Physik · Klasse 10–13 · aktualisiert
Transistor einfach erklärt: Schalter und Verstärker
Du lernst, wie Transistoren als Schalter und Verstärker arbeiten und worin sich BJT und FET unterscheiden.
0 von 11 Aufgaben gelöst
Kurz gesagt
Ein Transistor beeinflusst einen Laststrom mit einer elektrischen Steuergröße. Beim Bipolartransistor steuert ein kleiner Basisstrom den größeren Kollektorstrom; beim Feldeffekttransistor verändert eine Gate-Spannung den leitenden Kanal.
Ein Transistor beeinflusst einen Laststrom über einen Steueranschluss. Deshalb kann er ohne bewegliche Teile als Schalter arbeiten oder Änderungen eines Signals verstärken.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Ein Transistor hat einen Steueranschluss und einen Laststromweg. Eine kleinere Steuergröße beeinflusst, wie gut der Laststrom fließen kann. Im Schalterbetrieb sperrt der Transistor oder leitet; beim Verstärken bewirken kleine Änderungen der Steuergröße größere Änderungen im Ausgangsstrom.
Ein Bipolartransistor (BJT) hat Emitter, Basis und Kollektor. Sein Basisstrom steuert den Kollektorstrom; es gibt npn- und pnp-Schichtfolgen. Ein Feldeffekttransistor (FET) hat Source, Gate und Drain. Die Gate-Spannung beeinflusst den Kanalstrom; der Kanal kann n- oder p-dotiert sein.
Definition
Transistor
Ein Transistor ist ein elektronisches Halbleiterbauteil mit mindestens drei Anschlüssen. Eine elektrische Größe am Steueranschluss beeinflusst den Strom zwischen den beiden anderen Anschlüssen.
| Transistorfamilie | Anschlüsse | Steuerung |
|---|---|---|
| Bipolartransistor, kurz BJT | Emitter E, Basis B, Kollektor C | kleiner Basisstrom beeinflusst den Kollektorstrom |
| Feldeffekttransistor, kurz FET | Source S, Gate G, Drain D | Gate-Spannung beeinflusst den Strom im Kanal |
Merke: Drei Anschlüsse bedeuten nicht drei gleichartige Aufgaben: Zwei Anschlüsse gehören zum Laststromweg, der dritte dient der Steuerung.
Teste dich
Ein npn-Transistor besitzt eine n-dotierte Emitterschicht, eine sehr dünne p-dotierte Basis und eine n-dotierte Kollektorschicht. Dazwischen liegen zwei pn-Übergänge. Ohne passende Basisansteuerung sperrt der Laststromweg weitgehend.
Ist die Basis gegenüber dem Emitter genügend positiv, leitet der Basis-Emitter-Übergang. Elektronen gelangen vom Emitter in die dünne Basis. Nur ein kleiner Teil erreicht den Basisanschluss oder rekombiniert. Der größte Teil durchquert die Basis; das Feld am Kollektor zieht die Elektronen weiter. So kann der Kollektorstrom deutlich größer als der Basisstrom sein.
Bei einfachen Siliciumschaltungen wird der Basis-Emitter-Übergang ungefähr bei 0{,}7\,\mathrm{V} leitend. Das ist keine exakte Schaltgrenze; Bauteil und Betriebszustand zählen. Elektronen bewegen sich im Modell vom Emitter zum Kollektor, technische Strompfeile zeigen in die entgegengesetzte Richtung.
Beispiel
- 1Stell dir die dünne Basis als einen kurzen Durchgang vor.
- 2Von 100 Elektronen, die aus dem Emitter in die Basis gelangen, erreichen in dem vereinfachten Modell ungefähr 99 den Bereich des Kollektors.
- 3Nur ungefähr ein Elektron trägt zum kleinen Basisstrom bei.
- 4Das erklärt anschaulich, warum der Kollektorstrom viel größer als der Basisstrom sein kann.
Beispiel: So gehst du vor
- 1Der Basis-Emitter-Übergang wird in Durchlassrichtung betrieben.
- 2Elektronen gelangen vom Emitter in die sehr dünne Basis.
- 3Nur ein kleiner Teil erreicht den seitlichen Basisanschluss und trägt zum Basisstrom I_B bei.
- 4Der überwiegende Teil der Elektronen durchquert die Basis.
- 5Das elektrische Feld am Kollektor zieht sie weiter zum Kollektor.
- 6Dadurch entsteht ein Kollektorstrom I_C, der wesentlich größer als der Basisstrom ist.
Teste dich
In einer einfachen npn-Schaltung liegt die LED im Kollektor-Emitter-Kreis. Ohne passende Basisansteuerung ist dieser Laststromweg hochohmig und die LED bleibt dunkel. Wird die Basis genügend positiv gegenüber dem Emitter und fließt Basisstrom, kann der Laststrom durch die LED fließen.
Der Basisvorwiderstand begrenzt den Steuerstrom. Ein eigener Widerstand im Lastkreis begrenzt den LED-Strom. Der Transistor erzeugt keine Energie für die LED; die Spannungsquelle versorgt den Lastkreis. Das Funktionsschema lautet: Basisansteuerung beeinflusst Transistorzustand, dann LED-Strom und Leuchtzustand.
Merke: Ein Transistor erzeugt die Energie für die LED nicht selbst. Er steuert den Strom, den die Spannungsquelle im Laststromkreis bereitstellt.
Teste dich
Beim Verstärken arbeitet ein BJT in einem Zwischenbereich: Kleine Änderungen des Basisstroms erzeugen größere Änderungen des Kollektorstroms. Für einen betrachteten Arbeitspunkt, den Betriebszustand aus Spannungen und Strömen, gilt näherungsweise:
B=\frac{\Delta I_C}{\Delta I_B}
Dabei ist B die Stromverstärkung und \Delta bezeichnet eine Änderung. Der Faktor hängt von Bauteil und Arbeitspunkt ab. Grenzwerte im Datenblatt begrenzen Kollektorstrom I_{C,\mathrm{max}}, Kollektor-Emitter-Spannung U_{CE,\mathrm{max}} und Verlustleistung P_V.
Ein FET wird dagegen hauptsächlich durch die Gate-Spannung gesteuert. Beim n-Kanal-JFET ist der Kanal bei einer Gate-Source-Spannung von null zunächst leitfähig. Eine gegenüber Source negativere Gate-Spannung verbreitert die Sperrschichten: Der Kanal wird enger und der Drain-Source-Strom kleiner. Bei genügend negativer Gate-Source-Spannung wird er blockiert. Ein zusammengedrückter Schlauch veranschaulicht nur die Verengung, nicht die Ladungsbewegung.
Auch ein MOSFET hat Gate, Drain und Source. Seine Gate-Struktur umfasst Metall, eine isolierende Oxidschicht und Halbleitermaterial. Je nach Kanal unterscheidet man unter anderem NMOS und PMOS.
Beispiel
- 1Bei einem vereinfachten Transistormodell gilt näherungsweise B=100. Der Basisstrom ändert sich um 0{,}02\,\text{mA}.
- 2\Delta I_C=B\cdot \Delta I_B
- 3\Delta I_C=100\cdot 0{,}02\,\text{mA}=2\,\text{mA}
- 4Die Änderung des Kollektorstroms beträgt in diesem Modell ungefähr 2\,\text{mA}. Das Ergebnis ist plausibel: Sie ist hundertmal so groß wie die Änderung des Basisstroms.
Merke: „Kleiner Steuerstrom, großer Laststrom“ bedeutet nicht „beliebig großer Laststrom“. Bauteilgrenzen und Strombegrenzung bleiben notwendig.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Transistor
Aufgaben
schalten und verstärken
Bipolartransistor
Emitter, Basis, Kollektor
npn-Effekt
Basisansteuerung ermöglicht großen Kollektorstrom
Feldeffekttransistor
Source, Gate, Drain
Schaltung
Steuerzweig beeinflusst Laststromkreis
Sicherheit
Widerstände und Bauteilgrenzen beachten
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Stromänderung am Arbeitspunkt
- 1Für einen betrachteten Arbeitspunkt gilt näherungsweise B=75. Der Basisstrom ändert sich um 0{,}04\,\mathrm{mA}.
- 2Gesucht ist die Änderung des Kollektorstroms: \Delta I_C=B\cdot\Delta I_B.
- 3\Delta I_C=75\cdot0{,}04\,\mathrm{mA}=3\,\mathrm{mA}
- 4Das Ergebnis gilt näherungsweise an diesem Arbeitspunkt und nur innerhalb der Bauteilgrenzen.
Fehler finden
Zwei Widerstände zuordnen In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Der Basisvorwiderstand begrenzt den Steuerstrom und beeinflusst damit den Kollektorstrom, garantiert aber keinen sicheren LED-Strom. Ein eigener Widerstand in Reihe mit der LED begrenzt ihren Strom im Lastkreis.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Beim BJT beeinflusst ein den Kollektorstrom. Beim FET steuert die den Kanal. Ein Widerstand in Reihe mit der LED begrenzt den .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback