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Zunft zu Spinnwettern

Die Spinnwetternzunft ist die Zunft der «Bauleute». Dazu gehören traditionelle Handwerksberufe wie Maurer, Zimmerleute und Steinmetzen, heute aber …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Zunft der Bauleute
  2. 2. Gründung und frühe Regeln
  3. 3. Zunft und politische Entwicklung
  4. 4. Name und Zunfthaus

Zunft der Bauleute

Die E. E. Zunft zu Spinnwettern ist eine 1248 gegründete Basler Zunft. Sie ist die Zunft der «Bauleute»: Zu ihr gehören traditionell Maurer, Zimmerleute und Steinmetzen, heute auch etwa Architekten, Plattenleger und weitere Berufe mit Bezug zum Bauen. Früher umfasste sie zudem alle Berufe des holzverarbeitenden Gewerbes.

Heute hat die Mitgliedschaft vor allem symbolischen Charakter. Sie dient der Pflege baslerischer Traditionen und der Geselligkeit. Die Zunft hat rund 300 Zunftbrüder. Mitglied kann weiterhin nur werden, wer männlich ist, Bürger der Stadt Basel ist und einen «spinnwetternzünftigen» Beruf gelernt hat oder ausübt.

Gründung und frühe Regeln

Der Stiftungsbrief des Bischofs Lüthold (Lütold) von Rötteln errichtete die Zunft 1248 für «Maurer, Gipser, Zimmerleute, Fassbinder und Wagner zu Basel». Das Dokument ist nur mit anno domini MCCXLVIII, indictione sexta datiert. Paul Kölner und Eugen A. Meier nennen zwar den 23. September 1248, dieses genaue Datum gilt aber als nicht plausibel: Der Brief nennt Bischof Lüthold, der bereits im Juni 1248 abgedankt hatte.

Mit der Gründung galt für die Bauleute Zunftzwang. Wer nicht Mitglied sein wollte, war vom Recht ausgeschlossen, in der Stadt nach Belieben zu arbeiten. Der Brief verbot auch, Gesellen abzuwerben. Außerdem sollten Zunftmitglieder nicht für Auftraggeber arbeiten, die einem anderen Meister für bereits geleistete Arbeit noch Geld schuldeten.

Zunächst leitete ein bischöflicher Ministeriale die Bauleute. Ein zweiter Zunftbrief von Bischof Heinrich von Neuenburg übertrug die Leitung 1271 an einen gewählten Zunftmeister. Gleichzeitig wurden Wannenmacher und Drechsler angegliedert; Drechsler wurden als «Becherer» bezeichnet, weil sie hölzerne Trinkgefäße herstellten.

Zunft und politische Entwicklung

Seit dem 16. Jahrhundert war das Basler Bürgerrecht Voraussetzung für die Aufnahme in die Zünfte und damit für die Ausübung zünftiger Handwerke. Die Einbürgerung wurde mit der Zeit schwieriger; nachdem sich die Bevölkerungszahl im 18. Jahrhundert stabilisiert hatte, wurde zeitweise niemand mehr eingebürgert.

Bis zur Ausrufung der Helvetischen Republik 1798 bestimmten die Zünfte zusammen mit den Kleinbasler Ehrengesellschaften und den Vorstadtgesellschaften alle politischen und gesellschaftlichen Fragen Basels. In der Helvetischen Republik galten Handels- und Gewerbefreiheit, der Zunftzwang wurde abgeschafft. Mit der Mediationszeit ab 1803 führte Basel ihn wieder ein; er blieb bis 1874 bestehen.

Name und Zunfthaus

Paul Kölner leitet den Namen der Zunft vom Zunfthaus ab, das sie 1361 nahe dem Rhein an der Eisengasse erwarb. Dieses Haus hieß ursprünglich «Spichwartershus». Ein Spichwarter war ein Aufseher über einen Speicher, besonders über einen Getreidespeicher. Weil der Name im 14. Jahrhundert in der Region Basel auch als Familienname vorkam, bleibt offen, ob das Haus nach einem Amtsträger oder nach einem Namensträger benannt war.

Die heutige Bezeichnung entwickelte sich über die Formen Spichwetter (1370), Spichwerter (1388), Spiwechter (1433), Spinwerter (1449), Spichwatter (1463), Spiwerte (1475) und Spywetter (1508). Die ursprüngliche Bedeutung geriet später in Vergessenheit. Deshalb entstanden Spekulationen, etwa die Behauptung, die Zunft habe früher eine Spinne als Zunftzeichen geführt.

Das ursprüngliche, eher bescheidene Zunfthaus wurde oft umgebaut und befand sich Anfang des 19. Jahrhunderts in schlechtem Zustand. Bei einer großen Straßenkorrektion wurden die alten Zunfthäuser zu Spinnwettern und Schiffleuten 1839 abgebrochen. Das neue Haus entstand ungefähr am gleichen Ort nach Plänen des städtischen Bauinspektors Amadeus Merian und wurde am 10. Oktober 1842 eingeweiht.

1929 verkaufte die Zunft das Haus an den Buchhändler Wepf; vertraglich musste ihr ein Sitzungszimmer vermietet werden. Wepf ließ das Gebäude an der Eisengasse 5 durch das Architekturbüro Von der Mühll und Oberrauch zu einem modernen Geschäftshaus umbauen. Das äußere Erscheinungsbild ist seit diesem Umbau von 1930 im Wesentlichen unverändert, einschließlich des großen Schriftzugs der Buchhandlung Wepf sowie des Zunftzeichens und Schriftzugs der Spinnwetternzunft.

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