Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Vienna Public History Lectures

Die Vienna Public History Lectures sind eine öffentliche transdisziplinäre Vortragsreihe, die seit 2022 jährlich im Herbst im Großen Festsaal der …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Kernidee der Vortragsreihe
  2. 2. Konzept und Zielgruppe
  3. 3. Organisation und Veröffentlichung
  4. 4. Vorträge, Sendungen und Bücher

Kernidee der Vortragsreihe

Die Vienna Public History Lectures sind eine öffentliche transdisziplinäre Vortragsreihe, die seit 2022 jährlich im Herbst im Großen Festsaal der Universität Wien stattfindet. Sie bringt Historiker, Literatur- und Kulturwissenschaftler sowie das Wiener Publikum zusammen. Ziel ist es, zentrale gesellschaftliche Themen des gegenwärtigen Umgangs mit Vergangenheit öffentlich zu diskutieren.

Im Mittelpunkt steht Public History, also die Frage, wie Geschichte außerhalb enger Fachkreise erzählt, genutzt und verstanden wird. Die Reihe geht davon aus, dass auch der gesellschaftliche Umgang mit Geschichte selbst eine Geschichte hat. Dabei entstehen immer wieder neue Erzählungen über die Vergangenheit, deren Wirkung im Alltag oft unbewusst bleibt.

Konzept und Zielgruppe

Die Vortragsreihe möchte Autorinnen und Autoren vorstellen, die in künstlerischen, journalistischen oder historischen Werken zeigen, wie Geschichten über Geschichte den Alltag prägen. Dabei geht es auch darum, sichtbar zu machen, dass Ursprünge und Bedeutungen solcher Erzählungen im öffentlichen Bewusstsein oft nicht klar erkennbar sind.

Eingeladen werden Personen, die an den Schnittstellen zwischen wissenschaftlicher Forschung und literarischem Schreiben arbeiten. Der Artikel beschreibt sie als Grenzgänger zwischen diesen Welten der Wissensproduktion. Die Veranstaltungen richten sich ausdrücklich nicht nur an ein akademisches Publikum, sondern auch an Menschen außerhalb der Universität. Die Reihe will fachliche Abgrenzungen aufbrechen und gemeinsames öffentliches Nachdenken über historische Sinnbildungsprozesse anregen. Mit historischen Sinnbildungsprozessen sind Formen gemeint, in denen Menschen Vergangenheit deuten und ihr Bedeutung für Gegenwart und Gesellschaft geben.

Organisation und Veröffentlichung

Organisiert wird die Reihe von Marko Demantowsky in Zusammenarbeit mit der Historisch-kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien. Die Veranstaltungen finden einmal jährlich im Herbst als öffentliche Vorträge statt. Neben Begrüßung und Einführung gibt es nach den Hauptvorträgen jeweils einen sozialen Anlass, einen Apéro.

Zur Reihe gehört auch eine eigene Publikationsreihe mit dem Titel Vienna Public History Lectures. Darin werden die Vortragstexte nach der Veranstaltung zweisprachig veröffentlicht, auf Deutsch und Englisch. Außerdem werden die Beiträge aufgezeichnet, redigiert und dauerhaft zugänglich gemacht. Seit 2022 sind Deutschlandfunk Kultur und das Verlagshaus De Gruyter Medienpartner. Diese Partnerschaft ermöglicht die professionelle Dokumentation der Vorträge und ihre Bereitstellung als Audio- beziehungsweise Podcast-Folgen für ein breites Publikum.

Vorträge, Sendungen und Bücher

Die bisherigen und angekündigten Vorträge behandeln unterschiedliche Themen des öffentlichen Umgangs mit Geschichte. Valentin Groebner sprach am 15. November 2022 über „Futsch. Über Geschichte und Verschwinden“. Patrick Bahners hielt am 7. November 2023 den Vortrag „Fakteneinsicht. Hilary Mantels spektakulärer Realismus“. Ursula Krechel sprach am 5. November 2024 über „Schlüssel, Pass, Fluchtboot. Eine Handreichung zur Geschichte der Migration und Remigration“. Für den 31. Oktober 2025 wird Anne Weber mit „Untot und unvergangen. Der Angriff der Virtual Reality auf die Vergangenheit“ genannt. Für den 28. Oktober 2026 wird Robert Schneider mit „Wann ist Mut klug?“ aufgeführt.

Zu mehreren Vorträgen gibt es Radiosendungen oder Podcasts. Genannt werden unter anderem Valentin Groebners Beitrag „Geschichte und Archivierung – Was darf verschwinden – und was nicht?“ bei Deutschlandfunk Kultur vom 20. November 2022, Patrick Bahners’ Sendung „Hilary Mantels spektakulärer Realismus“ vom 12. November 2023 und Ursula Krechels Podcast „Schlüssel, Pass, Fluchtboot. Geschichte der Migration und Remigration“ vom 29. April 2025. Anne Webers Vortrag ist als Deutschlandfunk-Kultur-Sendung vom 16. November 2025 aufgeführt.

In der Buchreihe erscheinen Vortragstexte zweisprachig. Genannt werden Valentin Groebners „Zeitverschluss | Frozen Time. Das Museum als Panikraum | Museums as Panic Rooms“, Ursula Krechels „Schlüssel, Pass, Fluchtboot | Key, Passport, Escape Boat. Eine Handreichung zur Geschichte der Migration und Remigration | A Guide on the History of Migration and Remigration“ sowie Anne Webers „Untot und unvergangen | Undead and Never Past. Der Angriff der Virtual Reality auf die Vergangenheit | Virtual Reality's Assault on the Past“.

Weiterlesen