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Die Zukunft der Wirtschaft - Digitalisierung und Industrie 4.0
Das Wichtigste aus dem Video
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Transkriptautomatisch erstellt · 129 Zeilen
- „Vielen Dank, dass Sie gekommen sind, herzlich Willkommen hier auf der CeBIT 2015 auf der
- gemeinsamen Pressekonferenz mit der Kollegin Wanka. Wir kommen gerade aus einem Gespräch mit
- im Grunde all den wesentlichen Mitgliedern der Arbeitsgruppen, die den IT-Gipfel der
- Bundesregierung jedes Jahr vorbereiten. Wir hatten ja den letzten im Oktober in Hamburg und bereiten
- jetzt den nächsten IT-Gipfel vor und natürlich ist das große Thema, wo stehen wir in der –
- jetzt müssen wir ja seit der CeBIT in diesem Jahr sagen – data in der D-Economy, weil in der Tat,
- es ja nicht mehr um Digitalisierung geht, die ist schon viel länger unterwegs, es geht um
- Vernetzung und Datenaustausch und die Daten als den Rohstoff der ökonomischen Entwicklung. Wir
- hatten Herrn Oettinger zu Besuch. Wir sind mit ihm gemeinsam der festen Überzeugung, dass wir
- versuchen müssen, möglichst gemeinsame und gleiche Rahmenbedingungen in Europa zu schaffen,
- dass es wenig Sinn macht, dass wir unterschiedliche Regulierungsformen in Europa
- haben. Dabei steht im Mittelpunkt natürlich der digital single market, die Themen
- Netzneutralität, Roaming, aber auch die Datenschutzgrundverordnung. Der Kollege de
- Maizière war auch dabei. Wir haben gesprochen über den Ausbau der Breitbandinfrastruktur –
- die Bundesregierung hat ja gerade mit dem 10 Milliarden Investitionsprogramm nochmal 4,5
- Milliarden Mittel bewilligt, bei denen wir Infrastrukturausbau und insbesondere die
- Infrastruktur im digitalen Bereich, wir kommen zur Frequenzversteigerung – also da ist eine Menge
- unterwegs. Digitales und Ökonomie sind längst nicht mehr
- trennbar. Die Chinesen, die hier Gastland sind, haben uns in den letzten Tagen immer wieder
- gesagt, dass es im Rahmen der internationalen Arbeitsteilung, sie sich auch eine
- Innovationspartnerschaft auch im Bereich der Digitalisierung, der Datenökonomie vor allem auch
- im Bereich Industrie 4.0 wünschen. Ich glaube, das ist auch selbstverständlich. Ich glaube, wir
- können diese Arbeitsteilung, die ja zunehmen wird, weltweit nur gemeinsam entwickeln. Die
- diesjährige CeBIT ist dafür glaube ich ein wichtiger Meilenstein auf diesem Prozess. Der
- nationale IT-Gipfel ist auch weiterhin das zentrale Instrument zur Umsetzung der digitalen
- Agenda der Bundesregierung. Es sieht Plattformen vor, die auf alle wichtigen Aspekte der
- Digitalisierung eingehen, sie abdecken und vor allem die Akteure der Informations- und
- Telekommunikationstechnologien dazu lädt. Wir haben eine Plattform innovative Digitalisierung
- der Wirtschaft aufgebaut und vor allen Dingen danke ich der Kollegin Wanka, die mit sozusagen
- der Innovationskraft des Forschungsministeriums gemeinschaftlich mit uns die Plattform Industrie
- 4.0 gegründet hat. Beide Plattformen werden in diesen Tagen ihre Arbeit aufnehmen. Die Plattform
- „Innovative Digitalisierung der Wirtschaft“ soll innovationsfreundliche Rahmenbedingungen für
- die digitale Wirtschaft identifizieren, vor allen Dingen Handlungsbedarfe im Bereich der
- Dienstleistungsbranche wie Handel, Medien sowie Kultur- und Kreativwirtschaft stehen dabei im
- Mittelpunkt. Bei der Plattform Industrie 4.0 kümmern wir uns um Themen wie Normung und
- Standardisierung, aber auch gute Arbeit. Also wie erhalten wir eigentlich Qualifikation und wie
- entwickeln wir sie weiter und vor allem Datensicherheit. Ich glaube hier auf der CeBIT,
- überall im Land und in der Welt wird klar, dass die Chancen der data economy nur genutzt werden
- können, wenn wir technologische, aber eben auch rechtliche Rahmenbedingen für Datensicherheit
- schaffen. Nur dann werden wir die data economy nutzen können. Aber ich glaube, was das angeht,
- kann Deutschland und kann Europa sozusagen den Wettbewerb gut aufnehmen. Ich glaube, wir sollten
- Deutschland zu einem der sichersten Datenstandorte der Welt machen, um damit auch attraktiv zu sein
- für Unternehmen, für Wissenschaft, für alle für die das von zentraler Bedeutung ist. Wir
- machen das bei Industrie 4.0 gemeinsam nicht nur mit den Vertreter von Wirtschaft, Wissenschaft und
- Gewerkschaften, sondern vor allen Dingen mit unseren beiden Ministerien, weil es gar keinen
- Sinn macht, dass das Wirtschaftsministerium auf der einen Seite unterwegs ist und Forschung auf
- der anderen Seite. Die Industrie-Plattform 4.0 ist eine logische Weiterentwicklung der seit 2013
- bestehenden Verbände-Plattform der Industrie vom VDMA, ZVI und Bitcom. Sie wird am 14. April auf
- der Hannover Messe ihre Arbeit aufnehmen. Dort stellen wir auch die neuen Zielrichtungen vor und
- hoffen, auch bereits zum nächsten IT-Gipfel, in diesem Jahr erste Ergebnisse vorstellen zu
- können. Meine Damen und Herren, Deutschland und Europa,
- müssen um sozusagen die Potenziale der Datenökonomie zu nutzen digitale Souveränität
- erhalten und ausbauen. Das ist unser Ziel, das unterstützen wir mit der Förderung von Forschung
- und Innovation, flankieren es mit anderen Plattformen und regulatorischen Maßnahmen. Unsere
- Unternehmen müssen sich in wichtigen Bereichen im internationalen Wettbewerb behaupten. Dass unsere
- Industrie auch in Zukunft eine führende Rolle spielen kann, setzt voraus, dass die
- Innovationskraft in den Händen der Industrie verbleibt und die dafür benötigten Daten sicher
- sind. Deutschland ist derzeit mit seinem Maschinenbau, seiner Elektroindustrie, der
- Fabrikausrüster der Welt. Wir haben eine herausragende Position. Wir sind letztlich die
- Industrialisierer der Welt und deswegen sind unsere Chancen bei Industrie 4.0 auch besonders
- groß. Wenn wir in den kommenden Jahren deshalb darauf einen Schwerpunkt legen, dann hat das
- natürlich den Grund, dass wir diesen großen Stellenwert halten wollen. Das
- Wirtschaftsministerium unterstützt die Unternehmen dabei mit verschiedenen Forschungs-
- und Innovationsprogrammen. Alleine in den Programmen Autonomik für Industrie 4.0 und
- Smartservicewelt geben wir in den kommenden Jahren fast 100 Millionen Euro an Projektmitteln aus oder
- das Programm trusted cloud, hier werden sichere und rechtskonforme Cloudlösungen, die gerade auch
- für den Mittelstand interessant sind unterstützt. Dazu brauchen wir einen modernen
- Ordnungsrahmen, bei dem wir davon ausgehen, dass wir ihn in Europa dieses Jahr schaffen können.
- National ist es ein wichtiger Schritt gewesen, mit dem Rechtssicherheit für kostenloses WLan
- geschaffen wurde. Aber am Ende des Tages wir es darum gehen, einen gemeinsamen digitalen
- Binnenmarkt in Europa zu schaffen. Darin wollen wir gemeinsam den Kollegen Oettinger
- unterstützen. Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit.“
- „Ja meine sehr verehrten Damen und Herren, vor einiger Zeit hat Barack Obama führende
- Wirtschaftswissenschaftler, Experten gebeten mal einzuschätzen, was die Stärken der Wettbewerber
- ist, gegenüber der USA und da haben sie zu den Deutschen festgestellt, dass die Deutschen immer
- noch nicht in der Lage sind, schnell und flott auf der grünen Wiese neue Unternehmen hochzuziehen,
- dass aber die entscheidende Stärke Deutschlands ist und das haben sie voller Bewunderung
- geschrieben, dass die Deutschen es über viele Jahre, Jahrzehnte geschafft haben, in Bereichen in
- denen sie Spitze sind, im großen Fahrzeugbau meinetwegen, sich immer wieder zu erneuern und
- immer wieder an der Spitze in der Entwicklung in der Welt zu stehen als Innovationsstärke
- Deutschlands. Und zum anderen: Wenn man jetzt sieht Industrie 4.0, vierte industrielle
- Revolution, dann ist das wieder ein Umbruch, wo es uns gelingen muss, wieder an der Spitze zu stehen.
- Die Voraussetzungen dafür, das war auch gestern erfreulicher Weise in der Rede von Herrn Kempf zu
- hören, sind wir Deutschen nicht schlecht. Ich will mal 2 Punkte nennen: Wir haben im Gegensatz
- zu anderen Staaten nicht reindustrialisiert. Irgendwann haben das alle gemacht in den 60er,
- 70er, 80er Jahren des letzten Jahrhunderts. Aber Deutschland hat jetzt seit vielen Jahren einen
- Industrialisierungsgrad von über 22% beibehalten, in den USA sind sie bei 11%, in Großbritannien
- auch. D.h. wenn dort Industrie 4.0, dann muss man erst wieder auch Kapazitäten aufbauen oder
- Automatisierungsgrad. Das Partnerland dieser CeBIT ist China. In China kommen auf 10 000
- Industriearbeiter 14 Industrieroboter in Deutschland 20-mal so viel. D.h. wir haben schon
- Punkte, wo wir richtig gut sind. Aber gerade Digitalisierung, die Ökonomie, Verbindung mit dem
- Internet das sind Punkte, die jetzt bewältigt werden müssen und wo eine ganz neue Komplexität
- vieler handelnder Personen notwendig ist. Und deswegen glaube ich, dass dieser Impuls von Seiten
- der Bundesregierung, die Gründung dieser Plattform zu Industrie 4.0 ganz wichtig ist.
- Vorläufer oder vorausgegangen ist die Arbeit der angesprochenen Verbände-Plattform und wir haben
- jetzt den Kreis der Beteiligten sehr viel größer und sinnvoll erweitert und diesem Kreis sind eben
- Wissenschaft, Wirtschaft, Verbände und die politischen - Agenten will ich nicht sagen -, aber
- die politischen Akteure auf dieser Plattform. Und ich freue mich, dass wir uns verständigt haben,
- weil nur das macht Sinn, dass wir das gemeinsam machen wollen. Und ich glaube, dieses Signal, dass
- wir in Deutschland in einer so großen Aktion aller Beteiligten dieses wichtige Thema Industrie
- 4.0 angehen, das ist auch ein Signal international an die Wettbewerber, ein Signal, das zeigt: wir
- wollen auch dort - wie anfangs festgestellt - ganz vorn sein.
- Und ich würde noch zwei Punkte nennen, die mir besonders wichtig sind im Zusammenhang mit
- Industrie 4.0 und dann entsprechend auch mit der Plattform. Das eine ist die Tatsache, dass wir
- zwingend bei Industrie 4.0 den Mittelstand erreichen und mitnehmen müssen. Das viele davor
- Sorge haben oder noch skeptisch sind, das auch der Mittelstand, die kleinen und mittleren Unternehmen
- nicht das leisten können, was unsere großen Player aus sich heraus an Leistungen kreieren und
- deswegen ist es wichtig, dass wir dort auch die Tatsache, Umgang mit sicheren Datenraum, dass wir
- da das entsprechende liefern für den kleinen und Mittelstand. Minister Gabriel hat Programme
- genannt, die von Seiten des Wirtschaftsministeriums für Industrie 4.0
- ausgelobt worden sind. Wir hatten uns mal verpflichtet 120 Millionen, da sind wir jetzt
- schon dabei und geben weiter Geld. Wir haben gerade in der letzten Woche verkündet, das
- Programm über Sicherheit in der digitalen Welt und ich denke, dass wir vor allen Dingen bei den
- Aufgaben die vor uns liegen, die Gemeinsamkeit brauchen, auch ein gesundes Selbstbewusstsein.
- Aber neben dem Mitnehmen des Mittelstandes als zweiten wichtigen Faktor: Forschung. Und Forschung
- ist eigentlich auch der Innovationstreiber bei Industrie 4.0 - nicht nur der Name, der ja mal aus
- der Forschungsunion entstanden ist und sich durchgesetzt hat, sondern auch bei vielen anderen
- Themen, die wir bisher gefördert haben, wo wir aber auch weiterhin unterstützen und fördern
- wollen. Kleinere und mittlere Unternehmen können überhaupt kein Gefühl dafür haben, was heißt
- es denn jetzt, in diesem Bereich zu investieren, wie sind da Sicherheiten oder anderes? Und
- deswegen sind viele unserer Programme auch daraufhin ausgerichtet, nicht nur Forschung für
- den Bereich zu betreiben, sondern wir sagen Industrie 4.0 soll auf dem Hallenboden ankommen,
- also Umsetzung. Und das gilt auch für die Arbeitswelt von morgen, weil viele sehen die
- Riesenchance dieser Entwicklung, aber viele Arbeitnehmer haben auch Sorge, dass ihre
- Qualifikation, die sie bisher erworben haben, entwertet werden und deswegen ist das auch ein
- Schwerpunkt, wie sozusagen die soziale Innovation, die wir brauchen, um Industrie 4.0 zu bewältigen.
- Ich habe nur ein, zwei Punkte angesprochen, Herr Gabriel hat andere Punkte genannt und wir sind
- fest entschlossen, dass wir mit dieser gemeinsamen Plattform wirklich auch gemeinsam mit allen
- Beteiligten ein großes Stück Zukunft mit erringen wollen.“
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