Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Tandemschaltung
In der Tandemschaltung werden zwei Leuchtstofflampen in Reihenschaltung an einer Vorschaltdrossel bzw. einem Vorschaltgerät betrieben.
Inhalt5 Abschnitte
Grundprinzip und Bedeutung
Eine Tandemschaltung ist eine Schaltung, bei der zwei Leuchtstofflampen in Reihenschaltung an einer gemeinsamen Vorschaltdrossel beziehungsweise an einem Vorschaltgerät betrieben werden. Reihenschaltung bedeutet, dass derselbe Strom nacheinander durch beide Lampen fließt. Die Vorschaltdrossel begrenzt dabei den Strom und gehört zum Betrieb von Leuchtstofflampen.
Aufbau und benötigte Bauteile
Jede der beiden Lampen besitzt einen eigenen Starter. Dieser Starter muss ein Spezialstarter für Tandemschaltung sein, weil er eine geringere Zündspannung als ein herkömmlicher Starter benötigt. Genannte Beispiele sind Osram ST151, ST172, Sylvania FS-22, Philips S2, SiS2 und S2-E. Solche Starter sind meist mit „für Serienschaltung“, „Series“ oder „110 Volt“ gekennzeichnet.
Normale Starter wie ST111 sind nicht geeignet. Der Grund ist, dass sich die Netzspannung auf beide Starter aufteilt, unter anderem durch einen kapazitiven Spannungsteiler über die enthaltenen Entstörkondensatoren. Bei ungefähr halber Netzspannung zünden diese normalen Starter nicht.
Vorschaltdrossel
Auch die Drossel muss ein Spezialtyp für Tandemschaltung sein. Sie ist so ausgelegt, dass der Nennstrom bereits bei einer geringeren Drosselspannung erreicht wird. Ihr Scheinwiderstand liegt ungefähr im Bereich einer Drossel für eine einfache Leuchtstoffröhrenschaltung mit gleicher Gesamtleistung. Scheinwiderstand bedeutet der gesamte elektrische Widerstand in einer Wechselstromschaltung, also einschließlich der Wirkung von Induktivität und Kapazität.
Vorteile
Ein Vorteil der Tandemschaltung ist die Einsparung der zweiten Drossel, weil zwei Lampen an einer gemeinsamen Vorschaltdrossel betrieben werden.
Ein weiterer Vorteil ist die Herabsetzung der induktiven Blindleistung. Blindleistung ist elektrische Leistung, die in Wechselstromkreisen zwischen Quelle und Bauteilen hin- und herpendelt und nicht direkt in Licht umgesetzt wird.
Nachteile und Grenzen
Ein wichtiger Nachteil ist, dass beim Ausfall einer Lampe auch die andere Lampe blinkt oder erlischt, weil beide Lampen in Reihe geschaltet sind.
Bei 230 V Netzspannung funktioniert die Tandemschaltung nur bis etwa 2 × 22-W-Lampen.
Da in beiden Lampen der Wechselstrom in gleicher Phasenlage fließt, leuchten beide im Nulldurchgang des Stromes gleichzeitig nicht. Dadurch entsteht ein stroboskopischer Effekt. Bei der Duoschaltung gibt es dagegen eine Phasenverschiebung, sodass immer eine der beiden Lampen Licht aussendet.
Die Blindleistung ist zwar geringer als beim Betrieb zweier getrennter Standard-Schaltungen, aber höher als bei der Duoschaltung.