Deutsch · Klasse 3–4 · aktualisiert
Medienkompetenz in der Grundschule: sicher wählen
Du lernst vier Schritte: ein passendes Medium wählen, die Information finden, sie prüfen und dich schützen. So nutzt du Bücher, Seiten und Videos klug.
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Kurz gesagt
Medienkompetenz heißt: Du wählst ein Medium, das zu deiner Frage passt. Du findest die Information darin. Du prüfst, ob sie stimmt. Und du nutzt Medien sicher. Der kurze Denkweg lautet: Passt es? Finde ich es? Kann ich es prüfen? Nutze ich es sicher?
Medienkompetenz heißt: Du kannst Medien klug nutzen. Du wählst ein passendes Angebot aus. Du findest darin, was du suchst. Du prüfst, ob es stimmt. Und du gehst sicher damit um. Das ist mehr als Tippen, Klicken oder Wischen. Hier lernst du dafür vier Schritte: Wählen – Erschließen – Prüfen – Schützen.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Stell dir vor, du willst wissen, wie ein Trickfilm entsteht. Du kannst in einem Buch lesen. Du kannst eine Kinderseite im Internet ansehen. Du kannst ein Audio anhören oder ein Erklärvideo ansehen. Nicht jedes Angebot hilft bei jeder Frage gleich gut. Stell dir deshalb drei Fragen: (1) Passt das Angebot zu meiner Frage? Willst du sehen, wie etwas gemacht wird? Dann hilft oft ein Video. Willst du ein Wort genau nachlesen? Dann hilft oft ein Text. (2) Verstehe ich es gut? Die Sprache und die Bilder sollen zu dir passen. (3) Finde ich die Stelle schnell? Überschriften, Kapitel oder ein Menü helfen dir dabei.
Definition
Medienangebot
Ein Medienangebot vermittelt Informationen oder Unterhaltung. Dazu gehören zum Beispiel Bücher, Kinderseiten, Audios und Videos.
Beispiel: Du willst wissen, welche Arbeitsschritte zu einem Trickfilm gehören.
- 1Ein kurzes Erklärvideo zeigt dir die Schritte direkt.
- 2Ein Audio kann sie erklären. Aber du siehst dabei nichts.
- 3Deshalb nimmst du für diese Frage zuerst das Video.
- 4Videos sind aber nicht immer besser. Willst du später ein Wort genau nachlesen, hilft oft ein Text.
Merke: Wähle ein Medium nicht danach aus, was am aufregendsten aussieht. Entscheidend ist, ob es zu deiner Frage passt und für dich verständlich ist.
Teste dich
Jetzt suchst du im Angebot die Stelle, die du brauchst. Das heißt erschließen. Dabei hilft dir der Aufbau. In einem Text helfen dir: Überschrift: Sie sagt, worum es geht. Zwischenüberschrift: Sie sagt, worum es in einem Abschnitt geht. Bild: Es zeigt ein Ding, einen Ablauf oder ein Beispiel. Bildunterschrift: Sie erklärt, was auf dem Bild wichtig ist. Auf einer Internetseite gibt es noch mehr Hilfen: Menü: eine Liste mit den Bereichen der Seite. Hyperlink: eine Stelle zum Anklicken, die dich zu einem anderen Inhalt bringt. Suchfeld: ein Feld, in das du Suchwörter tippst. Bei Audios und Videos helfen der Titel, der Anfang, das Gesprochene, die Bilder und die Geräusche. Achte auf beides: Was hörst du? Was siehst du nur im Bild? Ein Bild kann etwas zeigen, das niemand sagt. Und der Ton kann etwas erklären, das du im Bild nicht verstehst.
Beispiel: Du suchst in einem Erklärvideo den Teil über die Planung eines Trickfilms.
- 1Du liest den Titel und prüfst, ob das Video wirklich vom Trickfilm handelt.
- 2Du hörst in der Einleitung auf Wörter wie „Planung“ oder „Storyboard“.
- 3Du beobachtest, ob im Bild eine gezeichnete Szenenfolge gezeigt wird.
- 4Du hältst die passende Stelle an und notierst die gefundene Information in eigenen Worten.
- 5So nutzt du Text, Bild und Ton gemeinsam, statt das Video nur nebenbei laufen zu lassen.
Teste dich
Eine Seite kann leicht zu verstehen sein und trotzdem Fehler haben. Sie kann alt sein, etwas weglassen oder nur eine Sicht zeigen. Schau deshalb nicht nur, wie schön sie aussieht. Stell dir drei Prüffragen: (1) Absender: Wer hat das gemacht? Kennt sich diese Person oder Stelle mit dem Thema aus? (2) Aktualität: Steht ein Datum da? Ist die Information noch neu genug? (3) Übereinstimmung: Sagt ein zweites Angebot für Kinder dasselbe? Frag dich auch: Was will das Angebot? Will es informieren, unterhalten oder dir etwas verkaufen? Werbung ist nicht automatisch falsch. Du solltest sie aber als Werbung erkennen. Glaube ihr nicht einfach alles.
