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Das sind die kuriosesten Zeitzonen der Welt | Terra X plus

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Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 23 Zeilen
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  1. Die Zeit: Wir können ihr alle nicht entkommen. Unser Leben wird von ihr bestimmt, unsere Aufgaben und Pläne unterliegen ihr. Das alles zu koordinieren – kann manchmal ganz schön kompliziert werden. Zum Beispiel, wenn du Richtung USA fliegst und damit in eine andere Zeitzone reist.
  2. In New York City angekommen erwartet dich eine Zeitumstellung von minus 6 Stunden. Wenn wir in Deutschland 12 Uhr mittags haben, dann ist es dort gerade mal 6 Uhr früh. Klingt ganz einfach, aber Zeitzonen können noch sehr viel komplizierter werden. Denn gerade politische Entscheidungen halten sich nicht daran, was die Erde vorgibt...
  3. In einer perfekten Welt sähen unsere Zeitzonen so aus: Die Erde ist in 360 Längengraden aufgeteilt, macht also 24 Abschnitte mit der jeweiligen Breite von 15 Längengraden. Damit überall auf der Welt, die Sonne zur gleichen Uhrzeit aufgeht, ihren höchsten Stand hat und wieder untergeht.
  4. Aber: In dieser Welt leben wir nicht! Wir leben in einer Welt, in der wir eine ideale Einteilung der Weltzeit von dem hier in das hier verwandelt haben. Wenn wir uns diese Karte der Zeitzonen genauer anschauen, dann merkt man, wie komplex das alles ist...
  5. Zeitzonen sind aber auch noch gar nicht so alt wie man denkt. Eine Konsequenz aus dem technologischen Fortschritt der Menschheit – gerade was den Transport angeht. Als in Großbritannien gerade die ersten Eisenbahnen zwischen London und Manchester hin- und herfuhren, wurde Mitte des 19. Jahrhunderts eine einheitliche Zeit immer wichtiger.
  6. Zuvor hatte jede Region ihre eigene Zeit – bestimmt nach den Sonnenständen vor Ort. Sonnenzeit nannte sich das. Und jetzt stellt euch mal vor: Ihr hättet damals die Aufgabe gehabt, Fahrpläne mit den genauen Uhrzeiten für das gesamte Schienennetz zu erstellen und das nur anhand des Sonnenstandes...
  7. So schlossen sich die Eisenbahngesellschaften zusammen und einigten sich auf die Greenwich Mean Time (GMT) als ihre einheitliche Zeit. Das war die im Königlichen Observatorium von Greenwich in London festgestellte Uhrzeit, die bereits von britischen Seefahrern als Referenzzeit genutzt wurde,
  8. ehe sie dann von den Eisenbahnen und 1880 dann von ganz Großbritannien übernommen wurde. GMT wurde Anfang des 20. Jahrhunderts zur Referenz für die Welt.
  9. Bis GMT zur Universal Time wurde und wir zu dem Modell kommen, das wir seit 1972 und auch heute noch nutzen: Die koordinierte Weltzeit, meistens UTC genannt. Das steht für Coordinated Universal Time. Wäre da die Abkürzung nicht CUT? Kleiner Einschub: Da wir auf der Welt so viele Sprachen haben, wollte man eine einheitliche Abkürzung – schließlich ist das hier eine weltweite Angelegenheit.
  10. Die Abkürzung vom französischen temps universel coordonné wäre TUC. UTC war schließlich der Kompromiss aus beiden Varianten. So viel zu: Man will sich global auf etwas einigen... Trotz allem: Die Mitteleuropäische Zeit, die wir auch in Deutschland haben, die ergibt sich aus UTC plus 1.
  11. Da wir von unserer Referenzzeit 0 ausgehen, geht es Richtung Osten bis hoch zu plus 12 – bis auf ein paar Ausnahmen, da kommen wir aber noch zu! Wir stellen die Uhr bis zu 12 Stunden vor. Und in die andere Richtung, in den Westen UTC geht es minus 1 bis minus 12 Stunden. Die Uhr wird zurückgestellt.
  12. Aber geographisch liegt doch Spanien in den Längengraden von UTC 0 und die haben trotzdem die Mitteleuropäische Zeit, also unsere Zeit? Tatsächlich ist es für Staaten kein Muss sich an diese idealen Vorgaben der Weltzeit zu halten – vielmehr stecken hier meistens kulturelle oder politische Motivationen hinter zeitlichen Grenzen.
  13. In Spanien zum Beispiel entschied der ehemalige Diktator Francisco Franco: “Wir in Spanien, wir stellen unsere Uhren eine Stunde nach vorne.” Franco könnte Nähe zu Nazideutschland gesucht haben. Seine Beweggründe sind historisch jedoch nicht vollkommen belegt. In den letzten 70 Jahren kam es jedoch nie wieder dazu, dass sich etwas an dieser Zeitzone ändert.
  14. Und so gibt es über den Erdball verstreut mehrere Ungereimtheiten in Sachen Zeitzonen, die die ein oder anderen interessanten Konsequenzen mit sich ziehen: Angefangen beim flächenmäßig viertgrößten Land der Welt: China. Ausgebreitet über den fast gesamten asiatischen Kontinent liegt es in fünf verschiedenen Zeitzonen – hat aber nur eine: Peking-Zeit (UTC +8).
  15. Wenn in Chinas politischen sowie kulturellen Zentrum Peking der Wecker um 6:00 Uhr klingelt und der Tag beginnt, dann ist es in der westlichsten Region praktisch noch mitten in der Nacht. Zwischen der ostchinesischen Stadt Fujin und der 4.500 Kilometer weiter westlich gelegenen Stadt Kaschgar liegt offiziell gesehen kein zeitlicher Unterschied, aber inoffiziell sind es insgesamt vier Stunden.
  16. Abenteuerlich wird es auch, wenn man sich entscheidet an dieser schmalen Stelle durch Tibet und das Himalaya-Gebirge Richtung Afghanistan zu ziehen. Hat man seinen Fuß über die Grenze gesetzt, kann man seine Uhr ganze dreieinhalb Stunden zurückstellen. Die größte landesgrenzenmäßige Zeitzonen-Veränderung auf der Welt!
  17. Stopp mal: Dreieinhalb Stunden? Woher kommt denn die halbe Stunde? Hier wird es noch einmal komplizierter, denn es gibt auch Länder, die ihre Zeitzonen an die nächste halbe Stunde richten, u.a. auch deswegen, weil sie auf dem Erdball zwischen zwei Zeitzonen also Längengraden liegen:
  18. eben Afghanistan (UTC +4,5) oder Indien (UTC +5,5) zum Beispiel. Nepal rechnet sogar mit Dreiviertelstunden (UTC +5,75). Noch merkwürdiger in Sachen Zeitzonen wird es aber mitten im Pazifischen Ozean. Ihr erinnert euch:
  19. In einer perfekten Welt wäre alles in einem Abstand von 15 Grad. Die internationale Datumsgrenze würde dann exakt durch die 180 Grad-Grenze laufen. Jetzt nehmen wir mal an: westlich von dieser Linie wäre Dienstag, dann ist östlich davon Montag. Nur ist diese Grenze alles andere als gerade und sieht so aus!
  20. Gerade dieser Zipfel ragt also weit über die eigentliche Datumsgrenze hinweg und wird daher mit UTC +14 angegeben, was es weltweit nur hier gibt und zwar auf den sogenannten Kiribati-Inseln. Theoretisch könnte man also Montag von Hawaii mit einem Flugzeug losstarten, an einem Dienstag an den Kiribati-Inseln vorbeifliegen
  21. und wenn man schnell genug ist – weiter südlich auf den Cook-Inseln an einem Montag wieder ankommen! Geht man näher an diesen Teil der internationalen Datumsgrenze heran, merkt man – wie komplex Zeitzonen doch werden können.
  22. Auf jeden Fall werdet ihr wieder von Kiribati hören, wenn dann zum Jahreswechsel – genau diese Region zu den aller ersten gehört, die ins neue Jahr starten. Wir können von Glück reden, dass wir innerhalb Deutschlands keine Zeitzonen überschreiten müssen. Denn Zeitzonen bedeuten manchmal mehr Hirnschmalz als man denkt.
  23. Wart ihr schon in anderen Zeitzonen unterwegs? Schreibt’s uns in die Kommentare und lasst uns ein Abo da, wenn ihr kein Video mehr verpassen wollt.

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