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Watch Indonesia!
Watch Indonesia! e.V. ist ein deutscher Verein mit Sitz in Berlin. Er wurde 1991, als Reaktion auf das Massaker auf dem Santa Cruz Friedhof in Osttimor, …
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Überblick
Watch Indonesia! e.V. ist ein deutscher Verein mit Sitz in Berlin. Er wurde 1991 von Indonesiern und Deutschen in Berlin gegründet. Anlass war das Massaker auf dem Santa-Cruz-Friedhof in Osttimor. Der Verein versteht sich als Brücke zu den indonesischen und osttimoresischen Zivilgesellschaften. Er will Politik und Öffentlichkeit in Deutschland für deren Anliegen sensibilisieren.
Ziele und Arbeitsweise
Der Verein setzt sich für die Einhaltung der Menschenrechte, die Förderung von Demokratisierung, den Schutz der Umwelt und eine friedliche Lösung von Konflikten ein.
Diese Ziele verfolgt Watch Indonesia! durch politische Bildung, Lobbyarbeit, Öffentlichkeitsarbeit, interkulturellen Austausch und Vernetzung. Lobbyarbeit bedeutet hier, politische Entscheidungsträger auf bestimmte Anliegen aufmerksam zu machen. Vernetzung meint die Zusammenarbeit verschiedener Gruppen und Organisationen.
Schwerpunkte der Arbeit
Watch Indonesia! arbeitet eng mit Demokratie-, Menschenrechts- und Umweltgruppen aus Indonesien und Osttimor zusammen. Bis 1998 stand der Kampf gegen die Diktatur von Präsident Suharto im Mittelpunkt. Der Verein prangerte Menschenrechtsverbrechen an und setzte sich für das Recht der Osttimoresen auf Selbstbestimmung ein. Er trug dazu bei, die Wahrnehmung des Suhartoregimes in Deutschland zu verändern. 1998 konnte Indonesien die Diktatur überwinden. 1999 beteiligte sich die Organisation an den internationalen Beobachtern des UN-Referendums zur Lösung des Osttimorkonflikts.
Heute arbeitet der Verein zu Themen wie dem Umgang mit belasteter Vergangenheit, Demokratisierung, Krisenprävention und Friedensförderung, Beendigung der Straflosigkeit, Umwelt- und Klimagerechtigkeit, wirtschaftlichen und sozialen Menschenrechten, Land- und Indigenenrechten sowie Gesellschaft und Religion. In Westneuguinea setzt er sich für eine dialogische Lösung des Konflikts ein, in Aceh für die Konsolidierung des Friedens. Außerdem warnt er vor sozialen, menschenrechtlichen und ökologischen Folgen der Ausbeutung der Natur durch Palmölmonokulturen, Bergbau, Papierindustrie und Holzwirtschaft.
Information und Veranstaltungen
Der Verein gab die Zeitschrift „Suara – Zeitschrift für Indonesien und Osttimor“ heraus. Außerdem veröffentlicht er weitere Publikationen, darunter Menschenrechts- und Hintergrundberichte. Die Webseite dient als Informationspool.
Watch Indonesia! organisiert Seminare, Veranstaltungen und Ausstellungen. Zudem lädt der Verein Gäste aus Indonesien und Osttimor zu politischen Besuchsprogrammen ein und bearbeitet Anfragen nach weiteren Informationen.
Ausstellungen, Veröffentlichungen und Auszeichnung
Zusammen mit Terre des hommes präsentiert Watch Indonesia! die Ausstellung „Die verlorene Stimme - Eine Fotoreportage von Masaru Goto“ zur indonesischen Provinz Aceh.
Zu den genannten Veröffentlichungen gehören das Themenheft „Menschenrechte in Indonesien und Timor-Leste 2020“, das politische Lesebuch „Die Freiheit, für die wir kämpfen... – Osttimor in der Unabhängigkeit“ von 2011, herausgegeben von Henri Myrttinen, Monika Schlicher und Maria Tschanz für Watch Indonesia!, sowie Alex Flors Beitrag „Watch Indonesia!, Ein Selbstporträt“ im „Länderprofil Indonesien“ des DGB Bildungswerks von Dezember 2007.
Als Auszeichnung wird der Henry-Mathews-Preis von 2022 genannt.