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Untersuchungen zur antiken Literatur und Geschichte

Die Untersuchungen zur antiken Literatur und Geschichte (UaLG) sind eine wissenschaftliche Schriftenreihe aus dem Bereich der Klassischen …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Gegenstand und Bedeutung
  2. 2. Herausgeberschaft
  3. 3. Bände und thematische Schwerpunkte
  4. 4. Rezeption und kontroverse Thesen

Gegenstand und Bedeutung

Die „Untersuchungen zur antiken Literatur und Geschichte“ (UaLG) sind eine wissenschaftliche Schriftenreihe der Klassischen Altertumswissenschaften. Heinrich Dörrie und Paul Moraux gründeten sie 1968; seitdem erscheint sie bei Walter de Gruyter. Die Reihe bündelt spezialisierte Monografien zur griechischen und lateinischen Philologie sowie zur Alten Geschichte.

Die philologischen Arbeiten untersuchen vor allem Sprache, Textüberlieferung und Textkritik sowie die Entwicklung literarischer Gattungen. Die althistorischen Bände behandeln insbesondere sozial-, politik-, finanz- und kulturgeschichtliche Fragestellungen. Dadurch verbindet die Reihe die genaue Analyse antiker Texte mit der Erforschung ihrer historischen Voraussetzungen und Zusammenhänge.

Herausgeberschaft

Die Gründungsherausgeber Heinrich Dörrie und Paul Moraux betreuten die Reihe von Band 1 (1968) bis Band 17 (1977). Von Band 19 (1983) bis Band 57 (1999) waren Winfried Bühler und Peter Herrmann Herausgeber; Otto Zwierlein war in diesem Zeitraum ebenfalls beteiligt und blieb bis Band 122 (2016) Herausgeber. Gustav Adolf Lehmann gehörte von Band 58 (2000) bis Band 93 (2008) zur Herausgeberschaft.

Heinz-Günther Nesselrath ist seit Band 58 (2000), Peter Scholz seit Band 94 (2008) und Marcus Deufert seit Band 123 (2016) Herausgeber. Als derzeitige Herausgeber nennt der Artikel Marcus Deufert, Heinz-Günther Nesselrath und Peter Scholz.

Bände und thematische Schwerpunkte

Das Bandverzeichnis reicht bis Band 160. Einige Nummern sind im Verzeichnis ohne bibliografische Angaben aufgeführt, darunter die Bände 13, 15, 18, 21, 91 und 92. Mehrere Bände beruhen auf Dissertationen oder Habilitationsschriften. Bei einzelnen Titeln wird ein Erscheinungsstatus „im Erscheinen“ angegeben, etwa bei den Bänden 131, 140, 154, 158, 159 und 160.

Die Themen reichen von einzelnen Autoren, Werken und Gattungen bis zu Fragen der Textgeschichte, Überlieferung, Interpretation und historischen Entwicklung. Beispiele aus der frühen Reihe sind „Sprachliche Untersuchungen zu Herondas“ (Band 1, 1968), „Die Komposition der Reden in der Ilias“ (Band 6, 1970), „Die Quellenangaben bei Herodot“ (Band 9, 1971) und „Untersuchungen zur textkritischen Methode des Zenodotos von Ephesos“ (Band 16, 1977).

Spätere Bände behandeln unter anderem politische und wirtschaftliche Geschichte, etwa Diokletian und die Erste Tetrarchie (Band 27, 1987), die römische Politik und Piraterie im östlichen Mittelmeer vom 3. bis zum 1. Jh. v. Chr. (Band 42, 1993) oder das nachrepublikanische Finanzsystem in der frühen Kaiserzeit (Band 45, 1995). Weitere Schwerpunkte sind Kommentare und kritische Editionen antiker Texte, zum Beispiel „Pindar’s ‘First Pythian Ode’“ (Band 151, 2023), die „Epistulae ad familiares“ des Kaisers Augustus (Band 152, 2023) und „Cicero, ‘Pro M. Fonteio’“ (Band 160, im Erscheinen). Band 96 zu Petrus in Rom erschien in einer ersten Ausgabe 2009 und einer zweiten 2010.

Rezeption und kontroverse Thesen

Die UaLG zählen zu den angesehensten überwiegend deutschsprachigen Reihen der klassischen Altertumswissenschaften. Mehrere Bände lösten kontroverse Debatten innerhalb des Fachs und darüber hinaus aus.

Ein Beispiel ist Detlev Fehlings Band 9 (1971) zu Herodot. Fehling vertrat die These, Herodots Quellenangaben und Gewährsleute seien lediglich literarische Konstruktionen. Außerdem sei Herodot die von ihm beschriebene Länderwelt in Wahrheit nicht bereist.

In jüngerer Zeit erregten Otto Zwierleins quellenkritische Untersuchungen zur Petrus-Tradition Aufmerksamkeit: Band 96 erschien 2009 beziehungsweise 2010 in zwei Auflagen, Band 109 2013. Zwierlein zufolge war Petrus weder erster Bischof von Rom noch habe er Rom überhaupt besucht. Eine zentrale Rolle habe er vielmehr neben Jakobus, dem Herrenbruder, in der Gemeinde von Jerusalem gespielt. Sein Einfluss habe nicht über Palästina und allenfalls die östlichen Provinzen Kleinasiens hinausgereicht. Auch das Martyrium des Petrus sei demnach ein späteres Konstrukt aus missdeuteten und willkürlich zusammengezogenen Angaben älterer Texte; bei richtiger Interpretation böten diese Texte laut Zwierlein keinen Anhaltspunkt für ein solches Martyrium.

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