Chemie · Klasse 12–13 · aktualisiert
Alternative Energieträger und Speicher bewerten
Wasserstoff und weitere Speicher für konkrete Nutzungen über die ganze Kette bewerten.
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Kurz gesagt
Alternative Energieträger wie erneuerbar erzeugter Wasserstoff können Energie für spätere Nutzung tragen. Ein Speicher hält sie bereit, ein Wandler verändert ihre Form. Welche Lösung passt, hängt von Herstellung, Verlusten, Speicherdauer, Transport, Sicherheit und Nutzung ab.
Alternative Energieträger sollen fossile Brennstoffe ersetzen oder erneuerbare Energie zeitlich verfügbar machen. Entscheidend ist nicht nur, wie viel Energie ein System speichern kann: Auch Herstellung, Verluste, Speicherdauer, Transport, Sicherheit, Rohstoffe und Emissionen zählen.
Deine Lernziele
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4 Abschnitte
Ein Energieträger enthält Energie in einer später nutzbaren Form. Kohle, Erdgas, Wasserstoff und Biomasse tragen chemische Energie; elektrischer Strom heißt im weiteren Sprachgebrauch ebenfalls Energieträger. Im engen Sinn ist ein Energieträger ein Stoff, der chemische oder nukleare Energie speichert. Wind und Sonnenstrahlung sind dann Energiequellen, keine stofflichen Energieträger. Im weiteren Sprachgebrauch werden auch sie Energieträger genannt.
Kohle und Biomasse sind primäre Energieträger: Sie sind direkt aus der Natur verfügbar. Wind und Sonnenstrahlung sind ebenfalls primäre Energiequellen, aber keine Stoffe. Strom und mit Elektrolyse erzeugter Wasserstoff sind sekundäre Energieträger: Sie entstehen erst durch Umwandlung, für die Energie nötig ist.
Wind- und Solaranlagen liefern je nach Wetter unterschiedlich viel Strom. Ein Speicher nimmt Energie bei Überschuss auf und gibt sie später wieder ab. Jede Umwandlung verursacht Verluste für die gewünschte Nutzung. Große Batteriespeicher geben typischerweise etwa 80 bis 90 Prozent des eingespeicherten Stroms zurück (Beispiel: US-Netzbatterien 2019 im Mittel 82 %, EIA 2021); der genaue Wert hängt von System und Betrieb ab. Chemische Speicher können für große Mengen und lange Zeiträume geeigneter sein, haben bei der Rückgewinnung aber meist größere Verluste. Für wenige Stunden kann eine Batterie günstig sein; über lange Zeiten kann ein chemischer Speicher besser passen.
Definition
Alternative Energieträger
Alternative Energieträger sind Möglichkeiten der Energiebereitstellung, die an die Stelle herkömmlicher fossiler Energieträger treten können. Dazu werden erneuerbare Energiequellen wie Wind und Sonnenstrahlung sowie daraus erzeugte chemische Energieträger wie Wasserstoff gezählt.
Merke: „Erneuerbar“ beschreibt die Herkunft einer Energiequelle. „Energieträger“ beschreibt, worin Energie für Nutzung oder Transport vorliegt. „Energiespeicher“ beschreibt ein System, das Energie aufnimmt und später wieder abgibt.
Beispiel
- 1Mittags liefern Solaranlagen mehr Strom, als gerade benötigt wird. Ein Teil des Überschusses treibt eine Elektrolyse an. Dabei wird Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten. Die zugeführte elektrische Energie wird im Wasserstoff chemisch gespeichert.
- 2Am Abend kann der Wasserstoff in einer Brennstoffzelle mit Sauerstoff umgesetzt werden. Dabei entstehen wieder elektrische Energie und Wärme; als Stoff entsteht Wasser. So wird Energie zeitlich verschoben.
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Wasserstoff ist keine frei verfügbare Energiequelle, wenn er erst mit Strom erzeugt wird. Er ist dann ein chemischer Zwischenträger. Elektrolyseur und Brennstoffzelle sind Energiewandler. Tank oder Kaverne bilden mit dem Wasserstoff das Speichersystem.
Bei der Elektrolyse entstehen aus Wasser Wasserstoff und Sauerstoff; dafür wird Strom zugeführt. Bei der späteren Umsetzung entstehen wieder Wasser, elektrische Energie und Wärme. Über die gesamte Kette wird keine Energie neu erzeugt. Wegen der Verluste kommt weniger Strom zurück, als eingesetzt wurde.
Wasserstoff ist flüchtig und schwierig zu speichern und zu transportieren. Mit Luft oder Sauerstoff bildet er schon in geringen Anteilen explosionsfähige Gemische (Knallgas). Seine Klimawirkung hängt wesentlich von der Energie seiner Herstellung ab.
Definition
Brennstoffzelle
Eine Brennstoffzelle wandelt die chemische Energie eines laufend zugeführten Brennstoffs in elektrische Energie und Wärme um. Sie ist kein aufgeladener Vorrat wie ein Akku.
Beispiel: So gehst du vor
- 1Erneuerbare Anlagen liefern elektrische Energie.
- 2Ein Elektrolyseur nutzt diese Energie, um Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zu spalten.
- 3Der Wasserstoff wird gespeichert oder transportiert.
- 4Eine Brennstoffzelle setzt Wasserstoff mit Sauerstoff um und liefert elektrische Energie und Wärme.
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Wasserstoff kann direkt genutzt oder in andere chemische Energieträger umgewandelt werden. Weitere Schritte können Transport und Handhabung erleichtern, brauchen aber Energie und bringen eigene Risiken.
Auch Eisen wird als chemischer Langzeitspeicher untersucht. Wird Eisenoxid mit erneuerbar erzeugtem Wasserstoff oder durch Elektrolyse wieder zu Eisen reduziert, wird Energie chemisch gespeichert. Bei der Oxidation des Eisens wird diese Energie als Wärme frei; dabei entsteht direkt kein CO₂. Eisen ist langfristig lagerfähig, nicht giftig und gut verfügbar. Belastbare Vergleichswerte für Kosten, Gesamtwirkungsgrad und großtechnische Skalierung fehlen bisher.
Redox-Flow-Batterien brauchen wegen geringer Energiedichte große Tanks und eignen sich vor allem ortsfest. Lithium-Ionen-Batterien besitzen höhere Energiedichte und eignen sich auch mobil. Keine Technik erfüllt alle Anforderungen am besten.
| Energieträger | Herstellung oder Voraussetzung | möglicher Nutzen | wichtige Nachteile |
|---|---|---|---|
| Wasserstoff, H₂ | Elektrolyse mit Strom | Brennstoffzelle, Gasturbine, chemische Industrie, Stahlerzeugung | schwieriger Transport, Flüchtigkeit, Entflammbarkeit, Umwandlungsverluste |
| Ammoniak, NH₃ | benötigt Wasserstoff; großtechnische Herstellung möglich | Ferntransport per Schiff, Einsatz in Gasturbinen | giftig, reaktionsträge; mögliche Emissionen von NO, NO₂ und N₂O |
| Methan, CH₄ | benötigt Wasserstoff und eine Kohlenstoffquelle | Transport, Gasturbine, chemische Industrie | Methan ist ein Klimagas |
| Methanol, CH₃OH | benötigt Wasserstoff und eine Kohlenstoffquelle | Brennstoffzelle, möglicher Ersatz für Dieselkraftstoff, chemische Industrie | giftig, leicht entzündbar; zusätzliche Herstellungsschritte und Verluste |
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Bewerte nicht nur den Energieträger als Stoff, sondern das gesamte System von der Herstellung bis zur Nutzung.
Beispiel
- 1Vergleiche eine Batterie mit erneuerbar erzeugtem Wasserstoff für zwei Anwendungen: den Ausgleich einer Schwankung von wenigen Stunden und die Speicherung sehr großer Energiemengen über längere Zeit.
- 2Lösung: Für wenige Stunden spricht die hohe Stromrückgewinnung für die Batterie. Ihre begrenzte Lebensdauer und die für große Kapazitäten benötigten Materialien müssen trotzdem berücksichtigt werden.
- 3Für große Energiemengen über längere Zeit kann Wasserstoff geeigneter sein. Er lässt sich chemisch speichern und außerdem industriell nutzen. Dagegen sprechen höhere Umwandlungsverluste sowie Schwierigkeiten bei Lagerung, Transport und Sicherheit. Das Urteil hängt deshalb vom Einsatzzweck ab.
Merke: Die beste Technik ist nicht die mit einem einzelnen Spitzenwert, sondern diejenige, deren Eigenschaften zum konkreten Einsatzzweck passen.
Beispiel: So gehst du vor
- 1Zweck klären: Soll Energie für Stunden, Monate, ein Fahrzeug oder einen Industriestandort gespeichert werden?
- 2Herstellung prüfen: Welche Ausgangsstoffe und welche Energie werden benötigt?
- 3Umwandlungskette verfolgen: Wie oft wird Energie umgewandelt und wo entstehen Verluste?
- 4Speicherung und Transport untersuchen: Welche Behälter, Leitungen oder Sicherheitsmaßnahmen sind nötig?
- 5Nutzung betrachten: Wird wieder Strom benötigt oder kann der Stoff direkt in Industrie oder Verkehr eingesetzt werden?
- 6Folgen abwägen: Welche Emissionen, Risiken, Rohstoffe, Lebensdauern und technischen Grenzen gibt es?
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Alles auf einen Blick
Alternative Energieträger
Begriffe
Energieträger, Speicher und Wandler unterscheiden; primär und sekundär unterscheiden
Wasserstoffkette
erneuerbarer Strom und Elektrolyse; Speicherung und spätere Nutzung
Alternativen
Ammoniak, Methan und Methanol; Batterien und Eisen
Bewertung
Einsatzzweck und Speicherdauer; Verluste, Sicherheit, Rohstoffe und Emissionen
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Chemischen Träger für Ferntransport abwägen
- 1Ein Standort will erneuerbare Energie über weite Strecken als chemischen Stoff transportieren.
- 2Wasserstoff kann direkt transportiert werden; dafür braucht er geeignete Speicher und Transportwege.
- 3Ammoniak kann den Transport erleichtern, benötigt aber eine weitere Umwandlung und ist giftig.
- 4Das Urteil vergleicht Transport, zusätzliche Verluste, Risiken und die spätere Nutzung unter derselben Systemgrenze.
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Langzeitspeicher beurteilen In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Die höhere Stromrückgewinnung allein bestimmt die Wahl nicht. Für große Mengen und lange Zeiten können chemische Speicher geeigneter sein; weitere Kriterien sind nötig.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Wasserstoff aus Elektrolyse ist ein Energieträger. Ein Tank ist Teil des . Für eine Bewertung zählt die .
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