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Geschichte · Klasse 5–8 · aktualisiert

Frondienst im Mittelalter einfach erklärt

Du lernst, was Frondienste waren, wie sie Bauern belasteten und warum Geldzahlungen und bezahlte Arbeit sie mancherorts ersetzten.

0 von 9 Aufgaben gelöst

Frondienst im Mittelalter einfach erklärt

Kurz gesagt

Frondienste waren geforderte Arbeiten von Bauern für einen Herrn. Dazu gehörten Handdienste und Dienste mit Zugtieren. Sie beanspruchten Zeit und Arbeitskraft, die Bauern auch für ihre eigene Hofstelle brauchten.

Ein Bauer musste seine Felder bearbeiten und zugleich für einen Herrn arbeiten. Wie konnte er beides schaffen? Du lernst die verschiedenen Dienste kennen und untersuchst, warum sie mancherorts durch Geldzahlungen oder bezahlte Arbeit ersetzt wurden.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Frondienste waren geforderte Arbeitsleistungen von Bauern für einen Herrn. Im hier behandelten Zusammenhang gehörten sie zur Grundherrschaft. Bei dieser Ordnung bewirtschafteten Bauern eigene Hofstellen innerhalb einer Herrschaft. Dem Grundherrn schuldeten sie Abgaben und Dienste. Eine eigene Hofstelle zu bewirtschaften bedeutete also nicht, von solchen Pflichten frei zu sein.

Dabei musst du Arbeit und abgegebene Erzeugnisse unterscheiden: Lieferte ein Bauer Getreide ab, war das eine Naturalabgabe. Arbeitete er auf dem Land des Herrn, leistete er einen Arbeitsdienst.

Definition

Naturalabgabe

Eine Naturalabgabe ist eine Abgabe von Erzeugnissen, zum Beispiel Getreide, statt von Geld.

Merke: Beim Frondienst schuldeten Bauern dem Herrn Arbeit. Eine Getreidelieferung war dagegen eine Naturalabgabe.

Teste dich

LeichtWie gehörte Frondienst zur Grundherrschaft?

Alles auf einen Blick

Frondienst

  • Grundherrschaft

    Bauern bewirtschafteten eigene Hofstellen innerhalb einer Herrschaft und schuldeten Abgaben und Dienste.

  • Formen

    Handdienste umfassten etwa Pflege und Ernte; bei Spanndiensten wurden Zugtiere eingesetzt.

  • Belastung

    Dienste beanspruchten Zeit und beim Spanndienst zusätzlich Zugtiere, die dem eigenen Betrieb fehlten.

  • Geldzahlungen

    Zunehmender Gebrauch von Geld erleichterte die Umwandlung von Arbeitsdiensten in Geldabgaben.

  • Lohnarbeit

    Nach Zangger war bezahlte Arbeit in der West- und Deutschschweiz vom 13. bis 15. Jahrhundert wirksamer als wenig motivierte Pflichtarbeit.

  • Unterschiede

    Häufige Ablösungen sind für bestimmte Gebiete und Zeiten belegt, nicht als gleicher Ablauf für ganz Europa.

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Wie wurde Arbeit in der Abtei Rüti bezahlt?

  1. 1Aufgabe: Erkläre, warum Lohnarbeit in der Abtei Rüti im 15. Jahrhundert nicht mit bar ausgezahltem Geld gleichgesetzt werden darf.
  2. 2Arbeit unterscheiden: Nur ein kleiner Teil der Arbeit ihrer Lehenbauern war Frondienst. Der übrige Teil war Lohnarbeit.
  3. 3Bezahlung untersuchen: Der Lohn wurde mit den Grundzinsen verrechnet, die die Bauern dem Kloster schuldeten.
  4. 4Ergebnis formulieren: Die Bauern erhielten damit eine Bezahlung durch Verrechnung. Das belegt weder eine allgemeine Barauszahlung noch völlige Unabhängigkeit.

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Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Eine geschuldete Getreidelieferung innerhalb der Grundherrschaft war eine . Die geforderte Pflege von Pflanzen ohne Einsatz von Zugtieren gehörte zum . In England ließen Herren im 13. und frühen 14. Jahrhundert Arbeitsdienste oft durch ersetzen, um damit flexibler einsetzbare Arbeitskräfte zu bezahlen.

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Frondienst

LeichtEin Bauer liefert geschuldetes Getreide ab. Welche Pflicht erfüllt er damit?
MittelWas ist über Vereinbarungen zu Geld statt Arbeit im mittelalterlichen Altbayern bekannt?
SchwerWarum ließen Herren in England im 13. und frühen 14. Jahrhundert Arbeitsdienste oft durch Geldzahlungen ersetzen?

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