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Theodor Kalepky

Theodor Kalepky (* 2. November 1862 in Neusorge, Kaukehmen; † 10. Oktober 1932 in Berlin) war ein deutscher Romanist und Sprachwissenschaftler.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Einordnung
  2. 2. Ausbildung und Beruf
  3. 3. Forschungsschwerpunkte
  4. 4. Wichtige Veröffentlichungen

Einordnung

Theodor Kalepky (* 2. November 1862 in Neusorge, Kaukehmen; † 10. Oktober 1932 in Berlin) war ein deutscher Romanist und Sprachwissenschaftler. Romanistik ist die Wissenschaft von den romanischen Sprachen, zum Beispiel Französisch, Provenzalisch oder Italienisch. Kalepky ist vor allem wichtig, weil er zur französischen Grammatik und Syntax arbeitete und in seinem späten Werk Neuaufbau der Grammatik eine systematische Sprachbeschreibung anstrebte.

Ausbildung und Beruf

Kalepky bestand 1880 das Abitur in Wehlau. 1891 wurde er an der Universität Berlin von Adolf Tobler promoviert. Seine Dissertation behandelte die Negation im Provenzalischen, also Formen der Verneinung in dieser romanischen Sprache.

Nach der Promotion arbeitete Kalepky als Lehrer am Falk-Realgymnasium Berlin. Seine wissenschaftliche Arbeit war eng mit französischer Grammatik, Wörterbüchern und dem schulischen Umgang mit französischen Sprachformen verbunden.

Forschungsschwerpunkte

Ein zentraler Schwerpunkt Kalepkys war die französische Syntax. Syntax bedeutet Satzlehre: Sie untersucht, wie Wörter zu Satzgliedern und Sätzen verbunden werden. Seine Arbeiten zur französischen Syntax erschienen in 12 Teilen über 34 Jahre in der Zeitschrift für romanische Philologie. Die Veröffentlichung wurde zeitweise wegen eines Nervenleidens unterbrochen.

Vier Jahre vor seinem Tod veröffentlichte Kalepky Neuaufbau der Grammatik als Grundlegung zu einem wissenschaftlichen System der Sprachbeschreibung. Darin knüpfte er an Philipp Wegener an und betonte, dass auch Außersprachliches eine wichtige kommunikative Funktion hat. Außersprachliches meint Zusammenhänge außerhalb der reinen Wörter und Formen, etwa die Situation, in der Sprache verwendet wird. Deshalb zählt Kalepky zur Frühgeschichte der linguistischen Pragmatik. Pragmatik ist der Teil der Sprachwissenschaft, der untersucht, wie Bedeutung durch Gebrauch, Situation und Kommunikationsabsicht entsteht.

Wichtige Veröffentlichungen

Zu Kalepkys ausgewählten Veröffentlichungen gehört Von der Negation im Provenzalischen von 1891, seine Dissertation. Seine umfangreiche Reihe Zur französischen Syntax erschien zwischen 1894 und 1928 in mehreren Bänden und Heften der Zeitschrift für Romanische Philologie.

Weitere Arbeiten behandeln französische Wörterbücher und Wortschatzfragen, zum Beispiel Lexikographische Lesefrüchte von 1900 und 1909. Lexikographie bedeutet Wörterbuchkunde, also die wissenschaftliche Arbeit an Wörterbüchern. Außerdem veröffentlichte Kalepky Der Unterschied zwischen Imparfait und Passé défini und seine schulmäßige Behandlung (1904), Die Modi des französischen Verbs (1927), Neuaufbau der Grammatik (1928) und Von den sogenannten "Konjunktionen" im Neufranzösischen (1929).

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