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Chemie · Klasse 12–13 · aktualisiert

Chiralität erkennen und R/S-Konfiguration bestimmen

Erkenne nicht deckungsgleiche Spiegelbilder und bestimme R oder S mit den CIP-Regeln.

0 von 12 Aufgaben gelöst

Chiralität erkennen und R/S-Konfiguration bestimmen

Kurz gesagt

Ein Molekül ist chiral, wenn es mit seinem Spiegelbild nicht deckungsgleich ist – wie rechte und linke Hand. Vier verschiedene Gruppen an einem tetraedrischen C-Atom sind ein häufiges Merkmal. Die CIP-Regeln ordnen einem solchen Zentrum R oder S zu.

Ein Molekül ist chiral, wenn es nicht mit seinem Spiegelbild zur Deckung gebracht werden kann. Die beiden nicht deckungsgleichen Spiegelbildformen heißen Enantiomere. Ein häufiges Erkennungsmerkmal ist ein tetraedrisches Kohlenstoffatom mit vier verschiedenen Substituenten. Auf dieser Seite lernst du, Chiralität von anderen Formen der Isomerie abzugrenzen und die Konfiguration eines Stereozentrums mit den CIP-Regeln als R oder S zu bestimmen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Halte gedanklich deine rechte Hand vor einen Spiegel. Das Spiegelbild sieht wie eine linke Hand aus. Du kannst die rechte Hand drehen und verschieben, aber nicht so auf eine linke Hand legen, dass alle Teile gleichzeitig übereinstimmen.

Bei einem chiralen Molekül ist es ebenso: Spiegelbild und Original haben dieselben Atome und dieselben Bindungen, unterscheiden sich aber in ihrer räumlichen Anordnung. Der häufigste Schulfall ist ein tetraedrisches Kohlenstoffatom, das vier verschiedene Atome oder Atomgruppen trägt. Dieses Atom heißt Stereozentrum oder Chiralitätszentrum und wird häufig mit einem Sternchen markiert. Allgemein ist ein Stereozentrum ein Atom, an dem ein Vertauschen zweier Substituenten zu einer anderen räumlichen Konfiguration führt.

Beim Alanin ist das zentrale Kohlenstoffatom mit vier verschiedenen Gruppen verbunden: Aminogruppe –NH₂, Carboxygruppe –COOH, Methylgruppe –CH₃ und Wasserstoff –H. Damit ist dieses Kohlenstoffatom ein Stereozentrum. Die beiden möglichen räumlichen Anordnungen bilden ein Enantiomerenpaar. Ein Kohlenstoffatom mit zwei gleichen Substituenten ist in diesem einfachen Fall kein Stereozentrum. Trägt es beispielsweise zweimal \mathrm{-CH_3}, lassen sich keine vier verschiedenen Gruppen unterscheiden.

Ein Stereozentrum ist ein wichtiges Erkennungsmerkmal, aber nicht das allgemeine Chiralitätskriterium. Moleküle können auch durch eine Achse, eine Ebene oder eine helikale Gesamtform chiral werden. Umgekehrt kann ein Molekül mit mehreren Stereozentren wegen innerer Symmetrie insgesamt achiral sein.

Definition

Chiralität

Chiralität ist die Eigenschaft eines Objekts oder Moleküls, nicht mit seinem Spiegelbild deckungsgleich zu sein. Ein deckungsgleiches Spiegelbild kennzeichnet dagegen ein achirales Molekül.

Definition

Enantiomere

Enantiomere sind Stereoisomere, die sich wie Bild und Spiegelbild verhalten und nicht deckungsgleich sind. Eine Spiegelung erzeugt die jeweils andere Form; durch bloßes Drehen oder Verschieben lassen sich die Formen nicht zur Deckung bringen.

Merke: Spiegelbildlich allein genügt nicht: Erst wenn Bild und Spiegelbild nicht deckungsgleich sind, liegt Chiralität vor.

Teste dich

LeichtWelche Aussage beschreibt ein chirales Molekül richtig?
MittelWelches Kohlenstoffatom ist im beschriebenen Fall ein Stereozentrum?

Alles auf einen Blick

Chiralität

  • Spiegelbild

    Chiral bedeutet nicht deckungsgleich mit dem Spiegelbild.

  • Zentrum

    Vier verschiedene Gruppen am tetraedrischen C sind ein häufiges Merkmal.

  • Enantiomere

    Sie sind nicht deckungsgleiche Spiegelbilder.

  • Meso-Form

    Innere Symmetrie kann das Gesamtmolekül achiral machen.

  • CIP

    Höhere Ordnungszahl erhält höhere Priorität.

  • R oder S

    Bei Priorität 4 nach hinten entscheidet der Weg 1–2–3.

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

R oder S aus einer räumlichen Angabe

  1. 1An einem tetraedrischen C-Atom hängen –Br, –OH, –CH₃ und –H. Die direkt gebundenen Atome ordnen sich Br vor O vor C vor H.
  2. 2Die Prioritäten sind daher 1 für –Br, 2 für –OH, 3 für –CH₃ und 4 für –H.
  3. 3Zeigt –H nach hinten und läuft 1–2–3 gegen den Uhrzeigersinn, ist die Konfiguration S.

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Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Ein Molekül ist chiral, wenn es mit seinem Spiegelbild ist. Bei einem typischen C-Stereozentrum sind die vier Gruppen . Für R oder S zeigt die Gruppe mit Priorität 4 beim Ablesen nach .

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Chiralität

LeichtWas ist ein Racemat?
MittelFür \mathrm{-OH}, \mathrm{-NH_2}, \mathrm{-CH_3} und \mathrm{-H} sollen CIP-Prioritäten vergeben werden. Welche Reihenfolge stimmt?
SchwerEin Molekül besitzt mehrere Stereozentren, ist aber wegen innerer Symmetrie mit seinem Spiegelbild deckungsgleich. Welche Aussage ist richtig?

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