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Chromatographie - Die Theorie | EINFACH ERKLÄRT

StudioEinfach - Wissen, das Klick macht! 7:02 401 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 50 Zeilen
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  1. Hey und herzlich willkommen. Schon mal gefragt, was so einfacher schwarzer Filzstift mit einem hochmodernen Doping Labor gemeinsam hat. Klingt erstmal
  2. komisch, oder? Aber die Antwort ist eine der genialsten Methoden in der Chemie. Und genau die schauen wir uns heute mal ganz entspannt an, so dass es jeder
  3. versteht. Also fangen wir genau da an. Ist schwarze Tinte wirklich nur schwarz? Die Antwort darauf, die ist nämlich der Schlüssel zu einer ja einer echt
  4. mächtigen wissenschaftlichen Methode, die unseren Alltag an so vielen Stellen beeinflusst, ohne dass wir es merken. Und die Lösung für dieses Rätsel, die
  5. heißt Chromatografie. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Im Grunde ist das einfach ein super cleveres Trendverfahren. Damit können
  6. Chemiker ein Gemisch aus verschiedenen Stoffen wieder in seine Einzelteile zerlegen. Und genau schwarze Tinte ist eben nicht nur ein Stoff, sondern so ein
  7. Gemisch. So, genug der Vorrede. Lass uns mal eintauchen und gucken, wie das Ganze genau funktioniert. Wir starten mit einem super einfachen Experiment, dass
  8. du vielleicht sogar noch aus dem Chemie oder Kunstunterricht kennst. Also, stell dir das mal bildlich vor. Du nimmst ein Stück Filterpapier, so
  9. Kaffeefilterpapier geht auch und mal einen dicken schwarzen Punkt drauf. Dieses Papier stellst du dann vorsichtig in ein Glas mit ein bisschen Wasser.
  10. Aber Achtung, nur die untere Kante vom Papier soll ins Wasser, nicht der Punkt selbst. Und jetzt passiert die Magie. Das Wasser klettert am Papier hoch,
  11. erreicht den Punkt und zack. Der schwarze Punkt löst sich auf und fächert sich in die schönsten Farben auf. Plötzlich siehst du blau, vielleicht ein
  12. bisschen rot, gelb. Alles trennt sich voneinander. Okay, aber warum passiert das? Um das zu kapieren, müssen wir die zwei Hauptdarsteller in diesem Spiel
  13. kennenlernen. Da gibt's zum einen die stationäre Phase. Das ist, wie der Name schon sagt, der Teil, der Stillhält, also unser Papier. Und dann gibt's die
  14. mobile Phase, den beweglichen Teil. Das ist die Flüssigkeit, die alles ins Rollen bringt. In unserem Fall das Wasser. Man kann sich das Ganze
  15. eigentlich am besten wie ein Wettrennen vorstellen. Die einzelnen Farbstoffmoleküle, das sind unsere Läufer. Die mobile Phase, also das
  16. Wasser, ist wie so eine Welle oder ein starker Wind von hinten, der alle Läufer nach vorne schiebt. Aber und das ist der Clue, nicht alle Läufer sind gleich
  17. schnell, denn die Rennstrecke, unser Papier, hält manche Läufer stärker fest als andere. Und hier kommt das entscheidende Wort ins Spiel. Affinität,
  18. das ist im Grunde nichts anderes als die Anziehungskraft oder noch einfacher die Klebrigkeit. Manche Farbmoleküle haben eine hohe Affinität zur stationären
  19. Phase. Heißt sie kleben quasi am Papier fest und kommen nur langsam voran. Andere Farbstoffe wiederum haben eine hohe Affinität zur mobilen Phase. Die
  20. lösen sich super im Wasser, lassen sich einfach mitreißen und sind deshalb richtig schnell. Und genau dieser kleine feine Unterschied im Tempo, der sorgt
  21. dafür, dass ich am Ende alle Farben schön aufreihen. Okay, das war jetzt die einfache Version, aber lass uns mal einen Schritt
  22. weitergehen ins richtige Labor. Was machen die denn, wenn die Stoffe, die sie trennen wollen, gar keine Farbe haben, also komplett unsichtbar sind?
  23. Tja, dafür gibt es die sogenannte Dünnschichtchromatografie oder kurz TLC. Das ist quasi die Profiion von unserem Papierexperiment.
  24. Das Prinzip ist ha genau dasselbe, aber statt Papier nimmt man eine kleine Glas oder Plastikplatte, die mit einem ganz feinen weißen Pulver beschichtet ist,
  25. meistens Kisegel. Das ist dann die neue verbesserte stationäre Phase und damit werden die Ergebnisse viel viel genauer. Jetzt bleibt aber die Frage, wie sieht
  26. man die unsichtbaren Flecken am Ende? Auch dafür gibt's ein paar coole Tricks. Man kann die Platte z.B. unter UVlicht halten. Viele dieser Platten haben einen
  27. Stoff beigemischt, der dann leuchtet, meistens so grünlich. Aber genau da, wo die getrennten Stoffe sind, da leuchtet es nicht. Die werfen quasi einen dunklen
  28. Schatten. Ziemlich clever, oder? Eine andere Möglichkeit, man besprüht die Platte mit einer speziellen Chemikalie, die nur mit den getrennten Stoffen
  29. reagiert und sie so sichtbar macht, sie also anfärbt. Okay, sehen ist ja schön und gut, aber was, wenn ich die getrennten Stoffe nicht nur angucken
  30. will? Was, wenn ich sie wirklich haben will, also auffangen und weiter damit arbeiten möchte. Auch dafür gibt's natürlich eine Lösung, die
  31. Säulenchromatografie. Jetzt stell dir statt einer flachen Platte mal eine lange Glasröhre vor, eine Säule eben. Die ist gefüllt mit
  32. demselben Kieselgel. Ganz oben gibt man das Gemisch drauf, dass man trennen will und dann lässt man das Lösungsmittel von oben nach unten durchlaufen. Und jetzt
  33. passiert genau das gleiche wie vorher, nur in vertikal. Die Stoffe starten ihr Wetttrennen nach unten. Der schnellste kommt zuerst unten an, dann der
  34. zweitschnellste und so weiter. Und man muss da nur noch unten Reagenzgläser drunter halten und die einzelnen Stoffe nacheinander auffangen. Ziemlich
  35. praktisch. So und jetzt schauen wir uns mal an, wo uns dieses Prinzip im echten Leben begegnet, also in den richtigen Hightech Laboren. Hier haben wir mal
  36. zwei absolute Schwergewichte im Vergleich. Auf der einen Seite die HPLC. Stell dir die Säulenchromatografie vor, aber auf Steroiden. Hier wird die mobile
  37. Phase, eine Flüssigkeit mit irsinnig hohem Druck durch eine super dünne Säule gepresst. Warum? Weil es dadurch extrem schnell und unglaublich genau wird. Das
  38. ist die Methode der Wahl bei Doping Tests oder der Entwicklung von Medikamenten. Auf der anderen Seite die Gaschromatografie oder GC. Hier ist die
  39. mobile Phase, wie der Name schon sagt, ein Gas. Man erhitzt die Probe, damit sie gasförmig wird und schickt sie dann mit dem Gas durch eine hauchdünne, oft
  40. meterlange Säule. Hier werden die Stoffe vor allem nach ihrem Siedepunkt getrennt. Das ist perfekt, um winzigste Mengen von Schadstoffen in der Umwelt
  41. oder in unserem Essen aufzuspüren. Also egal, ob wir mit Tinte auf Filterpapier rumspielen oder vor einer Maschine stehen, die so viel kostet wie einen
  42. Sportwagen. Du siehst, dahinter steckt immer wieder dieselbe einfache und doch geniale Idee. Lass uns dieses Kernprinzip noch mal auf den Punkt
  43. bringen. Jede, aber auch wirklich jede Art der Chromatographie funktioniert nach diesem einen Prinzip. Die verschiedenen Teile eines Gemisches
  44. verteilen sich unterschiedlich zwischen einer Phase, die sich nicht bewegt, der stationären Phase, und einer, die sich bewegt, der mobilen Phase. Das ist
  45. alles. Wenn du dir also eine Sache merken sollst, dann diese. Es ist immer ein Tauziehen. Ein Tauziehen um die einzelnen Moleküle. Auf der einen Seite
  46. zieht die stationäre Phase, die sie festhalten will, auf der anderen Seite zieht die mobile Phase, die sie mitnehmen will. Und je nachdem, wer bei
  47. welchem Molekül stärker zieht, wird es langsamer oder schneller transportiert. Das ist das ganze Geheimnis der Trennung. Und zum Schluss eine Frage an
  48. dich. Jetzt, wo du dieses geniale Prinzip kennst, achte doch mal drauf, wo es dir im Alltag begegnen könnte. Denk mal drüber nach. Bei der
  49. Qualitätskontrolle von dem, was du isst und trinkst. Bei der Analyse von Umweltproben, um zu sehen, ob unser Wasser sauber ist, oder um
  50. sicherzustellen, dass in Medikamenten auch wirklich nur das drin ist, was rein soll. Du wirst sehen, diese Technik ist wirklich überall.

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