Definition
Absender
Der Absender ist die Person oder die Stelle, die ein Medienangebot gemacht und veröffentlicht hat. Am Absender erkennst du, wer für den Inhalt verantwortlich ist und was er vielleicht will.
Beispiel: Du vergleichst zwei kindgerechte Angebote zu derselben Frage.
- 1Angebot A nennt einen verantwortlichen Absender, verwendet verständliche Erklärungen und zeigt ein Datum.
- 2Angebot B nennt keinen Absender und verspricht nur: „Das ist garantiert immer richtig!“
- 3Angebot A gibt dir mehr Hinweise zum Prüfen. Trotzdem vergleichst du die wichtige Aussage mit einem zweiten Angebot. Sagen beide dasselbe, ist das ein gutes Zeichen. Es ist aber noch kein Beweis, dass alles stimmt.
Merke: Eine auffällige Gestaltung beweist keine Verlässlichkeit. Prüfe Absender, Aktualität und Übereinstimmung.
Teste dich
Medien sicher nutzen heißt auch: Du passt auf deine Daten auf. Du gehst richtig mit fremden Kontakten um. Und du machst Pausen. Wichtige Schutzregeln sind: Verrate dein Passwort niemandem. Gib deinen Namen, deine Adresse und andere Daten nicht einfach weiter. Frag eine Person, bevor du ein Foto von ihr weiterschickst. Öffne keine Links in komischen Nachrichten. Schick Drohungen und Kettenbriefe nicht weiter. Brich den Kontakt ab, wenn jemand deine Grenzen nicht achtet, Geheimnisse verlangt oder nach deinen Daten fragt. Hol dir Hilfe bei einem Erwachsenen, dem du vertraust. Das gilt, wenn du Angst hast, beleidigt wirst oder dir etwas komisch vorkommt. Auch Pausen gehören dazu. Eine gute Pausenregel ist genau, zum Beispiel: „Bei den Hausaufgaben liegt das Tablet in einem anderen Zimmer.“ Der Satz „Ich nutze es weniger“ ist zu ungenau. Du kannst ihn schlecht einhalten und nicht überprüfen.
Beispiel: Du machst Hausaufgaben. Da kommt eine Nachricht: „Schick das sofort an zehn Personen weiter, sonst passiert etwas Schlimmes.“
- 1Du schickst sie nicht weiter und öffnest keine Links darin.
- 2Du zeigst die Nachricht einem Erwachsenen, dem du vertraust.
- 3So stoppst du die Kette. Und du musst die Drohung nicht allein beurteilen.
Beispiel: Nutze bei einer neuen Frage diesen Ablauf
- 1Wählen: Welche Medienart passt zu meiner Frage? Kann ich das Angebot verstehen?
- 2Erschließen: Welche Überschrift, welches Menü, welches Bild oder welche Tonstelle führt zur Information?
- 3Prüfen: Wer ist der Absender? Ist die Information aktuell? Was sagt ein zweites Angebot?
- 4Schützen: Welche Daten, Rechte, Kontakte oder Pausen muss ich beachten?
Teste dich
Alles auf einen Blick
Medienkompetenz
Wählen
Frage, Format und Verständlichkeit
Erschließen
Überschrift, Menü, Hyperlink, Bild und Ton
Prüfen
Absender, Aktualität, Übereinstimmung und Absicht
Schützen
Daten, Bildrechte, Grenzen und Hilfe
Bewusst nutzen
konkrete Pausenregel
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Du möchtest für ein Referat herausfinden, wie ein Trickfilm geplant wird.
- 1Wählen: Du nimmst ein verständliches Erklärvideo. Du möchtest den Ablauf ja sehen.
- 2Erschließen: Du achtest auf Titel, Erklärung und gezeigte Szenenzeichnungen. Das Wichtige notierst du in eigenen Worten.
- 3Prüfen: Du suchst den Absender und das Datum. Dann vergleichst du mit einem zweiten Angebot für Kinder.
- 4Schützen: Du nimmst keine Fotos anderer Personen ohne ihr Einverständnis. Nach der Aufgabe machst du wie vereinbart Schluss.
Fehler finden
Emma sucht heraus, wie Bienen Honig machen. In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Bunte Bilder zeigen nicht, ob etwas stimmt. Richtig: Prüfen: Ich schaue, wer die Seite gemacht hat und wann. Dann vergleiche ich mit einem Buch.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Möchtest du einen Ablauf sehen, passt oft ein . Eine anklickbare Stelle, die zu einem anderen Inhalt führt, heißt . Ob ein Angebot verlässlich ist, prüfst du zuerst am .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback