Physik · Klasse 7–10 · aktualisiert
Sonne: Aufbau, Energie und Strahlung verstehen
Die Sonne ist ein Stern. Entdecke Kernfusion, Schichten, Strahlung und die Wirkung ihrer Magnetfelder.
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Kurz gesagt
Die Sonne ist ein Stern aus vorwiegend Wasserstoff und Helium. In ihrem Kern verschmelzen Wasserstoffkerne zu Helium und setzen Energie frei. Ihr Licht und ihre Gravitation prägen die Erde und das Sonnensystem.
Warum leuchtet die Sonne? Sie ist ein Stern und setzt in ihrem Kern Energie frei. Dort verschmelzen Wasserstoffkerne zu Helium. Das heißt Kernfusion. Ein Teil der Energie erreicht die Erde als Sonnenlicht. Die folgenden Abschnitte erklären Aufbau und Strahlung; das Spektrum ist für Fortgeschrittene.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Die Sonne ist ein Hauptreihenstern. In dieser Lebensphase verschmelzen Wasserstoffkerne im Inneren zu Helium. Dabei wird Energie frei. Ein Planet wie die Erde betreibt diese Fusion nicht. Im sichtbaren Licht sehen wir Planeten vor allem, weil sie Sternenlicht reflektieren. Die Sonne ist rund 4,6 Milliarden Jahre alt und im Mittel etwa 150 Millionen Kilometer entfernt. Sie besteht vorwiegend aus Wasserstoff und Helium. Vieles davon ist Plasma, ein Gas mit frei beweglichen geladenen Teilchen.
Die Sonne erscheint besonders hell, weil sie uns näher ist als andere Sterne. Ein Stern kann mehr Energie abstrahlen und trotzdem von der Erde aus schwächer erscheinen. Die Gravitation, also ihre Anziehungskraft, prägt die Planetenbahnen. Zugleich dreht sich die Erde um ihre Achse; das erzeugt Tag und Nacht.
Sonnenlicht ermöglicht das Sehen. Pflanzen nutzen es mit Wasser und Kohlenstoffdioxid für die Photosynthese. Dabei bilden sie Zucker, etwa Glucose, und geben Sauerstoff ab. Das ist eine Grundlage der Nahrungsketten. Die Sonneneinstrahlung trägt zu lebensgeeigneten Temperaturen bei und beeinflusst Wetter, Klima, Wind und Wasserkreislauf. Schaue zur Beobachtung der Sonne nicht direkt in ihr helles Licht. Eine normale Sonnenbrille schützt deine Augen dabei nicht.
Definition
Leuchtkraft
Die Leuchtkraft ist die gesamte Energie, die ein Stern pro Zeiteinheit als elektromagnetische Strahlung abgibt. Sie ist nicht dasselbe wie die Helligkeit, die du am Himmel wahrnimmst.
Merke: Die Sonne wirkt auf die Erde durch Gravitation, elektromagnetische Strahlung und Teilchenströme. Diese Wirkungen dürfen nicht miteinander verwechselt werden.
Teste dich
Im Sonnenkern herrschen etwa 15 Millionen Grad Celsius. Dort können Wasserstoffkerne miteinander verschmelzen. Dabei entsteht Helium und Energie wird frei. Das ist kein chemisches Feuer: Bei der Fusion verändern sich Atomkerne.
Die Energie gelangt vom Kern durch die Strahlungszone, wo Strahlung sie überträgt. In der Konvektionszone transportieren bewegte Plasmaströme sie weiter. An der Photosphäre entweicht ein großer Teil als Strahlung ins All. Diese sichtbare Schicht ist keine feste Oberfläche. Ihre gerundete Temperatur beträgt etwa 5500 °C.
Über ihr liegt die meist überstrahlte Chromosphäre. Bei einer totalen Sonnenfinsternis kann sie als rötlicher Rand sichtbar sein. Die äußere Korona erreicht über eine Million Grad Celsius. Wie sie so stark aufgeheizt wird, ist noch nicht vollständig geklärt. Protuberanzen sind große, durch Magnetfelder gehaltene Plasmabögen. Konvektion bedeutet Wärmetransport durch bewegte Materie: heißeres Plasma steigt, kühleres sinkt.
Definition
Kernfusion
Bei der Kernfusion verschmelzen leichte Atomkerne zu schwereren Kernen. Dabei kann eine große Energiemenge frei werden.
Beispiel: Energieweg vom Kern zum All
- 1Im Kern setzen Kernreaktionen Energie frei.
- 2In der Strahlungszone wird Energie durch Strahlung nach außen übertragen.
- 3In der Konvektionszone tragen bewegte Plasmamengen sie weiter.
- 4An der Photosphäre wird sie in den Weltraum abgestrahlt.
Merke: Energie wird in der Sonne nicht überall auf dieselbe Weise transportiert: innen vor allem durch Strahlung, weiter außen durch bewegtes Plasma.
Teste dich
Sonnenstrahlung ist elektromagnetische Strahlung. Dazu gehören sichtbares Licht, Infrarot, UV-, Radio- und Röntgenstrahlung. Die Farben im sichtbaren Bereich unterscheiden sich durch ihre Wellenlänge, den Abstand zwischen zwei Wellenbergen. Ein Spektrum zeigt die Anteile der verschiedenen Wellenlängen. Die Sonne strahlt viel Energie im sichtbaren und nahen infraroten Bereich ab. Infrarot wird oft Wärmestrahlung genannt; auch absorbiertes sichtbares Licht kann einen Körper erwärmen.
