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Trauerbewältigung: Umgang mit Tod, Trauer und Verlust

AOK – Mental Gesund7:04 3.409 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 69 Zeilen
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  1. Wenn ein geliebter Mensch stirbt, kann es sich anfühlen, als ob auf einmal alles anders wäre.
  2. Der Alltag kann seinen Rhythmus verlieren und selbst einfache Dinge kosten viel Kraft.
  3. Vielleicht fragst du dich auch, ob dieser Schmerz jemals nachlässt oder ob du dich nie wieder ganz fühlen wirst.
  4. Mein Name ist Amira, ich bin Psychologin und in diesem Video mag ich dich ein Stück auf diesem Weg begleiten.
  5. Wir sprechen darüber, was Trauer bedeutet, warum sie so unterschiedlich verläuft und wie du mit Verlust, Schmerz und auch Erinnerungen umgehen kannst.
  6. Außerdem schauen wir uns auch Methoden an, die dir Halt geben können, wie zum Beispiel die Drei-Stapel-Methode oder in kleine persönliche Erinnerungsinseln.
  7. Erst mal ist Trauer nicht so vor du Angst haben müsstest. Trauer ist die natürliche Reaktion auf Verlust.
  8. Du darfst traurig, wütend, leer oder auch verzweifelt sein. All das kann dazugehören.
  9. Es gibt keinen richtigen oder falschen Weg, zu trauern, weil jeder Mensch anders fühlt, jeder Lebensweg und die Situation, die es eigentlich geht, individuell ist.
  10. Trauer kann sich auch im Körper zeigen. Vielleicht schläft du schlecht, hast wenig Appetit oder fühlst dich kraftlos.
  11. Auch das ist erst mal völlig normal, so schwer wie es sich auch anfühlt. Wichtig ist, die Gefühle zuzulassen, anstatt sie zu verdrängen.
  12. Dadurch, dass Sterben und Tot in unserer Gesellschaft oft immer noch tabuisierte Themen sind, fühlen sich viele Menschen verunsichert, ihre Trauer offen
  13. zu zeigen und es offen zu durchleben, was eigentlich in ihnen abläuft. Stell dir denn Schmerz ihr eine Wunde vor.
  14. Sie braucht Zeit, zu heilen. Wird vermutlich auch immer mal wieder aufgerissen werden.
  15. Weil wenn du ihr Raum gibst, heilst du Schritt für Schritt in deinem Tempo. Trauer verläuft nicht nach Plan.
  16. Es gibt keine feste Reihenfolge, auch wenn manche Modelle von Trauerbewältigungsphasen sprechen.
  17. Du wirst Tage haben, an denen du weinst und andere, an denen du wieder lachst. Beides ist normal und völlig in Ordnung.
  18. Viele beschreiben Trauer auch wie Wellen oder die Gezeiten. Die Trauer kommt und geht.
  19. Mal trifft dich der Schmerz laut und dann wird er wieder leiser. Dieses Hin und Her zwischen Schmerz und Alltag ist normal und sogar
  20. hilfreich im Heilungsprozess. Es ist wichtig zu merken, dass das Leben weitergeht, man immer noch Freude
  21. und schöne Momente erleben kann. Wenn du mehr darüber erfahren magst, wenn man seine innere Kraft weiter stärken
  22. kann, findest du hier ein eigenes Video dazu auf unserem Kanal. Bei den meisten Menschen wird der Schmerz nach einigen Monaten leiser.
  23. Manche Menschen entwickeln nach dem Tod eine nahestehende Person, aber eine sogenannte anhaltende Trauerstörung.
  24. Man spricht von einer anhaltenden Trauerstörung, wenn die starke Belastung und die Beeinträchtigung durch den Verlust nach mehr als sechs Monaten
  25. nicht weniger werden. Bei unerwarteten Trauerfällen wie Unfällen tritt das bei etwa der
  26. Hälfte der Betroffenen auf. Manchmal können sich durch eine sehr intensive und belastende Trauerreaktion
  27. auch andere Erkrankungen wie einer Depression entwickeln. Du merkst also, es ist wichtig, gut auf sich und seine eigene mentale Gesundheit
  28. aufzupassen, gerade wenn du dich in deinem Leben in einer Phase der Trauer befindest. Wie kann man aktiv mit Trauer umgehen?
  29. Nach einem Verlust kann sich der Alltag oft leer und fremd anfühlen. Gib dir vor allem Zeit, bis du dich stabiler fühlst.
  30. Erlaube dir, Unterstützung anzunehmen, auch bei Dingen wie beim Kochen, beim Papierkram oder finanziellen Dingen.
  31. Und auch der Umgang mit Erinnerungsstücken braucht Zeit. Es gibt zwei hilfreiche Methoden, die dir hier Struktur geben können.
  32. Erstens die Drei-Stapel-Methode. Du musst dich nicht sofort von allem trennen.
  33. Lege drei Bereiche an: Behalten, weitergeben und später entscheiden. Es ist völlig normal, bei manchen Dingen unsicher zu sein.
  34. Dafür ist dann der dritte Stapel da. Du kannst dafür auch kleine Zeitfenster, zum Beispiel 20, 30 Minuten einplanen, in
  35. denen du dir immer wieder Dinge anschaust und aufhörst, Pause machst, wenn es dir zu viel wird.
  36. Das zweite sind die persönlichen Erinnerungsinseln. Einige Dinge dürfen einfach bleiben.
  37. Leg dir bewusst ein paar besondere Stücke zur Seite, zum Beispiel ein Kleidungsstück, eine Uhr, das Lieblingsbuch oder auch ein Foto.
  38. Diese Gegenstände können kleine Erinnerungsinseln sein, die dir Halt geben können.
  39. Vielleicht magst du einzelne Stücke ja auch später an andere, wie Kinder oder Enkel, weitergeben.
  40. Du entscheidest darüber, wie viele Dinge wo und wie lange liegen dürfen. Und wenn wir gerade beim Umgang mit Trauer sind, ist es auch wichtig zu sagen, dass
  41. es in der akuten Trauerphase ratsam sein kann, größere Entscheidungen aufzuschieben. Also mit so etwas wie einem Umzug, Jobwechsel oder auch Vertragskündigung
  42. solltest du, wenn du die Möglichkeit dazu hast, lieber noch etwas warten, bis du dich stabiler fühlst und dir wieder zutraust, solche
  43. Entscheidungen zu treffen. Wenn man trauert, ist Selbstfürsorge, also gut auf sich zu achten,
  44. wirklich besonders wichtig. Sei ehrlich zu dir selbst und achte darauf, was dir guttut und vor
  45. allem auch, wo deine Grenzen liegen. Im Alltag bedeutet das, ein gesunder Wechsel zwischen Momenten, in denen du dem
  46. Verlust Raum gibst und Phasen, in denen du Kraft im Gewohnten sammelst. Es kann auch helfen, auf einfache Routinen zu achten.
  47. Ausreichend Schlaf, regelmäßige Mahlzeiten, Bewegung an der frischen Luft, kleine Rituale wie einen Spaziergang oder eine Tasse Tee zu festen Zeiten, können
  48. dir zum Beispiel auch Halt geben. Wenn dir Mahlzeiten allein schwerfallen, hör Musik oder lade jemanden ein.
  49. Und auch Gespräche helfen. Sprich mit Menschen, denen du vertraust.
  50. Teile Erinnerungen über die verstorbene Person. Und wenn Worte fehlen, helfen oft auch Aktivitäten, wie Malen,
  51. Schreiben oder Zeiten der Natur. Manche finden auch in Spiritualität, Gebet oder durch ein Haustier Trost und Nähe.
  52. Du merkst also, es gibt wahnsinnig viele Möglichkeiten, wie Selbstfürsorge aussehen kann.
  53. Es geht aber nicht darum, irgendeinem Schema zu folgen oder alles richtig machen zu wollen, sondern oft genug danach zu schauen, was du wirklich brauchst.
  54. Mit der Zeit wird sich dein Schmerz wahrscheinlich auch verändern. Anfangs fühlt er sich vielleicht tief und unendlich an, später wird er leise, eben
  55. wie eine die bleibt, aber nicht mehr ständig wehtut, wenn man sie berührt. Ich habe gerade schon von der anhaltenden Trauerreaktion erzählt.
  56. Manchmal bleibt der Schmerz über viele Monate sehr stark. Wenn du kaum noch Freude empfindest, dich zurückziehst oder dir dein Alltag nicht
  57. mehr gelingt, dann sucht ihr Unterstützung. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Selbstfürsorge.
  58. Sprich mit einem Hausarzt, deiner Hausärztin oder direkt mit einem Psychotherapeuten oder einer Psychotherapeutin.
  59. Es gibt Trauergruppen, Hospizdienste, Trauercafés und Online-Angebote. Du musst mit deinen Gedanken nicht alleine bleiben.
  60. Ich weiß, dass es Überwindung kosten kann, aber es lohnt sich, mit jemandem darüber zu sprechen, der entweder versteht, was du gerade durchlebst oder es vielleicht
  61. sogar ähnlich durchgemacht hat. Wenn du jetzt gerade jemanden brauchst, der zuhört, erreichst du auch die
  62. Telefonsehsorge unter der 0800 111 0 111. Und wenn du jemanden kennst, der trauert, sei für diesen Menschen da.
  63. Zuhören, mit aushalten, kleine Hilfen im Alltag, das bedeutet oft schon mehr als große Worte.
  64. Zum Schluss ist mir wichtig zu sagen: Trauern bedeutet nicht, schwach zu sein, sondern es ist ein Ausdruck von Liebe.
  65. Jeder Verlust hinterlässt Spuren, aber du kannst lernen, mit ihnen zu leben. Erlaube dir zu fühlen, zu weinen, zu erinnern.
  66. Heilung heißt auch nicht, zu vergessen, sondern Frieden zu schließen mit dem, was war, was passiert ist.
  67. Wenn du Unterstützung suchst, findest du in der Videobeschreibung hilfreiche Kontakte und Angebote zur Trauerbewältigung.
  68. Schön, dass du dir die Zeit für dieses Thema genommen hast. Und wenn dieses Video dir geholfen hat, teile es gerne mit jemandem,
  69. der gerade Trost braucht. Alles Gute auf deinem Weg.

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