Deutsch · Klasse 5–6 · aktualisiert
Antonym: Gegenwörter erkennen und unterscheiden
Antonyme sind Gegenwörter wie „hell“ und „dunkel“. Du lernst, wie du das passende Gegenwort findest und welche Arten von Gegensätzen es gibt.
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Kurz gesagt
Ein Antonym ist ein Wort mit gegensätzlicher Bedeutung zu einem anderen Wort, also ein Gegenwort: „hell – dunkel“, „gewinnen – verlieren“, „Liebe – Hass“. Welches Gegenwort passt, hängt von der Bedeutung im Satz ab: Zum Hut „abnehmen“ gehört „aufsetzen“, zum Gewicht „zunehmen“.
Ein Antonym ist ein Wort mit gegensätzlicher Bedeutung zu einem anderen Wort. Zum Beispiel sind „hell“ und „dunkel“ Antonyme. Zusammen bilden sie ein Gegensatzpaar. Welches Gegenwort passt, hängt oft von der konkreten Bedeutung und vom Satz ab. Du lernst deshalb nicht nur Beispiele auswendig, sondern prüfst den Kontext.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Gegensatzpaare gibt es bei Nomen („Liebe – Hass“), bei Verben („gewinnen – verlieren“) und bei Adjektiven („hell – dunkel“). Die beiden Wörter müssen vergleichbar sein: Bei „gewinnen – verlieren“ stehen sich zwei Handlungen gegenüber, bei „hell – dunkel“ zwei Eigenschaften. „Der Flur ist hell“ und „Der Flur ist dunkel“ beschreiben beide die Helligkeit, nur entgegengesetzt. Ein Wort hat aber nicht immer genau ein festes Antonym. Zu „Liebe“ passen „Hass“ als starker Gegensatz, „Abneigung“ als schwächerer und „Gleichgültigkeit“ als das Fehlen von Zuneigung. Diese Wörter sind nicht beliebig austauschbar.
Definition
Antonym
Ein Antonym ist ein Wort, dessen Bedeutung zu der Bedeutung eines anderen Wortes im Gegensatz steht. Andere Bezeichnungen sind Gegenwort, Gegenteilwort und Oppositionswort. Die Bedeutungsbeziehung heißt Antonymie.
Beispiel: Welches Gegenwort passt zu „zurückhaltend“?
- 1Eine Person beteiligt sich offen an einem Gespräch: „aufgeschlossen“.
- 2Eine Person drängt sich anderen unangenehm auf: „aufdringlich“.
- 3„Aufgeschlossen“ wirkt neutral oder positiv, „aufdringlich“ negativ. Der Satz entscheidet, welches Wort gemeint ist.
Merke: Suche nicht nur nach einem Wort, das irgendwie gegensätzlich klingt. Frage: Welche Bedeutung hat das Ausgangswort in diesem Satz, und welche Bedeutung soll ihr gegenüberstehen?
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Gegensätze funktionieren nicht immer gleich. Die Einteilung in der Tabelle hilft dir, die Beziehung genauer zu beschreiben. Die Grenzen zwischen den Typen sind nicht in jedem Fall trennscharf. Konverse Paare zeigen denselben Vorgang von zwei Seiten: Lea verkauft Amir ein Fahrrad, aus Amirs Sicht kauft er es. Weitere Beispiele sind „geben – erhalten“ und „Vorgänger – Nachfolger“. Reverse Paare stellen einen Zustand her und machen ihn wieder rückgängig: „anziehen – ausziehen“, „aufbauen – abbauen“. Ob inkompatible Begriffe wie „Montag“ und „Dienstag“ als Antonyme zählen, hängt davon ab, wie weit man den Begriff „Antonymie“ fasst. Sicher ist: Sie gehören zur selben Oberkategorie, können aber nicht gleichzeitig zutreffen.
| Gegensatz | Kennzeichen | Beispiel |
|---|---|---|
| komplementär | entweder – oder, keine Zwischenstufe | tot – lebendig |
| graduell (abstufbar) | zwei Seiten einer Skala, Zwischenstufen möglich | heiß – kalt |
| konvers | derselbe Vorgang aus zwei Blickrichtungen | kaufen – verkaufen |
| revers | einen Zustand herstellen und rückgängig machen | beladen – entladen |
| inkompatibel | verschiedene Möglichkeiten einer Kategorie | Montag – Dienstag |
Beispiel: Zwischen „heiß“ und „kalt“ liegen zum Beispiel „warm“, „mild“ und „kühl“.
- 1Aus „Die Suppe ist nicht heiß“ folgt daher nicht automatisch „Die Suppe ist kalt“.
Merke: Keine Zwischenstufe: eher komplementär. Zwischenwerte möglich: graduell.
