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Terra X History | Vertreibung 1945 – Deutsche auf der Flucht | Doku über Flucht, Vertreibung
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Transkriptautomatisch erstellt · 256 Zeilen
- [musik] was es heißt zu fliehen, alles zurückzulassen,
- neu anzufangen, oft mit leeren Händen. Das haben von 1944 [musik] an über 14 Millionen Deutsche erfahren. Auch eine Folge von Hitlers Krieg.
- Dies ist ihre Geschichte. Sie gehören zu den bekanntesten Gesichtern [musik] des deutschen
- Nachkriegskinos. die Schauspielerinnen Ingrid von Bergen [musik] im Westen und Eva Maria Hagen in der DDR.
- Gemeinsam [musik] haben sie ein dramatisches Schicksal, dass sie fürs Leben prägt. Ich habe mich immer fremd gefühlt. Mein
- Paradies war eben mein Dorf. Das wird immer bleiben, weil es war mein mein Saut, meine Heimat und da muss wir da plötzlich weg
- umgesiedelt. Wie Millionen Deutscher am Ende des Zweiten Weltkriegs.
- [musik] Ach, sieh mal an, du bist wieder da. Auch Ingrid van Bergen wird als Kind aus
- einer scheinbar unbeschwerten Welt gerissen. Man muss sich vorstellen, dass man den Baum, der ich da den der ich war mit
- allen Wurzeln aus dem Boden gerissen hat. Ich bin ein entwurzelter Baum und schleife meine Wurzeln hinter mir her. Und so fühle ich mich eben auch. Ich
- habe nie geschafft, meine Wurzeln irgendwo wieder in die Erde zu senken, sondern deswegen bin ich auch rastlos. Ich habe keine wirkliche Heimat. Die ist
- einfach für immer verschwunden. Was bleibt sind Erinnerungen.
- Meine Kindheit habe ich ja in Masen verbracht, also im Süden Ostpreusens. Und da habe ich immer noch eine ganz starke Erinnerung. Das war ein ganz
- kleines Dorf mit zwei Dorfteilchen und mein Vater war da Lehrer, Volksschullehrer. Ich hatte eine tolle Kindheit da. Es war einfach
- landschaftlich wunderschön, wenn wir spazieren gingen durch ostprösische Wälder und an Ostbrösische Seen.
- Ostpreußen, [musik] östlich von Danzig an der Ostsee gelegen, ist vorende des Zweiten Weltkriegs noch eine deutsche Provinz, wie z.B. auch Pommon Schlesien.
- In der niederschlesischen Hauptstadt Breslau, heute Wrozf leben damals über 600.000 Deutsche.
- Darunter auch die Familie des späteren Bundestagspräsidenten [musik] Wolfgang Tierser. Ich bin in Pressler geboren und bin
- aufgewachsen mit den Erinnerungen meiner Eltern und der Verwandten an eine wunderschöne Stadt. Presslau ist im besten Sinne des Wortes meine
- Erinnerungsheimat. Meine Eltern haben immer mit Stolz und mit mit Trauer an diese Stadt erinnert und erzählt im Ton tiefer Trauer, den
- Verlust einer so schönen Heimat, aber auch begleitet von dem Gefühl, wir selber sind schuld daran. Also, es war immer so ein doppelter Schmerz, der
- Schmerz des Verlustes der Heimat und der Schmerz über die eigene Schuld. Wir haben den Krieg begonen. Wir haben unser Nachbarland überfallen. Wir haben
- Menschen vertrieben. Es sind Deutsche, die mit der Vertreibung beginnen. In Polen und dann in weiten Teilen
- Osteuropas. Im Zweiten Weltkrieg beansprucht das NS-Rime Lebensraum. Verlassene Wohnungen polnischer und
- jüdischer Auswanderer werden gesäubert und für Volksdeutsche bereitgestellt. Volksdeutsche Bauern kehren heim ins große Vaterland.
- Die deutschen Besatzer versklaven, entrechten und drangsalieren die Bevölkerung.
- Sie rotten ganze Landstriche und Kulturen aus. ermorden Millionen Menschen, vor allem jüdischer Herkunft. Doch mit der Wende
- des Krieges droht sich diese Gewalt gegen die Deutschen im Osten zu kehren. Ganz bestimmt glaube ich, dass sehr sehr viele Menschen auch Angst vor Vergeltung
- hatten. Ja, weil sie entweder wussten oder ahnten, was deutscherseits vorher passiert war. Und ähm ich denke ganz bestimmt, dass diese Befürchtung, dass
- Rache genommen wird, dass Vergeltung geübt wird, auch eine Rolle gespielt hat äh und man dem auch entgehen wollte. Die sowjetische Offensive macht diese
- Furcht real. Seit die rote Armee im Herbst 1944 erstmals die deutsche Reichsgrenze erreicht hat, zeigt sie kaum Rücksicht.
- [musik] Massaker und Gewalttaten begleiten ihren Vormarsch. [musik]
- Die NSFührung hat selbst Angst vor Vergeltung geschürt. Nun verbietet sie mit sinnlosen Befehlen, dass die Menschen sich rechtzeitig in Sicherheit
- [musik] bringen. Man hat leider die Situation, dass äh die Menschen bei Todesstrafe teilweise
- gehindert werden sollen zu fliehen, äh weil das nicht in die Ideologie passte. Gerade in diesen letzten Monaten war sehr stark dieses Bewusstsein. Wir
- halten um jeden Preis, wir kapitulieren nicht. Diese Tage und Wochen im Osten verlangen harte Herzen und harte Fäuste.
- Im Januar 1945 rücken die Sowjets weiter vor. Bald stehen sie vor Danzig. Wenige Kilometer davon entfernt hat
- Ingrid van Bergens Mutter nach dem Tod ihres Mannes an der Ostfront [musik] mit ihren vier Kindern Zuflucht gefunden.
- Für die Einheimischen sind [musik] Flüchtlinge aus dem Osten die Vorboten kommenden Schreckens. Die ganzen Trecks, hier aus Ostpreuen
- kamen, fuhren ja auch durch Tanzig durch. Und äh wir wurden von der Partei auch gebeten äh so viel wie möglich Flüchtlinge aufzunehmen. Und dadurch
- habe ich als Kind schon sehr sehr viel gehört. Vergewaltigte Frauen und was da alles passiert war, was auf den Höfen passiert war. Frauen, die dann ihre
- Tiere auf den Höfen lassen mussten, die dann verhungert sind natürlich. Und da haben wir so wahnsinnig viel gehört und das war für mich dann wirklich Krieg.
- Die Berichte der Flüchtlinge aus [musik] dem Osten wirken wie ein Alarmruf. Unser Mädchen, unser wie man die damals nannte Dienstmädchen, die hat gesagt,
- wie sie wird in keinem Falle, wenn die Russen einmchieren, am Leben bleiben. Die bringt sich um, weil die hatte so viel gehört von den Frauen, die mit den
- Trecks durchkamen. Und da hat meine Mutter sich eigentlich unter dem Einfluss unseres Dienstmädchens, als es gar nicht mehr anders ging, als die
- Tieflieger schon in unsere Fenster schossen und auf Leute auf der Straße, da hat sich meine Familie entschlossen zu fliehen.
- Erst jetzt lassen Hitlers Handlanger die Bevölkerung ziehen. Das ist nichts anderes als Zynismus eigentlich, wenn man dann ganz zum
- Schluss in letzter Minute, wo es im Grunde lebensgefährlich ist, dann noch die Leute praktisch auffordert zu fliehen, es ist zulässt oder sie mehr
- oder weniger rausschmeißt. Die Flucht in letzter Minute hatte verheerende Konsequenzen, denn man hatte nur noch wenige Stunden gehabt, um das
- alles zu organisieren, seinen Leiterwagen irgendwie flott zu machen, die Pferde vorzuspannen, die alten Menschen und die Kinder drauf zu laden
- und dann oft durch Schneegestöber auf jeden Fall durch [musik] bei sehr sehr kalten Temperaturen -20 -30 diesen Weg nach Westen anzutreten.
- Kein leichter Entschluss. Alles zurücklassen, was man sich aufgebaut hat und aufbrechen, ohne zu wissen, wohin.
- Die ganze Familie, drei Schwestern mit je vier Kindern und meine Großeltern. So sind wir abmarschiert, alles zu Fuß. Ich bewunderte meine Mutter, sie hat ihren
- Mann verloren. Sie navigierte ihre Kinder äh den Fluchtweg lang bei Eis und Schnee in dieser ungeheuren Kälte mit dieser Bedrohung von oben. Es gab ja
- überall Tieflieger und da kriegten wir einen Granateinschlag. Unser Mädchen hat es den Arm abgeschlagen. Eins unserer Mädchen wurde
- die Halsschlagade durchtrennt. Da haben wir habe ich die ersten Toten gesehen. [musik] Nun holt der Krieg die Fluchtkonvous
- ein. Ende Januar 1945 erreichen die sowjetischen Panzer die
- Ostseeküste und kesseln Ostpreußen damit ein. [musik] Die Landroute nach Westen war
- unterbrochen durch eine Art sowjetischen Riegel und die Zivilbevölkerung saß mehr oder weniger in der Falle und es gab nur noch die Möglichkeit an die nordöstliche
- Ostseeküste zu kommen, irgendwie in Richtung Königsberg, in Richtung Pillau, das war eine Hafenstadt bei Königsberg, um dort noch mit viel Glück vielleicht
- eines der Schiffe zu erwischen, die dann ja über die Ostsee glücklicherweise auch viele hund 100000 Menschen gerettet haben. Das kurische Haft, das ist ein
- flacheres Ostige Wässer, was durch die kurische Nährung eine Landzunge geschützt ist. Es war im Januar 45 zugefroren, sodass sehr viele Menschen
- mit diesem Trecks versucht haben über dieses diese Eisfläche irgendwie Richtung Königsberg oder Pillau zu kommen. Das war eine lebensgefährliche
- Aktion und es gibt Fotos und die zeigen eben, wie Trecks einbrechen, wie Pferde einbrechen in das Eis, wie Tiere dort verenden, wie Achsen brechen, wie
- Menschen ertrinken. Es hat alle Formen von Tod in diesen Tagen und Wochen gegeben.
- [musik] Nicht nur Frauen, Kinder und Alte versuchen sich über die Ostsee zu
- retten, auch die Reste der Wehrmacht. Diese Seebrücke begann Ende Januar durch Großadmiral Karl Dönz, den Oberbefehlshaber der Deutschen
- Kriegsmarine, der aber ein militärisches Kalkül verfolgte und primär erstmal Wehrmachtsteile AT 1, die noch im Osten waren, versorgen
- wollte mit solchen Schiffen, der 2 aus dem Osten nach Westen verwundete, abtransportieren wollte und der geduldet hat, dass von diesen hunderten Schiffen,
- die im Einsatz waren vom Kreuzfahrtschiff bis zum Fischerboot immer auch Flüchtlinge mitgenommen worden ist, aber das war keine
- Seebrücke, die primär dazu gedacht war, Flüchtlinge zu retten. Und dennoch sind die helfen Zufluchtsorte.
- Wir wussten, dass da Flüchtlinge dann auf die offene Ostsee gebracht wurden und da lag ein Geleit zu. Der frühere NS Kreuzfahrtdampfer Wilhelm
- Gustlov ist das Flagschiff der Seebrücke. Wir hatten erfahren, dass die Gust vor Guten Hafen liegt
- vor dem heutigen Gedingen und da hat meine Mutter gesagt, jetzt geht's los. Sie wollte unbedingt auf dieses Schiff. Doch es ist bereits hoffnungslos
- überfüllt. Wie sich später herausstellte, war es ein Glücksfall, [musik] dass wir keine Passage bekamen.
- Am Mittag des 30. Januar 1945 legt die Wilhelm Gustlov ab. Es ist ihre letzte Fahrt. Um 21:16 Uhr versenkten drei sowjetische
- Torpedos das Schiff. Über 9000 Menschen sterben in der eisigen Ostsee.
- Bis heute die größte Katastrophe der zivilen Seefahrt. Am selben Tag meldet sich Hitler im Rundfunk drohen zu Wort.
- Es gibt deshalb in diesem Schicksalskampf für uns nur ein Gebot. Wer ihren abkämpft, kann damit das Leben für sich und seine Lieben retten. Wer
- der Nation aber fein oder charakterlos in den Rücken fällt, wird unter allen Umständen eines schippenden Todes sterben.
- In der Phase des sogenannten Endkampfes äh da wissen alle, die Verantwortung tragen zu dem Zeitpunkt, dass es zu Ende geht und trotzdem wurden eben auch
- Städte zu Festungen erklärt, wie etwa Presslau. Und da gab es fast eine Art von Obsession auf Hitlers Seite, dass sich an diesen Festungen quasi der
- Vormarsch der roten Armee bricht. Aus der Festung Breslau, die Hauptstadt des Gaus Schlesien bildet einen der Eckfeiler gegen den bolschewistischen
- Ansturm. Breslaus Bevölkerung ist von ihrem Gaulleiter aufgerufen worden, die Stadt bis zum äußersten zu verteidigen. Das hatte natürlich auch eine
- ideologische Dimension, dieses nicht aufgeben wollen, nicht der Schwächere sein, nicht kapitulieren und Menschen, die dort lebten in diesen Städten, z.B.
- für Dreslau. Gerade die Zivilisten und Zivilistinnen haben dafür einen sehr hohen Preis bezahlt.
- Zu den Erzählung meiner Eltern gehörte, dass der stellverende Bürgermeister Widerspruch eroben hat. hat gesagt, das ein unsinniger Vorschlag. Die Stadt kann
- man nicht vernünftigerweise militärisch verteidigen. Es sei den um den Preis ihrer Vernichtung und dann um den Preis endloser Opfer. Trotzdem wurde es
- angeordnet. Seinen Rettungsversuch bezahlt der stellvertretende [musik] Stadtchef Wolfgang Spielhagen mit dem Leben.
- Wer den Tod in Ehren fürchtet, stirbt ihn in Schande. Kommentiert der Breslauer Kampfkommandant [musik] und Gaulleiter Karl Hanke das
- Todesurteil zynisch. Die vom Krieg verschonte Stadt rüstet er zur Schlacht
- und lässt die Zufahrten sprengen. Am 20. Januar 1945 erteilte der Gaulleiter Hanke den Befehl,
- dass alle nicht wertfehlen Teile der Bevölkerung die Stadt zu verlassen hätten. Also Familien mit Kindern, meine Mutter mit uns kleinen Kindern und ihre
- Eltern waren aus Opeln auch noch gekommen. Nach einigem hin und her hat sich meine Mutter entschieden, ins Riesengebirge zu ziehen äh in also
- westlich von Breslau, wo die Front noch etwas weiter weg war. Anderswo gibt es kein Entkommen mehr. Die rote Armee war räumlich fast überall
- schon sehr sehr nah. Und was auch oft passiert ist, Panzer der roten Armee haben die Flüchtlingstrecksteils überholt,
- was schreckliche Folgen hatte im Sinne auch von Verbrechen. Die Begegnung mit den Sowjets bleibt auch Ingrid van Bergens Familie nicht
- erspart. Auf dem Weg zu einer der letzten Anlagestellen für deutsche Schiffe
- geschieht es auf Hler auf dieser kleinen Halbinsel. Da haben die Russen uns versucht aufzuhalten. Ich habe zu meiner Mutter
- gesagt, ich bin mal ein paar Schritte weg und da b da bin ich meinem ersten Russen begegnet mit der entsprechenden Konsequenz. Da war ich 13. Meine Mutter
- hat das nie erfahren. Ich habe sie auch später nicht erzählt, weil sie hätte dann möglicherweise sich Vorwürfe gemacht, völlig ungerechtigt, weil da
- gab es keine Vorwürfe. Aber ich habe es hier nicht erz, ich habe es niemand erzählt. Es gab nur eiserne Disziplin und dass man sich, wie man damals so
- schön sagte, zusammenreißen musste, denn es ging anderen ganz genauso. Das war alles.
- Doch die Furcht wächst, als sich auf breiter Front die sowjetischen Truppen nähern. Auch in Eva Maria Hagens Heimatort
- Kremlin in Vorpommon. Man hatte uns gesagt, wenn die Russen kommen, äh die Kinder, die die
- den Nageln sehe, die Zunge Tisch und sowas alles. Ja. Und dann irgendwann kam die Russen, das war im Jahr 1945
- und da rief ein Russe und einer gemeisch, also die Rossen
- und wir haben es versteckt hinter der Tür und er stampfte dann dann durch und kam dann auch doch zu uns und sah uns dann doch n st also fragte er unum habt
- ihr Angst und was macht der Russe nun hat er mir meine Zöpfe gestreichelt und hat uns Fliegerschokolade mitgebracht. Ja, die Russen haben nicht die Zungen
- angenagelt von uns, sondern uns das Schokolade gegeben. Doch niemand [musik] kann mehr sicher sein.
- Vor Willkür gibt es keinen Schutz. Das war am helligsten Tage und Russel ein betrunkener Miner
- Kalaschnik. Frau, komm, meine Mutter. Nein, sie geht nicht mit und die Kinder und
- dann hat wir müssen uns an die Wand stellen und hat mit seiner Kalaschnikov auf uns gezielt und immer noch gefackelt und so.
- dann auf einmal in die Luft geschossen und seine Galik geschmiss ist und der hat gesagt, also russisch soll Kindern der deutschen
- Kinder nicht erschießen, aber deutsch Soldat seine ganze Familie. In der Danziger Bucht bleibt der Familie von Ingrid von Bergen nur noch die
- Flucht nach vorn. Sie hat Glück, findet Platz auf [musik] einem Boot. Ich weiß gar nicht, wie viel Flüchtlinge
- auf diesem Schiff waren, aber als wir ein Deck kamen, haben bereits viele versucht vom Schiff runterzukommen und da wurde meine Mutter hellhör und da hat
- gesagt, nichts wie raus hier. Sowjetische Tieflieger feuern auf das Boot. Im Maschinenraum wurde das Schiff
- zweimal getroffen und fing an zu brennen und uns kam dann, als wir an Deck kamen, eingekeilt in einer Menschenmenge Menschen entgegen, die kamen aus dem aus
- dem Brandherd. Und äh damals habe ich gelernt, hat auch mit Disziplin zu tun, dass meine Familie nichts zu Leuten gehörte, die jammernd oder weglagend
- oder brutal versucht hat, an die Reling zu kommen. Wir haben einfach abgewartet, bis wir dran waren und kommen damit in letzter Not [musik]
- davon. Doch gerettet sind sie noch nicht nach dem Schiffsuntergang und nachdem wir nur wirklich gar nichts mehr hatten, wir hatten alles verloren und wir waren
- mit Rucksäcken unterwegs, die waren dann auch weg und da kam jemand und fragte, ob wir noch einmal auf ein Schiff gehen wollen. Der Geleitzug würde neu
- zusammengestellt werden. Und da hat meine tapfere kleine Mutter gesagt: Ja. Im dritten Anlauf gelingt [musik] der
- Familie die Flucht über die Ostsee. Ein deutscher Hafen war Zielort, aber die deutschen Hefen waren zu. Die die
- Schiffswracks haben die Hafeneinfahrten versperrt, denn die wurden ja beschossen von allen Seiten und bombardiert. Also haben wir weder Lübeck noch Hamburg noch
- Kiel erreicht, sondern Kopenhagen [musik] in Sicherheit auf fremdem Boden.
- Es war ja noch deutsche Besatzung in Dänemark. Wir wurden in ein Flüchtlingslager gesperrt. Die hatten natürlich gar keine Ahnung, wie sie
- diese Flüchtlinge alle unterbringen sollten. Und die haben uns in einer aufgelassenen Fabrik, die nur aus Beton bestand, haben die uns untergebracht und
- da lagen wir dann und versuchten irgendwo was zu ergattern, worauf wir uns legen konnten. Wir waren hinter Stachelgrad bewacht von Deutschen.
- Während in Dänemark Anfang Mai 1945 die Waffen ruhen, tobt um die umzingelte Festungsstadt Breslau ein erbitter Häuserkampf mit der roten Armee.
- Auf höchste Weisung. Es ging der Befehl zu unsinnigen Verteidigungsaktionen äh gewissermaßen auch zur
- Selbstvernichtung der Deutschen. Wenn die Deutschen eben nicht siegen, sondern sollen sie auch wirklich untergehen. Das war so die Devise von Hitler. In den
- letzten 10 Monaten gab es die meisten äh Kri Toten eines fünfjährigen Krieges wegen diese wahnwitzigen Überzeugung, wir müssen uns bis zum
- Untergang der Nation verteidigen. Am 6. Mai geben die Verteidiger auf. Unter den Toten dieser Schlacht sind 6000 deutsche Soldaten
- und 20.000 [musik] Zivilisten. Vielen Deutschen, die sich ins tschechische Riesengebirge gerettet
- haben, steht das Schlimmste erst bevor. Bis zum Ende des Krieges waren meine Mutter mit uns auf der böhmischen Seite
- in einem kleinen Dorf untergebracht und äh wurde dann erzählt eines Tages kamen dann tschechische Leute und sagen, ihr müsst wiederüber nach rüber nach
- Deutschland gehen. Den sowjetischen Truppen folgen in der Tschechoslowakei selbsternannte
- Partisanern. Nach dem Abzug der Wehrmacht übernehmen sie nun vieler Orts das Regiment. Diese Deutschen, die dann noch da waren,
- die nicht geflohen waren, waren in einer sehr, sehr schwierigen Situation, denn sie lebten unter neuen Machtverhältnissen. In dieser
- Gemengelage dort weiter zu sein und gleichzeitig unter Kontrolle z.B. der tschechischen Milizen oder der roten Armee zu stehen, das war
- lebensbedrohlich. Die verbliebenen deutschen Bewohner zahlen jetzt den Preis für die
- Verbrechen des NSRims, ob sie darin verstrickt waren oder nicht. Das bekommt auch die Familie von Edit
- Bayer zu spüren, die mit ihrer Gastwirtschaft bis dahin vom Krieg weitgehend verschont geblieben ist. [musik]
- Am 6. Mai ging das dann los mit den Hastaden, mit der Vergewaltigung, mit den Plünderungen. Äh, wir mussten dann, das habe ich extra
- mitgebracht, ein N tragen Nemz Deutsch und mit diesem N waren sie freiwild und auf einmal kam so ein Hass gegen die Deutschen. Die wurden mit Hakenkreuzen
- bemalt, die wurden aufgehängt, die wurden erschossen. Ein deutsches Leben war mit diesem Nichts wert. Und sie als Kind verstehen nicht, sie sind in einer
- behüteten Familie aufgewachsen und stehen fassungslos da. Was passiert jetzt?
- Dabei hatte auch der Aspekt der Rache, der Vergeltung für das, was die Deutschen vorher diesen Nationen und Völkern angetan hatten, hat natürlich
- eine Rolle gespielt. Man muss immer im Zusammenhang mit Fluchtenvertreibung auch die Vorgeschichte sehen. 1938
- besetzt Hitlers Wehrmacht von den Großmächten geduldet den deutschsprachigen Teil der Tschechoslowakei.
- Wieder eilte der Führer in Sudetenland, um die befreiten Deutschböhmen in die Gemeinschaft des deutschen Volkes aufzunehmen. Ein Freibrief für
- Sudetendeutsche Nationalisten, ihre tschechischen Mitbürger herabzuwürdigen und aus ihren Wohnorten zu vertreiben.
- Nach der Unterwerfung der gesamten Tschechoslowakei 1939 errichten die Deutschen ein Terrorregime in Prag.
- Zur Vergeltung für das Attentat auf Hitlers Stadthalter Reinhard Heidrich machen sie 1922 ein ganzes Dorf Lidize, dem Erdboden
- gleich. 1945 nach der Befreiung eskaliert [musik] die Wut auf alle Deutschen. Rache für Lidiz und Auschwitz, lautet
- die Parole. Büßen müssen auch Unschuldige. [musik]
- Wir wurden dann auf dem Stadtplatz zu einer Marschkolonne zusammengetrieben und 10 km lang mussten wir marschieren. Ziel ist der Bahnhof der nächstgelegenen
- Stadt. Wir sind dann in Kohle und Fibergongs geladen worden.
- Man konnte kaum sitzen. Wenn 80 Personen in so einem Wagon sind, können sie fast nur stehen. Sie können keine Notdurft verrichten.
- Die haben ja auch Leute aus dem Zug geholt und haben die Frauen vergewaltigt. Also ich wusste gar nicht, was Vergewaltigung ist. Das habe ich
- auch erst später erfahren. Ich wusste nur, dass die Frauen unwahrscheinlich Angst hatten und wenn der Zug hielt, hörten sie Frauen immer schreien. Aber
- das können sie sich als Neunjährige nicht erklären. Nicht nur Kindern erscheint die vertraute Welt [musik] wie ausgelöscht.
- Die Vertreibung aus der Heimat wird für einige zum [musik] Todesmarsch. In der Marschkolonne ging es ab in Richtung Deutschland. Das war rechts der
- Elbe und das war ein schlimmer Weg. Also, da sind wir wie eine vier Vieherde getrieben worden und an der Elbe bei
- Aussig stauten sich so Leichen. Sie gucken da als Kind entsetzt hin, weil sie sich das nicht erklären können, wo die diese Leichen auf einmal herkommen.
- Die waren besonders brutal, diese wilden Vertreibungen, wo sozusagen auf offener Straße Menschen aufgegriffen werden und es gab eben das Bestreben auf
- tschechischer Seite, aber auch auf polnischer Seite Fakten zu schaffen. Auch in Schlesien, seit [musik] Kriegsende unter polnischer Herrschaft,
- gibt es keine Zukunft mehr für die [musik] deutsche Bevölkerung. Meine Mutter ist zwischendurch äh in äh das nun äh zerstörte Dreslau gefahren.
- Uns das Haus, unser Wohnhaus war nicht zerstört. Da wohnten aber inzwischen polnische Menschen
- und äh deswegen konnten wir nicht hinein. Die neuen Stadtbewohner kommen größtenteils aus dem Osten Polens, den
- die Sowjetunion annektiert [musik] hat. Auch sie sind Vertriebene. Und jetzt kam von polnischer Seite die Anordnung. Entweder ihr votiert für
- Polen, ihr entscheidet euch dafür in Polen zu bleiben oder ihr müsst das Land, das nun mehr polnische Land verlassen.
- Haus für Haus, Straße für Straße, Stadtteil um Stadtteil sammeln die Behörden die Bewohner und verfrachten sie zum Bahnhof.
- Eine Fahrt ohne Wiederkehr. [musik] Es geht eben um hunderttausende einzelne Schicksale von Menschen, um sich vorzustellen, was das für so eine Stadt
- bedeutet, wie radikal sie sich verändert. Ja, indem alle Deutsche in einem bestimmten Zeitraum diese Stadt verlassen müssen unter Zwang. Wenn man
- sich vorstellt, dass ein Haus einer deutschen Familie gehört hat, die in diesem Haus ihren gesamten Alltag, vielleicht schon seit Generationen äh
- gelebt hat. Und dieses Haus muss in einer sehr kurzen Zeit verlassen werden. Die Menschen dürfen nur wenig mitnehmen, 20, 30 kg. Das Allermeister hat man
- zurückgelassen. Beinahe 300.000 [musik] deutsche Bresslauer verlassen ihre Heimatstadt. Nur etwa 7000 bleiben zurück.
- Breslau, die die über Jahrhunderelang eine deutsche Stadt war, eine blühende deutsche Stadt war. äh äh ist da hat ein fast vollständige Bevölkerungsaustaus
- stattgefunden. In Schloss Cilienhof bei Potzdam beraten Hitlers Kriegsgegner im Juli 1945
- über die Neuordnung Europas und das Schicksal von Millionen Menschen. Die Staatschefs der USA und [musik]
- Großbritanniens sind sich mit Sowjetführer Josef Stalin einig. Die drei Regierungen erkennen an, dass die Überführung der deutschen
- Bevölkerung aus Polen, [musik] der Tschechoslowakei und Ungarn nach Deutschland durchgeführt werden muss, in ordnungsgemäßer und humaner Weise.
- Man kann nicht davon sprechen, dass es auch trotzdem Einspruch gab spricht gegen diese Massung auch Church als [musik] Prin schon relativ früh sehr
- deutlich gesagt, dass Vertreibung aus englischen Gründen [musik] Как же её не любить молодую, несмелую?
- Как [musik] рассказать о любви, чтобы вдруг не спугнуть? Солнцем весенним [musik] раскрасила жизнь мою серую.
- [musik] И навсегда разорвала волнением грудь. [musik] Как же я был без неё все те годы
- бесцветные, [musik] что пролетели в угарном кабаском дыму.
- [musik] И одиноко встречал я часы предрассветные, [musik] а вот сейчас повторяю я словно [musik] в бреду.
- У этой женщины бездонные глаза. [musik] Разлёт бровей и шок волос туманят разум. [musik] Без этой женщины
- мне дня прожить нельзя. Покой мой забрала, а с [musik] ним и сердце разом. Всё переменчиво [musik]
- в жизнь и всяко случается. Вслед [musik] за закатом к нам новый приходит рассвет.
- После любви эта жизнь пустотой не кончается. Но ведь и счастья, [musik] увы, без любви в жизни нет.
- Как же я был без неё. Все те годы туманные, [musik] что проходили, бежали слепой [musik] чередой.
- Всё бы отдал за улыбку такую [musik] желанную. Жиз бы прожил неизменно я только [musik] с тобой.
- У этой женщины бездонные глаза. Разлёт бровей и шёлк волос туманят разум.
- Без этой [musik] женщины мне дня прожить нельзя. [musik]
- Und da ganze vielzeug [musik] drin. Was? Wir haben uns ja, [musik] die Kinder haben es auch als Abenteuer gesehen. Ich dachte, wir
- kommen wieder zurück, aber dann waren wir ja im Perleberg. Der Kreis Perleberg in Brandenburg hat ursprünglich etwa 56 000 Bewohner.
- 1945 kommt beinahe die gleiche [musik] Anzahl an Vertriebenen hinzu, teilweise 200 Ankömmlinge am Tag.
- Diese Leute da, die mochten uns auch gar nicht so gerne. Die verlausten und verhungerten Flüchtlinge. Unbehagen gegenüber Fremden, selbst
- Landsleuten [musik] ist auch damals verbreitet und Wohnraum knapp. Ja, da gab es im Wald diese Baracken,
- waren früher Strafgefangene drin und da konnte man dann übernachten. Ich wusste gar nicht, was sind die bissen 41.
- Meine Mutter ist dann auch noch krank geworden an Tyfus und wir beiner gestorben und und wir lebten wie die wilden Katzen im Wald.
- Suppen haben wir aus Brennessel gemacht und man hat man da auch in den Mülltonnen geguckt, was sie ein hartem Brot oder so wegschmeißen
- und dann eine Brotsuppe draus gemacht. Ja, richtige Hungerzeit. Muss zusehen, dass man irgendwie ein bisschen was zu essen kriegt.
- Klauen auf dem Feld. Besonders in der sowjetisch kontrollierten [musik] Zone fehlt es an Nahrungsmitteln.
- Ich habe eine gerade zu irrationale Angst davor, dass wir zu Hause kein Brot haben. Das ist wohl eine unbewusste Nachwirkung aus dieser Zeit, wo man doch
- auch als kleines Kind, der nichts begreifen konnte, Hunger gelitten hat. Nach langer Odyssee erreicht Wolfgang Tiersse mit seiner Mutter und seinen
- Geschwistern Thüringen. Dort treffen sie den Vater [musik] wieder, der Heil aus dem Krieg
- zurückgekehrt ist. Wir wurden dann verwiesen auf den Süden Thüringens mit dem Hinweis, dort gibt es viel weniger Flüchtlinge und so sind wir
- da 19 im Sommer 1946 in äh Eisfeld am Südrank des Thüringerwaldes angekommen. sind zwangseingewiesen worden in eine Wohnung
- und wenn jemand zwangsweise irgendwo eingewiesen wird, dann stößt man nicht auf Freundlichkeit und Zustimmung und dann natürlich auch so das Vorurteil
- gegenüber Fremden, also nutzen dieser den anderen etwas wegnehmen ohne ohne dafür etwas geleistet zu haben. Sie sind Deutscher wie die anderen und
- doch trennt sie vieles. Wir sprachen Hochdeutsch. Die anderen sprachen fränkisch, wir waren katholisch, ich bin dort
- Ministrant geworden, die anderen waren alle evangelisch. Bis 45 gab es dort keine Katholiken. Die katholische Gemeinde war neu. Das waren alles
- Flüchtlinge und Heimatvertriebene aus Ostpreußen, aus Bromon, aus den Suden, aus Schlesien. Und äh das war der Ort, wo man wo auch
- die Geschichten erzählt worden sind von der Heimat. Man stand zusammen im in der Trauer über die verlorene Heimat, über den Verlust
- von Menschen, in der Ratlosigkeit, wie es weiterging. Die Form dieser Aussiedlung ist human. Die ostdeutsche Propaganda beschönigt
- die Vertreibung wie einen friedlichen Umzug. So tragen diese Umsiedler mit ihrem Schicksal oft ohne persönliches Vergehen
- an der Kriegsschuld der narzisstischen Eroberer. Eine offene kritische Debatte über Flucht und Vertreibung hätte bedeutet
- auch über stalinistische Verbrechen zu sprechen und das war natürlich nicht opportun.
- Bis in die 80er Jahre hinein haben sich Vertriebene in der DDR zu Hunderten in den Zoos getroffen. Das waren Orte, an denen sowieso viele Menschen
- zusammenkamen, ein großes Publikum, ein reges Treiben. Und in diesem Raum war es dann unauffälliger möglich, irgendwo zusammenzukommen, vielleicht ein Kaffee
- zu trinken und sich eben doch an Schlesien oder Pommern oder Ostpreußen zu erinnern, an der Gefahr vorbei von der Stasi etwa beobachtet zu werden, im
- schlimmsten Fall sogar verhaftet zu werden. Die Gegenwart soll ungetrübt bleiben. Durch die Umsicht und tatkräftige Hilfe
- der Brandenburger Behörden werden die Umsiedler wieder in den Arbeitsprozess eingerei und ihren Kindern eine glückliche Zukunft gesichert. [musik]
- Das hat mich immer geärgert und betroffen gemacht, dass in der DDR immer nur von Umsiedlern die Rede war, als wären wir sozusagen mit Möbeln
- umgezogen. Nein, nein, wir waren schon Vertriebene, die die fast alles in der Heimat lassen mussten. Wir hatten nichts, nichts nur das, was
- man am Leibe hatte und vielleicht noch ein oder zwei Körperchen und musste nun wirklich aus dem nichts anfangen.
- Ähnlich ergeht es der Familie von Ingrid von Bergen. 1948 verschlägt der Zufall sie aus dem
- dänischen Flüchtlingslager in die schwäbische Kleinstadt Metzingen in Metzingen am Bahnhof. Da standen wir dann da und da kamen
- die Leute aus dem Ort, die Namen waren Freiwillie, die also aus welchen christlichen Gründen oder so natürlich, die sich um die Flüchtlinge gekümmert
- haben und die haben gesagt, die nehmen wir wir haben Unterkunft für die und die kamen uns wie Engel vor. Doch nicht alle heißen Herbergsuchende
- willkommen. Es war so, dass auch damals natürlich die Leute Flüchtlingen gegenüber
- außerordentlich misstrauisch waren. Also so als ob man im Dorf rumrennt und irgendwas klaut oder so. Sie haben auch gesagt, die blöden Flüchtlinge, die
- sollen gefälligst arbeiten gehen. Meine Mutter hat sich da wohl überhaupt nicht beeindrucken lassen, aber ich habe mich immer fremd gefühlt.
- Was die Neuankömmlinge manchen Einheimischen voraushaben, ist die Notwendigkeit und der unbedingte Wille neu anzufangen.
- die Heimat verloren, alles hab und gut verloren, äh Hungerzeiten durchgemacht, viele waren traumatisiert und ich habe einfach diszipliniert wieder einmal, wie
- meine Familie auch. Ich habe gedacht, okay, das ist jetzt neu ein Neuanfang und da muss man mit der ganzen Werwe, die man hat ran. Und genau das habe ich
- auch getan. Aus der Enge der Provinz zieht es Ingrid von Bergen nach Hamburg.
- Sie will Schauspielerin [musik] werden, besucht die Hochschule für Musik und Theater und spielt in Kinofilmen mit.
- Weißt du, ich habe es mir überlegt, du hattest recht. Man darf sie nicht alles gefallen lassen. Man muss sich wehren und zurückschlagen.
- Auf der Leinwand ist [musik] Ingrid van Bergen bald eine der bekanntesten deutschen Darstellerinnen.
- Manometer 100 Ben. Ähnlich wie Eva Maria Hagen in der DDR.
- Auch sie findet nicht nur Aufnahme, sondern Anerkennung und eine neue Heimat. Ja, aber es war mein mein Sout. meine
- Heimat ist schon wieder weg oder so und alle anderen verlassen. Ich wollte nicht weggehen.
- Dennoch kehrt sie später der DDR den Rücken und folgt ihrem Lebenspartner Wolf Biermann [musik] nach dessen Ausbürgerung in den Westen.
- Das Thema Flucht verlässt die Deutschen nicht bis heute. Also diese dramatische Zuwanderungswelle. stattfand, da hatte
- ich auch das dringende Gefühl, ja, das kennen wir doch, wir Deutschen kennen das doch, was Flucht und Vertreibungen sind, weil wir selber für welche
- verursacht haben und weil wir selber als Deutsche welche erlitten haben. Das müsste präsent sein und dass man dann immer noch vernünftige Politik betreiben
- muss, wie man das regelt, das gehört mit dazu. Aber die Erinnerung daran, das müsste sozusagen als emotionaler Grundton anwesend sein und
- hindern allzu flott und zu leichtsinnig ausländerfeindlich zu sein. Auch heute müssen Millionenflüchtende [musik] alles zurücklassen.
- Viele Deutsche wissen, was das [musik] bedeutet. เฮ