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Tatort: Borowski und der gute Mensch
Borowski und der gute Mensch ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort. Der vom NDR produzierte Beitrag ist die 1173. Tatort-Episode und wurde am 3. Oktober …
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Einordnung und zentrale Angaben
„Borowski und der gute Mensch“ ist ein deutscher Fernsehfilm der Krimireihe Tatort und die 1173. Episode. Der 89 Minuten lange, deutschsprachige Film wurde von Nordfilm im Auftrag von NDR und ARD Degeto produziert und am 3. Oktober 2021 im Ersten erstmals ausgestrahlt. Regie führte İlker Çatak, das Drehbuch schrieb Sascha Arango. Im Mittelpunkt stehen der Kieler Kommissar Klaus Borowski und seine Kollegin Mila Sahin. Für Borowski ist es der 37. Fall, für Sahin der sechste. Die Handlung knüpft an die früheren Episoden „Borowski und der stille Gast“ und „Borowski und die Rückkehr des stillen Gastes“ an.
Flucht und Verfolgung
Der Frauenmörder Kai Korthals befindet sich wegen verminderter Schuldfähigkeit im Maßregelvollzug. Als die Gefängnisdirektorin eine Probe der Theatergruppe abbricht, entsteht ein Tumult. Korthals legt einen Brand, tötet während der Löscharbeiten einen Feuerwehrmann und flieht in dessen Uniform. Zunächst rettet er die Gefängnispsychologin vor einer Vergewaltigung, indem er deren Peiniger tötet.
Auf der Flucht ermordet Korthals Emily Schumann an einem einsamen See. Danach fährt er verkleidet und mit ihrem Kopfhaar auf einem Fahrrad weiter. Emilys Vater Manfred Schumann, ein zum Jäger ausgebildeter Mann, verfolgt die Arbeit der Polizei Tag und Nacht. Später tötet Korthals den Betreiber eines Schrottplatzes, weil dieser seinen Hund quält. Er befreit den Hund und bringt ihn zur blinden Telefonseelsorgerin Teresa Weinberger.
Weinberger hat Korthals während seiner Haft Liebesbriefe geschrieben und glaubt, dass er im Grunde ein guter Mensch sei. Borowski und Sahin suchen sie auf. Als das SEK eintrifft, verfolgt Borowski Korthals über einen Balkon in ein Nachbarhaus. Korthals rettet den Kommissar, der abzustürzen droht. Aus Dankbarkeit oder als Gegenleistung für diese Rettung lässt Borowski ihn entkommen; Weinberger und der Hund werden an einen sicheren Ort gebracht.
Konfrontation und Ende
Korthals dringt in Borowskis Wohnung ein und ruft ihn von dort aus an. Borowski kehrt sofort zurück und konfrontiert ihn mit seiner traumatischen Kindheit, die ihn zu einem Psychopathen gemacht habe. Korthals schlägt den Kommissar bewusstlos und versucht erfolglos, ihn zu töten.
Kurz darauf überwältigt Korthals Sahin in der Tiefgarage des Polizeipräsidiums und sperrt sie in den Kofferraum ihres Autos. Mithilfe einer Hundelokalisierungs-App findet er den Aufenthaltsort des Hundes und damit auch Teresa Weinberg. Während Weinberger spazieren geht, lenkt Korthals ihre Bewachung ab und überzeugt sie, mit ihm wegzufahren. Als sie Sahin aus dem Kofferraum um Hilfe rufen hört, springt Weinberger aus dem Wagen und versucht, sie zu befreien. Korthals verhindert dies, doch Weinberger ist von ihm enttäuscht und lässt ihn allein zurück. Auf der weiteren Flucht verletzt er einen Polizisten mit dem Auto schwer.
Korthals fährt schließlich zum Polizeipräsidium und lockt Borowski mit seinen Kollegen auf den Parkplatz. Er will sich an Borowskis Schreibtisch setzen. Als Manfred Schumann ihn erschießen will, schützt Borowski Korthals mit seinem Körper und erwidert damit dessen frühere Rettung am Balkongeländer. Korthals bedankt sich und erschießt sich unmittelbar danach selbst. Borowski schließt ihm die Augen. Aus Korthals’ Nachlass erhält er ein kleines rotes Büchlein mit dem Eintrag „Für meinen Freund Klaus“.
Produktion, Rezeption und ergänzende Angaben
Gedreht wurde vom 18. September 2020 bis zum 19. Oktober 2020 in Kiel und Hamburg. Die Premiere fand am 6. August 2021 am Behlendorfer See statt. Zu den Hauptdarstellern gehören Axel Milberg als Klaus Borowski, Almila Bagriacik als Mila Sahin, Lars Eidinger als Kai Korthals und Sabine Timoteo als Teresa Weinberger.
Die Kritiken bewerten den Film unterschiedlich. Christian Buß schrieb bei Spiegel Online, Korthals werde trotz des erfahrenen Thrillerautors Sascha Arango zum „Klischee seiner selbst“. Claudia Tieschky lobte in der Süddeutschen Zeitung besonders Lars Eidingers Darstellung und bezeichnete den Film als „perfekten Thriller“.
Die Erstausstrahlung am 3. Oktober 2021 sahen 7,70 Millionen Zuschauer; der Marktanteil im Ersten betrug 24,1 %. Eine Wiederholung am 7. Juni 2026 erreichte 4,45 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil von 15,7 %.
In der Eingangssequenz probt die Theatergruppe Friedrich Schillers „Die Räuber“; Korthals spielt Franz. Als wiederkehrendes Thema zeigt der Film Hybristophilie, also die im Film dargestellte Anziehung mancher Menschen zu Straftätern. Der Soundtrack enthält unter anderem „Love Letters“ in der Fassung von Nat King Cole (1957), „Amigo, so ist das Leben“ (1967), „Du musst alles vergessen (Ay, Ay Amigo)“ (1959), „Du“ von Peter Maffay (1970), „White Room“ von Cream (1968) und „Hurdy Gurdy Man“ von Donovan (1968).