Der Stoffwechsel | EINFACH ERKLÄRT StudioEinfach - Wissen, das Klick macht! https://www.youtube.com/watch?v=BMuDJFUZoDo Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Hast du dich schon mal gefragt, wer du eigentlich bist? Also nicht philosophisch jetzt, sondern ganz 0:05 wörtlich, denn, Achtung, die Person, die du heute bist, ist auf Zellebene nicht mehr dieselbe, die du vor ein paar 0:12 Jahren warst. Klingt komisch. Lass uns da mal eintauchen. Es ist wirklich so, dein Körper ist eigentlich 0:18 ununterbrochen dabei, sich selbst umzubauen. Alte, verbrauchte Zellen, kaputte Proteine, beschädigte 0:24 Zellmembranen. Das wird alles pausenlos rausgeschmissen und durch Nagel neues Material ersetzt. Du bist quasi 0:31 permanent dabei, dich selbst zu erneuern. Und worus bestehen wir überhaupt? Also zum größten Teil klar 0:37 aus Wasser, aber wie du hier siehst, kommen direkt danach Proteine, Fette, Mineralstoffe und ein kleiner Teil 0:43 Kohlenhydrate. Das Problem ist nur, all diese Bausteine, die dich ausmachen, die halten nicht ewig, die müssen ständig 0:49 ersetzt werden. Und das Material dafür, tja, das kommt direkt aus dem, was du isst. Du kannst dir das wirklich so 0:55 vorstellen. Dein Körper ist die ultimative, niemals end Baustelle. Nur mal so als Zahl. In deinem Leben wirst 1:03 du zwischen 225 und 450 kg reines Protein herstellen. Das ist so, als würdest du dich selbst drei, vier, 1:11 vielleicht sogar fünf mal komplett neu bauen, nur aus Protein. Verrückt, oder? Und dieser ganze unglaubliche Prozess, 1:20 dieses ständige abreißen und wieder neu aufbauen, der hat einen Namen Stoffwechsel oder auch Metabolismus. Und 1:28 nein, das bedeutet nicht einfach nur, wie schnell du Kalorien verbrennst. Das ist eine viel zu simple Erklärung. In 1:34 Wahrheit beschreibt der Stoffwechsel wirklich jede einzelne biochemische Reaktion, die in deinem Körper abläuft, 1:41 um dich am Leben zu halten. Im Grunde genommen ist dein Stoffwechsel ein ständiger Balanceakt. Man kann es sich 1:47 vorstellen wie zwei Teams, die ununterbrochen in deinem Körper gegeneinander oder besser gesagt 1:52 miteinander arbeiten. Auf der einen Seite haben wir den Anabolismus. Das ist das Bauteam. Es nimmt die kleinen 2:00 Bausteine aus deiner Nahrung und zimmert daraus große komplexe Sachen wie Muskeln oder Fettreserven. Das kostet natürlich 2:07 Energie. Und auf der anderen Seite steht der Katabolismus. Das ist das Abrissteam. Das zerlegt große Moleküle 2:14 wieder in ihre Einzelteile und setzt dabei die Energie frei, die du zum Leben, bewegen und Denken brauchst. Man 2:20 könnte also sagen, der Stoffwechsel ist ein endloser Kreislauf. Ein bisschen wie in der alten Sage von Süßifus, der immer 2:27 wieder einen Fels Berg hochrollt, nur damit er wieder runterkullert. Nährstoffe werden zerlegt, um Energie zu 2:33 gewinnen und genau diese Energie wird dann genutzt, um aus den Trümmern wieder was Neues aufzubauen. Ein ewiger 2:39 Kreislauf. Okay, aber womit genau arbeiten diese beiden Teams? Was ist denn das 2:45 Baumaterial für unsere ewige Körperbaustelle? Schauen wir uns mal die Nährstoffe an 2:50 und wie das alles zusammenspielt. Insgesamt gibt's sechs Hauptgruppen von Nährstoffen. Wasser, Vitamine und 2:57 Mineralstoffe sind natürlich überlebenswichtig, keine Frage, aber sie liefern uns keine Energie. Die 3:02 eigentlichen Stars der Show, wenn es um Energie und Bautsteine geht, sind die großen drei: Kohlenhydrate, Fette und 3:08 Proteine. Fangen wir mit den Kohlenhydraten an. Die sind der absolute Toptreibstoff für deine Zellen. Vor 3:15 allem in Form von Glucose, also Zucker. Das ist die erste Wahl, wenn dein Körper schnell Energie braucht. Dein Gehirn 3:22 ganz besonders, das ist ein echter Zuckerjunky. Es läuft fast ausschließlich mit Glucose. Fette sind 3:29 dagegen eher die große Powerbank deines Körpers. Wenn du mehr Energie aufnimmst, als du verbrauchst, wird die schön 3:35 säuberlich als Fett gespeichert für schlechtere Zeiten. Fette isolieren aber auch deine Organe und sind die Grundlage 3:42 für super wichtige Hormone. Und die Proteine, tja, die machen quasi den ganzen Rest. Sie sind die Bausteine für 3:49 deine Muskeln und dein Bindegewebe und ganz ganz wichtig für die Enzyme. Das sind die winzigen Arbeiter, die all die 3:57 chemischen Reaktionen überhaupt erst anschmeißen. Proteine sind also nicht nur Baumaterial, sondern auch die 4:03 Maschinerie selbst. Okay, jetzt wird's konkret. Was passiert eigentlich in dem Moment, wo du was isst? Stell dir vor, 4:10 du kommst gerade von einem riesigen All You can Eat Buffet. Dein Körper schaltet jetzt in einen ganz speziellen Modus. 4:18 Also direkt nach dem Essen wird die Nahrung in ihre kleinsten Teile zerlegt, allen voran in Glucose. Die schwemmt 4:25 jetzt in dein Blut und dein Blutzuckerspiegel schießt nach oben. Das ist das Signal für deinen Körper, den 4:30 Manager auf den Plan zu rufen, der sich um diesen Überschuss kümmern soll. Und dieser Manager heißt Insulin. Das ist 4:38 ein Hormon, das sofort von deiner Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet wird. Sein Job ist ganz klar. Die 4:43 überschüssige Glucose schnell aus dem Blut räumen und sie in die Speicher schicken. Entweder als Glykogen in die 4:49 Leber und Muskeln oder direkt als Fett ins Fettgewebe. Insulin ist sozusagen der Einlagerungschef. 4:56 So, aber was ist jetzt ein paar Stunden später? Das Buffet ist lange verdaut, der Magen ist leer. Jetzt schaltet dein 5:04 Körper wieder um in einen ganz anderen Modus. Deine Zellen haben die ganze frei verfügbare Glucose aus dem Blut 5:11 aufgesaugt. Die Folge: Dein Blutzuckerspiegel senkt. Das löst eine Art internen Alarm aus, denn wir 5:18 erinnern uns, dein Gehirn will konstant mit Zucker versorgt werden. Ansonsten wirst du erst hangry, also hungrig und 5:24 schlecht gelaunt und irgendwann funktioniert gar nichts mehr. Jetzt braucht dein Körper also einen anderen 5:30 Manager. Und hier kommt der Gegenspieler von Insulin ins Spiel, Glucagon. Wenn Insulin der Einlagerungsmanager ist, 5:38 dann ist Glukagon der Freigabemanager. Es klopft bei der Leber und beim Fettgewebe an und sagt: "Hey, gebt mal 5:44 die gespeicherte Energie wieder frei. Der Blutsucker muss hoch." Und das hier ist der Zielbereich. Dein Körper 5:50 versucht mit diesem cleveren System aus Insulin und Gluagon deinem Blutzucker immer genau in diesem schmalen Korridor 5:57 zu halten, zwischen 70 und 100 mg pro Dezil. Das ist die absolute Wohlfühlzone, in der alle deine Zellen 6:04 und ganz besonders deine Nervenzellen perfekt funktionieren. Und damit sind wir eigentlich beim Kern der Sache. 6:11 Warum dieser ganze Aufwand, dieses ständige Speichern und freigeben, dieses feine Balancieren, das alles existiert 6:18 hauptsächlich aus einem Grund, um sicherzustellen, dass dein Gehirn, dein anspruchsvollstes Organ, niemals ohne 6:25 seinen Lieblingstreibstoff dasteht. Alles nur, damit du bei klarem Verstand und guter Laune bleibst. Wenn wir das 6:33 jetzt alles wissen, dass unser Körper eine ewige Baustelle ist, die ständig zwischen Aufbau und Abbau, Speichern und 6:39 freigeben dongliert, dann stellt sich doch eine ganz neue Frage. Was meinen wir eigentlich, wenn wir von einem 6:46 schnellen oder langsamen Stoffwechsel reden? Vielleicht ist es an der Zeit dieses faszinierende System mal mit ganz 6:52 anderen Augen zu sehen.