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Der Stoffwechsel | EINFACH ERKLÄRT

StudioEinfach - Wissen, das Klick macht! 6:58 3.645 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 63 Zeilen
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  1. Hast du dich schon mal gefragt, wer du eigentlich bist? Also nicht philosophisch jetzt, sondern ganz
  2. wörtlich, denn, Achtung, die Person, die du heute bist, ist auf Zellebene nicht mehr dieselbe, die du vor ein paar
  3. Jahren warst. Klingt komisch. Lass uns da mal eintauchen. Es ist wirklich so, dein Körper ist eigentlich
  4. ununterbrochen dabei, sich selbst umzubauen. Alte, verbrauchte Zellen, kaputte Proteine, beschädigte
  5. Zellmembranen. Das wird alles pausenlos rausgeschmissen und durch Nagel neues Material ersetzt. Du bist quasi
  6. permanent dabei, dich selbst zu erneuern. Und worus bestehen wir überhaupt? Also zum größten Teil klar
  7. aus Wasser, aber wie du hier siehst, kommen direkt danach Proteine, Fette, Mineralstoffe und ein kleiner Teil
  8. Kohlenhydrate. Das Problem ist nur, all diese Bausteine, die dich ausmachen, die halten nicht ewig, die müssen ständig
  9. ersetzt werden. Und das Material dafür, tja, das kommt direkt aus dem, was du isst. Du kannst dir das wirklich so
  10. vorstellen. Dein Körper ist die ultimative, niemals end Baustelle. Nur mal so als Zahl. In deinem Leben wirst
  11. du zwischen 225 und 450 kg reines Protein herstellen. Das ist so, als würdest du dich selbst drei, vier,
  12. vielleicht sogar fünf mal komplett neu bauen, nur aus Protein. Verrückt, oder? Und dieser ganze unglaubliche Prozess,
  13. dieses ständige abreißen und wieder neu aufbauen, der hat einen Namen Stoffwechsel oder auch Metabolismus. Und
  14. nein, das bedeutet nicht einfach nur, wie schnell du Kalorien verbrennst. Das ist eine viel zu simple Erklärung. In
  15. Wahrheit beschreibt der Stoffwechsel wirklich jede einzelne biochemische Reaktion, die in deinem Körper abläuft,
  16. um dich am Leben zu halten. Im Grunde genommen ist dein Stoffwechsel ein ständiger Balanceakt. Man kann es sich
  17. vorstellen wie zwei Teams, die ununterbrochen in deinem Körper gegeneinander oder besser gesagt
  18. miteinander arbeiten. Auf der einen Seite haben wir den Anabolismus. Das ist das Bauteam. Es nimmt die kleinen
  19. Bausteine aus deiner Nahrung und zimmert daraus große komplexe Sachen wie Muskeln oder Fettreserven. Das kostet natürlich
  20. Energie. Und auf der anderen Seite steht der Katabolismus. Das ist das Abrissteam. Das zerlegt große Moleküle
  21. wieder in ihre Einzelteile und setzt dabei die Energie frei, die du zum Leben, bewegen und Denken brauchst. Man
  22. könnte also sagen, der Stoffwechsel ist ein endloser Kreislauf. Ein bisschen wie in der alten Sage von Süßifus, der immer
  23. wieder einen Fels Berg hochrollt, nur damit er wieder runterkullert. Nährstoffe werden zerlegt, um Energie zu
  24. gewinnen und genau diese Energie wird dann genutzt, um aus den Trümmern wieder was Neues aufzubauen. Ein ewiger
  25. Kreislauf. Okay, aber womit genau arbeiten diese beiden Teams? Was ist denn das
  26. Baumaterial für unsere ewige Körperbaustelle? Schauen wir uns mal die Nährstoffe an
  27. und wie das alles zusammenspielt. Insgesamt gibt's sechs Hauptgruppen von Nährstoffen. Wasser, Vitamine und
  28. Mineralstoffe sind natürlich überlebenswichtig, keine Frage, aber sie liefern uns keine Energie. Die
  29. eigentlichen Stars der Show, wenn es um Energie und Bautsteine geht, sind die großen drei: Kohlenhydrate, Fette und
  30. Proteine. Fangen wir mit den Kohlenhydraten an. Die sind der absolute Toptreibstoff für deine Zellen. Vor
  31. allem in Form von Glucose, also Zucker. Das ist die erste Wahl, wenn dein Körper schnell Energie braucht. Dein Gehirn
  32. ganz besonders, das ist ein echter Zuckerjunky. Es läuft fast ausschließlich mit Glucose. Fette sind
  33. dagegen eher die große Powerbank deines Körpers. Wenn du mehr Energie aufnimmst, als du verbrauchst, wird die schön
  34. säuberlich als Fett gespeichert für schlechtere Zeiten. Fette isolieren aber auch deine Organe und sind die Grundlage
  35. für super wichtige Hormone. Und die Proteine, tja, die machen quasi den ganzen Rest. Sie sind die Bausteine für
  36. deine Muskeln und dein Bindegewebe und ganz ganz wichtig für die Enzyme. Das sind die winzigen Arbeiter, die all die
  37. chemischen Reaktionen überhaupt erst anschmeißen. Proteine sind also nicht nur Baumaterial, sondern auch die
  38. Maschinerie selbst. Okay, jetzt wird's konkret. Was passiert eigentlich in dem Moment, wo du was isst? Stell dir vor,
  39. du kommst gerade von einem riesigen All You can Eat Buffet. Dein Körper schaltet jetzt in einen ganz speziellen Modus.
  40. Also direkt nach dem Essen wird die Nahrung in ihre kleinsten Teile zerlegt, allen voran in Glucose. Die schwemmt
  41. jetzt in dein Blut und dein Blutzuckerspiegel schießt nach oben. Das ist das Signal für deinen Körper, den
  42. Manager auf den Plan zu rufen, der sich um diesen Überschuss kümmern soll. Und dieser Manager heißt Insulin. Das ist
  43. ein Hormon, das sofort von deiner Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet wird. Sein Job ist ganz klar. Die
  44. überschüssige Glucose schnell aus dem Blut räumen und sie in die Speicher schicken. Entweder als Glykogen in die
  45. Leber und Muskeln oder direkt als Fett ins Fettgewebe. Insulin ist sozusagen der Einlagerungschef.
  46. So, aber was ist jetzt ein paar Stunden später? Das Buffet ist lange verdaut, der Magen ist leer. Jetzt schaltet dein
  47. Körper wieder um in einen ganz anderen Modus. Deine Zellen haben die ganze frei verfügbare Glucose aus dem Blut
  48. aufgesaugt. Die Folge: Dein Blutzuckerspiegel senkt. Das löst eine Art internen Alarm aus, denn wir
  49. erinnern uns, dein Gehirn will konstant mit Zucker versorgt werden. Ansonsten wirst du erst hangry, also hungrig und
  50. schlecht gelaunt und irgendwann funktioniert gar nichts mehr. Jetzt braucht dein Körper also einen anderen
  51. Manager. Und hier kommt der Gegenspieler von Insulin ins Spiel, Glucagon. Wenn Insulin der Einlagerungsmanager ist,
  52. dann ist Glukagon der Freigabemanager. Es klopft bei der Leber und beim Fettgewebe an und sagt: "Hey, gebt mal
  53. die gespeicherte Energie wieder frei. Der Blutsucker muss hoch." Und das hier ist der Zielbereich. Dein Körper
  54. versucht mit diesem cleveren System aus Insulin und Gluagon deinem Blutzucker immer genau in diesem schmalen Korridor
  55. zu halten, zwischen 70 und 100 mg pro Dezil. Das ist die absolute Wohlfühlzone, in der alle deine Zellen
  56. und ganz besonders deine Nervenzellen perfekt funktionieren. Und damit sind wir eigentlich beim Kern der Sache.
  57. Warum dieser ganze Aufwand, dieses ständige Speichern und freigeben, dieses feine Balancieren, das alles existiert
  58. hauptsächlich aus einem Grund, um sicherzustellen, dass dein Gehirn, dein anspruchsvollstes Organ, niemals ohne
  59. seinen Lieblingstreibstoff dasteht. Alles nur, damit du bei klarem Verstand und guter Laune bleibst. Wenn wir das
  60. jetzt alles wissen, dass unser Körper eine ewige Baustelle ist, die ständig zwischen Aufbau und Abbau, Speichern und
  61. freigeben dongliert, dann stellt sich doch eine ganz neue Frage. Was meinen wir eigentlich, wenn wir von einem
  62. schnellen oder langsamen Stoffwechsel reden? Vielleicht ist es an der Zeit dieses faszinierende System mal mit ganz
  63. anderen Augen zu sehen.