt's wasserrechtliche Themen und man bräuchte einen Plan Feststellungsverfahren. 11:36 Also lieber kleine Teiche anlegen. Wenn es um Teiche ohne Zuflüsse durch Bäche oder Quellen geht, dann gibt's zwei Arten. sogenannte Himmelsteiche, bei 11:46 denen das Wasser von oben kommt, also durch Regen und Grundwasserteiche, bei denen das Wasser durchs Grundwasser reingedrückt wird, also von unten kommt. 11:56 Wenn man den Teich anlegen will, dann am besten nicht mit Plastikfolie, sondern mit einer Tonschicht. Und die Uferlinie sollte viele kleine 12:06 Ausbuchtungen bekommen, weil die fürs Wild und andere Tiere wichtig sind. Man kann auch Entenbruthäuser aufstellen, am besten aufs Wasser, auf 12:16 einer Insel oder so, so dass Ratten, Füchse und Mader nicht rankommen. Und wenn man Enten hat, bitte nicht im Wasser oder im Uferbereich füttern. Das 12:26 verschmutzt das Wasser und kann Ratten anziehen. Dann war es das mit den Enten gelegen. 12:36 Zum Abschluss noch zwei Themen, nach denen in der Prüfung auch gerne gefragt wird. Sulen und Salzlecken. Eine Sule ist eine mit schlammigen 12:45 Wasser gefüllte Vertiefung. Die ist was fürs Rotwild, fürs Sieerwild und natürlich fürs Schwarzwild. Im Schlammbad kann sich das Wild im 12:56 Sommer abkühlen und wenn der Schlamm später in der Decke bzw. in der Schwarte trocknet, schützt er das Wild auch noch vor Parasiten. 13:05 Schwarzwild und Rotwild scheuern den Schlamm auch gerne an Bäumen ab. Die heißen dann Malbäume. Die erkennst du am Schlamm, an der Rinde 13:14 und an den Haaren oder Borsten, die dran kleben. Wenn du eine Sule fürs Schwarzwild besonders attraktiv machen willst, dann 13:22 streist du Buchenholzte an den nahstehenden Baum. Den nimmt das Schwarzwil dann gerne als Malbaum an. Mit einer Salzlecke kann man dem Wild 13:32 auch was Gutes tun. und zwar allen Schalenwildarten, den Hasen und Kaninchen und den Tauben. Manchmal wird das Salz einfach nur auf 13:42 einen Baumstumpf, also Stockholz, gelegt oder genagelt. Das heißt dann Stocksulze. Das ist aber nicht optimal, weil es 13:50 dadurch Raubwildlosung verunreinigt werden kann und weil das Wild da ohne Ende direkt am Salz leckt. Besser ist deswegen die Stamm oder 14:00 Pfahlsulze, wo das Salz in der Höhe ist. wo das Wild nicht direkt rankommt. Das Wild leckt dann nicht direkt am Salz, sondern am Stamm oder Pfahl, wo 14:10 immer nur ein bisschen Salz ist, das sich in runterfließendem Regenwasser gelöst hat. Zwei Sachen solltest du bei Salzlecken 14:18 nicht machen. Man sollte das Salz nicht an gesunden Bäumen anbringen, weil das den Bäumen schaden kann. Und man sollte Salz nicht in den 14:28 Wintermonaten anbieten, weil das durstig macht und die Esungslust fördert und das wiederum zu mehr Schälschäden führen kann. Denn im Winter gibt's ja sonst 14:37 nicht so viel, wo das Wild sein Hunger und sein Durst stillen kann. So, das war's erstmal zur Hege. Hol dir jetzt das Video in gesamter Länge und 14:47 die Videos zu allen Prüfungsthemen auf www.huntorial.de. de