Die sichtbare Photosphäre hat eine gerundete Temperatur von etwa 5500 °C. Eine Vergleichstemperatur für die gesamte Sonnenstrahlung beträgt ungefähr 5770 K. Kelvin ist eine Einheit für Temperatur. Zur Umrechnung eines Kelvinwertes in Grad Celsius ziehst du 273,15 ab. Die beiden Temperaturangaben sind gerundete Näherungen für unterschiedliche Beschreibungen der Sonne.
Die Erdatmosphäre absorbiert und streut Strahlung je nach Wellenlänge. Gamma- und Röntgenstrahlung sowie große Teile der UV-Strahlung gelangen nicht zum Erdboden. Viele Infrarotbereiche werden stark absorbiert. Sichtbares Licht und manche Radiobereiche kommen besser hindurch. Fraunhoferlinien sind dunkle Absorptionslinien. Viele entstehen in äußeren Bereichen der Photosphäre; weitere können in der Erdatmosphäre hinzukommen. Prüfe bei einem Bodenspektrum deshalb den Ort der Absorption.
Beispiel: Wie hängen Kelvin und Grad Celsius zusammen?
- 1Die effektive Sonnentemperatur wird ungefähr mit 5770 K angegeben.
- 2Für die Umrechnung gilt: 5770\,\mathrm{K}-273{,}15\,\mathrm{K}=5496{,}85\,\mathrm{K} Temperaturunterschied zum Celsius-Nullpunkt.
- 3Die Celsiuszahl ist daher ungefähr 5497 °C. Auf Hunderter gerundet sind es etwa 5500 °C. Die Eingangstemperatur war bereits gerundet.
Definition
Fraunhoferlinien
Fraunhoferlinien sind dunkle Absorptionslinien im Sonnenspektrum. Atome und Ionen in der Sonnenatmosphäre nehmen Licht bei bestimmten Wellenlängen auf; dort ist das Spektrum schwächer. Die Lage der Linien verrät, welche Stoffe beteiligt sind. Ionen sind elektrisch geladene Atome oder Moleküle.
Beispiel
- 1In einem gemessenen Sonnenspektrum fehlt bei bestimmten Wellenlängen ein Teil der Intensität.
- 2Daraus folgt nicht, dass die Sonne diese Wellenlängen grundsätzlich nie ausgesendet hat.
- 3Gase auf dem Lichtweg können genau diese Anteile absorbiert haben.
- 4Die dunklen Linien dienen daher als Hinweise auf diese Gase.
Teste dich
Magnetfelder können örtlich das Aufsteigen heißen Plasmas hemmen. Ein Sonnenfleck bleibt dann kühler als seine Umgebung und wirkt dunkel, ist aber kein Loch oder kalter Körper.
Bei einer Neuordnung von Magnetfeldern kann gespeicherte Energie frei werden. Ein Flare ist ein plötzliches Aufleuchten. Ein koronaler Massenauswurf schleudert Plasma ins All. Beides kann zusammen auftreten, ist aber nicht dasselbe. Ausbrüche können Funkverbindungen stören. Trifft ein Massenauswurf die Erde, kann er ihr Magnetfeld und Stromnetze beeinflussen.
Die Sonnenaktivität schwankt in einem ungefähr elfjährigen Zyklus. In aktiven Phasen treten mehr Flecken und Ausbrüche auf. Daneben strömen ständig geladene Teilchen als Sonnenwind von der Sonne weg.
Beispiel: Warum ein Sonnenfleck dunkler wirkt
- 1Ein lokales Magnetfeld hemmt dort das Aufsteigen heißen Plasmas.
- 2Das Gebiet bleibt dadurch vergleichsweise kühl.
- 3Es strahlt weniger intensiv als die heißere Umgebung.
- 4Deshalb erkennen wir einen dunklen Sonnenfleck.
- 5Dunkel bedeutet hier also nicht kalt oder lichtlos, sondern nur kühler und weniger hell als die Umgebung.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Sonne
Stern
erzeugt Energie durch Kernfusion
Energieweg
Kern → Strahlungszone → Konvektionszone → Photosphäre
Atmosphäre
Photosphäre, Chromosphäre und Korona
Spektrum
Strahlung verschiedener Wellenlängen und Absorptionslinien
Aktivität
Magnetfelder verursachen Flecken und können Ausbrüche auslösen
Erde
Gravitation, Licht, Wärme und Photosynthese
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Effektive Temperatur umrechnen
- 1Die effektive Temperatur beträgt ungefähr 5770 K. Der Nullpunkt der Celsius-Skala liegt bei genau 273,15 K.
- 25770\,\mathrm{K}-273{,}15\,\mathrm{K}=5496{,}85\,\mathrm{K} über dem Celsius-Nullpunkt.
- 3Die Celsiuszahl ist ungefähr 5497 °C. Auf Hunderter gerundet sind es etwa 5500 °C; der Eingangswert 5770 K ist selbst gerundet.
Fehler finden
Sonnentemperatur einordnen In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Die dritte Zeile übernimmt fälschlich die Kelvinzahl. Ziehe von 6000 K den Celsius-Nullpunkt 273,15 K ab. Die Differenz beträgt 5726,85 K über 0 °C; die Celsiuszahl lautet 5726,85 °C.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Die Sonne ist ein . Im Kern liefert Energie. Die sichtbare Schicht heißt .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback