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Wilhelm Hallwachs (Physiker)

Wilhelm Ludwig Franz Hallwachs (* 9. Juli 1859 in Darmstadt; † 20. Juni 1922 in Dresden) war ein deutscher Physiker. Robert Sterl: Bildnis Wilhelm Hallwachs …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Person und wissenschaftliche Bedeutung
  2. 2. Akademischer Werdegang
  3. 3. Familie
  4. 4. Schriften und Forschungsthemen

Person und wissenschaftliche Bedeutung

Wilhelm Ludwig Franz Hallwachs (* 9. Juli 1859 in Darmstadt; † 20. Juni 1922 in Dresden) war ein deutscher Physiker. Seine wichtigste Bedeutung liegt in der Untersuchung des äußeren Photoeffekts. Beim äußeren Photoeffekt führt die Bestrahlung eines Körpers, insbesondere einer Metallplatte, mit Licht dazu, dass elektrische Ladung verloren geht beziehungsweise elektrische Teilchen freigesetzt werden.

Heinrich Hertz entdeckte den äußeren Photoeffekt im Jahr 1886. Hallwachs setzte diese Untersuchungen 1887 fort und untersuchte unter anderem, wie Licht auf elektrostatisch geladene Körper und Metallplatten wirkt. Aufgrund seiner Ergebnisse wurde der äußere Photoeffekt lange Zeit als Hallwachs-Effekt bezeichnet.

Hallwachs’ Untersuchungen legten den Grundstein für die Entwicklung der Photozelle, der Photoelektrizität und der Lichtquantenhypothese Albert Einsteins. Die Lichtquantenhypothese erklärt Licht mithilfe von Lichtquanten, die auch als Photonen bezeichnet werden. 1904 wurde Hallwachs von Friedrich Kohlrausch, Philipp Lenard, Arthur Schuster und John Strutt (Lord Rayleigh) für den Nobelpreis für Physik vorgeschlagen.

Akademischer Werdegang

Von 1893 bis 1922 war Hallwachs Professor für Theoretische Experimentalphysik an der Technischen Hochschule Dresden. Für die Jahre 1921 und 1922 wurde er zum Rektor dieser Hochschule gewählt. Sein Nachfolger auf dem Lehrstuhl wurde Harry Dember.

1897 wurde Hallwachs Mitglied des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) und des im selben Jahr gegründeten Dresdener Bezirksvereins des VDI. Ab 1905 war er ordentliches Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften.

Familie

Hallwachs war der Sohn des Juristen und Abgeordneten Ludwig Hallwachs und von Charlotte Emilie Wilhelmine, geborene Hoffmann (1826–1863). 1890 heiratete er in Straßburg Marie Kohlrausch (1869–nach 1930). Sie war die Tochter des Physikers und späteren Präsidenten der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt Friedrich Kohlrausch (1840–1910) und dessen Ehefrau Hermine, geborene Schilling.

Die gemeinsame Tochter Helene Huch-Hallwachs, geborene Hallwachs, heiratete Karl Huch-Hallwachs (* 1893), den Direktor der elektrischen Werke Koch-Stenzel. Zu Hallwachs’ Vettern gehörten der Musiker und Komponist Karl Hallwachs (1870–1959), der Schauspieler und Sänger Reinhard Hallwachs (1833–1872) sowie der Königlich Preußische General-Oberst und General-Adjutant Friedrich von Scholl (1846–1928).

Schriften und Forschungsthemen

Hallwachs veröffentlichte Arbeiten zur Elektrizität, zu Ladungssäulen und insbesondere zur Wirkung des Lichts auf elektrische Ladungen. Zu seinen genannten Schriften gehören:

  • „Über die elektromotorische Kraft, den Widerstand und den Nutzeffekt von Ladungssäulen (Accumulatoren)“, Dissertation, Straßburg 1883.
  • „Elektrometrische Untersuchungen“, Habilitationsschrift, Leipzig 1885.
  • „Über den Einfluß des Lichtes auf electrostatisch geladene Körper“, veröffentlicht 1888 in den Annalen der Physik, Band 269 beziehungsweise Wied. Ann. 33, Seiten 301–312.
  • „Ueber die Electrisierung von Metallplatten durch Bestrahlung mit electr. Licht“, veröffentlicht 1888 in den Annalen der Physik, Band 270 beziehungsweise Wied. Ann. 34, Seiten 731–734.
  • „Ueber den Zusammenhang des Electrizitätsverlustes durch Beleuchtung mit der Lichtabsorption“, veröffentlicht 1889 in den Annalen der Physik, Band 273 beziehungsweise Wied. Ann. 37, Seiten 666–675.
  • „Die Lichtelektrizität“ in Erich Marx (Hrsg.), „Handbuch der Radiologie“, Band 3, Akademische Verlagsgesellschaft, Leipzig 1916, Seiten 245–563.

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