Die Zukunft der Wirtschaft - Digitalisierung und Industrie 4.0 Bundesministerium für Wirtschaft und Energie https://www.youtube.com/watch?v=DmX6TjQ4QMM Transkript (automatisch erstellt) 0:00 „Vielen Dank, dass Sie gekommen sind, herzlich Willkommen hier auf der CeBIT 2015 auf der 0:05 gemeinsamen Pressekonferenz mit der Kollegin Wanka. Wir kommen gerade aus einem Gespräch mit 0:10 im Grunde all den wesentlichen Mitgliedern der Arbeitsgruppen, die den IT-Gipfel der 0:19 Bundesregierung jedes Jahr vorbereiten. Wir hatten ja den letzten im Oktober in Hamburg und bereiten 0:25 jetzt den nächsten IT-Gipfel vor und natürlich ist das große Thema, wo stehen wir in der – 0:33 jetzt müssen wir ja seit der CeBIT in diesem Jahr sagen – data in der D-Economy, weil in der Tat, 0:40 es ja nicht mehr um Digitalisierung geht, die ist schon viel länger unterwegs, es geht um 0:46 Vernetzung und Datenaustausch und die Daten als den Rohstoff der ökonomischen Entwicklung. Wir 0:53 hatten Herrn Oettinger zu Besuch. Wir sind mit ihm gemeinsam der festen Überzeugung, dass wir 0:59 versuchen müssen, möglichst gemeinsame und gleiche Rahmenbedingungen in Europa zu schaffen, 1:08 dass es wenig Sinn macht, dass wir unterschiedliche Regulierungsformen in Europa 1:12 haben. Dabei steht im Mittelpunkt natürlich der digital single market, die Themen 1:20 Netzneutralität, Roaming, aber auch die Datenschutzgrundverordnung. Der Kollege de 1:25 Maizière war auch dabei. Wir haben gesprochen über den Ausbau der Breitbandinfrastruktur – 1:31 die Bundesregierung hat ja gerade mit dem 10 Milliarden Investitionsprogramm nochmal 4,5 1:38 Milliarden Mittel bewilligt, bei denen wir Infrastrukturausbau und insbesondere die 1:43 Infrastruktur im digitalen Bereich, wir kommen zur Frequenzversteigerung – also da ist eine Menge 1:48 unterwegs. Digitales und Ökonomie sind längst nicht mehr 1:53 trennbar. Die Chinesen, die hier Gastland sind, haben uns in den letzten Tagen immer wieder 1:59 gesagt, dass es im Rahmen der internationalen Arbeitsteilung, sie sich auch eine 2:04 Innovationspartnerschaft auch im Bereich der Digitalisierung, der Datenökonomie vor allem auch 2:10 im Bereich Industrie 4.0 wünschen. Ich glaube, das ist auch selbstverständlich. Ich glaube, wir 2:14 können diese Arbeitsteilung, die ja zunehmen wird, weltweit nur gemeinsam entwickeln. Die 2:22 diesjährige CeBIT ist dafür glaube ich ein wichtiger Meilenstein auf diesem Prozess. Der 2:27 nationale IT-Gipfel ist auch weiterhin das zentrale Instrument zur Umsetzung der digitalen 2:34 Agenda der Bundesregierung. Es sieht Plattformen vor, die auf alle wichtigen Aspekte der 2:39 Digitalisierung eingehen, sie abdecken und vor allem die Akteure der Informations- und 2:47 Telekommunikationstechnologien dazu lädt. Wir haben eine Plattform innovative Digitalisierung 2:52 der Wirtschaft aufgebaut und vor allen Dingen danke ich der Kollegin Wanka, die mit sozusagen 2:59 der Innovationskraft des Forschungsministeriums gemeinschaftlich mit uns die Plattform Industrie 3:04 4.0 gegründet hat. Beide Plattformen werden in diesen Tagen ihre Arbeit aufnehmen. Die Plattform 3:12 „Innovative Digitalisierung der Wirtschaft“ soll innovationsfreundliche Rahmenbedingungen für 3:17 die digitale Wirtschaft identifizieren, vor allen Dingen Handlungsbedarfe im Bereich der 3:22 Dienstleistungsbranche wie Handel, Medien sowie Kultur- und Kreativwirtschaft stehen dabei im 3:27 Mittelpunkt. Bei der Plattform Industrie 4.0 kümmern wir uns um Themen wie Normung und 3:33 Standardisierung, aber auch gute Arbeit. Also wie erhalten wir eigentlich Qualifikation und wie 3:39 entwickeln wir sie weiter und vor allem Datensicherheit. Ich glaube hier auf der CeBIT, 3:44 überall im Land und in der Welt wird klar, dass die Chancen der data economy nur genutzt werden 3:51 können, wenn wir technologische, aber eben auch rechtliche Rahmenbedingen für Datensicherheit 3:57 schaffen. Nur dann werden wir die data economy nutzen können. Aber ich glaube, was das angeht, 4:05 kann Deutschland und kann Europa sozusagen den Wettbewerb gut aufnehmen. Ich glaube, wir sollten 4:11 Deutschland zu einem der sichersten Datenstandorte der Welt machen, um damit auch attraktiv zu sein 4:17 für Unternehmen, für Wissenschaft, für alle für die das von zentraler Bedeutung ist. Wir 4:23 machen das bei Industrie 4.0 gemeinsam nicht nur mit den Vertreter von Wirtschaft, Wissenschaft und 4:29 Gewerkschaften, sondern vor allen Dingen mit unseren beiden Ministerien, weil es gar keinen 4:34 Sinn macht, dass das Wirtschaftsministerium auf der einen Seite unterwegs ist und Forschung auf 4:39 der anderen Seite. Die Industrie-Plattform 4.0 ist eine logische Weiterentwicklung der seit 2013 4:47 bestehenden Verbände-Plattform der Industrie vom VDMA, ZVI und Bitcom. Sie wird am 14. April auf 4:54 der Hannover Messe ihre Arbeit aufnehmen. Dort stellen wir auch die neuen Zielrichtungen vor und 5:00 hoffen, auch bereits zum nächsten IT-Gipfel, in diesem Jahr erste Ergebnisse vorstellen zu 5:04 können. Meine Damen und Herren, Deutschland und Europa, 5:08 müssen um sozusagen die Potenziale der Datenökonomie zu nutzen digitale Souveränität 5:13 erhalten und ausbauen. Das ist unser Ziel, das unterstützen wir mit der Förderung von Forschung 5:20 und Innovation, flankieren es mit anderen Plattformen und regulatorischen Maßnahmen. Unsere 5:25 Unternehmen müssen sich in wichtigen Bereichen im internationalen Wettbewerb behaupten. Dass unsere 5:30 Industrie auch in Zukunft eine führende Rolle spielen kann, setzt voraus, dass die 5:36 Innovationskraft in den Händen der Industrie verbleibt und die dafür benötigten Daten sicher 5:41 sind. Deutschland ist derzeit mit seinem Maschinenbau, seiner Elektroindustrie, der 5:46 Fabrikausrüster der Welt. Wir haben eine herausragende Position. Wir sind letztlich die 5:51 Industrialisierer der Welt und deswegen sind unsere Chancen bei Industrie 4.0 auch besonders 5:58 groß. Wenn wir in den kommenden Jahren deshalb darauf einen Schwerpunkt legen, dann hat das 6:04 natürlich den Grund, dass wir diesen großen Stellenwert halten wollen. Das 6:10 Wirtschaftsministerium unterstützt die Unternehmen dabei mit verschiedenen Forschungs- 6:13 und Innovationsprogrammen. Alleine in den Programmen Autonomik für Industrie 4.0 und 6:18 Smartservicewelt geben wir in den kommenden Jahren fast 100 Millionen Euro an Projektmitteln aus oder 6:23 das Programm trusted cloud, hier werden sichere und rechtskonforme Cloudlösungen, die gerade auch 6:30 für den Mittelstand interessant sind unterstützt. Dazu brauchen wir einen modernen 6:34 Ordnungsrahmen, bei dem wir davon ausgehen, dass wir ihn in Europa dieses Jahr schaffen können. 6:40 National ist es ein wichtiger Schritt gewesen, mit dem Rechtssicherheit für kostenloses WLan 6:46 geschaffen wurde. Aber am Ende des Tages wir es darum gehen, einen gemeinsamen digitalen 6:51 Binnenmarkt in Europa zu schaffen. Darin wollen wir gemeinsam den Kollegen Oettinger 6:57 unterstützen. Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit.“ 7:01 „Ja meine sehr verehrten Damen und Herren, vor einiger Zeit hat Barack Obama führende 7:07 Wirtschaftswissenschaftler, Experten gebeten mal einzuschätzen, was die Stärken der Wettbewerber 7:12 ist, gegenüber der USA und da haben sie zu den Deutschen festgestellt, dass die Deutschen immer 7:19 noch nicht in der Lage sind, schnell und flott auf der grünen Wiese neue Unternehmen hochzuziehen, 7:24 dass aber die entscheidende Stärke Deutschlands ist und das haben sie voller Bewunderung 7:29 geschrieben, dass die Deutschen es über viele Jahre, Jahrzehnte geschafft haben, in Bereichen in 7:33 denen sie Spitze sind, im großen Fahrzeugbau meinetwegen, sich immer wieder zu erneuern und 7:39 immer wieder an der Spitze in der Entwicklung in der Welt zu stehen als Innovationsstärke 7:45 Deutschlands. Und zum anderen: Wenn man jetzt sieht Industrie 4.0, vierte industrielle 7:50 Revolution, dann ist das wieder ein Umbruch, wo es uns gelingen muss, wieder an der Spitze zu stehen. 7:57 Die Voraussetzungen dafür, das war auch gestern erfreulicher Weise in der Rede von Herrn Kempf zu 8:04 hören, sind wir Deutschen nicht schlecht. Ich will mal 2 Punkte nennen: Wir haben im Gegensatz 8:10 zu anderen Staaten nicht reindustrialisiert. Irgendwann haben das alle gemacht in den 60er, 8:15 70er, 80er Jahren des letzten Jahrhunderts. Aber Deutschland hat jetzt seit vielen Jahren einen 8:19 Industrialisierungsgrad von über 22% beibehalten, in den USA sind sie bei 11%, in Großbritannien 8:24 auch. D.h. wenn dort Industrie 4.0, dann muss man erst wieder auch Kapazitäten aufbauen oder 8:30 Automatisierungsgrad. Das Partnerland dieser CeBIT ist China. In China kommen auf 10 000 8:36 Industriearbeiter 14 Industrieroboter in Deutschland 20-mal so viel. D.h. wir haben schon 8:46 Punkte, wo wir richtig gut sind. Aber gerade Digitalisierung, die Ökonomie, Verbindung mit dem 8:51 Internet das sind Punkte, die jetzt bewältigt werden müssen und wo eine ganz neue Komplexität 8:57 vieler handelnder Personen notwendig ist. Und deswegen glaube ich, dass dieser Impuls von Seiten 9:03 der Bundesregierung, die Gründung dieser Plattform zu Industrie 4.0 ganz wichtig ist. 9:08 Vorläufer oder vorausgegangen ist die Arbeit der angesprochenen Verbände-Plattform und wir haben 9:13 jetzt den Kreis der Beteiligten sehr viel größer und sinnvoll erweitert und diesem Kreis sind eben 9:19 Wissenschaft, Wirtschaft, Verbände und die politischen - Agenten will ich nicht sagen -, aber 9:26 die politischen Akteure auf dieser Plattform. Und ich freue mich, dass wir uns verständigt haben, 9:31 weil nur das macht Sinn, dass wir das gemeinsam machen wollen. Und ich glaube, dieses Signal, dass 9:35 wir in Deutschland in einer so großen Aktion aller Beteiligten dieses wichtige Thema Industrie 9:41 4.0 angehen, das ist auch ein Signal international an die Wettbewerber, ein Signal, das zeigt: wir 9:46 wollen auch dort - wie anfangs festgestellt - ganz vorn sein. 9:53 Und ich würde noch zwei Punkte nennen, die mir besonders wichtig sind im Zusammenhang mit 9:56 Industrie 4.0 und dann entsprechend auch mit der Plattform. Das eine ist die Tatsache, dass wir 10:03 zwingend bei Industrie 4.0 den Mittelstand erreichen und mitnehmen müssen. Das viele davor 10:08 Sorge haben oder noch skeptisch sind, das auch der Mittelstand, die kleinen und mittleren Unternehmen 10:15 nicht das leisten können, was unsere großen Player aus sich heraus an Leistungen kreieren und 10:18 deswegen ist es wichtig, dass wir dort auch die Tatsache, Umgang mit sicheren Datenraum, dass wir 10:28 da das entsprechende liefern für den kleinen und Mittelstand. Minister Gabriel hat Programme 10:34 genannt, die von Seiten des Wirtschaftsministeriums für Industrie 4.0 10:38 ausgelobt worden sind. Wir hatten uns mal verpflichtet 120 Millionen, da sind wir jetzt 10:42 schon dabei und geben weiter Geld. Wir haben gerade in der letzten Woche verkündet, das 10:46 Programm über Sicherheit in der digitalen Welt und ich denke, dass wir vor allen Dingen bei den 10:55 Aufgaben die vor uns liegen, die Gemeinsamkeit brauchen, auch ein gesundes Selbstbewusstsein. 11:02 Aber neben dem Mitnehmen des Mittelstandes als zweiten wichtigen Faktor: Forschung. Und Forschung 11:07 ist eigentlich auch der Innovationstreiber bei Industrie 4.0 - nicht nur der Name, der ja mal aus 11:12 der Forschungsunion entstanden ist und sich durchgesetzt hat, sondern auch bei vielen anderen 11:17 Themen, die wir bisher gefördert haben, wo wir aber auch weiterhin unterstützen und fördern 11:23 wollen. Kleinere und mittlere Unternehmen können überhaupt kein Gefühl dafür haben, was heißt 11:28 es denn jetzt, in diesem Bereich zu investieren, wie sind da Sicherheiten oder anderes? Und 11:32 deswegen sind viele unserer Programme auch daraufhin ausgerichtet, nicht nur Forschung für 11:36 den Bereich zu betreiben, sondern wir sagen Industrie 4.0 soll auf dem Hallenboden ankommen, 11:40 also Umsetzung. Und das gilt auch für die Arbeitswelt von morgen, weil viele sehen die 11:46 Riesenchance dieser Entwicklung, aber viele Arbeitnehmer haben auch Sorge, dass ihre 11:50 Qualifikation, die sie bisher erworben haben, entwertet werden und deswegen ist das auch ein 11:55 Schwerpunkt, wie sozusagen die soziale Innovation, die wir brauchen, um Industrie 4.0 zu bewältigen. 12:00 Ich habe nur ein, zwei Punkte angesprochen, Herr Gabriel hat andere Punkte genannt und wir sind 12:06 fest entschlossen, dass wir mit dieser gemeinsamen Plattform wirklich auch gemeinsam mit allen 12:12 Beteiligten ein großes Stück Zukunft mit erringen wollen.“