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Deutsch · Klasse 11–13 · aktualisiert

Der Vorleser: Handlung, Figuren und Deutung

Schlinks Roman in drei Teilen: Michael und Hanna, der Prozess, die Haft. Du lernst Figuren, Erzählweise und Deutungen zu Schuld, Scham und Verantwortung.

0 von 12 Aufgaben gelöst

Der Vorleser: Handlung, Figuren und Deutung

Kurz gesagt

„Der Vorleser“ ist ein dreiteiliger Roman von Bernhard Schlink (1995). Michael Berg erzählt rückblickend von seiner Jugendbeziehung zu Hanna, vom Prozess, in dem sie als frühere KZ-Aufseherin angeklagt ist, und von ihrer Haft. Hannas Analphabetismus erklärt manche Entscheidungen, entschuldigt aber keine Verbrechen.

Bernhard Schlinks Roman „Der Vorleser“ verbindet Michaels persönliche Erinnerung an Hanna Schmitz mit Fragen nach nationalsozialistischen Verbrechen, Schuld und Verantwortung. Du lernst die Handlung in drei Teilen kennen und unterscheidest dabei klar zwischen erzählten Tatsachen, Michaels begrenzter Sicht und möglichen Deutungen. Spoilerwarnung: Diese Seite erklärt die vollständige Handlung bis zum Ende des Romans.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

„Der Vorleser“ ist ein Roman von Bernhard Schlink. Die Erstausgabe erschien 1995 im Diogenes Verlag. Das Werk gehört zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur und ist in drei Teile gegliedert. Der erwachsene Michael Berg erzählt rückblickend von seiner Jugend, seinem Jurastudium und seinem späteren Leben. Im Mittelpunkt stehen zwei miteinander verflochtene Vergangenheiten: seine Beziehung zu Hanna und Hannas Beteiligung an nationalsozialistischen Verbrechen. Diese Seite behandelt den Roman von 1995. Die Verfilmung „Der Vorleser“ beziehungsweise „The Reader“ ist eine spätere Bearbeitung für das Kino. Sie ist nicht mit dem Roman gleichzusetzen: Filmische Bilder, Besetzung und Änderungen der Handlung müssen bei einer Analyse getrennt untersucht werden. Der fünfzehnjährige Michael erkrankt an Gelbsucht. Als er sich auf dem Heimweg übergeben muss, hilft ihm die 36-jährige Straßenbahnschaffnerin Hanna Schmitz. Nach seiner Genesung besucht er sie, um sich zu bedanken. Zwischen beiden beginnt eine sexuelle Beziehung. Die Treffen folgen bald einem Ritual: Michael liest Hanna aus Büchern vor, beide baden und schlafen miteinander. Michael erlebt Begehren und Nähe, zugleich aber auch Unsicherheit. Hanna bestimmt viele Regeln, reagiert mitunter hart und entzieht sich seinen Fragen. Bei Konflikten sucht Michael häufig die Schuld bei sich. Als Michael wieder mehr Zeit mit Gleichaltrigen verbringt, fühlt er sich Hanna gegenüber schuldig. Nachdem Hanna ihn im Schwimmbad bei seinen Freunden gesehen hat, verschwindet sie ohne Abschied. Michael erfährt nur, dass sie nach Hamburg gegangen ist. Ihr Verschwinden prägt sein späteres Gefühl, sie verraten zu haben.

Definition

Gegenwartsliteratur

Damit bezeichnet man neuere Literatur, die Themen und Erfahrungen der jüngeren Vergangenheit und Gegenwart verarbeitet. Der Roman blickt aus den 1990er-Jahren auf Ereignisse seit den späten 1950er-Jahren zurück.

Merke: Die Beziehung ist nicht ausgewogen: Ein fünfzehnjähriger Jugendlicher trifft auf eine 21 Jahre ältere Erwachsene, die mehr Erfahrung und Macht besitzt. Michaels Gefühle sind für ihn echt; trotzdem trägt Hanna als Erwachsene die Verantwortung für die Grenzüberschreitung. Eine Analyse sollte dieses Macht- und Altersgefälle nicht romantisieren.

Teste dich

LeichtWelche Aussage ordnet das Werk richtig ein?
MittelWelche Beobachtung belegt das Machtgefälle am deutlichsten?

Alles auf einen Blick

Der Vorleser (Schlink)

  • Werk

    dreiteiliger Roman von Bernhard Schlink, erschienen 1995

  • Handlung

    Jugendbeziehung, Prozess, Haft und Hannas Ende

  • Machtgefälle

    Hanna ist 21 Jahre älter und bestimmt die Regeln

  • Analphabetismus

    erklärt Entscheidungen, entschuldigt keine Verbrechen

  • Erzählweise

    rückblickende, begrenzte Ich-Perspektive Michaels

  • Deutung

    Verstehen heißt nicht Entschuldigen

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Erkläre, warum Hanna im Prozess den Bericht als ihren ausgibt.

  1. 1Textbeobachtung: Die Mitangeklagten behaupten, Hanna habe den belastenden Bericht verfasst. Als ihre Handschrift geprüft werden soll, gibt sie das zu.
  2. 2Zusammenhang: Hanna kann nicht lesen und schreiben. Ein Schriftvergleich würde das aufdecken.
  3. 3Deutung: Aus Scham hält sie ihr Geheimnis verborgen, auch wenn sie sich damit vor Gericht zusätzlich belastet.
  4. 4Folge: Sie wird als Hauptschuldige zu lebenslanger Haft verurteilt; die anderen Angeklagten erhalten kürzere Strafen.
  5. 5Grenze: Der Analphabetismus erklärt diese Entscheidung. Er entschuldigt nicht ihre Taten als Aufseherin.

Fehler finden

Jonas deutet das Ende des Romans in fünf Schritten. In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Michael erzählt aus der Ich-Perspektive. Im Prozess übernimmt Hanna die Verfasserschaft des Berichts, um einen zu vermeiden. Ihr Analphabetismus manche Entscheidungen, aber keine Verbrechen.

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Der Vorleser (Schlink)

LeichtWelche Reihenfolge entspricht den drei Romanteilen?
MittelWarum belastet Hannas Analphabetismus sie im Prozess zusätzlich?
SchwerDu sollst die These prüfen: „Michael versteht Hanna vollständig.“ Welche Antwort ist am stärksten?

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