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Manche Antonyme entstehen durch das Präfix un-, einen Wortbaustein am Wortanfang: „klar – unklar“, „Ruhe – Unruhe“, „freundlich – unfreundlich“. Daraus folgt aber keine allgemeine Bildungsregel. Auch das Entfernen von un- erzeugt nicht automatisch ein gebräuchliches Wort: Zu „ungefähr“ gibt es kein Gegenwort „gefähr“. Dasselbe gilt für andere Präfixe. „Überführung“ und „Unterführung“ können im Straßenverkehr gegensätzliche Verkehrswege bezeichnen. „Überlassen“ und „unterlassen“ bilden dagegen kein Gegensatzpaar: „überlassen“ heißt, jemandem etwas zu geben oder anzuvertrauen, „unterlassen“ heißt, etwas nicht zu tun. Verwechsle Antonyme auch nicht mit Synonymen: „schnell – langsam“ ist ein Gegensatz (Antonymie), „schnell – rasch“ bedeutet fast dasselbe (Synonymie).
Beispiel: „Mut“ und „Unmut“ sehen wie ein Gegensatzpaar aus.
- 1„Unmut“ bedeutet jedoch „Ärger“ oder „Missfallen“ und nicht „fehlender Mut“.
- 2Ein passendes Gegenwort zu „Mut“ kann je nach Satz etwa „Furcht“ sein.
Merke: Die Wortform liefert nur einen Hinweis. Entscheidend ist immer die tatsächliche Bedeutung.
Definition
Synonym
Ein Synonym ist ein Wort mit gleicher oder ähnlicher Bedeutung. „Rasch“ ist zum Beispiel ein Synonym zu „schnell“. Ein Antonym dazu ist „langsam“.
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Ein mehrdeutiges Wort kann für jede seiner Bedeutungen ein anderes Gegenwort haben. Diese Auffächerung wird Antonymengabel genannt. Nicht jede Bedeutung muss ein eindeutiges Antonym besitzen. Für „Zug“ im Sinne eines Eisenbahnzugs oder eines Spielzugs gibt es beispielsweise kein festes Gegenwort. Ein seltener Sonderfall ist das Auto-Antonym: ein mehrdeutiges Wort, dessen Bedeutungen einander widersprechen können. „Übersehen“ kann je nach Satz „überblicken“ oder „nicht bemerken“ bedeuten. Der Kontext löst die Mehrdeutigkeit auf.
Beispiel: Das Verb „abnehmen“ hat verschiedene Bedeutungen:
- 1den Telefonhörer abnehmen – den Hörer „auflegen“
- 2einen Hut abnehmen – den Hut „aufsetzen“
- 3an Gewicht abnehmen – an Gewicht „zunehmen“
- 4Die unterschiedlichen Gegenwörter zeigen, dass „abnehmen“ in diesen Sätzen nicht dasselbe bedeutet.
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Alles auf einen Blick
Antonym
Antonym
ein Gegenwort, beide Wörter bilden ein Gegensatzpaar
Kontext
Welches Gegenwort passt, hängt von Bedeutung und Satz ab
Gegensatztypen
komplementär, graduell, konvers, revers, inkompatibel
Präfix un-
bildet manchmal ein Antonym, aber nicht automatisch
Abgrenzung
Synonyme bedeuten gleich oder ähnlich, Antonyme gegensätzlich
Antonymengabel
verschiedene Gegenwörter zeigen verschiedene Bedeutungen
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Bestimme die Art des Gegensatzes: „anziehen – ausziehen“, „geben – erhalten“, „tot – lebendig“.
- 1Stell dir bei jedem Paar drei Fragen: Gibt es Zwischenstufen? Geht es um denselben Vorgang? Wird ein Zustand rückgängig gemacht?
- 2„anziehen – ausziehen“: Das Ausziehen macht das Anziehen rückgängig. Das ist ein reverser Gegensatz.
- 3„geben – erhalten“: Derselbe Vorgang, einmal aus Sicht des Gebenden, einmal aus Sicht des Empfängers. Das ist ein konverser Gegensatz.
- 4„tot – lebendig“: Es gibt keine Zwischenstufe, nur entweder – oder. Das ist ein komplementärer Gegensatz.
Fehler finden
Jonas sucht zu fünf Wörtern ein Gegenwort. In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 4„Unmut“ bedeutet „Ärger“ oder „Missfallen“, nicht „fehlender Mut“. Hier bildet un- kein Antonym. Richtig: „Mut“ → „Furcht“.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Ein Antonym hat eine Bedeutung. Zwischen „heiß“ und „kalt“ gibt es Zwischenstufen, der Gegensatz ist also . „Kaufen – verkaufen“ zeigt denselben Vorgang aus zwei Perspektiven und ist .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback