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Lyrik für Alle Folge 3 Andreas Gryphius

Lutz Görner9:35 53.523 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 58 Zeilen
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  1. [Musik] was sind wir Menschen doch ein Wohnhaus Grimmer Schmerzen ein Ball des falschen
  2. Glücks ein Irrlicht dieser Zeit ein Schauplatz voller Angst und Widerwärtigkeit ein baldzerschmolzen
  3. Schnee und abgebrannte Kerzen wer jetzt noch Atem holt fällt unversehens dahin die nach uns kommen
  4. wird auch der Tod ins Grab hinziehen und so vergehen wir wie Rauch von starken
  5. Winden der diese Zeilen gedichtet hat heißt Andreas grüffius er ist 1616 in Glogau in Schlesien geboren und ist
  6. trotz unvorstellbarem Leids in seiner Kindheit und Jugend nicht nur ein großer deutscher Dichter ein hochgeehrter
  7. Politiker sondern auch einer der bedeutensten Gelehrten seiner Zeit in Europa
  8. geworden sein Vater war protestantischer Pfarrer der 30jährige Krieg begann als er 2wei Jahre alt war der Vater starb
  9. als Andreas 5 war ein Jahr später heiratete die Mutter erneut kurz darauf wurde Glogau von 8000 Söldnern völlig
  10. ausgeplündert als grüpius war starb die geliebte Mutter an Schwindsucht einige Monate später wurden die Protestanten
  11. darunter auch der Stiefvater von den kaiserlichen Truppen aus Glogau vertrieben alle Knaben unter 15 Jahren
  12. also auch Andreas grüffius wurden in Glogau quasi als Geiseln gehalten doch er durfte einige Monate später zu seinem
  13. Stiefvater der wieder geheiratet hatte da war Andreas 13 die neue Mutter die er wie seine eigene liebte starb nachdem
  14. sie sechs Kinder Tod zur Welt gebracht hatte schon in ihrem 25 Lebensjahr die pä wütete sie raffte die Hälfte der
  15. städtischen Bewohner in Schlesien hin Glogau brannte von zehn Menschen dieser Zeit überlebten nur
  16. drei mit 20 Jahren 1636 der Krieg ist biblische dreimal 6 Jahre alt schreibt Andreas grypius eines
  17. seiner ergreifendsten Gedichte mit dem Titel Tränen des Vaterlandes wie sind wir doch nun ganz
  18. ja mehr denn ganz verheeret der frechen völkerschar und ihre kriegsposun das Schwert vom Blute Fett
  19. die donnernde Kart hat allen Schweiß und Fleiß und Vorrat aufgezehret die Türme stehen in Glut die
  20. Kirche ist umgekehrt das Rathaus liegt im Graus die starken sind zerhauen die Jungfrauen sind geschändet und wo wir
  21. hin nur schauen ist Feuer Pest und Tod der Herz und Geist durchfähret hier zwischen Schanz und
  22. Stadt rintt allzeit frisches Blut dreimal se Jahr sind schon dass dieses Krieges Flut von so vi Leichen schwer
  23. sich langsam fortgedrungen doch schweig ich noch von dem was Ärger ist als Tod was Grimmer
  24. denn die Pest und Glut und Hungersnot das auch der Väter glauben so vielen
  25. abgezwungen in dieser grausamen Zeit wird er vom Stiefvater unterrichtet geht da und dort auf tut sich aber schon früh
  26. hervor beobachtet die Welt die umgibt du siehst wohin du siehst Vergeblichkeit
  27. auf Erden was dieser heute baut reißt jener morgen ein wo jetzt die Städte stehen so herrlich hoch und fein da wird
  28. in Kürze gehen ein Hirt mit seinen Herden was jetzt so prächtig blüht wird bald treten werden was jetzt so pocht
  29. und trotzt ist morgen Asch und Bein nichts ist das ewig sei kein Erz kein Marmorstein jetzt lacht das Glück uns an
  30. bald quälen uns Beschwerden und unserer Taten Ruhm wird wie ein Traum
  31. vergehen kann da das Spiel der Zeit der leichte Mensch bestehen ach was ist alles dies das wir für
  32. köstlich achten als bloße Nichtigkeit als Schatten Staub und Wind als eine wiesenblum die man nicht
  33. wiederfindt beständiges wird hier kein einzer Mensch betrachten gryffius wird Hauslehrer in
  34. hochgestellten Familien findet Gönner die ihm dem 22-Jährigen ein Studium auf der damals fortschrittlichsten
  35. Universität Europas im niederländischen leiden ermöglichen Philosophie Jura und medizinstudierte
  36. dort und beschäftigt sich außerdem mit Astronomie und praktischer Anatomie aber er hält selber auch Vorlesungen über
  37. Geographie Trigonometrie Logik Physiognomie poeik wahsagekunst und Altertumskunde doch in dieser relativen
  38. Sicherheit im damals fortschrittlichen Holland wird er mit 25 Jahren so krank dass er sich auf den Tod
  39. vorbereitet mir Krau vor mir selbst mir zittern alle Glieder wenn ich die Lipp und NAS und
  40. beider Augen Kluft die blind vom Wachen sind des Atems schwere Luft Betracht und die nun schon erstorbenenug
  41. Lieder die Zunge schwarz vom Brand fällt mir beim Sprechen nieder und
  42. lalt ich weiß nicht was die müde Seele ruft dem großen Tröster
  43. zu das Fleisch riecht schon nach Gruft die Ärzte lassen mich die Schmerzen kommen
  44. wieder aus Haut und Knochen scheint mein Körper nun zu sein das Sitzen ist mein Tod das liegen meine
  45. Pein die Beine haben selbst nun Träger wohl von Nütten was ist jetzt aller Ruhm was
  46. Jugend eh und Kunst wenn diese Stunde kommt wird alles
  47. und Dunst ja alles dies will vor der Zeit mich
  48. töten nun dass die Ärzte ihn gelassen das heißt aufgegeben haben war sein Glück
  49. denn so überlebt er mit 31 Jahren kehrt Andreas grüffius nach Schlesien zurück nachdem er zuvor noch zu einer großen
  50. Reise auf gebrochen war die ihn bis nach Rom führt Paris Marseille Florenz Venedig und Straßburg sind die
  51. Hauptstationen mit 34 Jahren wird er Syndikus das heißt oberster Richter in Glogau doch im Alter von 48 Jahren schon
  52. stirbt er während einer Ratssitzung an einem Schlaganfall was frag ich nach der
  53. Welt sie wird in Flammen stehen was acht ich reiche Pracht der Tod reiß alles hin was hilft die Wissenschaft dies ganze
  54. falsche Zeug der Liebe Zauberwerk ist tolle Fantasie die wollos ist für wahr nichts als ein schneller Traum die
  55. Schönheit ist wie Schnee dies Leben ist der Tod dies alles stinkt mich an drum
  56. wünscht ich mir den Tod weil nichts wie schön und stark wie reich es sei besteht oft e man leben will ist schon
  57. das Leben hin so spielt dies ernste Spiel solang die Zeit es leidet doch lernt dass wenn
  58. ihr vom Bankett des Lebens scheidet Kron Weisheit stärk und gut sei nur geborgte Pracht

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