Trauerbewältigung: Umgang mit Tod, Trauer und Verlust AOK – Mental Gesund https://www.youtube.com/watch?v=Kk-5niWKZnw Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Wenn ein geliebter Mensch stirbt, kann es sich anfühlen, als ob auf einmal alles anders wäre. 0:03 Der Alltag kann seinen Rhythmus verlieren und selbst einfache Dinge kosten viel Kraft. 0:07 Vielleicht fragst du dich auch, ob dieser Schmerz jemals nachlässt oder ob du dich nie wieder ganz fühlen wirst. 0:13 Mein Name ist Amira, ich bin Psychologin und in diesem Video mag ich dich ein Stück auf diesem Weg begleiten. 0:17 Wir sprechen darüber, was Trauer bedeutet, warum sie so unterschiedlich verläuft und wie du mit Verlust, Schmerz und auch Erinnerungen umgehen kannst. 0:24 Außerdem schauen wir uns auch Methoden an, die dir Halt geben können, wie zum Beispiel die Drei-Stapel-Methode oder in kleine persönliche Erinnerungsinseln. 0:36 Erst mal ist Trauer nicht so vor du Angst haben müsstest. Trauer ist die natürliche Reaktion auf Verlust. 0:42 Du darfst traurig, wütend, leer oder auch verzweifelt sein. All das kann dazugehören. 0:48 Es gibt keinen richtigen oder falschen Weg, zu trauern, weil jeder Mensch anders fühlt, jeder Lebensweg und die Situation, die es eigentlich geht, individuell ist. 0:58 Trauer kann sich auch im Körper zeigen. Vielleicht schläft du schlecht, hast wenig Appetit oder fühlst dich kraftlos. 1:03 Auch das ist erst mal völlig normal, so schwer wie es sich auch anfühlt. Wichtig ist, die Gefühle zuzulassen, anstatt sie zu verdrängen. 1:11 Dadurch, dass Sterben und Tot in unserer Gesellschaft oft immer noch tabuisierte Themen sind, fühlen sich viele Menschen verunsichert, ihre Trauer offen 1:18 zu zeigen und es offen zu durchleben, was eigentlich in ihnen abläuft. Stell dir denn Schmerz ihr eine Wunde vor. 1:25 Sie braucht Zeit, zu heilen. Wird vermutlich auch immer mal wieder aufgerissen werden. 1:30 Weil wenn du ihr Raum gibst, heilst du Schritt für Schritt in deinem Tempo. Trauer verläuft nicht nach Plan. 1:35 Es gibt keine feste Reihenfolge, auch wenn manche Modelle von Trauerbewältigungsphasen sprechen. 1:41 Du wirst Tage haben, an denen du weinst und andere, an denen du wieder lachst. Beides ist normal und völlig in Ordnung. 1:47 Viele beschreiben Trauer auch wie Wellen oder die Gezeiten. Die Trauer kommt und geht. 1:52 Mal trifft dich der Schmerz laut und dann wird er wieder leiser. Dieses Hin und Her zwischen Schmerz und Alltag ist normal und sogar 1:59 hilfreich im Heilungsprozess. Es ist wichtig zu merken, dass das Leben weitergeht, man immer noch Freude 2:04 und schöne Momente erleben kann. Wenn du mehr darüber erfahren magst, wenn man seine innere Kraft weiter stärken 2:09 kann, findest du hier ein eigenes Video dazu auf unserem Kanal. Bei den meisten Menschen wird der Schmerz nach einigen Monaten leiser. 2:15 Manche Menschen entwickeln nach dem Tod eine nahestehende Person, aber eine sogenannte anhaltende Trauerstörung. 2:21 Man spricht von einer anhaltenden Trauerstörung, wenn die starke Belastung und die Beeinträchtigung durch den Verlust nach mehr als sechs Monaten 2:28 nicht weniger werden. Bei unerwarteten Trauerfällen wie Unfällen tritt das bei etwa der 2:32 Hälfte der Betroffenen auf. Manchmal können sich durch eine sehr intensive und belastende Trauerreaktion 2:37 auch andere Erkrankungen wie einer Depression entwickeln. Du merkst also, es ist wichtig, gut auf sich und seine eigene mentale Gesundheit 2:44 aufzupassen, gerade wenn du dich in deinem Leben in einer Phase der Trauer befindest. Wie kann man aktiv mit Trauer umgehen? 2:50 Nach einem Verlust kann sich der Alltag oft leer und fremd anfühlen. Gib dir vor allem Zeit, bis du dich stabiler fühlst. 2:57 Erlaube dir, Unterstützung anzunehmen, auch bei Dingen wie beim Kochen, beim Papierkram oder finanziellen Dingen. 3:02 Und auch der Umgang mit Erinnerungsstücken braucht Zeit. Es gibt zwei hilfreiche Methoden, die dir hier Struktur geben können. 3:09 Erstens die Drei-Stapel-Methode. Du musst dich nicht sofort von allem trennen. 3:14 Lege drei Bereiche an: Behalten, weitergeben und später entscheiden. Es ist völlig normal, bei manchen Dingen unsicher zu sein. 3:21 Dafür ist dann der dritte Stapel da. Du kannst dafür auch kleine Zeitfenster, zum Beispiel 20, 30 Minuten einplanen, in 3:27 denen du dir immer wieder Dinge anschaust und aufhörst, Pause machst, wenn es dir zu viel wird. 3:32 Das zweite sind die persönlichen Erinnerungsinseln. Einige Dinge dürfen einfach bleiben. 3:36 Leg dir bewusst ein paar besondere Stücke zur Seite, zum Beispiel ein Kleidungsstück, eine Uhr, das Lieblingsbuch oder auch ein Foto. 3:43 Diese Gegenstände können kleine Erinnerungsinseln sein, die dir Halt geben können. 3:48 Vielleicht magst du einzelne Stücke ja auch später an andere, wie Kinder oder Enkel, weitergeben. 3:53 Du entscheidest darüber, wie viele Dinge wo und wie lange liegen dürfen. Und wenn wir gerade beim Umgang mit Trauer sind, ist es auch wichtig zu sagen, dass 4:01 es in der akuten Trauerphase ratsam sein kann, größere Entscheidungen aufzuschieben. Also mit so etwas wie einem Umzug, Jobwechsel oder auch Vertragskündigung 4:09 solltest du, wenn du die Möglichkeit dazu hast, lieber noch etwas warten, bis du dich stabiler fühlst und dir wieder zutraust, solche 4:16 Entscheidungen zu treffen. Wenn man trauert, ist Selbstfürsorge, also gut auf sich zu achten, 4:21 wirklich besonders wichtig. Sei ehrlich zu dir selbst und achte darauf, was dir guttut und vor 4:26 allem auch, wo deine Grenzen liegen. Im Alltag bedeutet das, ein gesunder Wechsel zwischen Momenten, in denen du dem 4:31 Verlust Raum gibst und Phasen, in denen du Kraft im Gewohnten sammelst. Es kann auch helfen, auf einfache Routinen zu achten. 4:38 Ausreichend Schlaf, regelmäßige Mahlzeiten, Bewegung an der frischen Luft, kleine Rituale wie einen Spaziergang oder eine Tasse Tee zu festen Zeiten, können 4:46 dir zum Beispiel auch Halt geben. Wenn dir Mahlzeiten allein schwerfallen, hör Musik oder lade jemanden ein. 4:51 Und auch Gespräche helfen. Sprich mit Menschen, denen du vertraust. 4:55 Teile Erinnerungen über die verstorbene Person. Und wenn Worte fehlen, helfen oft auch Aktivitäten, wie Malen, 5:00 Schreiben oder Zeiten der Natur. Manche finden auch in Spiritualität, Gebet oder durch ein Haustier Trost und Nähe. 5:07 Du merkst also, es gibt wahnsinnig viele Möglichkeiten, wie Selbstfürsorge aussehen kann. 5:12 Es geht aber nicht darum, irgendeinem Schema zu folgen oder alles richtig machen zu wollen, sondern oft genug danach zu schauen, was du wirklich brauchst. 5:21 Mit der Zeit wird sich dein Schmerz wahrscheinlich auch verändern. Anfangs fühlt er sich vielleicht tief und unendlich an, später wird er leise, eben 5:29 wie eine die bleibt, aber nicht mehr ständig wehtut, wenn man sie berührt. Ich habe gerade schon von der anhaltenden Trauerreaktion erzählt. 5:36 Manchmal bleibt der Schmerz über viele Monate sehr stark. Wenn du kaum noch Freude empfindest, dich zurückziehst oder dir dein Alltag nicht 5:43 mehr gelingt, dann sucht ihr Unterstützung. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Selbstfürsorge. 5:50 Sprich mit einem Hausarzt, deiner Hausärztin oder direkt mit einem Psychotherapeuten oder einer Psychotherapeutin. 5:55 Es gibt Trauergruppen, Hospizdienste, Trauercafés und Online-Angebote. Du musst mit deinen Gedanken nicht alleine bleiben. 6:03 Ich weiß, dass es Überwindung kosten kann, aber es lohnt sich, mit jemandem darüber zu sprechen, der entweder versteht, was du gerade durchlebst oder es vielleicht 6:10 sogar ähnlich durchgemacht hat. Wenn du jetzt gerade jemanden brauchst, der zuhört, erreichst du auch die 6:14 Telefonsehsorge unter der 0800 111 0 111. Und wenn du jemanden kennst, der trauert, sei für diesen Menschen da. 6:22 Zuhören, mit aushalten, kleine Hilfen im Alltag, das bedeutet oft schon mehr als große Worte. 6:28 Zum Schluss ist mir wichtig zu sagen: Trauern bedeutet nicht, schwach zu sein, sondern es ist ein Ausdruck von Liebe. 6:34 Jeder Verlust hinterlässt Spuren, aber du kannst lernen, mit ihnen zu leben. Erlaube dir zu fühlen, zu weinen, zu erinnern. 6:41 Heilung heißt auch nicht, zu vergessen, sondern Frieden zu schließen mit dem, was war, was passiert ist. 6:47 Wenn du Unterstützung suchst, findest du in der Videobeschreibung hilfreiche Kontakte und Angebote zur Trauerbewältigung. 6:53 Schön, dass du dir die Zeit für dieses Thema genommen hast. Und wenn dieses Video dir geholfen hat, teile es gerne mit jemandem, 6:58 der gerade Trost braucht. Alles Gute auf deinem Weg.