Zum Inhalt springen
L

Deutsch · Klasse 11–13 · aktualisiert

Exilliteratur und NS-Staat: Merkmale und Analyse

Wer vor dem NS-Staat floh, schrieb unter Zwang weiter. Du lernst Begriffe, Bedingungen, Themen und Formen der Exilliteratur und erschließt Exiltexte.

0 von 10 Aufgaben gelöst

Exilliteratur und NS-Staat: Merkmale und Analyse

Kurz gesagt

Exilliteratur ist Literatur von Menschen, die wegen Bedrohung unfreiwillig in der Fremde leben. Die deutsche Exilliteratur umfasst meist 1933–1945: Verfolgte wie Anna Seghers oder Bertolt Brecht schrieben im Ausland weiter, oft über Diktatur und Flucht. Wer blieb und sich distanzierte, zählt zur inneren Emigration.

Was verbindet Exilliteratur und NS-Staat? Viele deutschsprachige Autorinnen und Autoren mussten vor nationalsozialistischer Verfolgung ins Ausland fliehen oder konnten von dort nicht zurückkehren. Die Exilliteratur von 1933 bis 1945 umfasst ihr Schreiben unter diesen Bedingungen. Häufige Themen sind Diktatur, Widerstand, Flucht und Heimatverlust; nicht jeder Exiltext behandelt sie ausdrücklich.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Das Wort „Exil“ bedeutet Verbannung beziehungsweise erzwungenes Leben in der Fremde. Emigration kann dagegen auch einen freiwilligen Wechsel des Landes bezeichnen. Deshalb trifft „Exilliteratur“ den Zwang und die Bedrohung genauer, auch wenn beide Begriffe manchmal gleichbedeutend verwendet werden. Die innere Emigration bezeichnet dagegen den geistigen Rückzug oder die Distanz zum NS-Regime bei gleichzeitigem Verbleib in Deutschland. Kritik konnte indirekt und verschlüsselt erscheinen. Der Begriff und die Zuordnung einzelner Personen sind umstritten: Im Land zu bleiben oder unpolitisch zu schreiben, beweist allein noch keinen Widerstand. Die Nachkriegsliteratur bezeichnet Literatur nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Trümmerliteratur ist eine Strömung der frühen Nachkriegszeit, die etwa Zerstörung und Heimkehr gestaltet. Diese Begriffe sind keine Synonyme. Auch Exilierte schrieben nach 1945 weiter.

Definition

Exilliteratur

Exilliteratur ist Literatur von Menschen, die wegen Bedrohung ihrer Person oder ihrer Werke unfreiwillig in der Fremde leben. Hier geht es um das deutschsprachige Exil unter der NS-Herrschaft, das meist mit 1933–1945 abgegrenzt wird. Verfolgung konnte politische, religiöse oder rassistische Gründe haben; eine ausdrücklich oppositionelle Haltung war dafür keine Voraussetzung.

Merke: Prüfe Exilsituation, Entstehungszeit und Publikationsgeschichte. Ein Text kann zur Exilliteratur gehören, ohne Flucht oder Widerstand zum Thema zu haben. Umgekehrt macht das Thema Flucht allein einen Text noch nicht zum Exiltext.

Teste dich

LeichtWelcher dieser fiktiven Fälle gehört eindeutig zur deutschen Exilliteratur von 1933 bis 1945?

Alles auf einen Blick

Exilliteratur und NS-Staat

  • Voraussetzungen

    Verfolgung, Zensur und Bücherverbrennung

  • Lebenslage

    Flucht, Fremdheit und Verlust des Publikums

  • Ziele

    Aufklärung, Warnung und Widerstand

  • Themen

    Heimat, Identität, Diktatur und Krieg

  • Formen

    Roman, Lyrik, Drama und politische Gebrauchstexte

  • Analyse

    Beobachtung, Kontext, Position und Wirkung verbinden

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Aufgabe: Ein verfolgter Autor flieht 1933 nach Paris und schreibt dort einen historischen Roman über eine lange vergangene Epoche. Ist das Exilliteratur?

  1. 1Exilsituation: Der Autor lebt wegen Verfolgung unfreiwillig im Ausland.
  2. 2Zeitraum: Der Roman entsteht in der NS-Zeit, also innerhalb von 1933–1945.
  3. 3Thema: Flucht oder Widerstand kommen nicht ausdrücklich vor. Das ist für die Einordnung nicht nötig.
  4. 4Gattung: Ein historischer Roman kann die Vergangenheit als Spiegel oder Kontrast zur Gegenwart nutzen.
  5. 5Ergebnis: Der Roman gehört zur Exilliteratur; einen Gegenwartsbezug musst du am Text selbst belegen.

Fehler finden

Tim ordnet vier Fälle literaturgeschichtlich ein. In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Die deutsche Exilliteratur beginnt als Epoche meist im Jahr . Als übliche historische Endmarke gilt . Wer während der NS-Herrschaft in Deutschland blieb und sich geistig vom Regime distanzierte, wird der zugerechnet.

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Exilliteratur und NS-Staat

LeichtWas unterscheidet Exilliteratur von innerer Emigration?
MittelWelche Erklärung verbindet Exilbedingungen und Gattungswahl richtig?
SchwerEine Analyse nennt nur die Biografie des Autors und erklärt den Text deshalb für antifaschistisch. Was fehlt vor allem?

Weiterlesen in Deutsch