Geschichte · Klasse 5–8 · aktualisiert
Gründung Roms: Sage und historische Entstehung
Du lernst die Sage von Romulus und Remus kennen, prüfst Hinweise auf Roms Entstehung und erklärst die Vorteile der Lage am Tiber.
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Kurz gesagt
Der Sage nach gründete Romulus Rom 753 v. Chr. Funde zeigen jedoch Siedlungsreste auf dem Hügel Palatin aus der Zeit um 1000 v. Chr. Wie und wann daraus eine Stadt wurde, ist nicht sicher geklärt.
Kann eine Wölfin zwei Kinder retten, die später eine Stadt gründen? So erzählt es die römische Gründungssage. Du lernst die Geschichte kennen und untersuchst, was Funde über Roms Anfänge verraten.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Eine Sage ist eine zunächst mündlich weitergegebene Geschichte. Sie verbindet Orte oder Menschen mit fantastischen Ereignissen. Die römische Gründungssage handelt von den Zwillingen Romulus und Remus. Die folgenden Ereignisse gehören zu dieser Sage.
Als ihre Eltern gelten der Kriegsgott Mars und Rhea Silvia, eine Priesterin. Eine Priesterin übernimmt Aufgaben im Dienst eines Gottes. Die Kinder werden auf dem Tiber ausgesetzt, einem Fluss in Italien. Eine Wölfin gibt ihnen Milch. Später findet der Hirte Faustulus die Zwillinge und zieht sie auf.
Als Erwachsene wollen die Brüder eine Stadt gründen. Sie beobachten Adler: Der Vogelflug soll ihnen zeigen, wer die neue Stadt führen darf. Beide beanspruchen den Sieg. Romulus setzt sich durch, weil er mehr Anhänger hat. Er beginnt, die Grenze und die Mauer der Stadt anzulegen. Remus verspottet ihn und springt über die noch niedrige Begrenzung. Daraufhin tötet Romulus seinen Bruder und herrscht über die Stadt.
Als Gründungstag nennt die Sage den 21. April 753 v. Chr. Die Abkürzung „v. Chr.“ bedeutet „vor Christus“ und bezeichnet Jahre vor dem Beginn unserer Zeitrechnung.
Definition
Gründungssage
Eine Gründungssage erzählt, wie ein Ort entstanden sein soll. Dabei verbindet sie Orte und Menschen mit fantastischen Ereignissen.
Beispiel: Die Rettung der Zwillinge in der Sage
- 1Zuerst werden Romulus und Remus auf dem Tiber ausgesetzt.
- 2Dann gibt eine Wölfin den Kindern Milch.
- 3Später findet Faustulus die Zwillinge und zieht sie auf.
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Die Sage erzählt eine zusammenhängende Geschichte mit Göttern und handelnden Menschen. Sie wurde in verschiedenen Fassungen weitergegeben. Dass sie einen Ort und einen genauen Tag nennt, macht ihre Ereignisse noch nicht sicher.
Forscher untersuchen dagegen Überreste und alte Texte. Solche Zeugnisse der Vergangenheit heißen Quellen. Die Archäologie erforscht zum Beispiel Gebäude, Werkzeuge und andere Gegenstände, die Menschen hinterlassen haben. Daraus entwickeln Forscher eine historische Rekonstruktion: eine begründete Vorstellung davon, wie etwas früher gewesen sein könnte.
Auf dem Palatin, einem Hügel Roms, wurden Siedlungsreste aus der Zeit um 1000 v. Chr. ausgegraben. Dort lebten also schon Menschen vor dem Gründungsjahr der Sage. Wahrscheinlich wurden um 800 v. Chr. einige Dörfer der Latiner und Sabiner, zweier Bevölkerungsgruppen, zu einer Stadt vereinigt oder wuchsen zusammen. Das ist eine mögliche Erklärung der Stadtentstehung. Die Siedlungsreste und diese Erklärung sind nicht dasselbe: Die Reste wurden gefunden; das Zusammenwachsen wird daraus nicht unmittelbar sichtbar.
Definition
Historische Rekonstruktion
Forscher entwickeln aus geprüften Überresten und Texten eine begründete Vorstellung der Vergangenheit. Dabei können Fragen offenbleiben.
Merke: Unterscheide den gefundenen Überrest von der Erklärung dazu. Eine begründete Erklärung kann noch unsicher sein.
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Der Tiber fließt durch Rom und mündet westlich der Stadt in das Tyrrhenische Meer. Bei der Tiberinsel teilt sich der Fluss unterhalb des Kapitols, eines Hügels. Das ermöglichte früh einen Flussübergang und eine Siedlung der Latiner auf dem Palatin. Aus dieser Siedlung entstand das spätere Rom.
Der Fluss wurde auch zum Transport von Waren genutzt. Vom Hafen Ostia und später vom Hafen Porto aus zogen Ochsenwagen beladene Schiffe flussaufwärts nach Rom. Flussaufwärts bedeutet: entgegen der Richtung, in die das Wasser fließt.
Rom kontrollierte außerdem zwei wichtige Handelswege: die Via Latina und die Via Salaria. Unter der Herrschaft der Etrusker, einer Bevölkerungsgruppe, gewann Rom dadurch wirtschaftliche Bedeutung. Dazu trug auch der Hafenzoll bei, eine Abgabe auf Handelswaren. Die Böden im Gebiet Roms waren dagegen äußerst unfruchtbar, teilweise sumpfig und sandig. Eine Landwirtschaft, die Gewinn brachte, war dort nahezu ausgeschlossen.
Die Lage am Fluss hatte auch Nachteile. Der Tiber brachte in der Stadt immer wieder verheerende Überschwemmungen mit sich.
| Merkmal | Bedeutung |
|---|---|
| Teilung des Flusses bei der Tiberinsel | Ermöglichte früh einen Flussübergang und eine Siedlung auf dem Palatin. |
| Transport auf dem Tiber | Beladene Schiffe wurden von den Häfen flussaufwärts nach Rom gezogen. |
| Überschwemmungen | Der Tiber brachte in der Stadt immer wieder schwere Schäden mit sich. |
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Die ausgegrabenen Siedlungsreste auf dem Palatin aus der Zeit um 1000 v. Chr. sind ein greifbarer Hinweis auf frühe Bewohner. Weniger sicher ist, wann mehrere Siedlungen eine Stadt bildeten. Neben der Vermutung eines Zusammenschlusses um 800 v. Chr. gibt es eine spätere zeitliche Einordnung: Die frühesten Hinweise auf die Anlage einer Stadt stammen wohl aus dem letzten Drittel des 7. Jahrhunderts v. Chr. Frühe Bewohner und eine fertig angelegte Stadt sind also unterschiedliche Dinge.
Auch ein genau berechnetes Datum ist nicht automatisch sicher. Der römische Gelehrte Marcus Terentius Varro ermittelte den 21. April 753 v. Chr. als Gründungstag. Eine andere Zählung des römischen Gelehrten Cato setzte die Gründung auf 752 v. Chr. Die schriftlichen Berichte über Roms Frühzeit entstanden erst Jahrhunderte später. Deshalb lässt sich vieles schwer prüfen.
Forscher halten bei einer Ausgrabung genau fest, wo und in welchem Zusammenhang sie etwas finden. Sie untersuchen und ordnen die Funde, bevor sie deren Bedeutung erklären. Sie vergleichen auch ihr Alter: Ist ein Gegenstand älter oder jünger als ein anderer? Das muss noch kein genaues Jahr ergeben.
Bei alten Texten prüfen Forscher, wann und wo sie entstanden, wie sie weitergegeben wurden und was der Verfasser wissen konnte. Erst danach erklären sie ihre Bedeutung. Achte beim Lesen auf Wörter wie „wahrscheinlich“, „könnte“ und „wohl“: Sie zeigen, dass eine Aussage nicht als sicher gelten soll.
Merke: Eine Vermutung braucht Gründe. Trotzdem bleibt sie eine Vermutung. Lass Wörter wie „wahrscheinlich“ oder „wohl“ beim Wiedergeben nicht weg.
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Alles auf einen Blick
Gründung Roms
Sage
Die Erzählung von Romulus und Remus verbindet Roms Anfänge mit fantastischen Ereignissen.
Funde
Auf dem Palatin wurden Siedlungsreste aus der Zeit um 1000 v. Chr. ausgegraben.
Stadtentstehung
Wann aus einzelnen Siedlungen eine Stadt wurde, ist nicht sicher geklärt.
Lage
Der Tiber bot einen frühen Übergang und wurde zum Warentransport genutzt.
Prüfung
Forscher untersuchen Funde und alte Texte, bevor sie deren Bedeutung erklären.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Roms wirtschaftliche Bedeutung erklären
- 1Aufgabe: Erkläre, warum Rom unter den Etruskern wirtschaftliche Bedeutung gewann, obwohl die Böden äußerst unfruchtbar waren.
- 2Ausgangspunkt prüfen: Eine Landwirtschaft, die Gewinn brachte, war im Gebiet Roms nahezu ausgeschlossen. Gute Böden scheiden deshalb als Erklärung aus.
- 3Andere Einnahmen suchen: Rom kontrollierte die wichtigen Handelswege Via Latina und Via Salaria. Außerdem erhob es eine Abgabe auf Handelswaren im Hafen.
- 4Ergebnis formulieren: Die Kontrolle der Handelswege und der Hafenzoll trugen zu Roms wirtschaftlicher Bedeutung unter den Etruskern bei.
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Fehler in Zeile 2Die zweite Aussage vertauscht die Reihenfolge. Richtig: Forscher untersuchen und ordnen die Funde, bevor sie deren Bedeutung erklären.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Nach der Gründungssage zog der Hirte die ausgesetzten Zwillinge auf. Ausgrabungen auf dem Palatin brachten Siedlungsreste aus der Zeit um zutage. Varro ermittelte als Gründungstag den 21. April .
Karteikasten
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