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Wirthsches Gesetz

Als Wirthsches Gesetz (englisch Wirth's Law) wird in der Informatik das Phänomen betrachtet, dass Software in kürzerer Zeit langsamer wird als Hardware …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Kernaussage
  2. 2. Zusammenhang mit Hardwareentwicklung
  3. 3. Aussagen von Wirth und Reiser
  4. 4. Kritik und Folgerung

Kernaussage

Das Wirthsche Gesetz bezeichnet in der Informatik das Phänomen, dass Software in kürzerer Zeit langsamer wird, als Hardware schneller wird. Es beschreibt also, dass technische Fortschritte bei Prozessoren, Speicher und anderer Hardware nicht automatisch dazu führen, dass Programme für Nutzer schneller arbeiten.

Zusammenhang mit Hardwareentwicklung

Die Hardware wurde und wird mit der Zeit spürbar schneller. Diese Entwicklung wird durch das Mooresche Gesetz beschrieben. Wirths Gesetz ergänzt diese Beobachtung: Schnellere Hardware kann durch steigende Anforderungen und wachsende Komplexität der Software wieder ausgeglichen oder sogar übertroffen werden. Aufgaben werden dann trotz besserer Hardware nicht schneller abgearbeitet.

Aussagen von Wirth und Reiser

Niklaus Wirth stützte sich 1995 in seinem Artikel „A Plea for Lean Software“ auf zwei Aussagen. Die erste lautet: „Software expands to fill the available memory.“ Auf Deutsch: „Software dehnt sich aus, um den verfügbaren Speicher zu füllen.“ Sie wird nach Cyril Northcote Parkinson zitiert.

Die zweite Aussage lautet: „Software is getting slower more rapidly than hardware becomes faster.“ Auf Deutsch: „Die Software wird schneller langsamer, als die Hardware schneller wird.“ Diese Aussage stammt laut Wirth von Martin Reiser. Das sogenannte Wirthsche Gesetz stammt demnach nach Wirths eigener Darstellung nicht ursprünglich von ihm, sondern von Reiser.

Kritik und Folgerung

Wirth kritisierte unnötig große und schwerfällige Software, die auch als Bloatware oder Fatware bezeichnet wird. Mit diesen Begriffen ist Software gemeint, die mehr Speicher, Rechenleistung oder Komplexität benötigt, als für ihre eigentliche Aufgabe nötig wäre.

Als Gegenposition sprach sich Wirth für schlanke Software aus: einfache Algorithmen und schlichte Werkzeuge sollen bevorzugt werden, damit die Leistungsgewinne der Hardware nicht durch unnötig komplexe Programme verloren gehen.

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