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Deutsch · Klasse 11–13 · aktualisiert

Expressionismus: Merkmale und Literaturanalyse

Angst, Großstadt, Krieg und Aufbruch: Der Expressionismus drückt inneres Erleben aus. Du lernst Zeit, Themen, Sprachmittel und Gattungen kennen.

0 von 9 Aufgaben gelöst

Expressionismus: Merkmale und Literaturanalyse

Kurz gesagt

Der Expressionismus ist eine Strömung der Moderne, etwa 1905 bis 1925. Statt die Welt naturgetreu abzubilden, drückt er inneres Erleben aus: Angst, Entfremdung, Krieg und Aufbruch, in grellen Bildern, Ellipsen und Reihungsstil. Bekannte Gedichte sind Jakob van Hoddis’ „Weltende“ und Georg Trakls „Grodek“.

Der Expressionismus ist eine künstlerische Strömung der Moderne, die ungefähr von 1905 bis 1925 wirkte. In expressionistischen Werken zählt nicht die möglichst naturgetreue Wiedergabe der Welt, sondern das intensive innere Erleben: Angst, Überforderung, Entfremdung, Aufbruch oder Erschütterung prägen deshalb Inhalt und Form. Auf dieser Seite lernst du, expressionistische Literatur an mehreren zusammenwirkenden Merkmalen zu erkennen und einen unbekannten Text begründet einzuordnen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Das Wort „Expressionismus“ wird vom lateinischen „exprimere“ abgeleitet und bedeutet „ausdrücken“. Künstlerinnen und Künstler zeigen die Wirklichkeit so, wie sie innerlich erlebt wird: Eine Stadt kann dadurch bedrohlich, ein Körper grotesk oder eine Alltagsszene überwältigend wirken. Ein einzelnes Merkmal genügt nicht für eine sichere Einordnung. Ein Text wird nicht schon expressionistisch, weil er von einer Stadt handelt oder kurze Sätze enthält. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Thema, Gestaltung, Wirkung und historischem Kontext.

Definition

Expressionismus

Der Expressionismus ist eine Strömung der Moderne, die subjektives Erleben durch intensive Bilder, Verfremdung und bewussten Formbruch ausdrückt. Er umfasst unter anderem Literatur, Malerei, Musik, Film und Theater.

Beispiel: Ein Text zählt nicht nur Verkehrsmittel und Menschen einer Großstadt auf.

  1. 1Er reiht grelle Eindrücke ohne ruhige Übergänge aneinander, verzerrt Wahrnehmungen und lässt das Ich zwischen Lärm und Masse verschwinden.
  2. 2Thema und Form machen gemeinsam die Überforderung durch die moderne Stadt erfahrbar.

Merke: Expressionistische Kunst bildet die Welt nicht einfach ab. Sie formt und verzerrt sie, damit ein innerer Zustand sichtbar oder spürbar wird.

Teste dich

LeichtWelche Aussage trifft den Grundgedanken des Expressionismus?

Alles auf einen Blick

Expressionismus

  • Zeitraum

    ungefähr 1905–1925, Einschnitt Erster Weltkrieg

  • Grundidee

    inneres Erleben statt naturgetreuer Wiedergabe

  • Themen

    Großstadt, Entfremdung, Ich-Verlust, Krieg und Erneuerung

  • Sprache

    Bildhaftigkeit, Ellipse, Telegrammstil und Reihung

  • Gattungen

    Lyrik, Prosa und Stationendrama

  • Analyse

    Form, Wirkung, Thema und Kontext verbinden, Grenzen benennen

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Aufgabe: Ein Gedicht von 1912 reiht Straßenbahnen, Lichtreklamen und Gesichter ohne Übergänge aneinander; am Ende fühlt sich das Ich verloren. Ordne es mit den fünf Prüffragen ein.

  1. 1Themen: Großstadt und Ich-Verlust stehen im Mittelpunkt.
  2. 2Mittel: Die Bilder folgen ohne Übergänge aufeinander, also Reihungsstil.
  3. 3Wirkung: Reizüberflutung und Orientierungsverlust werden beim Lesen spürbar.
  4. 4Kontext: 1912 fällt in den Frühexpressionismus, eine Zeit des Großstadtwachstums.
  5. 5Gegenprobe: Nichts spricht dagegen. Ergebnis: Thema, Form, Wirkung und Kontext stützen gemeinsam eine expressionistische Einordnung.

Fehler finden

Jonas analysiert die erfundene Zeile „Lichter schreien. Straße frisst. Ich – zerbrochen.“ In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Im Expressionismus steht häufig das im Mittelpunkt. Ein grammatisch unvollständiger Satz heißt . Schnell aufeinanderfolgende Eindrücke ohne ausführliche Übergänge bilden einen . Eine Analyse verbindet die sprachliche Beobachtung mit ihrer Wirkung.

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Expressionismus

LeichtWelche Zeitangabe beschreibt den Expressionismus angemessen?
MittelWelche Analyse folgt dem passenden Denkweg?
SchwerEin Text aus dem frühen 20. Jahrhundert verbindet Großstadtbilder, Ich-Verlust und sprunghafte Syntax. Was ist die stärkste Begründung für eine expressionistische Einordnung?

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